Ausgabe 
2.10.1939
 
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ssr. 230 Erstes Blatt

189. Jahrgang

Montag,2. Oktober 1939

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Graf Liano beim Führer.

Mehrstündige Aussprache mit dem italienischen Außenminister in der neuen Reichskanzlei.

Unser Bild zeigt den italienischen Außenminister und den Reichsaußenminister beim Abschreiten der Front-der Ehrenkompanie der LeibstandarteAdolf Hitler" auf dem Bahnhof. (Scherl-M.)

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Berlin, 1.Off. (DHB.) Am Sonntagnachmittag 1135 Uhr traf der Königlich-Italienische IHiniffer Aeußeren, Graf Liano, in Begleitung des bbinettschefs, Gesandten A n f u s o, und der her- ft» Marchese Lanza d'Ajeta und Marchese Hcrieni auf Einladung der Reichsregierung in Berlin ein. Die italienischen Gäste wurden auf ben Anhalter Bahnhof von dem Reichsminister des Hiswärtigen, von Ribbentrop, begrübt. Hifeer dem Königlich-Italienischen Botschafter in Birlin, Aff olico, waren Mitglieder der Reichs- ttjierung 'unb der Reichsleitung der HSDAP. fo- weitere führende Persönlichkeiten von Staat, 1><rtei und Wehrmacht erschienen. Ferner TUitglie- Ki der italienischen Botschaft, des Fascio und der ilLienischen Kolonie. Außerdem hatten sich der- Wch-Jugoflawische Gesandte in Berlin, Andric, m> der slowakische Gesandte in Berlin, (Ternaf, ^»gefunden.

Had) der herzlichen Begrüßung schritt Außen- Mister Graf Liano mit Reichsaußenminister von 8ii»bentrop und Botschafter Attolico die Front der

vor.dem Bahnhof angetretenen Ehrenkompanie der ^-LeibstandarfeAdolf Hitler" ab. Anschließend be­gab sich der THiniffer, begleitet vom Reichsminister des Auswärtigen, in das Gästehaus der Reichsregierung, wo Graf Liano von dem Lhef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister M e i fe­tt e r, empfangen wurde. Die Bevölkerung Berlins, die in dichten Reihen die Anfahrtssirafeen säumte, bereitete Graf Liano einen spontan begeisterten Empfang.

Der Führer empfing am Sonntagnachmittag um 18.30 Uhr in der neuen Reichskanzlei Graf Liano zu einer mehrstündigen Aussprache, die in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop stattfand. Kurz nach feiner An­kunft hatte sich Graf Liano zu einer Unterredung mit Reichsminister von Ribbentrop ins Auswär­tige Amt begeben. Am Abend gab Reichsaufeen­minister von Ribbentrop zu Ehren des italienischen Gastes ein Essen im kleinsten Kreise in feinem Haus in Dahlem.

Wie Warschau kapitulierte.

Kne junge Darmstädterin begrüßt als erste die einrückenden deutschen Soldaten.

I ÄNB. Vor Warschau, 30. September. (PK- Wnderbericht.) Am Dienstag, dem 26. September, nhdem unsere Artillerie und unsere Flugzeuge pi- Festung Warschau sturmreif ge- Wiossen hatten und als die deutsche Jnfan- ll' e ihren Angriff vortrug, kamen zwei pol - «Ai che Parlamentäre zu dem deutschen Ir ntabschnitt wesMch von Wesola. Beide Offiziere, <ti Rittmeister und ein Oberleutnant, wollten noch V Qiesem Zeitpunkt besondere Verhandlungen fuh-

Der deutsche General antwortete, daß nur edingungslose Uebergabe in Frage w-me. Am Mittwoch um 8 Uhr erschienen darau

der Parlarnentärslagge ein polnischer General Armeeführer, ein Oberstleutnant und ein Haupt- tiain und wurden zum deutschen Stabe geführt, die Straße nach Marti, die alle Parlamen- bisher benutzt haben. Nach fast einstündiger ^chandlung wurden die Besprechungen nnter- 'vchen, aber Waffenruhe wurde ausgemacht;

Prinzip der Uebergabe war angenommen. Da '8 polnischen Parlamentäre über keinerlei tele- l'lnische Leitungen verfügten und außerdem offen ' icaben, daß etwasUnordnung" in Warschau ^r-sche, wurde die Beendigung der Feindseligkeiten pls zunächst zwei Stunden angesetzt. .

11 ^zwischen griffen polnische r e l s ch a r - , ein wildes Korps, das nicht in der Harro ves «plüschen Kommandanten von Warschau war, trotz | »r Waffenruhe bei Grochow mit Ungestüm an. | ki den weiteren Verhandlungen erschienen dann fr. drei Vertreter der Stadt War- >ait unter Führung des Stadtpräsidenten .

Men alle drei eine" äußerst fanatffä>e Haltung, . p ihr ganzes Auftreten bewies, daß die lerdende tiHorschauer Bevölkerung nicht nur von den mmta- I p^en Maßnahmen der polnischen Generalität, son­

dern auch von den haßerfüllten Maßregeln des Warschauer Stadtpräsidenten beeinflußt worden war.

Die deutschen Bedingungen wurden der solda­tischen Verteidigung der Polen gerecht. Die Polen werden ihre Waffen selbst an festgelegten Stellen niederlcgen innerhalb der Bannmeile und von Frei­tag, dem 29. ab 20 Uhr in geschlossenen Verbänden waffenlos das Stadtgebiet verlassen. Sie werden zunächst in Lager übergeführt und von dort in ihre Heimat entlassen. Die deutschen Truppen ziehen am Montag, dem 2. Oktober, in Warschau ein. Die Polen erkannten die Großzügigkeit der Art der deutschen Verhandlung und der deutschen lieber« qabebedingungen vorbehaltlos an. Selbstverständ­lich dauert bis zum Einzug der deutschen Truppen die Waffenruhe an. Die polnischen Offiziere, die alle drei fliehend deutsch sprachen, gaben unum­wunden die ungeheure Wirkung der letzten deutschen Angriffe aus der Lust und vom Lande aus zu; der zuletzt entstehende Wassermangel habe übrigens den ^Die^deut'sche Armee hat sofort in ausreichender Weise große Mengen an Medikamenten, Pflege- und Sanitätspersonal zur Pflege der Verwundeten zur Verfügung gestellt. Längs des Weichseldammes bei zu der großen Brücke von Praga nach War­schau, führt eine asphaltierte Str°ße über der ein­mal helle Bogenlampen gebrannt haben. Zur Rech­ten liegen Landhäuser und Holzhauschen für den Sommer und stattliche Villen, zur Linken am Weichselufer stehen Bootshäuser, Gartenhauschen und kleine Lokale. Auf dem Strom schaukeln Segel- iackten Ruderboote und kleine Sportfahrzeuge.

Dicht hinter der deutschen Stellung, die ein­gebettet in einen Zweiten Damm liegt, in einem spitzen Winkel auf den hohen Weichseldamm zu be­

ginnt das Niemandsland. Noch vor wenigen Stunden fast, kann man sagen, sind hier die deut­schen Spähtrupps vorgegangen. Sie bekamen aus den Villen, aus den Bootsschuppen in der Dunkel­heit vom Rücken her immer wieder heftiges Feuer. Jetzt schweigen die Geschütze. Die Bilder des Krieges säumen den Weg: Zerschossenes Gemäuer, tote Pferde, verlassene Grabenstellungen. Polnische Straßenbarrikaden sind bereits weggeräumt.

Der Villenort, der sich nun ausbreitet, heißt Sachfenwinkel. Aus einer Seitenstraße kommt eine junge Frau auf uns zugelaufen. Mutter! Mutter!" ruft sie.Mutter, ich lebe. Das find deutsche Soldaten." Es ist eine junge deutsche Frau, die aus Darm­stadt stammt, und die ihr Schicksal hierher verschlagen hat. Sie streichelt das Uniformtuch eines Kameraden. Sie lacht und weint in einem. Sie will unsere Hamen wissen.Ich glaube, die Hamen in meinem Leben nicht zu vergessen" sagt sie.Die ersten drei Deutschen, die ich treffe. Sie hatte mit Polen zusammen in einem Keller gesessen. Aber die polnische Polizei hatte sie, die Deutsche, herausholen wollen. Immer neue Flucht, immer neue Verfolgung, immer neue Verkleidung. Ihre Mutter sitzt in Darmstadt, aber die junge Frau spricht zu ihr, als ob sie jetzt hier auf der Straße von Praga nach Warschau stände.Mutter, ich bin gerettet ruft sie.Deutsche Soldaten..." Sie legt wie eine Schwester den Arm um einen der Kameraden.

Klar und deutlich liegt Warschau in der Herbst­sonne. Die riesigen Rauchschwaden, die wie un­heimliche Dämonen über der Stabt lagen, sind ver­weht. Die Brände scheinen gelöscht zu sein. Man kann über die Weichsel hinüber jede Einzelheit er­kennen. Drüben am Uferkai gehen ein paar Men­schen. Waffenlose polnische Soldaten treten auf uns zu. Es sind viele Volksdeutsche unter ihnen, die sich wie Kinder freuen, daß der Kampf vorbei ist und daß sie mit Deutschen reden dürfen. Aber auch die polnischen Soldaten verwün­schen den Krieg, dessen Grund wie sie sagen sie nie verstanden hätten. Jetzt grüßen sie tief, jetzt lächeln sie zutraulich. Jetzt haben sie keinen anderen Gedanken, als hinter dem Pflug zu gehen, der in der Heimat auf sie wartet. Es wäre sehr viel über ihre Haltung zu sagen; aber über den geschlagenen Gegner soll man schweigen ...

Immer neue Gruppen von Zivilisten tauchen auf. Jetzt sicht man auch Mitglieder der reicheren Klasse, die man bisher im ganzen Lande bei der armen, leidenden Bevölkerung niemals getroffen hat. Trotz des Ernstes der Stunde sind die Frauen gepudert und aufgemacht, und sehr viele tragen kostbare P^ze. Es sind Szenen, die sich nun ent­wickeln, die über die Kraft der Schilderung gehen. Das Auge sieht diese Gruppen zwischen den Ruinen, diese polnischen Menschen, die gerade für das Un­glück Polens vor der Geschichte allerletzte Schuld haben...

Am Abend liegen wir in einem kleinen Sommer­haus in einem guten Quartier. Wir finden ein pol­nisches Witzblatt, das noch keine vier Wochen alt ist, und nehmen es in die Hand. Der Führer rast auf einem durchgehenden Pferbe in dieser Zeich­nung in einen Abgrund, aus dem polnische Bajo­nette ragen... Das Bild kennzeichnet die Geistes­verfassung, aus der zwangsläufig sich das histo­rische Geschehen entwickelte.

Die Kanonen schweigen in ganz Polen. Ihr Krieg ist aus. Dor uns liegt die offene Weichsel­brücke nach Warschau. Man vergißt alles, man dankt dem deutschen Soldaten, man dankt dem Glück, daß man sein Leben marschierend und sie­gend hat miterleben dürfen in der großen Kamerad­schaft der kämpfenden Bataillone. Weiße Fah­nen wehen hie und da in der Ferne; überall um­gestürzte Geschütze. Jeder, der diese Stadt erlebt, denkt an die Gewalt des Schicksals und Größe des Willens, die der Führer trägt. Rolf Brandt.

Großdeutschland flaggt zum Einzug der deutschen Truppen in Warschau.

Berlin, 30. Sept. (DHB.) Der Reichsrninister des Innern und der Reichsminister für Volksauf­klärung und Propaganda geben bekannt:

Aus Anlaß des bevorstehenden Einzuges der deut­schen Truppen in Warschau flaggen auf An- orbnungbesFührersalleöffentlichen Gebäude im ganzen Reich für b i e Dauer von sieben lagen. Der Tag des Einmarsches wird durch Presse und Rundfunk bekanntge­geben. Die Bevölkerung wird aufgefordert, in gleicher Weise zu flaggen.

Oer Chef der Zivilverwaltung für die ehemals polnischen Gebiete. Posen, 30. Sept. (DNB.) Reichsminister Dr. Frank trat seine Tätigkeit als Oberster Verwal­tungschef für die gesamten ehemals polnischen Ge­biete an. Aus diesem Anlaß fand im Posener Schloß eine konstitutionierende Sitzung statt, auf der Reichsrninister Dr. Frank von dem Militärbe­fehlshaber Posen, General der Artillerie von Bockelberg, und dem Ehef der Zivilverwaltung

Deutsch-russische Wirtschaftsplanung.

Das Schreiben des russischen Volkskommissars Molotow an Reichsaußenminister v o n Rib­bentrop spricht von dem Willen, jenen Waren­austausch zwischen Deutschland und UdSSR, zu erreichen, dessen Höchstmaß in der Vergangenheit als erstrebenswert hingestellt wird. Der in den letz­ten Jahren sehr zusammengeschrumpfte Handel Deutschlands mit Rußland nahm einst die erste Stelle in der deutschen Handelsbilanz ein. Wäh­rend Rußland vor 1914 besonders Getreide, Holz, Gänse und Petroleum lieferte, verschob sich in der Nachkriegszeit die Struktur der Rohstofflieferungen. Der russische Anteil an unserer Gesamteinfuhr be­trug z. B. im Jahre 1935 bei Manganerzen 58 v. H., Flachs, Flachswerg 75, Papierholz 51, Grubenholz 51, gesägtes Nadelholz 35, Faßholz 31, Benzin 12, Leuchtöl 27, Gasöl, Treiböl 19, Schmieröl 18 und Asbest 58 v. H. Dazu lieferte Rußland rund ein Viertel unserer Gesamteinfuhr an Rauchwaren, also Pelzen. Die Rohstoffeinfuhr aus Rußland ist in ihrer Zusammensetzung naturgemäß gewissen Schwankungen unterworfen so ist Rußland jetzt auch ein Ausfuhrland für turkestanische Baumwolle geworden, obgleich das auch in der neuesten

von Posen, Sena^präsident Greiser, begrüßt wurde. In einer Ansprache kennzeichnete Dr. Frank die Bedeutung der in diesen Gebieten zu lösenden Aufgaben, an denen Soldaten und Zioilverwaltung in engster Verbindung als Beauftragte des Führers- zu wirken haben werden. Das Größte an dieser Aufgabe sei, deutschen Bauern diesen Bo­den nunmehr unwiderruflich zu sichern und aus ihm nie wieder eine umstrittene Mark wer­den zu lassen.

Einberufung

des Deutschen Reichstages.

B e r l i n, 30. Sept. DHB. teilt mit: Der Deutsche Reichstag wird in der kommenden Woche zur Ent­gegennahme einer Erklärung der Reichsregierung einberufen.

14 feindliche Flugzeuge abgefchoffen.

Der Sonntagsbericht des Oberkommandos.

Berlin, 1.Oft. (DHB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m O ft en geht die Hebergabe von War­schau und Modlin planmäßig vor sich.

3m Westen war das feindliche Artlt- leriefeuer in der Gegend von Saar­brücken stärker. Sonst keine nennenswerte Kampf­tätigkeit.

3m Westen wurden zwei französische und zehn britische Flugzeuge, über der Hordsee zwei britische Kampfflugzeuge zum Absturz gebracht. Wir verloren zwei Flugzeuge.

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3nsgesamt haben die Franzosen im Lause des er st en Kriegsmonats 3 7 Flugzeuge durch die deutsche 3agb- unb Flakabwehr verloren. Die Lnglänber verloren im Luftkampf unb burch Flakbeschuß 27 Flugzeuge. Avßerbem wurden, wie schon gemeldet, der Flugzeugträger(£oura­ge o u s torpediert und ein zweiter Flugzeugträger durch einen schweren Bom­bentreffer 5 e r ff ö r t. Es steht fest, daß die Zahl der hierbei vernichteten Flugzeuge die angegebene Verlustziffer um ein Vielfaches überschreitet.

Ein belgisches Kriedensmanisest.

Berlin, 2. Okt. (DNB.) Eine Anzahl namhaf­ter belgischer Publizisten veröfentlicht ein Manifest, in dem die Beendigung des Kriegszu­standes in Europa gefordert wird. In dem Aufruf treten die Verfasser, unter denen sich bekannte belgische Journalisten befinden, die keines­wegs als Freunde Deutschlands gelten, nachdrück­lich für absolute Neutralität Belgiens ein. Sie erklären u. a., daß der Krieg in erster Li­nie ein Kampf des britischen Imperia­lismus fei und daß Polen für England nur einen Vorwand darstellte. Die Fort­setzung des Krieges wist?de zur allgemeinen Zer­störung und Vernichtung aller Werte führen. Nie­mand würde Vorteile daraus ziehen. Für Frankreich würde der Krieg die Zerstörung der Volkskraft auf hundert Jahre hinaus bedeuten. Versuche Englands und Frankreichs, das nationalsozialistische Regime in Deuffchland zu beseitigen, seien aussichts- I o s. Deuffchland könne sich ebenso wie England und Frankreich ein Regime nach eigenem Be­lieben zulegen. Es heißt in dem Manifest dann weiter, daß es unsinnig wäre, die Versailer Be­stimmungen aufrecht erhalten zu wollen, wenn man nicht mehr die Machtmittel dazu habe. Die deutsche Vorherrschaft in Mittel- und Osteuropa bedeute f ü r Westeuropa keine unmittelbare Ge­fahr. Die Unterzeichner, unter denen sich die Jour­nalisten Poulet, Herten, Avermaete, Colin und Mar- tier befinden, erklären zum Schluß, daß sie allen die Hand reichen, die in anderen Ländern mitarbeiten wollen, den Krieg zu beenden.