Nr. 53 Giftes Man
189. Jahrgang
Zreltag, 3. Marz 1939
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Frankreichs Iudenfrage.
Von unserem E.Z Korrespondenten
Paris, März 1939.
In diesen Tagen ist eine Sondernummer der politischen Wochenzeitschrift „Je suis partout" erschienen, die ausschließlich der Judenfrage in Frankreich gewidmet ist. Die Rolle einzelner Wochenzeitschriften zur Unterrichtung der französischen Oeffentlichkeit über die Iudenfrage ist um so wichtiger, als die Tagespresse, von verschwindenden Ausnahmen abgesehen, auf diese Frage nicht eingeht Es besteht hier offensichtlich ein Mißverhältnis, da der Einfluß des Judentums in Frankreich auf die Gestaltung der polittschen Geschicke des Landes in der letzten Zeit, wenigstens bis 1937, immer größer geworden war und da sich vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet der verhängnisvolle Einfluß der jüdischen Einwanderung in zahlreichen, besonders akademischen Berufen immer störender bemerkbar gemacht hat
Die zehnseitige Sondernummer des „Je suis partout" gibt nickt nur in einer Reihe von Artikeln wertvvlle weltanschauliche Hinweise auf die Bedeutung der Judenfrage, sondern sie vermittelt auch an Hand eines großen statistischen Materials ein konkretes Bild über die geschichtliche Entwicklung der Iudenfrage für Frankreich und ihre Auswirkungen auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Man kann in Frankreich wirklich von einer „In v a fi o n" des internationalen Judentums sprechen. Im Jahre 1808 gab es in ganz Frankreich etwa 46 000 Juden, heute sind es 400 000, Ein großer Teil dieser Invasion entfällt auf die Nachkriegszeit; denn im Jahre 1914 zählte Frankreich erst 180 000 Juden. Deutschland, Mittel- und Osteuropa waren in erster Linie die Herkunftsländer dieser Invasion, die sich vor allem über Paris und das Elsaß ergossen hat! Die Betätigung des jüdischen Elementes auf dem Gebiete der Politik, der akademischen Berufe, des Handels, der Banken und der Presse, im Theater und besonders im Film, der Anteil der Juden an gewissen Arten von Derbrechen, all das war im Unterbewußtem schon lange mehr ober weniger bekannt, aber in der Zusammenfassung des „Je suis partout" treten alle diese Dinge in zahllosen Einzelheiten und durch Namen belegt mit erschütternder Deutlichkeit in Erscheinung.
Nicht weniger als zwanzig jüdische Namen zählt die Liste der französischen Regierungsmitglieder der letzten zwanzig Jahre auf; die Zusammenhänge der jüdischen Banken, bei denen natürlich Rothschild an der Spitze steht, mit dem Judentum von Neuyork, London, Amsterdam usw. werden beleuchtet, ebenso die Rolle, die die Juden im französischen Nachrichten - und Rekla m e- wesen spielen, die ihnen damit zugleich selbstverständlich in der gesamten Presse einen ausschlaggebenden Einfluß sichert. Aus dem Gebiet des
Handels geht besonders im Elsaß die Rolle des Judentums auf manchen Gebieten, z. B. im Vieh- und im Getreidehandel, bis zu einer Monopolstellung. Dom französischen Theater scheinen sich die Juden etwas zurückzuziehen, da ihnen hier nicht mehr genügend große Gewinnaussichten winken, dafür ist aber die Zuwanderung zum Film mit seinen großen Verdienstmöblichkeiten um so stärker, und die Listen des „Je suis partout" zählen nicht weniger als - fünfundachtzig jüdische Namen von Filmproduzenten auf, denen zwölf französische Namen gegenüberstehen.
Die Unproduktivität der jüdischen Betätigung auf dem Gebiete der bildenden Kunst wie der Musik, die reklamehaft angepriesenen und zugleich zersetzend wirkenden Methoden der Nachahmungen und Der- gröberungen — auch dieses wird schonungslos dar- gestellt. Die unheilvolle Rolle der jüdischen Organisationen, besonders des sog. „Zentralen Konsistoriums", in dem man die Vertreter der jüdischen Hochfinanz, mit Baron Eduard von Rothschild an der Spitze, an der Seite des Rabbiner- tums findet — alles dies tritt einem hier in minutiöser Darstellung vor Augen.
Es bestehen verschiedene Anzeichen dafür, daß in der französischen Jugend, vor allem in der akademischen Jugend, die Rückwirkung auf die jüdische Ueberfrembung eines Tages schärfer in bie Erscheinung treten wirb, als es heute ber Fall sft, denn bie Ueberfrembung in ben Berufen ber Rechtsanwälte unb Aerzte wird in ber nächsten Zeit in Frankreich noch viel stärker werben, als sie es heute schon ist. Darauf lassen bie Ziffern bes akademischen. Nachwuchses schließen. Heute bereits ift in Paris und im Seine-Departement der jüdische Anteil im ärztlichen Beruf 35 v. H.; ähnlich liegen die Dinge im Anwaltsberuf.
Mit den schweren Rückschlägen der Volksfront waren zunächst verschiedene Hoffnungen des Judentums gegenüber den autoritären Staaten zu Grabe getragen worden, aber das Judentum steht nach wie vor an der Spitze ber Kriegsparteien, und auch von diesem Gesichtspunkt aus muß bie Entwicklung der jüdischen Frage in Frankreich mit Aufmerksamkeit verfolgt werden. Aber es wird noch eines langen Weges bedürfen, bis die französische Oeffentlichkeit für so weitgehende Forderungen zur Lösung dieser Frage, wie „Je suis partout“ aufstellt, — u. a. Entziehung der französischen Staatsbürgerschaft und des Stimmrechtes für die Juden — reif fein wirb. Vielleicht wird man noch am ersten Verständnis für die Forderung nach einem Numerus clausus für die Juden in ben akademischen Berufen haben.
schon fast aufgegeben hatte, und zweitens die nicht weniger gelungene Niederkämpfung der großen Meutereien in Fronttruppenteilen im Sommer 1917, wobei der damalige General einen Monat lang von Division zu Division reiste und sich persönlich aufs stärkste exponierte. Gerade sein persönlicher Mut auch hat dem französischen Feldherrn eine außergewöhnliche Achtung verschafft; so fuhr er bei der Verteidigung Verduns selbst in einem leichten Panzerwagen bis in die vordersten Stellungen, so oft, baß er dabei 14mal einen neuen Fahrer nehmen mußte, weil die andern erschossen, ober schwer verwundet wurden.
Nach dem Kriege war Petain Generalinspekteur der Armee, dann Vorsitzender des Ober st en'Kriegsrates, liquidierte als Oberbefehlshaber in Marokko 1925 den Krieg gegen Abb el Krim unb bekleibete bann feit 1931 jahrelang bie Stellung eines Obersten Befehlshabers der französischen Luftverteidigung. Seine wiederholten Abschiedsgesuche wurden stets abgelehnt. Im hohen Alter widmete sich ber Marschall fast ausschließlich dem Studium militärischer Literatur. Er ist in ben letzten Jahren nur noch mit Ausrufen und Mahnungen zur nationalen Einigkeit und zur Verteidigung Frankreichs hervorgetreten. Im Mai vergangenen Jahres lenkte er noch einmal bie Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit besonders auf sich, als er bei Einern Vortrag in ber Pariser Aka- bemie bas beutschseindliche Buch „Der Sieg bes Besiegten" empfahl. Er vertrat dabei die Ansicht, Deutschland habe sich nach 1918 genau so schnell wieder erholt wie Frankreich nach 1871 unb erklärte, man hätte 1918 noch länger Krieg führen, vor jeder Unterschrift einen Teil des deutschen Gebietes besetzen und bas beutsche Heer nicht ohne völlige Kapitulation und Auslieferung der Waffen nach Deutsckland zurückkehren lassen sollen. Der Marschall führte auf diese seiner Meinung nach von Frankreich damals gemachten Fehler „die gegenwärtige ungünstige Lage Frankreichs" zurück. —
Nom, 2. März. (Europapreß.) Von der Mittelloggia der Peterskirche verkündete am Donnerstag um 18.09 Uhr Kardinaldiakon Caccia-Dominioni, daß der bisherige Kardinal st aats- sekretär Pacelli zum neuen Papst gewählt worden ist. Gleichzeitig gab ber Kardi- nalbiakon bekannt, daß Kardinalstaatsfekretär Pacelli als Papst den Namen Pius XII. a n - genommen hat. Um 17.25 Uhr war eine weiße Rauchwolke aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle emporgestiegen, die ankündigte, daß der Papst gewählt unb die Stimmzettel verbrannt wurden.
Nach der Bekanntgabe der Wahl zog vor ber Freitreppe der Peterskirche der Ordnungsdienst ber Faschistischen Miliz auf, ber nur mit Mühe die gewaltige Volksmenge zurückhalten konnte, die mit gespannter Erwartung dem Ausgang der. Papstwahl entgegensah. Auf dem Petersplatz bemerkte man auch zahlreiche Auslänber, Prälaten unb Angehörige ber Orben, Klöster, unb Kollegien. Um 18.30 Uhr erschien ber neue P a p st im päpstlichen Ornat auf bem Mittelbalkon der Peterskirche, um den er ft en Segen urbi et orbi zu erteilen. Die Wahl Pacellis wurde von ber riesigen Volksmenge mit begeistertem Beifall ausgenommen. Die Huldigungen für den neuen Papst verstärkten sich noch, als bekannt wurde, daß Pius XII. am heutigen Tage seinen Geburtstag begeht, da er am 2. März 1876 als Sohn des Konfistorialadvokaten Professor Pacelli geboren worden ist, der Prokurator und juristischer Beistand des Päpstlichen Stuhles war. In vatikanischen Kreisen wird der Entschluß Pacel-
Vor dem Ende Roispamens.
Von Dr. Jtifter von Goß
Nach ber Befreiung Kataloniens burch die natio» nalspanischen Truppen befinden sich nunmehr vier Fünftel des Festlandspaniens, die spanischen Inseln sowie bas gesamte Kolonial- gebiet in ben Händen des Generals Franco. Ein großer Teil ber roten Truppen ist zerschlagen ober über die französische Grenze geflüchtet, und die sog. „republikanische" Regierung Spaniens hat aufgehört zu existieren. Paris und London, bisher zusammen mit Moskau die stärksten Stützen Sowjetfpaniens, haben das Ruder um 180 Grad berumgelegt und erkennen den bisher als „Rebellenhäuptling" angesehenen Führer Nationalspaniens als das recht- mäßige spanische Staatsoberhaupt an. Von den Kriegsschauplätzen verlautet nichts Neues. Ein geheimnisvolles Schweigen deckt die Vorbereitung zur Beendigung des langen und grausamen Kampfes. Kurze Meldungen lassen darauf schließen, daß General Franco mit der Umgruppierung seiner Streitkräfte fertig und zum letzten, entscheidenden Schlag bereit ift. Wie sieht nun dieses letzte Fünftel Spaniens, das immer noch unter dem Zeichen des Hammers und der Sichel zu leiden hat, aus?
Es ist bunt unb mannigfaltig in jebex Beziehung, setzt es sich boch aus Teilen ber verfchiebensten Landschaften zusammen, bie .erst wie ein Kaleidoskop zu- fammengefügt bas Gesamtbild ergeben. Sein Mittelpunkt ist das rund um Madrid liegende wellige Steppenland, das im Norden von den Gebirgszügen ber Sierra be Guabarrama unb ber Sierra be Cabra begrenzt wird, auf deren Spitzen Francos Soldaten zum Angriff auf die Hauptstabt bereitftehen, unb bas im Osten unb Norb- often nach Aragon hinübergreift unb im Süben j unb Süd osten sich in bie fruchtbare Mancha verbreitert, während es über bie Berge Toledos hinweg I nach Südwesten bis zur Sierra M o r e n a , bem
lis, ben Namen Pius XII. anzunehmen, dahin aus* gelegt, baß ber neue Papst bas Werk Pius XI. fortzufetzen beabsichtigt.
* v
Eugen Pacelli, nunmehr Papst Pius X1L, erhielt am 2. April 1899 bie Priesterweihe Bereits als junger Priester, seit 1901, war er im päpstlichen Staatssekretariat tätig. In ben Jahren 1909 bis 1914 lehrte er als Professor für kirchliche Diplomatie an der päpstlichen Akabemie ber Nobili Ecclesiastici. 1917 würbe er als Titularerzbischos von Sardes Nuntius in München, drei Jahre später ging er in der gleichen Eigenschaft nach Berlin, wo er bie Nuntiatur bis 1929 inne hatte. 1929 würbe er von Papst Pius XI. zum Karina! ernannt unb ein Jahr später zum Karbinalstaatssekretär.
Italien zur Papstwahl.
Rom, 3. März. (DNB. Funkspruch.) Die Wahl eines Italieners zum Papst findet in ganz Italien Zustimmung. Der König unb Mussolini haben bem neugewählten Papst Pius XII. Begrüßungstelegramme gefanbt. Die römische Morgenpresse unterstreicht in spalten- langen, reichbebilberten Berichten, daß mit der Berufung des langjährigen Karbinalstaatsfekretärs Pacelli zum Papst seit 218 Jahren erstmals wieder ein geborener Römer zum Oberhaupt ber katholischen Kirche gewählt worben ist.
Marschall petain gehl nach Burgos.
Die französische Oeffentlichkeit begrüßt die Wahl des neuen Botschafters bei Franco.
P a r i s, 2. März. (Europapreß.) Der französische Ministerrat hat beschlossen, Marschall P 61 a i n zum Botschafter Frankreichs in Burgos zu ernennen. Der Auftrag bes 82jährigen, einzigen noch lebenden französischen Marschalls scheint nicht begrenzt zu sein. Petain soll zwar ben Wunsch ausgesprochen haben, nicht länger als brei Monate in Burgos zu bleiben. Er soll bies mit feinem hohen
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(Scherl-Bilberdienst-M.)
Alter und der Tatsache begründet haben, daß er Soldat und fein Diplomat sei. Aber augenscheinlich hat ber Ministerrat bie zeitlichen Grenzen für den Auftrag an Petain nickt feftgelept. Es bleibt aber nicht ausgeschlossen, baß Frankreich in einiger Zeit einen Berufsbiplomaten nach Burgos entsenden wirb, wenn einmal der Krieg in Spanien beendet ist unb auch die sonstigen Mittelmeerprobleme auf dem Wege der Lösung sind. Mit der Entsendung bes ruhmreichen französischen Heerführers aus dem Weltkrieg hofft bie französische Regierung offensichtlich, Dem Ansehen bes während 2Vl> Jahren aus Nalionalspamen abwesenden Frankreich einen be
sonderen Glanz zu verleihen und die verlorene Zeit wieder einzuholen.
Die Wahl der französischen Regierung wird in weiten Kreisen des Landes — von den Linksextremisten natürlich abgesehen — begrüßt. Dies geht auch schon aus den Kommentaren der Blätter hervor. Betont wird, daß Marschall Petain in den Jahren 1925 und 1926 in enger Zusammenarbeit mit den damaligen spanischen Behörden den Auf - stand Abd el K.rims niedergeschlagen habe. Außerdem sei Marschall Petain Lehrer des Generals Franco auf der Kriegsschule gewesen. Der rechtsgerichtete „Jntransigeant" schreibt, es hätte keine bessere Wahl getroffen werden können. Die französische Regierung habe, indem sie einen der berühmtesten Soldaten Frankreichs nach Burgos entsende, zeigen wollen, welchen Wert sie auf die gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien lege. Wenn Marschall Petain diese Mission angenommen habe, so deshalb, weil er überzeugt sei, daß „die französisch-spanische Entente" eine der wesentlichen Bedingungen für die Sicherheit Frankreichs fei. Sie neue Mission Petains beginne im Zeichen des Friedens.
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Der jetzt zum Botschafter in Burgos ernannte Henry Philippe Petain hat eine fast einzigartige militärische Laufbahn im kurzen Zeitraum von vier Jahren zurückgelegt. Der jetzt 83jährige (er ist am 24.4.1856 in der Provence geboren) war irgendeiner unter den Offizieren eines ßirrienregiments draußen in der französischen Provinz, wurde langsam befördert unb war jelbft bei Kriegsausbruch, also mit 58 Jahren, noch immer Oberst. Nie war er in irgendeiner Weife hervorgetreten, schon sollte er im Sommer 1914 verabschiedet werden, als der Krieg ihn in unerhört schnellem Aufstieg bis zum höchsten Range emporriß, den Frankreich militärisch zu vergeben hat. Er war sozusagen eine strategische Zufallsentdeckung geworden, als er sich 1914 bei dem Rückzug aus der Schlacht von Charleroi mit seiner Brigade so auszeichnete, daß man ihm die Führung einer Division übertrug. Dann ging es Stufe um Stufe empor: Oktober 1914 Führer eines Armeekorps, schon hn Sommer 1915 Oberbefehlshaber der 2. Armee und bald darauf Führer einer ganzen Heeresgruppe.
Zwei Leistungen sind es im besonderen, die dem Marschall zu militärischem Ruhm in Fachkreisen und zu höchstem Ansehen in seinem Vaterland verhalfen, einmal die erfolgreiche Verteidigung der Festung Verdun 1916, die mau in Paris
Die Aeichsfrauensührerin in Rom.
Während ihres Besuches in Rom legte Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz - Klink am Gr.abmal bes Unbekannten Soldaten im Namen der deutschen Frauen einen Kranz nieder, — (Asjociated-Preß-M.)
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Kardinal pacelli zum Papst gewählt.
Der neue Papst nimmt den Namen Pius XII. an.


