Ausgabe 
3.4.1939
 
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Mgemieisterversammlimg des Kreises Alsfeld.

Suter Fang

der Frankfurter Zollfahndungsflelle.

Jüdische Devisenschieber festgenommen.

Lpd. Frankfurt a. M., 2. April. Ein guter Fang gelang Beamten der Frankfurter Zollfahn­dungsstelle. Ihnen war ein aus Duisburg stammen­der Jude durch sein eigenartiges Benehmen aus­gefallen. Sie hatten ihn daraufhin bis Köln verfolgt, wo sie ihn in einer Straßenbahn festnahmen, nachdem er auf dem Kölner Hauptbahnhof eine Aktentasche mit 40000 Mark an Reichsbanknoten und Wertpapieren abgeholt" hatte, die be­schlagnahmt wurden. Es stellte sich bei der Verneh­mung des Juden heraus, daß er für eine Ant­werpener Schiebergesellschaft arbeitete, die für in Deutschland wohnende Juden größere Geldbeträge und andere Wertsachen auf betrüge­rische Weise über die Grenze schafft. Zusammen mit dem Juden wurde ein Onkel desselben festgenom­men, der sich an demGeschäft" beteiligen wollte. Frankfurter Juden, die als Anstifter und Geldgeber ermittelt wurden, wurden gleichfalls in Haft genommen.

Insgesamt 140000 Mark Steuerstrafe

Lpd. Frankfurt a. M., 1. April. Wie das Finanzamt Frankfurt-Höchst mitteilt, ist der Fabri­kant und Pächter des HotelsFeldberg" auf dem Großen Feldberg i. T., Johann Herr in Nieder­reifenberg i. T., Privatweg Nr. 1, wegen in Mit­täterschaft mit seinem Bruder, dem Fabrikanten Anton Herr begangener Steuerhinterziehung zu insgesamt 80000 Mark Geld st rase verurteilt worden. Sein Bruder, der Fabrikant Anton Herr in Niederreifenberg, Hauptstraße 32, erhielt wegen Steuerhinterziehungen eine Geldstrafe von 60000 Mark.

Großfeuer in Rennerod.

Mehrere landwirlschasliche Anwesen eingeäscherl.

Lpd. Rennerod (Westerwald), 1. April. In den Abendstunden des Freitag entstand in Rennerod ein Feuer, das in kurzer Zeit auf mehrere landwirtschaftliche Gebäude Übergriff und diese in Schutt und Asche legte. Wohnhaus, Stall und Scheune von Ferdinand P i t t o n und

Unter dem Vorsitz von Bürgermeister V ö l s i n g als Kreisobmann der Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetags fand imDeutschen Haus" in Alsfeld eine Bürgnmeiftertagung des Kreises Alsfeld statt, zu der nahezu alle Bürgermeister er­schienen waren. Aus der Tagesordnung stand zu­nächst ein Referat von Regierungsrat Geringer vom Landratsamt Alsfeld über die Einfüh­rung der Volkskartei. Der Referent befaßte sich mit dem Runderlaß des Reichsministers des Innern vom 15. Februar 1939 über die Ergänzung der polizeilichen Melderegister durch eine nach Ge- burtsjahrdängen geordnete Kartei (Volkskartei). Die Gründe für die Einführung einer Dolkskartei seien darin zu suchen, daß die seitherigen polizeilichen Melderegister nicht mehr genügen. Ein unbedingtes Erfordernis sei die zuverlässige Führung der Volks­kartei. Der Referent schloß seinen Vortrag mit der Aufforderung an die Bürgermeister, sich jetzt schon mit den Bestimmungen vertraut zu machen.

Im zweiten Referat der Tagung sprach Bürger­meister Dr. Ising über die Neuregelung der Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Bür­germeister und Kassenwalter (Gemeinderechner). Der Vortragende gab zunächst einen Ueberblick über die Entwicklung des Begriffes derVergütung" und Dienstaufwandsentschädigung" für die ehrenamt­lichen Bürgermeister auf Grund der früheren hes­sischen Landesgesetzgebung bis zur Einführung der Deutschen Gemeindeordnung. Der Referent gab als­dann eine Gegenüberstellung der Bestimmungen der Reichsrichtlinien über die Aufwandsentschädigungen der ehrenamtlichen Bürgermeister vom 12. Dezem­ber 1935 mit den neuen Bestimmungen des Rund­

Wilhelm Boller, sowie die Scheune des angren­zenden Anwesens Christian Hering wurden voll­kommen eingeäschert. Das Feuer fand in den Heu- und Strohvorräten reiche Nahrung. Auch zahl­reiche landwirtschaftliche Geräte sind ein Raub der Flammen geworden. Nach mehrstündiger Löscharbeit konnten die aus der ganzen Umgebung herbeigeeil- ten Wehren den Brand auf seinen Herd beschräa Fen. Die Ursache des Brandes ist nicht bekannt. ,

erlasses des Reichsministers des Innern vom 6. Ja­nuar 1939 betr. Maßnahmen zur Erhebung der Der- waltungskraft kreisangehöriger Gemeinden. Als an­gemessen ist nach dem Runderlaß vom 6. Januar 1939 ein Betrag anzusehen, der je Einwohner und Jahr innerhalb der Spanne um 40 Pf. bis 1,50 Mark festzusetzen ist.

Bürgermeister Dr. Völsing machte sodann noch einige Ausführungen über die voraussichtliche Ent­wicklung der Gemeindefinanzen im Rechnungsjahr 1939 und über die Gestaltung der Haushaltspläne für das neue Rechnungsjahr.

Verwaltungsinspektor D i p p e l l gab alsdann die Auswirkungen des neuen Finanzaus­gleichs hinsichtlich der Ueberweisung der Reichs- jteueranteile an die einzelnen Gemeinden des Krei­ses Alsfeld bekannt. Daraus ergab sich, daß die steuerschwächeren Gemeinden im allgemeinen ihre seitherigen Zuweisungen behalten oder sogar noch mehr erhalten, während die Gemeinden mit größerer Steuerkraft geringere Finanzzuweisungen erhalten.

Verwaltungsinspektor K n e i s e l gab Belehrungen und Anweisungen an die Bürgermeister über das militärische Erfassungswesen. Regierungsrat B e - ringer gab verschiedene Erlasse und Verfügungen bekannt, unter denen von besonderem Interesse die Regelung der Ossenhaltung der Läden in den länd­lichen Gemeinden während der Sommerszeit war. Es wurde dabei der allgemeine Wunsch der Bürger­meister bekannt, daß in den ländlichen Gemeinden des Kreises Alsfeld die Verkaufsläden in den Som­mermonaten bis 21 Uhr offengehalten werden möch­ten.

Wirtschaft.

Rhein-Mainische Börse.

Uneinheitlich.

Frankfurt, a. M., 1. April. Die Wochen­schlußbörse nahm am Aktienmarkt bei fester Grundstimmung den erwarteten ruhigeren Ver­lauf. Ebenso vollzog sich die Kursbildung in ge­

mäßigtem Tempo, wobei die Entwicklung etwas uneircheitlich war, da neben weiteren mäßigen Kundschaftskäusen nach der gestrigen Hauße einige Glattstellungen der Berufskreise erfolgten. Die Ausschläge gingen noch beiden Seiten bis zu 1,50 v. H. Zunächst überwogen dabei noch Erhö­hungen. Eine Sonderbewegung hatte Aschaffen­burger Zellstoff mit 107,2-5 (103,25). Ziemlich fest lagen erneut Siemens mit 192 (190) und AEG. mit 117 (115,50). JG.-Farben gingen nach 115,65 auf den Dorabendstand von 150 zurück, ebenso am Montanmarkt Verein. Stahl nach 105,25 auf 105. Einen stärkeren Abschlag erfuhren hier Rhein­stahl mit 136,40 (137,50), ebenso lagen Buderus mit 106,50 (107) und Mannesmann mit 111,40 (111,65) nur knapp gehalten. Maschinenwerte ta­rnen noch durchweg 0,50 bis 1 v. H. höher zur Notiz. Don Anleihestockwerten blieben Conti Gum­mi nach 7,4 v. H. Netto-Dividenden-Abgang nut 212,75 (220) behauptet, Rhein. Braunkohlen noch 0,40 v. H. höher mit 217,90.

Der Rentenmarkt lag überraschend still. Man hatte aufgrund des April-Kupontermins mit lebhafteren Anlagekäufen gerechnet. Interesse ver­blieb für Reichsaltbesitz zu 130,60 (130,30), auch Reichsbahn-VA. waren zu 123,75 (123,65) weiter gefragt, ebenso im Frewerkehr Kommunal-Um- schuldung mit 93,60 (93,55). Pfandbriefe lagen still und behauptet. 4,50prozentige Goldpfandbriefe der Bad. Komm. Landesbank Karlsruhe gingen jedoch 0,25 v. H. zurück auf 99. Stadtanleihen und Staatspapiere waren kaum verändert. Industrie- Obligationen schwankten bis etwa 0,40 v. H. Reichsaltbesitz erreichten später 130,70 noch 130,60 und Kommunal-Umschuldung bei lebhafteren Um­sätzen 93,65 nach 93,60.

Im Verlaufe kamen zweite Notierungen kaum mehr zustande. Trotz uneinheitlicher Gesamtent­wicklung schloß die Börse in durchaus fester Hal­tung. Äon später notierten Werten lagen Ilse Ge­nuß 3 v. H. niedriger mit 131, Scheideanstalt ver­loren 2 v. H. auf 203 und Deutsche Erdöl 1,65 v. H. auf 125,40, andererseits Salzdetfurt Kali 133 (131), Aschaffenburger Zellstoff 107,50 nach 107,25.

Im Freiverkehr befestigten sich Dingler Maschinen auf 107109,25 (106108), Rastatter Waggon auf 55,5057,50 (54,5056,50) und El- süß. Badische Wolle auf 95,5097,50 (9597). Tagesgeld erleichterte sich auf 2,50 (3) v. H.

Großen-Linden, Gießen, den 2. April 1939.

241 OB

Am 2. April, abends 10 Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel

Die Beerdigung findet Mittwoch, 5. April, nachmittags 3*/2 Uhr, vom Trauerhause Frankfurter Straße 34 aus statt.

In tiefer Trauer:

Adolf Fischer und Frau Tilly, geb. Menges Georg Textor und Frau Luise, geb. Menges Emilie Bernhardt Witwe, geb. Menges und Enkelkinder.

Herr Ludwig Menges X

im 76. Lebensjahre.

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