Ausgabe 
3.5.1939
 
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Oer

eg zum Volksflugzeug.

OieMotorisierung in der Lust. - Neutschland führt im Kleinflugzeugbau.

Kürzlich konnte die deutsche Luftfahrt auf luftsportlichem Gebiet einen hervorragenden Erfolg verzeichnen, indem das Kleinflugzeug Student" der Bücker-Flugzeugwerke mit einem 50=PS - Zündapp-Motor mit einem Fluggast an Bord eine Flugstrecke von 1000 Kilometer in fünfdreiviertel Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 172 Kilometerstunden zurücklegte. Damit sind alle Rekorde, die bisher vom Kleinflugzeugbau im In- und Auslande erreicht wurden, weit überboten worden.

Während die meisten Verkehrsträger nennen wir die Eisenbahn und das Auto ihre Fort­schritte im wesentlichen auf konstruktionsmäßige und technische Verfeinerungen beschränken, ist im Flug­zeugbau eine entwicklungsmäßige Begrenzung noch nicht zu erkennen, sowohl in der Fortkonstruktion der einzelnen Typen wie in der Eroberung des Raumes, dessen nächste Etappe die Stratosphäre als Idealzone für den Schnellverkehr von mehr als 1000 Kilometerstunden bildet. Doch ist es nicht nur das Ziel der Luftfahrt, große Verkehrsflugzeuge und Kampfflugzeuge zu bauen. Vielmehr erfährt auch der Kleinflugzeugbau, dieMaschine des kleinen Mannes, eine systematische Weiter­entwicklung.

Wie die Kraftfahrt den Gedanken der Motorisie­rung im wesentlichen daraus richtet, durch Schaffung des Volkswagens allen Schichten der Bevölkerung den Erwerb eines Autos zu ermöglichen, ist es für die Zukunft der Luftfahrt selbstverständlich, daß die Zahl der Menschen, die fliegen können und ein eigenes Flugzeug besitzen, wesentlich größer werden muß als heute. Wenn auch derprivate Flug- z e u g b e st a n d", um einmal diesen Ausdruck zu prägen, niemals den Umfang des Kraftwagen­besitzes erreichen kann und wird schon deshalb nicht, wLil nicht jeder Mensch als Flieger geboren ist so wird doch der Prozentsatz der fliegerisch ausgebildeten Personen sich ganz erheblich steigern. Daß für die nächste Zukunft dabei das Privatflug­zeug worunter selbstverständlich nur Kleinflug­zeuge zu verstehen sind, ein alltäglicher Begriff wird, steht außer Zweifel. Phantasiereiche Schrift­steller haben schon oft das Zukunftsbild vom Lande­platz auf dem Dach des Hauses skizziert. Amerika­nische Städtebauer planen allen Ernstes die Er­richtung von Luftbahnhöfen inmitten der Städte. Ohne auf solche extravaganten Theorien ein­zugehen, wird man doch sagen dürfen, daß diese Gedankengänge eines Tages nüchterne Wirklichkeit werden. Wir haben heute schon Flugzeuge, die, wie der Fieseler-Storch, auf einem engbegrenzten Raum senkrecht starten und landen, und es wird kaum konstruktionsmäßige Schwierigkeiten machen, die Prinzipien, die beim Fieseler-Storch angewandt werden, auf bas7 kommende Dolksflugzeug zu übertragen. Die hervor­ragenden Leistungen im Kleinflugzeugbau, die mit dem Bücker-Student wieder eine Bestätigung er­fahren haben, lassen keinen Zweifel darüber, daß das technische Problem des Volksflugzeugs bereits gelöst ist.

Auch die wirtschaftliche Seite läßt keine

größeren Schwierigkeiten erwarten. Wie man heute den Volkswagen zu einem Preise herstellt, den jeder Volksgenosse aufgrund des gegebenen Zahlungs­planes erschwingen kann, so wird man in abseh­barer Zeit auch Kleinflugzeuge zu durchaus trag­baren Preisen konstruieren. Wenn heute ein Klein­flugzeug als Sportmaschine noch 2000 bis 4000 Mark kostet vor einigen Jahren noch der selbst­verständliche Preis für ein Auto von der jetzigen Qualität des Volkswagens warum sollte es in absehbarer Zeit nicht möglich sein, auf dem Wege der Serienherstellung auch Keinslugzeuge für 700 bis 1000 Mark zu bauen?

Eine wesentlich wichtigere Frage ist die f l i e - ae rische Ausbildung von Kleinflugzeugbe­sitzern. Viele, die gern fliegen möchten, und auch wirtschaftlich in der Lage sind, ein Privatflugzeug zu erwerben, entsprechen ihrer körperlichen Kon­stitution nach nicht den besonderen Anforderungen des Piloten. Schon deshalb wird die Motorisierung in der Lust nicht die Ausmaße erhalten, wie sie die erdgebundene Motorisierung erstrebt. Für die fliegerische Ausbildung von Privatpersonen sind in der letzten Zeit die verschiedensten Einrichtungen geschaffen worden. Es gibt nicht nur eine Reihe Motorfliegerschulen des Nationalsozialistischen Flie­gerkorps, in denen junge Leute eine abgeschlossene Ausbildung erfahren, sondern man hat, um auch älteren, beruflich tätigen Personen den Erwerb des Pilotenscheins zu ermöglichen, jetzt in den verschie­denen Gruppengebieten des NSFK. zusätzlich Mo­torfliegerschulen eingerichtet, in denen Personen aller Altersgruppen sofern die ärztlichen ijyter- suchungen die Eignung nachgewiesen haben in Wochenendkurfen gegen eine bestimmte Ge­bühr den einfachen Pilotenschein erwerben können. Es ist bezeichnend, daß die ersten Kurse dieser Art, die in den letzten Wochen eingerichtet worden sind, sofort besetzt waren, und zwar von Menschen im Alter von 30 bis 50 Jahren, die im festen Beruf stehen und bisher noch keine fliegerische Ausbildung erfahren hatten. Die personellen Voraussetzungen für eine Erweiterung der Sport- und Privat­fliegerei sind also durchaus gegeben.

Das kommende Volksflugzeug ist nicht als aus­gesprochene Dergnügungsangelegenheit zu betrach­ten, sondern wird auch wichtige privatwirtschaftliche Interessen verwirklichen. Vor einigen Jahren kam schon die Messerschmitt-Taifun heraus, das Ideal einer schnellen und komfortablen Reiseflugmaschine. Diese Maschine, die wegen ihrer hervorragenden Qualitäten stark von der Luftwaffe benutzt wird, dürste von der übrigen Luftfahrtindustrie in ähn­lichen Typen herausgebracht werden und wird als die Maschine des Kaufmanns und Wirtschaftlers für Geschäftsreisen den Park der Privatflugzeuge erheblich erweitern.

Bemerkenswert ist bei dem bestehenden inter­nationalen Wettbewerb hinsichtlich des Kleinflug- zeugbaues und seiner wirtschaftlichen Realisierung, daß Deutschland innerhalb von drei Jahren den weiten Vorsprung, den die USA. und auch England auf diesem Spezialgebiet hatten, eingeholt und jetzt mit der Konstruktion des Bücker-Student erheblich übertroffen hat..

Toten, während sich zwei Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm retten konnten.

Sandsturm an der libyschen Küste.

Ein aus der Sahara kommender S a n d st U r m wütet an der libyschen Küste. Jeder Flugverkehr mußte eingestellt werden. In Tripolis erreichte der Wind eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde und verhinderte jede Sicht.

Amerikanischer Bankräuber in Rumänien verhaftet.

Der Polizei in Jassy (Rumänien) ist es ge­lungen, den gefährlichen amerikanischen Bankräuber Dixie Seron festzunehmen, der wegen seiner ver­wegenen Banküberfälle in Amerika den Beinamen Eapone Nr. 2 führt. So hat Deron z. B. einmal in wenigen Augenblicken aus der Kaste eines gro­ßen amerikanischen Bahnhofs 130 000 Dollars ge­raubt und einen Detektiv, der ihn festnehmen wollte, niedergeschosten. Als ihm schließlich drüben der Bo­den zu heiß wurde, begab er sich nach Europa. Die amerikanischen Behörden kabelten seinen Steck­brief an alle europäischen Hauptstädte. Vor kurzem erhielt man bestimmte Hinweise darauf, daß Deron sich in der Moldau-ProviM in Bessarabien und der Bukowina aufhalte. Auf Weisung aus Bukarest ver­

stärkte man die Nachforschungen und konnte den Gangster schließlich in Jassy festnehmen.

Blühender Apfelsinenbaum am Rhein.

Ein Einwohner aus Oberwesel hatte vor dreizehn Jahren mehrere Apfelsinenkerne in seinem Garten in den Boden gelegt, die überraschend keimten. Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein Apfelsinen­bäumchen. In diesem Frühjahr trat nun das außer­gewöhnliche Ereignis ein, daß dieses Apfelsinen- bäumchen zum ersten Male Blüten zeigte. Ein blühender Apfelsinenbaum in Freikultur gehört in unseren Regionen zu den großen Seltenheiten.

Deutschland jetzt größter Radiumproduzent Europas..

Die Radiumoorkommen in Sudetendeutschland, die seit dem Herbst 1938 zum Großdeutschen Reich ge­hören, haben uns zum größten Radiumerzeuger m Europa gemacht. Die Erzeugung der Gruben hatte sich 1932 auf 3,75 Gramm Radiuminhalt belaufen; sie stieg dann bis auf 5,02 Gramm in 1936. In den beiden folgenden Jahren reduzierten die Tschechen die Radiumproduktton auf 3,5 und auf etwa 3,0 Gramm. Für das laufende Jahr 1939 rechnet man hingegen mit einer kräftigen Steigerung bis auf wiederum über 5 Gramm.

Gegen -es Meeres."

Am Samstagmittag wurde in Hamburg in Anwesenheit des Reichsbauernführers und Reichs­ministers Darre die Erste Deutsche Fischerei- und Walfang-AusstellungSegen des Meeres" der Oef- fentlichkeit übergeben. Eine Fülle von Eindrücken empfängt den Besucher in den fünf großen Hallen der Ausstellung. Vertreten sind: die Hochseefischerei, die Küstenfischerei, die Binnenfischerei mit den Fisch­zuchtbetrieben, die Fischsalzerei und die Klippfisch­betriebe, die Fisch und Fischteile verarbeitenden In­dustrien, also die Konserven-, Marinaden- und Räu­chereibetriebe, weiter der Fischgroßhandel, der Fisch­einzelhandel, das ambulante Gewerbe und der deut­sche Walfang. Alles in allem spiegelt sich hier die Arbeit der Wasserkante im Dienst des Vierjahres­plans wieder.

Die Halle 1 zeigt die Grundlagen der deutschen Fischwirtschaft und des deutschen Walfanges. Sie ist so angeordnet, daß der Besucher nicht in einer Fülle von Material zu suchen hat, wohin er sich wenden muß, sondern geführt wird, angefangen von dem bis zur Hallendecke gehenden Halbrund, das mit Photos und Kühlbecken denSegen des Meeres" zeigt, über den originalgetreuen Fisch­dampfer bis zurKühlkette", einer Darstellung, die mittels Panoramen und beweglicher Modelle den Weg des Fisches vom Meer bis zum Verbraucher darstellt.

In Halle 2, einem mit einer Tonnendecke aus­gestatteten Raum, wird der Besucher an die Salz­tonnen der Tankflotte herangeführt und im Aus­gang stößt er auf ein Modell der neuen Hamburger klbhochbrücke und der Neubauten am Elbufer. Das führt hinüber zu den Modellen und dem An- chauungsmaterial der führenden deutschen Fischerei­häfen von Cuxhaven, Hamburg und Wesermünde und der im Zuge der neuen Elbhochbrücke ent­

standenen Fischereistadt Finkenwärder. Hier in die­ser Halle sind auch die Stände der dem Fischfang nahestehenden Industrie untergebracht.

In der Halle 3 zeigen die Firmen der Kälte­industrie und der Fischoerarbeitungsmaschinenindu- ftrie ihre Erzeugnisse. Diele Möglichkeiten in der Praxis, verfeinert nach den Methoden und Unter­schieden nach dem Zweck der Verarbeitung zeigt die Halle 4. Sie gibt einen Ueberblick über einen neuzeitlich ausgeftattenen Betrieb. Man sieht die nach hygienischer und ernährungswirtschaftlich sowie nahrungswirtschaftlich einwandfreien Gesichtspunk­ten durchgeführte Verarbeitung des Fisches zur Räucherware, zu Konserven und Marinaden. Dazu kommen in Halle 5, die zu einer Ladenstraße mit Verkaufsbuden und Pavillons, von Zelldächern und Markisenstoffen überdacht, hergerichtet wurde, alle Hilfsmittel für die Fischkonservierung.

Alles das sind Dinge aus der Praxis für die industrielle und handelsmäßige Praxis der Gegen­wart. Aber auch dieser so wichttge Teil der Er- nährungswirtschast ist in die vorausschauende Pla­nung des Dierjahresplanes eingeordnet. Aus diesem Grunde zeigt eine besondere AusstellungVier- j a h r e s p l a n" im Obergeschoß der Ausstellungs­räume die neuen Wege und die Erfolge aus der Verwertung des Fisches für neue Rohstoffe. Zum Schluß unseres Rundganges versäumen wir nicht die Besichttgung des Freigeländes. Hier wird den Besuchern in naturgetreuer Nachahmung ein Wal von 30 Meter Länge (Blauwal) gezeigt. In kurzen Abständen sieht man auch die hohe Wasser­säule auffteigen, die der Wal bei seiner Atmung ausstößt. Ferner sind auch der neueste Typ des Kühlwagens der Reichsbahn und die verschiedenen Mschversandbehäller zu sehen.

Wirtschaft.

Aus aller Well.

Oie lleberreste

der Gchröder-Gtranr-Expedition.

Als vor kurzem die Deutsche Antarkttsche Expe­ditton von ihrer erfolgreichen Südpolarfahrt in die Heimat zurückkam, wurde in allen Berichten auch daran erinnert, daß der Leiter dieser Expeditton, Oberregierungsrat A. Ritscher, vor einem Vier- telsahrhundert Kapitän der letzten deutschen Polar­expedition vor dem Weltkriege, der Schröder- Stranz-Expedition, gewesen ist. Unter denen, die die heimkehrende Expeditton in Cuxhaven und Hamburg begrüßten, befand sich auch der an­dere noch lebende Teilnehmer der verunglückten Schröder-Stranz-Exp^ition, Dr. H. Rüdiger, heute stellvertretender Leiter des Deutschen Aus- land-Jnstttuts, Stuttgart. Dr. Rüdiger hat während des letzten Winters die 1937 und 1938 an der Nord­küste des Nordostlandes von Spitzbergen geborgenen Expedittonsüberreste, die im Deutschen Museum für Länderkunde in Leipzig aufbewahrt werden, zu untersuchen Gelegenheit gehabt und berichtet über das Ergebnis ferner Untersuchung und die daraus möglichen Schlußfolgerungen eingehend inPeter- manns Geographischen Mitteilungen". Rüdigers Aufsatz führt den Nachweis, daß es sich bei den Funden tatsächlich um die Ueberrefte der Aus­rüstung der Schröder-Stranz-Cxpedition, d. h. der feit dem 15. August 1912 verschollenen Boots- und Schlittengruppe dieser Expeditton, handelt, und daß der Fundort ein Zwischenlager darstellt, von dem die vier Männer den Weitermarsch angetreten haben. Wo und wie ihr Schicksal sich dann erfüllt hat, bleibt auch weiter in Dunkel gehüllt. Der Auf­satz klärt mit seiner exakten Schilderung und erschöp­fenden Beweisführung das Schröder-Stranz-Pro- hlem soweit, als es im Augenblick möglich ist.

Tag des deutschen Rechts."

Der NS. - Rechtswahrerbund (NSRB.) veranstaltet vom 19. bis 21. Mai in Leipzig den ersten großdeutschen Rechtswahrertag, an dem über 20 000 Rechtswahrer aus allen Gauen des Großdeutschen Reiches teilnehmen werden. Auf dieser Tagung sprechen neben dem Reichsrechtsführer Reichsminister Dr. Frank die Reichsminister Dr. Gärtner, Dr. Ohnesorge, Rust und Dr. Seyß - Jnquart, Reichsleiter B o u h l e r, Reichsstatthalter H e n l e i n , die Gauleiter Bohle und Dr. Meyer sowie zahlreiche hervorragende Vertreter des in- und ausländischen Rechts. Mit der Reichstagung ist eine AusstellungVolk und Recht" verbunden, mit der der Versuch ge­macht wird, die Beziehungen des Volksgenossen zum Recht in anschaulicher Form darzustellen. Die acht Reichsgruppen des NSRB. werden in Sonder- tagungen berufsständische Fragen behandeln, 1 ferner sind einige öffentliche Kundgebungen vor­gesehen.

Pfihner-Fest in Frankfurt.

Zu Ehren des Komponisten Hans P fitz ne r, der am 5. Mai seinen 7 0. Geburtstag feiert, veranstalten die Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main ein Pfitzner-Fest. Die Deranstaltungsfolge wird eingeleitet Wit der Erstaufführung derRose vom Liebesgarten". Es folgenDer arme Heinrich", ein ChorkonzertVon deutscher Seele" und ein Liederabend, veranstaltet vom Arbeitskreis für neue Musik; die AufführungDas Herz", ein Sym­

phoniekonzert der Frankfurter Museumsgefellfchast undPalestrina" bilden den Abschluß.

Ein Kunststoff-Institut in Frankfurt.

Die neugeschaffene Reichsforschungsstelle zfür Kunststoffe hat sich entschlossen, ihr Institut nach Frankfurt a. M. zu legen. Für das Institut wird ein Neubau in der Nähe des Chemischen Institutes der Unversität errichtet. Das neue Forschungsinsti­tut wird eine ständige Ausstellung beherbergen, in der die Kunststoffe und ihre Verwen­dungsmöglichkeiten gezeigt werden. In den Laboratorien sollen neue Kunststoffe entwickelt und vorhandene verbessert werden, auch wird hier die zweckmäßigste Verwendung der Kunststoffe auspro­biert werden.

Zwei jugendliche Paddler ums Leben gekommen.

Bei Kassel ereignete sich auf der Fulda ein töd­licher Unfall. Zwei jugendliche Paddler im Alter von 17 und 19 Jahren versuchten mit ihrem Boot gegert die Strömung eines Walzenwehres anzu- rämpfen. Das Paddelboot wurde vom Strudel er­saßt und in die Tiefe gerissen. Alle Versuche der jungen Leute, an die Oberfläche zu kommen, schei­terten an der mächtigen Saugwirkung des Strudels am Wehr.

Erdbeben in Japan.

Die Akita-Provinz in Nordwest-Japan wurde von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Die Be­völkerung begab sich ins Freie. Es kam zu bedeu­tenden Verkehrsstörungen. Auch werden Hausein­stürze gemeldet. Die Erdstöße sollen die schwersten seit 25 Jahren sein, die in dieser Provinz auftraten. Wie das Observatorium in Tokio meldet, entstand das Erdbeben durch verttkale und horizontale Ver­lagerungen des Meeresbodens.

Riesenbrand vernichtet ein schwedisches Sägewerk.

In einem der größten und modernsten Sägewerke Schwedens in Norrland brach ein Großfeuer aus. Umfangreiche Holzlager sowie die Sägewerks­anlagen wurden völlig vernichtet. Der Schaden be­läuft sich auf mehrere Millionen. Menschen sollen nicht zu Schaden gekommen sein. Die Ursache des Riesenbrandes konnte noch nicht ermittelt werden.

Neun Tote

beim Absturz eines französischen Flugzeugs.

Ein französisches Verkehrsflugzeug der Linie DakarCasablanca ist im Gebirge in der Nähe von Argana (150 Kilometer südlich von Marrakesch und 100 Kilometer nordöstlich von Agadir) abge» stürzt. Neben den drei Mann der Besatzung befan­den sich sechs Fluggäste an Bord. Sämtliche neun Insassen sind ums Leben gekommen.

Mißgeschick eines türkischen Fluggeschwaders.

Die sieben türkischen Militärflugzeuge, die Tehe- ran aus Anlaß der Hochzeitsfeiern des Kronprinzen von Iran besuchten, gerieten auf dem Rückfluge über der nordwestiranischen Provinz Aserbeidschan in Nebel und Sturm. Nur eine Maschine erreichte den türkischen Heimathafen Diarbekir, eine zweite konnte nach Teheran zurückkehren. Zwei weitere Maschinen notlandeten bei Täbris, eine andere bei Ardabil. Die sechste Maschine verunglückte bei der Notlandung in der Nähe von Meschkinschahr und verbrannte, wobei ein Mann der Besatzung getötet wurde. Das siebente Flugzeug stürzte bei Meschkinschahr ab. Auch hierbei gab es einen

Vhein-Mainische Börse.

rNittagsbörse Aktien abbröckelnd.

Frankfurt a. M., 2. Mai. Die Börse eröffnete den vorbörslichen Erwartungen entsprechend mit ehr stillem Geschäft. Kundenaufträge lagen fast nicht vor, so daß sich allgemein stärkere Zurückhaltung einstellte, die in Verbindung mit den am Monats- begiyn vorliegenden Genehmigungen nichtarischer Verkäufe am Aktienmarkt einen leichten Kurs­druck verursachte. Von den führenden Papieren konnten sich IG. Farben mit 148,75 (149) verhält­nismäßig behaupten, während am Montanmarkt Hoesch auf 108 (108,65), Mannesmann auf 106.50 (107,25) und Verein. Stahlwerke auf 103 (103,75) nachließen. Nachfrage fanden dagegen Laurahütte zu 14,40 bis 14,50 (13,75). Maschinen- und Motoren­werke bröckelten bis 0,50 v. H. ab. Im übrigen kamen von den zunächst nur wenig notierten Papie­ren u. a. Reichsbank mit unverändert 178,50, AG. für Verkehr mit unverändert 121, Gesfürel mit un­verändert 136, Kali Salzdetfurth mit 135 (134,25) und Mainkraftwerke mit 90 (89,60) zur Notiz.

Das Renten ge schäft bewegte sich in engen Bahnen, größere Abweichungen als von etwa 0,13 bis 0,25 v. H. traten kaum auf. Reichsaltbesitz 131,90 (132), Dykosama I unverändert 135,25. Im Freiver­kehr Kvmmunal-Umschuldung 93,40 (93,45). lieber die heute aufgelegte fünfprvzenttge Schluchseewerk- Anleihe zu 100 Prozent wird von einem sehr gün­stigen Zeichnungsergebnis berichtet, einige Institute find schon am ersten Tage ausverkauft. Die amtlich notierten Industrie-Anleihen bröckelten fast durch­weg 0,25 bis 0,50 v. H. ab, nur 6 v. H. IG. Farben 122,25 (122). Stadtanleihen, Pfandbriefe und Kom- munal=Dbligationen bei kleinem Geschäft behauptet, von Liquidationspfandbriefen Frankfurter Pfand­briefbank 100,75 (100,65) und Rheinische 101,10 (101).

In der zweiten Börsenstunde ruhte das Geschäft fast völlig. Zweite Notierungen erfolgten nur ganz vereinzelt: Reichsaltbesitzanleihe 131,75 nach 131,90, IG. Farben 148,50 nach 148,75, Mannesmann 106,25 nach 106,50, Hoesch 107,50 nach 108; recht matt AEG. mit 115 bis 114,50 nach 116,25 am Samstag, ebenso von erst später notierten Papieren BMW. mit 146,50 (148,13), Demag mit 142,25 (143,90) und Junghans mit 96,25 (97,40). Anderseits weiter erhöht Deutsche Linoleum mit 162 (161,25).

Im Fr eiverkehr lagen Dingier Maschinen mit 116 (117) etwas ruhiger, Growag gingen mit 82,50 (83) um. Tagesgeld nach dem Ultimo wieder leicht mit 2,25 (2,75) v. H.

Abendbörfe zurückhaltend.

Die bereits den Mittagsverkehr kennzeichnende starke Zurückhaltung herrschte auch in vollem Um­fange an der Abendbörse, an der Abschlüsse nur ganz vereinzelt zustande kamen. Es lagen wieder kaum Aufträge vor, anderseits hielten sich auch die Abgaben in engen Grenzen.

Die überwiegend nominell festgesetzten Kurse am Aktienmarkt wiesen nur wenig Abweichung auf, wobei jedoch leichte Abschläge in Anpassung an Berlin vorherrschend waren. Stärker ermäßigt waren nochmals Demag mit 141 (142,50). Von den führenden Papieren waren Mannesmann mit 105,75 (106,25) angeboten, Verein Stahl stellten sich auf 102,75 (103), Buderus auf 105,50 (106), Rheinstahl auf 136,25 (136,50) und IG. Farben auf unverän­dert 148,50. Sonst gingen Adlerwerke auf 107,75 (108,25), Bemberg auf 137,50 (138), Berger Tiefbau auf 146,75 (147), Holzmann auf 146 (146,50), Deutsche Erdöl auf 124,25 (124,65) und Westdeutsche

Kaufhof auf 104 (104,50) zurück, anderseits MAN. 0,25 v. H. höher gefragt mit 143. Bankaktien notier­ten wie mittags, Commerz- und Dresdner je 105,50, Deutsche 112, Frankfurter Hyp. 104,50 und Reichs­bank 178,50.

Am Rentenmarkt zeigte sich Interesse für verschiedene im Freiverkehr gehandelte Industrie- Obligationen, von denen 4,50 v. H. RWE. mit 94,90, 4,50 v. H. Vorarlberger Jllwerke mit 94,75 und 5 v. H. Klein, Schanzlin mit 99,75 bewertet wurden. 6 v. H. IG. Farben bröckelten 0,13 v. H. ab auf 122,13, Kornmunal-Umschuldung hörte man mit un­verändert 93,40.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 4. Mai.

5 Uhr: Frühmustk. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.10: Nach­richten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werk­pause. Es spielt das kleine Orchester des Reichssen­ders Königsberg. 10: Schulfunk. Volksliedsingen, Wiederholuna Liederblatt 2. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagswnzert. Es spielt die Tanzkapelle des Reichssenders München. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Auf gut Glück! Improvisiertes auf Schallplatten. 14.45: Für unsere Kinder:Der verborgene Schatz der Elster". Manuskript: Paula Walendy. 16: Nachmittagskon­zert. Einlage: 17 bis 17.10: Bücher, von denen man spricht. 18: Aus Arbeit und Beruf: 1. Aktuelle Nach­richten. 2. Wer ist geschäftsfähig? 3. Der Personal­chef hat das Wort! 18.30:Altes Handwerk alte Kunst". Die Hanauer Goldschmiede. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. (In­dustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15:Unser singendes klingendes Frankfurt". 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolo­nien.Don afrikanischen Heil- und Medistnpflan« zen". 22.30 bis 24: Volks- und Unterhaltungsmusik.

Freitag, 5. Mai.

5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Uebertragung nach Saarbrücken: Morgenlied Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Von Königsberg: Frühkonzert. Es spielt das Musikkorps 5. Marine- Art.-Abt. Pillau. 7: Nachrichten. 8: Uebertragung nach Stuttgart: Wasserstandsmeldungen. 8.10: Gym­nastik. 8.25: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Fährt ein Schifflein über'n See". 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das Orchester Her­mann Haaestedt. 9.30: Nur Koblenz-Trien Nachrich­ten. 10: 'Schulfunk. Alfred Krupp, ein Freund des deutschen Arbeiters. Eine Hörfolge. 10.30:Quäle nie ein Tier zum Scherz". Eine Hörfolge. 11.40: Ruf ins Land. 12: Von Saarbrücken: Mittagskon­zert I. Es spielt das Städtische Orchester Saar­brücken. 13: Nachrichten. 13.15: Don Saarbrücken: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Bilder aus Rußland. 16: Zwei Stunden im Rhythmus der Freude. Einlage 17 bis 17.10: Das Mikrophon un­terwegs. 18: Zwischen Enkel und Ahn. 18.15: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.30: Wir fingen den Mai ein! Ausführung: Das Frauenterzett, der Männerchor und der gemischte Chor des Reichssen­ders Frankfurt. 19: Mein Weg zur Bühne: Emil Iannings. (Plauderei aus dem Buch:Schauspie­ler erzählen".) 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröh­liche Lautsprecher. (Jndustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen.) 20: Nachrichten. 20.15: Schön ist die Welt? Großes Unterhaltungskonzert. 22: Nach­richten. 22.15: Bilderbuch der Woche. 22.30: Tanz und Unterhaltung.