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Montag, OpriH939

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 79 Zweites Blatt

Um

Aus dem Rathausplah in Wilhelmshaven.

Als Macht

schast. Das Reich schien keine Existenzmögttchkeit für seine Burger zu besitzen. Ich habe damals die Arbeit begonnen mit einem einzigen Kapital, dos ich besaß. Es war das Kapital eurer Ar« b e i t s k r a f t! Cure Arbeitskraft, meine Volks­genossen, Hobe ich nun begonnen einzusetzen. Ich hatte keine Devisen und keine Goldbestände. Ich habe nur eines gehabt: Meinen Glauben an euere Arbeit! (Wieder bricht tosender Beifall und Jubel los). Wir haben nun ein neu« e s Wirtschaftssystem gegründet, ein Sy- stem, das heißt: Kapital ist Arbeitskraft, und die Deckung des Geldes liegt in unserer Produktion. Wir haben ein System begründet, das auf dem edelsten Grundsatz beruht, den es gibt, nämlich: G e st alte dir dein Leben selb st! Erar­beite dir dein Dasein! Hilf dir selbst, dann hilft dir auch Gott! (Brausender Beifall). So begannen wir eine gigantische Aufbauarbeit, getragen vom Vertrauen der Nation, erfüllt vom Glauben und der Zuversicht an ihre ewigen Werte.

In wenigen Jahren haben wir Deutschland aus dieser Verzweiflung herausgerissen. Die Welt hat uns nicht dabei geholfen! Wenn heute ein ena- lischer Staatsmann meint, man könnte und müsse alle Probleme durch freimütige Bespre­chungen und Verhandlungen lösen, dann möchte ich diesem Staatsmann nur sagen: dazu war vor unserer Zeit 15 Jahre Ge­legenheit! (Stürmisches Händeklatschen).

Es halle jeder irgendeine Stellung einge­nommen. Und ich habe damals als unbekannter Soldat des Weltkrieges meine Stellung bezogen! (Inbelnde Heilrufe!) Es war ein f e h r k u r z e s und einfaches Programm: es lautete: Beseitigung der inneren Feinde der Nation, Be­endigung der Zersplitterung Deutschlands, Zu­sammenfassung der ganzen nationalen Kraft un­teres Volkes in einer neuen Gemeinschaft und Zerbrechen des Friedensvertrages fo oder fo! (Wiederum minutenlange Heilrufe.) Denn solange dieses Diktat von Versailles auf dem deutschen Volk lastete, war es tatsächlich verdammt, zu- grundezugehen.

Wenn andere Staatsmänner davon reden, daß auf dieser Welt Recht herrschen müsse, dann mag ihnen gesagt sein, daß ihr Verbrechen kein Recht ist, daß ihr Diktat weder Recht noch Gesetz ist, sondern über diesem Diktat die ewigen Lebensrechte der Völ­ker stehen. (Die brausenden Huldigungen für den Führer werden immer stärker. Das deutsche Volk wurde von der Vorsehung nicht geschaffen, um ein Gesetz, das Engländer oder Franzosen schafften, ge­horsam zu befolgen, sondern um sein Lebensrecht zu vertreten. Dazu sind wir da! (Abermals minuten­lange Heilrufe.

Ich war entschlossen, diesen Kampf für Ver­tretung der deutschen Lebensrechte aufzunehmen. Ich habe ihn z u n ä ch st ausgenommen inner-

Allerdings eines möchte ich hier aussprechen: Das deutsche Volk von heute, das Deutsche Reich von jetzt, sie sind nicht gewillt, Lebensinter­essen preiszugeben, sind sind auch nicht gewillt, aufsteigenden Gefahren tatenlos gegenüber­zutreten! (Stürmische Sieg-Heil-Rufe.) Wenn die Alliierten einst ohne Rücksicht auf Zweckmäßigkeit, auf Recht und Tradition oder auch nur Vernunft die Landkarte Europas änderten, so hatten wir nicht die Macht, es zu verhindern. Wenn sie aber vom heutigen Deutschland erwarten, daß es Trabantenstaaten, deren einzige Aufgabe es ist, gegen Deutschland angesetzt zu werden, geduldig gewähren läßt bis zu dem Tag, an dem dieser Einsatz sich vollziehen soll, dann verwechselt man das heutige Deutschland mit dem Deutschland der Vorkriegszeit! Wer sich schon bereit erklärt, für diese Großmächte die Kastanien aus dem Feuer zu holen, muß gewärtig sein, daß er sich dabei die Finger verbrennt. (Stürmischer Jubel.)

Wir haben wirklich keinen Haß gegen das tsche­chische Volk, wir haben jahrelang miteinander ge­lebt. Das wissen die englischen Staatsmänner nicht. Sie haben keine Ahnung davon, daß der Hradschin nicht von einem Engländer, sondern von Deut­schen erbaut wurde, und daß der St.-Veits-Dom gleichfalls nicht von Engländern, sondern von deutscherHand errichtet wurde. Auch Fran­zosen waren dort nicht tätig, sie wissen nicht, daß schon in einer Zeit, in der England noch sehr klein war, einem deutschen Kaiser auf diesem Berg ge­huldigt wurde, daß schon tausend Jahre vor mir dort der erste deutsche König stand und die Huldigungen dieses Volkes entgegennahm. Das wissen die Engländer nicht, das können sie auch nicht und brauchen sie auch nicht zu wissen. Es genügt, daß wir es wissen und daß es so ist, daß seit einem Jahrtausend dieses Gebiet im Lebensraum des deutschen Volkes liegt. Wir hätten aber trotzdem nichts gegen einen unabhängigen tschechischen Staat gehabt, wenn er erstens nicht Deutsche u n t e r d r Ü ck t und wenn er zweitens nicht das Jnstrumenteineskom- menden Angriffes gegen Deutschland hätte sein sollen. Wenn aber ein französischer frühe­rer Luftfahrtminister in einer Zeitung schreibt, daß es die Aufgabe dieser Tschechei auf Grund ihrer hervorragenden Lage sei, im Kriege Deutsch­lands Industrie durch Luftangriffe ins Herz zu treffen, dann wird man ver­stehen, daß das für uns nicht ohne Interesse ist, und daß wir dann daraus bestimmte Konse­quenzen ziehen. Es wäre an England und

Deutschland regelt allein feine 3ntereffen im deutschen Lebensraum.

Lin Wortbrnch, toie ihn die Weltgeschichte noch niemals sah

ich vor nunmehr über sechs Jahren die erhielt, übernahm ich eine trostlose Eeb-

Frankreich gewesen, diese Luftbasis zu verteidigen. An uns lag es jedenfalls, zu verhindern, daß ein olcher Angriff stattfinden konnte. Ich habe geglaubt, dies auf einem natürlichen und einfachen Wege zu erreichen.

Erft als ich sah, daß jeder derartige Versuch zum Scheitern bestimmt war, und daß die deutschfeind­lichen Elemente wieder die Ueberhand gewinnen * würden, und als ich weiter sah, daß dieser Staat seine innere Lebensfähigkeit längst verloren hatte, ja, daß er bereits zerbrochen war, da habe ich d a s alte deutsche Rechtwieder durchgesetzt, und ich habe wieder vereint, was durch Ge­schichte und geographische Lage und nach allen Re­geln der Vernunft vereint werden mußte. (Jubelnde Heilrufe.) Nicht um das tschechische Volk zu unterdrücken. Es wird mehr Freiheit haben als die bedrückten Völker der tugendhaften Nationen. (Minutenlange Doationen.)

Ich habe, fo glaube ich, damit dem Frieden einen großen Dienst erwiesen; denn ich habe ein Instrument, das bestimmt war, im Krieg wirksam zu werden gegen Deutschland, beizeiten wertlos gemacht. (Brausende Bravo-Rufe.) Wenn man nun sagt, daß dieses das Signal sei dafür, daß Deutschland nun d i e ganze Welt angreifen wolle, fo glaube ich nicht, daß man fo etwas im Ernst meint; das könnte nur der Ausdruck des aller- schlechte st en Gewissens sein. Vielleicht ist es der Zorn über das Mißlingen eines weit gesteckten planes, viel­leicht glaubt man damit die taktische Voraus­setzung zu schaffen für die neue Einkrei - sungspolitik? Wie dem aber auch fei: Ich bin der Ueberzeugung, daß ich damit dem Frieden einen großen Di en ft er­wiesen habe, (wieder bricht tosender Beifall los.) Und aus dieser Heber Beugung heraus habe ich mich auch vor drei Wochen entschlossen, dem kommenden Parteitag den Ka­menParteitag des Friedens" zu geben.

Denn Deutschland denkt nicht daran, andere Völker anzugreifen. Worauf wir aber nicht ver­zichten wollen, ist der Ausbau unserer wirtschaftlichen Beziehungen. Dazu haben wir ein Recht, und ich nehme dazu von kei­nem europäischen oder außereuropäischen Staats­mann Vorschriften entgegen! (Erneut jubelnder Bei-

wir kennen die Macht, die damals Deutschland ! besiegt hat. Es war die Macht der Lüge, das Gift einer Propaganda, die vor keiner Verdrehung und vor keiner Hnwahrheit zurück- 1 schreckte und der das Deutsche Reich, weil es unvorbereitet war, gänzlich wehrlos gegenüberstand.

Als die 1 4 P u n k t e W i l s o n s verkündet wur­den, sahen viele deutsche Volksgenossen, vor allem die damalsführenden" Männer, in diesen 14 Punkten nicht nur die Möglichkeit zur Beendigung des Welt­krieges, sondern zu einer endgültigen Befriedung aller Völker dieser Erde. Es sollte ein Friede der Versöhnung und der Verständigung kommen, ein Friede, der weder Sieger noch Besiegte kennen sollte, ein Friede ohne Kriegsent­schädigungen, ein Friede gleichen Rechts für alle, ein Friede gleicher Verteilung der Kolonialgebiete und gleicher Berücksichtigung der Kolonialwünsche. Ein Friede, der seine letzte Bekrönung in einem Völker- bund aller freien Nationen finden sollte. Er sollte als Garant für das gleiche Recht es als überflüssig erscheinen lassen, daß in Zukunft die Völker noch dir Rüstung zu tragen hätten, die sie vorher, wie man behauptete, so schwer bedrückte. Also Abrüstung, und zwar Abrüstung aller Nationen! Deutschland sollte mit dem guten Beispiel vorangehen, und alle sollten verpflichtet sein, seiner Abrüstung zu folgen. Aber auch das Zeitalter der sogenannten Geheim- diplonzatie sollte beendet werden. Alle Probleme sollten offen und frei besprochen und ausgehandelt werden. Dor allem aber sollte das Selbstbe - stimmungsrecht der Völker nun endlich stabilisiert und zum wichtigsten Faktor erhoben werden.

Deutschland hat diesen Versicherungen geglaubt! Es hat im Vertrauen auf diese Erklärungen seine Waffen niedergelegt. Und dann begann ein Wort- bruch, wie ihn die Weltgeschichte noch niemals sah! (Ein zehntausendfäches Pfui.) Sowie unser Volk die Waffen niedergelegt hatte, begann eine Zeit der Er­pressung und der Unterdrückung, der Ausplünde­rung und der Dersklaounq. (Stürmische Empörung.) Kein Wort mehr vomFrieden ohne Sieger und Besiegte", sondern einVerdammungsurteil für den Besiegten auf endlose Zeiten! Kein Wort mehr von gleichen Rechten, sondern Rechte auf der einen und Unrecht und Rechtlostg-

Des Führers Glaube an die Arbeilskrast des deutschen Volkes war das einzige Kapital des deutschen Wiederausbaus.

Ich habe dem Frieden einen großen Dienst erwiesen"

Oie große Rede des Führers in Wilhelmshaven widerlegt die Lügenhetze des Auslands.

Parteitag des Friedens."

ob ein Volk tugendhaft oder nicht tugendhaft ist, die kann doch wohl ein Irdischer kaum aussprechen, das müßte man dem Heben Gott überlas- sen! (Jubelnde Zustimmung.) Vielleicht wird mir nun dieser selbe britische Staatsmann entgegnen- Gott hat das Urteil schon gesprochen, denn er hat den tugendhaften Nationen ein Viertel der Welt geschenkt und den nicht tugendhaften alles genommen! Darauf sei die Frage gestattet: Mit welchen Mitteln haben denn die tu­gendhaften Nationen sich dieses Viertel der Welt erworben?" Und dann muß man antworten:Es find keine tugendhaften Methoden ge­wesen!" (Stürmische Zurufe.) 300 Jahre lang hat dieses England nur als untugendhafte Nation ge­handelt, um jetzt im Alter von Tugend zu reden! So konnte es passieren, daß in dieser britischen tu- gendlosen Zeit 46 Millionen Engländer fast ein Viertel der Welt unterworfen haben, während 80 Millionen Deutsche in­folge ihrer Tugendsamkeit zu 140 auf einem Quadratkilometer leben müssen.

Ja, vor 20 Jahren, da war die Frage der Tugend für die britischen Staatsmänner immer noch nicht ganz geklärt, insofern es sich um Eigentums- b e.g r i f f e handelte. Damals hielt man es mft der Tugend noch für vereinbar, einem anderen Volk, das seine Kolonien nur durch Verträge oder durch Kauf erworben hatte, sie einfach weg zu- nehmen, weil man die Macht hatte (stür­mische PfUi-Rufe), jene Macht, die jetzt allerdings als etwas Abscheuliches und Verab­scheuungswürdiges gelten soll. Ich habe den Herren hier nur eines zu sagen: ob sie das selber glauben oder nicht, wissen mir nicht. Wir nehmen aber an, daß sie das nicht glauben. Denn wenn

keit auf der anderen Seite. Raub über Raub, Er­pressung über Erpressung waren die Folgen. Kein Mensch in dieser denrokratischen Welt hat sich um das Leid unseres Volkes gekümmert. Hunderttau­sende sind im Krieg nicht durch feindliche Waffen, sondern durch die Hungerblockade gefal­len. Und als der Krieg zu Ende gina, da wurde diese Blockade noch monatelang fortgesetzt, um un­ser Volk noch mehr erpressen zu können. Selbst der deutsche Kriegsgefangene mußte noch endlose Zeiten in der Gefangenschaft bleiben. Die deutschen Kolonien wurden uns geraubt, die deutschen Auslandswerte einfach beschlagnahmt, unsere Handelsschiffe weggenommen. Dazu kam eine finanzielle Ausplünderung, wie sie die Welt bis dahin noch nicht sah. Summen wurden dem deutschen Volke aufgebürdet, die in astrono­mische Zahlen hineinreichten und von denen ein englischer Staatsmann sagte, daß sie nur dann er­füllt werden könnten, wenn das ganze deutsche Volk seinen Lebensstandard auf das äußerste redu­ziere und jeden Tag 14 Stunden arbeite (abermals minutenlange Pfuirufe). Was deutscher Geist und deutscher Fleiß in Jahrzehnten geschaffen und zu­sammengespart hatten, ging nun in wenigen Jah­ren verloren. Millionen von Deutschen wurden vom Reich weggerissen, andere verhindert, zum Reich zurückzukehren. Der Völkerbund wurde nicht zum Instrument einer gerechten Verständigungs- politkk, sondern zum Garantendes gemein« ste n Diktates, das Menschen jemals ersonnen hatten. So wurde ein großes Volk vergewaltigt und einem Elend entgegengeführt, das Sie ja alle kennen. Man hatte ein großes Volk durch Wort- bruch um sein Recht gebracht und ihm seine Existenz praktisch unmöglich gemacht. Ein französischer Staatsmann hat dem nüchtern Aus­druck gegeben,, indem er erklärte:Es leben zwan­zig Millionen Deutsche zu viel auf der Welt!" (Tosende Pfuirufe.)

Es gab Deutsche, die in Verzweiflung ihr Leben beendeten, es gab andere, die sich lethargisch in ein unabwendbares Schicksal fügten, und wieder andere, die der Meinung waren, man müsse nun eben alles

1 zerstören; wieder andere knirschten mit den Zäh­nen und ballten in ohmnächtiger Wut die Fäuste, andere wieder glaubten, man müsse die Vergangen­heit restaurieren, sie wiederherstellen, so, wie sie war.

Die Rede des Führers.

Deutsche!

Volksgenossen und Dolksgenossinnen!

Wer den Verfall und den Emporstieg Deutschlands ermessen will, der muß sich die Entwicklung einer Stadt wie Wilhelmshaven ansehen. Vor kurzer Zeit noch ein toter Platz, fast ohne Existenzberechtigung, ohne Aussicht auf eine Zukunft heutewieder erfüllt von dröhnender Arbeit und Schaffen. Es ist gut, wenn man sich diese Ver­gangenheit wieder ins Gedächtnis zurückruft. Als die Stadt ihren erstem Aufschwung erlebte, fiel dieser zusammen mit dem Emporstieg des Deutschen Reiches nach seinen Einigungskämpfen. Dieses Deutschland war- ein Deutschland des Friedens. In derselben Zeit, in der die sogenannten friedliebenden, tugendhaften Nationen eine ganze Anzahl von Kriegen führten, hat Deutschland damals nur ein Ziel gekannt: den Frieden zu bewahren, am Frieden zu arbeiten, den Wohlstand seiner Bewohner zu heben und damit zur menschlichen Kultur und

Wenn die Welt heute sagt, daß man die Völker teilen müsse in tugendhafte Nationen und in solche, die nicht tugendhaft sind, und zu den tugend­haften Nationen gehören in erster Linie die Eng­länder und die Franzosen, und zu den nicht tugend­haften gehören die Deutschen und die Italiener, dann können wir nur antworten: Die Beurteilung,

Wilhelmshaven, 1. April. (DNB.) 17 Uhr fuhr der Führer unter nie abbrechenden Freudenkundgebung durch ein ununterbrochenes tiefgliedriges Spalier zum Rathaus, wo er vom Oberbürgermeister Dr. Müller in den großen Sitzungssaal geleTtet. wurde. Der Führer begrüßte die Beigeordneten und Ratsherren der Stadt und dankte dem Oberbürgermeister und der ganzen Be­völkerung für den begeisterten Empfang. Langan- haltener Jubel schlug dem Führer auss neue ent­gegen, als er das Rathaus verließ und den Weg zur Tribüne durchschritt. Mit einer kurzen An­sprache, in der er an die frühere Anwesenheit des Führers in Wilhelmshaven erinnerte, eröffnete Gauleiter Reichsstatthalter Roeoer die Kund­gebung. Der Führer betrat das Rednerpult. Wieder brausten ihm die begeisterten Rufe der Massen ent­gegen. Immer aufs neue wiederholten sich die Sieg- Heil-Rufe und die Ruse:Wir danken dem Füh­rer!" Dann nahm der Führer das Wort.

Gesittung beizutragen. Dieses Deutschland der Fne- denszeit hat mit unendlichem Fleiß, mit Genialität und mit Beharrlichkeit versucht, sich sein Leben tm Innern zu gestalten und sich nach außen durch die Teilnahme am friedlichen Wettbewerb der Völker einen gebührenden Platz an der Sonne zu sichern.

Trotzdem dieses Deutschland jahrzehntelang der sicherste Garant des Friedens n^ar und sich selbst nur seiner friedlichen Beschäftigung hingab, hat es andere Völker und besonders deren Staatsmänner nicht davon abhalten können, diesen Unterschied mit Reid und haß zu verfolgen und ihm endlich mit einem Kriege zu beantworten. Wir wissen heute aus den Akten der Geschichte, wie die damalige L i n k r e i s u n g s p o l i t i k planmäßig von England aus be­trieben worden war. Wir wissen aus zahl­reichen Feststellungen und Publikationen, daß man in diesem Lande die Auffassung vertrat, es seit notwendig, Deutschland militärisch nieder­zuwerfen, weil seine Vernichtung jedem britischen Bürger ein höheres Ausmaß an Lebensgütern sichern würde. (Stürmische Pfui!-Rufe.)

Gewiß, Deutschland hat damals Fehler begangen. Sein zweiter Fehler war, diese Einkreisung zu sehen und sich ihrer nicht rechtzeitig zu er­wehren. (Stürmisches Händeklatschen.) Die einzige Schuld, die wir diesem damaligen Regime vorwerfen können, ist die, daß es von dem teuflischen Plan eines Ueberfalles auf das Reich volle Kenntnis hatte und doch nicht die Entschlußkraft aufbrachte, diesen UeberfaU beizeiten abzuwehren, sondern diese Ein­kreisung bis zum Anbruch der Katastrophe ausreifen ließ. Die Folge war der Weltkrieg! In diesem Krieg hat das deutsche Volk dann obwohl es keines­wegs am besten gerüstet war heldenhaft ge­kämpft. Kein Volk kann für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, uns niedergezwungen zu haben, am wenigsten dasjenige, dessen Staats­männer heute die größten Worte sprechen! (Lang­anhaltender Beifall.) Ungeschlagen und un­besiegt ist Deutschland damals geblieben zu ßanbf', zur See und in der Lust. Und dennoch haben wir den Krieg verloren.

halb der Nation. Anstelle einer Vielzahl von Parteien, Ständen und Vereinen ist nunmehr eine einzige Volksgemeinschaft ge­treten, die deutsche Volksgemeinschaft. (Brausende Zustimmungskundgebungen). Sie zu verwirklichen und immer zu vertiefen, ist unser aller Aufgabe. Ich habe in dieser Zeit manchem weh tun müssen. Allein ich glaube, das Glück, dessen heute die ganze Nation teilhaftig wirb, muß jeden einzelnen für das reichlich ent­schädigen, was er an Teurem für sich selbst aufgeben mußte.

Ihr alle habt eure Parteien, Verbände, Ver­einigungen geopfert, aber ihr habt dafür e i n großes, starkes Reich erhallen! (Tosender Jubel). Und dieses Reich ist heute Gott fei Dank stark genug, um eure Rechte in seinen Schuh zu nehmen. Wir sind nun nicht mehr abhängig von der Gnade oder Ungnade der anderen Staaten ober ihrer Staatsmänner.

wir annehmen wollten, daß sie das wirklich selbst glauben, bann würden wir jeden Respekt vor ihnen verlieren. (Brausender Beifall.) 15 Jahre lang hat Deutschland sein Los und sein Schicksal geduldig er­tragen. Auch ich versuchte anfangs jede? Problem durch Besprechungen zu lösen. Ich habe bei je­dem Problem Angebote gemacht, und sie sind jedesmal abgelehnt worden!

Es kann kein Zweifel sein, daß jedes Volk heilige Interessen besitzt, einfach weil sie mit seinem Leben und seinem Lebensrecht identisch sind. Wenn heute ein britischer Staatsmann fordert, daß jedes Pro­blem, das inmitten der deutfchenLebens- in ter essen liegt, erst mit England besprochen werden müßte, dann könnte ich genau so gut ver­langen, daß jedes britische Problem er st mit uns z u besprechen sei. (Stürmische Bra­vorufe). Gewiß, diese Engländer mögen mir zur Antwort geben:In Palästina haben die Deutschen nichts zu suchen! Wir wollen auch gar nichts in Palästina suchen. (Stürmische Heiterkeit.)

Allein, fo wenig wir Deutschen tti Palästina etwas zu suchen haben, fo wenig hat England in unferem beutfchen Lebensraum etwas zu fuchen! (Tosendes Händeklatschen.! Und wenn man nun erklärt, daß es sich hier um allgemeine Rechts- und Gesehesfragen handele, so könnte ich diese Meinung nur dann gelten lassen, wenn man sie als allgemein verpflichtend betrachten würde. Man sagt, wir hätten kein Recht, dieses oder jenes zu tun. Ich möchte die Gegenfrage erheben: Welches Recht um nur ein Beispiel zu er­wähnen h a t England, in Palästina Araber niederzuschießen, nur weil sie für ihre Heimat einlraten? Wer gibt ihm das Recht? Wir haben jedenfalls in Mit­teleuropa nicht Tausende abgeschlachtet, sondern wir haben unsere Probleme in Ruhe und in Ordnung geregelt. (Stürmischer Bei­fall.)