Donnerstag,
189. Jahrgang
Nr. 257 Erstes Statt
II
I
Starker Widerhall der Molotow-Rede
Die wahren Kriegsziele der WestinWe entlarvt
Oie Moskauer presse unterstreicht die Argumente Molotows.
Auf ein Telegramm der Gauleiter Koch und Forster hat der Führer geantwortet: „Den im Großen Remter der Marienburg versammelten Vertretern Ost- und Westpreußens danke ich für die mir telegraphisch übermittelten Treuegrüße. Ich erwidere sie herzlich in der zuversichtlichsten Hoffnung, daß die mit dem Reich nunmehr wiedervereinigte deutsche Provinz Westpreußen als Reichsgau Danzig zusammen mit den übrigen Gauen des deutschen Ostens einer stolzen und glücklichen Zukunft entgegengeht."
und Gases wieder deutsche Ordnung und Sauberkeit, die Tischtücher sind nicht mehr wie ehedem mit Flecken übersät. Kleine Dinge des Alltags zwar, aber charakteristisch für die neue Zeit, die nun herangebrochen ist.
Nach Bromberg, meiner eigenen Heimat, komme ich mit einer gewissen inneren Beklemmung, wie werde ich die liebe alte Brahestadt, wie die vielen Freunde, die an dem furchtbaren Blutsonntag so schreckliches erduldeten, wiedersinden? Meine Beklemmung weicht ehrlicher Freude über die Mannhaftigkeit, mit der sich die volksdeutsche Bevölkerung über die entsetzlichen Leiden hinwegsetzte, über die vorbildliche Energie, mit der die alten Bromberger wieder an das Aufbauwerk herangegangen sind. Hand in Hand wirken und schaffen sie mit den deutschen Behörden, deren Zielsetzung einem ehrliche Bewunderung abnötigt. Schon sind Pläne für ein neues Rathaus und ein großes Kreis- haus der NSDAP, ausgearbeitet, schon ist
Moskau, 1. Nov. (DNB.) Die Rede Molotows beherrscht das Bild der Sowjetpresse. „Prawda" stellt das erneute Bekenntnis der Sowjetregierung zur Politik der Freundschaft mitdem Deutschen Reich, als den eigentlichen Wendepunkt der jüngsten Geschichte Europas, in den Vordergrund und betont, daß die Molotow-Rede eine eindeutige Verurteilung der Kriegspolitik der Westmächte bedeute. .Hswestija" sagt: „Mit tödlichem Sarkasmus" habe der Regierungschef die wahren Kriegsziele der We st möchte entlarvt, die — unter der „demokratischen" Maske und unter der verbrecherischen Losung einer „Vernichtung des Hitlerismus" — nichts anderes erstrebten, als die Weltherrschaft und die un-
gau Danzig heimkehre, mit der Provinz Ostpreußen verbunden gewesen. Gauleiter Koch habe seit elf Jahren seine ganze Energie eingesetzt, um dieses Land für den Nationalsozialismus zu gewinnen. Auch was wirtschaftlich hier errungen sei, sei das Wert des Gauleiters Koch, dem er für seine Arbeit danke. Er, Forster, habe den Wunsch, daß auch die fünf neuen Kreise mitarbeiteten an der großen Aufgabe, die der Führer gestellt habe, das alte deutsche westpreußische Land wieder rein deutsch zu machen und zu deutscher Blüte zu führen.
Ein besonderes Wort widmete der Reichsstatthalter der Marienburg. Das Ordensschloß sei nicht die Burg des Reichsgaues Danzig oder die Burg der Provinz O st p r e u ß e n. Es sei die Burg des deutschen Ostens und werde dies ewig bleiben. Die Marienburg gehöre beiden Gauen. Die beiden Gauleiter seien verantwortlich, daß sie immer bas Wahrzeichen des Ostens bleibe und niemals in Gefahr komme, an der. Grenze des Reiches einem fremden Lande gegenüberzustehen. In diesem Sinne nehme er den ehemaligen Regierungsbezirk Westpreußen in den Reichsgau Danzig auf.
äußeren Einfluß alles mögliche getan, um eine Lösung zu finden, wobei die russischen Interessen in bezug auf die Sicherheit Leningrads . beachtet werben. Finnland verlasse sich darauf, daß die Sowjetunion den finnisch-russischen Nichtangriffspakt respektieren wolle, der bis Ende 1945 gültig sei.
Der Beginn der neuen finnisch-russischen Verhandlungen in Moskau ist auf Donnerstag abend angesetzt, da Paasikioi am Vormittag neue In» struktionen seiner Regierung erwartet. Diese neuen Weisungen bedeuteten aber, wie man in Helsinki versichert, nicht, daß Finnland seine bereits in einem umfangreichen Dokument zusammengefaßten Gegenvorschläge der russischen Regierung vorenthalten wird. Im Gegenteil seien diese Vorschläge schon auf Grund der Kenntnis der von Molotow angekündigten Forderungen aufgestellt
Weflpreußen in den Reichsgau Danzig übernommen
genierte Ausbeutung ihrer gewaltigen Kolonialreiche. In ironischen Wendungen behandelt das Blatt auch den Rooseveltfchen Schritt bezüglich Finnland. Die Sowjetregierung habe diesem Einmischungsversuch des amerikanischen Präsidenten die richtige Antwort erteilt.
pariser Enttäuschung.
Paris, 1. Nov. (Europapreß.) Die Rede des russischen Außenkommissars war in Paris mit Spannung erwartet worden. Aus den Blättern ist deutlich die Enttäuschung über die ablehnende Haltung gegenüber den Westmächten und die günstige Einstellung zu Deutschland ersichtlich.
nicht zu enden verstanden, daß wir grausam enttäuscht wurden und nicht die Welt für die Demokratie retteten, sondern nur Blutopfer brachten und uneinbringliche Forderungen ernteten, daß man uns nicht einmal Dankbarkeit zeigte, daß unser einziger Gewinn diese schlechte Erfahrung war und daß wir uns selbst zuzuschreiben haben, wenn wir aus dieser Erfahrung nicht lernen, und daß wir der Menschheit, wenn der Friede kommt, einen großen Dienst nur dann erweisen können, wenn wir uns selbst von diesem Kriege fernhalten."
Zinnland
zu den Verhandlungen mit Moskau.
Gro^e Neachtung in WA.
Washington, 1. Nov. (DNB.) Die Rede Molotows machte einen starken Eindruck. Besonders günstig wirkte sein klares Bekenntnis zur Freundschaft mit Deutschland und seine scharfe Ablehnung der Haltung Frankreichs und ' Englands, obwohl beide offiziell erklärt hatten, sie hielten die Besetzung Ostpolens durch Rußland für gerechtfertigt. Wohl nichts hat der englischen Sache m den letzten Wochen hier mehr geschadet als dieser heuchlerische Versuch, zwischen der deutschen und der russischen Besetzung Polens zu unterscheiden, denn in Amerika, wo weite Kreise wirklich geglaubt haben, daß England eine Art „heiligen Krieg gegen den Angreifer" führe und daß es bereit sei, feine Söhne für Polens Unabhängigkeit zu dpfern, war man entsetzt, als sich herausstellte, daß Chamberlain und Genossen bereit waren, einen großen Teil dieses polnischen Landes freizugeben, nur um einen Keil zwischen Deutschland und Rußland zu treiben. In politischen Karikaturen wurde trotz der sonst allgemein antideutschen Einstellung diese Doppelzüngigkeit Englands scharf gegeißelt. Um so stärker wirkte der Passus der Molotow-Rede, der deutlich zeigte, daß Moskau sich durch derartige Tricks nicht von England düpieren läßt.
Weniger gut wirkte seine Kritik an der amerikanischen Neutralitätsgesetzgebung, da Amerika sich nicht gern Vorschriften machen laßt. Daß seine . Ausführungen aber den vernünftigen Amerikanern aus der Seele gesprochen haben, zeigt der Leitartikel in sämtlichen Scripps-Howard- Blättern. Darin heißt es, „an diesem wichtiaen Wendepunkt sollten wir uns erneut klar machen, daß dies nicht unser Krieg ist, daß wir m den letzten Krieg gingen, weil wir Hysterie mit idealen Zielen verwechselten, daß wir in dieser Geistesverfassung uns in einen Kampf mischten, der seit Jahrhunderten in Europa vor sich geht — ein Kampf, den wir nicht begannen und den wir
Reise ins befreite Gebiet.
Erlebnisse eines alten Ostmärkers in Graudenz, Thorn und Bromberg.
Marienburg, 1. November. (DNB.) Im Großen Remter der Marienburg erfolgte die feierliche Uebergabe der bisher zu O st Preußen gehörenden Teile der ehemaligen Provinz Westpreußen, des jetzigen Regierungsbezirkes Marienwerder, durch Gauleiter und Oberpräsident K o ch an den Gauleiter und Reichsstatthalter Forster. Damit wurde die parteimäßige und sta-atspolitische Einbeziehung dieses Gebietes in den Gau der NSDAP, und in den Reichsgau Danzig vollzogen. 20 Jahre lang sind die Kreise Elbing Stadt und Land, Marienburg, Marienwerder, Rosenberg und Stuhm von der Provinz Ostpreußen verwaltet worden. Als Regierungsbezirk Westpreußen wahrten sie die Tradition der zerrissenen und geraubten alten preußischen Provinz.
Der älteste Kreisleiter im Gebiet des Regierungsbezirks Westpreußen richtete Abschiedsworte an Gauleiter Koch, dem er für die Hingabe und die Arbeit in diesem ©ebiet dankte und hieß den Gauleiter und Reichsstatthalter Forster als neuen Gauleiter willkommen. Als Regierungspräsident des ehemaligen Regierungsbezirks Westpreußen und jetzigen Regierungsbezirks Marienwerder verabschiedete sich ^-Oberführer von Keudell van dem bisherigen Gauleiter und Oberpräsidenten..
Nun übergab Gauleiter Koch den bisherigen Regierungsbezirk Westpreußen an den Reichsgau Danzig. Sodann sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Forster. Der Führer, so sagte er, dem allein die Befreiung der an Polen verloren gegangenen Gebiete zu verdanken sei, habe, entschieden, daß die alte preußische Provinz Westpreußen in dem Gewände d e s R e i ch s g a u e s Dan- z i g wieder erscheine. 20 Jahre lang sei dieser Teil der Provinz Westpreußen, der heute in den Reichs-
2. November 1939
Annahme von AnzrigeN für die Mittagsnummer ois8'/,Uhr des Vormittags
Srundpretfe für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm
Brette 7 Rpf.. für Ie$t« anzeigen von 70mm Breite bORpf..Platzvorschrist nach vorh Dereinbg 25°/„ mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-., Vereins», gemein« nutzige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Abrechnung mit den Kriegstreibern.
Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, Außenkommissar Molotow, hat in scharfer und unzweideutiger Sprache mit den Westdemokratien abgerechnet, und diese Abrechnung ist überall sehr gut verstanden worden, auch in Washington und Neuyork. Wenn die Pariser Schreiberlinge glauben, diese Rede damit abtun zu tonnen, daß sie ihren Lesern erzählen, Rußland bliebe neutral und habe deshalb deutsche Hoffnungen zerstört, dann muß man doch sagen, daß soviel Einfältigkeit selbst das von der Pariser Presse sonst aufgebrachte Maß übersteigt. Denn bekanntlich war es gerade der Führer gewesen, der von vornherein dahin strebte. Den durch englische Schuld unvermeidlich gewordenen Konflikt wenigstens räumlich zu beschränken, und der deshalb gleich anfangs erklärte: „Wir fechten diesen Kampf allein durch."
Im Gegensatz zu dieser verantwortungsbewußten Haltung stand die britische Methode, das Kriegsgebiet möglichst zu erweitern und recht viele Völker auf die Schlachtfelder zu schicken, weshalb es denn auch verständlich ist, daß man in London und Paris nicht das geringste Verständnis für die deutschrussischen Beziehungen aufzubringen vermag. Richtiger ist schon die Auffassung in weiten Kreisen der USA., wo man zunächst allen Ernstes daran geglaubt hatte, England träte wirklich für die Neuerrichtung des gesamten Polen ein und schon sehr bekümmert war, als England seine Garantie für Polen zweigeteilt hatte, wo man jetzt aber erkennen muß, daß auch diese Zwettellung nichts anderes ist als eine schillernde Seifenblase, die Sowjetrußland jetzt zum Platzen gebracht hat.
Molotow hat mit Ernst und Nachdruck festgestellt, der völlige Umschwung der deutsch-russischen Beziehungen sei mit dem Ziel einer dauernden Freundschaft zwischen diesen beiden größten Staaten Europas erfolgt, Rußland brinfe dem Kampf Deutschlands gegen Versailles das tiefste Verständnis entgegen, denn ein starkes Deutschland sei „die unablässige Voraussetzung für den Frieden in Europa", und der Versuch der West- mächte, Deutschland ein zweites Versailles aufzu- erlegen, wäre gefährlich und könne diese Westmächte selbst ruinieren. Diesen Worten folgte die Feststellung, es sei ein geradezu verbrecherischer Vorsatz, die Staatsidee Hitlers auszurotten Das wirkliche Kriegsziel der Westmächte bestehe in der Behauptung ihrer Weltherrschaft, kurzum, im Imperialismus und in der weiteren Ausbeutung der Kolonialvölker.
So viel Sätze, so viel Tatsachen. Das Bestreben der Sowjetunion ging, wie Molotow erklärte, darauf hinaus, friedliche Zu stände im Osten Europas herbeizuführen, den schwelenden Schutt von Versailles und die verpestende Wirkung, die von dem polnischen Unstaat als einem Herde des Völkerzwistes ausging, hinwegzuräumen. Deutschland seinerseits hat erklärt, es könne mtt fernen westlichen Gegnern allein fertig werden. Dagegen waren und sind es gerade die Entente-Mächte, die aus ihrem Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland einen Weltkrieg zu machen versuchen. Sie haben die Türkei zu sich hinübergezogen, und Molotow erklärte in eindringlichen Worten, ge- * rode durch die Bindung an die Westmächte habe die
...» 1.Nov. (PK.) Wer könnte wohl auf einer Reise durch das befreite west preußische und posenscde Land stärkere Eindrücke sammeln, als ein alter Ostmärker, der Land und Leute feit fünf Jahrzehnten kennt, dort gelebt und gewirkt hat, auch zu polnischer Zeit dort vorübergehend wellte und somit das Einst und Jetzt miteinander vergleichen kann?
Kaum hat man im Kraftwagen die frühere polnische Grenze überschritten und ist einige Kilometer landeinwärts gefahren, so begegnet man allenthalben den Männern des Arbeitsdienstes, die teilweise mit modernsten Straßenbaumaschinen ausgerüstet am Werke sind, die Wunden zu heilen, die polnischer Schlendrian, aber auch der Krieg selbst den zu überwiegender Zahl von deutscher Hand gebauten Chausseen schlugen. Jeder Autofahrer weiß, was es zu polnischer Zeit bedeutete, auf die Landstraßen angewiesen zu sein, deren kläglicher Zustand einen krassen Gegensatz bildete zu den erstklassigen Autostraßen des Großdeutschen Reiches. Zwar gab es auch in Polen Männer, die diesen Mißstand erkannten und bei der Regierung die Bewilligung von Mitteln für Straßenverbesse- rungen durchsetzten, was aber mit diesen Geldern eigentlich gemacht wurde, bleibt ein Geheimnis, denn über dürftiges Flickwerk kam man nie recht hinaus.
Eine der wichtigsten Aufgaben bildet gegenwärtig die Wiederherstellung der von den Polen bei Kriegsbeginn gesprengten Brücken, nicht nur der großen Weichsel brücken in Dir- schau, Graüdenz und Thorn, sondern vor allem auch der unzähligen kleineren und kleinsten Brücken, die polnischer Zerstörungswut zum Opfer fielen. Man hat deutscherseits diese so wichtige Aufgabe mit gewohnter Energie in die Hand genommen, nachdem man zunächst die erforderlichen Notbrücken unter Heranziehung von Eisendahnpio- nieren und Reichsavbeitsdienst ferttggestellt und damit den Verkehr wiederhergestellt hatte. Ein bleibendes Denkmal haben sich unsere deutschen Eisenbahnpioniere namentlich durch die vorbildlich schnelle Wiederherstellung der großen Dir schauer Eisenbahnbrücke gesetzt; war es doch auf diese Weise möglich, schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit den Eisenbahnverkehr nach Ostpreußen, der zunächst unterbrochen war, wie- derherzuftellen.
Uebrigens hat die deutsche Verwaltung ihre Aufmerksamkeit auch schon der V e r k e h r s di s z i - p l i n zugewandt, einem Problem, das in jenen Gebieten zu polnischer Zeit in geradezu katastrophaler Weise vernachlässigt wurde. Namentlich die bäuerliche Bevölkerung leistete sich in dieser Hinsicht Unglaubliches. Selten nur begegnete man einem Fuhrwerk, das vorschriftsmäßig die rechte Straßenseite einhielt, und außerdem fuhr man nachts ohne jede Beleuchtung, unnötig zu betonen, daß Autofahrer in der Dunkelheit stets größten Gefahren ausgesetzt waren. Auch mit diesem Schlendrian beginnt man jetzt energisch aufzuräumen, und sehr häufig begegnet man Polizeibeamten, die die Stra- ßenordnung kontrollieren, und jede Vorschrifts- Widrigkeit entsprechend bestrafen.
Noch umfangreicher und gewaltiger sind die Aufg^en, die den deutschen Behörden in den größeren Städten entgegentreten. Man muß die Verhältnisse zu polnischer Zeit erlebt haben, um überhaupt den richtigen Maßstab anzulegen und die Bedeutung dessen würdigen zu können, was deutsches Organisationstalent in den wenigen Wochen, die feit der Besetzung erst vergangen sind, bereits vollbracht hat. Tag und Nacht sind unsere Beamten raftios an der Arbeit, um deutsche Zucht uitb Ordnung in die verfahrenen Verwaltungen zu bringen. Ganz zu schweigen von der so wichtigen Betreuung der volksdeutschen Bevölkerung, die ja nicht nur Schäden an Leib und Leben, sondern zum größten Teil auch stärkste wirtschaftliche Verluste durch den Krieg erlitten hatte. Was auf diesem Gebiete unsere NS.-Volks- wohlsahrt leistet, ist einfach erstaunlich.
Wenn man als alter Ostmärker beispielsweise in die Stadt Graudenz kommt, so ist man erstaunt, daß diese alte Weichselfeste schon jetzt in vielem wieder an die gute deutsche Zeit erinnert. Das Wirtschaftsleben, das zu polnischer Zeit gerade dort sehr im Argen lag, beginnt sich wieder stark zu regen, und namentlich bie volksdeutschen Geschäftsleute, die polnischer Terror bis an den Rand des Ruins gebracht hatte, find trotz aller ausgeftanbenen Leiden schon wieder tatkräftig am Wiederaufbau ihrer Unternehmungen und Betriebe begriffen. In zahlreichen früher polnischen Geschäften und Hotels sind deutsche Treuhänder eingesetzt, die ihren ganzen Ehrgeiz daransetzen, die Spuren polnischer Mißwirtschaft zu beseitigen, eine Aufgabe, die mitunter wahrlich nicht leicht ist,.
Aehnlich liegen die Verhältnisse in Thorn, auf desien altem Rathausturm die Hakenkreuzfahne stolz im Winde weht. Diese schöne alte Stadt, die selbst als Sitz der Wojewodschaft und anderer Behörden wirtschaftlich sichtlich stark zurückgegangen war, beginnt sich gleichfalls wieder zu regen, und man muß schon großes Glück Haben, um dort ohne vorherige AnmeUuing überhaupt ein Hotelzimmer zu bekommen. In den volksdeutschen Geschäften stehen die Käufer-mitunter zu Reihen, eine schöne Entschädigung für die vielen Jahre des Darbens! An den Straßenkreuzungen find Verkehrspolizisten am Werk, um die noch zurückgebliebene polnische Bevölkerung zur Straßendisziplin zu erziehen. In der Breiten Straße, der Hauptverkehrsader der Stadt, reges Leben Und Treiben, wie man es zu polnischer Zeit kaum kannte. In den Gaststätten
(Erld)ttni täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monat$«Be3ugsprei$:
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man dabei, die alte Brücken st raße, einen heutigen Derkehrsverhältnissen nicht mehr gewachsenen Engpaß, durch Niederlegung einer Häuserreihe zu verbreitern, schon hat, um auch das kulturelle Leben neu zu befruchten, ein Ga st spiel des Danzi ° ger Staatstheaters, bei dem man Schillers Freiheitsdrama „Wilhelm Tell" spielte, stattgefunden, schon ist die NS.-Volkswohlfahrt für die leidenden Volksdeutschen tatkräftig eingesprungen und schon regen sich Handel und Wandel auf allen Gebieten. Unmöglich fast, an irgendeinen leitenden Beamten heranzukommen, einen früheren lieben Bekannten längere Zeit zu sprechen: alle sind mit Arbeit und Pflichten überlastet, aber niemand murrt darüber, im Gegenteil, man findet allenthalben nur restlose Begeisterung für das gemeinsame große Ziel, aus Bromberg wieder eine musterhafte deutsche Stadt zu machen, wie sie es einst gewesen. Dieser Arbeitswille ist allen Volksdeutschen gemeinsam, und um so bewundernswerter als die entsetzlichen Leidenswochen, die sie durchmachen mußten, erst so kurze Zeit zurückliegen. Aber diest ehrliche Haltung entspricht nun einmal zähem Ostmärkertum, das sich in der Geschichte stets durchgesetzt und sich slawischem Ueber- mut gegenüber stets zu behaupten gewußt hat.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
Druck und Verlag: Vrühlsche Universttättdruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7
Helsinki, 1. Nov. (DNB.) Wie in hiesigen amtlichen Kreisen verlautet, haben die Erklärungen Molotows über Rußlands Vorschläge an Finnland eine neue Lag e geschaffen. Das finnische i worden. Außenministerium teilt mit, Finnland habe ohne I


