Standmusik zwischen rauchenden Schloten.
Frohe Weisen in der Arbeitspause.
Freibeuterpraxis gegen alles Völkerrecht verstößt. Man hat deshalb nach einem Vorwand Ausschau gehalten und glaubt ihn in der Verwendung von Minen durch die deutsche Seekriegführung gefunden zu haben. Daß dies eben nur ein Vorwand ist, und zwar ein höchst fadenscheiniger, geht schon daraus hervor, daß die britische Presse schon Wochen vor den Minenverlusten der britischen und neutralen Schiffahrt, die jetzt als Ursache der Blockadeverschärfung herhalten müssen, diese an- aekündiat und ausführlich erörtert hat. Wenn England also von einer „Repressalie" spricht, die die Beschlagnahme von Waren deutschen Ursprungs in neutralem Eigentum und auf neutralen Schufen darstellen soll, so spricht auch hier die Rechtslage ganz eindeutig gegen die hier geltend gemachte englische Auffassung. Eine „Repressalie" darf nach den Bestimmungen des Völkerrechtes nur dann von einer kriegführenden Macht gegen die andere angewendet werden, wenn dieser anderen eine Völkerrechtsverletzung nachgewiesen werden kann. Man sieht, die von Englarw angedrohte Blockadeverschär- fung ist schon deshalb keine den Bestimmungen des Völkerrechts entsprechende „Repressalie", weil sie ja nur in höchst beschränktem Sinne eine Vergeltungsmaßnahme gegen Deutschland darstellt, sondern sich in allererster Linie gegen die Neutralen richtet, die einfach in die Blockade einbezogen werden. Die Rechtswidrigkeit einer solchen Blockadeerweiterung auf den ganzen Kontinent liegt auf der Hand. Schon die Blockade, die die britische Regierung gegen Deutschland auszuüben versucht, widerspricht den als bindend anerkannten Anschauungen des Völkerrechts, denn sie ist weder amtlich verkündet, noch verhängt und stellt zudem nur ein System blockadeartiger Belagerung dar, die nicht effektiv wirksam ist, wie es das Völkerrecht verlangt, sondern lediglich fiktiv ist, da sich längst erwiesen hat, daß England garnicht dazu in der Lage ist, die deutschen Häfen zu blöckieren. Genau wie im Weltkrieg hat sich die britische Kriegsflotte auf eine Fernblockade beschränkt und im übrigen durch gänzlich rechtswidrige Ausdehnung des Begriffs der Konterbande versucht, dem deutschen Handel Abbruch zu tun. Die Vorstöße der deutschen Seestreitkräfte bis hinauf in die Gewässer um Island haben aller Welt die außerordentlich schwache Position der britischen Seekriegführung vor Augen geführt. Ihr wieder auf die Sprünge zu helfen, soll die neue Verschärfung der Blockade dienen.
Daß diese als „Repressalie- aufgezogene Maßnahme Englands schon als solche völkerrechtswidrig ist. weil sie sich in erster Linie nicht gegen einen Kriegführenden, sondern gegen die Neutralen richtet, sagten wir schon. Aber auch der für diese „Der- geltungsmaßnaymen" von England ins Feld geführte Vorwand, Deutschland führe einen völkerrechtswidrigen M i n e n k r i e g an der englischen Küste, hält keiner sorgfältigen rechtlichen Nachprüfung stand. Der Artikel 3 oes VIII. Haager Abkommens von 1907 verpflichtet die kriegführenden Mächte, durch Minen gefährdete Gebiete der internationalen Schiffahrt bekanntzugeben, sobald es die militärischen Rücksichten gestatten. Danach bleibt also die Bekanntgabe der minenverseuchten Gebiete ganz dem militärischen Ermessen überlassen. Die Schiffahrtswege dicht unterhalb der englischen Küste sind nicht mehr freie internationale Handelsrouten, sondern feindliches Operationsgebiet, das von britischen Seestreitkräften ständig überwacht wird und unter den Kanonen der britischen Küstenbatterien liegt. Es ist nicht Deutschlands Schuld,, wenn die Briten die neutralen Schiffe zum Zweck der Kontrolle zwingen, ihre Route durch das militärische Operationsgebiet zu nehmen und die in seinem engsten Bereich liegenden britischen Häfen onzulaufen, womit sie allen Gefahren der Seekrieg- ührung, wozu selbstverständlich guch die Minen- elder gehören, preisgegeben sind. Man durchschaut >en sauberen englischen Plan, die neutralen Schiffe gleichsam als Schild vor sich herzuschieben, um in seinem Schutz die eigene Kriegsflotte und die britischen Geleitzüge sicher operieren zu lassen. Wenn dann tatsächlich durch diese verantwortungslose englische Praxis der Kontrolle innerhalb des Kriegs- aebietes ein neutrales Schiff auf eine Mine gerät, fo erhebt sich in London ein großes Geschrei und man schreitet zu „Vergeltungsmaßnahmen". Die Bestimmungen des Haager Abkommens lassen die Verwendung von Minen in dem von der deutschen Seekriegführung eingehaltenen Rahmen ganz unzweideutig zu. England selbst hat die von ihm früher vertretene Auffassung, daß Minen nur innerhalb der Hoheitsgewässer verwendet werden dürsten, eine Auffassung, die übrigens im Haager Abkommen keinen Niederschlag gefunden hat, im Weltkrieg fallen gelassen und von der Verwendung von Minen auch außerhalb seiner Hoheitsgewässer weitgehend Gebrauch gemacht. Die angebliche Repressalie stellt sich also bei Licht besehen wiederum als einer der üblichen britischen Dölkerrechtsbrüche heraus, den man in London mit scheinheiligen Phrasen und hinterhältigen Verdrehungen von Recht und Moral zu verbrämen sucht.
Aber daß man in den neutralen Ländern die britische Heuchelei durchschaut und den wahren Sinn der britischen „Repressalie" vollkommen begriffen hat, das bezeugen die scharfen Proteste, die von allen wesentlichen neutralen Mächten, besonders auch Japan und Italien, gegen diese neue völkerrechtswidrige Maßnahme Englands in London erhoben wurden. Die britische Regierung bat darauf wieder einmal versucht, ein doppeltes Spiel zu spielen. Während man in London über die Proteste der kleineren Länder zur Tagesordnung überging, hat die britische Diplomatie versuchen müssen, in den Hauptstädten der Großmächte besänftigend zu wirken. Aber ohne Erfolg, vor allem in Tokio hat man seinen Einspruch in aller Schärfe aufrechterhalten und Gegenmaßnahmen angekündigt, sobald japanische Interessen geschädigt werden sollten. Am härtesten getroffen werden natürlich die unmittelbaren Nachbarn Deutschlands. Wie sehr z. B. die Blockadeverschärfung in den holländischen Handel einzugreifen geeignet ist, beleuchtet die Tatsache, daß in den ersten neun Monaten dieses Jahres nicht weniger als rund 10 Millionen Tonnen Güter deutschen Ursprungs über Rotterdam und Amstsr- dam verfrachtet wurden. Da ist es begreiflich, daß ein führendes holländisches Blatt wie oer „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt: „Repressalien des einen Kriegführenden können immer nur gegen den anderen Kriegführenden gerichtet sein. Hier jedoch richten sie sich unmittelbar und absichtlich in erster Linie gegen neutrale Schiffe und neutrale Ausfuhrfirmen. Wie man sie auch immer beleuchtet, die Maßregeln Englands und Frankreichs gegen die neutralen Exporteure von Waren deutschen Ursprungs sind ein flagranter Bruch des Völkerrechts."
Es bleibt abzuwarten, ob diese Erkenntnis, die sich mit der deutschen Auffassung vollkommen deckt, sich auch bei den kleinen Neutralen in tatkräftige Gegenwehr gegen die völkerrechtswidrigen Piratenmethoden Englands umsetzen wird. Daß England sich um leere Proteste nicht kümmert, hat es ja bei früheren Gelegenheiten immer wieder gezeigt, wie es ja auch
PK. Das Musikkorps einer Flak-Abteilung gibt zwischen 12 und 14 Uhr ein Standkonzert für die Arbeitskameraden. Daß ein solcher Anschlag am schwarzen Brett unter den Gefolgschaftsmitgliedern eines großen Industriewerkes lebhafte Freude auslöste, konnte man verstehen. Seit Kriegsausbruch hatte man nämlich auf die schon zur Selbstverständlichkeit gewordenen Konzerte der Wehrmacht verzichten müssen. Nicht etwa, daß die Betriebsangehörigen hinsichtlich der kulturellen Betreuung zu kurz gekommen wären. Aber ein richtiges Wehrmachtskonzert, das war doch wieder einmal etwas anderes!
Daß das Konzert zu einem frohen Ereignis für die Belegschaft wurde, das zeigte sich gleich, als die ersten Takte eines schneidigen Marsches ertönten. Vor dem großen Speisehaus des Werkes sammelte sich rasch eine stattliche Zuhörerschaft um das Mu- sikkorps, dessen Leistungen schon nach dem ersten Marsch durch lebhaftes Händeklatschen eine rückhaltlose Anerkennung fanden. Von Stück zu Stück steigerte sich der Beifall, zumal auch eine ausgezeichnet zusammengestellte Dortragsfolge nicht wenig zur Erhöhung der guten Laune bei den Zuhörern beitrug. Wenn dann die beschwingten. Walzermelodien aufklangen, dann gab es in der Runde ein Wiegen im Dreivierteltakt — besonders bei den
(PK.) „Das ist ja toll" höre ich unfern Hauptmann immer wieder sagen, als Feldwebel Jakob von seinem vierten -Spähtrupp-Unternehmen erzählte, das ihn mit drei anderen Kameraden weiter hinter die französischen Feldstellungen führte. Wir haben ja schon viele derartige Unternehmen erlebt und geschildert, aber was wir du erfuhren, das war denn doch starker Tobak. Das war einfach eine ganz tolle Sache, was Feldwebel Jakob und feine drei Begleiter, der Feldwebel S t ü b i n g, Unteroffizier Karl Schneider und der Schütze Philipp Schmidt, hier erlebten. Das klang bei aller Selbstverständlichkeit und Schlichtheit der Schilderung beinahe so phantastisch und überraschend, daß man, im Banne des Berichtes, fast vergessen könnte, daß wir im Kriege leben.
Die Vier erhalten vor einigen Tagen den Auftrag, sich einmal etwas hinter den französischen Feldstellungen umzusehen, um festzu- stellen, was da hinten eigentlich los ist. Und nun setzen sich die Vier — das „Schiffchen" keck auf dem rechten Ohr — den Stahlhelm haben sie zu Hause gelassen, da er beim Lauschen und sonstwie nur stört — mit Gewehr und Pistole bewaffnet und einige Handgranaten am Koppel, am Freitagabend gegen Einbruch der Dunkelheit in Trab, winden sich durch unsere Stellung hindurch und „fahren los gegen Frankreich". Einfach los und hinein nach Frankreich. Man sollte nun glauben, daß einem solchen „Ausflug" durch Stacheldrahtverhaue und Vorposten und Schützengräben bald ein Ende gesetzt würde. Daß sie nach dem Passieren des Niemandslandes bald ein „Qui vive” und vielleicht einige blaue Bohnen zu hören bekommen hätten. Fehlgeschossen — sie hatten Glück, sie kommen durch.
Die Sicht war bei dem Mond nicht schlecht, und Schnee war auch gefallen, und bei dem Geschick und den Erfahrungen dieser erprobten Späh-Truppler kamen sie unangefochten durch die stark verdrahteten Stellungen hindurch, umgingen die Vorposten, beobachteten den nächtlichen Betrieb nächt- licher Ablösungen französischer Abteilungen, kamen durch die Wälder, umgingen französische Dörfer, die trotz der Fliegergefahr hell erleuchtet waren, und gelangten schließlich vor eine Reihe von Bunkern an Waldrändern. Dort herrschte der gleichfalls unbekümmerte Betrieb wie in den Ortschaften, die Poilus gehen ein und aus, das Licht fällt durch die geöffneten Türen ungehemmt ins Freie. Unsere Männer stoßen immer weiter vor. Dort stellen sie fest, daß hier und dort MG.-Nester ausgebaut. Batterien aufgefahren, Maschinenkano- nen-Abteilungen in Stellung aegangen, Drahthindernisse angelegt und welcher Art die Befestigungen sind, die um die Bunker herum sich ziehen. Kurzum,
diesmal trotz der vorliegenden neutralen Proteste brutal und rücksichtslos die Verschärfung der Blockade in Kraft gesetzt hat.
Wie Deutschland selbst auf diesen neuen Akt britischen Freibeutertums antworten wird, bleibt der Zukunft vorbehalten. Daß deutsche Gegenschläge nicht unwirksam zu sein pflegen, haben die Briten ja schon mit ihrer Blockade erfahren müssen. Wenn die deutsche Seekriegführung soeben mitteilen konnte, daß bisher insgesamt 194 britische und neutrale Schiffe mit zusammen 735 000 Tonnen versenkt worden sind, die auf der Fahrt nach oder von England betroffen wurden, fo ist diese Zahl der beste Beweis dafür, daß die deutsche Gegenblockade der Versorgung Englands mit lebensnotwendigen Nahrungsmitteln, Kriegsmaterialien und Rohstoffen bereits ernstliche Schwierigkeiten bereitet, aller lächerlichen Bagatelli- sierungsversuche des famosen Herrn Churchill zum Trotz.'So wird es sich auch zeigen, daß der neueste britische Coup ebenfalls wie ein Bumerang auf England selbst zurückschläqt; denn wenn wir Deutschen in der glücklichen Lage sind, daß mir mit unseren Landgrenzen an einen riesigen Wirtschaftsraum stoßen, der sich immer mehr als aufnahmefähiger Markt für unfern Außenhandel erweisen wird, sind weder die meisten Neutralen wie Belgien und Holland noch gar das ganz von der Sicherheit seiner überseeischen Zufahrtsstraßen abhängige England imstande, ihrem Handel andere Bahnen zu weisen. Wie sich also der jüngste Piratenstreich auswirken wird, ist nicht schwer vorauszuahnen.-
Dr. Fr. W. Lange.
Englands Hilferuf an Nepal.
Von Nepal hat die Regierung in Delhi 8 Bataillone angefordert. Das zeigt, wie ungewöhnlich ernst man auch in maßgeblichen englischen Kreisen die neue Freiheitsbewegung in Indien beurteilt. Nepal ist eines der 563 indischen Fürstentümer von 140 000 Quadratkilometer mit etwa 6 Millionen Einwohnern in demjenigen Teil des Himalajagebirges, wo dieses seine größten Höhen erreicht. Das Land wird unter englischer Oberaufsicht beherrscht von der uralten Kriegerkaste der Gurkhab, die das Land vor knapp 200 Jahren in ihr« Gewalt gebracht haben.
Mädels, denen man anmertte, wie gerne sie ein flottes Tänzchen gewagt hätten. An Tänzern wäre wahrlich kein Mangel gewesen. Standen doch zwischen den Arbeitskameraden etliche Flakkanoniere, die aus den im Werke befindlichen Geschützstellungen herbeigeeilt waren, um hier ihre Mittagspause zu verschönen.
Aber auch diejenigen Schaffenden in dem Betrieb sollten ihre Freude haben, denen es nicht vergönnt war, während des Wehrmachtskonzertes ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Mit klingendem Spiel marschierte das Musikkorps zwischen die Werkshallen und setzte dort das Standkonzert fort, das neue Zuhörer anlockte, an dem sich aber noch viele erfreuten, die mit der Musik herübermarschiert waren. Auch diese schöne Stunde verging wie im Fluge: eine Stunde der Entspannung und der Erholung zwischen hohen Fabrikhallen und rauchenden Schloten. Viel zu rasch für die Männer und Frauen aus dem Betrieb und für die Soldaten, die alle wieder an die Plätze zurück mußten, an die sie die Pflicht gestellt hat. Noch lange aber klangen im Innern all derer, die dabei sein konnten, die flotten Märsche und die schönen Melodien nach, die Sonne in den Arbeitstag gebracht hatten. Ein Wunsch nur blieb zurück: daß die Wehrmachtsmusiker recht bald wieder kommen mögen. Hans Jütte.
sie erhalten einen Ueberblick über alles, was hinter den französischen Stellungen vorgeht. So kommen sie — die Kerls haben Nerven — immer ro eiter ins Hinterland, ohne auch nur daran zu denken, geschnappt ober abgeschossen zu werden.
„Qui est tu?" schallte ihnen da auf einmal entgegen. Wie erstarrt bleiben die Mer stehen und rühren sich nicht, machen aber auch kein« Anstalten, sich etwa zu verteidigen, sondern Fedwebel Jakob sagt nur seelenruhig „Bon camaräde“ und gehen ruhig weiter. Der Franzmann gibt sich damit zu- srieden und läßt sie ungeschoren. Noch zweimal werden sie in der Dunkelheit gestellt, sie schauen sich gegenseitig an, keiner sagt ein Wort, dann geht der französische Posten wieder zurück— was mag er in oiesem Augenblick nur gedacht haben — und läßt d i e Deutschen laufen. Hat er es mit der Angst zu tun bekommen? — Hat er sie erkannt? — Wer weiß es. Sie tragen keine Stahlhelme, ihre Mützen haben zwei von ihnen verloren, der dritte hatte nur einen Ohrenschützer um, die Uniformen waren durch den Stacheldraht jämmerlich mitge- nornmen, die Gewehre, di« Pistolen und die Handgranaten aber reden eine gar zu deutliche Sprache und die Entschlossenheit in den Gesichtern war gewiß nicht weniger überzeugend. Und doch wurden sie einmal beschossen, da mußten sie ausrücken.
Einen ganzen Tag verbrachten sie, um nicht gesehen zu werden, in einem Loch an einem Bach im Walde und froren ganz jämmerlich. In der darauffolgenden Nacht traten sie wieder den Rückmarsch an. Hierbei besaßen sie die unglaubliche „Unverfrorenheit" möchte man beinahe sagen, sich in Scheunen schlafende Franzosen näher anzusehen. Auf dem weiteren Rückmarsch, der unter geschickter Ausnutzung aller Möglichkeiten dann ebenfalls glücklich gelang, hörten sie aus einem Bunker aus einem Rundfunkempfänger einen deutschen Sender aerade das Englandlied spielen „... und wir fahren gegen Engelland, Engelland".
Das Eiserne Kreuz 1. Klasse, das der Oberbefehlshaber der Armee dem tapferen Feldwebel für feine mutige und entschlossene Tat verlieh, mar, das können wir sagen, wohl verdient. Das so wohl geglückte Unternehmen aber steht einzig da in seiner Art. Dieser Spähtruppführer ist aus Hanau, Vater von sechs Kindern, ehemaliger Hanauer Ulan und Potsdamer Gardeulan, der schon im Weltkrieg schneidige Patrouillen geritten hat und als alter Marschierer und Kämpfer in der SA. stand. Feldwebel Jakob dient nicht etwa bei der Infanterie, sondern bei einer Panzer - Abwehr- Abteilung. Man sieht also, daß es auch hier wie in allen anderen Formationen der Wehrmacht tapfere Soldaten gibt. Konst. Pink.
Auch die herrschende Familie, die das Fürstentum auf dem Status einer Militäroligarchie regiert, entstammt den Gurkhas. Eine besondere Eigenart der Regierung von Nepal besteht darin, daß das Amt des Premierministers seit über 70 Jahren in ein und derselben Familie erblich ist. Das reguläre Heer von Nepal, das relativ modern bewaffnet ist, zählt rund 45 000 Mann. Die Tatsache, daß England einer so starken indischen Truppenmacht bie Ausrüstung mit modernen Waffen, darunter 250 Geschützen, erlaubt, geht darauf zurück, daß die Fürsten von Nepal stets zu den treuesten Anhängern Englands gehört haben. So war es auch der Nisam (Fürst) von Nepal, der 1857 bei dem großen Aufstand der Sepoys den Engländern 40 000 Mann zur Verfügung stellte. Auf diese Weise hat England bei Aufstandsversuchen stets Inder durch Inder zu bekämpfen verstanden. Dafür verfügt Nepal über 20 Millionen Rupien (30 Millionen RM.) an Staatseinkünften, auf die das steinreiche Fürstenhaus jedoch nicht angewiesen ist.
Oer Gründer der spanischen Falange im Escorial beigeseht.
Madrid, 1. Dezember. (DNB.) Nach einem Marsch über 500 Kilometer traf am Donnerstag- ab ent) der Trauerzug mit den sterblichen Ue6erretten des Falangegründers Jos 6 Antonio Primo de Rivera vor dem Königsschloß El Escortal ein. Dor dem Eingang zum Schloßpark wartete der Nationalrat der Falange, übernahm den Sarg und trug ihn in den Schloßhof. Dort wurde der Sarg dem Politischen Ausschuß der Falange übergeben, der ihn bis zum Eingang der Schloßkirche brachte. Hier stand der Caudillo, begleitet von sämtlichen Regierungsmitgliedern sowie dem Diplomatischen Korps, voran die Botschafter Deutschlands, Italiens und Portugals. Außerdem waren die sechs größten Ortsgruppen der NSDAP, in Spanien nut ihren Hakenkreuzfahnen vertreten. Auch eine Abordnung des Fafcio nahm an der Feier teil. Nach dem Gottesdienst legte Landesgruppenleiter Thomsen im Auftrage des Führers einen Lorbeerkranz nieder. Ebenso hat der Duce einen Kranz geschickt. Urttex der Mttelkuppel der Kirche wurde der Sarg
Land der -1000 Seen.
Don Finnland kann in einer Gesellschaft nicht gesprochen werden, ohne daß aus irgendeiner Ecke das Reise-Werbewort vom „Land der tausend Seen" als schmückender Beiname ertönt. Mit diesem Werbe-Stichwort hat es eine eigentümliche Bewandtnis: es bleibt nämlich hinter der Wahrheit zurück, während sonst Reise-Werbeworte an übertriebener „Bescheidenheit" wahrhaftig nicht kranken. In Wahrheit zählt Finnland gut und gern 35 000 Binnenseen. Sie bedecken zusammen eine Fläche von über 44 000 Quadratkilometer, was in der Große fast dem Raum von Böhmen entspricht. Und das gibt schon einen Begriff von den Dimensionen des ganzen Landes. Der Bevölkerung nach ist Finnland mit seinen 3,7 Millionen Einwohnern em Kleinstaat, und die Russen haben auch das Argument in das Feld geführt, daß Finnland nicht ganz so viel Einwohner zählt, wie Leningrad, das frühere ©t. Petersburg, allein. Der räumlichen Große nach ist aber Finnland beinahe eine kleine Großmacht. Es hat sogar mit insgesamt 388 451 Quadratkilometer einen etwas größeren Umfang als das frühere Polen.
Wenn wir diese wenigen zahlenmäßigen Angaben uns etwas verdeutlichen, so gewinnen wir ein einigermaßen anschauliches Bild von den politischen und militärisch-strategischen Problemen, die heute aufgerollt sind. Auf den Quadratkilometer in Finnland kommen nur ziemlich zehn Einwohner. Es ist also ein sehr dünn bevölkertes Land, das durch seine Lage am finnischen und bottnischen Meerbusen den nordöstliche Teil der Ostsee weitgehend beherrscht.
Wenn die Binnenseen des Landes ein wesentlicher Teil seiner Eigenart sind, so sind es die weiten Wälder nicht minder. Finnlands Reichtum ist s e i n H o l z. Es wird zum großen Teile tm Rohzustande, aber auch als -Papier und als Zellulose ausgeführt. Land- und Viehwirtschaft decken im wesentlichen den Eigenbedarf. Allerdings wird Weizen nur in einzelnen klimatisch günstig gelegenen Landschaften des Südens gebaut und muß daher überwiegend eingeführt werden. Roggen, Hafer, Gerste und Kartoffeln werden dagegen ziemlich reichlich gewonnen und die Viehwirtschaft ist genau so wie in dem nahen Estland auf der Hohe.
Bekannt ist, daß die Finnen nicht zur indoger« manischen Volkerfamilie gehören, auch wenn in ihre Sprache eine Menge altertümlicher germanischer Lehnwort« übergegangen ist, bie ein Gegenstück nur in der berühmten Goten-Bibel des Bischofs Ulftlas finden. Die finnische Sprache wird zu der fogenannten finno-ugrischen Sprachgruppege- rechnet, der auch das Ungarische und das Türkische angehören. Auch die Esten gehören zu dieser Sprachfamilie, ebenso die inzwischen untergegangenen Liren, von denen sich der jetzt auch Nicht mehr gebrauchte Ausdruck „Livland" herschreibt. Diese fin- nisch-mgrischen Stämme haben einmal das ganze ©e- bi>et vom westlichen Lappland bis zum Ural im Norden Euroaps bewohnt, jedoch ist im Lauf« des Mittelalters und der Neuzeit eine stark« slawische Unterwanderung «ingetreten, sodaß die Sprachgrenze immer weiter nach dem Norden verschoben wurde.
Die finnische Hauptstadt Helsinki (schwedisch Helsingfors) hat in den letzten fünfzig Jahren eine fast amerikanische Entwicklung genommen und zählt heute über eine Diertelmillion Einwohner gegen nur 60 000 im Jahr 1890. In Helsinki und in West- Finnland wohnt eine beachtliche schwedische Minderheit, die etwa 350 000 Menschen zählt. Auch Stadt und Festung W i b o r g ist jetzt viel genannt. Wir gebrauchen mit Absicht die bekannten Worte „Stadt und Festung", die das Prinz-Eugen-Lied Belgrad widmet. Denn das jetzt vielgenannte Wiborg, das in finnischer Sprache „Diipuri" heißt, liegt auch an einer Sturmecke ersten Ranges, nämlich auf der karelischen Landenge, die, wie schon gesagt, das Gebiet der unteren Newa begrenzt und zwischen Ladoga-See und Finnischem Meerbusen liegt.. Di« Stadt Wibora zählt ungefähr 60 000 Cinviohner. Das alt« vielumkämpfte Schloß wurde bereits im Jahr« 1293 errichtet. Denselben Namen Wiborg wie die Stadt führt aber auch die zuge- kilometer groß ist, aber nur Yunb 610 000 Einwohner zählt. Zum Vergleich mag dienen, daß Brauner zählt. Zum Vergleich mag dienen, das Brandenburg 39 000 Quadratkilometer umfaßt und 2,8 Millionen Einwohner hat.
in die Gruft gesenkt, die nur wenige Meter von den Gräbern der größten spanischen Könige liegt. General Franco trat bann vor die Gruft und verpflichtet« das neue Spanien, das Werk Primo de Riveras fortzuführen. Dann trat die deutsche und italienische Abordnung vor das Grab und senkten die Fahnen. In der Nacht flammten auf den Bergen rings um das Konigsschloß Holzstöße auf zu Ehren des Zünders der neuen spanischen Bewegung.
Oie Reichsindexziffer
für die Lebenshaltungskosten.
Berlin, 1. Dezember. (DNB.) Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten stellt sich für den Durchschnitt des Monats November 1939 auf 126,1 (1913/14 =* 100). Sie hat gegenüber dem Vormonat (125,8) um 0,2 v. H. angezogen. Die dexziffer für Ernährung hat sich von 121,7 auf 122,2 (plus 0,4 v. H.) erhöht. Hauptsächlich aus jahreszeitlichen Gründen zogen zum Teil die Preis« für Obst und Gemüse an; ferner traten für Eiet um die Monatsmitte die höheren Winterpreise in Kraft. Dagegen haben sich die Preis« für Weizen« kleingebäck auf Grund der Neuregelung der Stückpreise und -Gewichte im Durchschnitt ermäßigt. Bei der Berechnung der Indexziffer für die Nahrungsmittelpreise wurde ebenso wie tm Vormonat von der tatsächlichen Dersorgungslage ausgegangen, das heißt, «s wurden bie Nahrungsmittel berücksichtigt, die im November unter Zuteilung oder frei zu kaufen waren. Di« Indexziffer fürBekleidung hat sich von 133,7 auf 134,1 (plus 0,3 v. H.) erhöht. Die Indexziffer für Heizung unb Beleuchtung stellt sich für November auf 125,4 (Vormonat 125,3) und die Indexziffer für „Verschiedenes" auf 142,1 (Vormonat 142,0); beide Indexziffern sind gegenüber dem Vormonat kaum verändert (plus 0,1 v. H.). Die Indexziffer für Wohnung (121,2) ist gleichgeblieben.
Kleine politische Nachrichten.
Der Oberbefehlshaber des Heeres Generaloberst v. Brauchitfch, hat sichandie Oberrhein- front zur Besichtigung der dort eingesetzten Truppen begeben.
In Bromberg besuchte Reichsminister Vr. Goebbels die Gräber der ermordeten Volksdeutschen auf dem Friedhof und ehrte die für ihr Deutschtum Gefallenen durch Nieoerlegung eines ftvaiW Am Abend vorher hatte Dr. Goebbels 1»
„Hinter den französischen Steilungen!" Ein Spähtrupp schaut sich hinter den französischen Feldstellungen um. — Oas Snglandlied im französischen Bunker.


