Ausgabe 
3.5.1939
 
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ierbienft der

war.

den ist. Man kann deshalb verstehen, wenn man in

Belgiens Unabhängigkeit

Das Flugzeug, das den Oberbefehlshaber des deutschen Heeres Generaloberst von Brauchitsch owie den italienischen Generalstäbschef General lZariani von Catania nach Lydien brachte, ist in Benghasi eingetroffen, wo die Insassen auf dem Flugplatz von Generalgouverneur Marschall Balbo begrüßt wurden. Generaloberst von Brau, chitsch schritt unter den Klängen der italienischen und deutschen Nationalhymnen eine Ehrenkompanie ab und begab sich dann in Begleitung des General­gouverneurs im Kraftwagen nach der Stadt und nach D e r n a. Allenthalben wurden chm von der Bevölkerung herzliche Kundgebungen bereitet.

Wahlerfolge

der deutschen Volksgruppe in Lodz.

Lodz, 1. Mai. (DNB.) Die Stadtratswahlen in weiteren drei Städten der Wojewodschaft Lodz brachten der deutschen Volksgruppe große 6r« folge. Da in diesen Städten im letzten Augenblick Hunderte von deutschen Wählern von den Wahllisten gestrichen worden sind, gingen die Deutschen nnt erhöhter Einsatzbereitschaft und Geschlossenheit zur Wahlurne, um diesen Stimmenverlust auszugleichen. Don den in den drei Städten Alexandrow, Ruda' Pabjanicka und Konstantynow gewählten 65 Stam- verordn-eten entfallen auf die deutschen Listen nicht weniger als 21. Allein in Alexandrow, der Stadt mit fast 50 v. H. deutscher Bevölkerung, werden von insgesamt 25 Stadtverordneten 11 Deutsche in den Städtrot einziehen. In Ruda-Papsanicka entfielen sechs, in Konstantynow vier Mandate auf die deut­schen Listen.

Boden der schwäbischen Türkei mit Blut gedüngt haben, den Stolz auf ihre Kolonistenheimat stets bewahren werden.

Deutsche Gäste in Italien.

Rom, 2. Mai. (Europapreß.) Reichsarbeits­minister Seldte, der gegenwärtig in Rom weilt, hat in Begleitung des italienischen Ministers für öffentliche Arbeiten zahlreiche Baustellen in Rom und Umgebung besichtigt, so das Forum Mussolini, die Casa Littoria, mehrere Tiber brück en,, den Wasserslughafen Magliana an der Tiber-Muri- düng, das Gelände der Weltausstellung 1942 und die Arbeiten des faschistischen Instituts für Volks­wohnungsbau. Nachmittags stattete der Minister der Landesgruppe Italien der AO. der NSDAP, einen Besuch ab und unternahm einen Rundgang durch die Autarkie-Ausstellung.

Dänemark

verstärkt seine Wehrmacht.

Kopenhagen, 2. Mai. (DNB.) Die Einbe­rufung von rund 9000 Mann zum Mrlitardienst ist zum 8. Mai erfolgt. Einberufen werden Mann- chaften des Jahrganges 1938 und wehrpflichtige Offiziere des Jahrganges 1937. Für den größten Teil ist mit einer Wiederbeurlaubung etwa zum 15. Juli zu rechnen, lieber die normale Dienstzeit werden zunächst einbehalten die Wintermannschaft 1938 der Fliegertruppen, zwei Abteilungen 1938 der Mannschaft der Garnisontruppen der Artillerie, eine Abteilung 1938 der Garnisontruppen der Ingenieur« truppen. Die Zahl der Einberufungen stellt sich ins­gesamt auf 17 800 zum Heer und 1000- zur Marine. Im Dienst sind gegenwärtig 5000 bis 6000 Mann Sommermannschaften des Heeres und 1300 bis 1400 Mann der Marine. Die B e r e i t s ch a f t s ft ä r k e wird also auf 15000 bis 1 6000 Mann er« höht, wozu die zum 10. Mai einberufenen Rekru­ten der Leibgarde kommen. Im Falle einer Mobilst fierung kann nach einer Mitteilung des Wehrmini- sters das Heer auf etwa 100 000 Mann gebracht werden.

Der Wehrminister erklärte in einer Rede in Odense: Die unveränderliche Hauptaufgabe der Außenpolitik Dänemarks ist die He raus Hal­tung des Landes aus kriegerischen Konflikten, und das ist der bestimmte Wille nicht allein der dänischen Regierung, sondern auch des ganzen dänischen Volkes ohne Rücksicht auf die Parteieinstellung des einzelnen. Die Einberufungen sind auch nur ein natürliches Glied in einer be­wußten Neutralitätspolitik. Sie sind nicht veranlaßtdurch irgendeine akute Gefahr, sie sind aber ein Ausdruck dafür, daß Dänemark, wie andere Länder entsprechender Art, eine ausgebildete militärische Stärke zum Wachtdienst unter unruhigen Verhält­nissen zur Verfügung haben müsse. Es handelt sich lediglich darum, dänisches Territorium zu Wasser und zu Lande zu sichern und im gegebenen Falle die Neutralität Dänemarks zu wahren.

Die Italienfahrt der 350 Reichsbahn« beamten und Reichsbahnarbeiter hat. nach der herzlichen Aufnahme in Florenz un d Neapel ihren Höhepunkt in Rom erreicht. Unter Führung der faschistischen Eisenbahnorgani- ation wurden Baudenkmäler und Sehenswürdig­keiten besichtigt. Nach dem Besuche der Autarkie- Ausstellung fand ein vom Derkehrsminister Benni veranstalteter Empfang statt. Der Präsident der Reichsbahndirektion Königsberg. 3)r. Baumann, überbrachte die Grüße des Reichsverkehrsministers, während der Leiter der Studienreise, Reichsstellen­leiter im Hauptamt für Beamte Peppmüller (MdR.) im Namen des Hauptamtes für Beamte und der DAF. der italienischen Eisenbahnerorgani­sation für September die Einladung nach Deutsch­land übermittelte.

Oer ungarische Staatsbesuch in Berlin.

Vollkommene Uebereinstimmung festgestellt.

erstarkte Frankreich wahrgenommen hatte. Eine illegitime Nebenlinie des früheren Herrscherhauses, die der Herzöge von Braganza, bestieg den wiederhergestellten portugiesischen Königsthron, warf sich aber, weil sie eines mächtigen Schutzes für die neugewonnene Freiheit bedurfte, definitiv England in die Arme, das feit der Regierung der Königin Elisabeth (geft. 1603) der gefährlichste Gegner der spanischen Weltherrschaft geworden war. Nachdem England die portugiesische Unabhängigkeit sofort anerkannt hatte, wurde 1703 der heute noch zu Recht bestehende Methuen-Dertrag ge­schlossen, der die wirtschaftliche Abhängigkeit Lissa­bons von Großbritannien besiegelte. Seitdem haben sich die beiden auf dem engen Raum einer Halbinsel vereinigten und durch keine geographische Grenze getrennten Länder voneinander abgewendet, und auch die durch gelegentliche Heiraten zwischen den beiden Königshäusern wiederholt hergestellten dyna­stischen Beziehungen haben hieran kaum etwas wesentliches geändert.

Als daher in neuerer Zeit 1910 in Portugal bic Republik proklamiert wurde, hatte dies damals iy Spanien eher eine vorübergehende Stärkung des monarchischen Gedankens zur Folge. Daß anderseits schon zu jener Zeit und lange vorher, zumal zwi­schen den intellektuellen Elementen, die in Barce­lona, Madrid und Lissabon zielbewußt auf die Re volution hinarbeiteten, ständige Beziehungen vor­handen waren und durch einflußreiche internationale Faktoren (Freimaurer und Juden) wirksam geför­dert wurden, liegt auf der Hand. Da später im Weltkrieg Portugal durch sein Bündnis mit Eng­land gezwungen wurde,-» den Zentralmächten den Krieg zu erklären, Spanien dagegen dank der be­sonnenen Politik des Königs und seiner Ratgeber (Antonio Maura, Mella usw.) neutral blieb und den über die Grenze geflüchteten Deutschen ein sicheres Asyl bot, hatte dies begreiflicherweise nicht zu einer Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses beige­tragen, um so weniger, als man bei der zunehmen­den pseudo-demokratischen Mißwirtschaft in Lissabon anfing, in Madrid eine Ansteckungsgefahr ernstlich zu befürchten, seit sich 1917 die ersten Symptome einer von Rußland inspirierten revolutionären Pro­paganda mit unverkennbarer Deutlichkeit gezeigt hatten.

Eine Aenderung trat erst ein, als 1926 die mili­tärische Erhebung in Portugal dem 1923 durch Ge­neral Primo de Rivera in Madrid erfolgreich durch- geführten Staatsstreich folgte. Es ist keine Frage, daß für das Wagnis der portugiesischen Generäle Gomes da Eo'sta und Carmona (des jetzigen Staatspräsidenten) der ganz von selbst sich ergebende Rückhalt in Spanien eine sehr wesentliche Voraussetzung mar. Wenn aber hieraus die ent-

Konflikt hinzuziehen. Es sei sehr leicht zu formulieren, was die benachbarten Großmächte von Belgien wünschten und wozu sie auch ein Recht hätten, es zu verlangen. Frankreich wünsche, daß nicht durch einen Durchmarsch durch Belgien der Wert feiner Maginot-Linie vernichtet werde. England verlange, daß der belgische Boden nicht Stützpunkt einer feindlichen Flotte ober Luftwaffe werde. Deutschland fordere, daß Belgien nicht zum Aufmarschgebiet einer feindlichen Invasions­armee werde. Alle drei Staaten könnten also mit Recht erwarten, daß sich Belgien an allen seinen Grenzen gegen einen Angriff oder eine Invasion zur Wehr setze. Dafür garantierten alle drei Staaten die Unverletzlichkeit des belgischen Bodens in einseitigen Verträgen und stellten ihre militärische Hilfe zur Verfügung. Belgien sei also heute ein unverletzlicher Boden bei voller Souveränität seiner Staatsführung.

Die Rede des belgischen Innenministers gewinnt besonders an Bedeutung, wenn man. sich erinnert, welche Haltung Deveze bisher eingenommen hat. Er galt als Gegner der neuen Politik, wie er auch aus feinen Sympathien für Frankreich nie ein Hehl gemacht hat. Seine langjährige Tätigkeit als Ver­teidigungsminister zielte einzig darauf ab, gegen den Osten einen Wall zu errichten, der nichts an­deres fein sollte als eine Fortsetzung der Maginot- ßinie. Daß sich Deveze heute zu einer voll­kommenen Unabhängigkeits-Politik bekennt, macht seine Ausführungen besonders be­merkenswert. Es besteht kein Zweifel, daß er als Sprachrohr der Regierung Pierlot an­zusehen ist. Die Erklärungen des Innenministers sind auch darum von Wichtigkeit, weil sich gerade in den letzten Tagen die Fälle mehrten, in denen der Begriff der belgischen Unabhängigkeit in den Zeitungen untersucht und dabei vielfach eine neue Allianzen fördernde Interpretation befürwortet wurde.

stets, überall und unter allen U mstä n - den auj das ungarische Volk rechnen", schreibt das Blatt. Der nach Berlin entsandte Mitarbeiter des bürgerlich-nationalen BlattesPesti Hirlap" weist darauf hin, daß die ungarischen Staatsmän­ner außer ihren wichtigen Verhandlungen auch die Feier derdeutschen Arbeit bewundern und die unbeschreibliche Begeisterung hätten sehen kön­nen, mit der das deutsche Volk den zu ihm sprechen­den Führer umgebe. Den zweifellos ergebnisnollen Besprechungen hätten die Aeußerlichkeiten der drei Tage einen schönen und würdigen Rahmen ver­liehen. Die Erlebnisse dieser drei Tage würden sicherlich für alle Teilnehmer unvergeßlich bleiben.

Der Volksbund der Deutschen in Ungarn.

Budapest, 2. Mai (Europapreß). Am Sonn­tag fand in der Gemeinde Ciko die Gründungsver­sammlung des kürzlich genehmigten Volksbun­des der Deutschen in Ungarn statt. In der größtenteils deutschsprachigen 1800 Einwohner zäh­lenden Gemeinde fanden sich zahlreiche Abord­nungen aus der Umgebung ein. Der Vorsitzende des Volksbundes der Deutschen, Dr. Franz Basch, wies auf die Bedeutung des Tages für die deutsche Volksgruppe in Ungarn hin.

Oie Verstärkung

der Schweizer Landesverteidigung.

Luzern, 2. Mai. (Europapreß.) Auf dem Parteitag der Freisinnig - Demokratischen Partei sprach der Vorsteher des Eidgenössischen Volks­wirtschaftsdepartements, Bundesrat O b r e ch t, über die Verstärkung der Landesverteidigung der Schweiz. Zusammenfassend stellten sich die Armeebedürfnisse außerhalb des Budgets bis voraussichtlich 1940 auf 998 Millionen Franken. Davon sind be­stimmt: 405 Millionen für die Verstärkung der Be­waffnung, 348 Millionen für den Ausbau der Flug- wafse und der Fliegerabwehr, 184 Millionen für Befestigungen der Grenze, 61 Millionen für die Errichtung militärisch notwendiger Bauten. Auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Kriegsvorsorge sei man im Falle eines Kriegsausbruchs schon am An­fang so weit, wie es im Weltkriege erst gegen dar Ende der Fall gewesen sei.

Jedenfalls war es in diesem kritischen Augenblick für Portugal, ober doch wenigstens für den feit 1926 geschaffenenNeuen Staat", eine Existenzfrage, schleunigst wieder von der spanischen Nachbarrepu­blik so weit wie irgend möglich abzurücken: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die Schrittmacher der Volksfront in Madrid und Bar­celona von Anfang an ihr Augenmerk auf Lissabon gerichtet hatten, so würde die kriegsgeschichtliche Untersuchung des anarcho-separatistischen Umsturz­versuchs in Portugal im Oktober 1934 genügt haben. Es stellte sich einmanbfrei heraus, daß in einer Periode, als Azcma Minlsterpräsident und Kriegs­minister war (1931/33), Kriegsmaterial zu revolu­tionären Zwecken aus staatlichen Werkstätten nach Portugal geliefert worden war. Die große anarchi­stische Organisation F. A. I. (Federacion Anarquista Iberica), deren Sitz Barcelona war, bezeichnete sich ausdrücklich alsi b e r i f ch", betrachtete also auch Portugal als ihren Aktionsbereich. Die Stellung, die das von Carmona und Salazar neugeschaffene Por-

sprechenden politischen Konsequenzen gezogen den sind, so war dies wiederum das Verdien Initiative des Generals Primo de Rivera. General Carmona war der erste Staatschef, der, seit Portu­gal Republik ist, dem königlichen Hof in Madrid (1929) einen offiziellen Besuch abstattele. Als jedoch bereits im Januar 1930 die spanische Diktatur zu- sammenbrach und irri April des darauf folgenden Jahres die Monarchie mit sich riß, lag die Befürch­tung nahe, daß auch die Militär-Regierung in Lissa­bon sich kaum noch würde lange halten können. Der Mann, der dieses Wunder trotzdem fertig gebracht hat, ist Oliveira Salazar, der erst 1928 als Fi­nanzminister politisch in den Vordergrund getreten

Berlin, 2. Mai. (DNB ) Der ungarische Staats­besuch hat heute seinen Abschluß gefunden. In den Besprechungen des Ministerpräsidenten Graf T e» [ e f i und des Ministers des Aeußeren Graf C f a k y mit dem Führer und dem Reichsminister des Auswärtigen v. Ribbentrop, Generalfeld­marschall Göring und dem Stellvertreter des Führers sind alle Deutschland und Ungarn betreffenden aktuellen Probleme in frei­mütiger Weise besprochen worden. Darüber hinaus ergab die Prüfung der europäischen Lage voll­kommene Uebereinftimmung der beider­seitigen Auffassungen. Nack) mehrtägigem Aufenthalt haben die ungarischen Staatsmänner die Reichs­hauptstadt verlassen. Auf dem Bahnsteig überbrachte der Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staats­minister Dr. Meißner, die Abschiedsgrühe des Führers. Der Reichsminister des Auswärtigen ver­abschiedete sich in herzlicher Weise von den ungari­schen Staatsmännern.

Das Scho in Vudavest.

Große Befriedigung über das Ergebnis der Berliner Besprechungen.

B u d a p e st, 2. Mai. (Europapreß.) Das Haupt­blatt der Regierungspartei,F ü g g e 11 e n f e g", stellt zu dem Berliner Besuch der ungarischen Staatsmänner fest, schon die äußeren Umstände und die außerordentliche Herzlichkeit des Empfanges hätten in nicht mißzuverftehender Weife bewiesen, daß die Berliner Verhandlungen in größter Eintracht und im Zeichen der h e r z l i ch st e n Freundschaft mit einem ausgezeichneten Ergebnis beendet worden seien. Das regierungs­freundliche nationale BlattU j M a g y'a r s a g" erklärt, eine liefere und innigere Zusammenarbeit und eine treuere Freundschaft könne man sich nicht vorstellen, als die des Ungartums gegenüber den beiden Achsenmächten. Darum bedürfe es keiner Phrasen, wenn Ungarn an der Seite Hitlers und Mussolinis Zeugenschaft für den auf Gerechtigkeit beruhenden Frieden und für die Ziele der auf rassi­scher und völkischer Grundlage berußenden Weltord­nung ablege.Unsere mächtigen Freunde können

lassen worden ist, um auch in Portugal die kommu­nistisch-anarchistische Revolution zum Ausbruch zu bringen, zeigt das gegen Oliveira Salazar verübte Attentat, dem er nur durch ein Wunder entgangen ist. Anderseits wäre bei den zu Beginn der militä­rischen Erhebung zumal in Südspanien wider Er­warten eingetretenen Schwierigkeiten der Erfolg von vornherein in Frage gestellt gewesen, wenn nicht mit der absolut zuverlässigen Anlehnung an die portugiesische Grenze hätte gerechnet werden können. Gerade die zeitweise ernstlich gefährdete Vereini­gung der Nord- und Südarmee, der Generäle Mola und Franco, konnte sich nur unmittelbar an der ge­meinsamen Landesgrenze bei Badajoz (am 15. 8. 1936) vollziehen.

Es ist daher ein merkwürdiges Spiel der Ge­schichte, daß in dem Zeitpunkt, als Portugal bereits mit den festlichen Vorbereitungen für die Zentenar­feiern seiner Unabhängigkeit (1139 und 1640), die nächstes Jahr begangen werden sollen, beschäftigt ist, zwischen den beiden Nachbarvölkern, deren Schicksal sich vor acht Jahrhunderten getrennt hat, eine als volkstümlich empfundene Kundgebung gegen­seitigen Vertrauens und gegenseitiger Ach­tung und Dankbarkeit möglich geworden ist, an die noch vor zehn Jahren kein Mensch geglaubt hätte. Wenn von portugiesischer Seite ausdrücklich be­tont wird, daß durch den jetzt geschlossenen Freund­schaftsvertrag mit Spanien die feit Jahrhunderten bestehenden Beziehungen zu England und zu der großen ehemaligen Kolonie Brasilien in keiner Weise berührt werden, so ist es doch der Ge­genstand eines begreiflichen nationalen Selbstge­fühls, sich sagen zu können, daß man bei der im spanischen Bürgerkrieg eingenommenen Haltung sich (vielleicht zum ersten Mal in der portugiesischen Ge­schichte) durchaus nicht nach England gerichtet hat. Genau, wie mit besonderer Vorliebe betont wird, daß Portugal diesmal mit seiner erfolgreichen Fi­nanzreform auch ohne das bisherige Universal- mittel einer britischen Anleihe fertig gewor-

tugal bei Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges Lissabon eine moralische Genugtuung darin erblickt, einnehmen mußte, war also mit untrüglicher Deut- daß London schließlich doch gezwungen gewesen ist, lichkeit vorgezeichnet, denn seine eigene Zukunft hing dem von der klugen, aber auch mutigen Politik der von dem Sieg der nationalen Bewegung ab. Daß portugiesischen.Regierung gegebenen Bespiel mit dagegen von roter Seite kein Mittel unversucht ge- der Anerkennung des Generals Franco zu folgen.

Pis. Brüssel, 2. Mai.

Der jetzige belgische Innenminister und frühere Verteidigungsminister Albert Deveze hielt in der Gesellschaft des Leopold-Ordens eine Rede, in der er sich mit der internationalen Stellung Belgiens ausführlich auseinandersetzte. Der Minister gab einen Ueberblick über die belgische Nachkriegspolitik, deren erstes entscheidendes Ergebnis der bel­gisch-französische Militärpakt von 1 9 2 0 war. Deve.ze betonte, daß auch damals Bel­gien nicht auf seineUnabhängigkeit" verzichtet und sich nicht in ein Vasallen-Vechältnis begeben habe. Es sei völlig Herr seiner Ent­schlüsse auf militärpolitischem Gebiet geblieben. Auch während d e s Weltkrieges habe sich Belgien als einziges Land unter den Alliierten militärisch nicht dem Oberbefehl des Marschalls Fach untergeordnet-, König Albert war vielmehr der unbeschränkte Herr seiner Truppen geblieben. Deshalb meinte der Minister, auch den Beschluß König Leopolds vorn 14. Oktober 1937 habe an der traditionellen Linie der belgischen Außenpolitik nichts geändert. Minister Jaspar habe 1922 versucht, in der Konferenz zu Cannes ein belgisch-eng­lisches Bündnis abzuschließen, um gegenüber dem belgisch-französischen Bündnis zu einem Aus­gleich zu kommen. Durch den Locarno-Ver­trag und den Kellogg-Pakt fei dann diese nach allen Seiten hin ausgeglichene Sicherheit er­reicht worden. Nach dem Hinfälligwerden dieser Verträge habe Belaien dem Beispiel der aufrüsten­den Großmächte folgen und alles daran setzen müssen, um seine Stellung auch militärisch zu be­festigen.

Gegenwärtig sei es Nonsens zu fordern, daß Belgien, ein garantierter Staat, sich auch noch in die Reihe der garantierenden Mächte begebe. Die Tragweite einer solchen Ver­pflichtung könne nichts anderes fein, als Belgien mit Notwendigkeit in einen europäischen

Madrid, April 1939.

Der am 17. März unterzeichnete Freund- ] schaftsvertrag (Tratado de Amizade e Näo Agressäo) zwischen Portugal und Spanien ist eine amtliche Bestätigung und dementsprechende Befesti- gung der politischen Neueinstsllung der beiden iberi­schen Nachbarländer zueinander, die aus der durch den spanischen Bürgerkrieg geschaffenen Interessen­gemeinschaft hervorgegangen ist. Wenn auf dieser Grundlage es tatsächlich gelingen sollte, ein dauern­des Verhältnis gegenseitigen Vertrauens herzustellen, so würde dies das Ende eines Zustandes bedeuten, durch den Jahrhunderte hindurch zwei stammver­wandte und geographisch zusammengehörende Völker durch eine nicht zu überbrückende Kluft des Arg­wohns und der Eifersucht getrennt wurden.

Das aus der GrafschaftPortucalia", die unter der Lehnshoheit Kastiliens, stand, hervorgegangene Königreich Portugal machte sich 1139 u n - abhängig und stellte sich damals unter den Schutz des Papstes. Seitdem ist die mittelalterliche Geschichte des durch diereconquista nach Süden sich ausdehnenden Küstenlandes während zweier Jahrhunderte ein fast ununterbrochener Kampf um seine Selbständigkeit mit dem kastilischen Nachbarn, der feine Rechte auf den Besitz des einstigen Vasal­lenstaates nicht aufgeben wollte. Entscheidend für das künftige Schicksal Portugals war es, daß es schon damals im 14. Jahrhundert, vor dem Sieg in der Schlacht bei Aljubarreta (1385), da s erste Bündnis mit England geschloffen hatte. Es ist daher ein Kuriosum, daß diese beiden Länder, die etnanoer gewissermaßen in der Vormachtstellung auf dem Weltmeer abgelöst haben, seit länger als einem halben Jahrtausend bis auf den heutigen Tag durch immer wieder erneute Verträge verbunden sind.

Nachdem aber Portugal durch den soeben erwähn­ten Sieg sich definitiv von der spanischen Herrschaft befreit hatte, begann für das nur noch dem Ozean zugewendete Land im 15. Jahrhundert das Zeit­alter der großen Entdeckungsfahrten. Doch als das durch die Vereinigung von Kastilien und Aragon erstarkte Spanien den Seeweg nach Westindien gesunden hatte (1492), entstand sofort zwischen den beiden eifersüchtigen Brudervölkern auf der iberischen Halbinsel die Rivalität um den Besitz des den Erdball umspannenden Kolonialreiches. Spanien war vom Glück begünstigt; denn, nachdem der unbesonnene junge König Sebastian 1587 bei Alcazarquivir gegen die Marokkaner gefallen und sein schon betagter Oheim Heinrich zwei Jahre spä­ter kinderlos gestorben war, war Philipp 11. von Spanien der Erbe der portugie­sischen Krone und der ihr gehörenden üoer- seeischen Besitzungen; er und seine Nachfolger Phi­lipp III. und Philipp IV. vereinigten 60 Jahre lang (1580 bis 1640) unter ihrem Szepter das gewaltige Reich, in dem die Sonne nicht unterging.

Gerade aber diese nunmehr 300 Jahre zurück­liegende Periode spanischer Hegemonie hat zur Ent- ftemdung der damals vorübergehend vereinigten Länder beigetragen. Portugal, das als Seemacht eine der Spaniens bei weitem überlegene Rslle ge­spielt hatte, empfand den Verlust seiner Selbständig­keit als nationale Demütigung. Die lediglich auf die Zentralisierung eines in der Geschichte bis dahin bei­spiellosen Weltreichs hinarbeitende spanische Politik war nicht anpassungsfähig genug, um dem Schwe- sterland eine seinem Rang und seiner großen Ueber- liefcrung gebührende Gleichberechtigung einzuräu- men. Diele sind der Ansicht, daß die Lösung des Problems hätte gefunden werden können, wenn Philipp II. die Hauptstadt der mit ihren Kolonien vier Erdteile umfassenden Monarchie, statt in die steinerne Einöde der kastilianischen Hochebene, an die Mündung des Tejo mit ihrem unvergleichlichen Naturhafen, also noch Lissabon, verlegt hätte.

Die Folge davon, daß ein fremdes Herrscherhaus auf dem spanischen Thron (die Habsburger) bei der geschichtlichen Aufgabe dieses Amalgamierungspro­zesses versagt hatte, war der Abfall Portu­gals, das die unter Philipp IV. (1621 bis 1665) bereits beginnende Schwächung der Madrider Zen­tralgewalt durch das unter der Politik Richelieus

Die SWsalsgemeinschast der iberischen Völker

Von unserem d.-i.»Korrespondenten

In weißem Feld auf rotem Grund ein goldenes Sonnenrad das ist die Fahne desVolks- bundes der Deutschen in Ungar n". Der Volksbund und seine Bundesfahne find jetzt von der ungarischen Regierung genehmigt, der alte Volksbildungsverein" ist verschwunden. Der Ernst des Lebens, den unsere ungarländischen Volks­deutschen so gut kennen, weicht aber nicht von ihnen. Sie haben auch bei dieser Gelegenheit die A u s - gestaltungdes Schulwesens und insbefon* dere die Heranbildung einer deutschen Leh­rerschaft in den Vordergrund gerückt. Sie wird auch hos'entlich in kurzer Zeit eine Erfüllung fein, wie es im benachbarten Südslawien lchon der Fall ist. Dn-3 ganze Ungartum ober wird sich über­zeugen, daß die ungarischen Deutschen, die den