Tiefstand der Moral verraten, wie er schlimmer undenkbar ist. Die Anleihe mit Polen? Nun, Polen bekommt sie vorläufig nicht, und damit muß es sich obfinden. Dafür aber lobte Chamberlain ausdrücklich die „kluge und staatsmännische Hal- tung" der Warschauer Machthaber. Klug und staatsmännisch ist die ganz bewußte Knebelung der primitivsten Rechte der deutschen Volksgruppe in Polen, klug und staatsmännisch sind die Ermordungen, die Mißhandlungen, die drakonischen Haßurteile, die geradezu wahnwitzige und nur im Dertruuen auf England begangenen Versuche der Ausrottung alles, was in Polen deutsch ist. Was würde Chamberlain sagen, wenn wir die Bombenattentate der Iren „klug und staatsmännisch" nennten, wenn wir ihre Anschläge gegen die englische Sicherheit als Ausfluß der erhabensten politischen Weisheit bezeichneten! Mit seinen Worten hat Chamberlain die Polen geradezu ermuntert, ihren Vernichtungsfeldzug gegen die Deutschen in Polen fortzusetzen, und wcchrlich, es gehört eine eiserne Stirn dazu, ihnen dafür den Dank Albions auszusprechen.
Diese echt britische Mentalität ist von uns erkannt worden. Chamberlain mag versichern, olle politischen Fragen könnten durch friedliche Diskus- ionen gelöst werden. Erhatnichtden gering- ten Beitrag zu einer friedlichen L o - u n g gegeben. Er tut nach wie vor alles, um ie zu verhindern. Er will die „Friedensfront", die Einkreisung, und es war bezeichnend, wie er ouf- zählte, vor dem Weltkriege habe England so und so gehandelt, damals sei die Front, natürlich gegen die Mittelmächte, auch nicht an einem Tage zustande- gekommen. Ehrlicher war da schon der Labour-Ab- geordnete Morrison, der im Unterhaus offen zugab, alle Methoden der Briten hätten nur den Zweck, „eine aggressive Nation einzukreisen". Es sei typisch englische Heuchelei, das zu leugnen. Chamberlain aber leugnet trotzdem!
Chamberlains »vorbildliche" polen.
Thorn, I.Aug. (DNB.) Am Sonntag, 30. Juli, gegen 23 Uhr, fand ein Ueberfall einer Horde von etwa 20 polnischen Rowdies auf das Anwesen des volksdeutschen Siedlers Tonn in Gurny Wymiary, Kreis Kulm, statt. Tonn wurde schwer verletzt. In seinem Anwesen wurden die Fensterscheiben, Fensterkreuze, die Türen und das Mobiliar beinahe restlos zertrümmert. Die Polizei, die sofort verständigt wurde, hatte es bis zum Montagmorgen noch nicht für nötig befunden, zu erscheinen.
Englischer Flottenbesuch in der Türkei.
Istanbul, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Heule vormittag ist in Istanbul der englische Schlachtkreuzer „W a r s p i t e" mit vier Zerstörern zu einem Flottenbesuch eingetroffen. Die englischen Kriegsschiffe werden sich bis zum Sonntag im Hafen aufhalten. Gleichzeitig ist heute in Smyrna der englische Schlachtkreuzer „Malaya" eingetroffen. Es ist das erstemal, daß die Türkei einem ausländischen Kriegsschiff das Anlaufen der wichtigen Seefestung gestattet. In den Kreisen, die die englisch-türkische Ein- kreisungspolitik vertreten, werden die englischen Kriegsschiffbesuche besonders groß aufgezogen. Am Freitag fliegt der englische Geschwaderchef, Vizeadmiral Cunningham, nach Ankara zum Besuch beim Staatspräsidenten und beim Chef des Generalstabes. Der englische Vizeadmiral wird Gast des türkischen Marschalls sein.
Britische Parlamentsferien bis 3. Oktober.
London, 1. August. (DNB.) Wie Dienstag amtlich mitgeteilt wurde, wird das Parlament auf acht Wochen, und zwar bis zum 3. Oktober, in Ferien gehen.
Englands Lokomotivführer und Heizer drohen mit Streik.
London, 2. August. (DNB. Funkspruch.) Der Exekutivausschuß des Lokomotivführer-und Heizerverbandes, dem ungefähr 53000 Lokomotivführer und Heizer der Haupteisenbahnlinien angehören, hat am Dienstag beschlossen, den Streik zu erklären, wenn den Forderungen des Verbandes auf Erhöhung der Löhne und Verbesserung der Arbeitsbedingungen nicht stattgegeben wird. Lediglich der Beginn des Streiks ist noch nicht festgesetzt.
Neun Tote beim Feuergefecht zwischen Arabern und Engländern. Jerusalem, 2.August. (DNB.) Zwischen arabischen Freischärlern und britischem Militär kam es in der Straße Hebron—Bersheba bei dem Dorf Adhdahiriya zu einem Gefecht, bei dem neun Arabergetötet und ein verwundeter Freischärler gefangengenommen wurde. Das Militär soll keine Verluste erlitten haben.
Gedenken an Hindenburg.
B e r l i n, 2. August. (DNB.) Aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages des Generalfeldmarschalls von Hindenburg legte der Reichskriegerführer General der Infanterie ---Gruppenführer Reinhardt am Hindenburg-Denkmal auf dem Kyff- häufer einen Lorbeerkranz nieder.
Gleichzeitig wurden im Auftrage des Reichskrieger- führers am Sarkophag des Feldmarschalls im Tannenbergdenkmal durch den Gaukriegersührer Nord- Ost des NS.-Reichskriegerbundes und ---Oberführer Major a. D. von Weiß und an der Hindenburg- Büste im Zeughaus in Berlin durch den ---Oberführer Major a. D. Goedicke Kränze des NS.- Reichskriegerbundes niedergelegt.
Bergsteigerische Ausbildung der HI
Berlin, 1.Aug. (DNB.) Zwischen der Reichsjugendführung und dem Deutschen Al- penoerein wurde eine Vereinbarung geschlossen, die Dr. Seyß-Jnquart auf der 65. Haupttagung des Deutschen Alpenvereins in Graz behandelte" Danach erfolgen die bergsteigerische Ausbildung und die Bergfahrten der Hitlerjugend, die seit dem Wiederanschluß der Ostmark und des Sudetenlandes an Umfang sehr gewonnen haben, in engster Zusammenarbeit mit dem DAV. Der Alpenverein hat sich bereit erklärt, der Hitler-Jugend seine Einrichtungen, Ausbilder und Geräte zur Verfügung zu stellen, während die HI. ihre berg« steigerisch interessierten Mitglieder den Jugenü- gruppen des Alpenvereins zuführt. Eine Sport- ordnung sieht die systematische Ausbildung der Jungen vor mit dem Ziel, eine gute Grundlage für das militätische Bergsteigen zu schaffen.
Die Achsenmächte haben die schnellste Luftfahrt.
Reue
Höchstleistung
Deutschlands. - Don Italien
bereits übertroffen.
Berlin, 1. Aug. (DNB.) Die deutsche Luftfahrt hat chre beispiellose Erfolgsserie durch eine neue bedeutende Höchstleistung fortgesetzt. Den mannigfachen Rekorden der letzten Zeit wurde nunmehr eine Bestleistung über die längste m der internationalen Rekordliste überhaupt geführte Strecke zugefügt. Das Heinkel-Flugzeug He 116 stellte mit einer Stundengeschwindigkelt von 216 km eine neue W e l t b e st l e i st u n g über die 10 0 0 0 - k m - S t r e ck e für Deutschland auf. Die Besatzung des Flugzeuges bestand aus dem Heinkel-Piloten Oberleutnant d. R. Rolf Jöst er, Oberfunker Arthur Sup pa von der Deutschen Lufthansa und dem Motorenspezialisten der Hirth-Motoren-GmbH. Hans Lousmann.
Der bisherige, seit Mai 1938 von Japan mit einer Stundengeschwindigkeit von 186,2 km gehaltene Rekord wurde von dem Heinkel-Flugzeug demnach um 30 km überboten.
Das Rekordflugzeug
ist das bekannte viermotorige Heinkel-Postflugzeug, das für den Südatlantik-Postverkehr der Deutschen Lufthansa entwickelt wurde. Zwei Flugzeuge des gleichen Musters haben vor Jahresfrist unter japanischer Führung die Strecke Berlin—Tokio in einer ausgezeichneten Zeit zurückgelegt. Das Flugzeug ist ausgestattet mit vier luftgekühlten Hirth-Motoren HM 508 von je 240 PS, VvM-Verstell-Luftschrau- ben, automatischer Askania-Kurssteuerung und einer kombinierten Lorenz - Telefunken - Funkeinrichtung. Bemerkenswert ist die vorteilhafte Aufgliederung der Motorleistung von 960 PS in vier kleine Einheiten, aus der sich bei einem wirtschaftlichen Kraft- tosfverbrauch die höchstmögliche Flugsicherheit er- jibt. Es ist hocherfreulich, daß die nut ihren Ge- chwindigkeitsrekorden über kurze und mittlere Strecken hervorgetretenen Heinkel-Werke nunmehr auch einen Geschwindigkeitsrekord über eine lange Strecke errungen haben.
Die Durchführung des Fluges.
Der Flug ging unter Aufsicht von Sportzeugen des Aero-Klubs von Deutschland vor sich, von dem das Flugergebnis der • FAJ. zur Anerkennung als internationaler Rekord zugeleitet wird.
Als Meßstrecke wurde Zinnowitz-Leba an der Ostseeküste gewählt. Am Sonntag, 30. Juli, 6.05 Uhr überflog das Flugzeug den ersten Kontrollpunkt und beende'te am 1. August 4.23 Uhr, also- nach einer Gesamtflugdauer von 46
Stunden 18 Minuten die 10 000-kw- Strecke in geschlossener Bahn.
Neben der hervorragenden technischen Leistung des Heinkel-Flugzeuges muß vor allem der Einsatz der Besatzung gewürdigt werden, an die während der langen Dauer des Fluges und bei der großen Hitze von 35 Grad hohe Anforderungen gestellt wurden. Zwei Tage und zwei Nächte kreiste das Flugzeug unaufhörlich um die beiden, 250 km voneinander entfernten Kontrollpunkte, so daß die Besatzung, wie sich der Motorenspezialist Lausmann ausdrückte, „am Schluß jede einzelne Welle der Ostsee genau kannte".
Ununterbrochen erfüllte jeder feine verantwortungsvolle Aufgabe. Flugzeugführer I ö st e r am Steuerknüppel mußte ständig die Strecke genau im Auge behalten, um Geschwindigkeitsverluste durch Kursabweichungen und Höhenunterschiede zu vermeiden. Besondere Aufmerksamkeit erforderte das Fliegen über See in der niedrigen Höhe von etwa 200 Metern: Oberfunker Suppa hielt während der ganzen Zeit die Funkverbindung mit den Bodenstellen aufrecht und unterrichtete den Piloten ständig über die Entwicklung der Wetterlage. Don großer Wichtigkeit war die Tätigkeit des Motorenfachmannes und zweiten Flugzeugführers Laus- mann, der das einwandfreie Arbeiten des Triebwerkes durch dauernde Kontrolle der Zylindertemperaturen, des Oel- und Benzindruckes, der Drehzahl und vieler anderer wichtiger Einzelheiten überwachte und den Flugzeugführer bei der Ortung unterstützte.
Zum Erfolg des Fluges trug auch die ausgezeichnete Bodenorganisation bei, die unter der Leitung des bei manchem Rekordflug bewährten Oberingenieurs Köhler stand.
Oberleutnant d. R. Iöster war von August 1936 bis Mai 1937 als einer der ersten freiwilligen Piloten in Spanien. Er wurde vom Führer für seine Verdienste im spanischen Krieg mit dem goldenen Spanien kreuz ausgezeichnet und erhielt von General Franco die „Medalla militar". Seit 1937 ist er bei den Heinkel-Werken in Oranienburg als Werkpilot tätig.
Ob erfunter Suppa ist ein alter Funkspezialist. Er war viele Jahre Funkstellenleiter beim Reichsflugsicherungsdienst. Seit dem 15. Oktober 1934 ist er Funker bei der Deutschen Lufthansa, seit Dezember 1938 Oberfunker. Er steht kurz vor der Vollendung seiner ersten Million Flugkilometer.
Der Motorenfachmann und Flugzeugführer Hans Lausmann steht seit längerer Zeit im Dienste
der Hirth-Motoren-GmbH., von der er zu allen großen Flugwettbewerben des In- und Auslandes zur Betreuung der Hirth-Motoren entsandt wird.
Glückwunsch
des Generalfeldmarschalls.
Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe würdigte die Leistung der Besatzung und der Maschine in folgendem Glückwunschtelegramm:
„Mit Freude und stolzer Genugtuung habe ich davon Kenntnis genommen, daß Sie den internationalen Geschwindigkeitsrekord über die 10 000= kw-Strecke für Deutschland errungen haben. Ich beglückwünsche Sie und alle Beteiligten zu diesem Erfolg und spreche insbesondere der wackeren Besatzung für die tagelange Einsatzfreudigkeit Dank und Anerkennung aus.
Göring, Generalfeldmarschall.
Italien verbessert auf nahezu 237 Kilometer.
Rom, 1. August (DNB.) Der schneidige Wetteifer der deutschen und italienischen Luftfahrt brachte am 1. August eine Sensation, welche die konkurrenzlose fliegerische Leistungsfähig, keit der Achse in hellstes Licht rückt. Nachdem erst am Nachmittag des heutigen Tages das deutsche Heinkel-Flugzeug He 116 mit einer Stundenge- schwindigkeit von 216 Kilometer eine Weltbest, leiftung über die 10 000-Kilometer-Strecke aufstellte, meldet die Luftwaffe des befreunbeten Italien wenige Stunden später bereits eine Verbesserung auf nahezu 2 3 7 Kilometer!
Ein breimotoriges Flugzeug der Luftwaffe des Imperiums verließ Sonntagmorgen G i d o n i a und landete erst Dienstagnachmittag. Auf einer geschlossenen lOOO-Kilometer-Bahn wurden in insgesamt 57:01:52 Stunden 12937,77 Kilometer mit einem Durchschnitt von 236,192 Kilometer zurückgelegt und dabei zugleich der internationale Schnelligkeitsrekord über 10 000 Kilometer auf 236,970 km/st beträchtlich verbessert, ohne daß man wußte, daß fast zur gleichen Zeit auch in Deutschland die bisher von Japan gehaltenen Rekorde verbessert worden waren.
Der Rekordflug von Oberst Angelo wurde — wie man in italienischen Fliegerkreisen mit Stolz hervorhebt — von einem Serienapparat, wie er von der Luftwaffe gebraucht wird, ausgestellt.
Am Sehrohr und auf Tauchstation.
Selbsterlebter Ll -Bootsangriff.
Von unserem Berichterstatter Werner Zeiget.
In diesen Tagen haben die großen Sommerübungen der Uboote stattgefunden, an denen unser Berichterstatter teilnahm.
Ein stahlblauer Himmel weitet sich über die alte, zu neuem Leben erwachte Kriegsmarinestadt Kiel uni) ihren Kriegshafen, als an einem frühen Sommermorgen fünf Uboote einer ^-Flottille mit ihrem als Sichert;eits- und Fangboot dienenden Begleit- chiff M 61 von der Tirpitzmole in der Kasernenstadt Nel-Wik ablegen, um hinauszufahren auf die Oft« ee zum Exerzieren. Eine frische Brise bläht die eben geheißten Flaggen auf und läßt die Leinen an den Masten knattern. Sonnenüberflutet zeigt sich die waldumrandete Kieler Förde in einem unbe« chreiblich schönen Glanz. Mitten auf dem Strom des Hafens liegen vor leuchtend roten Bojen Kreuzer, Schlachtschiffe und der „Aviso Grille".
In langsamer Fahrt haben wir mit unseren Ubooten das Uboot-Ehrenmal am Möltenorter Strand und das Marine-Ehrenmal am Eingang der Förde passiert. „Richt klagen, wieder roagen , so heißt es auf dem in Kiel auf dem Garnisonfriedhof tehenden Niobe-Denkmal. Die junge Generation der )urch Adolf Hitler wieder zu einsatzbereiter und tarier Wehr gewordenen Kriegsmarine, sie wagt! Sie kennt kein Zögern und Zaudern/sie geht ran, dabei nicht leichtsinnig und unüberlegt, sondern bewußt und verantwortungsvoll. Die Erkenntnis jedenfalls haben wir als Laien-Gast auf dem Uboot« Begleitschiff nach den schneidigen Uebungen mit nach Hause nehmen müssen!
Das erste Schauspiel, das sich uns bietet, ist das tadellose „Jn-Kiellinie-Fahren". Fast hatte es den Eindruck, als werden die Uboote vom Begleitschiff von einer unsichtbaren Kette gezogen.
Den Auftakt der eigentlichen Uebungen bildet ein schneidiges Wendemanöver. Eben noch in Kiellinie fahrend, drehen alle Boote gleichzeitig und gleichmäßig nach links ab und fahren statt yinter- einander, in regelmäßigen Abständen nebeneinander her.
Ein anderes Schauspiel. Weit ab von unserem Begleitdampfer ist eines der fünf Uboote getaucht. Es ist den Blicken aller entschwunden, denn sicherlich hat der Kommandant dieses Ubootes das Sehfernrohr nur sekundenweise über das Wasser ragen lassen, um seine und unsere Stellung zu erkunden. Fast sind schon zwanzig Minuten vergangen, und immer noch nicht ist das Uboot aufgetaucht. Den Laien überkommen schon Bedenken, aus denen er bann aber schnell herausgerissen wird, denn plötzlich, ohne daß man auch nur im geringsten daran- gedacht hat, taucht das vorhin getauchte Boot mit sekundenschnelle in seiner ganzen Länge nur wenige Meter von uns entfernt auf.
Noch ein anderes Bild. Mit äußerster Kraft vor- aus soll eines der Uboote an uns oorbeilaufen. Mit ..Braßfahrt" kommt es angewetzt! Kurz bevor es uns eingeholt hat, verschwinden vom Kommando- tnrm der Wachoffizier, der Brückenmaat, der Bruckengast und der Rudergänger, und wenige Sekunden später taucht das Boot vor unseren Augen unter, um in eben fo wenigen Sekunden wieder an der Oberfläche zu erscheinen. Rauf, runter, rauf, io etwas nennt man bei den kühnen Ubootfahrem eine Ente!
(Bo wechseln die Bilder vor unseren staunenden Augen, und immer wieder müssen sie den Wage- mut und den Schneid der Ubootfahrer anerkennen! Den Höhepunkt soll ein Angriff auf einen Feind b,löen, unb der Leser wirb sich die Gefühle vor« stellen können, als wir eine freundliche Einladung erhalten, diesen Angriff vom Uboot aus mitzuerleben! 0
Nachdem wir in einem Kutter übergesetzt sind und wir uns natürlich ziemlich unbeholfen durch die
engen Luken in das Innere des Ubootes begeben und uns gewissermaßen erst mal akklimatisiert haben, geht es los. Wir stehen in der Tauchstation und um uns ein Gewirr von Maschinen, Leitungen und Hebeln. „Wie soll man da bloß zwischen ourchsin- ben", flüstert unser Berliner unb hält sich eisern fest. Es ist mucksmäuschenstill, unb wir sind nicht in weniger Spannung als die Besatzung. Die einzelnen Männer sitzen,' ruhig, gelassen, aber trotzdem mit größter Konzentration vor den Apparaten. Sie sind von dem Gefühl beherrscht, daß hier nur größte Aufmerksamkeit am Platze ist, daß sich jeder auf jeden hundertprozentig verlassen muß! Jetzt machen die einzelnen Tauchstationen ihre „Klar-Meldung". Der leitende Ingenieur auf der Tauchstation macht Meldung in den lurrti zum Kommandanten, daß das Unterdeck tauchklar ist. Die Entlüftungsklappen der Tauchtanks werden geöffnet, und ein Fingerzeig des leitenden Ingenieurs gibt bekannt, daß wir jetzt zu tauchen beginnen. Wer etwa gedacht hat, daß das Tauchen einem Abwärtsfahren in einem Fahrstuhl gleichkommt, ist bitter enttäuscht (vielleicht auch angenehm). Nur eine ganz geringe Neigung ist zu spüren. Faszinierend ist die „Atmosphäre" an unserem Aufenthaltsort. Die Blicke hängen gespannt an den Manometern und Umdrehungsanzeigern. Mir fahren jetzt bereits zehn Meter unter Wasser. Ein eigenartiges Gefühl, bas
zu beschreiben sehr schwer fällt, denn es ist für einen, der zum erstenmal taucht, ein Gemisch aus Freude, Stolz und ein wenig Aengstlichkeit, verbunden mit einer Bewunderung für die Ubootfahrer, die eisern und verantwortungsvoll ihre Pflicht tun. Der Mann an der Tiefenskala sagt leise an: „Fünf» zehn Meter durch" unb der leitende Ingenieur gibt Die Meldung weiter an den Kommandanten „Fünfzehn Meter durch". Jetzt sind wir also schon fünfzehn Meter unter dem Meeresspiegel! Der Kommandant sagt jetzt an, daß er den Feind (unser Be- gleitschift) im Sehrohr aufgefangen hat. Nun geht alles rasend schnell. Die Werte des Gegners werden abgeschätzt, und bann wandern die Befehle zu den Männern an den Torpedorohren. „Rohr fertig?" „Rohr fertig" kommt es aus dem Sprachrohr zurück. Das Hauptkommando kommt: „Rohr Achtung ... los!" Ein weißer Signalstern leuchtet auf, als Markierung für bas Lösen des Schusses aus ber tödlichen Unterwasserseewaffe. Aus Befehl wirb auf alle Tanks Preßluft gesetzt unb somit bas geflutete Wasser wieder herausgepreßt ... unb in Sekundenschnelle sind wir wieder an ber Oberfläche des Wassers. Die Uebung ist beendet!
Es ist schon Abend, als wir unserem Heimathafen zusteuern. Weit vor uns fahren die Uboote unserer Uebung mit äußerster Kraft voraus nach Kiel. Teufelskerle sind es, diese Ubootfahrer!
England ist der Friedensstörer.
Das Britische Reich ist ein Fluch für den Weltfrieden.-'
ff
Kap ft.a d t, 1. August (DNB.) In einer Versammlung ber Nationalen Oppositionspartei in Goodwood bei Kapstadt hielt Abgeordneter Dr. oan Nierop eine stark beachtete außenpolitische Rede, die bezeichnenderweise von ber englischen Presse verschwiegen wird. Der Redner betonte mehrmals, daß einzig und allein die britische imperialistische Politik bas Züchen bes Friebensstörers auf ber Stirn trage. Dabei prägte er den Satz: „Das Britische Reich ist ein Fluch für b e n Weltfrieden!" Die Frage, wer an ber gespannten internationalen Lage schuld sei und wer die Völker in einen Krieg hetzen wolle, könne man einzig und allein dahin beantworten, so betonte Dr. van Nierop, baß es ber britische Imperialismus sei. Die englische Politik stecke ihre Nase in die Angelegenheiten anderer Völker, wo Britannien durchaus nichts zu suchen habe. Trotzdem würden die anderen Völker in den Augen der von britischer Heuchelei und Lügenmeldungen beeinflußten Welt als angebliche Ruhestörer hingestellt. Da britische Reich habe diese Politik jedoch zu lange getrieben, als baß sie nicht allmählich burchschaut werde.
Es sei an der Zeit, so rief Dr. van Nierop aus, daß die Südafrikaner begreifen lernten, baß nicht Deutschland, Italien, (Spanien ober gar Danzig den Weltfrieden bedrohen, sondern baß bas scheinheilige, auf Raub unb Kriegen aufgebaute Britische Re i ch die alleinige Verantwortung für Krieg ober Trieben trage.
Der Redner ging bann näher auf Danzig ein unb betonte: Obwohl Danzig eine beutfdje S t a b t ist und obwohl ihre Bevölkerung zum Reich will, mischt sich basselbe England ein, bas sonst — wenn es ihm paßt — den Grundsatz vom Selbst, bestimmungsrecht ber Völker als „heiligstes Menschengut" hinzustellen beliebt. Deutschland soll md)t bas Recht haben, für ein deutsches Danzig einzutreten, aber England durfte die Republik Transvaal wegen einer Handvoll britischer Unter
tanen im Goldhanbel mit einem zweijährigen Raub' und Mordzug überziehen.
Dr. van Nierop verlangte abschließend strikte Neutralität der Südafrikanischen Union im Falle von Verwicklungen in Europa. Südafrika werde von niemanden bedroht, es sei denn vom britischen Jmperialissmus. Kein anderes Land ber Welt als England habe Südafrika überfallen unb ausgeraubt.
Neue Niederlage Roosevelts.
Kongreß stimmt das Milliarden- Programm nieder.
Washington, 1. August. (DNB.) Mit 193 gegen 166 Stimmen lehnte bas Abgeordneten» Haus heute jegliche Aussprache über Rooses d e 11 s gestern vom Senat verabschiedeten 1,6-Mil» liarben-Dollar-D arlehnsplan zur Wieberankur- belung ber 08^..-Wirtschaft ab. Bewegte Vorstellun' gen bes bemokratischen Fraktionsführers Raybum vermochten bie entschlossene Koalition aus Republikanern unb Anti-New-Deal-Demokraten nicht umzustimmen. Nach ber Ansicht parlamentarischer Kreise bedeutet biefes Abstimmungsergebnis, baßRoosevelts neuestes Wirtscyaftsprogramm für bi e f e s Jahr begraben ist. Diese emp- finbliche Nieberlage bürste nach Associated Preß Roosevelt auch davon abhalten, noch innerhalb dieses Sitzungsabschnittes um Abstimmung über den 800- Millionen-Dollar umfassenden Plan für Wohnneu- bauten nachzusuchen.
Britische Militärflieger in die Nordsee gestürzt.
In ber Nähe von Lossiemouth stießen gestern zwei Flugzeuge zusammen unb stürzten in bie Nordsee. Drei Angehörige der britischen Luftwaffe büßten dabei ihr Leben ein.


