Ausgabe 
2.8.1939
 
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Achtung! Achtung!

Reue Beitragsmarken zur Deutschen Arbeitsfront ab 1. Oktober 1939.

Hierdurch machen wir unsere Mitglieder darau aufmerksam, daß die Deutsche Arbeitsfront am 1. Oktober 1939 neue Beitragsmarken einführt. Eventuelle Rückstände müssen bis spätestens 30. Sep­tember 1939, auch wenn gestundet, aufgeholt sein, da am 1. Oktober 1939 die seitherigen Marken un­gültig werden.

Sämtliche Orlswallungen der Deutschen Arbeits­front und alle Betriebe mit Vetriebskassierung wollen dementsprechend eine lleberprüfung sämt­licher Mitgliedsbücher vornehmen, damit keine Rück­stände vorhanden sind und dadurch den Volks­genossen der Anspruch auf die Leistungseinrichtung

* Silberne Hochzeiten. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen am morgigen 3. August die Eheleute Ferdinand Hengst und Frau Klara, geb. Knorr, Schanzenstraße 16, und Martin H e r r - l i ch und Frau Johanna, geb. Arnold, Friedensstr 20 Wir beglückwünschen die beiden Jubelpaare auf das herzlichste.

"Sterbefälle in Gießen. Es verstärken in Gießen in der Zeit vom 15. bis 30. Juli: 15.7.: Christian Dietz, Schuhmachergeselle, 28 Jahre, Schützenstraße 19; 18.7.: Marie Clara Staus, geb. Döring, 38 Jahre, Marburger Straße 82; 18 7 - Philipp Moser, Gärtner, 69 Jahre, Wiesecker Weg 10; 21. 7.: Hermann Flick, Bäckermeister, 73 Jahre Ludwlgstraße 30; 22. 7.: Gertrude Haas, geb' Bauer, 74 Jahre, Löberstraße 20; 20.7.: Karl Ater, Reichst,ahnstkretär im Ruhestand, 61 Jahre, Lieblgstraße 107; 26.7.: Marie Poths, Kanzlistin,

56 Jahre, Mlhelmstraße 59; 18.7.: Gertrud Habech, Schülerin, 13 Jahre, Anneröder Weg 37; 30.7.: Heinrich Bourkarde, Postassistent im Ruhestand, 76 Jahre, Schillerstraße 27; 30.7.: Karl Hausrath, Schlossergeselle, 43 Jahre, Gnauthstraße 10.

** Das Städtische Volksbad Gießen Schwimmhalle und Römisch-Irisches Bad ist vom 3. August ab wieder geöffnet. (Siehe heutige Anzeige.)

,** Städtische B ü ch e r e i. Im Juli sind 1574 Bände ausgeliehen worden. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 2, Zeitschriften 17, Gedichte und Dramen 8, Erzählende Literatur 987, Jugendschrif­ten 224, Länder- und Völkerkunde 98, Kulturge­schichte 4, Geschichte und Biographien 126, Kunst­geschichte 19, Naturwissenschaft und Technologie 57, Heer- und Seewesen 13, Haus- und Landwirtschaft 6, Religion und Philosophie 2, Staatswissenschast 11 Bände.

mit der Wehrmacht und den Gliederungen der Partei begonnen hatte. In mustergültiger Disziplin wickelten sich die Kämpfe ab. Dank der guten Or- ganisttion konnten die Ergebnisse schnell ausge« wertet werden. Um 12 Uhr konnte durch den Kreis- kriegerführer Haus die Siegerehrung vorgenom­men werden.

Es erreichten: 1. Preis Mannschaft des Kreis­kriegerverbandes Wetzlar 979 R.; 2. Preis Mann­schaft der SA.-Standarte J/33 970 R.; 3. Preis Mannschaft des NSKK. 22/M. 147. 899 R.

Holzgeschnitzte Wegweiser.

Lpd. Biedenkopf, 1. August. Der Gebirgs- verein Biedenkopf hat im Heimatgebiet zu einem schönen und originellen Werbemittel gegriffen. An belebten Straßen und Wegen wurden h o l z g e - schnitzte Wegweiser errichtet. Lustige Figuren zeigen dem Wanderer und Gast des Hinterlandes den Weg.

Landkreis Gießen.

Aus den Gießener Gerichtssälen.

nicht verloren geht.

Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß bei Beitragsrückständen von zwei Monaten der Anspruch auf jegliche Unterstützung verfällt.

Die Deutsche Arbeitsfront kreiswaltung Wetterau

Abt.: Verwaltungsstelle 24

5054 D Gießen, Schanzenstraße 18.

Aornotizen.

Tageskalender für Mittwoch.

Gloria-Palast, Seltersweg:Die Frau ohne Ver­gangenheit".

Gießen-Klein-Linden.

Unser Schwimmbad hatte am vorigen Sonntag eipen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen. Nicht weniger als 490 Besucher, darunter viele Auswärtige, suchten in dem herrlich gelegenen Bad Erquickung. Unter den Gästen befanden sich auch viele Mitglieder des Schwimmoereins von Gießen, die die Anlage als schr schön bezeichneten und die namentlich dem Aufbau des Sprungturms ihr Interesse widmeten. Das Kunstspringen der Gäste aus der Stadt fand allgemeine Bewunderung und regte auch die einheimischen Schwimmer und Sprin­ger zur Nacheiferung an.

Unser Mitbewohner Karl Stiebing in der Schulstraße konnte am Montag in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 0. Geburtstag feiern. Von vielen Seiten wurden dem allseits beliebten Manne Glückwünsche entgegengebracht. Auch wir gratulieren herzlich!

*

** Der NS. - Reichskriegerbund, Kreis­kriegerverband Gießen, beteiligt sich mit Fahnenabordnungen am Großen Zapfenstreich, der heute abend aus Anlaß der 25. Wiederkehr des Weltkriegsausbruchs auf dem Hofe der Zeughaus- Kaserne stattfindet.

** 2 5 Jahre im Dienste der Stadt. Sein 25jähriges Arbeitsjubiläum im Dienste der

1 Stadt Gießen kann am 4. August der Straßenbahn­wagenführer Philipp Eisen Huth, Am Kugel- Iberg 52 wohnhaft, begehen. Der Jubilar zählt zu iden wenigen Arbeitskameraden, die bereits 1914 in ldie Dienste der Straßenbahn getreten und bei ihr geblieben sind. Seit 1897 in Gießen, war der Jubi­lar zunächst bei Privatunternehmen beschäftigt und ttrat bei Ausbruch des Weltkrieges, als Personal- snangel bei der Straßenbahn eingetreten war, in 8>eren Dienste. 1916 mußte er ins Feld rücken und Hat mit der Gebirgs-Minenwerfer-Komp. 175, die Dem Bayerischen Alpenkorps zugeteilt war, auf allen Kriegsschauplätzen gekämpft. 1918 kehrte Eisenhuth, ggeschmückt mit dem EK. II und der Hessischen Tapfer - leilsmedaille, in die Heimat und zur Straßenbahn Furück. Dem Jubilar gelten auch unsere herzlichen ^Glückwünsche zu seinem Jubiläum.

Große Strafkammer Gießen.

Durch Urteil des Bezirksschöffengerichts Gießen vom 23.5.1939 gegen, das er Berufung einlegte, war der H. Sch. in Eiferfeld wegen falscher Anschul­digung in Tateinheit mit übler Nachrede zu einer Gefängnisstrafe von 5 Wochen verurteilt worden. Der Angeklagte war im Jahre 1938 während einiger wegen eines schwebenden Rentenverfahrens in einer Gießener Klinik zur Beobachtung. Dort will er von einem Patienten und der Stations­schwester gehört haben, ein Patient sei gestorben, weil der Röntgenbrei nicht rechtzeitig abgeführt worden sei. Nach längerer Zeit machte der Ange­klagte eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft gegen den Direktor der Klinik. Das Verfahren gegen den Direktor wurde aber eingestellt und der Angeklagte hiervon benachrichtigt. Trotzdem schrieb er an den Direktor Briefe, in denen vonGutachtenkonstruk­tion" und dergleichen die Rede war. Der Angeklagte behauptete immer wieder, das, was er geschrieben habe, sei ihm von den Zeugen mit geteilt worden, er selbst habe keine Wahrnehmungen gemacht. Der Vertreter der Anklage beantragte, die Berufung zu verwerfen. Mit Rücksicht auf das Alter und die Unbestraftheit des Angeklagten könne von Erhöhung der Strafe, die an sich am Platze wäre, abgesehen werden. Die Berufung des Angeklagten wurde ver­worfen und die Gefängnisstrafe auf drei Monate erhöht. Dem Beleidigten wurde die Be­fugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils innerhalb vier Wochen nach Rechtskraft auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekanntzumachen. Die Tat des Angeklagten stellt sich, wie in der Ur­teilsbegründung festgestellt wurde, als gemeiner Racheakt dar.

*

Durch Urteil des Dezirksschöffengerichts Gießen vom 14.3.1939 waren K. Th. in Hungen und R. B. in Gießen zu Geldstrafen von je 70 RM. verur­

teilt worden, Th. wegen fahrlässiger Körperver­letzung, B. wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit Uebertretung der Reichsstratzen-Ver- kehrs-Ordnung. B. fuhr am 26. Juli 1938 mit einem Fahrrad, von der Ebelstraße kommend, beim Cin- biegen nach links in den Riegelpfad nicht im weiten, sondern im engen Bogen. Hierbei hat er dem durch den Riegelpfad fahrenden Personenkraftwagen des Th. nicht das Vorfahrtsrecht eingeräumt, und er stieß mit dem Auto zusammen. Der Fahrer des Personenkraftwagens Th. wollte den Zusammenstoß vermeiden, kam aber durch das schnelle Bremsen auf den Bürgersteig und verletzte dadurch den Er­win Pfeiffer von Weidenhausen und den Hermann Müller von Runzhausen. Gegen das Urteil legten die Angeklagten Berufung ein. Der Anklagevertreter beantragte, die Berufung zu verwerfen. Die Be­rufung wurde verworfen, die Geldstrafe des Th. auf 50 RM. herabgesetzt und die Geldstrafe des B. auf 100 RM. erhöht. Die beiden Angeklagten tragen die Kosten des Berufungsverfahrens, einschließlich der dem Nebenkläger erwachsenen notwendigen Aus­lagen.

Vezittsschöffengerichl Gießen.

Der Heinz Jos. G. in Marienberg hatte sich wegen übler Nachrede zu verantworten. In einem Schrei­ben an den Direktor einer Gießener Klinik hatte der Angeklagte über einen Derwclltungsbeamten der Klinik allerlei unfreundliche Bemerkungen gemacht, die als üble Nachrede anzuschen waren. Der An- aeklagte hielt seine Behauptungen aufrecht. Der Zeuge bestritt die ihm unterstellten Aeußerungen. Der Anklagevertreter beantragte eine Gefängnis­strafe von sechs Wochen. Der Angeklagte wurde wegen übler Nachrede zu einer Gefängnis- strafe von einem Monat verurteilt. Wegen den Vorstrafen kamen strafmildernde Umstände nicht in Betracht.

Aus der engeren Heimat.

Kreiskriegerappell in Wetzlar.

£ Wetzlar, 1. Aug. Der Kreiskrieger­ve r b a n d Wetzlar veranstaltete am Sonntag einen Krsis-Kriegerappell in Wetzlar. Annähernd 3 0 0 0 Frontkämpfer und ehe­malige Soldaten marschierten in mehreren Marschsäulen zum Domplatz, wo der Gaukrieger­führer, Generalleutnant a. D. Fett, die Front ab­schritt. Von den benachbarten Kreiskriegeroerbän- den war auch Kreiskriegerführer Dr. Mannard (Gießen) mit mehreren Mitgliedern der Kreiskrie­gerführung erschienen. Kreiskriegerführer Haus begrüßte den Gaukriegerführer, die Vertreter der Wehrmacht, der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden und wies auf die große Bedeutung dieser

Veranstaltung hin. Als er der toten Kameraden gedachte, präsentierte die Ehrenkompanie das Ge­wehr und die Fahnen senkten sich. Dann sprach der G aukri e zerführer. Er wies auf die große Bedeutung des Jahres 1939 für den NS.-Reichs- kriegerbund hin und erinnerte dabei an den letzten Reichskriegertag in Kassel. Mit dem Gruß an den Führer schloß die Kundgebung. Nach einem kurzen Umzug durch die Stadt fand in der Jakob-Sprenger- Straße unter den Marschklängen der 116er der Vorbeimarsch an dem Gaukriegerführer statt. Auf dem Festplatz entwickelte sich dann ein kamerad­schaftliches Leben und Treiben.

Schon am Vormittag wurde General Fett vom Kreiskriegerführer Haus zu den Schießständen am Klosterwald geleitet, wo das Vergleichsschießen

* Watzenborn-Steinberg, 2. August. Der hiesige GesangvereinGermania" unternahm am Sonntag mit 6 Omnibussen einen Familienausflug nach Frankfurt und besichtigte dort den ZeppelinLZ 127", Palmengarten, «Senden» berg-Museum und Tiergarten. Im Anschluß daran stattete der Verein dem befreundeten Gesangverein Heiterkeit" Fechenheim einen Besuch ab. Bei ab- wechselnden Gesangsoorträgen der beiden Vereine vergingen nur zu schnell die schönen Stunden. Sehr befriedigt von den Erlebnissen kamen die 165 Aus­flugsteilnehmer in ihrem Heimatdorf wieder an.

ch Lich, 1. Aug. Seit voriger Woche hat die Dreschmaschine ihre Arbeiten wieder aufge­nommen. Es gelangt in erster Linie die Winter- aerste zum Ausdrusch, einige Landwirte fahren auch schon Sommergerste an. Die Ergebnisse sind recht zufriedenstellend.

Kreis Alsfeld.

Homberg , 2.Aug. Der Revier-Förster a. D. Wilhelm Christ kann am heutigen Mitt­woch, 2. August, im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 7 5. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist körperlich und geistig noch rüstig. Herzlichen Glück- wünsch! Der Wanderverein führte am vorigen Sonntagabend eine Mondscheinwanderung durch. Sie ging über,ben Hohen Berg und durch den Hansteinsgraben, der unter Naturschutz steht und von mächtigen Felsblöcken umsäumt ist. Sämt- liche 32 Teilnehmer waren sehr befriedigt von den dabei gewonnenen eigenartigen Eindrücken.

Rundfunkprogramm

Donnerslag, 3. August.

5 Uhr: Frühmusik. Es spielt der Gaumusikzug der NSDAP., Gau Ostpreußen. 5.50: Bauer, merk auf! 6: Morgenspruch. Nachrichten. Betriebssport der DAF. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause.Ohne Sorgen jeden Mor­gen". Es spielt das Orchester des Reichssenders Königsberg. 11.40: Ruf ins Land. 12: Mittagskon­zert. Es spielt das kleine Rundfunkorchester. 13: Nachrichten. 13.15: Italienische Musik. 14: Nachrich­ten. 14.10: Drei Operetten-Komponisten unserer Zeit: Arno Vetterling Eric Plessow Franz Grothe. 14.45: Für unsere Kinder: Kleine Geschichten und Abenteuer. Hugo Ramm erzählt. 16: Von der Rund­funkausstellung Berlin (vom Reichssender Berlin): Volks- und Unterhaltungsmusik. 19:Mythos des Nordens". Hörbild zum 80. Geburtstag Knut Ham­suns. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: Hauruck der Westwall steht! Gemeinschaftssen- düng der Grenzlandsender am Westwall. 22: Nach­richten. 22.15: Sportnachrichten in Kürze. 22.20: Unsere Kolonien. Federschmuck und Zylinderhut. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nachtmusik.

GROSSGARAGE

Eiltet U/eäten

Roman von Harald Baumgarten

1 Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin W 35

31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

2ch hätte den Mund aufmachen zollen! Gleich in Ruffos Weinstube! Gleich mit der Sr $QUS lallen! Es wäre am besten gewesen. Wber da dachte ich noch ich, Vallendar, der ^roße Vallendar: Oho, kleines Mädchen, warte mal ab! Du gefällst mir zwar schr, aber so rasch Wenn sie jetzt mit Römer--? Wenn jetzt

Mischen diesen beiden längst Beschlossenes offenbar rbf? ®arum hast du nicht auf mich gewartet, ^harly?

.^^5 still saß er und atmete tief. Es war ein ^§ter Duft in dem Wagen, ein Duft nach Jugend anö Frische. Es duftete nach öchariys haselnuß- Lraunem Haar .. Ich weiß nicht, was ich beginnen pllte, wenn ich sie verlöre! «Sein Herz bebte vor Lagst. Aber sie gehört mir ja nicht... Es ist zum verzweifeln! Nicht einmal geküßt hab ich sie! Nicht kmmal geküßt! Ach, wenn sie jetzt hier stände, ganz s.vtzlich austauchte!

Ein Knacken in der Garage scheuchte ihn 'aus feinen Gedanken auf, die sich sofort auf die Ge­schehnisse der Nacht umstellten. Nun brummte ein Jlotor. Durch die winzige Scheibe im Verdeck sah e: einen Wagen herankommen... Vallendar hielt bin Atem an: Es war Herrn Zornacks Wagen, der timte morgen so überraschend schnell fortgefahren }?r. Also der Zornack war zurückgekommen! wer so früh? fyatte er nicht erzählt, er wolle seine i'-au in Magdeburg besuchen? Er konnte ja noch gut nicht zurück sein! Er hatte also gelogen!

>2etzt fuhr der Wagen rückwärts in die Sammel- S-rage hinein. Ganz nahe an Charlys Wagen, 1 dem Vallendar zusammengekauert saß. Alles' Pns der sehen konnte, war undeutlich. Es war fast i P!,5er in dem in den Erdboden hineinzementierten

rpornad stieg aus. Vallendar nahm jedenfalls an, ! Hb es Zornack war, wenn er seine Gestalt auch £rr m Umrissen und sein Gesicht nur als weißen erkannte. Aber wer sonst hätte die graue Lmousine benutzt?

^.Otun schritt der Mann auf den Gang zu, in dem ä! fahrende Leihbücherei stand. Er schien um den Lagen herumgegangen zu sein, denn er tauchte iiris von ihm wieder auf. Hatte er nicht am Griff ufielt?

Er wird versuchen, das Schloß aufzubrechen!

dachte Vallendar. Jetzt fasse ich ihn! Ich warte nur, bis er es geöffnet hat. Dann aber! Wollen mal sehen, ob ihm dann wieder eine Ausrede einfällt!

Plötzlich schien Zornack sein Vorhaben aufzu­geben. So leise, als laufe er auf Gummisohlen, eilte er in seinen Wagen zurüd, öffnete den Schlag und zvg die Tür unhörbar hinter sich zu.

Extra gut geölt! dachte Vallendar. Er bemühte sich, in Zornacks Wagen, der etwas seitlich stand, hineinzuspähen. Der Mann mußte doch jetzt am Steuer sitzen.

Aber am Steuer saß niemand ... Vallendars Herz begann zu pochen. Was war los? Da war doch der Aufbau. Und in den Aufbau mußte Zor­nad doch vom Führersitz aus hineingekrochen sein? Am liebsten hätte Vallendar sich die flache Hand vor den Kopf geschlagen. Die graue Limousine war dafür eingerichtet! Sie bot hinten ein Versteck, und in dem Versteck hatte Zornack die Nacht über geses­sen, und als er bemerkt hatte, daß aufgepaßt wurde, hatte er es gegen Morgen verlassen, nachdem er seinen Wagen fahrbereit gemacht und den Motor eingeschaltet hatte, um sofort starten zu können.

Warum aber hatte er sich jetzt zurückgezogen? Hatte jemand ihn gestört? Vallendar fieberte. Rich­tig nun hörte er Schritte im Gang! Ja, er konnte sie, so leise sie waren, hören. Nun klappte eine Wagentür.

Verflixt noch mal, daß es auch so dunkel war! Sollte er jetzt hinausspringen, den Mann rufen und Zornad festnehmen? Aber wer mochte dieser Mensch im Gang sein? Es klang fast so, als mache er sich an der fahrenden Leihbücherei zu schaffen.

Plötzlich ging alles in Gedankenschnelle. Es über­raschte Vallendar so, daß er einige kostbare Schreck­sekunden verlor.

Die Tür von Zornacks Wagen sprang auf, und Zornack stürzte heraus. Vallendar hörte einen lauten Ausruf. Zwei Stimmen, die gegeneinander an­schrien. Dann flüchtende Schritte. Worte:Halt! Oder ich schieße!"

Raus aus dem Wagen! Hin zum Gang. Blicke nach rechts und links. Dort hinten bei der Wagen­nische zwei Männer. Sie schienen miteinander zu ringen ... Vallendar fegte los, den Gang hinunter.

Die zwei hatten seine Schritte gehört. Der eine von ihnen riß sich los und wollte offenbar zur Ausfahrt hinausflüchten.

Vallendar konnte ihn nicht erkennen, aber auf alle Fälle wollte er ihm den Weg abschneiden. Er raste zur Einfahrt hinauf. Wenn oer Mann früher da war, entkam er ... Aber da war die Schaltung, die die Garage schloß.Nur bei Feuersgefahr zu benutzen!" stand in brennend roten Buchstaben darüber. Mit aller Kraft drückte Vallendar den He­bel herunter.

Ein wildes Läuten Hub an. Knarren und dumpfes Poltern. Die schweren Stahltüren, die Einfahrt und Ausfahrt sicherten und die einzelnen Abteilungen

vor Ausbreitung des Feuers zu schützen hatten, be­gannen auf ihren Schienen zu rollen.

Der Tankwart Hellmuth kam entsetzt gelaufen und starrte abwärts.Was ist denn geschehen?" schrie er. Wer hat Alarm gegeben?"

Die Stahltüren glitten unaufhaltsam ... Jetzt tauchte eine Gestalt im Tunnel auf. Noch war ein breiter Spalt zwischen den Türen ... Mit einem Satz sprang Vallendar hin und stellte sich davor. Halt! Hier kommt niemand 'raus!"

Der Mann stutzte, griff in die Tasche und hob die Hand.

Vallendar fühlte einen harten Schlag auf seinem Kopf. Ein Knall schien das ganze Gewölbe zer­sprengen zu wollen. Sekundenlang drehte sich alles um ihn. Verdammt noch mal der Kerl hatte auf ihn geschossen, ihn getroffen! Mit wilder Ansvan- nung überwand er die Schwäche und breitete seine Arme aus.Hier kommt niemand durch!"

Der Mann, der geschossen hatte, drehte sich um und wollte abwärts flüchten. Im gleichen Augen­blick wurde er nieder gerissen.

Mit einem dumpfen Laut schlugen die Türen zu­sammen ... Vallendar verlor das Bewußtsein er stürzte. Die Arme des Tankwarts Hellmuth fingen ihn auf.

*

Die Lichter der Bogenlampen spiegelten sich im blanken Asphalt. Berlin atmete die Menschen wie­der ein, die der sonnige Herbsttag hinausgelockt hatte. Endlose Wagenreiyen voll leuchtender Augen zogen in die Stadt hinein, flössen dort nach allen Richtungen auseinander, belebten die Straßen, und langsam entfaltete sich das bunte, wirbelnde Bild des Sonntagabends.

Inmitten der Kette heimkehrender Wagen fuhr Dr. Romer mit Charly.

Gern fjätte sie ihm das Steuer entrissen, um selbst zu fahren, gern hätte sie sich oorgeDrängt, um jede kleinste Lücke zu nutzen und rascher ooran- zukommen. Ihre Finger spielten rastlos mit den abgestreiften Handschuhen.Bitte, fahren Sie schnel­ler, Doktor! Ich weiß nicht ich bin so unruhig.." Nerven, Charly? Sie werden doch nicht mehr an die dumme Geschichte denken, die Sie mir er­zählt haben?"

Nein, nein es ist etwas anderes! Ich kann es nicht erklären; es sitzt in mir und bedroht mich." ;

Da bot sich eine Gelegenheit, einen Lieferwagen ' zu überholen, auf dem eine fröhliche Gesellschaft . Platz genommen hatte. Der Doktor gab Gas. Aber nun saßen sie wieder fest. Ein Verkehrspolizist , toppte. Wagen glitten neben dem ihren heran. In J drei Reihen standen sie nebeneinander vor der , Kreuzung.

Könnten wir nicht über Charlottenburg fahren, , Doktor?" Charly empfand ihre Unruhe selbst als unbegreiflich, aber am liebsten wäre sie aus dem ' Wagen gesprungen und gelaufen nur, um vor- ' roärts zu kommen. Dallenaar war bei ihr zu Hause!

- Oder, nein, das konnte es nicht sein. Aber es geschah etwas etwas, das mit ihr zufammenhing ...

Sie hätte nicht mit Römer fortfahren sollen! Wie . hatte sie nur so kleinlich sein können? Vallendar hatte nach ihr gefragt! Es war doch nur ein lächer-

: liches Mißverständnis!

Endlich war die Kreuzung frei. Die Motoren heulten auf, und die Wagen suchten aneinander vorbeizuflitzen, weil dort hinten die Stadt begann, und es jetzt die letzte Möglichkeit war, voranzukam- men.

Wir stellen den Wagen ein, Charly. Oder soll ich Sie erst nach Hause fahren?"

Nein, nicht nach Hause! In die Garage?"

Sie fuhren durch die Straßen. Manchmal beugte sich Charly weit vor.Schneller!" sagte er vor sich hin.«Schneller!"

Jetzt bogen sie um die Ecke.Großgarage Atter Westen", leuchteten die Buchstaben.

Einen leisen, hohen «Schrei stteß Charly aus. Dort!" rief sie.

Vor der Garage war ein Menschenauflauf. Die grellroten Wagen der Feuerwehr partten am Kant­stein. Mit jeder Sekunde vergrößerte sich die Men­sche nttaube.

Es brennt in der Garage, Doktor! Helfen Sie!" Römer bremste und hielt.

Charly riß den Schlag auf und lief über die Straße. Sie hatte Schweißtropfen auf der Stirn, ihr Gesicht war blaß, aber mit zäher Verbissenheit drängte sie sich durch die Menschen.Lassen Sie mich durch!"

Nicht so wild, Fräulein! Was ist denn überhaupt da los?"

Sie kümmerte sich nicht um die Zwischenrufe. Sie lief auf den Wachtmeister zu, der die Menge bat, nicht weiterzudrängen.Was ist hier geschehen?" Ihr Atem flog.

Steht vielleicht Ihr Wagen in der Garage, Fräu­lein? «Scheint ein falscher Alarm gewesen zu sein. Es brennt nicht. Der Brandmeister wird gleich kommen."

Sie verschränkte die Finger ineinander, daß sie schmerzten.Helmut! Helmut!" rief sie.

Der Tankwart, der eben aus der Einfahrt heraus­kam, sah sie und ging auf sie zu.Gar nichts los, Fräulein Sandner. Sie haben Den Halunken erwischt, der die Einbrüche verübt hat." Aber fein sonst so frisches Gesicht sah verstört aus.Den Herrn Val­lendar haben sie ins Chauffeurzimmer gebracht ..."

Nur eine Sekunde lang starrte sie ihn an. Ihre Knie zitterten, aber sie überwand sofort ihre Schwäche. Sie umfaßte Helmuts Arm.Was ist mit Vallendar?"

Das Herz saß ihm auf der Zunge. Es war so schrecklich gewesen, als Vallendar in feine Arme ge­fallen war, wie ein Baum, den die Axt gefällt hatte. Es ist, glaube ich, nur ein Streifschuß.

(Fortsetzung folgt)