Nr. M Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Mittwoch, 3. Mai 1930
Für den Büchertifch.
Von unseren Kolonien.
— W a lt e r o o n Sch o e n: Deutschlands Kolonialweg. Die Geschichte unserer Schutzgebiete, mit 30 Aufnahmen und einer Karte. Preis in Leinen geb. 2,85 Mark. Deutscher Verlag, Berlin. — (54) — Der Weg zu seinen Kolonien fiel dem Deutschen Reich nicht leicht. Mit viel Opfern an Gut und Blut wurde er erkämpft. Don diesen Kämpfen erzählt Schoen in erster Linie. An Hand von zahlreichen Originalberichten schildert Schoen die spannenden Ereignisse, gibt eine anschauliche Darstellung der Erschließung und Befriedung der für Deutschlands Wirtschaft und Handel gleich wichtigen Kolonien. Daneben stehen Schilderungen der Tropenlandschaften, der fruchtbaren Ebenen und der ertragreichen Hochplateaus, es wird aber auch erzählt non den Gefahren des Urwaldes oder der tödlichen Sandwüste. Schoen gibt ein lebendiges, farbiges Bild durch seine eindringliche Darstellung wird zur mahnenden Erinnerung und zu neuer Forderung.
— Herbert Patera : „D e r weiße Herr Oh ne furcht". Das Leben des Schutztruppenhauptmanns Tom von Prince. Mit 16 Bildseiten. Kartoniert 2 RM; Ganzleinen 2,85 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — (89) — Bwana Sakkerina — der Herr Ohnefurcht — nannten die Askari den Hauptmann der Schutztruppe, Tom von Prince, einer der besten Namen aus der Geschichte der Kolonie Ostafrika. Als Sohn des englischen Gouverneurs der Insel Mauritius und einer deutschen Mutter wird er 1866 geboren. Der Vater stirbt früh, der Sohn wird von seiner Mutter in Deutschland erzogen. Den jungen Offizier'packt das Kolonialfieber. Wißmann schickt ihn mit einer As- karitruppe gegen aufständische Neger. Der gefährlichste seiner Gegner ist der Sultan Gwuna, der die Häuptlinge aufwiegelt und ein starkes Detachement der Schutztruppe 'niedermetzeln läßt. Es gelingt Tom von Prince, die befestigte Stadt Jringa zu erstürmen. Gwuna gibt sich selbst den Tod. Tom von Prince hat bewiesen, daß er eine ausgesprochene Führernatur ist. Aber die in Daressalam eingezogene Verwaltungsbürokratie fürchtet seine Macht. Er wird abgelöst. Als er nach Afrika zurückkommt, wird ihm sein sehnlichster Wunsch verwei- ?ert: in dem selbsteroberten Gebiet eine Mustersied- ung zu errichten. Am Fuße des Kilimandscharo wirkt er vorbildlich bis zum Ausbruch des Krieges. Nach einem kühnen Vorstoß, zur Ugandabähn fällt er 1915 in der Schlacht bei Tanga.
Deutsche Erzähler.
— Paul Ernst: „Grün aus Trümmer n". Roman. Preis in Leinen geb. 3,60 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (107) — Das Schicksal unseres Volkes in den bitteren Jahren der Kriegszeit ist mit unbestechlichem Blick, starker Verantwortung und zuversichtlichem Glauben dar- gestellt in diesem bereits 1923 geschriebenen Roman von Paul Ernst, in dem in einer nüchternen, auf äußerste Natürlichkeit bedachten Sprache ein an- schsuliches Bild der geistigen Strömungen und Spannungen ersteht, die zum Zusammenbruch einer morschen, untergangsreifen Welt führen und über deren Trümmer hinweg den Weg weisen zu einem neuen, gerechten und menschenwürdigen Zeitalter. In dieser kleinen Residenzstadt vollzieht sich mit unheimlicher Folgerichtigkeit der geschichtliche Prozeß der Auflösung und Zersetzung eines Volkes, dem das Fehlen einer zielbewußten Führung zum Verderben werden muß. Das Opfer derer. Die draußen an der Front tapferen Herzens ihre Pflicht tun, bleibt umsonst, weil die Heimat ihrer Widerstandskraft von Jahr zu Jahr zusehends mehr beraubt wird. Schieber und Kriegsgewinnler machen sich breit, jüdische Literaten verhetzen die gutgläubige Arbeiterschaft, und während das Bürgertum hilflos dem Treiben zusieht und feige kapituliert, rüstet der Klassenkampf zum Siege: eine Welt, die ihre moralische und politische Kraft vertan hat, stürzt in Trümmer. Aber Paul Ernst erschließt in diesem Verfall zugleich die Keime neuen Wachstums unseren Blicken in Der Gemeinschaft zweier junger Menschen, die sich ihre Lauterkeit bewahrt haben und nun inmitten aller Verwirrung Den Weg zueinander finden, kündigt sich das Heraufkommen eines neuen Geschlechtes an. Dem die Zukunft des Volkes gehören wird.
— Friedri ch Bodenreuth: Kat h rein. 138 Seiten. Seinen 3 Mark. Hans von Hugo Verlag, Berlin. — (58) — Es wird manchen unserer Leser, der seinerzeit dem Gießener Vortragsabend Boden- reuths beim Goethe-Bund beigewohnt hat, willkommen fein, Die damals gelesene Erzählung „Kathrein" auch in Buchform kennenzulernen. Bodenreuth erzählt hier in einem durch kurze Sätze und Absätze gekennzeichneten Stil von der Gemeinsamkeit und Dem Ende zweier schlichten Menschen. Auch Die zweite Erzählung dieses Bandes, „Das also ist Friedland", ist eineni Menschenschicksal aus Boden- reuths sudetendeutscher Heimat und Deh unversieg- lichen Kräften des Blutes und Der Heimatlichen Scholle verschrieben. Hans Thyriot.
— „Herr Lukas ausKrana ch." Roman von Heinrich Zerkaulen. (Verlag Quelle 8-Meyer, Leipzig. Leinen 3,80 RM.) — 324. — Die bewegte Zeit Des ausgehenden Mittelalters, Die Heit Luthers, r Dürers, Kaiser Maximilians, Karls V., Huttens, des Kampfes zwischen Rom unD Reichs zwischen Kaiser und Fürsten steigt in diesem Roman vor Dem geistigen Auge des Lesers empor. In diesen Kreis von Männern und von geschichtlichen Ereignissen wird das Leben Des Malers Lukas Cranach gestellt, das in außerordentlich reizvoller Weise in Verbindung mit und im Lichte welthistorischen Geschehnissen geschildert wird. Die Erzählung ist in keiner Weise altertümlich-umständlich, sondern überall frisch und lebendig In sprachlich feiner Form, so daß man unvermindert feine Freude an Dem lesenswerten Buche hat. Mit reichem inneren Gewinn wird man am Schlüsse Der Erzählukig dieses Buch aus Der Hand legen.
Ernst Blumschein.
— D i e Kindlmutter. Roman von Maria Grengg. (Derlagshaus Bong & Co., Berlin. Leinen 6,80 RM.) — 436. — Die bekannte und preisgekrönte Erzählerin der Ostmark läßt uns mit diesem Roman einen weiten Blick in das Leben und Wirken auf einem Gute an Der ungarischen
Grenze tun. Im Mittelpunkt Der packenden Erzählung steht als Hauptperson Die Gutsherrin. Die „Ki'nDlmutter", Deren Mann durch MörDerhanD fiel und Die nun allein Den Kampf für ihre blühenDen Deutschen Kinder ausgenommen hat, Dazu aber stets auch noch Helferin und Ratgeberin für anDere Menschen ist. In Dieser Frau lernt Der Leser einen warmherzigen, eDIen Menschen kennen, Der allezeit voller Güte unD Liebe gegenüber jeDermann ist, Der eDelfte Mütterlichkeit verkörpert. Deutschtum unD tatstolzes Bauerntum sind Die tragenden Pfeiler ihres Lebens, Selbstlosigkeit, Liebe, unermeßliche Güte und Tapferkeit im Lebenskampf stellen Die alles bestimmende Wesenheit dieser Deutschen Frau Dar. So wird in Dem prächtigen Roman Der Dichterin eine Frau geschildert, Die alsbalD Die Herzen Der Leser gewinnt, weil sie eben nur reine und liebevolle Mütterlichkeit ausstrahlt unD Damit Die unversiegbare Quelle im Leben einer echten Deutschen Frau offenbart. Mit großer Befriedigung wird Der Leser Dieses Buch aus Der Hand legen.
Ernst Blumschein.
— Dämonischer Reigen. Ein Paganini- Roman von Hermann Richter. (Verlag Otto Janke, Leipzig. Kart. 3,80 Mk., Leinen 5,20 Mk.) — (329) — Der Dichter sagt über seinen Paganini- Roman u. a.: „Ich sah nicht den Paganini als Vir- kuosen, ich sah ihn als Mensch und spürte, je mehr ich in seine Seele zu dringen versuchte, immer mehr, daß er eine Wandlung hat Durchmachen müssen von
Casanova über Don Juan, Faust zum Gottgläubigen. Diese Wandlung ist das Leitmotiv des Romans geworden." Wer den Roman unter diesem Gesichtswinkel lieft, wird rasch von stärkster Spannung erfüllt fein. Er wird die geradezu künstlerische Gestaltung dieses gewaltigen musikalischen Genies durch Den Dichter bewundern und sich ganz hineinversetzt fühlen in die Zeit und Welt dieser einmaligen Persönlichkeit. Das abenteuerliche Leben Paganinis, seine große Kunst, seine Wegbereitung deutscher Musik, sein Ringen als Künstler und sein Menschtum, alles das hat der Dichter so lebendig und reizvoll gestaltet und völlig ausgeschöpft, daß der Leser diesen Roman in Der Tat als „ein ungewöhnliches Werk über einen ungewöhnlichen Künstler" erleben und zu schätzen wissen wird.
Ernst Blumschein.
— Waldemar Keller: Der Teufel spielt V e r ft e d e n. Kriminalroman. 254 Seiten. Ganzleinen 3 Mark. A. H. Payne, Verlag, Leipzig. — (25) — Der Verfasser ist unfern Lesern seit langem als Mitarbeiter im Feuilleton bekannt. Daß er mit Humor und Erfindungsgabe zu erzählen versteht, hat er in seinen früher erschienenen Büchern bewiesen. Sein Spezialgebiet ist Der Kriminalroman; auch dieser neueste wird Dem Leser um der phantasie- vollen Kühnheit Der Erfindung, seines Witzes unD seines Scharfsinns willen eine anregende und unterhaltsame Lektüre fein. hth.
Erlebnisse und Schicksale in aller Welt.
— Johann M. Weltegast: In Maske durch Fernost. Geschichte einer abenteuerlichen Heimkehr. Mit einem Geleitwort von General von Lettow-Vorbeck M't 28 Ausnahmen, 5 Zeichnungen und einer Karte. Preis in Ganzleinen 2,85 Mark. Deutscher Verlag,' Berlin. — Weltegasts Schilderung seiner Gefangenschaft in Rußland und- Sibirien und abenteuerlichen Flitcht in Die Heimat nimmt einen besonderen Platz ein, weil hier das Leben unter gefangenen Soldaten der ehemaligen k. u. k. Armee beschrieben wird. Die in Die Hände der Russen gefallenen Oesterreicher spürten am deutlichsten Den beginnenden Zerfall Der Donaumonarchie. Der „FeinD in Den eigenen Reihen", Der österreichische Soldat slawischer Nationalität, erschwerte je länger, je mehr Das Zusammenleben. Und Doch sollte gerade diese schwierige Lage Weltegast die Befreiung ermöglichen: er kam auf den Gedanken, als Triestiner Irredentist, Die Flucht zu versuchen, und es gelang ihm in her Tat, alle Untersuchungen zu Überstehen. Und auf abenteuerliche Weise und nach allerlei Zwischenfällen glückte es ihm schließlich, Deutschland wiederzusehen.
Herbert Volck: Odyssee für Deutschland. Ein Kapipf in drei Erdteilen, mit 9 Bildern. Preis steif broschiert RM. 4,—. Wilh. Gottl. Kom Verlag, Breslau. Herbert Volcks neues Buch ist eine autobiographische Zusammenfassung alles dessen, was dieser eigenwillige Mann in seinem stürmischen Leben für Deutschland erwanderte und er» stritt. Wir erleben mit Dem Knaben Die baltische Heimat im Fieber Der ersten russischen Revolution, ziehen mit Dem Jüngling durch Das sichere Reich Der letzten Vorkriegsjahre und reiten mit Dem jungen SolDaten Attacken an Der Marne. Volcks russische Gefangenschaft, seine Flucht in Den Kaukasus, sein Kampf um das Baku-Oel, sein abenteuerliches Freikorps-Leben, seine Amerika-Fahrt zur Propaganda gegen Versailles, der Landvolkkampf, der ihn zum Rebellen um Ehre macht und ihn ins Zuchthaus bringt — das alles zieht in erregenden Bildern an uns vorüber. Erschütternd, wie in diesem Durch unD durch männlichen Buch Der deutschen Frau, Der Mutter unD Kameradin in schwerer Kampfzeit ein Denkmal gesetzt wird. Die Spannung
dieses leidenschaftlichen Lebens ist auf das Buch übergesprungen. Von der ersten bis zur letzten Zeile wird Der Leser zum Mitgeh en gezwungen.
— Dalerian Tornius: Land Der Tränen, Schicksale in Sibirien. Verlag Gustav Weise, Berlin. — (64) — Die Weite des russischen Landes ist es wohl, Die dem Russen Den Blick gab für Die unermeßlichen Flächen im Osten und Norden feiner Heimat. Dorthin ging fein Sehnen. Dort glaubte er auch ungeheure Reichtümer' aufgesammelt zu finden. So war es fast Naturgesetz, daß zunächst russische Kaufleute und Dann die Kosaken Sibirien für das russische Reich eroberten. Und doch ist dieses Sibirien das Land Der Tränen geworden. Viele Jahrhunderte hindurch wurden oft Die Besten des russischen Volkes dorthin verbannt. Minister, Günstlinge Des Zaren, große Feldherren treten nach ihrem Sturz Den Weg Des Leides an und teilen ihn mit Tausenden und aber Tausenden einfacher Menschen aus Dem Volk, Die auf bloße Verdächtigungen hin in das weiße Elend Sibiriens gesandt werden. So war es schon zu Der Zeit Iwan Des Schrecklichen, so ist es noch heute unter Der Herrschaft der Bolschewisten. Die Geschichte dieses Landes, die Schicksale Der Menschen, Die Dort, fern aller westlichen Kultur leben muhten, schildert Tornius in diesem Buch ungemein fesselnd und ergreifend.
— Paul Burkert: Weißer Kamps. Eigene Erlebnisse in Grönland. 79 Seiten mit 32 Schwarzweiß-Aufnahmen und einer Naturfarbenphotographie des Verfassers. Gustav Weise Verlag, Berlin. — (67) — Dr. Paul Burkert war Teilnehmer und später Leiter Der Deutschen Polarstation 1932/33, Dann Leiter Der Jslandexpeditionen 1934 bis 1936 und schließlich Leiter Der Grönlandexpe- Dition 1937. Liebe zur <5ad)e ließ ihn Die Gefahren polarer Kundfahrten auf sich nehmen. Seine Schilderungen sind eindrucksstark und lebendig. Die Schönheit Der Polarwelt wird zum Erlebnis gestaltet, Land und Leute für den Leser und Bildbetrachter festgehalten. War bei anderen Die Sportleistung Der Sinn ihrer Tat, so ist bei Burkert die Erreichung seiner Forscherziele Endzweck. „Weißer Kampf" ist ein Buch, Das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
Deutsches Wörterbuch.
— Trübners Deutsches Wörterbuch. Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wortforschung, herausgegeben von Alfred Götze. Zwölfte Lieferung: Hanebüchen — heilig (Band 2, Lieferung 6). Dreizehnte Lieferung: Augentrost — Bank (Band 1, Lieferung 4). Vierzehnte Lieferung: Heim — Hirse (Band 2, Lieferung 7). Preis je 1 Mark. Derlah Walter de Gruyter & Co., Berlin 1938. — (575) — Im Jahre 1939 sind gleich Drei neue Lieferungen Des Trübnerschen Wörterbuches anzuzeigen, welches, wie Börries, Freiherr von Münchhausen bemerkt, „Das Zeug dazu hat, ein Familienbuch und ein Lesebuch zu werben". Man kann sich in Der Tat kein schöneres Ziel für ein Werk Dieser Art vorstellen. Aus Der zwölften Lieferung seien Die foIgenDen Wortgeschichten hervorgehoben: Hängen; Hanswurst; Hase; Haupt; Haus unD Zusammensetzungen; Heide; Heil. — Aus Der Dreizehnten, Die Den Anlaut A zu Ende fiihrt unD ein Stück Des B in Angriff nimmt, vor allem Die sehr zahlreichen Zeitwortzusammensetzungen mit aus-. Deren größten Teil Max GottschalD bearbeitet hat; weiterhin: August; Ausgabe; Ausgeburt; Ausland; Backbord, Backfisch; Ball; Bande. — Aus Der vierzehnten: Heimat; Heinzelmännchen; Heirat; Held; helfen; Hemd; her; Herd; Herr; Herz; heulen; Hexe; Himmel; Hirn. — Die Bearbeitung Des H wird nach Kräften gefördert und dürfte in Kürze beendet sein. Man stellt die drei neuen Lieferungen mit Befriedigung zu den schon vorhandenen und freut sich über Das rüstige Wachsen Des Werkes.
Hans Thyriot.
Götter und Helden Germaniens.
— Eckart Peterich: Kleine Mytho- logie. Die Götter unD HelDen der Germanen, mit 8 Bildern. Preis in Ganzleinen 2,80 Mark, Sozietäts-Verlag in Frankfurt a. M. — (?) Der Verfasser Des Büchleins „Kleine Mythologie. Die Götter und Helden Der Griechen" versucht in seinem neuen Buche das, was er auf dem Gebiet der Götterlehre erprobt hatte, nun auch im germanischen Bereiche Durchzuführen: in knappster. Doch anschaulich-bildhafter Sprache Das zu erzählen, was jeder von Den Göttern und Helden unserer Vorfahren wissen sollte. Die Quellen zur germanischen Altertumskunde fließen leider nicht so reich wie jene, aus Denen wir Die Kenntnis Des hellenischen Mythos schöpfen können. Dafür besitzen wir aber in Der EDda ein Werk von wunderbarer Fülle und sprachlicher Gewalt, worin alles für Den altnordischen Glauben wirklich Bedeutsame zusammengefaßt ist. Der Verfasser hat den Götterglauben der Germanen im wesentlichen als eine gedankliche und religiöse Einheit behandelt und verzichtet auf etwa mögliche Deutungen. Wir hören, wer diese Götter und Helden Der Germanen sind, was sie erleben und erleiden. Die grundlegenden Mythen vom Weltengeschick und Der Götterdämmerung sind ausführlich behandelt worden, ebenso Die Charakteristiken Der großen Götter. Unter den Heldensagen wurden nur Die echt germanischen und heidnischen eingereiht. Verse Der Edda leiten jedes Kapitel ein, gewissermaßen als dichterische „Illustration" des Erzählten, einige Bilder nach wichtigen Denkmälern aus der germani» scheu Vorzeit ergänzen Den Text. Diesem schließt sich ein besonders sorgfältig gearbeitetes alphabetisches Inhaltsverzeichnis an, Das auch eine Reihe von Namen und Begriffen erklärt, Die im Text nicht erwähnt werden konnten. Dem, Der mehr wissen will, helfen zweckmäßige Literaturangaben. Ein kurzes Vorwort versucht außerdem, Den Leser in einige Die germanische Religionsgeschichte betreffende Probleme, in Den großartigen Tiefsinn Dieser Sagenwelt ein« zuführen.
Bon Fliegern und der deutschen Fliegerei.
— Theo Osterkamp: D u oder ich. Deutsche Jagdflieger in Höhen und Tiefen. 274 Seiten. Albert Nauck 6- Co., Berlin. — (476) — Hier erzählt ein hervorragender Flieger von seinem Beruf, vom Fliegen und vom Kampf in der Luft, unD er tut Das auf seine höchst eigenwillige Art. Als Der Krieg vorbei unD Die Luftwaffe zerschlagen war, mußte auch Osterkamp feststellen, Daß aus Der soldatischen Aufgabe ein Beruf geworden war. So zog er, wie viele seiner Kameraden, im Dienst Der selbst gestellten Aufgabe über Die Flugplätze Europas und Amerikas, bis von neuem Der Ruf des Vaterlandes an ihn erging. Dazwischen lag ein abenteuerliches Leben, mit Dem uns Osterkamp auf feine Weise bekannt macht. Heute steht er in der neugeschaffenen Luftwaffe Deutschlands auf wichtigem Posten.
— Wolf Hirth erzählt. Die Erlebnisse unseres erfolgreichen Meister-Fliegers. Herausgegeben von Rolf Jtaliaander. Mit einem Vorwort von Elly Beinhorn-Rosemeyer. 215 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Gustav Weise Verlag, Berlin. — (66) — Wolf Hirth ist als einer Der hervorragendsten deutschen Sportflieger nicht allein in seinem Vaterland, sondern in Den internationalen Flieger kreisen berühmt. Er ist der einzige Deutsche, der Die höchste deutsche fliegerische Auszeichnung, Den Hindenburgpokal, zweimal erhielt. In diesem Buch erzählt er aus seinem abenteuerlichen Fliegerleben. Er führt uns in seinen von Rolf Jtaliaander geschickt zusammengetragenen Erzählungen durch Europa, Nordamerika, Südamerika, Japan und Afrika. Er berichtet von seinem aufsehenerregenden Segelflug über Neuyork, wie von Der ersten Ileber- fliegung des feuerspeienden Vulkans Asama (Japan), von aefährlichen Motorradfahrten und von feinen Forschungsarbeiten auf dem Gebiete Der Flugtechnik. Das Buch liegt nun in einer um Den halben Umfang erweiterten Ausgabe vor, die auch viele neue Bilder bringt,
— E i n Buch von Der neuen Luftwaffe. Don Major Herrn. ADler. (Franck'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 160 Seiten Großformat, mit zahlreichen Bildern. Seinen 4,80 RM.) — 542. — Ein vortreffliches Buch für unsere jungen Männer und für die Heranwachsende männliche Jugend, sehr interessant aber auch für alle alten Soldaten, überhaupt für jeden, Der sich mit unserer Wehrmacht und besonders mit unserer Luftwaffe irgendwie verbunden weiß. Offizier und Unteroffi
zier, Fallschirmjäger und Flakkanonier, Bordfunker unD Kampfflieger haben ihren Beitrag geleistet zu Diesem Werk, Das aus Den reichhaltigen Quellen Des Archivs im Reichsluftfahrtministerium schönste, packende Bilder zeigt und in seinem Text anschaulich unD fesselnd ist. Wie ein buntbewegter Film rollt Das Leben unserer Flieger vor uns ab: Vom Tag Des Einrückens bis zum ersten stolzen Alleinflug, vom Wecken bis zum Zapfenstreich. Wir gewinnen Einblick in Die Geschichte der Fliegerei, lernen Aufbau, Gliederung, Spezialtruppen, technischen Stand und Einsatzbereitschaft kennen; der zukünftige Rekrut erfährt, welche Laufbahnmöglichkeiten ihm offenstehen; er kann sich schon vorher unterrichten über alles, was er einmal wissen muß von Uniformen, Abzeichen, DienstgraDen, Flugformationen und Erkennungszeichen Der Flugzeuge. Aus dem Bilderteil und Den prachtvoll lebendigen Stimmungs- und Erlebnisberichten wird jeder Deutsche Junge und 'Mann einen wirklichen Eindruck von Leben und Dienst bei der Luftwaffe gewinnen. Dem Buch geben wir unsere beste Empfehlung. Möge es vor allem bei der Jugend eifrige Leser finden, Die sich dadurch veranlaßt sehen mag zum Dienst in unserer herrlichen Luftwaffe.
— Grundlagen Des Flugwesens. 1. Schulungsheft Der „Volksbücherei Der Luftfahrt". Von Dipl.-Jng. Karl WolfraM 112 S. mit 120 Abb. und Zeichnungen. Preis 1,40 Mark. Akademische Derlagsgesellschaft Athenaion / Potsdam. — (42) — Hier ist Das ganze Gebiet Des Flugwesens so übersichtlich und einleuchtend Dargestellt, Daß man mit Recht von einer idealen Schulung sprechen kann. Ein kurzes Einleitungskapitel teilt alles Wissenswerte über Die Geschichte der Lustfahrt von Der Vorzeit bis zur Gegenwart mit. Dann werden Die wichtigen technischen Hilfsgebiete behandelt. Es folgt eine vorbildliche Einführung in Die Strömungslehre. Wirkungsweise unD der Bau Der Luftschraube werden erklärt, Die Baugruppen Des Flugzeugs werden eingehend Dargestellt; eine treffende Abhandlung gilt den Bordinstrumenten, Dann den Wersttoffen Der Flugzeugzelle, und abschließend erfolgt Die Einteilung Der Flugzeuge und Die Darstellung Der Flugzeugtypen. Diese Stoffülle wird so anschaulich gemacht, Daß auch dem. Der keine besondere Vorbildung hat, das Lernen leicht fällt. 120 Abbildungen, Photographien, Zeichnungen, Schemabilder unD graphische Darstellungen sind ein wesentliches Hilfsmittel zur Abneigung des Stoffes.
Für die Frau.
— Handgearbeitete Kleider, Kostüme, Mäntel unD Hütchen, gestrickt oder gehakelt, bilden eine wertvolle Ergänzung zur Ausstattung Der modernen Frau. Ein hübsches Sport- oder Nachmittagskleid mit ergänzendem Cape oder Jacke findet man in Dem neuen Beyer-BanD Nr. 405 „Schöne Kleider und modische Kleinigkeiten" (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 1,— Mark.) Kleider, die man gern noch tragen möchte, lassen sich auch mit reizenden gehäkelten oder gestritten Garnituren — Kragen, Aermelaufschlägen und Westchen — sowie kleidsamen Ansteckblumen aus Filz oder in einfacher Häkelarbeit modisch neu gestalten. Alle Strick- öder Häkelmuster werden durch große Arbeitsproben mit Beschreibungen noch genau erklärt. Das Heft enthält über 30 Modelle, dazugehörige Beschreibungen und Schnitte.
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— Originaltrachten aus der Ostmark, unbeeinflußt von der jeweiligen Moderichtung, bringt in reicher Auswahl Beyer-Band 409 „Sck eirifche Trachte n j a ck e n" (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 50 Pf.) Die abgebildeten Jacken, Strümpfe und Stutzen für Frauen, Männer und Kinder zeigen teils einfache Grundmuster und Zopfmuster, teils kunstvolle Zugmaschenmuster. Ihre Herstellung bietet an Hand Der ausführlichen Beschreibungen und Der auf Dem Beilagebogen gegebenen Muster, Proben und Schnitte keine Schwierigkeiten.
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— Buben und Mädel tragen gern Strick- oder Häkelkleidung, weil sie hübsch aussteht und praktisch für Die Schule und zum Spielen ist. Nette Kleidchen, Anzüge, Pullover, Jacken und Spielhs-cken bringt Der Beyer-Band 403 „W ollarbeTken für Bub und Mädel" (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 1,— Mark.) Besonders hübsch find Die Badeanzüge, Bade- und Spielhöschen in Den neuartigen Strick- und Häkelmustern, zum Tell mit luftigen Figuren und Tieren besttckt. Das Heft enthält 35 verschiedene Modelle, dazu Beschreibungen, Arbeitsproben und Schnitte.
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— Für Das Jüngste Jäckchen, Häubchen, Mäntel und Mützchen, Kleider und Höschen kann man mit wenig Mühe selbst stricken oder häkeln. „Wolle für den Säugling" heißt der neue Beyer-Band Nr. 402 (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis 1,50 Mark.), Der 80 Modelle, vom Lätzchen bis zum Mantel unD Mützchen, zeigt und zu jeder Abbildung eine genaue Beschreibung, Arbeitsprobe und Schnitt bringt.


