As auf weiteres vollkommene Verdunkelung
Oer Zivile Lustschutz ist aufgerufen.
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Besondere Pflichten -er Kraftfahrer.
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hochgehalten von einem schwarzen Halstuch, mit seiner Verknotung wie der Keim eines dernen Selbstbinders die lange Knopfreihe hohen Weste kraftvoll abschließt. Lichtreflexe beiden Brustseiten machen aufmerksam auf
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„Michel, nach der Ernte schicke ich «M Freiersmann", lachte Klaus.
„Meinst wohl, weil ich keine Frau für funden habe, wäre ich nichts dazu?"
lächelte jetzt sogar freundlich. „Wissen Sie", sagte er und warf die Zigarre achtlos ins Meer, „in der Nähe werden Benzinfässer verladen. Das Rauchen ist hier verboten!"
Er drehte sich um und wollte weggehen, verhielt aber den Schritt, denn der elegante Herr, zu dem er eben gesprochen hatte, preßte die Hände an die Schläfen und lachte in kreischenden, schrillen Tönen, die allmählich in ein tierisches Brüllen übergingen. „Diese Fremden!" sagte der Polizist verwundert, „komische Leute!" Und ging davon.
3. Auch Fahrten zu beruflichen Zwecken sind auf unbedingt notwendige Fälle zu beschränken.
4. Die Kraftdroschken werden nur für solche
Volksgenossen bereitgestellt, die in ro eiligen Fällen nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ihr Ziel erreichen können.
5. Die Tankausweiskarten find kein Freibrief zur
schwunden und mit ihm der millionenschwere Diamant. Während die Polizei alle Wege und Verkehrsmittel, die aus der Stgdt führten, hermetisch zernierte, saß der Flüchtling in einem wohlvorbereiteten Keller und unterzog seinen Körper einer Tortur.
Durch Hunger, radikale Schwitzkuren und Dauerturnen verminderte er sein Gewicht binnen wenigen Wochen um 30 Kilo. Aus dem kugelrunden, dickbäuchigen Derhaert war ein mageres, faltiges Männchen geworden. Uebermangan-Einreibungen in die Haut, Atropin in die Augen, ein kleines mit Henna gefärbtes Schnurrbärtchen und eine kahle Glatze anstelle des aschblonden Haarwaldes, ließ den französischen Weinreisenden Emile Verlon entstehen, auf den der falsche Paß lautete.
Ein halbes Jahr im Dunkel, und dann wagte er den Schritt über die Grenze. War er einmal in London, so konnte ein neues Leben beginnen. Bei der Paßkontrolle war alles gut gegangen, nicht einmal seine eigene Mutter hätte ihn erkannt. Die Zolluntersuchung war unerhört gründlich, noch immer fahndeten die Beamten nach dem verschwundenen Diamanten. Er wurde einer genauen Leibesvisitation unterzogen. Während der ganzen Prozedur aber rauchte er ungeniert vor den Augen der Kontrolleure die dickbäuchige Havanna.
Zwei Monate hatte er sich mit der Herstellung biejer Zigarre abgeplagt. Eine bloße Atrappe hätte bestimmt den Verdacht der Beamten erregt. Endlich kam das befreiende Wort: Passiert? Es war geglückt!
Und jetzt, wo er nur auf den Dampfer wartete, jetzt, wo er alle kritischen Momente glücklich überwunden hatte, jetzt im letzten Augenblick sollte alles schief gehend
Was mochte diesem verdammten Polizisten an ihm auf fallen? Sollte er ihn erkannt haben? Ausgeschlossen! Oder verdächtigte er am Ende gar die Zigarre? Nicht wahrscheinlich! Warum starrte er dann aber so auffällig herüber?
Verhaert warf wieder einen kurzen Blick hinüber und im gleichen Moment jagte ein eisiger Schreck durch seine Glieder. Der Polizist kam auf ihn zu!
„Geben Sie mir die Zigarre!" hörte er eine kalte Stimme sagen.
Willem Derhaert schloß die Augen, seine Knie wankten. Willenlos leistete er dem Befehl Folge. „Aus!" schoß es ihm durchs Hirn. „Schief gegangen!" Wie sie ihm wohl hinter den Trick gekommen waren? Das Blut brauste in seinen Ohren "nd er wartete ergeben auf das Schnappen der ^tahlfesseln um seine Handgelenke.
DNB. Es wird amtlich bekannt gegeben: Wer heute noch Kraftstoff im Rahmen der angeordneten Einschränkung erhält, trägt eine besondere Verantwortung vor der Allgemeinheit. Er darf Kraftstoff nur dann verbrauchen, wenn er ihn f ü r lebensnotwendige Fälle einfetzt. Daher richtet sich jeder Kraftfahrer nach folgenden Grundsätzen:
1. Die Beförderung aller lebenswichtigen Güter ist vordringlich. Auch der Nutzkraftwagen darf nicht zu anderen Zwecken eingesetzt werden.
2. Wer aus Bequemlichkeit oder zum Vergnügen fährt, entzieht der Allgemeinheit ein lebenswichtiges Gut. Sein Tun ist verwerflich.
Hauswämschen unter dem offenen, stolzen Schoß- rock aus Tuch, lange Hosen mit verbeulten Knien und derbe Schuhe vervollständigen feinen Sonntag sanzug. Seine linke Hand umfaßt über die Stuhllehne weg mit kräftigem Druck den rechten Oberarm seiner Frau, an der er gewiß eine starke Stütze und treue Helferin in Haus, Hof und Feld gehabt hat.
Wunderbar, wie gut sich dieses Bild auf Blech erhalten hat, das man schon nach wenigen Minuten für ein paar Groschen als fertige Werkstattarbeit mitnehmen konnte. Dazu blieb es das einzige Bild von unseren Ururgroßeltern, denn vor reichlich 70 Jahren photographierte man noch nicht so viel wie heute. Und schließlich gewann es in unseren Tagen noch biologischen Urkundswert, wenn chm auch der polizeiliche Identitätsnachweis fehlt. Dafür sieht es von feinem Ehrenplatz in unserem Familienalbum als kostbares Erbstück der sechsten Generation ent-
Nächsten Tag hauen v..... , - Aber nichts dergleichen geschah.
sation. Der bekannte Schleifer Pechaert war Der-1 Der Polizist stand noch immer vor chm.
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„Michel, mach' keine Witze!" entgegnete Klaus schnell, wendete und fuhr zum nächsten Schnitt.
Michel sprach noch etwas mit dem Bauer Peter. „Warum net?" sagte der im Fortgehen. „Sag's dem Klaus, einen Tag wollen 1 ' ' "
helfen. Was meinst du, Erna?
Die nickte mit rotem Kopf und steckte sich die Doppelähre ans Mieder ...
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sorgfältig waren seine Vorbereitungen. Ueberdies spielte ihm der Zufall eine unerhörte Chance in die Hände. Er erhielt den neiiA«*»******'’« Wihel- Diamanten, den
Schleifen!
Der zivile Luftschutz ist aufgerufen worden. Um jeden Zweifel zu beheben, wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß von sofort ab bis auf weiteres völlige Verdunkelung durch- z u f ü h r e n ist. Es ist also nicht nur Die Lichtreklame auszuschalten, sondern auch die Wohnungen sind so zu verdunkeln, daß kein Lichtschein ins Freie treten kann. Auch die Straßenbeleuchtung wird ab heute nicht brennen.
Es ist weiter zu beachten, daß mit dem Aufruf des zivilen Luftschutzes Vorsignale zum Fliegeralarm
Der Vijzel-Oiamani verschwunden!
Don Kurt Günther von Ascher.
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unbeschränkten Benutzung der Wagen! Ihre Inhaber haben sich nach diesen Grundsätzen zu richten. Ihre Beachtung wird polizeilich kontrolliert werden. Wer gegen die Grundsätze verstößt, wird Verantwortung gezogen werden. Er muß auch sofortiger Stillegung seines Wagens rechnen.
großen Dampfer der Koninklijke Nederlandsche Scheepoaartmaatschappij anlegen, die den Passagierdienst nach London besorgen, stand ein Mann mit einer Zigarre im Mund. Obwohl er anscheinend seelenruhig an der Kaimauer lehnte und den grünlichen Wellen zusah, die sich an den Steinquadern brachen, schielte er in Wirklichkeit in höchster Aufregung nach dem Polizisten, der etwas zehn Meter entfernt mit gespreizten Beinen vor dem Laufsteg stand und ihn seit ungefähr einer halben Minute aufmerksam betrachtete.
Der Mann mit der Zigarre wechselte das Standbein und wandte dem Wachebeamten wie zufällig den Rücken zu. Er war von kleiner, schmächtiger Statur, olivenfarbenem Teint und trug ein schmales, schwarzes Schnurrbärtchen. Niemand hätte in ihm den stadtbekannten Diamantenschleifer Willem Verhaert vermutet, dessen mysteriöses Verschwinden vor einem halben Jahre alle Polizeizentren Europas in fieberhafte Tätigkeit versetzt hatte.
Der Mann tat einen tiefen Zug aus der Zigarre und blies den Rauch nervös in die Luft. Hatte der Polizist Verdacht geschöpft? Sollte im letzten Augenblick alles mißlingen, der Plan zweier Jahre zuschanden werden? Er nahm die Havanna vorsichtig von den Lippen und barg sie in seinen bebenden Händen. Wenn der Polizist ahnen würde, daß sich in der dickbauchigen Tabakhülle, in einer wassergekühlten Kapsel verborgen, der verschwundene Dijzel-Diamant befand! Oder ahnte er tatsächlich etwas? Warum blickte er die Zigarre immer so eigentümlich an?
Derhaert suhlte, wie sein Puls klopfte. Jahrelang hatte er in dieser Stadt gelebt, war einer der bekanntesten Diamantenschleifer Amsterdams gewesen. Und obwohl Millionenwerte durch seine Finger wanderten, war es ihm nie geglückt, es über einen bescheidenen Wohlstand hinaus zu bringen. Dabei war er nahe der Fünfzig, Junggeselle und fieberte nach den Genüssen des Lebens.
Und dann beschloß er den großen Coup. Aeußerst
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„Ja, Michel."
Da konnte der Knecht nichts mehr erwidern und schaffte weiter. —
Als die Abendglocke vom Dorfe her ihren Feierabendruf über die Gemarkung sandte, rüsteten die Bauern ringsum zur Heimkehr. Zu Hause gab*5 mit dem Dieh noch Arbeit genug.
Klaus, Michel und die Italiener aber werkten weiter.
„Macht Feierabend!" rief im Dorbeigehen der Bauer vom Peterhof. „Morgen ist auch noch 'n Tag!"
Klaus, der gerade beim Wenden war, hielt einen Augenblick die Pferde an. „Bei uns könnt' der Tag achtundvierzig Stund' haben. Wir sind noch weit zurück mit der Arbeit. Wie weit seid ihr?"
„Uebermorgen geht's schon los mit dem Hafer.
„Wär's bei uns auch so weit! Das hier ist unsere letzte Gerste. Noch kein Halm Weizen ist gemäht. Die Mutter krank, keine Erntehilfe zu kriegen", klagte Klaus.
Erna, des Peterbauern Jüngste, war herzuge- kommen. Sie bückte sich und hov eine Aehre auf.
„Eine Doppelähre!"
Klaus stieg ab und trat zu Erna, die ihrem Vater die doppelte Gerstenähre zeigte. „Die sind selten", sagte Klaus. „Ich habe mein Lebtag noch keine gefunden."
Michel, der die gemähte Gerste mit den beiden Italienern zu Garben band, kam auch herzu. „Das bedeutet Hochzeit", sprach er laut und sah Erna und Klaus an.
Bornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Kreisleitung der NSDAP. Kreis Wetterau und Wirkschastsgruppe Einzelhandel, Kreisgruppe Gießen: 14 Uhr „Burghof" (Caf6 Ebel) Versammlung des Gießener Einzelhandels. — Gloria-Palast (Selters- weg): „Der Polizeifunk meldet".
Tageskalender für Sonntag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Der Polizeifunk meldet."
heute nachmittag wichtige Versammlung des Einzelhandels.
Am heutigen Samstag um 14 Uhr findet im „Burghof" (Caf6 Ebel) eine wichtige Versammlung des Gießener Einzelhandels statt. Im Hinblick auf die außerordentliche Wichtigkeit der Versammlung werden alle Einzelhändler erwartet.
Die Doppelähre.
Don Hermann Müller.
Der Klaus vom Kranzhof war noch weit mit der Arbeit zurück. Er hatte alle Hände voll mit dem Schnitt des Rogaens und der Gerste zu tun und als einziger Hofbesitzer in der Gemarkung noch keinen Halm Weizen geschnitten. Es mangelte auf dem Kranzhof an arbeitstüchtigen Armen. Die alte Kranzbäuerin war seit dem Frühjahr krank; die Magd mußte an ihrer Stelle die Dienste der Hofbäuerin versehen, und ihre Kraft fehlte bei der Erntearbeit. So blieben dafür nur der Jungbauer Klaus, der Knecht Michel und die beiden italienischen Landarbeiter übrig. Bis diese sich eingeschafft hatten, dauerte es auch noch eine Weile. Ja, wenn neben Klaus eine junge Bäuerin auf dem Kranzhof hätte schalten und walten können! Aber so lange der Mutter Augen noch offen waren, gab sie die Herrschaft in Haus und Hof an keine Schwiegertochter ab. Klaus blieb bei seiner Mutter der Junge, obwohl er längst das heiratsfähige Alter erreicht hatte. Und feinen Sinn an ein Mädchen zu hängen, wagte Klaus nicht, weil es eben die Mutter nicht wollte.
Michel, der Altknecht, der über dreißig Jahre auf dem Kranzhof war, gewissermaßen zum Hof gehörte und in vielen Dingen ein gewichtiges Wort mitsprach, sagte: „Klaus, so geht das nicht weiter; unser Hof kommt immer mehr in den Rückstand, öorg', daß eine Junge auf den Hof kommt."
„Sei jetzt still mit dem Gered", erwiderte der junge Bauer. „Wenn die Mutter gesund ist, dann werde ich schon mit ihr sprechen."
„Wenn die Mutter gesund ist", wiederholte Michel gedehnt, und er sagte das in einem Ton, aus dem der Zweifel sprach. „Nicht mit der Mutter mußt du reden, mit einem tüchtigen Mädchen, Klaus."
„In der Ernte hat noch keiner gefreit."
„Warum nicht jetzt? Zwei junge flinke Arme schafften, hier die Arbeit voran."
sie bei der Polizeibehörde Nachfrage halten können. Um diese Schwierigkeiten zu beheben, hat der Reichsführer ff und Chef der Deutschen Polizei soben beim Polizeipräsidium Berlin die Einrichtung einer zentralen Auskunftsstelle und der Bezeichnung „Zentralsundnachweis" angeordnet, bei der die Nachrichten über den Verlust und das Auffinden von verlorenen Sachen auf den Reichsautobahnen aus dem gesamten Reichsgebiet zu sammeln sind und die darüber Auskunft zu erteilen hat. Wenn bei einer Polizeibehörde ein Fund auf einer Reichsautobahn angezeigt ober abgeliefert wird, so ist hiervon dem Zentralfundnachweis Mitteilung s-
Oer neue Landgerichtspräsideni im Amt.
Am gestrigen 1. September hat der neue Landgerichtspräsident des Landgerichts Gießen, Hermann C o l n o t, fein Amt angetreten.
Der jetzt im 51. Lebensjahr stehende Landgerichtspräsident wurde in Biedenkopf, wo fein Vater Amtsgerichtsrat war, geboren. Sein Urgroßvater, der die Befreiungskriege mitgemacht hatte, kam nach seiner Verabschiedung als Offizier als preußischer Amtsbürgermeister nach Atzdach. Hier war auch sein Sohn, der Großvater des neuen Präsidenten, bis 1890 Bürgermeister. In Atzbach verlebte Hermann Colnot einen großen Teil seiner Jugend. Nach dem Studium in Heidelberg, Leipzig, Berlin und Marburg kam er als Referendar wiederum in das Nassauer Land, so nach Königstein, Langenschwalbach, Wiesbaden, Frankfurt. Später war er in Stettin, wo sein Vater m der Zwischenzeit als Oberlandesgerichtspräsrdent amtierte, tätig. 1915 legte er sein Assessoren-Examen ab, dann war er nach vorübergehender Tätigkeit bei verschiedenen Amtsgerichten in Pommern, 1921 Landrichter in Frankfurt a. M., 1927 wurde er als Amtsgerichtsrat nach Minden in Westfalen versetzt. Die weiteren Etappen waren 1928 Wetzlar, wo er ab 1. 1. 1934 aufsichtsführender Richter wurde, und Wiesbaden, woyin er 1937 als Amtsgerichtsdirektor berufen wurde. Sowohl in Wetzlar, als in Wiesbaden war Colnot im Kreisparteigericht tätig. In den von ihm u. a. in der Fachschaft „Deutsches Recht" veröffentlichten Aufsätzen hat Colnot zu der Frage der Ausschaltung des Juden aus dem deutschen Volke mit Mitteln der Rechtspflege Stellung genommen, wie er auch durch das in der Fachwelt bekannte „Wetzlarer Urteil" von Mitte Juni 1935 vor der Herausgabe der Nürnberger Gesetze von sich neben machte.
Postsperre für die Truppe ab 3. September aufgehoben.
Rähere Bestimmungen noch abwarten.
Das Deutsche Nachrichten-Büro meldet: Die bisher bestehende Postsperre für die Truppe wird nach einer Mitteilung des Oberkommandos der Wehrmacht am 3. September aufgehoben. Zugleich wird die Beförderung von Postsendungen nach dem Feldpostverfahren freigegeben werden. Es wird aber dringend gebeten, mit Zuschriften an die Soldaten zu warten, bis die näheren Bestimmungen bekannt- gegeben werden. Also einstweilen abwarten! Voreiliges Schreiben ist zwecklos. Brief- und Postsendungen laufen sonst große Gefahr, verloren zu gehen. Weitere Bekanntgaben über Feldpostsendungen folgen.
Verluste auf der Reichüauiobahn.
Einrichtung einer zentralen Auskunftsstelle durch den Reichsführer ff.
Kraftfahrer, die auf einer Reichsautobahn einen Gegenstand verlieren, wissen in der Regel nicht, an welcher Stelle der zurückgelegten Strecke sie den Gegenstand verloren haben und in welcher Ortschaft
Klaus war damit einverstanden, und Michel ordnete alles Weitere. Nicht nur am nächsten Tage, sondern bis zum Ernterest schafften die Leute vom Peterhof und vom Kranzhof zusammen. Und dabei geschah es, daß beim Haferbinden Klaus und Erna ihre Köpfe so dicht über eine körnerschwere Garbe beugten, daß eins die Wärme und das Leben des andern spürte und sie das Zusammenschafte n als besondere Beglückung empfanden.
Seitdem sand Klaus Mut, die Mutter nicht mehr viel zu fragen, ob Erna die rechte Bäuerin für den Kranzhof lei.
nicht gegeben werden. Wenn die Sirenen ertönen, bann bedeutet das „Fliegeralarm". Die Bevölkerung hat sich dann sofort in die Luftschutzräume zu begeben und sich bis zur Entwarnung darin aufzuhalten.
Also nochmals: Ab sofort völlige Verdunkelung.
Es gibt nur zwei Signale: der langgezogene auf- und abschwellende Heulton bedeutet „Fliegeralarm", der langgezogene, in der Tonhöhe gleichbleibende Heülton bedeutet „Entwarnung".
Im ßug-e der laufenden Prüfung, inwieweit die Bezugsscheinpflicht für Spinnstofswaren und Schuhwaren im berechtigten Interesse der arbeitenden Bevölkerung erleichtert werden kann, ist die Bezugsscheinpflicht für eine für diesen Teil der Bevölkerung besonders wichtige Gruppe von Textilerzeugnissen aufgehoben worden.
Der Reichswirtschaftsminifter hat verordnet, daß Arbeits- und Berufskleidung vom heutigen Tage ab ohne Bezugsscheine getauft werden kann. Diese Maßnahme wird vor allem von den im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Lage ihren Arbeitsplatz wechselnden Volksgenossen begrüßt werden.
Die Arbeits- und Berufskleidung umfaßt B e - rufsoberbekleidung, sowie S ch u tz k i 11 e l und Arbeitsschürzen. Von nun an sind also beispielsweise Monteuranzüge, Fleischerkittel, Schwesterntracht, Aerztekittel und Arbeitsschürzen für Erwerbstätige (nicht dagegen für den Haushalt) frei verkäuflich. Straßenbekleidung, die üblicherweise im Berufe getragen wird, gilt nicht als Berufskleidung und kann daher nur gegen Bezugsschein bezogen werden.
Auf dem Gebiet der S ch u h w a r e n ist gleichzeitig die Bezugsscheinpflicht für Leder zur B e- sohlung von Schuhen durch Schuhmacher und andere Werkstätten, die Schuhe ausbessern, aufgehoben worden. Schuhe können also an Schuhmacher und Reparaturanstalten zur Besohlung wie zu jeder anderen Ausbesserung ohne einen Bezugsschein gegeben werden.
Eine Bezugsschein für den Bezug von Leder für Besohlung von Schuhen brauchen nur noch sogenannte Selbstbesohler. Die für die Erteilung von Bezugsscheinen zuständigen Behörden werden solche Bezugsscheine auf Grund von Richtlinien, die ihnen die Reichsstelle für Lederwirtschaft gibt, nach Prüfung des Eingelfalles ausftetyen.
Die Lockerung der Bezugsscheinpflicht für Leder
Aus der Stadt Gießen.
Ein kostbares Erbstück.
Es ist nur eine kleine Photographie, aber es sind unsere Uruxgroßeltern. Als einfache Bauersleute in einem lieblichen Tal am Südabhang des Vogelsberges waren sie schon recht alt geworden, bis sie das Schicksal noch einmal vor den Apparat eines Photographen führte. Das kam so: ihre Tochter hatte in die Wetterau geheiratet, und es konnte nicht ausbleiben, daß sich die alten Leute aufmachten zu einem Besuch, weil es gerade Kirmes war. Auf der breiten Dorfstraße zwischen den beiden Tanzwirtschaften hatte neben Karussell, Zucker- und Spielwarenständen auch ein fliegender Photograph fein leichtes Zelt aufgeschlagen. Da gelang es unserer Urgroßmutter mit vieler Mühe, ihre alten Eltern $u einer Ausnahme zu bewegen, um sie fern der Heimat wenigstens „obgemouilt" bei sich zu haben, wie der Dolksmund sich damals „photographiert" übersetzte. „Do wollt' aich net väbgemouilt fei’!" gatt übrigens als die stärkste Abwehr gegen ein zänkisches, friedloses Haus.
Die Gunst und der Stimmungsgehalt bewahrten uns vor dem berüchtigten, heute überwundenen Atelierbild mit den tellergroßen Augen und dem beinahe sakralen Gesichtsausdruck. Und so sehen wir unsere Ururahne in durchaus ungezwungener, lebenswarmer Haltung seitlich auf einem Stuhle sitzen. Den linken Fuß kräftig vorgestellt, ruht ihre Hand mit dem weißen Taschentuch auf der breiten, faltenreichen Schürze, während sie den rechten Unterarm locker auf die Stuhllehne stützt, lieber das Mieder fallen als festliches Schmuckstück die langen Enden eines buntseidenen Halstüchelchen mit Fransen. Ein dunkles Perlenhäubchen läßt das in der Mitte schöngescheitelte, in anmutigen Linien herabfließ ende Haar frei und umrahmt ihr ovales, volles Gesicht, das einen würdevollen Ausdruck zeigt. Neben ihr an der Stuhllehne steht, anscheinend nicht mehr so rüstig, ihr Mann. Die große, heute beim Arbeitsdienst übliche Bauernkappe überschattet sein schmales, kantiges Gesicht. Unter dem bartlosen Kinn leuchtet ein schöner, weißer Hemdkragen,
zur Besohlung von Schuhen ist möglich, weil inzwischen durch die Anordnung 52 der Reichsstelle für Lederwirtschaft eine gleichmäßige Behandlung der Schuhmacher und Reparaturanstalten gewährleistet ist. Die Belieferung der Schuhmacher und Reparaturanstalten mit Unterleder ist im Handel gleichzeitig wieder erleichtert worden, indem die Reichsstelle für Lederwirtschaft den Belieferungssatz von 50 auf 80 v. H. der in ihrer Anordnung 52 festgesetzten Grundmenge erhöht hat. Die Reichsstelle hat dabei eine entsprechende Regelung für die Abgabe von Unterleder an Selbstbesohler auf Bezugsschein getroffen.
Herstellung von Rohwurst undHleischwaren.
Die HD. der deutschen Viehwirtschaft veröffentlicht im Verkündungsblatt des Reichsnährstandes Nr. 74 eine Anordnung Nr. 15 betr. Herstellung von Roh- murft und Fleischwaren vom 27. Auaust 1939. Hiernach wird u. a. allen gewerblich Fleisch be« und verarbeitenden Betrieben verboten, Rohwurst mit Ausnahme ftischer Streichmettwurst im Kranzdarm, ferner von Pökel- und Rauchfleifchwaren einschl. gekochtem Schinken, jedoch mit Ausnahme von geräuchertem fetten und mageren Speck, Fleisch und Fleischwaren in luftdicht abgeschlossenen Behältern und Aufschnittwaren aus gekochtem und gebratenem Fleisch herzustellen. Ausgenommen vom Verbot ist die Herstellung in unmittelbarem oder mittelbarem Auftrag für die Wehrmacht.
Eine Anordnung Nr. 16 regelt das Bezugsscheinwesen bei Fleisch- und Fleischwaren. Hiernach sind die Einzelabschnitte der Ausweiskarten für den Be- zua solcher Waren auf Sammelbogen zu je 300 Stück aufzukleben und aufzurechnen. Einzelabschnitte der Ausweiskarten für Schwer- und Schwerstarbeiter mit erhöhten Zuteilungen sind gesondert aufzukleben und aufzurechnen.
Keine Vezugsscheinpflicht für Arbeits- und Verussbekleidung.
Leder zum Besohlen durch Schuhmacher und andere Werkstätten ist frei.


