M.178 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Mittwoch, 2.AugustjyZY
Aus dem Reiche der Krau
Dr. Irmgard Müller.
mag!?
Unsere heutige Modeskizze: „Ein Regenmantel — dreimal" zeigt einen praktischen Pope- l i n e m a n t e l in den drei Arten, in denen er getragen werden kann.
Seine Form ist lose, besonders auch im Rücken, die mittelweiten Aermel haben schmale Bündchen und ausgeschnittene, schmale Schulterteile. Die drei Taschen sind eingeschnitten und haben abgesteppte Patten.
Obstkuchen und Kuchenblech.
Wenn man Obstkuchen bäckt oder mit Obst ge« ülltes Gebäck, löst sich leicht der Zucker auf und läuft mit dem Obstsaft heraus. Dadurch bildet sich eine bittere, brenzliche Kruste, die weder den Kuchen verschönert, noch seinen Wohlgeschmack erhöht. Ganz abgesehen davon, daß diese Kruste sehr schlecht vom Kuchenblech oder der Springform wieder zu ent- ernen ist. Um dies zu vermeiden, sollte man Obstkuchen nie bis zum äußersten Rand mit Obst belegen, sondern immer einen dünnen Teigrand, etwas höher als der Kuchen selber, Herumlaufen lassen. Auch kann man das Verlaufen des Zuckers verhindern, indem man statt des Staub- oder feinen Stampfzuckers groben Hagelzucker verwendet, der ich erst dann auflöst, wenn das Gebäck fertiggebacken ist; er läuft also nicht schon während des Backens aus. Mit dem Teigrand und dem Hagelzucker wäre also dem Uebelstand abgeholfen. Sollte doch einmal unser Kuchenblech bereits mit angeklebtem Obstsaft und Zucker bedeckt sein, stellen wir es über Nacht in den Keller oder auf den Balkon. Die Feuchtigkeit der Luft löst die Zuckerkruste auf; sie kann dann am nächsten Morgen gut abgewischt werden.
Der Mantel kann mit seinem schmalen Hals- b ü n d ch e n hochgeschlossen wie offen getragen werden, auch mit oder ohne Gürtel. Eine praktische, kleine Pelerine (in Passenform dem Schnitt des Mantels angepaßt), ergänzt mit seiner angearbeiteten Kapuze den Wetteranzug.
Alle Nähte des Mantels sind breit abgesteppt, die Knöpfe sind aus B ü f f e l h o r n. H.
Obst die Hülle und Fülle.
Von Frida Aisch.
Die Einmachegläser zieren schon in stattlicher Fülle unsere Speisekammer. Nun wollen wir auch die Fülle des Obstes, die uns dieses Jahr geschenkt, noch au andere Weise haltbar machen. Eine Schüssel kandierter Früchte ist ein reizender Anblick, und der nötige Zucker steht uns reichlich zur Verfügung. Ich gebe hier ein echt orientalisches Rezept, Las auf einer Gartenbauausstellung in der Mark Brandenburg den 3. Preis erhielt.
Wir ordnen zuerst die zu benutzenden Früchte nach ihrer Festigkeit. Alle Pflaumenarten, Beeren und Kirschen kochen wir kurze Zeit vor in Zuckerlösung. Härtere Birnenstücke oder eingemachte grüne Nüsse werden zunächst in Wasser vorgekocht. Dies darf nur ganz kurz geschehen, und die Früchte müssen noch fest, jein. Die Zuckerlösung besteht aus 1 Liter Wasser und IV2 Pfund Zucker. Die Früchte werden herausgenommen und tropfen ab. Dann macht man so dicke Zuckerkläre, daß sie in warmem Zustand die isogenannte Perlprobe hält. Dies findet man, wenn man etwas von der warmen Kläre zwischen zwei Finger nimmt, und es fühlt sich wie aufgelöster, dicker Gummi an. Auf 1 Liter Wasser kommt 1 kg □ber etwas mehr Zucker. Dies muß zusammen einige Zeit kochen. Jetzt kühlt die Kläre ab und erst, wenn 'ie ganz kalt ist, gibt man die Früchte hinein, die darin einen Tag stehen bleiben. Legt man das Obst n die warme Kläre, so wird es weich, und alles ist verunglückt. Am andern Tag nimmt man die Früchte veraus, läßt sie gut abtropfen und kocht die Kläre nieder auf. Sie wird immer dicker und weniger. Die Früchte kommen zum zweitenmal wieder einen Tag
I hinein.
Am dritten Tag gießt man wieder ab, kocht die Lläre wieder auf bis sie wieder so dick ist, wie sie : orher beim Hineinlegen der Früchte war, gibt diese ium drittenmal hinein, aber nun in den warmen Zuckersaft, läßt einmal aufwallen, und dann alles > jufammen wieder abkühlen.
Auf diese Weise erreicht man die Verdrängung Iller wässerigen Teile. Zum Kandieren läßt man I Irie Früchte über Nacht gut ausgebreitet abtropfen — irie ganze Küche steht voll Teller, aber es lohnt! vann kocht man Zuckerkläre bis zur Flugprobe; diese st viel stärker. Wenn man einen Draht zur Oese chlingt, in die Kläre taucht, dann durch die Oese rüstet, muß der Zucker in Blasen und Flocken flie- xn. Danach richtet sich der Zuckerzusatz. In diese «arte Zuckerlösung gibt man nun die sehr gut ^getropften Früchte und läßt sie einmal aufwallen. >ann treibt man mit einem hölzernen Kochlöffel von Isn Wänden des Kochtopfes die Zuckermasse so lange äb und hin und her, bis man merkt, daß sie sich 7 übt. Dies ist ein Zeichen,daß sich feiner Zucker an- lltzt, das Kandieren also beginnt. Die Früchte kommen heraus und werden zum Trocknen ausgebreitet, l.as Trocknen braucht seine Zeit. Die Früchte müssen s lange offen aufgehoben werden, bis die äußere ^luckerhülle wirklich fest ist. Dann sind die kandierten Süchte fertig.
Wir müssen beim Herstellen auch etwas auf die darbe achten. Alle roten Früchte geben wir zu- scmmen in die Kläre, auch Birnenschnitte oder L?pfelscheiben, die rötlich werden sollen. Wir können iaud) mit einem Tropfen Speisefarbe oder einigen I-opfen roten Gelatinewassers nachhelfen. Grüne Lohnen, die wir später zum Schmücken unserer Kichen als Stengel brauchen, müssen allein gekocht narben. Ebenso bie hellen Früchte.
Die übrige Zuckerkläre wird sofort mit wenig Lasser verdünnt und wieder auf die Flugprobe gekocht. Dann kann man sie mehrfach hintereinander arm Kandieren benutzen.
as sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
Reiseseligkeit! Sind dazu Bekanntschaften nötig? Sagen wir mit den Geselligen: Ja! Denn erst im gemeinsamen Genießen erschließt sich die Schönheit einer Landschaft, die Besonderheit eines Kunstwerkes; einer macht den andern aufmerksam auf die tausend Dinge, die sich am Reisewege, auf Wanderungen finden, man steigert sich gegenseitig in Aufgeschlossenheit und Genußfähigkeit, und noch in der Erinnerung bleibt ein früher Morgenspaziergang, eine Dampferfahrt, eine Freilichtaufführung besonders lebendig, weil man sie mit einem gleichgestimmten Menschen zusammen erlebt hat. Nicht zu vergessen der Schoppen guten Weines, der in froher Gesellschaft besonders mundet, wenn die allgemeine Fröhlichkeit zu Lied und Tanz wird und schließlich ein brunnentiefer Schlaf den rechten Ausklang eines gelächterreichen Abends bringt. Wer würde je allein mit sich lachen? Nein, gerade zu dieser besonderen Erholung gehört die Reisebekanntschaft allemal, ganz gleich, ob sie jung oder ylt ist. Ja, gerade die Äelte- ren in Ferien sind schier unerschöpflich im Lachen, denn ihre Fröhlichkeit kommt aus reicherer Seelentiefe als die der Jugend, kommt aus Erfahrung und Wesensreife; sie ist gleichsam der seltene, kostbare Klang alter Glocken, die nur an Festtagen läuten.
Aber ist nicht Reiseseligkeit ein so tiefes, das innerste Herz anrührendes Glücksgefühl, daß man es doch in feiner zartesten Schönheit und Weihe nur allein erleben kann? Nur wer allein ist, kann sich völlig der Verzauberung hingeben, die der Wechsel ins Neue, Unbekannte mit sich bringt. Also haben doch die Menschenverächter auf Reifen re*jt, die im Mitreisenden nur den Belästiger sehen? Nein. Erst wer aus Menschenachtung den andern im Genuß ungestört läßt und ihm nicht seine Gesellschaft aufdrängt, hat selbst das Recht auf erholsame Einsamkeit und Selbstbesinnung. Verständnis und Rücksichtnahme wird auf Reisen nicht minder als im täglichen Arbeitsleben den Menschen erkennen lassen, der eine wirkliche angenehme Reisebekanntschaft ist. Er weiß, daß wir ja nicht nur in Ferien gehen, um neuen Menschen zu begegnen, sondern auch, um die andere Art der Reisebekanntschaften zu machen, die uns in der Erinnerung besonders wichtig bleiben werden: die Bekanntschaft mit Bergen und Burgen, Meeren, Strömen und Stätten der Kultur und Geschichte; sie sind auf ihre Art Persönlichkeiten im Übertragenen Sinn, unverständliche Schönheitsformen einer Landschaft, Zeugen der Geschehnisse von Jahrtausenden. Um ihre Bekanntschaft zu machen, lohnt sich eine Reise jedenfalls, auch wenn sie uns menschlich unbefriedigt läßt. Denn Kulturzeugen wie Städte, Statuen und Bilder haben uns in ihrer Geschichtshaltigkeit meist mehr zu sagen als der noch so interessante Reisegenosse; sie wenden unfern Blick ins Weite und Reiche unserer Vergangenheit und Zukunft, sie beschenken uns mit Wissen und Erleben von so großer Art, daß wir gern auf zweifelhafte Reisebekannte verzichten.
Aber da gibt es noch eine besondere Reisebegegnung mit Menschen, die schicksalsbestimmend sein kann, die Reisebekanntschaft, die zum Lebensgefährten wird! Gestehen wir es ruhig ein: Mancher von uns geht tatsächlich auf Reisen in der Hoffnung, vielleicht seinen Ehekameraden zu finden. Weshalb auch nicht? Brautschau auf andere Art. Man lernt einen Menschen zwar erst richtig kennen bei gemeinsamer Arbeit, aber weshalb soll man seine Bekanntschaft nicht in Zeiten der Erholung machen? Ja, die Reise fördert das schnellere Sichkennenlernen, in der Freude des Genießens stimmen die Seelen leichter zusammen; ein scheues Mädchen, ein verschlossener Mann zeigen im befreienden Glück der Reiseseligkeit erst ihre llebenswertesten Seiten.
Für solche, die das erste Mal einander auf Reisen begegnet sind, hat bann das Wort Reisebekanntschaft eine besondere Bedeutung. Jahreszeit und Land- chaft ihres Treffens wird ihnen unvergeßlich bleiben, sie werden mit verständnisvollem Lächeln jungen Reisenden zusehen, wenn sie voller Vor- reube in die Ferien aufbrechen. Ob einer von ihnen diesmal auch seine „Reisebekanntschaft auf Lebenszeit" macht? Nun, sie wissen, daß die ungetrübte Reisefreude im Alltag nicht anhält und daß erst im Leide erprobt wird, wer sich in Freude verband. Aber immer wird in ihrer Erinnerung die Glückstimmung wach bleiben, mit der shre Reisebekannt- chaft begann und wird wie ein gutes Vorzeichen über ihrer Ehe stehen.
dem Rand gefüllt werden. Sollten Bohnen und Erbsen weißen Satz aufweisen, so ist dies kein Zeichen von Verderbnis, sondern beweist bas Vorhandensein von Stärke, ehe sie gepflückt wurden. Man muß sich auf gutes Aussehen, normalen Geruch und beim Kosten auf tadellosen Geschmack verlassen. Verändertes Gemüse darf niemals verwendet werden. — Gurken — und Weißkohl zu Sauerkohl — kann man auch durch Zugabe von wenig Salz haltbar machen. Auch Bohnen können stark gesalzen werden, müssen aber vor der Verwendung oft gewässert werden. Kürbis, Bohnen oder viele öbftarten machen wir mit Essig und Zucker haltbar. Das süßsaure Obst oder Gemüse ergibt ein prachtvolles Kompott. M.
Soll man Reisebekanntschaften machen oder nicht?
Von Or. Hildegard Geppert.
„Selbstverständlich!" sagen die einen. „Erst iii netter Gesellschaft wird man vergnügt, und Lachen ist die beste Erholung." — „Beileibe nicht!" sagen die andern. „Man halst sich nur Verpflichtungen auf gegen Menschen, die einen im Grunde genommen gar nichts angehen." — Wer hat Recht? Wohl beide. Denn so wie jeder Mensch sich sein Leben einzurichten versucht nach seinem Temperament, so will auch jeder auf Reisen in Ferien auf seine Fasson selig werden.
Die ersten Schühchen.
Schlimme Folgen elterlicher Eitelkeit.
Für die Verschiedenheit der elterlichen Gefühle gegenüber den Kindern hat man zwei Begriffe geprägt: Vaterstolz und Mutterglück. Neben dem Mutterglück entwickelt sich später die Muttereitelkeit. Es ist verständlich und verzeihlich, wenn die Mutter ihren Liebling — in ihren Augen immer das schönste Kind der Welt! — auch hübsch kleiden, seine natürlichen Reize dadurch noch erhöhen will. Es ist heute so leicht, Buben und Mädel mit geringen Kosten reizend zu kleiden, und so wetteifern die jungen Mütter in diesem Bemühen. Hierbei spielt die Fußbekleidung eine besondere Rolle.
Die von Großmüttern früher so liebevoll gestrickten wollenen Söckchen sind längst durch die Erkenntnis überholt, daß ein gesundes Kind im Bett- chen oder im Wagen bei der täglichen Spazierfahrt noch keine kalten Füße bekommt und seine wohlgebildeten, rosigen Zehchen, die in diesem Lebensalter bekanntlich auch noch immer sauber und sehr appetitlich sind, ganz unbesorgt zeigen kann. Die neuen gesundheitlichen Forderungen lassen dem kleinen Körper gern frühzeitig jede Bewegungsmöglichkeit, die schon ein sehr junges Kind verlangt, indem es sich mühsam, aber ebenso unermüdlich der beengenden Kleidungsstücke entledigt. Diesen Kampf setzt es oft so hartnäckig fort, wenn es laufen lernen will. Damit aber ist die golbene Freiheit ber Füße vorbei — es muß nun Strümpfe unb Schuhe tragen. Der Kauf der ersten Schuhe ist oft eine Art Staats^ aftion, an ber meistens auch der Vater teilnimmt. Es wird lange gesucht — denn für „unser Kind" ist ja nur das Schönste gut genug — und so wählt man endlich die „reizenden Lackschuhchen".
Aber ist dieses Schönste zugleich auch immer das Beste? Das Kind empfindet jeden Schuh als feinen Feind; es steckt ihn lieber in den Mund urtb entzieht ihn feiner normalen Bestimmung. Wenn das Kind größer wird und die Füße schon eine nicht mehr kleine Arbeit zu leisten haben, klagt es von Zeit zu Zeit über Schmerzen in seinen müden Füßen. Dann betrachtet die besorgte Mutter Füße unb Beine, dreht sie rechts unb links, und klagt
garen. Auch die ausaepahlten Erbsen sind möglichst «ui flache Behälter (Tabletts) zu geben. Man'wellt dre Erbsen in kochendem Wasser ab, gibt sie auf ein Sieb, uberfprubelt mit kaltem Wasser, füllt sie in die Gläser oder Dosen, gießt abgekochtes Wasser darüber und kocht sie ein. Spargel wird geschält, gewünscht lang geschnitten, in die Behälter gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Nach fünf Minuten wird das Wasser durck) neues kochendes Wasser ersetzt. Nach weiteren fünf Minuten gießt man zum drittenmal kochendes Wasser bis 2 Zentimeter unter dem Rand auf und kocht zwei Stunden ein. Die Behandlung der einzelnen Gemüsearten ist in fast jedem Kochbuch zu finden. Alle Einmachgläser dürfen nur bis 2 Zentimeter unter
nun dem Arzt ihr Leid. So kommt es, daß schon Kinder mit 3 bis 4 Jahren wegen „Anlage zu Knick-, Senk- ober Spreizfuß" stützende Einlagen tragen müssen. Aus dieser Anlage wird leider in den meist Fällen ein Dauerzustand, und so ist es eine traurige Tatsache, daß 60 bis 70 v. H. aller Kinder, besonders der Mädchen, schon in frühester Jugend dazu verdammt sind, nun für ihr ganzes Leben solche Einlagen tragen zu müssen. Diese Feststellung sollte allen Müttern, die sonst so gewissenhaft und bewandert in der Aufzucht sind, zu denken geben. Sie geben den wachsenden Kindern Vitamine und Kalk, pflegen den Körper durch Bäder und Gymnastik, machen sich aber nicht klar, woher trotzdem die schwachen Füße kommen.
Es muß hier offen gesagt werden, daß dies leider die Folgen vor allem der mütterlichen Eitelkeit sind. Ein Kleinkind und noch mehr später das nie ruhende Kind soll keine hübschen „Schühchen" tragen, sondern bequemes, gut sitzendes Schuhwerk, das der Belastung der noch so biegsamen Knochen gewachsen ist. Diese Aufgabe kann nie ein Halbschuh erfüllen; denn auch bas Knöchel- gelenk muß gestützt werden. Der wachsende Fuß muß in Schnürschuhen seine Arbeit verrichten, durch den Schnüroerschluß hat die Mutter die Möglichkeit, die Stiefel je nach Bedarf fester ober lockerer zu binben;*aud) müssen diese kleine, niedrige Absätze haben. Die Fußsohle ist keine glatte Fläche, sondern sie hat ein Gewölbe, das dem Fuß seine harmonische Form und dem Gang das Leichte und Federnde gibt. Wenn die Knochen ihre volle Festigkeit, die Füße ihre fertige Ausbildung erhalten haben, dann kann auch ein leichter Halbschuh nicht mehr allzuviel verderben; aber bei wirklichen Anstrengungen darf er nie den Stiefel ersetzen.
Unsere Jugend soll immer noch leistungsfähiger und gesünder gemacht werden; dazu gehören mit als Wichtigstes gesunde und kräftige Füße. Eitelkeit der Mütter und später der Kinder selbst dürfen darauf keinen Einfluß haben. Was nützt das schönste zierliche Schühchen, wenn es einen schwachen und verbildeten, um nicht zu sagen, verkümmerten Fuß verbirgt, einen Fuß, den man niemanden zeigen
Das Einmachen von Gemüse.
.,Und wenn es gutes Wetter gibt, und eine reiche Nfst- und Gemüseernte uns erfreut, dann wollen tot tüchtig einmachen!" Ja, gewiß, wenn Kennt- ii:fe vorliegen, ist das Einmachen sehr zu emp- je (en. Es gibt aber Frauen, die z. B. Mohrrüben ü kochen, gute Erfolge verzeichnen und nun in der- jetoen Art den Spargel behandeln. Was gibt es für Enttäuschungen! Das zucker- und säurereiche Lift ist so ganz anders zu behandeln als ein Ge- 11. je. Einmachen, das heißt haltbar machen für jr.tere 3eit, fußt auf dem Ab töt en der Verderb- n'bazillen ober auf der Veränderung der Nah- ruegsmittel, daß die Bakterien auf ihnen keinen llprboben finden und die Nahrungsmittel durch die -xffterien nicht verändert werden können. Die ein= laofte und natürlichste Art ist das Trocknen. Zum .mcknen gehört gleichmäßige Wärme. Meist genügt it Sonne schon kaum, um Pilzscheiben zu trocknen, 'Hweige denn, um anderes Gemüse oder Obst zu bnren. Nun sind dazu flache Behälter hergestellt, die
-men Backofen geschoben werden können. Stehen Purere dieser „Darren" übereinander, müssen sie
Zeit zu Zeit ausgewechselt werden, um die eltms wärmere Luft in der Nähe der Heizquelle nii, der kühleren Luft auszutauschen. Sehr wasserreiches Obst, wie Erdbeeren, ober Gemüse, wie Spergel kann nicht gebörrt werden.
Inn Obst und Gemüse keimfrei zu machen, muß hites erhitzt, also eingekocht werden. Während Obstet und Kompotte in luftabgeschlossenen Gefäßen in Wasserbad während 25 bis 30 Minuten bei 75 i>P 85 Grad keimfrei gemacht werden, ohne be- iontere Behandlung, müssen Gemüse je nach Art mcekocht oder gedämpft werden, weil sie viel Gär- tch- durch Dungzugabe während des Wachsens ni'cenommen haben. Wenn auch durch das Vor- ioh n Nährstoffe verloren gehen, ist doch das Genus im Winter brauchbar, und man kann oft durch Ziigiibe von Petersilie oder anderen frischen Kräu- ! 'em bie Nahrungsmittel aufwerten. Das Vorkoch- >>dn Dämpfwasser gibt im Sommer gleich eine I chTackhafte Brühe zur Suppe, oder man kann t is »arm ober kalt mit ein wenig Salz trinken.
d müse muß im Einkochkessel eine Stunde lang c iv 100 Grad erhitzt werden. Einige Gemüse aber, i»i Spargel und junge Erbsen, müssen zwei Stun- lieo auf dieser Temperatur gehalten werden, da die -steien in diesem Gemüse eine stärkere Lebens- ckijc fjaben. Es ist vorteilhaft, kein Salz beim l.i lochen zu verwenden, sondern erst kurz vor (»mauch nachsalzen. Erbsen sollte man nie in •50en Gesäßen sammeln, da sie leicht erhitzen und


