Kwd&rvaii 1-6 vhatvmu
(Juvdew tfä/üqfwck üwddtu KfoiMkwd
MONDAMIN
Wir sind uns gut, du bist allein. Es ist schon Schnee gefallen. Die Flocken sollten Grüße sein, von mir — und von uns allen.
Noch müssen wir im Polenland an Bug und Weichsel stehen. Doch darf im Geiste S)anb in Hand ich wieder mit dir gehen.
Du schreibst, hier wär' der Krieg vorbei, was wir denn da noch wollten? Mein Lieb, ob Krieg, ob Frieden sei,«». hier ist der Herbst so golden.
Lied aus Polen.
Don Walter Appelt.
Und nun der Winter kommen will, eh sie uns heimwärts riefen, lag heute ich ein Weilchen still mit meinen Feldpostbriefen.
Und wer dies kleine Liedel find', mag's halten, mag's verlieren! Ich schrieb's auf buntbemaltem Spind in Polens Notquartieren.
Denn eine späte Aster blüht hier — wie daheim im Garten. Die sagt dem hoffenden Gemüt: Erfüllt wird alles Warten! —
Kampf auf der Insel Marzipan.
„Die Insel Marzipan" ist ein höchst selten ge< wordenes und reizvolles Kinderbuch, das Adolf Glaß« brenner geschrieben und Theodor Hosemcmn illustriert hat. Die sämtlichen farbigen Bilder des Buches werden im Nahmen eines Aufsatzes im Dezemberheft von Velhagen L Klasings Monatsheften in originalgetreuen Wiedergaben! veröffentlicht, und so wird ein Werk wieder lebendig, dos vor fast hundert Jahren das Entzücken der Kinder war, und das heute eine merkwürdig gegenwärtige Bedeutung erhalten hat. Denn dieses Kinderbuch hat einen politischen Nebensinn und verkündet den Sieg des Lichtes und den Sie§ des Guten im weihnachtlichen und im politischen Sinne. Das Glück auf der Kinderinsel Marzipan ist zu groß und zu rein, als daß es nicht angegriffen werden sollte. Die Mächte der Finsternis kämpfen gegen das Reich des Lichts. Das ist der Inhalt jedes Glaubens, und, di; kleinen Bewohner von Marzipan müssen beweisen, ob sie ihres Glückes würdig sind, so wie jedes Bolt im Kampf um jein Dasein, seine Zukunft»
Auch ein Kamerad.
Don Max Iungnickel.
1917 wurde sie 18 Jahre alt. Ihre Mutter besaß kiv bescheidenes Eisenwarengeschäft. Sie, die einzige Achter, ging fleißig und strebsam der Mutter zur h>nd. Es war Krieg. Das Geschäft ging feinen Mlen Gang und brachte gerade soviel ein, daß die Mden Menschen sich behaupten konnten. Sie, die Achter, in ihrer stillen, ernsten Art, wollte helfen, v»llte mittun in einer Zeit, wo draußen, außer- Hlb de? Vaterlandes, die feurigen Würfel fielen. =<* schloß Freundschaften mit den Kindern, die ihre Ücker im Felde hatten und die, weil die Mutter »«-dienen mußte, ost ohne Aufiicht waren. Sie zählte ihnen Märchen, brachte ihnen Bilderbücher«
mmtr W
Die schmälten Fr«
Kamerad Weißkohl.
Von Heinz Klockenbusch.
Eigentlich hieß er Weißkopf. Seinen Vornamen haben wir erst später erfahren. Er war ein baumlanger Jüngling mit schlaksigen Gliedmaßen. Das wesentliche an ihm aber, so glaubten wir damals, war sein unglaublich guter Appetit, über den in unserm Frontabschnitt bald die ungeheuerlichsten Gerüchte im Umlauf waren.
Er kam zu uns in die Gruppe, und wir nannten ihn „Kamerad Weißkohl". Teils wegen seiner ausgesprochenen Vorliebe für dieses in der Schützengrabensprache als „Fußlappen" bezeichnete Gemüse, teils wegen der sagenhaften Mengen, die er davon zu vertilgen vermochte. Wir waren ja allerlei gewöhnt, aber was unser neuer Gruppenkamerad im Futtern leistete, stellte alles in den Schatten. Dagegen war sogar Kruppa von der vierten Gruppe ein Waisenknabe. Es war ein Naturschauspiel, Kamerad Weißkohl beim Essen zuzusehen und die Gemütsruhe zu bewundern, mit der er ungeheure Mengen in seinem dürren Leibe verschwinden ließ, um dann, wenn sich nichts, aber auch gar nichts Eßbares mehr vorfand, seufzend den Löffel beiseitezulegen.
Nicht lange, da wurde er seines gesegneten Appetits wegen von allen gern gehänselt. Kamerad Weißkohl lächelte gutmütig zu unseren bisweilen derben Scherzen. Höchstens, daß er sich zu der Bemerkung hinreißen ließ: „Nur kein Neid. Wer hat, der hat —!" In schweren Fällen aber pflegte er zu sagen: „Da solltet ihr euch mal den Kruppa von der Vierten ansehen! Mit dem kann ich bestimmt nicht antreten —!"
Es ist nie ergründet worden, ob diese Behauptung den Tatsachen entsprach. Wohl aber geschah eines Tages vor Arras etwas, das alle blöden Witze mit einem Schlage verstummen ließ und zur Folge hatte, daß wir Kamerad Weißkohl nur noch wie jeden anderen mit dem Vornamen riefen.
Es war ein regnerischer Herbstabend, als Kamerad Weißkobl an der Reihe war, sich dem Trägertrupp anzuschließen und für unsere Gruppe das Essen zu holen. Diese Gänge durch das zertrommelte, unwegsame Gelände, auf dem in diesen Stunden immer schweres Störungsfeuer lag, waren nicht nur mühsam und beschwerlich, sondern auch gefährlich. Manchen Essenholer vom Trägerzug haben wir im Morgengrauen kalt und stumm neben seiner Traglast gesunden.
Kamerad Weißkohl ging pfeifend aus dem Unterstand, und wir warteten ruhig auf seine Rückkehr. Das wußten wir alle: Den Kessel mit dem Essen würde er unter keinen Umständen im Stich lasset
ihre Puppen und buk für sie Kuchen. Von ihren mageren Ersparnissen machte sie Liebesgaben und schickte sie ins Feld. Dankbriefe, von Soldatem Händen geschrieben, kamen hin und wieder. Sie beantwortete sie steudig und sorgfältig. Nun muß man bedenken, daß sie eine kräftige Handschrift hat. Ihren Vornamen setzte sie nur mit dem Anfangsbuchstaben hin. Sie war eben eine schüchterne Person und wollte nicht aufdringlich erscheinen. Ein Soldat, der bei Cambrai lag, schrieb ziemlich oft. Er war Schlosser gewesen, und weil er elternlos war, hatte er diesen ober jenen Wunsch. Er bat sie, doch gelegentlich mal in seiner Fabrik anzufragen, wie es dort stünde, ob man sich noch feiner erinnere, und ob er Aussicht habe, nach Kriegsschluß wieder eingestellt zu werden. Ein Mensch, der in der Hölle des Schützengrabens voller Dankbarkeit und Sehnsucht seines Arbeitsplatzes gedachte. Sie führte gewissenhaft seinen Auftrag aus, schickte dann wieder ein Paket und wieder einen Brief. Und dann schrieb er ihr, mitten zwischen Zeilen, darüber Tod und Vernichtung hingestrichen waren: „Ich wünschte. Sie wären mein Vater!" —
Sie mußte laut auflachen wie über ein gelungenes Versteckspiel. Und bann schrieb sie nicht mehr. Sie stellte sich aber den Soldaten vor, phantasierte sich sein Bild zurecht und verspürte eine gelinde Reue darüber, daß sie ihren Vornamen nicht voll und ganz hingesetzt hatte. Eine Schüchternheit hielt sie davon ab, ihr Dersteckspiel einzugestehen.
Und dann! Eines Tages steht ein Soldat im Laden und stellt sich vor, fragt nach dem gütigen alten Herrn, der ihm so viel Gefälligkeiten erwiesen hatte. Er erwartete offenbar einen schlohweißen Vollbart, der sich jeden Augenblick durch die Tür schieben wird. Und da muß sie freilich Farbe bekennen. Die Augen des Soldaten blicken zuerst groß vor Staunen, und bann lächeln sie hell, verwundert und glücklich strahlend.
Und nun ahnt sicherlich jeder, wie der Pfeil des Liebesgottes losschnellte und die Urlaubstage des Soldaten selig durchfunkelte. Und bas Ende biefes felbgrauen Erlebnisses? Gleich nach Kriegsschluß heirateten sie. Er ist heute Werkmeister in seiner alten Fabrik geworben. Vier Kinber haben sie. Unb manchmal sagt ihr ber Mann, wenn er sie flink unb nimmermüde am Feierabend antrifft: „Eigent- lich so unrecht hatte ich doch nicht, als ich bich für einen Mann hielt." —
Dann sieht sie wie verwandelt von ihrer Arbeit auf, unb ihr Gesicht hat einen leuchtenb hellen Schimmer.
Richtig setzte denn auch zur gewohnten Stunde heftiges Feuer auf die Anmarschwege ein. Aber unsere Sorge erwies sich als unbegründet. Nach drei Stunden war Kamerad Weißkohl zurück und stellte den Kessel auf den Tisch. Im Unterstand duftete es nach „Fußlappen". Ader bas Unerhörte geschafft Kamerab Weißkohl griff nicht zum Löffel, sondern verschwanb wieber im Graben. Er ließ fein Leibgericht im Stich. Da mußte etwas geschehen fein ...!
Ww rieten hin unb her. Kamerad Weißkohl blieb verschwunden.
„Sicher hat der mitleidige Küchenbulle dem Ewig« Hungrigen etwas Besonderes zugesteckt, unb bas per* speist er nun irgenbroo, um nicht mit uns teilen zu müssen!" sagte jemanb von uns.
Eine Stunbe mochte vergangen fein, da stapfte Weißkohl schwer in den Unterftanb unb begann zu essen. Aber er legte ben Löffel balb wieber beiseite unb sah schweigend in das Kerzenlicht. Auf unsere Frage, ob er keine Angst gehabt habe, wir würden ihm nichts übrig lassen, lächelte er still unb fonberbarN
„Diekmann von ber vierten Gruppe ist beim Essenholen schwer verwunbet worben", sagte er. „Da bin ich noch mal losgegangen unb habe beim Essenkessel ber Vierten angefaßt. Denkt boch mal, wenn Kruppa heute abend nichts zu essen gekriegt hätte ...!"
Das sagte er mit seinem stillen, guten Lächeln und einem unendlich traurigen Gesicht, und es war eine Weile sehr still in unserem Unterstand. Dann begriffen wir. Und seitdem nannten wir ihn, ber seine kamerabschaftliche Tat hinter biesem Scherz verbarg, nicht mehr „Kamerab Weißkohl",
- Nti' iuen, vM
■ roottte d venmte Leute W'
ich
Sl pst- «jg rte. ÄJ ;e Smje*
onnigens M und.' ene®^ utm,
rtun auch
5 Md" Ifl.
qu bet’ U- v M ihretu
■ K- &
» ^"1 ich^I
> Leute-
M. 283 Dritter Blatt
2./3. Dezember 1939
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
wertvolle Schätze im Gießener Stadtarchiv
Eine reichhaltige Fundgrube für die Geschichte unserer Stadt von 1600 an
*) Bei der Brotzuteilung für Kinder über 6 Jahre besteht folgende Anordnung: Kinder von 6bis 10 Jahren erhalten pro Woche 1700g Brot oder 1200g Brot und 375 g Mehl, Kinder üb e r lOJahre gelten als Normalverbraucher, d. h. sie erhalten wöchentlich 2400 g Brot oder 1900 g Brot und 375 g Mehl.
Zitiert, nb uiti der 1 er in
Müs,
en, stille.« I "bliche. Sw lei! be« , in er« rkuWi, Ö seiner de Ach n starte )en.
Sauer.
Wilhelm Berlin.
■ erzählt i Brand tny dem m in die r wissen- r rauhen leben.
Wichen erlei ®. eine ye- Ichiedemü ibt Wem ählt, chaft und tscheidunz i Wissen, üngt all- ’benswegi nb er ge sant, bd’ mindert« nschein.
inb wir; Leinen ze> ■ ; in Shit!11 n, der di' deutsche-
iai Kams'! m für ein , Menscher
Aus der Stadl Gießen.
Licht im Herzen...
Wenn die dunkelste Zeit des Jahres gekommen ist, wenn die Sonne in ben kurzen Tagesstunden kaum noch sichtbar wird unb ber graue Dämmerschein durch die Scheiben sieht, bann erscheint gleich einem freundlichen Tröster ber Advent. Und damit hebt sie an, die köstliche vorweihnachtliche Zeit deren stille Poesie die Tage verklärt, die uns noch von dem Weihnachtsfest trennen.
Es ist kein Zweifel, daß der Sttmmungszauber der Aboentszeit in jener tiefen Sehnsucht nach dem Licht begründet ist, die uns alle bewegt. Schon unsere Vorfahren beseelte der Lichtgedanke, und wenn die Kirche auch verstand, diesem Gedanken eine ihrem Wesen gemäße Ausdrucksform zu verleihen, so blieb im Grunde doch die alte Sehnsucht als wesentlichste Erscheinung. Ein Wunder ist bas freilich nicht bei einem Volke, in dessen Breiten sich die unwirtliche Jahreszeit ganz anders auswirkt, als etwa bei den Völkern in den südlichen Zonen. Um so inniger formt sich deshalb unser Weihnachtserleben, das die Empfindungsttefe des deutschen Gemüts widerspiegelt, während es anderswo vielfach in Aeußerlichkeiten verebbt.
Hat aber in anderen Jahren die Adventszeit bei uns ihren köstlichen Zauber entfacht, fo geschieht es in diesem Jahre des Krieges nicht minder. Der Lichtgedanke in dem Sinne eines geistigen Faktors bewegt uns mehr denn je, unb wenn wir an bas
Oie Lebensmittelzuteilung
vom 4. bis 40. Dezember 4939.
Müsse für die Familiensorschung finden. Beachtenswert sind ferner zwei alte ZinsbücheiL von 1495 und 1533, deren Eintragungen die an dis damalige Landesherrfchaft abzuliefernden Zahlun». gen und deren Fälligkeiten aufmeifen. Die Gießener Stabtrechnungen von 1542 ab bis in untere neueste Zeit hinein sind in dem Archiv ebenfalls vorhanden, aus der älteren Zeit fast tüt« fenlos, aus ber neueren Zeit vollständig. Die Ho«, spitalrechnungen (Armen- und Krankenwesen) sind bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts in dem Archiv anzutreffen.
Aus der neuesten Zeit ist natürlich alles Mats« rial aus den Geschäften ber Stabtverwaltung, soweit es schon archivreif ist, hier zusammengesaht. U. a. ist auch bereits bas ältere Gemeindearchiv von Wieseck, bis Anfang 1820 reichend, übernommen worden, bas Archiv von Klein- Linden wird noch eingegüebert werden. Bei bet vorstehenben Auszählung hanbelt es sich nicht etwa um eine vollständige Kennzeichnung ber Archivbe^ ftänbe, sonbern nur um eine auszugsweise Inhaltsangabe über bie wichtigsten unb interessantesten Schätze.
Das Stadtarchiv dient in erster Linie natürUch den Zwecken ber Stadtverwaltung selbst. Daneben findet es auch für die Familienforschung in weitem Ausmaß Verwendung, da es eine besonders wertvolle Quelle der Gießener Stadtgeschichte darstellt. Die Archivbestände sind weiterhin eine geschätzte Grundlage für Dissertationen, auf der bisher u. a. Dissertationen über den Gießener Wald, über die Geographie von Gießen, über die Geschichte des Veterinärwesens usw. entstanden sind. Für dis Zwecke der Namenforschung (Personen- und Flurnamen) und für mancherlei wissenschaftliche Arbeiten, ja sogar für die Durchführung eines Prozesses, mußten die Archivbestänbe als Quelle dienen. Aus diesem reichen Schatz ber Gießener Lokalgeschichte sind auch für die Folgezeit noch mancherlei interessante und bedeutungsvolle Arbeiten zu erwarten.
B.
Bestände von 1600 bis etwa 1840. Don den Archiv - beständen sind als besonders wertvoll unb interessant bie alten Lanbtagsakten aus ber Zeit bis 1800 anzusehen, als Gießen Vorort für ganz Oberhessen war; bie Akten erstrecken sich in ihrer Gültigkeit auf bas ganze Lanb Hessen. Aus ber Zeit von Mitte bes 16. Jahrhunberts unb Anfang des 17. Jahrhunderts find Gerichts bücher besonders bemerkenswert, in benen sich Eintragungen im Rahmen ber damaligen ftäbtifchen freiwilligen Gerichtsbarkeit vorfinden. Diese Gerichtsbücher find für bie Zeit von 1552 bis 1614 mit einigen Lücken vorhanden, sie stellen gewissermaßen die Vorläufer bes heutigen Grundbuchs bar, allerdings waren damals die (Eintragungen freiwillig. Ihre Fortsetzung fanden diese Bücher in den ftabt» geschichtlich besonders wertvollen unb interessanten Kontraktenprotokolle, bie etwa ben Büchern unseres heutigen Ortsgerichts zu vergleichen sind. Diese Dokumente, die seit etwa 1600 bis zur Mitte bes 185Jahrhunderts vorliegen, sind besonders für die Familienforschung von großer Bedeutung. In diesen Protokollen aus der Zeit von 1643 bis 1689 unb von 1707 bis 1773 — es klafft also zwischen den beiden Materialgruppen eine große Lücke — findet man interessante Eintragungen über Grunbstückskäuse und -tausche, Schenkungen, Güterteilungen, Erbschaften usw., alles Material, das für bie Gießener Familienforschung in vielerlei Hinsicht sehr aufschlußreich ist.
Nicht ntinber interessant ist bas etwa um 1600 einsetzende Gießener Bürge rbuch, das ein Verzeichnis derjenigen Bürger darstellt, bie bas Bürgerrecht hatten. Auch in biesem Buche, bas in gewissem Ausmaße ein Vorläufer des heutigen Adreßbuches ist, kann man viele wertvolle Auf-
kommende Weihnachtsfest denken, bann entfachen wir erst recht bas Licht in unseren Herzen. Die Verbundenheit mit unseren Lieben draußen und daheim, bas Bemühen, ihnen zum Fest der Liede eine herzliche Freude zu bereiten, verleihen diesen Adventswochen den weihevollen Glanz tiefer Empfindungen.
So geht durch die Häuser der deutschen Familie in ben dunklen Tagen vor dem Fest der gute Geist der Gemeinschaft. Er zündet helle Lichter an, deren symbolische Kraft es vermag, bie Herzen warm unb empfänglich zu machen für bie Hingabe, die sich nicht erschöpft im Tun unb Handeln für den einzelnen, bie vielmehr darauf sinnt, dem Großen und Ganzen zu dienen. Wo immer auch in den besinnlichen Abendstunden fleißige Hände rege sind, wo bie heimlichen Vorbereitungen für bas weihnachtliche Geschehen erfolgen: überall ist jener gute Geist wirksam, ber bas Gemeinschaftserlebnis zu werfen weiß.
Wir haben uns mit bem Betreuer unb Bearbeiter des Archivs der Gießener Stabt- verwaltung, Bibliothekar Dr. Lehnert, über bas Werden des Gießener Stadtarchivs und dessen Material für bie Geschichtsschreibung unserer Stabt unterhalten. Dabei ergab sich eine Fülle von interessanten Dingen, aus der hier eine Zusammenfassung in großer Linie gegeben sei.
Das Gießener Stabtarchiv ist gegenwärtig im Hause ber früheren Burschenschaft Akemannia an ber Gutenbergstraße untergebracht. Es hat in ber Zeit feines Bestehens schon vielfach fein Obdach gewechselt. Lange Jahre befand es sich im alten Stadthaus, bann fand es feine Aufbewahrung in ber früheren Milchküche (Säuglingsheim) in ber Kirchstraße. Hierauf wurde es im Dachgeschoß ber Oberrealschule eingerichtet, bann erhielt es Räume in ber Universitäts-Bibliothek. Don bort mußte es aus dringlichen Gründen in bie Kellerräume ber Oberschule für Mäbchen überführt werden, und von da kam es nun in bas frühere Alemannen-Haus, wo es tm ersten Stockwerk fein Heim hat. Diele Jahre lang wurde bas Stadtarchiv von bem im September 1933 verstorbenen Direktor ber Universitäts-Bibliothek Professor Dr. Ebel betreut und bearbeitet. Seit dessen Tode ist bas Archiv der sorgsamen Pflege unb stark interessierten Arbeit bes Bibliothekars Dr. Lehnert an vertraut.
Der Bestand bes Gießener Stadtarchivs umfaßt gegenwärtig etwa 2000 Urkunden unb Rechnungsbände aus der Zeit um 1600 bis heute, ferner eine Bibliothek von rund 800 Bänden und etwas über 100 Urkunden. Das Archiv ist zur Zeit in der Neuordnung begriffen, die in Kürze abgeschlossen sein wird; im wesentlichen geordnet sind bis jetzt die
Darum freuen wir uns dieser schönen Wochen des vorweihnachtlichen Wirkens. Sie geben bem Alltag einen Schimmer stiller Seligkeit, der feinen Ursprung nimmt von bem Hellen Licht, bas sich in unseren Herzen entzündet hat. H. W. Sch.
HSOAp., Gießen-Nord.
Am Dienstag, 5. Dezember, um 20 Uhr, findet '.in Eaft Leib, Walltorstraße,
ein ttamerabschaftsabend
ber Ortsgruppe Gießen-Nord in Verbindung mit ber NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" statt, ;u dem alle Partei- unb Volksgenossen hierdurch ungeladen werden. Es wird das große DarietS- programm „Der bunte Vogel" gebracht. (Eintritts» tarten sind im Vorverkauf bei den Mockleitern unb auf der Geschäftsstelle, Marburger Straße 20, erhältlich.
ZM-Untergau 116 Gießen.
Befr: Wochenendfchulung.
Ich erinnere an bie Dezember-Wochenenbschulun- jen bes ganzen JM.-Untergaues in den Standorten Äch, Heuchelheim (bzw. Gießen), Watzenborn- Steinberg, Großen-Bufeck, Lollar, Laubach, Grünberg, Dfarben, Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach. Die Schulung für ben Ring Gießen-Stabt ist am 10.12. 939.
Gertrud Samper, JM.-Untergauführerin.
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Glorta-Palast, Seltersweg: „DIII88". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Königswalzer". — Ar- tilleristen-Kameradschaft 1895: 20.30 Uhr „Hessischer Hof".
Tageskalender für Sonntag.
NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Volkse bitbungsftätte Gießen: 11 Uhr im Großen Hörsaal ber Landwirtschaftlichen Institute, Senckenbergstraße, Vortrag Professor Dr. Sessous: „Wie steht es um die Sojabohne?" — Stabttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr „Klassischer Humor"; 14.30 bis 17 Uhr
Lebensrnittel
Normalverbraucher
Gramm
Schwerarbeiter
Gramm
Schwerstarbeiter
Gramm
bis 3 Jahre Gramm
Kinder
3—6 Jahre
Gramm
6—14 Jahre Gramm
Brot..............
2400
2900
3900
1100
1100
*) Siehe
oder
1900 g Brot u. 375 g Mehl
und
500 g Brot od. 375 g Mehl sowie für jed bezeichnete 60 g
unb
500 g Brot od. 375 g Mehl en mit a u. b n Abschnitt Brot
oder
600 g Brot u. 375 g Mehl
oder
600 g Brot u. 375 g Mehl
Fußnote
Fleisch ob. Fleischwar.
625
1125
1325
375
375
625
Butter.............
250
250
250
250
375
250
Margarine ob. Del...
90
130
255
—
—
125
Schmalz ob. Speck...
62,5
125
437,5
—
—
—
Käse ..............
62,5
62,5 oder
62,5 oder
62,5
62,5 oder
62,5
oder
oder
ober
125 g Quarg
125 g Quarg,
125 g Quarg
125 g Quarg
125 g Quarg
125 g Quarg
Vollmilch..........
nur für werden Mütter, Wöchr die Dauer vor ferner für besor
y2 Liter, )e u. stillende terinnen für
6 Wochen, tbere Berufe
% Liter
y2 Liter
y4 Liter
Marmelade.........
100
100
100
100
100
100
ob. 40g Zucker
ob. 40g Zucker
ob. 40 g Zucker
ob. 40g Zucker
ob. 40g Zucker
ob. 40 g Zucker
Zucker.............
250
250
250
250
250
250
Eier...............
nach Aufruf
nach Aufruf
nach Aufruf
nach Aufruf
nach Aufruf
nach Aufruf
gibt cs Mondamin ans die Krcnz- Abfchnittc der Ueichsbrattarte für Kinder bis zu t» Jahren, iind zwar pro Monat zwei Pakete zn je 250 g = 500 g M ondamin.


