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2.12.1939
 
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m. 285 Erstes Blatt

189. Zahrgcmg

Samstag, 2./Sonntag,d. vezember 1939

Mehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Seit Knegsbeginn 194 Schiffe mit 235768 Tonnen versenkt.

Eindrucksvolle Erfolgsziffern des deuifchen Handelskrieges.

Berlin, 1. Dezember. (DNB.) Die Verluste der auf England fahrenden feind­lichen und neutralen Handelsschiff- fahrt find weiter gestiegen. 3n der Zeit von üriegsbeginn bis zum 29. November 1939 find durch U-Boote oder Minen versenkt:

a) (nach bereits bestätigten Meldungen): 162 Schiffe mit 639 689 Bruttoregistertonnen, davon 52 neutrale Schiffe mit 185 248 Bruttoregisterton­nen.

b) nach sonstigen Meldungen weitere 32 Schiffe mit 96 079 Bruttoregistertonnen. davon 16 neutrale Schiffe mit 39 321 Bruttoregistertonnen. Damit find die Gesa ml Verluste seit Kriegsbe- ginn auf 194 Schiffe mit 735 768 Bruttoregister- fonnen gestiegen.

3n dieser Zahl ist ein besonders hoher prozent- lah an versenkten Tankern enthalten, und zwar irettägt der versenkte Tankraum 150 867 Brutto- registertonnen, bei einer durchschnittlichen Tonnage lies einzelnen Tankers von 7500 Bruttoregisterton- ten.

Unter Berücksichtigung der bekannten Tatsache, daß »on englischer Seite die Verluste an eigenen Schissen, insbesondere in der Nähe der eng­lischen Küste verschwiegen werden, sind die Zesamlverluste noch wesentlich höher anzu- jetzen.

Englandschrt - Todesfabrt.

Ende Oktober wurde die erste deutsche Mit- leilung über die Verluste der nach England fahren­den Handelsschiffe veröffentlicht. Seit Kriegsbeginn varen 115 Schiffe mit rund 475 000 Bruttoregifter- bnnen versenkt worden. Im Monat November ind 79 Schiffe mit 280 768 Tonnen hinzugekorn- nen, so daß in den ersten drei Kriegsmoanaten ins­gesamt 194 Schiffe mit 735 768 Tonnen zu den vischen geschickt worden sind. Dieser Erfolg des deutschen Gegenfchlages ist um so bemerkenswerter, cis ein englischer Verlust von durchschnittlich monat- Ich einer Viertel Million Tonnen Schiffsraum e r ft im dritten Jahr des Weltkrieges zu rerzeichnen war. Aber diese deutsche Aufstellung ist sirr die Briten insofern noch sehr günstig, als viele Ienglische Schiffsverluste von den Briten ver­schwiegen werden. Wir wissen aus den Kriegs- rinnerungen Lloyd Georges und Churchills, daß damals die Verluste auch beträchtlich höher c's die offiziellen Ziffern waren, daß England an len Rand des Verderbens gelangt war und daß die l'tsächlichen Verluste verschwiegen wurden, um die deutschen nicht aus die gefährdete Lage Englands rfmerksam zu machen. DasGiornale d'Jtalia" i reift in diesem Zusammenhang auf die Erfolge un- irer Kreuzer im Atlantischen Ozean hin, e die Rohstoff- und Lebensrnitteleinsubr von Ka- ada und den USA. nach der britischen Insel unter» nden, deren Meldungen aber noch nicht vorliegen innen, da sie sonst ihren Standort verraten Hürden.

Die Energie, mit der Deutschland den Gegenschlag See gegen die britische Hungerblockade führt, B.rt) England an den Rand des Abgrundes bringen, imn man darf niemals übersehen, daß jedes ver­senkte Schiff im Durchschnitt jährlich vier- bis fünfmal nach England fahren könnte. Ilrßerdern ist zu beachten, daß die Ladesähig- f-i t eines Schiffes im Durchschnitt etwa 140 v. h. >rr Bruttoregistertonnen beträgt. Der Verlust von teioiertel Millionen Tonnen Schiffsraum für Eng­end bedeutet also einen 9(usfnfl non 5 bis 6 M-il- iinen Tonnen notwendigster Bedürfnisse! Dabei ist ' Ufer E folg i n einem Vierteljahr für uns u verzeichnen. Ferner muß man berücksichtigen, England trotz gestiegener Bevölkerung m i t vs Niger Schiffsraum in diesen Krieg hinein- li^g als in den Weltkrieg und dab es nicht in dem Tiaße über den neutralen Schiffsraum verfügen Mn wie damals. Die Lage Englands muß durch tiife Verluste also schon recht verzweifelt sein. Und vir werden dafür sorgen, daß diese Verzweiflung iuf der Briteninsel noch wächst! Vor allem wird «i Briten auch durch die Versenkung von Tankern o» nötige Del zum Schmieren und Betrieb ihrer ßlZazeuge und Kriegsschiffe genommen.

\ Wenn Chamberlain und Churchill behauvteten, ee feien mit den U-Booten und den deutschen Minen fnrig geworden, so beweisen diese Ziffern das ®e= l^teil. Ihre Lügenworte wurden durch die Tat unterlegt. Gerade die letzten Tage brachten uns di der steigende Erfolge. Wer nach Enaland fährt, ist die Lehre, der fährt in den Tod. England hat > du herausaefordert, es hat geglaubt, Deutschland di- seinem Würgegriff ersticken zu können und muß fcti erleben, daß der deutsche Gegengriff ihm selbst ie Kehle zuschnürt. E. S.

Aus Wnen gelaufen.

London, 1. Dez. (DNB.) Der britische 4558 Joirnen große DampferDalrya n" ist, wie Reu- ür meldet, in einer Entfernung von sechs Meilen 131 der britischen Südostküste auf eine M i n e fsUaufen und langsam gesunken. Särnt- vche 38 Mitglieder der Besatzung sowie der Lotse W gerettet worden. Im Laufe der letzten Nacht * der dänische DreimasterG r e t h e" (264 Ton- auf der Good win-Sandbank gestrandet.

Der Kapitän und die sechsköpfige Mannschaft sind gerettet ' worden. Der norwegische Tankdampfer ,,R e a l f" (8083 Tonnen) ist *uf dem Wege nach London a u f eine Mine gelaufen und an der britischen Küste gesunken. Die gesamte Be­satzung des Schiffes wurde von einem italienischen Dampfer gerettet. Der finnische DampferM e r - cator" (4200 Tonnen) ist an der schottischen Ksiste auf eine Mine gelaufen und in di e Luft 6 e f logen. Der Dampfer sank in sechs Minuten. Bei der Explosion ist ein Maat getötet worden. Die übrige Besatzung, konnte gerettet werden.

ScharserVorbehatt Argentiniens

Wahrung der argentinischen Handelsinteressen.

Buenos Aires, 1. Dez. (DNB.) Der deutsche Botschafter von Thermann wurde von Außen­minister C a n t i l o empfangen. Im Verlauf einer längeren freundschaftlichen Unterredung wurden auch die beide Länder betreffenden Fragen, insbesondere die neue Lage und die sich daraus ergebenden Folgen erörtert, die durch die verschärften Blockademaßnahmen Englands für den

handel der neutralen Länder entstehen. Der Außen­minister stellte in diesem Zusammenhang eine E r - klärung der argentinischen Regie­rung in Aussicht.

Die gesamte argentinische Presse veröffentlicht bereits den Wortlaut eines gleichlautenden Memo­randums an die hiesigen diplomatischen Vertretun­gen Englands, Frankreichs und Deutschlands, worin Argentinien Vorbehalte gegen die von krieg­führenden Staaten letzthin beschlossenen Maßnahmen erhebt. Bekanntlich hat sich Argentinien bereits zu Kriegsbeginn gegen das englische Kriegs- konterbandefystem verwahrt. Die Note weist darauf hin, daß die durch Großbritannien und Frankreich angekündigte Beschlagnahme deut­scher Exportwaren den neutralen Han- bei am schwersten gefährdet. Die Rechte kriegführender Mächte sind jedoch nicht unbegrenzt. Die Pariser Deklaration von 1856 besagt klar und deutlich, daß die neutrale Flagge mit Ausnahme von Kriegskonterbande selbst aus Feindesland stam­mende Waren schützt. Angesichts dieser neuen Sach­lage, so heißt es abschließend, werde Argentinien zu gegebener Zeit die Interessen feines Landes zu vertreten und zu wahren wissen.

Neues britisches Minenfeld am Ausgang des Kanals.

Neuer Schlag Englands gegen die Neutralen.

Mailand, 1. Dez. (Luropapreß.) Die britische Admiralität hat, wie die italienischen Morgenblät­ter aus London melden, beschlossen, in der Nord­see ein neues britisches Minenfeld von 300 Onadratmeilen Ausdehnung, ungefähr halb- wegs zwischen der T h e m s e m ü n d u n g und der holländischen Scheldemün­dung auszulegen. Die ausländischen Handelsschiffe werden auf die Gefahren der Schiffahrt längs der Ostküste Englands bei Harwich aufmerksam gemacht. Die Dampfer können dieses Gebiet nur auf eigene Gefahr befahren. Durch Erklärung dieses neuen Minenwarngebietes nimmt der Kampf Englands gegen die Neutralen immer schärfere Formen an.

England

will neutrale Schiffe kaufen.

Um diegroßenSchiffsverluste auszugleichen

London, 1. Dez. (Europapreß.) Nachdem die englischen Angebote, die durch die alliierten Blockade­maßnahmen stillgelegten neutralen Handelsschiffe z u chartern, von mehreren neutralen Ländern a b - gelehnt worden sind, soll die englische Regierung jetzt beabsichtigen, möglichst zahlreiche neutrale Han­delsschiffe anzukaufen. Damit soll eine möglichst rasche Vergrößerung der Handelsflotte Großbritan­niens erreicht oder doch zumindest die durch U-Boote und Minen verursachten Verlustewiederaus- geglichen werden. Ein weiterer Grund für das Bestreben nach dem Ankauf neutraler Tonnage dürfte in der immer schärfer zutage tretenden Abnei­gung neutraler Reeder, ihre Schiffe nach englischen Häfen fahren zu lassen, gesucht werden müssen. Die Verhandlungen über den Ankauf

neutraler Schiffe mit den Reedereien der verschiede­nen Länder scheinen bereits im Gange zu sein.

Het Volk" bemerkt, in Kreisen holländischer Reeder glaube man nicht, daß es England gelingen werde, größere holländische Schiffe zu kaufen. Die holländische Regierung werde wahr­scheinlich zu derartigen Schiffsverkäufen keine Exportbewilligung erteilen. Wohl seien in letzter Zeit kleinere holländische Küstenfahrzeuge nach England verkauft worden, aber die Eigentümer dieser Schiffe hätten ihre Fahrten zur See wegen der Minengefahr ein st eilen müssen. Für kleine Schiffseigentümer gebe es keine andere Mög­lichkeit, wenn sie sich vor dem wirtschaftlichen Bankrott retten wollen, als ihre Schiffe zu ver­kaufen.

Die deutscheGegenblockade wirkt sich aus.

Brüssel, 2. Dez. (DNB.) Man hat sich in der französischen Presse seit einigen Monaten immer über den Kaffeemangel in Deutschland lustig gemacht und erklärt, daß in keinem Geschäft echter Kaffee zu erhalten sei. Wie schon in so vielen anderen Fällen, wie z. B. der Einführung fleischloser und fleischarmer Tage, so müssen die Franzosen auch mit dieser Einschränkung Bekanntschaft machen; denn i n P a r i s gibt es schon feit einigen Tagen keinen Kaffee mehr. Die zuständigen Stellen behaupten zwar, daß dies nur einevorübergehende Erschei­nung" sei. Aber man darf wohl annehmen, daß sie einfach nicht den Mut haben, anzuerkennen, daß die Kaffee-Einfuhr infolge der Erfolge der deutschen See­kriegführung eine wesentliche Einschränkung er­fahren hat.

Der finnisch-russische Konflikt

Heue simrsche Mittung.

Oslo, 1. Dez. (DNB.) Nach Meldungen aus Helsinki ist die Regierung Cajander trotz des vom Reichstag erhaltenen einstimmigen Ver­trauensvotums heute Nacht zurückgetreten. Am frühen Morgen ist die neue Regierung gebildet worden. Zum Staatsminister ist der Direktor der Finnischen Bank, R y t i, ernannt wor­den und zum Außenminister der bisherige Finanz­minister Tanner, der an den Verhandlungen in Moskau teilgenommen hat. Außenminister C r k k o und Staatsminister Cajander sind ausge- schieden. Die weitere Liste sieht folgendermaßen aus: Justizminister: Söderhjelm, Inland: Freiherr von Born, Verkehr: Salovaare, Handel und Industrie: Kotilainen (Leiter des Staatskonzerns Enso), Kriegsminister: N i n k k a - nen, Finanz: Pekkala, Kultusminister: Han­nu la (unverändert), Landwirtschaft: H e i kk o n e n, stellvertretender Landwirtschaftsminister: Koi- v i st o, Sozialminister: F a g e r h o l m (unverän­dert), Minister für Versorgung: Direktor von Fiandt (unverändert). Der bisherige Gesandte in Stockholm und Delegationsführer für die Moskauer Verhandlungen, P a a f i k i v i, ist als Minister ohne Portefeuille in das Kabinett eingetreten.

Weitere russische Bombenabwürfe auf militärische Ziele in Helsinki.

Riga, 1. Dez. (DNB.) lieber die militärische Lage verlautet, daß erneut russische Bom­benabwürfe über Helsinki stattgefunden

haben, wobei der Bahnhof und die Kadettenanstalt das Ziel waren. Auch Flugblätter wurden über der Stadt abgeworfen. Größere Kampfhand­lungen scheinen am Freitag nicht stattgefunden zu haben.

Schwedens absolute Neutralität.

Stockholm, 2. Dez. (DNB. Funkspruch.) Mi­nisterpräsident H a n s s o n hebt in einer Ansprache in Norrkoeping, die er am Freitag hielt, den Wil­len Schwedens hervor, die absolute Neutra- l i t ä t aufrechtzuerhalten, die heute 'ebenso fest wie früher sei.

ZüdischeAgenten des britischenSeheim- dienstes in der Slowakei verhafiet.

Preßbury, 2. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der slowakische Ministerpräsident Dr. T u f a hat in seiner letzten Rede vor dem slowakischen Parlament jenen politischen Kreisen, in welchen der Intel­ligence Service seine Handlanger findet, den schärfsten Kampf angesagt. Tatsächlich wurden ge­rade in den letzten Tagen in der Ost-Slowakei mehrere Personen aufgegriffen, die erwiesener­maßen im Auftrage d e s englischen Ge­heimdienstes durch Verbreitung alarmierender Gerüchte Unruhe in die Bevölkerung zu tragen versuchten. Diese Agenten sind z u m e i st Juden. Die ZeitungSlowak" schreibt zu dieser von England organisierten Unruhestiftuni. daß wir durchschnittlich zwar die lächerliche Unsinnigkeit einer solchen Gerüchtemacherei erkennen, daß es aber

Freibeutertum.

Arn Montag soll die von England angekündigte Verschärfung der Blockade in Kraft treten, die sich so gut wie ausschließlich gegen die neutrale Schiffahrt und den neutralen Handel richtet und deshalb eine neue unerhörte Verletzung des Völ­kerrechts durch England darftellt. Die britische Re­gierung greift zu dieser ebenso unfairen wie rechts­widrigen Waffe, weil sich ihre bisherigen Blockade­maßnahmen als unwirksam erwiesen haben. Die deutsche Seekriegführung hat das Gesetz des Han­delns an sich gerissen, und aus der englischen Blockade der deutschen Küste ist eine deutsche Blockade der britischen Inseln geworden. Um diesen Schlag zu parieren, will nun England die Neutralen zwingen, ihren Handelsverkehr mit Deutschland einzustellen. Denn nichts anderes bedeutet es ja, wenn die Briten drohen, alle Waren, deren deutscher Ursprung nach­gewiesen wird, auch wenn sie neutrales Eigentum sind und für Neutrale bestimmt sind, von neutralen Schiffen herunterzuholen, gleichgültig, ob diese von deutschen oder neutralen Häfen ausgelaufen sind und für diese bestimmt sind. Das ist selbstverständ­lich nichts anderes als glatte Piraterie, denn Eng­land vergreift sich damit auch an Gütern, die neu­trales Eigentum sind, sie sind ja von Deutschland nicht auf Kredit geliefert worden, sondern durch Gegenleistungen der neutralen Käufer in deren rechtmäßigen Besitz übergegangen. In der Pariser Seerechtsdeklaration von 1856, die nach den Er­fahrungen des Krimkrieges, den die beiden West­mächte gegen Rußland geführt hatten, der Will­kür im Seekrieg ein Ende setzen wollte, war fest­gelegt worden, daß selbst feindliches Gut auf neutralen Schiffen, soweit es nicht Konterbande wäre, also für Zwecke der feindlichen Wehrmacht bestimmt fei, nicht der Beschlagnahme verfallen dürfe. Wieviel weniger neutrales Gut auf neu­tralen Schiffen! Aber England setzt sich über diese denkbar einfache und klare Rechtslage skrupellos hinweg. Es ist ein Rückfall in schlimmste See­räubermethoden der Zeit der Königin Elisabeth und Cromwells, die ihre Kapitäne mit Kaperbriefen ausrüsteten, um durch Freibeuterei den gesamten Handel lahmzulegen und die eigenen Taschen zu füllen. Nichts anderes ist es, wenn die britische Re­gierung jetzt dazu übergeht, etwa Maschinen zu beschlagnahmen, die ein italienisches Handelshaus als Ganzes oder auch nur zu gewissen Teilen in Deutschland gekauft hat und nun von Genua aus auf italienischem Schiff nach Japan aus führt.

In London weiß man natürlich genau, daß diese

trotzdem die Pflicht jeden Bürgers fei, die Behör­den auf das, Treiben dieser Agenten aufmerksam zu machen. Jeder Mann habe das Recht, solche Personen selbst den Behörden vorzuführen, damit ein für alle Mal die Slowakei von solchen Elemen­ten befreit werde.

Or.Hacha ein Jahr Präsident.

Prag, 30. Nov. (Europapreß.) Die vor Jahres­frist erfolgte Wahl Dr. H a ch a s zum Präsi­denten von Bohm en und Mähren wird in der tschechischen Presse in zahlreichen Betrach­tungen gewürdigt. Von den Blättern wird hervor­gehoben, daß durch diese Wahl eine grundsätzliche Wendung in der tschechischen Politik eingetreten sei. So schreibt derVenkov", England und Frank­reich, die schon in Friedenszeiten das tschechische Volk verlassen hätten, kämen heute in der Kriegszeit wieder mit Versprechungen. Die Stimmung der tschechischen Bevölkerung dem Auslande gegenüber habe sich jedoch geändert. Wenn jetzt neuerliche Versuche unternommen würden für eine Auferstehung der Benesch» Konzeption, und wenn man im tschechischen Volke Hoffnungen auf das Ausland zu wecken versuche, dann antworteten die Tschechen: Nichts wäre gefährlicher, als das blinde Hoffen auf die Hilfe der westlichen Großmächte, die uns schon einmal schwer enttäuscht haben.

Narodni Politika" sagt die damalige Wahl Hachas sei eine glückliche gewesen, sie habe an die führende Stelle einen Mann gestellt, der gleich in den ersten Mannten hervorragende Fähigkeiten be­wiesen habe. Dr. Hacha sei es gelungen, das tsche­chische Polk vor den Leiden des Krieges sammenzuführen. Weiter habe er das tsche­chische Dolck vor den Leiden des Krieges bewahrt und bas Vertrauen des Volkes erwor­ben. Das sei etwas, was gerade in der gegenwär­tigen Zeit das wichtigste Erfordernis für das Amt eines Präsidenten sei. Um den Präsidenten schare ich tatsächlich das ganze Volk im festen Vertrauen auf feine vorausschauende und vernünftige Führung der nationalen Angelegenheiten, und das tschechi­sche Volk werde in diesem Verhältnis trotz stören­der Eingriffe durch die ausländische feindliche Pro­paganda veicharren.

Der Wehrmachtsbericht vom Freitag.

Geringe Artillerie-undSpähtrupptätigkeit.

Berlin, 1. Dez. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen geringe Artillerie- und Spahtrupp- tätigkeit.

Bei der Luftaufklärung über der Nordsee gerieten die eingesehten Kräfte in ein schweres Unwetter. Vier Flugboote muhten auf See niedergehen und wurden teilweise beschä­digt. Die Besatzungen sind sämtlich gerettet.