Ausgabe 
2.8.1939
 
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Nr. l?8 Erstes Matt

189. Jahrgang

Mittwoch, 2. August 1959

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Von unserem RG.-Sonderberichierstaiier.

den großen Manöver in der Po-Ebene

Englands doppelgleisige KerrwsipolM

zeitig spielt der Draht zwischen dem englischen Bot- Unt« schafter in China und Tschiangkaischek sehr lebhaft, licher.

Unterstützung Tschunkings immer deut-

Vorrunde.

Kr.

mm Duce mit der Ausstellung der Po-Armee be

Moskauer Dusche für London

So redet der Kreml mit den Einkreisungs-Bittstellern.

während man Japan gegenüber äußerlich noch das Gesicht wahrt, besitzt Tschiangkaischek bereits Zu­sicherungen, daß an eine Aenderung der Chinapolitik nicht gedacht sei. Das große Spiel im Fernen Osten, das mit der Blockade gegen Tientsin begonnen wurde, befindet sich also noch durchaus in der

italienischen Kriegsministerium, General Pari an i, empfing am Dienstag die in Mailand versammelten Sonderberichterstatter der italienischen und Italien befreundeten Presse, um ihnen Aufgabe und Be­deutung der in der Nacht zum Mittwoch beginnen-

die Einkreisungsmächte, die sich aus durchsichtigem. Gründen in Herabsetzungen des Wertes des ita­lienischen Soldaten und des ganzen italienischen Heeres in letzter Zeit gegenseitig zu überbieten versuchten, gut daran tun, ihre Lehren aus diesen Manövern zu ziehen; vor allem die Lehre, daß Italien nicht daran denkt, auf den in vielen Krie­gen errungenen Lorbeeren auszuruhen, sondern sich unter restloser Ausnutzung der dabei gewonnenen Erfahrungen auf eine etwaige große Auseinander­setzung vorbereitet, die es so wenig wie Deutsch­land will, der aber anderseits die Achsenmächte ge­wappnet gegenüberstehen, wofür auch die Manöver in der Po-Ebene einen Beweis liefern werden.

Moskau, 1. Aug. (DRV.) Die f o ro j e f a m f - liche 121 $ $ - Agentur veröffentlicht ein neues Lommunique, das sich in scharfen Wendungen gegen die von Chamberlain und Butter vertretene englische Auffassung in den Moskauer Verhandlungen wendet. Die TASS erklärt, der Anterstaatssekretär Butler habe im Unterhaus mitgeteilt, daß England alle Maßnahmen zur Be­schleunigung der Verhandlungen ergreife, daß der Kernpunkt der Schwierigkeiten aber in der Frage liege, ob England die Unabhängigkeit der baltischen Staaten antasten könne. Demgegenüber erklärt die TASS, Bujler habe damit den Standpunkt der Sowjetregierung entstellt. Denn es handele sich in Wirklichkeit nicht darum, ob man

Der Grundsatz faschistischer KriegsführungDurch- toßen und den Erfolg entsprechend auswerten, um n in den Endsieg zu verwandeln" mache eine .oeckentsprechende Vorbereitung und Konzentrierung ier Mittel notwendig. Dieser Grundsatz liege dem usbau der neuen Po-Armee mit ihrer Einteilung in ein schnelles, ein gepanzertes und ein sogenann­tes autotransportables Korps zu Grunde. Der fa­schistische Grundsatz anderseitsVorbereiten und wagen" mache- die totale charakterliche Erziehung des Volksganzen notwendig. Staatssekretär Pn- riani teilte abschließend mit, daß der Duce be­reits am Mittwochfrüh den Manövern persönlich, zunächst vom Flugzeug aus, beiwohnen werde.

Die Militärmissionen der Italien be­freundeten Länder, darunter die deutsche unter Führung von General Halder, sind inzwischen in Mailand eingetroffen.

etwas anlaslen solle oder nicht, sondern darum, daß die englische Formulierung unklar sei, und daß England offenbar damit einHinter­türchen" offen lassen wollte.

Abreise verzögert.

Paris, 2. Aug. (Europapreß.) Die Abreise der französischen und englischen Generäle zu den Generalstabsbesprechungen nach Moskau, die jetzt schon mehrfach für den kommenden Freitag an» gekündigt war, wird sich nach den am Dienstag­abend bekanntgegebenen Informationen um meh­rere Tage verzögern. Mitteilungen über die Gründe für die Verschiebung der Abreise werden nicht gemacht.

3n Frage gestellt.

Tokio, 1. Aug. (DRV.) Die heutigen japanisch- englischen Verhandlungen über die Tientsiner Wirtschaftsfragen sind, was die Währungs­frage anbetrifft, bisher ohne Erfolg geblieben. Japans Stellungnahme und seine Forderungen gegenüber England sind folgende:

1. Die Befriedung Nordchinas ist solange gefähr­det, wie der Tschunkingdollar in Tientsin zugelassen ist, während er sonst in Nordchina allgemein ver­boten ist.

2. Der Tschunkingdollar in der britischen Konzes­sion von Tientsin stellt ein Bindeglied zwischen der Tschunking-Regierung und den Aktivisten in der Konzession dar.

3. Der Silbervorrat in der britischen Konzession gehört der nordchinesischen Regierung.

4. Die britische Konzession soll deshalb das Sil­ber an die nordchinesische Regierung ausliefern.

Ein britischer Gegenvorschlag, diese Fragen Fi­nanzsachverständigen vorzulegen, wurde von Japan a b g e l e h n t.

In politischen Kreisen vermutet man, daß, wie es auch deutlich aus Londoner Berichten hervorgeht, England in der Währungsfrage mit Amerika zu­sammenarbeiten wolle und deshalb feine Entschei­dung solange hinauszögere, bis Washington sich ge­äußert habe. Da Tokio die Einmischung Dritter in die Tientsinfrage ablehne, so halte man es für mög­lich, daß die ganze Konferenz in Tokio in Frage gestellt sei, falls England eine Zusammenarbeit mit Amerika gegen Japan anstrebe.

Infolge der Erschwerung der Lage hinsichtlich Tientsins fanden heute zwischen den beteiligten Mi­nisterien mehrere Aussprachen statt.

England weiter für Tschnnking.

Paris im Schlepptau.

London, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse stellt fest, daß die Erfüllung der in Tokio gestellten Forderung auf Einstellung der antibritischen Bewegung als Bedingung für weitere Verhandlungen anzunehmen sei. Gleich­zeitig werden die Andeutungen für eine weitere

Was zunächst nur als naheliegender Verdacht in der Luft lag, gewinnt immer größere Gewißheit. Die Politik Englands im Fernen Osten fährt a u f 5 ro ei Gleisen und die diplomatische Moral der britischen Fernostvertreter hat einen dop­pelten Boden. Die Kapitulation der englischen Po­litik vor Tokio erweist sich immer mehr als ein Scheinrnanöoer, das nur darauf berechnet war, Zeit zu gewinnen, und die Stärke der japanischen Posi­tion abzutasten, im übrigen aber nach einer Hinter­tür Ausschau zu halten, durch die man aus über­nommenen Verpflichtungen wieder entkommen könnte. Damit verband sich die stille Hoffnung, daß in letzter Stunde noch ein Retter auftreten könnte, der mittelbar oder unmittelbar als Stütze für die zusammenbrechende Position der britischen Welt­macht in Ostasien Verwendung finden könnte. An dem praktischen Nutzen der englischen Zusa­gen in Tokio läßt sich zunächst schon der Grad britischer Ehrlichkeit ermessen. Die vier Chinesen, die eines Anschlages auf einen japan­freundlichen chinesischen Beamten verdächtigt sind, sollen ausgeliefert werden. Gewiß würde das dem englischen Ansehen ein wenig schaden, aber was sind schon vier Chinesen wert nach englischen Begriffen? In dem Punkte aber, der an den Geldbeutel rührt, hat sich Englands Haltung in den letzten Tagen versteift. Die Engländer scheinen weiter ent­schlossen zu sein, den Tschungking-Dollar in Tientsin weiter zuzulassen, nicht nur weil sie geschäftliche Verluste vermeiden wollen, sondern auch weil er ihnen als erwünschtes Bindeglied zwischen der Tschungking-Regierung und den japanfeindlichen Elementen in der Konzession erscheint. Auch den in der britischen Konzession lagernden S i l b e r v o r - rat will man der nordchinesischen Regierung zur Stützung der neuen Währung nicht herausgeben, vielmehr liegt jetzt ein englischer Gegenvorschlag vor, diese Fragen Finanzsachverständigen zur Ent­scheidung vorzulegen.

Was solche Sachverständige entscheiden könnten, ist nicht ganz klar, da es sich in dieser Frage um politische Dinge handelt, also um die Entschei­dung, wie man neuen Gegebenheiten auf die nütz­lichste Weise Rechnung tragen könne. Hinter dem englischen Vorschlag steht natürlich der Gedanke, man könnte auf diese Weise eine dritte Macht offiziell zur Einmischung in die Tientsin-Frage veranlassen, bei welcher Gelegenheit dann England in die Vorhand zu kommen vermöchte.

Diese Politik durch unterirdische Kanäle spielt schon seit einiger Zeit. Die scharfen Worte Chamber­lains gegen Japan sind erst möglich geworden, nach­dem Amerika seinen Handelsvertrag mit Japan gekündigt hat, eine Maßnahme, die einem Angriff auf die japanische Rohstoffversorgung gleichkommt. Die Engländer fühlen dadurch ihren Rücken gestärkt, das. Gefühl der Einsamkeit in Ostasien ist gewichen und sie sehen bereits einen Spalt der Hinter­tür, nach der sie Ausschau hielten, geöffnet. Gleich-

Tätigkeit bei den Manövern zugewiesen werden wird, braucht kaum erwähnt zu werden.

In all dem liegt nichts, was die Aengste oder die Verdächtigungen der französischen Presse rechtfer- .... o. _ M. tigcn könnte. Das Manöverthema ist vom italieni- zu erläutern, schen Generalstab so und nicht anders gewählt wor­den, weil es am besten dem Zweck entspricht, der erreicht werden soll: den hohen Grad der militäri schen Vorbereitung des italienischen Volkes nachzu prüfen und darzutun. Gerade darum aber werde.

EnglischeMoral".

Das von Chamberlain erwartete Zeugnis aus Moskau, die Sowjets blickten vertrauens­voll auf feine konservativ-plutokratische Regierung, war nicht eingetroffen, und so mußte Chamberlains im Unterhaus sich dazu bequemen, die Entsendung einer englischen Militärmission nach Moskau noch vor Beendigung der politischen Gespräche in Moskau gutgeheißen. Was das be­sagt, liegt auf der Hand. Weil in Moskau Molotow versprach,vielleicht" käme man politisch früher zum Ziel, wenn gleichzeitig die Militärs sich um einen runden Tisch setzten, stimmen die Engländer und Franzosen zu, militärische Geheim­nisse mit der Sowjetmacht auszutau­schen, obgleich Moskau nach dem Geständnis Chamberlainsandere Anschauungen" von all den Dingen hat, die die westlichen Demokratien so quä­len. Irgendwie mußte aber Chamberlain diese Selbstentblößung, dieses Kriechen vor Moskau, die­ses Aufgeben jedes Stolzes, entschuldigen, und er tat es damit zu versichern, die Entsendung einer Militärmission seisaft ohne Vorgang". Das ist es. Chamberlain und Daladier kapitulieren vor Moskau, weil die Sowjetregierungvielleicht" die Gnade hat, diese Kapitulation anzunehmen, oder auch nicht. Das Gesetz des englischen Handelns wird also durch Moskau bestimmt!

Und noch verschiedene andere Pfähle wurden gegenüber Moskau zurückgesteckt. Chamberlain gab zu, daß die moskowitische Formel vom indirekten: Angriff die kleinen Staaten direkt be­droht, und er machte kein Hehl daraus, daß England diese Bedenken weitgehend teile. Aber> die kleinen Staaten werden einfach der Einkrei- sungsidee und dem Sowjetappetit ge­opfert und die Reden der skandinavischen Minister über Wochenende, die eine direkte Anklage Eng­lands bedeuteten, die betonten, man tue in London das, was man gerade durch dieGarantierung" der einzelnen Staaten nicht hätte tun wollen, rüh­ren die englische Geschäftsmoral nicht, da die Re­gierung Chamberlains wie ein hypnotisiertes Kar­nickel auf die Schlange Molotow schaut.

Nach einer Bemerkung über Fernost, das England fallen ließ, da es durch Roosevelts Kün­digung des Handelsvertrages mit Japan sich ge­nügend salviert glaubt, und nachdem die Tatsache einer weitgehenden Uebereinfunft mit Roosevelt von Chamberlain gar nicht bestritten wurde, machte der britische Staatsmann Bemerkungen über Polen und vor allem über Danzig, die geradezu einen

So stellt dieDimes" heute kategorisch fest:' Großbritannien habe nicht die Absicht, die Un - terstützung der T s chu n k i n g - W ä h r u n g einzustellen." Die japanische Währungsform könnte nicht ohne Einigung aller an China interessierten^ Mächte angenommen werden. Zur Zeit würden 3nt formationen mit vielen Ländern, einschließlich Ame­rika, Frankreich und den Dominien ausgetauscht.

Daily Telegraph" meldet ergänzend aus Pa­ris, daß Frankreich in der Silber- und Wäh­rungsfrage die bedingungslose Unter­stützung des britischen Standpunktes zugesagt habe.

Amerika und England demaskieren sich.

Toki o , 2. August (DNB. Oftasiendienst). Wie Tokio Nischi Nischi" berichtet, erhob gestern der britische Botschafter im japanischen Außen­amt Vorstellungen gegen die a n t i b r 11 i sche Bewegung in Japan und China. Er erklärte,die japanische Regierung möge eine sofortige Beendigung der Bewegung herbeifuhren". Unter den gegenwärtigen Umstände könne es für Englandschwierig" sein, die Besprechungen fortzusetzen. Der Vertreter des Außenministes er­widerte dem Botschafter, daß die antibritische Be­wegung und die Verhandlungen in Tokio völlig getrennte Angelegenheiten seien. Die antibritische Bewegung in Japan stelle eine spon­tane Handlung der Massen dar, und die Regierung werde nur eingreifen, wenn Ruhe und Ordnung gestört würden. Mit der Volksbewegung in China habe die japanische Regierung nichts zu tun.

Das Blatt berichtet sodann,'daß auch der ameri­kanische Geschäftsträger im Außenamt, und zwar beim Leiter der amerikanischen Abteilung, vorstellig wurde. Er forderte auch, die antibritische Bewegung in China zu unterbinden, da, wie er behauptete, auch häusid Amerikaner in China durch sie betroffen worden feien.

Tokio Nischi Nischi" stellt fest, daß die Zu- sammenarbeit zwischen England und Amerika durch die gestrigen Schritte nunmehr deutlich sichtbar geworden sei.

Die Verhandlungen über die Währungs­und Silberfrage in Tientsin seien auf f a st unüberwindliche Schwierigkeiten ge­stoßen. Gegenüber der japanischen Forderung auf Herausgabe des Silbers vertrete man bntischerseits die Ansicht, daß das Silber der Tschungking-Regie­rung gehöre.Tokio Asahi Schimbun" berichtet so­gar, daß infolge der britischen Haltung die Be­sprechungen ein st weilen aufgeschoben worden seien.

Rom, 1. August.

Die Po-Armee, die vom Duce geschaffene modernste und kampfkräftigste Armee Italiens, wird sich am 2. A u g u st in Richtung auf die westliche Alpengrenze in Marsch setzen. Damit beginnt das große Manöver, das von der Presse der Westmächte in sehr zwiespältiger Art ausgenommen worden ist. Es erübrigt sich, die mehr oder minder böswilligen Lesarten, vor allem der französischen Presse, hier anzuführen, die zu einem Teil recht bezeichnend zum Ausdruck bringt, wie die in den Westländern erzeugte Psychose, die ständig geschürte Kriegsfurcht, auf Ereignisse rea­giert, die nun einmal, wie diese Manöver, bei jeder Wehrmacht üblich sind. Aber wenn man Reklame­flüge, Generalstabskonferenzen und durchaus nicht kleinlich abgegrenzte Manöver als ein Monopol für sich in Anspruch nimmt, dann muß man freilich das Tun der anderen mit scheelen Augen betrachten.

Wir verzichten daraus, die kühnen Schlüsse der französischen Presse, die aus der Anlage der Ma­növer gezogen werden, zu verzeichnen und zu widerlegen, und stellen demgegenüber das allge­meine Thema der Manöver in der Po- Ebene fest. Es lautet: Von jenseits der Alpen- grenze anmarschierende Truppen, die von dem ipiemontesischen Armeekorpsmarkiert^ werden, sind ön der Gegend des Mont Cenis durchgebrochen und rücken im Tale der Dora auf Turin vor. Die Po- Zlrmee, deren Standorte weitverstreut über die Po- Ebene bis hin nach Mantua reichen, wird in Eil­märschen herangebracht, um den Gegner zum Still­stand zu zwingen, bevor er noch aus den Alpen- : tälern heraus ist, ihn auf seine Ausgangsstellungen ] zurückzutreiben und womöglich noch darüber hinaus­zuwerfen.

Die Po-Armee besteht aus drei Armeekorps: einem Panzerkorps, einemschnellen" Korps und einem auf Kraftwagen beförderten Korps. Sämtliche Korps find also, wenn auch entsprechend ihren ver- d)lebenen taktischen Aufgaben in verschiedenen Aus­maßen, vollständig motorisiert. Die Erprobung der zrohen Beweglichkeit und die strategische Aufgabe machten es unerläßlich, ein Manövergelände von I bisher kaum dagewesener Ausdehnung zu .wählen. Dieses Gelände erstreckt sich in einem etwa siebzig Kilometer breiten Streifen beiderseits des Po von Öerona, Mantua und Parma bis hin zur Alpen- Zrenze in einer Länge von rund 350 Kilometer, umfaßt also nahezu 25 000 Quadratkilometer mit abwechslungsreichster Bodengestaltung. Der östliche Dell dieses Geländes ist für den ersten Abschnitt >es Kriegsspiels, in dem es darauf ankommt, die -och auf ihre Garnisonen verteilten Truppen chnellstens zusammenzuziehen und an ihre Aus- angsstellungen heranzubringen, besonders günstig; »ahlreiche und erstklassige Fahrstraßen stehen hier en marschierenden Kolonnen zur Verfügung. Der weite Abschnitt der Hebungen, die Konzentrierung 1 'er gesamten Po-Armee auf ihrer Operationsbasis, voraussichtlich in dem Raume Vercelli-Casale-Asti, Dird sich bereits in gebirgigerem und daher für motorisierte Truppen schwierigerem Gelände voll- aehen. Der dritte, d. h. der eigentlich strategifch-tak- sche Teil der Manöver, die Entfaltung der Armee, «r Vormarsch und die Kampfhandlungen werden ich schließlich im Hochgebirge, in den Alpen «östlich von Turin abspielen, also in einem iMänbe, wo die motorisierten Abteilungen im gro- faen und ganzen an die wenigen vorhandenen und meist nicht leicht zu bewältigenden Straßen gebun- !sn sein werden. Aus Grund dieser verschieden- artigften Bodenverhältnisse wird es der Manöver- Mtung möglich sein, wertvolle Erfahrungen über t e Beweglichkeit, Geschwindigkeit, Verwendungs- xvglichkeit und Kampfkraft großer, motorisierter (iinheiten in jedem Gelände zu sammeln.

Daß von den großen Lehren dieser Manöver i chts verloren gehen wird, dafür bürgt die Per- >lmlichkett ihres Leiters, des Generals Ettore B a - lüic o, der als einer der fähigsten Militärs Jta- , hiins gilt. General Bastico, der im November 1938

I Auch bei den Manövern in der Po-Ebene wird ®; neral Bastico wieder ehemalige Spanienkämp- ier unter seinem Befehl haben, die berühmte .Tturmdivision" Littorio die nach ihrer Rückkehr in Heimat nicht aufgelöst sondern auf persönliche Mtorbnung des Duce als geschlossene Panzerdivi- ficin in die Po-Armee eingegliedert worden ist. ^ßerdem werden sechs Milizbataillone auf beiden onten an den Manövern teilnehmen; davon sind bn der Po-Armee zugeteilten Bataillone ebenfalls mtorisiert. Ihnen fällt vor allem die Aufgabe zu, bei Operationen der regulären Truppen als Reser- reir unterstützend einzugreifen, den Vormarsch dieser Truppen vor allem nach den Flanken hin zu decken gegebenenfalls überraschende örtliche Vorstöße ks Gegners zum Stillstand zu bringen, also alles <n allem die Truppen von nebensächlichen Aktionen Z'i entlasten, die deren Vormarsch aufhalten könn­en. Daß auch der Luftwaffe eine umfangreiche

haut wurde, hat an sämtlichen Kriegen, die Ita­lien in den letzten Jahrzehnten geführt hat, teilge- ncimmen. Er kämpfte in Libyen gegen die Türken ur.l> Araber, zeichnete sich im Weltkrieg aus, machte bm Feldzug in Aethiopien mit, zeitweilig als Kom­mandant der Schwarzhemdendivision23. März" Md später eines Armeekorps, und errang schließlich ab Befehlshaber des italienischen Freiwilligenkorps in Spanien den Sieg in der Schlacht von Sant- arfcer.

Die Po-Armee marschiert nach Westen. Wang bei General panani.

Rom, 1. Aug. (DNB.) Der Staatssekretär im