V
Jfi
Für den Weihnachts-Büchertisch
Vec BptikcramSohnhof
Manne fort Erinnerungen, die er heraufbeschwö-1 dann wohl auch Johannes Rückstein anerkennen XT.ff'nä.TiV.w. -* »«-'ÄÄJJÄJB* ***
(Nachdruck verboten.)
17. Fortsetzung.
Mebelhcuii !Ruhl_
29/30
V
Matthias Heitfeld hatte in Orb eine unerwartete Begegnung.
Er sah seine alte Freundin gleich am ersten Tage feines Aufenthaltes. Er hatte an einem der kleinen Tische zum Mittagessen Platz genommen, an einer der breiten Glastüxen, die zum Kurpark hinaus- führten.
Etwas später sah er Anna-Elisabeth Rückstein in den Speisesaal kommen. Ein weichfallendes dunkles Seidenkleid umhüllte die schmächtige Gestalt. Sie stützte sich auf einen Stock. Aber den kleinen Kops mit dem noch dunklen Haar trug sie sehr aufrecht Diese stolze Kopfbewegung mit einem gut Teil Eigensinn hatte sie schon immer gehabt. Sie nahm am Tisch einer älteren Dame Platz uni» sah Mat- thias Heitfeld nicht.
Anna-Elisabeth ... dachte der Mann. Es ist sehr lange her, seit wir uns zuletzt sahen. Es wird vor zwanzig Jahren gewesen sein. Damals lebte Heit- elds Frau noch und hatte ihn begleitet. Da traf man sich in Innsbruck und beließ es bei emer kurzen Begrüßung. Anna-Elisabeth war damals schon Witwe.
Am Nachmittag, als Heitfeld durch den Kurpark schlenderte, sah er die alte Dame am See. Da saß ie auf einer Bank und sah mit einem stillen Ge- icht über die liebliche Landschaft, die sich vor ihr breitete.
tungsklage um meinen Sohn gewinnen."
Sie stand auf und reichte Morcwitzky die Hand: „Geh jetzt, bitte. Man erwartet dich also morgen mittag in der Franklinstraße."
Er trat näher. „Guten Tag, Anna-Elisabeth!
Die alte Frau sah aus, Erstaunen im Blick, dann Freude. Sie rechte dem Jugendgeliebten die Hand, eine schmale, schon wenig unruhige Hand.
Matthias Heitfeld neigte sich darüber. „Eine freundliche Begegnung! Bist du auch zur Kur hier?
Er setzte sich neben sie. .
„Ja. Aber ich fahre schon in drei Tagen wieder ab'.' Schade! Weshalb bist du nicht eher gekommen, Matthias?"
Der Mann lachte: „Du bitt noch ganz wie früher! Gleich kommandierst du! Aber erzähle ... wie geht es dir?"
,Wir werden älter und klapprig, Matthias. Sonst wären wir nicht hier, sondern vermutlich auf lustigerer Fahrt!"
mehr unpolitild) geiahten N-e der pofitW Aktiv!-- MUS des Südflawentums erwuchs. -
Jelacic war eine Säule der Habsburger, Strohmayer dachte noch an keine Zersprengung der habsburgischen Monarchie, aber sie haben, jeder auf feine Art, einen Grundstein zum heutigen Sudflawenstaat gelegt. Dor dem Denkmal des soldatischen Bauernvaters auf dem nach ihm genannten Platz inmitten der Stadt, und vor dem des Bischofs, der fern Der mögen der Idee der südslawischen nationalen Einheit opferte, vor dem Akademiegebaude wird dem Gast ein Gefühl dafür lebendig, wie notig wir es haben, etwas von den Menschen und den Vorgängen zu wissen, die unsere Nachbarvölker zu dem geformt haben, roa» sie heute sind. .. ....
Ein Volk hat Anspruch daraus, daß man die histo rischen Persönlichkeiten kennenzulernen sucht, die es verehrt, und es wird nicht geneigt sein, an besondere Wertschätzung zu glauben wenn> seme großen Namen Schall und Rauch für den sind, der sich ihm nähern möchte. Die Auseinandersetzungen inner, halb des heutigen Südslawentums, wie die soeben zu Dorläuftgem Abschluß S-k°-nm°n° über die kroatisch eAutonomie innerhalb des Äonig- reichs Südflawien, gehen praktisch in erster Linie nur die Beteiligten etwas an. Wir werden uns
- Kurt Hi elsch er: Unbekanntes Jta- Tißn 240 ganz fettige Bilder in Kupfertiefdruck. Preis in Seinen geb. KTO. 6,80. »erlag 3- haus in Leipzig. — (341) — tzlelfcher, der Meister der Landschastslichtbildnereh hat aus dem Ertrag seiner Reisen schon eine Reihe Jtalienbucher 3« ammengestellt. In diesem neuen Bande w>rd^ das abseitige Italien in seiner ganzen TOanmg- faltigteit der Landschaften und bauten gezer^, manch Bekanntes ist durch einen neuen BMpuntt Mi einem überraschenden Motiv geworden. Manche fern der üblichen Reiseroute gelegene Städte wie Mterbo und Matera wurden ausgeschopsi, aus viele kleine, kaum dem Namen nach bekannte Nester, wurde wegen ihrer besonders malerischen Lage oder als Standort bemerkenswerter Bauten durch schöne Bilder hingewiesen. Auch Trachten und Volksgebräuche sind festgehalten. Fast immer gelingt es Hielscher etwas Eigenartiges zu sehen und auf die Platte zu bannen, so daß man immer wieder mit Jnteresie in diesem neuen Buche blättert.
Fr. W. Lange.
hüten Partei für einen südslawischen Zentralismus ober Regionalismus zu ergreifen, aber w^r werden die nationalpolitische Durchbildung des kroatischen Bauern, der die Autonomie fordert, als einen be merkenswerten Erweis feiner ftraffen, wett über das Materielle hinausgehenden Charakterentwicklung betrachten. Aehnliches wird uns auch beim Serben begegnen, der auf ganz andere Art als der Kroate Fühlung mit einer neuen Zeit gewann. Nur dürfen wir uns nicht davon dispensieren, uns etwas Muhe um unsere Nachbarn zu geben.
Was den Reichsdeutschen hier In Zagreb freut, Ist die allgemein verbreitete Kenntnis des Deut' sch en Der gebildete Kroate halt das für selbstver- standlich; er hat auch von jeher viel mehr für Wien und für Oesterreich übrig gehabt, als für Budapest und die Ungarn. Oesterreich ist ihm immer noch em „sympathischer Begriff". Gerade das habe ich aber heute ganz unaufgefordert auch von em em Laden- fräulein gehört! Man kann in jedem Zagreber Geschäft deutsch sprechen und wird deutsch bedient. Daß Oesterreich jetzt ins Reich zurückgekehrt ist, bildet eine Brücke zum neuen Deutschland. Mit diesem auch meinerseits „sympathischen" Gefühl sage ich Zagreb für dieses Mal Lebewohl.
er wissen.
Er bat mit heißem Blick uni) dringlichen Worten: „Ich gehe rüber, Muschi ... aber komm' du mit mir ... wir wollen beide einen neuen Anfang finden ..." ... n.. r.
Nein!" sagte sie. „Das ist aus, Franz. Langst aus. Das weiht du. Und du solltest nicht versuchen, an alte Geschichten zu rühren. Aber ...", sie zeigte auf das Bild im schmalen Silberrahmen, „vielleicht dachte ich nun doch an unsere Kinderzeit, an unsere Kinderfreundschaft. Obgleich ich das neulich ablehnte. Sonderbar, wie unsere Wege immer wieder zusam- menliefen ..."
Sie nahm das Bild in die Hand und sagte: „3a, ich denke an die Zeit auf dem Gut deines Vaters. Und daß wir nun wenigstens auf eine anständige Weife auseinandergehen sollten. Es ist jetzt alles ^Nichts ist klar, Luise. Ich mag mich nicht drücken."
Sie beachtete feinen Einwand nicht. Sie sagte: , Du kommst also morgen mittag zu Doktor Heitfeld. Er wird dich sicher engagieren. Es wird nur noch eine Formsache sein. Und es ist selbstverständlich, daß du die Erwartungen unserer Firma unb unse- res amerikanischen Bevollmächtigten nicht ent-
— M. v. Hagen: Landfahrer sind wir. Die Tragödie eines Großen. Preis in Seinen gebunden 4,50 RM. Verlag I. F. Steinkopf in Stutt- aart __ (317) — Ein Paracelsus-Roman, der die
eigenartige Persönlichkeit des großen deutschen Arztes und die Tragik seines Lebens, fernen Kampf mit dem Althergebrachten und fein Gingen für eine neue Anschauung der Natur und des Menschen höchst lebendig darstellt._____
Ein Wort des Paracelsus, den der Verfasser Zitiert, nämlich, „daß im M-nfch-n Sonne und Mond und alle Planeten sind" weist deutlicher den Weg, der gemeint ist, Goethe wandelt auf ihm wenn «in seinem orphischen Vierzeiler unser So len ur Mus. sen unter das Gebot der Sterne stellt:
,Da ist's denn wieder wie die Sterne wollten: Bedingung und Gesetz und aller Wille Ist nur ein Wollen, weil wir eben follten. Und vor dem Willen schweigt die Willkür stille.
Strauß verfügt nicht nur über ein gründliches Wissen, sondern er beherrscht auch die einschlägige Literatur, auf deren Autoren er sich Zum Teil beruft ober mit denen er sich auseinanberfetzt, m erschöpfender Weise, wie die über 40 Anmerkungen am Schluß des Buches bezeugen. Das trotz ferner lebendigen Darstellung nicht leicht zu lesende Buch wird jedem ernsten und strebenden Menschen starke Anregungen und wertvolle Fingerzeige geben.
° Peter Dauer.
_ Meisterwerke japanischer Land- , s ck a f t s k u n st. Eingeleitet von Pros. Dr. O. Küm- , mel. Mit 13 Abbildungen und 10 fertigen Tafeln ( sowie 12 einfarbigen Tufchgemälden auf Atteln. Breis: Kart. 9,60 RM., Lwd. 12,80 RM. Verlag Woldemar Klein, Berlin. — (344) — Kein Volk steht in Innigerer Gemeinschaft mit der Natur als bas japanische. Der japanische Künstler hat Mem stummen Gefühle des Volkes die Sprache geliehen. Gerade in den bescheidenen Werken der japanischen Volkskunst, den Farbholzschnitten, die zur Zett dyrer Entstehung für einige Pfennige die künstlerischen Neigungen des Kleinbürgers befriedigten, erschließt sich dem Europäer die hingebende Naturliebe des Japaners. Die Landschaften von Hiroshlge, Hokusai und ihren besten Schülern gehören zu den großartigsten landschaftlichen Schöpfungen der Welt. Zehn der vorzüglichsten legt das Werk in farbigen Reproduktionen von fast originaler protze und Der technischen Vollendung vor, die die raffinierte Drucr- technik der Urbilder und ihre wundervolle farbige, Harmonie fordern. In Textabbildungen und einfarbigen Tafeln bringt außerdem dieser Band Wiedergaben von Tuschmalereien, die ins in Das 15. Jahrhundert zurückreichen.
— Antoine de S ai n t-E xu p 6 r y: Wind, Sand und Sterne. Aus dem Französischen übersetzt von Henrik Becker. Preis in Leinen geb. 5,50 RM/ Karl Rauch Verlag, Leipzig-Markkleeberg. _ (339) — Wind, Sand und Sterne, das ist die Welt des berühmten französischen Verkehrsfliegers, der für sein Erlebnisbuch den Grand Prix der Französischen'Akademie erhielt. Seine Route führt über die Gebirge Spaniens, die weite Flache des Mittelmeers und die Unendlichkeit der afrikanischen Wüste. Mit ganz anderen Augen lernt er schen, und neue Erkenntnisse werden in ihm wach für den Standpunkt des Menschen im Zeitalter der Maschine, aber immer wieder sucht er nach den ewigen Lebensweisheiten und findet den^Sinn^des^
__Joachim non der Goltz: „D ie Marcellus flut." Erzählung. In Leinen gebunden 5 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. — (318) — Das gewaltige Lied von Bewahrung und Untergang, von Mannesmut und Menschenohnmacht, das Jahrhunderte hindurch dem Stamme der Friesen zum Schicksal wurde, hat Joachim. von der Goltz in diesem Werke geschrieben. Ins Zeitlose entrückt, wie eine ferne Sage, klingt seine Erzählung
von der Verheerung jener mächtigen Flut,, unter deren Ansturm der heutige Dollart in der Mündung der Ems entstanden ist. Ein ganzes Land nut feinen Menschen, seiner Natur, seiner Art in einer Astalt so sichtbar zu machen, daß wir in ihr das Ganze fassen können, ist Joachim von der Goltz gelungen. Die Macht der Sprache und das tiefe Wissen um der Menschen Schicksal, um das Opfer ihres Werdens und Vergehens im Strom der Zeiten, hat hier ein Werk entstehen lassen, das wie eine Chronik aus vergangenen Tagen an unser Ohr bringt
— Emilie Buysse: Spokenhos. Roman, aus dem Flämischen übertragen von Erich Stuck. Verlag Rütten & Loening in Potsdam. Preis geb. 5 40 RM — (334) — Der weiche, feuchte, graue Nebel der so oft über den Küstenstrichen des flandrischen Landes liegt, hängt auch wie ein Schleier vor den Gestalten, die auf dem Spoken- hof aus- und eingehen. Schemenhaft gleiten sie durch Felder und Wiesen der fetten, braunen Pol- derlanLfchast. hart ist ihr Leben auf dem alten Bauernhof, in dessen Gemäuer noch die Geister aus der spanischen Zeit Irrlichtern. Die Unrast des großen Krieges geht über das Land, ergreift feine Menschen und wirbelt sie durcheinander. Die wider- ftreitenbften Gefühle, Liebe und Haß, Habsucht und Opferwille, treiben auch hier ihre wunderlichen Blu- , freu. Der leidenschaftliche Kampf um die Rechte des flämischen Volkstums hat scharfe Gegensätze i aufgerissen. Die niedrigsten Instinkte werten wach, aber auch Mut und Treue und Hingabe an die große Sache. Fernab von dem betriebe der großen Welt, in dem engen Zirkel des bäuerlichen Lebens eines flandrischen Dorfes spiegelt sich die Unruhe der Nachkriegsjahre, der erbitterte Kampf um Volkstum und Scholle. Die Eigenart der flandrischen Landschaft und die Tragik ihrer Menschen deutet dieser Roman in packenden Bildern, deren pttm- mungsgehalt sich uns tief einprägt.
Fr. w. Lange.
— Ritt durch den Fezzan. Geheimnisvolles Libyen. Don Dgcm Vietta (Socieiäts-Dertag, Frankfurt a. M. Preis 6.80 RM.) Mit 32 Bildseiten, Zeichnungen von Hans Kuhn. — (211) — Ein außerordentlich fesselndes Buch über ein in hohem Maße interessantes und politisch bedeutsames Land. Auf dieses geheimnis- volle Libyen sind schon seit Jahren und gerade jetzt Mieder die Augen der ganzen Welt mit gerichtet, denn dort spielen EntwicNungsrnö Achtelten eine Rolle die in vielerlei Hinsicht von großer Bedeutung sind, nicht nur für den Herrn des Landes, das römische Imperium, sondern auch für Oie Nachbarländer und für die europäische Politik über- Haupt. In dieses Land führt her Autor seine Leser. Er zeichnet vor ihrem geiftigen Auge nicht ein übliches Reiseerlebnis auf mit den entsprechenden Beschreibungen, sondernder Abt ihnen eine Schau, i die ebenso einzigartig wie fesselnd ist, nämlich eine
„Die machen wir außerdem. Ich bestimmt!" sagte Matthias Heitfeld.
„Ja, du hast dich gut gehalten! Die scharfe» Augen in dem schmalen Gesicht der alten Frau gingen forschend über das Männergesickt.
Er nickte ihr zu: „Arbeit erhält jung, Anna-Elisabeth!"
,',Dann' als wollte sie nicht von Persönlichkeiten sprechen, erwähnte Frau Rückstein eine Fahrt, me sie morgen plante. ,Zch ivürte mich freuen, wolltest du mitkommen, Matthias!"
Heitfeld spürte wenig Lust dazu. Er wollte hm keine Badebekanntschaften machen und vermutete, daß mit Anna-Elisabeth noch andere Leute fuhren. Er wollte seine Ruhe haben.
willst!" .
Und wenn sie das annehmen ... was vannc Luise hatte ein entschlossenes, kampfmutiges Gesicht. „Was wirt bann fein? Zaduk soll sich mit mir in Verbindung setzen! Dann mußte er das Ansinnen das er die stellte, wiederholen. Und dann haben'wir chü doch in der Hand. Gegen das Zeugnis von uns beiden wirt er ja wohl nicht mehr ableugnen können.
Sie werten sich bann hüten, dir den Prozeß zu machen. Fahre du nach drüben. Und vielleicht... , sie sah den Mann ernst an......vielleicht findest du
drüben noch einmal einen neuen Anfang, Franz.
Er nahm ihre Hände. Er sah in das blasse schone Gesicht. In seinen graublauen Augen stand eine zwingende Frage. „Muschi ...".und ungeduldig, weil Luise sich wieder diese Anrede verbitten wollte ... „laß mich doch ... sage mir, Muschi, weshalb? Weshalb willst du mich schützen ...?
Die Frau machte sich frei und trat von dem
„Nein, Luise!" sagte Moravitzky. Sie saßen wieder oben bei Luise. „Nein, ich gehe auf keinen Fall als Vertreter der Parfümerie Heitfeld nach USA. Wie denkst du dir das? Erstens bin ich kein Kaufmann. Zweitens — soll ich dich hier diesen Erpressern überlassen? Dich allein lassen?
Luise hatte alles überlegt.
„Du mußt den Zaduks sagen, baß du hier nicht an bas Rezept herankommst. Daß du einstweilen froh bist, überhaupt in die Parfümerie hinemzu- kvmmen." m m
Moravitzky schüttelte den Kopf: „Ganz falsch überlegt, Muschi!" , . . q.,
„Nenne Mich nicht immer Muschi! forderte Luise streng. Seit Heitfeld diesen Namen kannte, konnte sie ihn nicht mehr hören.
Ganz falsch überlegt!" wiederholte der Mann. Wo du hier bei den Heidfelds in einer Vertrauens- stelle sitzt, lachen Mich die Zaduks doch aus wenn ich ihnen Mit solchen Mätzchen kommen wollte und ihnen weismachen, ich brauchte den Umweg über Amerika, um zu dem Rezept zu kommen. Lächerlich Für Joso Zaduk steht bann nur fest, daß du nicht
Roman von Meta Brix CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN
^Nun war der Mann doch bestürzt. Das hatte er nicht gewollt.
„Verzeih mir, Luise. Aber sage selbst, liegt der Gedanke nicht nahe? Bei einer Frau, die so schon ist wie du ..."
„Das ist deine Auffassung!" sagte Luise verächtlich. „Du meinst, es muh natürlich ein Mann im Spiel sein. Don wirklicher Arbeit und von kameradschaftlicher Gemeinschaft weiß du nichts. Begreife doch ... ich muß hier eine Reche von Jahren arbeiten. Dann will ich von Matthias Heitfeld den Ausweis haben, daß ich auch etwas geleistet habe. In tüchti^r, kaufmännischer Arbeit. In einem bürgerlichen Beruf. Er wird mir das bestätigen. Er ist mit mir zufrieden, das weiß ich. Und fein Name hat in der Industrie einen guten Klang. Das wird
Schilderung von Land und Leuten, ihrer Kultur mrt ihrer völkischen Eigenschaften, lhver geschichtlichen Entwicklung, chres Wertens und Seins, mit den Augen des Dichters gesehen unb unter diesem Blickpunkt künstlerisch geformt Dank Forderung durch den Gouverneur, Marschall Balbo, und dank der Unterstützung von italienischen Freunden mar es Vietta möglich, diese einzigartige Reise durch das geheimnisvolle Libyen zu niochen, wobei Auto, Pferd und Kamel als Transportmittel dielten. Das märchenhafte Gadames wurde besucht. Dann ging es in großer Fahrt bis nach Gat, ms Reich der Tuareg, im äußersten Sudwesten der Kolonie. Hierauf folgte der Ritt quer durch ben Fezzan, das geheimnisvolle Bergland tief in Der Sahara. Bei der Lektüre dieses Reiseabschnittes erlebt der stark gefesselte Leser den Höhepunkt des Buches. Mit bewundernswerter Liebe und großer
in geistvoller Gestaltung dem Leser alles nahe, was dieses Land und seine Bewohner so ungemein fesselnd macht. Damit gibt er em kulturelles Geschenk, das hoher Anerkennung wert ist, und ^as immer wieder erfreut, so oft man das Buch " Mußestun den zur Hand nimmt. Für den guten Weihnachts- Mch-rti'ch le- i>=s M-ch
Lebens In Dem Bewußtfeln feiner Deren Erfüllung. Es ist ein schönes und nEenk. liches Buch, das es wert ist, auch m Deutschland gelesen zu werden. r-w.. Lan;g .
— 21. <5. Strauß: Psychologie der Götter. Formende Kräfte De s Sehens in ihrer psychologischen Bedeutung L. C. Wittich, Verlag, Darmstadt. 1939. Preis kart. 4 RM. — (350) — Anknüpfend an die antike Got- terlehre und ihre gestalteten Formprinzipien m Der antiken Temperamentenlehre und m moöer"c^ psychologischer Typenerfassung zeigt der^2lutor den Menschen als Mikrokosmos als physlsch-psychisches Gesüae, Das in innigster Beziehung steht 3" den bemegenDen Grundkraften Der Welt. Die Kenntnis dieser Gewalten genügt aber mcht °udnn es ist Aufgabe jedes einzelnen von uns, auf fle G-m luß zu gewinnen und sich ihrer praktisch zu behienen.
Lieferant auch
Ihrer Krankenkasse
— Anna Brand. Roman von Wilhelm Schmidtbonn. (Propyläen-Verlag, Berlin. GebD. 5,— RM.) — (244) — Der Autor erzählt vom Schicksal her jungen Studentin Anna Brand aus Innsbruck, die mit großer Begeisterung dem Studium der Meteorologie obliegt und dann m Die Welt von Forschern eindringt, die in einer wissenschaftlichen Gemeinschaft hoch oben in der rauhen Bergwelt weit jenseits der Degetattonsgrenze leben. Dort droben zeigen sich die großen persönlichen Werte dieses Mädchens, bas sich gegen allerlei Wi- derstände durchzusetzen vermag und Tut) eme ge- achtete Position schafft. jener abgeschiedenen Bergwelt erhält ihr Leben die entscheidende Wendung durch den Mann, dem sie sich vermahlt wo- durch sie dann als Dienerin der Wissenschaft und Mutter ihrer Kinder vor eine schwere Entscheidung gestellt wirt, nämlich die Wahl zwischen Wissenschaft und Mutterpflicht. Der Autor bringt alle Probleme auf diesem ungewöhnlichen Lebenswege dem Leser in fesselnder Sprache nahe, und er gestaltet dabei seine Erzählung so interessant daß man das Buch bis zum Eirte mit ungemmberter Spannung liest. Ernst Biumschein.
- Mirko Jelusich: Der S ° l d a t. Roman. ' F.G. Speidelsche Verlagsbuchhandlung Wien IX. । Preis geb. 7 RM., brofch. 4,60 9^2)1. — (320) ।
Der Patriot", dieser Titel hätte den Wesensinhalt dieses Scharnhorst-Romans eindeutiger getroffen, denn nicht so sehr den genialen Reorganisator der preußischen Armee nach dem Zusammenbruch von 1806 als den glühenden Daterlandsfreund schildert Jelusich, der an die hohen sittlichen Kräfte seines Volkes glaubt und sie als tragendes Element m Den neuen Kampf gegen Napoleon fuhrt. Zwischen dem Unglückstag von Auers adt, an dem Scharnhorst neben Dem unentwegten Blücher Die Reste der einst so stolzen friderizianischen Armee aus Der verlorenen Schlacht nach Norden rettet, und Der Todesstunde des großen Patrioten m $ra9' ™ überstrahlt wird von der Gewißheit, daß ganz • Deutschland gegen den Korsen marschiert, zwischen diesen beiden Polen liegt ein Leben gespannt, das mit fanatischer Hingabe dem einen Z'el der Erhebung Preußens gewidmet war und bas schließlich auch in großartiger Selbstverständlichkeit das letzte Opfer brachte, als es für den in der ersten Schlacht der Befreiungskriege auf den Tod 33er- wundeten galt, auch Oesterreich für die gemeinsame Sache zu gewinnen. In ungtmem leüeningem Dialog und scharfen Charakterzeichnungen stellt ^lusich die unvergeßlichen Gestalten der preußischen Erhebung vor uns hin: die großen Soldaten Blücher, Gnei- senau, Grolman, ?)orck, Clausewitz, den eisernen Willensmenschen Stein, den beweglichen vorstch- tigen Staatskanzler Hartenberg, den nach der Jae» herläge von Jena von tiefstem Mlß^?uen m die eigene Kraft erfüllten König und schließlich die weichliche Hofkamarilla der Kalckreuth und Ancillon.
Allen, die es gut meinen mit Preußen, gibt Scharnhorst Halt und Kraft, seine unerschütterliche Ruhe, die aus der inneren Harmonie einer großen, geschlossenen Persönlichkeit ausstrahlt, feine zie bewußte Selbstsicherheit, sein eiserner Wille sein feines Taktgefühl und seine noble Menschlichkeit, mit denen er auch schwierige Charaktere wie Porck zu sich hinzwingt und in kritischen Situationen, wie m Den letzten Verhandlungen mit Oesterreich, sich durchsetzt. Dies Bild Scharnhorsts, von Jelusich mit Leidenschaft und Wärme prägnant und plastisch^ gestaltet, hebt sich ab von der packenden Schilderung einer großen Zeit, Die in ihren heften Mannern unserem Volke heute wieder so viel zu sagen hat.
Fr. W. Lange.
täuschst!" . v -
Moravitzky lächelte schon wieder ironisch. Er sagte: „Du zeigst ein sehr großes Interesse für das Haus Heitfeld ... oder, Luise ..., ist es dieser Doktor Heitfeld ...?"
„Schade!" sagte Luise. „Schade, daß du in die Versönlichkeit unserer heutigen Besprechung zuletzt doch noch eine Niederträchttgkeit hinembringen
Aber Anna-Elisabeth entgegnete: „Ich fahre na« türlich allein. Fällt mir nicht ein, mir den ganzer Weg lang von jemand irgenwelche FamiliengefchiA len erzählen zu lassen!" Der Stack klopfte energisch den Kiesboden und unterstrich die Worte. „Ich wu nach Gelnhausen fahren ... in die alte Kaiserpfalz. Komm nur mit, Matthias!"
Am anderen Tage, einem schonen sonnigen Bov mittag, gingen sie durch Den alten Burghof und setz' ten sich ausruhend auf das halbzerfallene Gemäuer. Vor ihnen ragten Die alten Palastmauern, umrann von einem fremDartigen Efeugerank.
Die schmalen, unruhigen Finger der Frau gnßen hinüber zu Der kräftigen, lebenswarmen Hand oes Mannes. Sie sagte: „Deine Frau ist nun auch schon lange tot, Matthias. Ihr wart glücklich?"
„Sehr glücklich", bestätigte her Mann. „Und Dein Ehe, Anna?" ~ _ ,,
Er nannte sie bei hem alten Namen. Zu her Zell ihrer Jugenbliebe hatte er sie nie mit ihrem Doppel' namen gerufen.
Anna-Elisabeth erroiberte: „Meine Ehe mit 3^ Hannes Rückstein war sehr ruhig unb sehr nüchtern Sie sagte es mit schmalen Lippen
„Unb Deine Söhne? Sicher bist du schon GraZ mutter?" , . 1llt6
„Meine Söhne sind Ruckstein nachgeartet, un- auch meine Enkel. Bis auf den einen ..." ,
„Ich stand übrigens mit Deinem Sohn vor ei paar Jahren in loser Geschäftsverbindung , f<W! Heitfeld. „Er ist ja ein großer Mann in MagdebiM Aufsichtsrat da und dort."
„Das war schon fein Vater. Die Rucksteins R : alle furchtbar tüchtige und ehrgeizige Leute." t Um ben Mund Des Mannes stahl sich ein fW
Lächeln.
(Fortsetzung folgt.)


