Ausgabe 
3.2.1939
 
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Neubewertung der Goldbestände

-er Bank von England

Richtung auf eine endgültige A b - g des Pfundes gegenüber dem Gold

geworden ist.'

*

Jäger, gedenke deines Wildes!

Frankreich nimmt mit Franco Fühlung

Senator Berard nach Burgos entsandt.

1938 in Bau: 2 688 864 t. Davon entfielen auf:

ber

Kleine politische Nachrichten

779 762

355 737

309 586

298 617

247 077

161 470

146 550

121 940

t t t t t t

t t t t t t t t

133 200

107 700

80 000

75 000

68 503

Großbritannien Deutschland

Japan

USA. . . . Niederlande , Italien . , Schweden. « Dänemark -

Wie die Sowjetregierung am Donners­tagnachmittag dem ungarischen Gesandten

des Sterling und der nervösen Goldkäufe kürzlich so zusammengeschrumpft, daß die Bank von England Gold im Werte von 200 Millionen Pfund für

Auge gefaßt werden sollte. Die Rückkehr zu der alten Gold-Parität scheint durch den Gesetzentwurf der Regierung nunmehr endgül­tig ausgefchlossen zu fein.

Eines Morgens findet der Urlauber auf seinem Frühstückstisch im Tagesprogramm die Ankündi­gung, daß am Abend ein großes K o st ü m f e st an Bord stattfindet und jeder im Kostüm erschei­nen soll. Niemand hat vorher etwas davon gewußt, so daß keinerlei Möglichkeit bestand, sich auf diesen Abend durch die Mitnahme von entsprechenden Kleidungsstücken gebührenb vorzubereiten. Aber Not macht erfinderisch, und schon am Vormittag hebt in allen Kabinen ein eifriges Arbeiten an. Jeder will doch zeigen, daß die Harole ,Helft alle mit, daß es ganz, ganz lustig wird!" in die Tat umgesetzt wird.

Und als um 20.30 Uhr das Fest in allen Sälen seinen Anfang nimmt, da traut man feinen Augen kaum über all die lustigen und bunten Kostüme, die da unter geschickten Händen entstanden sind. Man nehme ein buntes Tuch, wickle es sich malerisch um den Kopf, mache sich mittels Schuhwichse einen Bart mit herabgezogenen Schnurrbartenden, hülle sich in einen Bademantel und der Singalese ist fertig! Oh, es ging sehr lustig und vergnügt zu, und die Tatsache, daß die Polizeistunden, amtlich .Zapfenstreich" genannt, noch etwas verlängert und dafür das Aufstehen am nächsten Tage etwas hin­ausgeschoben wurde, löste eitel Freude aus.

Da hier gerade vorn Kostümfest die Rede ist. soll rasch eine heitere Geschichte erzählt werden, die uns ber Kapitän zum besten gab. Sollte da bei einer ber früheren Fahrten besDeutschen" auch ein Kostümfest stattfinden, wobei ein frisches, lustiges Mädel gefragt wurde, als was sie kommen würde. Nach kurzem Besinnen erklärte sie:Als Taube". Darob Verwunderung auf der anderen Seite und leichter Zweifel daran, daß ein stilgerechtes Tauben­kostüm doch nicht so ohne weiteres hergestellt werden könnte.Wieso?" fragte die Maid zurück,in das rechte und das linke Ohr Watte, und die Taube ist fertig!"

entsprechend Maßnahmen zur Schließung ber Moskauer Gesandtschaft.

Das Memeldirektorium hat am Donners­tag den Beschluß gefaßt, an jämllichen Stempeln

er dem Generalfeldmarschall dle höchste schwedische milttärische Auszeichnung, das Großkreuz des Schwesterordens mit Kette. Der Kö­nig besuchte am Nachmittag das Große Internatio­nale Reit-und Fahrturnier in der Deutsch­landhalle, an dem mit ber offiziellen schwedischen Offiziersmannschaft auch Prinz Gustaf Adolf von Schweden teilnahm.

Großbritannien . 27 Schiffe mit 239 218

USA. ... 13 ......

Deutschland . . 11

Schweden » 9

Niederlande . 9

Italien . 8

Japan ... 754100 t

Bei den Vereinigten Staaten ist zu bemerken, daß der größte Teil der Tankschiffe auf Veranlas­sung der Kriegsmarine gebaut wird.

neue S t ü tz u n g s k ä u f e an den Währungs­ausgleichsfonds a b g e b e n mußte. Infolge ber da- durch bedingten Verschmälerung der Golddeckung für den Notenumlauf mußte der nicht durch Gold gedeckte Notenumlauf von 200 Mil- lionen Pfund auf 400 Millionen Pfund erhöht werben. Da statutenmäßig der ungedeckte Noten­umlauf nur 250 Millionen Pfund betragen durfte, war ein neues Gesetz erforderliche, um die getroffene Erhöhung zu rechtfertigen. Gleichzeitig mit der Ein­bringung dieses Gesetzes ist ber Pfund wert der Goldbestände der Bank von England, die bisher mit 85 Schilling pro Unze bewertet wur­den, buchmäßig erhöht worden, indem die Unze jetzt nach dem Weltmarktpreis für Gold, d. h. zur Zeit mit etwa 140 bis 150 Schil­ling, bewertet wirb. Daraus ergab sich ein Mehr­wert ber Golbvorräte der Bank in Höhe von rund 100 Millionen Pfund, so daß der Betrag des nicht durch Gold gedeckten Notenumlaufes von 400 Mil­lionen Pfund auf 300 Millionen herabge­schraubt werden konnte. Die kürzliche Erhöhung des ungedeckten Notenumlaufs auf 400 Millionen Pfund hatte in der englischen Öffentlichkeit schon Inflationsbefürchtungen auftomnien lassen, die offen- bar durch diesen banktechnischen Kunstgriff beschwich­tigt werden sollen.

Die von ber Regierung eingebrachte Vorlage bedeutet also für den Augenblick keinen we­sentlichen Wechsel im Notenumlauf. Das Recht ber Bank zur Ausgabe von Banknoten wird nicht erhöht. Denn während die Neube­wertung, sobald bas Parlament zu der Vorlage seine Zusttrnmung gegeben hat, den Nominal» betrag b"r Goldbestände, gegen die Noten im gleichen Betrage ausgegeben werden können, um rund 94 Millionen Pfund vermehrt, wird gleichzeittg der nicht durch Gold gedeckte Notenumlauf um hundert Millionen Pfund herabgesetzt werden. Nach Ansicht führender City-Kreise stellt die geplante Maßnahme eine Stärkung der Verteidigung gegen künf­tige Angriffe der internationalen Speku­lation auf b"n Sterlingkurs bar. Die Maß­nahme ist ergriffen worden in einem Augenblick, wo die Stellung des Pfundes nicht unmittelbar

Für zwölf Tage ist einem nun dieses Schiff Hei­mat. Oh, sie kennen sich bald rasch auf ihrem Schiff aus, unsere braven Urlauber, und wer nach 24 Stunden noch Back- und Steuerbord durchein­ander wirft, der wird mitleidig angesehen. Der erste Marsch der Mittelmeerfahrer unter Führung der Hochseekapelle auf dem Promenadendeck ist eine gar lustige Angelegenheit, die viel Freude auslöst. Und dann läßt man sich häuslich auf den Liegestühlen nieder, und die ganz Mutigen verschmähen Mantel und Decke, dieweil die Sonne immer wärmer vom Himmel brennt 15, 16, ja 17 Grad im Schatten zeigt das Thermometer im Januar, und die Gedanken wandern unwillkürlich in die Heimat, in der man jetzt noch tüchtig einheizen muß.

Wenn mit Trompetensignal zu den Mahlzeiten gerufen wird, dann haben die Urlauber genügend Gelegenheit, zu zeigen, wie appetitanregend die See­luft wirkt. Was es zu essen gibt? Alle guten und schönen Dinge, die sich Überhaupt denken lassen. Gut, kräftig und schmackhaft wird gekocht Selbst die Allerhungrigsten brauchen sich nicht zu beklagen, sie werden bestimmt satt. Und als es eines Abends Labskaus gab, das bekannte Seemannsgericht, das den Binnenländern zum großen Teil unbekannt war, da wollten die Anfragen an den Koch, wie man dieses schmackhafte Essen zubereitet, gar fein Ende nehmen. Nun, ber Schleier bes Geheimnisses ist etwas gelüftet worben, unb das vorzügliche See­mannsgericht wird nun gewiß in einer großen An­zahl deutscher Haushalte seinen Einzug halten.

Zwölf Tage unter südlicher Sonne.

Streiflichter von der 125. KdF.-Neise des Dampfers »Der Deutsche

ordnung will aber, wie Ragheb Dey erklärte, an der Konferenz nur teilnehmen, wenn auch die Ver­treter des Arabischen Komitees durch ihre eigene Beteiligung ihr Einverständnis mit der Anwesenheit der Verteidigungspartei zum Ausdruck bringen. Sollten jedoch die Vertreter der Palästina-Araber die Konferenz verlassen, so werde seine Delegation, so erklärte Ragheb Bey, ebenfalls auf die Konfe­renzbeteiligung verzichten. Sollte die Beteiligung beider Abordnungen der Palästina-Araber er­möglicht werden, so bleibt cs nach Meinung poli­tisch interessierter Kreise Kairos jedoch auch weiter- hin unwahrscheinlich, daß das Arabische Komitee einer Lösung der Palästina-Konferenz zustimmt, die zugleich von der Nashashibi-Partei unterschrieben wird.

Trotz der Schärfe der Gegensätze, die sich im ara­bischen Lager gezeigt haben, ist man in London der zuversichtlichen Auffassung, daß die Palästina-Kon- ferenz am Dienstag eröffnet werden kann. Wie groß jedoch die Schwierigkeiten schon bei der Er­öffnungstagung fein werden, geht daraus hervor, daß Ministerpräsident Chamberlain feine Be­grüßungsansprache zweimal halten wird, zu­erst vor den arabischen Vertretern und dann, wenn diese den Saal verlassen haben werden, vor den jüdischen Vertretern, weil die Araber wohl zu Verhandlungen mit den palästinensischen Juden, nickt aber mit den in der jüdischen Abordnung be­findlichen Vertretern des Weltzionismus bereit sind.

E. F. Paris, 3. Februar.

Senator LLon Berard ist im Auftrag der fran­zösischen Regierung nach Burgos abgereift, um mit ber Regierung des Generals Franco die Füh­lung wegen der Einrichtung einer Vertretung Frankreichs in Nationalfpanien aufzu­nehmen. Vor feiner Abreise erklärte V6rarb, er be­gebe sich als guter Nachbar nach Spanien. Zusam­men mit Senator Bärard hat sich ber frühere spa­nische Botschafter in Paris, Quinn one s be Leon, nach Burgos begeben. Senator Berard gilt als guter Kenner spanischer Verhältnisse. Anderseits galt Quinones be Leon, ber in Paris im Hotel Meurice wohnt, feit Ausbruch des fpanifchen Bür­gerkrieges als halbamtlicher Vertreter Francos in Frankreich.

Wer wird Botschafter in Burgos? Diese Frage beschäfttgt die französische Presse auch weiterhin lebhaft. Drei Namen werden genannt, ber General Cabrux, ber aus feiner Dienstzeit in Marokko her General Franco sehr gut kennt unb als dessen persönlicher Freunb gilt. Der fran­zösische Kardinal Baubrillart, ein hervor­ragender Wissenschaftler der französischen Kirche, der über sehr weitreichende Beziehungen zu spanischen kirchlichen Kreisen verfügt, und schließlich der radikal- sozialistische Abgeordnete M a l v y , der unter den französischen Politikern als derjenige gilt, der am genauesten die spanischen Derhältnisie kennt. Der Reise des Senators Bärard legt man große Be­deutung bei. Auch ber bekannte Abgeordnete der Rechten. laittinger, ber sich in der außen­politischen Kammeraussprache lebhaft für die Ent­sendung eines französischen diplomatischen Vertreters nach Nationalspanien eingesetzt hat, hält sich gegen­wärtig in Nationalspanien auf.

Mit großem Interesse sieht man in Paris den Beschlüssen des Ministerrats am Samstaa entgegen, der sich mit der Regelung des Verhältnisses Frank- reiche zu Nationalspanien beschäftigen wird. In der Presie, soweit sie nickt marxistisch eingestellt ist, kommt die Ansicht zum Ausdruck, man könne inner­halb des Kabinetts kaum über die Zweckmäßigkeit

und Siegeln der Organe bes Direktoriums bas Vytis-Zeichen (bas litauische Staatswappen) zu entfernen. An feine Stelle tritt das nach der Abtrennung des Memellandes vom Reich zum Wap­pen bestimmte Stadtwappen Memels.

Das japanische Unterseeboot 63 stieß zwischen Schikoku und Kyuschu mit einem anderen Unterfeeboot zusammen und sank sofort. Ret­tungsarbeiten sind sofort eingeleitet worden.

Im Einvernehmen mit der Regierung der Ver­einigten Staaten ist ein gemischter englisch- amerikanischer Ausschuß gebildet worden, um die Ansiedlung von jüdischen Flücht­lingen in Britisch-Guyana in die Wege zu leiten. Der Ausschuß, ber aus sechs Amerikanern und zwei Engländern besteht, wird Mitte Februar in Britisch-Guyana erwartet.

Der Handelsschiffsbau 1938.

Bei ber engen Berbunbenheit, in ber die Handels­marine im Kriegsfall zu den Kriegsmarinen stehen, ist die soeben veröffentlichte Schiffsbaustatistik von Lloyds, dem großen englischen Versicherungs­büro, von besonderem Interesse:

In der ganzen Welt mit Ausnahme von Sow­jet-Rußland und Spanien waren Ende Dezem-

Richtung auf die Kreisstadt Ripoll gewandt, die bereits unter nationalem Artilleriefeuer liegt. Die Truppen müssen bei diesem Vorstoß Höhen von über 2000 Meter überwinden.

Die Maesttazgo-Armee umgeht im Abschnitt Dich das Monsenys-Gebirge, während die Le- aionäre im Küstenabschnitt das gleiche Ge­birge östlich einkreisen. Dadurch wird ein verlust­reicher Sturm auf das zerklüftete Bergland, in dem sich die internationalen Brigaden verschanzt haben, vermieden. Der nationale Heeresbericht meldet außerdem die Besetzung der Fischereihäfen Llor et de Mar und T o s s a, 10 Kilometer südlich von dem Hafen San Feliu de Guixols.

Die schweizerische Landesverteidigung

Berlin, 2. Febr. (DNB.) Der schweizerische Nationalrat hat mit 96 gegen 2 Stimmen den Bun­desrat ermächtigt, im Jahre 1939 Truppenkon­tingente aufzubieten, soweit und so lanae es die Umstände erfordern. Dieser außerordentliche Dienst soll nicht als Mobilmachung, sondern als 3 n ft r u f t i o n s b t e n ft" gelten. Die Ermächti- Sbes Bundesrates wird mit derunüberficht- i und u. U. rasche Entscheidung fordernden eu­ropäischen Gesamttage" begründet. Der Antrag bes Unabhängigen Duttweiler, welcher eine weitere Verstärkung der Landesverteidigung, insbesondere der F l u g w a f f e , Bodenabwehr und Landesbefestigungen, unter geeigneter Deckung der Auslagen durch Erhebung eines Wehropfers bezweckt, wurde jedoch mit 65 gegen 53 Stimmen abgelehnt. Weiter hat der Nationalrat die Amnestie für bie Spanien-Fahrer mit 93 Nein gegen 71 Ja verworfen. Geschlossen für die Amnestie stimmten die Sozialdemokraten, Kommunisten und Jungbauern, ferner ein Teil der Unabhängigen und vereinzelte Freisinnige.

Prozeß um Aktien ter Dschibuti-Bahn.

Paris, 2. Febr. (Europapreß.) Vor der Ersten Kammer des Pariser Appellationsgerichts kam am Mittwoch die Klagedes Ne aus gegen ten italienischen Staat zur Verhandlung. Es drehte sich wiederum um die Frage, w e m die 9000 Aktien der D s ch i b u t i - B a h n ge­hören, die der Negus auf feiner Flucht mitgenommen hat, und wem die Abgaben der französisch - italienischen Salzgesellschaft zufließen sollen. Das Gericht hatte sich bereits bei früheren Verhandlungen als unzuständig erklärt. Am Mittwoch wurde beschlossen, die Abgaben der beiden Gesellschaften solange gesperrt zu lassen,bis die Besitzverhältniffe endgültig geklärt seien".

Unser Sonderberichterstatter nahm an ber 125. Reise bes KdF.-DampsersDer Deutsche" teil, die von Genua über Neapel und Palermo nach Venedig führte. Die folgenden Zeilen sollen kein Fcchrtbericht fein, sondern einen kleinen Querschnitt durch diese Reise geben, Streiflichter, die im großen und ganzen selbstverständlich nicht nur für das Traditionssckiff ber KdF. - FlotteDer Deutsche", sondern auch für die anderen Dampfer Geltung haben, die deutsche Arbeiter in ferne Länder führen.

Aus Dunst, Nebel und Regen steigt die alte Hafenstadt Genua hervor. Die letzte halbe Stunde vor Ankunft des Zuges hat es keinen Reifenden mehr in dem Abteil gelassen. Alle Fenster find dicht belagert, jeder harrt mit größter Spannung der Ankunft und der Einschiffung auf dem Dampfer. Und ehe man es sich versiebt, liegtDer Deutsche" vor uns, ein stolzes und großes Schiff, bas erste, bas vonKraft durch Freude" in Dienst gestellt wurde.

Die ersten paar Stunden vergehen wie im Traum. Treppauf, treppab geht man. wandert bie langen Decks entlang, durch die Speise- und Gesell­schaftsräume, und die Eindrücke, die auf den Fahr­gast eindringen befindet sich doch der überwie­gende Teil von ihnen zum ersten Male auf einem großen Dampfer, wollen kein Ende neh­men. Es ist auf den ersten Augenblick nicht so einfach, sich überall zurückzufinden. Man glaubt es manchen Reisenden, wenn sie lachend erzählen, sie hätten bei ihren Kreuz- unb Quergängen auf bem Schiff sich völlig verlaufen und 20 Minuten gebraucht, bis sie in ihre Kabine gekommen wären.

Nach ganz kurzer Zeit bereits fühlt man sich völlig heimisch. Man merkt, daß hier in jeder Beziehung eine sinnvolle Organisation obwaltet, baß alle, vom Kapitän bis zum jüngsten Mattosen, nur das eine Ziel kennen: den Urlaubern den Aufenthalt an Bord so angenehm wie möglich zu machen, damit sie diese Tage nie vergessen. Und daß dies der Fall gewesen ist, bas haben die 899 Fahrgäste runden rott diesmal nicht auf 900 auf! einmütig bestätigt.

Man sitzt in der Kajüte bes Kapitäns Stehnk- ken bei einem kleinen Plauderstündchen zusammen. Was Wunder, daß sich das Gespräch um die Fahrt und überhaupt um die Einrichtung der KdF.-See- reifen dreht.

Welches sind die Erfahrungen, bie Sie, Herr Kapitän, mit den Urlaubern gesammelt haben?"

Ich habe als Kapitän desDeutschen" bisher 40 000 Urlauber an Bord gehabt und kann Ihnen sagen, daß ich in meiner langjährigen seemännischen Laufbahn noch niemals so dankbare, zufrie­dene unb fröhliche Passagiere gesehen habe. Die meisten von ihnen betraten überhaupt zum ersten Male ben Boden eines Schiffes, alles ist ihnen naturgemäß zunächst fremd und unge­wohnt, unb viele können es gar nicht im ersten Augenblick fassen, daß die verschiedenen Räume ihnen allen zugänglich sind, ja daß das ganze Schiff ihnen gehört. Es gibt für uns bei diesen Worten zieht ber Kapitän eine dicke Mappe hervor keine größere Freude als bie, wenn von den Urlaubern Dcmkesschreiben eintreffen. Aus allen Briefen, bie bei uns eingehen, ersehen wir immer von neuem wie sehr eine Fahrt mit unserem Schiff jebem ein­zelnen zu einem unvergeßlichen Erlebnis

ber Ernennung eines französischen Botschafters in Burgos noch verschiedener Meinung sein. DasPe- tit Journal" erklärt, auf französischer Seite müsse nunmehr der Fehler vermieden werden, daß man noch glaube, das Verhältnis zu Franco lediglich durch Die Entsendung eines offiziösen Agenten nor­malisieren zu können. Die nationalspanische Regie­rung fordere heute, wie sie verschiedentlich erklärt habe, die Anerkennung de jure.

Die Blätter halten es für wahrscheinlich, baß einer der Hauptpunkte ber Mission Becards die Er­örterung des Problems ber Flüchtlinge aus Sowjetspanien bildet, die durch den schnellen Vor­marsch der Franco-Truppen an die französische Grenze immer dringender werde. Der dem Quai d'Orsay nahestehende Petit Parisien sagt, es sei unvorstellbar, daß Frankreich noch länger eine Re­gierung ignoriere, die tatsächlich schon seit zwei Jahren bestehe unb jetzt schon über 4/$ Spaniens regiere und in Kürze ihre Regierungsgewalt auf bie ganze Länge ber französischen Pyrenäen-Grenze ausüben werde.

nationaler Vormarsch im winterlichen Hochgebirge.

Schwierigkeiten für die Palästina-Konferenz.

Kairo, 2. Februar. (Europapreß. Funkspruch.) Das Schicksal der Londoner Palästina-Konferenz, die in der nächsten Woche beginnen soll, erscheint schon deswegen recht ungewiß, weil die Frage einer Zusammenarbeit zwischen ber Abordnung desAra - bischen Komitees unb ben Vertretern des sog. Gemäßigten Arabischen Verteidi­gung s p a r t e i" auf der Konferenz noch völlig ungelöst ist. Die nach der Abreise verschiedener ara­bischer Abordnungen nach London in Kairo weitergeführten Verhandlungen zwi­schen der englischen Botschaft und der Verteidi- gungspartei haben zwar zu dem Ergebnis geführt, daß bie Verteidigungspartei eine So nde rab- ordnung unter Führung von Ragheb Bey Nafhafhibi nach London entsenden wird; diese Ab­

23 neue Militärflugplätze in England vorgesehen.

London, 2. Febr. (Europapreß.) 23 neue Flugplätze sollen für die freiwillige Reserve ber Luftwaffe Großbritanniens bereitgestellt ober neu errichtet worden. Luftsahrtminister Sir Kings­ley Wood erklärte auf der Jahreskonferenz des Verbandes englischer Flugplatzbesitzer, der A n k a u f von Land unb bie notwendigen Bauten würden schon bald beginnen. Die Regierung sei im übrigen bereit, private Flugplätze au mieten und das private Flugwesen zu unterstützen. Die Jahresunterstützung ber Regierung für bie zivile Fliegerei unb ihre Verbände sei von 1,5 Millionen Pfund Sterling auf drei Millionen erhöht wor­den.

Dezentralisation des Luflschutzes in England.

London, 2. Febr. (Europapreß.) Eine Dezen­tralisation ber mit dem Luftschutz betrauten Ver­waltung wird von bem mit ber zivilen Verteidigung betrauten Minister Sir John Anderson angekün- digt. Nach diesem Plan wird England in zwölf Regionen" eingeteilt. Für jede dieser Regionen soll schon in Friedenszeiten eine Schattenorgani­sation ber zivilen Verteidigung geschaffen werden. An die Spitze einer jeden Region wird ein Kom­missar gestellt, dem die schon vorhandenen Luftschutz­warte unterstellt werden. Für diese Posten sollen angesehene Persönlichkeiten ausgewählt werden, die nach Möglichkeit ihren ftänbiaen Wohnsitz in der in Fraae kommenden Region haben. Der Regional- I Kommissar wird bereits in Friedenszeiten eine enge Fühlung mit allen Regierungsbehörden feines Amts­bereichs Herstellen. Im Falle eines Kriegsausbruchs wird der Kommissar praktisch die Stellung eines Zivilgouverneurs einnehmen, auf ben, falls durch Kriegshandlungen die Verbindungen mit ber Zentralregierung unterbrochen werden sollten, alle Regierungsbefugnisse übergehen.

Barcelona, 3. Februar. (DNB. Funkspruch.) Mit der Eroberung der wichtigen Ortschaft San Lorenzo de Morunys nordwestlich von Berga näherte sich die Urgel-Armee unter Gene­ral Munoz Grande von Südosten auf 17 Kilometer der alten Bischossstadt Seo de Urgel. Diese Operationen spielen sich bereits in schwierigsten Hochgebirgsgelände der winterlichen Pyrenäen un­ter ungünstigen Witterungsverhältnissen ab. Die Bolschewisten scheinen hier jedoch nur noch über ge­ringe Kräfte zu verfügen, da sie sich meist kampf- . . , ,

los zurückziehen. Die Arragon-Armee, die Berga in Moskau miftetlte, beabsichtigt sie, bie Buda- erobert hat, teilte sich in zwei Abteilungen. Die1 pefter Gesandtschaft zu schließen und eine m erste rückt genau nördlich auf den Grenzort Puig -einem anderen Staate tätige Gesandtschaft zu c erba vor um die Hauptstraße nach Frankreich betrauen, sie bei der ungarischen Regierung zu abzuschneiden. Die zweite hat sich nach Osten in | vertreten. Die ungarische Regierung trifft bem-

An Tankschiffen waren in der ganzen Welt Ende des vergangenen Jahres 95 Schiffe (von 1000 Brt. unb darüber) mit 837 688 t in Bau, die sich auf die einzelnen Länder wie folgt verteilen:

abs. London, 2. Februar, j bedroht rft, um zu vermeiden, daß sie als eine

Di« Goldbestände der Bank von England Panikmaßnahme ausgelegt werden könnte.. Gleich­sind über Nacht v o n 1 2 6 a u f 2 2 0 M i l 1 io n e n zeitig bedeutet sie aber auch einen entschiedenen Pfund gestiegen, aber nur auf dem Papier. Es Schritt in Richtung auf eine endgültige A b ° ist kein Gramm Gold neu in die Tresors der Bank Wertung des Pfundes gegenüber dem Gold gewandert. Die Goldbestände bes Währungsaus-1 für ben Fall, daß jemals wieder ein festes Ver­gleichsfonds waren infolge bes ständigen Abfmkens jhältnis zwischen Sterling-Währung und Gold ins