Einzelbild herunterladen

Der größte Hotel-Konzern der Welt.

Einzigartige Entwicklung der deutschen Jugendherbergen.

Die kommenden Reichs-Werbe- und Opfer tage am 6. und 7. Mai, an denen die Hitler-Jugend mit der Sammelbüchse auf den Stra­ßen erscheinen wird, len'kcn wiederum die Aufmerk­samkeit des ganzen Volkes auf eine sozialistische Leistung unserer Jugend, wie sie in diesem Ausmaß nirgends in der Welt zu finden ist. Als die Hitler- Jugend im Jahre 1933 mit ihrer Jugendher­bergsarbeit begann, fand sie nicht viel mehr vor als für einen Anfang gerade notwendig mar. Es gab ein dünnes Netz von Jugendherbergen, die zum größten Teil in einem primitiven Zustand waren, der in keiner Weise den Bedürfnissen der wandernden Jugend gerecht wurde. Darüber hinaus fehlte es überhaupt an Jugendherbergen. Die Hitler- Jugend sah sich der Aufgabe gegenüber, in kurzer Zeit schöne, zweckmäßige Bauten in großer Anzahl zu errichten. Heute steht das Jugendherbergswerk an der Spitze der Herbergs­organisationen aller Länder. Angesichts der hohen Uebernachtungsziffern sie stiegen von 4,6 Mil­lionen im Jahre 1933 aus rund 8,7 Millionen im Jahre 1938 kann dds Jugendherbergswerk als der größte Hotelkonzern der Welt bezeichnet werden. 158175 Betten halten die deut­schen Jugendherbergen jährlich bereit. Aber für die Millionenarmee der Hitler-Jugend reichen die vor­handenen Herbergen noch immer nicht aus. Die Jugendherbergen sind nach einer Steigerung der Uebernachtungszahlen um das Doppelte hart an der Grenze ihrer Aufnahmefähigkeit angelangt. Und nur die Errichtung neuer Jugendherbergen kann den Bedürfnissen der HI. gerecht werden.

Bedeutung und Anzahl der Fahrten der HI. werden häufig unterschätzt. Als Beispiel seien hier die Fahrtenmeldungen eines Jahres angegeben, die 6 0 0 0 0 0 Jungen und Mädel erfaßten. Dabei handelte es sich hierbei nur um Großfahrten: hinzu kommen die Tausende, ja Millionen von Jugendlichen, die auf Wochenendfahrten und kleinen Landfahrten unterwegs waren, sowie die Belegung der Jugendherbergen durch die zahlreichen Wochen- endkurse und Schulungen der HI. Darüber hinaus kommen von Jahr zu Jahr mehr junge Aus­länder als unsere Gäste ins Reich. Unsere Jugend­herbergen weisen mit 215 800 Uebernachtungen im Jahre 1938 den -größten ausländischen Besuch von allen Ländern auf. Seit dem Jähre 1933 ist eine ständige Steigerung der ausländischen Besucherzahl

festzustellen: und zwar besuchten uns 43 000 Dänen, je 24 000 Engländer und Holländer und 13 000 Schweden. Aber auch Gäste aus Süd- und Nord­amerika, aus Asien, Afrika und Australien kannten die deutschen Jugendherbergen zu Tausenden auf­nehmen.

Der Höhe der- Uebernachtungsziffern entspricht auch ihre große wirtschaftliche Bedeu­tung. Der Uebernachtungssatz für Jugendliche be­trägt 20 Pfennig pro Nacht und erhöht sich bet erwachsenen Einzelwanderern auf 50 Pfennig pro Nacht. Aber neben der Uebernachtung wird meistens die Möglichkeit, Frühstück, Mittag und Abendbrot zu geringem' Preis aus der Herbergsküche zu er* halten, wahrgenommen. Als Beispiel seien hier die Großjugendherbergcn angeführt, also solche, die über 1 0 000 Uebernachtungen jähr- l i ch haben. Bon diesen weist das Herbergsnetz gegenwärtig 248 auf, wovon sich allein im Rhein­land 31, in Sachsen 27 und in Westfalen 24 be­finden. Der Nahrungsmittelverbrauch einer einzigen Großjügendherberge beträgt allein 22 000 Liter Milch, 3200 kg Wurst und Fleisch und 21 000 kg Gemüse und Kartoffeln im Jahr: dazu kommen noch sonstige Lebensmittel mit 4500 kg, 12 000 kg Brot und 90 000 Semmeln. An Heiz­material wurden 700 Zentner und an elek­trischem Strom 3000 kw verbraucht. Unsere Groß­jugendherbergen sind mithin Großeinkäufer, was die Märkte der Umgegend jeweils vorteilhaft zu spüren bekommen. Daher ist die Hitler-Jugend darangegangen, in allen Gauen Jugendhöfe zu errichten, die durch eigene Landwirt­schaft neben dem Herbergsbetrieb in der Lage sind, sich mit den meisten Nahrungsmitteln selbst zu versorgen, und die darüber hinaus noch von ihrer Ernte an andere Jugendherbergen abgeben können. So befriedigen die neuerbauten Jugendhöfe fdjon einen großen Teil des Lebensmittelbedarfes der übrigen Jugendherbergen.

Auf diese Weise ist ein großartiger, gut ein­gespielter Organismus entstanden, der restlos für die Betreuung unserer wandernden Jugend ein­gesetzt wird. Und es ist der besondere Stolz der Hitler-Jugend, daß sie durch diese einzigartige wirt­schaftliche Leistung des Jugendherbergswerkes es auch den ärmsten Jungen und Mädels unseres Volkes ermöglicht hat, auf Fahrten und Wande­rungen Deutschland kennen zu lernen. Schuft.

Faber, Friedberg (jetzt in Darmstadt), die Ge­schäfte des Vorsitzenden stellvertretend führte, er­stattete in gedräng:r Form den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr. Die Miglieder, deren Zahl leider stark zurückgegangen ist, erhielten 1937 als Jahresgabe den 36. Band der von Professor Dr. H e p d i n g herausgegebenenHessischen Blätter für Volkskunde" und 1938 das wertvolle Buch Volkskundliche Ernte", das Professor Dr. Hep - ding zum 60. Geburtstage dargereicht worden ist. Band 37 derBlätter" wird den Mitgliedern im Herbst 1939 zugestellt. Gute Fortschritte macht die hessische Flurnamenforschung, dank des starken Ein­satzes von Professor Dr. Götze gerade auf diesem Gebiet. Es liegen nunmehr 14 Hefte des hessischen Flurnamenbuches" im Druck vor. 16 weitere Ar­beiten stehen vor dem Abschluß. Von oberhessischen Gemarkungen sind für den Druck vorbereitet: Gießen durch Studienassessor Wilhelmi; Büdin­gen durch Pfarrer Eorvinus; Nieder- und Ober-Ros b ach durch stuck, phil. Bornmüller.

Der Rechner der Vereinigung, Studienrat Richard Oßwald (Friedberg), erstattete den Kassenbericht. Die gewissenhafte Rechnungsführung sand den Dank der Mitgliederversammlung.

Zu dem wichtigsten Punkt der Tagesordnung, Wahl eines Vorsitzenden, konnte Professor Dr. Götze mitteilen, daß man in der Dorstandssitzung vorn 4. März d. I. sich dahin einmütig geeinigt habe, der Hauptversammlung Professor Dr. Bernhard Martin (Marburg) in Vorschlag zu.bringen. Die Hauptversammlung begrüßte diesen Vorschlag und wählte Professor Martin einstimmig zum Porsitzen- den der Vereinigung. Der neue Vorsitzende, der das Amt mit der Versicherung annahm, daß er seine ganze Kraft für die volkskundliche Forschung in. Hessen einsetzen werde, ist ein Sohn der hessischen Landschaft am l.Aug. 1889 in Rhoden (Waldeck) geboren und als Vertrauensmann des Landes­hauptmanns in Kassel beauftragt, die Zusammen­arbeit der Hessischen Vereinigung mit dem Kur- hessischen Landesamt für Volkskunde aufzunehmen.

Aus der engeren Heimat.

NSLB., Kreisabschnitt Gießen-Land.

Am Samstag fand eine Dersammluvg des B e - zirkes Gießen-Land des NS.-Lehrer- dun d e s imBurghof" zu Gießen statt. Der Be- zirkswalter, Rektor Siegfried, Grohen-Linden, begrüßte die Mitglieder in der etften Versammlung im neuen Schuljahr, fein besonderer Gruß galt dem Kreiswalter, Schulrat Nebeling. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen gab der Leiter sodann bekannt, daß die Mitglieder von Gießen-Klein- Linden und Gießen-Wieseck vom 1. April ab aus­geschieden sind und nun zur Stadt Gießen gehören. Er dankte den Scheidenden für ihre jahrelange treue Mitarbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie sich auch weiterhin als gern gesehene Gäste einfinden werden.

Hieraus hielt Lehrer Arnold, Großen-Linden, einen Vortrag über den sogenannten Lichtenberger Plan, der an'Stelle der Fächerung die Unterrichts- Ganzheiten vorsieht. In anschaulicher Weise ging der Redner auf das Grundsätzliche des Ganzheits­unterrichts ein und stellte Fächerung und Ganzheit gegenüber.. Die Ausführungen, die vom Kreiswalter, Schulrat Nebeling, in verschiedenen Punkten ergänzt wurden, fanden reichen Beifall.

Dem ausscheidenden Kassenwalter Stumpf (Gießen-Wieseck) wurde vom Leiter des Bezirkes für seine Arbeit gedankt. An seiner Stelle wurde Lehrer Merz (Leihgestern) zum Kassenwalter des BezirkesGießen Land" ernannt

Nach weiteren Mitteilungen hielt Schulrat N e - bering ein Ansprache, in der er die große Rede des Führers streifte und dann auf den bevorstehen­den nationalen Feiertag hinwies. Er erinnerte an das Wort des Führers, daß er als feine glück­lichste Tat bezeichnet habe, den deutschen Arbeiter wieder zu seinem Volke zurückgeführt zu jzaben.

Explosion eines Backofens.

* Schotten, 3. Mai. In einer hiesigen Bäckerei ereignete sich auf bis jetzt noch unge­klärte Weise ein folgenschweres Explosions- Unglück. Während sich der Bäckermeister und feine Helfer in der Backstube bei der Arbeit befanden, explodierte plötzlich der Backofen. Durch die herumfliegenden Eisen- und Steinsplitter wurden der Meister und sein Geselle so erheblich verletzt, daß sie sofort in das Krankenhaus gebracht werden mußten. Der gewaltige Luftdruck schleuderte auch die Fen st er und Türen aus ihren Be­festigungen, so daß sie in Trümmer gingen. Glücklicherweise hatte die Explosion keinen Brand

verursacht. Die Ermittlungen über die Ursache des Unglücks sind im Gange.

Landkreis Gießen.

ch Treis a. d. Lda., 3. Mai. Heute, Mittwoch, 3. Mai, steht unser Dorf im Zeichen von zwei Jubel­feiern. Das Fest der goldenen Hochzeit können Johannes Lemp und feine Ehefrau Mar­garethe, geb. Bellof, wohnhaft Pfarrstraße, feiern. Der Jubilar steht im 76., die Jubilarin im 75. Le­bensjahr. Die aus der Ehe hervorgegangenen fünf Kinder find alle" noch am Leben. Durch Fleiß und Strebsamkeit des Jubelpaares konnten sie als ein­fache Arbeiter es ihren Kindern ermöglichen, daß einige der Söhne sich heute in sehr angesehener Stellung befinden. Das Fest der silbernen Hochzeit können Werkmeister Otto Nuhn und seine Ehefrau Katharine, geb. Benner, feiern. Den beiden Jubelpaaren herzlichen Glückwunsch.

5 Steinbach, 2. Mai. Heute, 2. Mai, tonnte Johannes Balser I, früher von Beruf Pflasterer, seinen 83. Geburtstag feiern. Er ist der älteste männ­liche Einwohner der Gemeinde und konnte bis vor kurzem, dank seiner guten Gesundheit, noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten verrichten. Durch ein Augenleiden ist er leider jetzt sehr behindert. Vor acht Jahren haben die Eheleute Balser, die Frau ist jetzt 81 Jahre alt, das Fest der goldenen Hochzeit gefeiert. Am Mittwoch, 3. Mai, rann Frau Marie Serth, geb. Petri, Witwe des Landwirts Heinrich Serif), ihren 76. Geburtstag in verhältnismäßig guter Gesundheit feiern. Unsere Glückwünsche!

A Leihgestern, 3. Mai. Ihre Silberne Hochzeit können am heutigen Mittwoch, 3. Mai, der Reichsbahnbedienstete Albert Wedemann und Ehefrau Marie, geb. Diehl, Kirchstraße 10 da­hier wohnhaft, begehen. Dem Jubelpaar unseren Glückwunsch.

s. Lang-Göns, 3. Mai. Am heutigen Mitt­woch, 3. Mai, kann Frau Anna Elisatebth Veite Wwe., geb. Wagner, Obergasse, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag begehen. Wir wünschen ihr viel Glück!

<£ Holzheim, 3. Mai. Am heutigen Mittwoch, 3. Mai, können der Landwirt und Kartoffelhändler Konrad Faitz und seine Ehefrau Marie, geb. Kut­scher, das Fest derSilbernenHochzeit feiern. Unseren herzlichen Glückwunsch!

* Grüningen, 2. Mai. Hier ereignete sich ein Verkehrsunfall. Ein Personenkraft­wagen, dessen Lenker das Dorfahrtsrecht nicht beachtete, fuhr gegen einen Omnibus. Es entstand lediglich Sachschaden. Bei dem Lenker des Personen­kraftwagens wurde eine Blutprobe genommen.

tcrstützen, wenn diese von den in Fraae kommenden Fachschaften in Oberhessen durchgeführt werden.

Die erste dieser Jahresveranstaltungen, die Der- bandssugendprüfung, war ein großartiger Erfolg. Mit 69 gemeldeten Hunden, von denen 66 zur Stelle waren, mar es die größte Veranstaltung ihrer Art, die jemals in Deutschland durchgeführt wurde und die dank der hervorragenden Vorberei­tung durch den bewährten Suchenleiter, Oberst a. D. Kock, ausgezeichnet klappte. Die Altersklasse 1938, die zur Prüfung stand, erwies sich als recht ein­heitlich in den Leistungen. Alle Hunde entsprachen den Anforderungen, die zur Erlangung von Preisen gestellt werden. Es konnten vergeben werden: 40 erste, 17 zweite und 9 dritte Preise. Die Antwort- schäft auf die große Staatspreismünze erwarb sich Jllo v. d. Werra-Veste" (Besitzer: I. Hammer- m a n n-Gießen), auf die erste kleine Staatspreis­münzeRolf vom Fuchsentisch" (I. Jhring- Lich), beide Deutsch-Drahthaar, und auf die zweite Asta von der Dübener Heide" (Revierförster B ö h l e - Rauschenberg), eine Deutsch - Langhaar- Hündin. Aufgabe der Führer wird es nun sein, aus diesen Junghunden nun dos zu machen, was sie werden sollen: deutsche Gebrauchshunde zur Jagd.

** Goldenes Arbeitsjubiläum. In der von-Münchowschen-Universitätsdruckerei Otto Kindt, G. m. b. H., Gießen, fand wieder eine Jubiläums­feier statt. Obermaschinenmeister Karl Leib war am 17. April 1939 fünfzig Jahre in seinem Beruf tätig. Petriebsführer und Gefolgschaft oerfatnmeltc*

sich am 29. April zu einer kleinen Feierstunde am geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars. Herr Schmitz als Betriebsführer und Arbeitskamerad Baues als Betriebsobmann brachten in kurzen Ansprachen ihre Glückwünsche und die der Gefolg­schaft zum Ausdruck. Mit dem Wunsche, daß der Jubilar noch lange Zeit sich seiner Rüstigkeit er­freuen möge, zu seiner und seiner Familie Freude, wurden seitens Gefolgschaft und Betriebsführung allerlei Geschenke überreicht.

** Morgen Polizei st unde für alle Ga st wirtschaften um 20 Uhr. Die Poli­zeidirektion Gießen teilt uns mit: Um den Ange­stellten, Arbeitern und Betriebsführern des Gast­stättengewerbes /Gelegenheit zu geben, den Natio­nalen Feiertag des deutschen Volkes nachträglich gemeinsam zu feiern, wird am morgigen 4. Mai die Polizeistunde für alle Gast- und Schankstätten, aus­schließlich der Bahnhofswirtschaft, auf 20 Uhr fest­gesetzt. Die Polizeibeamten sind angewiesen, darauf zu achten, daß dieser Termin pünktlich eingehalten wird.

** Städtische Bücherei. Im April sind 2065 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Zeitschriften 35, Gedichte und Dramen 26, Erzäh­lende Literatur 1240. Jugendschristen 290, Länoer- und Völkerkunde 144, Kulturgeschichte 1, Geschichte und Biographien 186, Kunstgeschichte 1, Naturwis­senschaft und Technologie 66, Heer- und Seewesen 33, Haus- und Landwirtschaft 9, Religion und Phi­losophie 1, Staatswissenschaft 31, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 23 Bände.

Aus den Gießener Gerichtssälen.

Große Strafkammer Gießen.

Wegen fortgesetzter Blutschande und Sittlichkeits­verbrechen, begangen an seiner Stieftochter, hatte sich der 37 Jahre alte W. Sch. in Weckesheim zu verantworten. Die Oesfentlichkeit war während der Verhandlung ausgeschlossen. Der Anbeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamtgefängnis st rase von 1 Jahr und 6 Monaten verurteilt. Die Untersuchungs­haft würde auf die Strafe angerechnet.

H. W. in Gießen hatte sich vor der Großen Strafkammer wegen Untreue und Unterschlagungen, die er in Gießen und Winnerod in den Jahren 1938 und 1939 begangen hatte, zu verantworten. Als Geschäftsführer einer Genossenschaft hatte er einen Scheck in Höhe von 1121,60 Mark eingelöst und den Erlös für sich verbraucht. Als Lagerver- walter hat er aus der Kantinenkasse 487,85 Mark und aus der Küchenkasse 37,87 Mark entnommen und für sich verbraucht, weiterhin einen Betrag von 20 Mark, den er von einem Manne erhielt und den er als Rückzahlung auf erhaltenen Vor­schuß verwenden sollte, ebenfalls für sich verwandt. Die veruntreuten Gelder hat er zum Teil bei Zeche­reien, auch in Frauengesellschaft, ausgegeben. Der Angeklagte war geständig,

Der Vertreter der Anklage beantragte eine Ge­

samtgefängnisstrafe von 2 Jahren und Geldstrafen von zusammen 500 Mark.

Der Angeklagte wurde wegen Untreue in drei Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit Unterschlagung, sowie einer weiteren Unterschlagung zu einer Gesamtgefängnis st rase von 1 Jahr und9 Monaten, sowie zu Geldstrafen von zusammen 440 Mark, ersatzweise 22 Tage Ge­fängnis, verurteilt. Die Untersuchungshaft wurde mit 86 Tagen auf die Strafe angerechnet. Das Urteil wurde sofort anerkannt.

*

E. F. in Dberbeffingen hatte sich wegen ähnlicher Vergehen, und zwar in amtlicher Eigenschaft, zu verantworten. F. verkaufte Schlachtvieh der Ge­meinde und verbrauchte den Kaufpreis ganz oder teilweise für sich, er stellte Rechnungen für Waren, die er entweder Nicht geliefert hatte, oder mit einem außergewöhnlich übersetzten Preis in die Rechnung einstellte. Ein Teil der Anklagepunkte ist inzwischen wegen Geringfügigkeit eingestellt worden.

Der Angeklagte ist im wesentlichen geständig. Bei seinen Straftaten dürften schlechte wirtschaftliche Verhältnisse eine maßgebende Rolle gespielt Haden. Sein im Jahre 1928 erbautes Anwesen kostete 12 000 RM mehr als veranschlagt war. Seine wirtschaftliche Lage ließen ihn nicht mehr hoch­kommen. Die Vernehmung der Zeugen dauerte bis spät nachmittags. Die Verhandlung wird am Mitt­woch fortgesetzt.

40 Jahre hessische Vereinigung für Volkskunde.

Prof. Dr. Martin: »Lautdenkmal der deutschen Mundarten.-

In Anwesenheit einer stattlichen Anzahl von Mit­gliedern und Freunden ihrer Sache hielt am vcr- ganaenen Samstag die Hessische Bereinigung für Volkskunde, Gießen, im Hörsaal des Kunstwissen­schaftlichen Jnstttuts ihre 40. Hauptversammlung ab. 'Professor Dr. Götze gab nach herzlichen Begrü- sßungsworten einen Rückblick auf die Geschichte der ^Bereinigung, die vor 40 Jahren als Volkskundliche »Sektion in Gießen gegründet worden war und im Laufe der vier Jahrzehnte ihres Bestehens viel wert­wolle Arbeit habe leisten können. Er sprach von den I .,H e s f i sch e n Blättern für Volkskund e", Äne in 36 Bänden vorliegen, in denen eine reiche Sammlung volkskundlichen Wissens verankert sei. Dann habe sich, so fuhr der Redner fort, die 23er* | »inigung mit bestem Erfolg um die Flurnamen- [ Aorschung bemüht. Die HefteHessische Flur- : mamen" seien Vorbilder in Deutschland geworden. I Zur die nächste Zeit sei die Bearbeitung der Gebiete tum Gießen, Büdingen, Lorsch, Ingelheim usw. vor- 1 gesehen. Im Zusammenhang mit der bisher ge- I leisteten wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiete 1 3ea Volkstums nannte Professor Dr. Götze dann I nie Namen Behaghel, Dieterich, Wünsch i und Strack und würdigte die Verdienste der Männer um die edle Sache. In wenigen Worten t prach der Redner von der wertvollen Arbeit der Bereinigung für die Universitätsbibliothek, die durch ' ni« Austauschmöglichkeit der Schriften der Hessischen £ Bereinigung schon manche wertvolle Bereicherung erfahren habe. Die Schriften der Bereinigung wür- I :oen weithin versandt und gelesen. Herzliche Worte !»es Dankes widmete er den Mitarbeitern in der s Gegenwart, die in unermüdlicher und stiller wissen­schaftlicher Arbeit den Aufgaben der Hessischen Ver- | iinigung für Volkskunde dienen. Worte der Ancrken- jiung widmete Professor Dr. Götze dann noch der Arbeit des LandschaftsbundesVolkstum und Heimat" in Gießen.

Im weiteren Verlauf der Festsitzung überbrachte Professor Dr. Rauch die Grüße und Glückwünsche 5e. Magnifizenz des Rektors unserer Universität . nd betonte, daß sich die Universität durchaus be-' Dußt sei, welch hohen Wert für das Ansehen der Universität die Arbeit der Hessischen Vereinigung für Volkskunde habe. Er gab abschließend dem Wunsche Ausdruck, daß die Arbeit der Bereinigung auch wei- . Lrhin von Erfolg gekrönt sein möge.

Im Mittelpunkt des Abends stand dann ein außer­ordentlich interessanter Vortrag von Professor Dr. 38. Martin (Marburg), dem Schöpfer des Laut- isenkmals der deutschen Mundarten, das in der Form roon 300 Schallplatten dem Führer Adolf Hitler zum beschenk gemacht worden war und auf dem Ober- li^berg einen Ehrenplatz erhalten hat. Der Redner schilderte zunächst, welche wissenschaftliche Vorarbeit für dieses Lautdenkmal notwendig war, um die i orm festlegen zu können, in der die praktische Ar­beit durchgeführt werden konnte. Durch denRe i ch s- lund der deutschen Beamten wurde die Schaffung dieses Lautdenkmals wirtschaftlich er- nöglicht. Wissenschaft und Technik schufen es in Tionatelanger Arbeit. Der Redner ließ wissen, daß lie Schaffung dieses Lautdenkmals der deutschen

Mundarten Reisen über 40 000 Kilometer notwendig machte, manche Schwierigkeit zu überwinden war, den Schöpfern des Denkmals aber auch ein reiches Erlebnis der deutschen Landschaft und des deutschen Menschen dabei vermittelt wurde. In den Schall­platten sind die Mundarten aus 300 größeren ge­schlossenen Mundartgebieten unseres Vaterlandes festgehalten worden und alle jene, die die Platten zubesprechen" hatten, wurden an Ort und Stelle ausgesucht. Die Arbeit an diesem Laut- denkmal sei darauf gerichtet gewesen, die Mundart in aller Lebendigkeit und Zeitnähe festzuhalten. An Hand der Platten solle däs Leben in der Mundart studiert werden. Es werde dem Sprachforscher man­chen wertvollen Hinweis vermitteln.

Nach den einleitenden Darlegungen des Redners sah man mit großem Interesse den Vorführungen der Schallplatten entgegen. Der aufmerksamen Zu­hörerschaft bot sich dabei ein bunter Reigen. So hörte man ein feines Zwiegespräch eines Jung- oauern mit einer Junghäuerin aus der Schwalm, die sich über ihre heimatliche Tracht unterhielten, man hörte zwei Bauern aus Berstadt (bei Niddv), die sich über den Einfluß des Schwelkraftwerks Wölfersheim auf Landschaft und Menschen un­terhielten und hörte ferner von einem Arbeiter aus dem Rheinland, der sich mit Ahnenforschuna be= schäftigt, einen kurzen Vortrag. Eine interessante kulturgeschichtliche Skizze bildete die Platte, die in der Pfalz ausgenommen wurde und einen Wander­musikanten von einem Dorfe erzählen ließ, dessen männliche Einwohner seit Jahrhunderten als Mu­sikanten in die Welt zoaen. Eine Bäuerin aus der Mark Branbenbura erzählte von einem eigenartigen BrauchOsterwasserholens", ein Maschinenführer aus Palmnicken prach von der Baggerarbeit an der Bernsteinküste, ein Bauer aus dem Glatzer Bergland erzählte die Geschichte seines Bauernhofes, und Celler Arbeitsfrauen unterhielten sich über den Arbeitsdienst. Weitere Platten führten im Geiste zum Adolf-Hitler-Koog, in das Egerland, nach der Ostmark und nach Bayern.

Da es naturgemäß schwer war, die Mundarten im einzelnen Wort gut zu verstehen, wurden die gesprochenen Texte in mundartlicher und in buch- deutscher schriftlicher Wiedergabe projiziert, so daß das gesprochene Wort auch vom Auge her verfolgt werden konnte. Das Ohr konnte sich dadurch ganz dem Klcmgcharakter der Mundarten widmen. Der Vortrag, der durch seine Eigenart, durch seine ein­malige Form nicht alltäglich erschien, verttefte Wis­sen und Empfinden um unseren Volksdeutschen Le- bensraum auf eine eindrucksvolle Weise. Dem Red­ner wurde herzlicher Dank zuteil.

Hauptversammlung der Hessischen Vereinigung für Volkskunde

Anschließend an die Festsitzung fand nach einer Zeitspanne von mehreren Jahren wieder eine Hauptversammlung statt. Univ.-Professor Dr. Alfred Götze, der seit dem im Jahre 1935 erfolgten Rücktritt von Oberstudiendirektor Dr.

kräftigt Das Jaljnfleifdj!

fluch bas ift wichtig