Ausgabe 
2.5.1939
 
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Erfolgreiches erstes Zahnradrennen 1039.

Wieder einmal trat die Gießener Radfahrer-Ver­einigung mit einer großen Radsportveranstaltun^n die OefserMchkeit. Las erste Rennen dieser Saison bildete das am Sonntag gestartete Eröffnungs-Bahn­radrennen auf der Aschenbahn des Waldsportplatzes. Es wurde wieder zu einem schönen Erfolg. Trotz der unfreundlichen Witterung hatten sich etwa 1000 Zu­schauer eingefunden, um Zeuge herrlicher Kämpfe zu werden. Das Programm des Tages hielt sich in der Form der seitherigen Rennen. Man muß es dem Veranstalter, der Gießener Radfahrer-Vereinigung, zugute halten, daß sie keine Unkosten scheut, erst­klassige Fahrer zu verpflichten. U. a. waren als Ver­treter der deutschen Nationalmannschaft der deutsche Meister Jean Schorn (Köln) und der Bonner Matthias Kneller am Start. Aber auch die anderen Fahrer stellten beste deutsche Amateurklaffe dar.

Die Startliste verzeichnete folgende Fahrer: Schorn, Weiler, Kleinsorg, Schneider, Paduscheck, Huppertz, Schweitzer, Mandelartz, Franosch, Dünne- bei (alle Köln), Kneller (Bonn), Schwiers (Dülken), Matthies, Schröder (beide Solingen), Ho mann, Krimme (beide Ludwigshafen), Beckel, Ruhland, Noll, Rehmer (alle Frankfurt a. M.), Gassenmeyer und Speckhardt (beide Offenbach).

Den Austakt der Veranstaltung bildete die Auf­fahrt sämtlicher beteiligter Fahrer, der die Begrü­ßung des deutschen Meisters Jean Schorn (Köln) durch den sportlichen Leiter der Veranstaltung, August Derbei, verbunden mit der Ueberreichung eines Blumengebindes, folgte. Deibel betonte in feiner Ansprache, daß man Schorn nicht mit Un­recht als Gießener Fahrer bezeichnen könne, da er hier seine ersten Rennen fuhr, und damit der Anfang seiner Laufbahn mit Gießen aufs engste verknüpft ist.

Als erstes Rennen wurden die vier Dorläufe für das

Flieger-Hauptfahren

gestartet, in denen sich die Fahrer Schwiers, Knel­ler, Matthies, Mandelartz, Schneider, Schröder, Kleinsorg und Schorn für die Zwischenläufe quali­fizierten, in denen sich wiederum die beiden Natto- nalfahrer Schorn und Kneller für die Entscheidung um den ersten und zweiten Platz sowie Schwiers und Schneider für den dritten und vierten Platz durchsetzten. Ueberraschenderweise wurde hier der deutsche Meister Schorn mit etwa 20 Zentimeter Abstand von dem wähl ebenso guten Rivalen Knel­ler geschlagen. Den dritten Platz holte sich Schnei­der mit einer halben Radlänge vor Schwiers.

Ais Einlage wurde ein Jugend-Flieger­rennen ausgetragen, das den zur Zeit besten deutschen Jugendfahrer Kurt Kleinhaus (Dül­

ken) vor Becker (Gießen) und L ö b e r (Frank­furt) als Sieger sah.

Das Omnium,

das erstmals in Gießen ausgefahren wurde, bestand aus drei verschiedenen Arten von Rennen: dem Runden-Zeitfahren, dem Punktefah­ren und dem Fliegerlauf. Als schnellster Fah­rer des Runden-Zeitfahrens erwies sich Schorn, der eine Bahnrunde (400 Meter) in 34,5 Sekunden bei fliegendem Start zurücklegte, vor Kneller (35,3), Null (35,4) und Krimme (36,0 Sekunden). Das Punkte­fahren, das über 10 Runden mit 5 Wertungen führte, sah Schorn wiederum als den Besten mit 18 Punkten vor Kneller (15 P.), Noll (12 P.) und Krimme (10 P.). Trotzdem der Vierer lauf von Kneller vor Krimme, Schorn und Noll gewonnen wurde, stellte Schorn den Gesamtsieger mit 12 Punk­ten in diesem überaus interessanten Rennen vor Kneller (11 P.), Krimme und Noll mit je 5 Punkten.

Zum Vorgaberennen starteten alle Fahrer, außer den vier am Omnium Beteiligten. Dieses Rennen sah den Solinger Matthies als Sieger, der in der am weitesten zurückgesetzten Gruppe startete und sich allmählich in famoser Technik nach vorne arbeitete. An zweiter Stelle kam Schneider (Köln) vor Rehmer (Frankfurt) ein.

Den Höhepunkt des Rennens bildete wieder das

40 - km-Mannschaftsfahren.

In Anbetracht dessen, daß der deutsche Meister Jean Schorn am kommenden Wochenende die deutschen Farben in Kopenhagen vertreten muß, sah er von einem Start in diesem Rennen, das infolge der schlechten Witterung besonders große Anforderungen an die Fahrer stellte, ab. Obwohl dies allgemein bedauert wurde, billigte das Publikum diese sport­liche Einstellung. Nichts destoweniger wurde dieses Rennen durch die Gleichwertigkeit fast aller Mann­schaften sehr interessant. Das Paar Schneider- Kl e i n s o r g (Köln) landete einen hart umkämpf­ten Sieg. Don sieben Wertungen konnten sie drei gewinnen und je zweimal den zweiten bzw. den dritten Platz belegen. Sie errangen dadurch eine Gesamtpunktzahl von 25 Punkten. Am streitigsten machte ihnen den Sieg die Mannschaft Kneller (Bonn)-Sw i e r s (Dülken), die 19 Punkte erreich­ten. Auf dem dritten Platz folgte das Paar H o - mann (Ludwigshasen)-K r i mme (z. Z. 10./JR. 118), das ebenfalls sehr gut führ. Gut gefallen konnten außerdem die Mannschaften Matthies- Schröder (Solingen), Gassenmeyer-Speck- Hardt (Offenbach) und Rehmer-Noll (Frank­furt). Gegen Ende des Rennens werden die Fahrer .Matthies und Speckhardt in einen bösen

Sturz verwickelt, der infolge Kettenbruches entstand und der die beiden Fahrer zur Aufgabe des Ren­nens zwang. Durch die Ausgeglichenheit der Mann­schaften gab es bei den Wertungsspurts immer er­bitterte Kämpfe, die oft nur durch Dorüerradbreite entschieden wurden. Zu einer Ueberrunbung des Gesamtfeldes kam es nicht, obwohl während des Rennens von der Mannschaft Gassenmeyer-Speck- hardt wiederholt der Versuch gemacht wurde. Außer den Wertungsspurts wurde noch eine Prämien­wertung ausgefahren, die von Schneider-Kleinsorg gewonnen wurde.

Die Organisation des Rennens sowie die Be­schaffenheit der Bahn ließen einen reibungslosen Ablauf der Rennen zu.

Die Ergebnisse.

Fliegerhauptfahren: 1. Kneller (Bonn), 2. Schorn (Köln). 3. Schneider (Köln), 4. Schwiers (Dülken).

Omnium. 1. Schorn (Köln), 12 P.; 2. Kneller (Bonn), 11 P., 3. Krimme (10./IR. 118), 5 P., 4. Noll (Frankfurt), 5 Punkte.

Vorgaberennen: 1. Matthies. (Solingen), 2. Schneider (Köln), 3. Rehmer (Frankfurt), 4. Kleinsorg (Köln).

40-km-Mannschaftsrennen: 1. Klem- sorg - Schneider (Köln), 2-5 P.; 2. Kneller - Schwiers (Bonn-Dülken), 19 P.; 3. Homann - Krimme (Lud­wigshafen), 11 P.; 4. Gassenmeyer - Speckhart (Of- fenbach), 7 P.: 5. Rehmer-Noll (Frankfurt), 7 P.

Mische Turner im Mnnschafiskamps.

In der alten Turnerstadt Lauterbach, dem Ge­burtsorte von Adolf Spieß, trafen sich am Sonn­tag die in den Dorkämpfen ermittelten besten Tur­ner-Mannschaften der Gau- und der Kreisklasse des NSRL.-Gaues Hessen zur Entscheidung im Dereins- Mannschaftskampfe.

In der Gauklasse waren vier, in der Kreisklasse zwei Mannschaften zugelassen. Unter Leitung des Gauobmanns für Männerturnen, Richard Becker (Kassel), wickelten sich die spannenden Kämpfe rei­bungslos ab. In der Gau klasse wurde die Mann­schaft des ACT. Kassel Gaumeister. Als gaubeste Mannschaft der Kreisklasse wurde Tv. Erbach (Westerwald) ermittelt. Sehr gut schlug sich in der Gauklasse die W i e s e ck e r Mannschaft (Kurt -Lep­per, Hans M a n k, Karl B e 11 i n und Emst Schöffmann), die für den eigentlich zum Start berechtigten Turnverein Sinn angetreten war. Ob­wohl Wiesecks Turner am Samstagabend noch in Hungen geturnt hatten und im Sonntag in aller Frühe die lange Autofahrt nach Lauterbach antreten mußten, erwiesen sie sich im ganzen Kampfverlaus der Kasseler Mannschaft ebenbürtig. Erst das Aus­scheiden Schöffmanns, der sich eine Hand Verletzung bei der letzten Hebung (Reck) zugezogen hatte, brachte Wieseck um wertvolle Punkte, . blieb aber immer noch auf dem zweiten Platz.

Bei den Schlußkämpfen am Nachmittag konnte Gaufachwart Hermann Schäfer (Kassel) Kreis­leiter Zürtz (Lauterbach), Bürgermeister Thiele (Lauterbach) und zahlreiche Vertreter der Partei­gliederungen begrüßen, auch im Namen des Gau- führers Brigadeführer Schmidt (Kassel).

Die Ergebnisse.

G a u k l a s s e: 1. ACT. Kassel 567,5 ; 2. To. Wie­seck 540,5; 3. Tv. Kirdorf-Bad Homburg 537; 4. Turnerschast Fulda 512 Punkte.

Beste Einzelturner waren: 1. Krack, Tv. Kirdorf,

157,5; 2. Etzel, ACT. Kassel, 154,5; 3. Lettin, Tv.

Wieseck, 151,5 Punkte.

Kreis klasse: 1. To. Erbach (Westerwald) 460,5; 2. Tuspo, Henschelwerke Kassel 440 Punkte.

Beste Einzelturner waren: 1. Schöneich, Tv. Er­bach, 121; 2. Anthes, Henschelwerke, und Henpel, Tv. Erbach, 118; 3. Kläcken, Henschelwerke, 111,5 P.

Rundfunkprogramm

Mittwoch, 3. Mai.

5 Uhr: Frühmusik. 5.50: Bauer, merk aus! 6: Morgenlied Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.30: Von Breslau: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt der Gaumusikzug Schlesien. 9.30: Gaunachrichten. 10: Schulfunk: Die Kantate. Ein Hörspiel. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Rundfunkorchester des Reichssenders Stutt­gart. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch ... 16: Nachmittagskonzert. Einlage: Das Mikrophon unterwegs. 18: Hier spricht der Jurist: Betrachten Sie sich als geohrfeigt." 18.15: Auf gut deutsch ... 18.30: Frauen der Vergangenheit. Jo­hanna von Puttkammer, Bismarcks Frau. 19: Flie­gendes Deutschland:Flieger Funker." 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. In» dustrie-Schallplatten und Eigenaufnahmen. 20: Nachrichten. 20.15: Meister deutscher Unterhaltungs- musik: Nico Dostal. 22: Nachrichten. 22.15: Kam­mermusik. 23: Musik aus Wien.

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