Ausgabe 
2.5.1939
 
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Dienstag, 2. Mai 1939

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Ar. 101 Drittes Blatt

Oer 1. Mai in Gießen.

Die Stadt hatte schon am Samstag reichen Flag­zenschmuck angelegt. Die öffentlichen Gebäude und ;ahlreiche Privathäuser wären mit Girlanden ge- chmückt. Um 16 Uhr erfolgte

die Einholung des Mibaumes

7>om Bahnübergang am Schiffenberger Tal aus. Der Musikzug der Kreisleitung und der Spiel- mannszug traten an die Spitze, Vertreter der Par­tei und der DAF. begleiteten den Zug, und vor dem Znd neben dem Maibaum schritten die Holzfäller «nd Zimmerleute in ihren Berufstrachten und mit chren Handwerksgeräten. Der etwa 30 Meter lange Zaum war mit Waldesgrün geschmückt. Dem Ge­wann folgten HI., BDM.-Mädel in Viedermeier- iracht, Jungmädel und das Jungvolk.

(Schon lange vorher hatten Gießener Handwerker titf dem Trieb den großen Maienkranz mit bunten Zündern geschmückt. Kaum war dann der Baum :uf dem Trieb vom Wagen gehoben, machten sich He Handwerker schon an das Änbringen des Maien- !ranzes. Der Musikzug begleitete die Arbeit der Holzfäller und Zimmerleute mit frohen Weisen, und rts die Tanne hoch ausgerichtet war, begannen die Iungmädel mit ihren Liedern an den Frühling und Ne Freude. Von der Tribüne vor der sesllich ge- chmückten Volkshalle aus hielt

Kreisleiter Backhaus

lSnä Ansprache, in der er die Bedeutung des natio­nalen Feiertags des deutschen Volkes würdigte. Er etonte dann, wie auch hier durch das Cinholen »nes großen Maibaumes, der im Schiffenberger Salb gewachsen ist, ein alter Brauch aufleben soll, !>er seit Jahrhunderten in den verschiedenen Ge­lenden des Vaterlandes gefeiert worden ist und der Lirückgeht auf die Auffassung unserer Vorsähren, !,aß dann, wenn die Sonne wieder aufsteigt und die tiatur zu neuem Leben erwacht, auch der Mensch ch der Freude hingeben soll. Es soll damit, wie te'i so manchen anderen alten Bräuchen, die innige Aerbundenheit mit der Natur bezeugt werden, deren Lebensrhythmus eine Gesetzmäißgkeit ist.

Der Kreisleiter dankte dann den Holzfällern und i !tcn Handwerkern, die diese schöne Fichte hierher- ^bracht und aufgerichtet haben. Er sprach die Hoffnung aus, daß wir diesen Feiertag auch hier l ufs Beste begehen, denn wir-hätten mehr denn je I gründ, uns zu freuen und zu feiern. Die Rede des Führers habe uns gezeigt, daß Adolf Hitler nicht tut die Geschicke Deutschlands bestimmt, sondern

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daß seine Taten über Europa hinaus maßgeblichen Einfluß auf das Werden in der ganzen Welt ge­winnen. In dem Dank an den Führer vereinte er alle Volksgenossen zu einem erneuten Treuege­löbnis.

Nach der Ansprache wurde den Schaubuden, die einen großen Teil des Platzes einnahmen, ein Be­such abgestattet.

Am Montagmorgen marschierten die langen Ko­lonnen der HI. und des BdM. zur

Zugendkundgebung

auf dem Trieb auf. In einem großen Rechteck um­standen die Jungen und Mädel den Maibaum. Vor der Volkshalle flankierten die Fahnen und Wimpel, der Musikzug und der Spielmannszug die Redner­tribüne. Standortführer der HI. Dr. Schneider eröffnete die Kundgebung mit einer kurzen An­sprache. Dann hörte die Jugend die Uebertragung der Feier aus dem Reichssportfeld in Berlin.

Das Kinderfest aas dem Trieb.

Es ist merkwürdig: Erwachsene verlieren bei Regenwetter sofort ihre gute Stimmung, der Kinder­jubel aber ist durch nichts zu unterdrücken. So war es auch am Sonntag auf dem Trieb.

Als wir vor Beginn des Festes die reizenden Vorbereitungen durch die Untergaujungmädelführerin Gertrud Samper sahen und uns Nebel und rieselnder Regen immer mehr einhüllten, hatten wir starke Bedenken ob der Beteiligung. Aber pünkt­lich um 15 Uhr erschienen die ersten Neugierigen, und eine Viertelstunde später konnte Frl. Samper mit ihren tüchtigen Helferinnen ihres Amtes walten: das Fest begann mit wohl 200 Kindern.

Die Jungmädels begrüßten Eltern und Kinder mit dem lustigen Gesang:Guten Tag auf diesem Fest". Unter den Klängen der Ziehharnwnika- Kapelle, die mit Begeisterung Frühlings- und Kinderlieber spielte, begann dann ein lustiger Umzug mit den Kindern,, der in einem Reigen ausklang. Schon war die Stimmung unter den Kindern da, und nun teilten sie sich in einzelne Gruppen und die reizend ausgedachten Kinderspiele konnten beginnen.

Da war zuerst der Kasperle im Kasperletheater. Er erklärte sich erst selbst noch für müde und un­ausgeschlafen, ober dann kam er in Fahrt, und es kam die Wechselwirkung zwischen Kasperle und seinem lustigen kleinen Publikum, und die Stim­mung von beiden schwoll immer höher an. Es gab dann nur ein einziges Bedauern, daß der Kasperle und seine Mitspieler auch wieder einmal aufhören wollten.

Aber es gab ja noch so viel anderes Schöne für die Kinder. Ein ganzer Berg von Würstchen war­tete darauf, von kleinen Mündchen weggeschnappt zu werden, und es war ein Riesenhallo, wenn so ein kleiner Mann oder ein kleines Mädelchen die Jungmädels, die immer wieder die Wurst in die Höhe zogen, überlisteten und sie doch wegschnappten. Der Stolz der Kleinsten, wenn sie das Würstchen ergattert hatten, war unbeschreiblich. Und wie das schmeckte wie wohl niemals das schönste Essen bei Mutti zu Hause.

Lautes Gelächter tönte auch von der Gruppe des Sacklaufens her, und die Freude, wenn ein Sieger einen Preis bekam, war groß. Durch KdF. waren entzückende kleine Preise gestiftet worden, Schoko­ladezigaretten, Schokoladetierchen, Eakes, Täfelchen aus Schokolade, Stangen zum Lutschen, Bonbons usw. Man hörte immer wieder, die lustige Stimme von Fräulein Samper: die Zigaretten für die Män­ner, worauf die Blicke der betroffenen Jungen noch etwas stolzer wurden.

Es bekam wohl jedes Kind einen Preis; bei so vielen Spielen konnte man gewinnen! Da wurde Tops geschlagen, und es war großer Jubel unter den, Zuschauern und Beteiligten, wenn die Aller- kleinsten selbst unter freundlicher Mithilfe der Jung- mädels immer wieder vorbeischlugen. Aber dann gelang es doch, den Topf zu treffen und oft kam ein schöner Schokolademaikäfer darunter heraus­gekrochen.

Ganz reizend waren auch die Sing- und Kreis­spiele, die die Jungmädels mit den Kindern spiel­ten. Von den hellen und vergnügten Stimmen der jungen Mädels wurden die Kleinen bald angesteckt, sie stimmten ein mit fröhlichem Gesang, und es drängte sich den Zuschauern der Gedanke aus: was müssen diese jungen Mädels einmal für gute Müt­ter werden, tue jetzt schon so gut mit den Kindern umgehen können und die in so jungen Jahren Ge­legenheit haben, praktisch sich darin üben zu dürfen.

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Den Abschluß und Höhepunkt des Festes bildete das MärchenspielSchneewittchen". Unbeschreiblich war das Interesse der Kinder. Das Mitleid mit der armen Königstochter, die nun sterben sollte, stand auf all den kleinen Gesichtchen geschrieben, und hef­tiges Aufatmen ging durch die Reihen, als der Jä­ger Schneewittchen verschonte. Die niedlichen Heinen Zwerge riefen auch helle Begeisterung hervor. Die Jungmädels brachten das Märchen aber auch mit einer großen Natürlichkeit und z. T. sehr beachtlichem schauspielerischen Talent zur Ausführung. Die Kö­nigin schien sich ganz in ihrem Element zu fühlen.

Mit dem Liedchen:Spiel ist aus, Tanz ist aus, heim wollen wir gehen", wurden die Kleinen ver­abschiedet. Sie schieden wohl mit großem Dank im Herzen für Veranstalter und Heiser dieses vergnüg­ten Festes. Die Zahl der Kinder war im Laufe des Festes wohl um das Doppelte gestiegen.

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Neu belebtes Volkstum und Brauchtum

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Volksfest gefeiert werden, denn der Tag solle im Zeichen der Freude stehen. Werde doch die Arbeit im deutschen Vaterland nicht mehr als ein Fluch angesehen, sondern als etwas Heiliges, denn sie schließe eine tiefe Befriedigung in sich. An den Volksfesten 311m 1. Mai solle auch die Jugend , teil- haben und dadurch hineinwachsen iu die Volks­gemeinschaft.

In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich Kreisleiter Backhaus in grundsätzlichen Worten mit den Unterschieden in der geistigen Haltung der Schaffenden in den Betrieben von einst und von heute. In wirkungsvollen Gegenüberstelluiigen schil­derte er die falschen Auffassungen von Wirtschaft, die Zwiespalte innerhalb der Betriebe, die Arbeitslosig­keit usw. in der Zeit vor der Machtergreifung, und stellte dem die überragenden Erfolge des Führers Adolf Hitler gegenüber, dem es gelungen sei, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen und einen neuen Geist auch in der Wirtschaft auf den Plan zu rufen. Er erinnerte ferner an die Schaffung des Großdeutschen Reiches, an die Wiedergewinnung der deutschen Ehre, der Freiheit und der Gleichberechtigung. Noch nie habe das deutsche Volk so froh und so glücklich

Die gemeinsame Arbeit des NSD.-Studentenbun- des Gießen und des ReichsamtesFeierabend­werk" der NSG.Kraft durch Freude" (Abteilung Volkstum und Brauchtum") wurde am Samstag in der Form eines Gemeinschaftsabends fortgesetzt. Auch diese Stunden waren wieder der praktischen Arbeit gewidmet, denn es galt, den Gießener Stu­dentinnen und Studenten, die der Sache des Volks­

tums und Brauchtums dienen wollen, möglichst um­fangreiche Kenntnisse darüber zu vermitteln, 1 * diese Arbeit geleistet werden kann.

Der Sonntagvormittag brachte dann im

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den i. Mai feiern können, Deshalb sei es ange­bracht, gerade in dieser Stunde der Vorsehung zu danken, daß sie uns im rechten Augenblick den Führer gesandt hat. Zu danken haben wir aber auch dem Führer, der sich Tag und Nacht einsetzt für die «pchicksals- gemeinschast des deutschen Volkes. Deshalb fei auch jetzt die Stunde, dem Führer zu versprechen, daß wir alles tun woll­ten, um die Einheit und die Stärke des deutschen Volkes mit aufbauen zu helfen, die Einheit und Stärke unseres Volkes dadurch zu garantieren, indem wir geschloffen hin­ter dem Führer stehen. Mit Worten, die das Deutschlandlied einleiten, schloß Kreisleiter Back­haus seine Ansprache. Die Ausführungen des Kreis­leiters wurden mit leb­haftem Beifall ausgenom­men.

Nach einer kurzen Schaltpause hörte man, dann mit gespannter Auf­merksamkeit die Ueber­tragung der Feier aus dem Berliner Lustgarten. Man scharte sich um die Lautsprecher, die in gleich­mäßigen Abständen aus- aeftetit waren und jedes Wort der Ansprachen ausgezeichnet Wiederga­ben. Mit großer Freude hörte man den Führer. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer, den Liedern der Nation und mit dem Abmarsch der Fahnen­gruppen und Formatio­nen wurde die Feier

dentenhaus am Leihgesterner Weg eine

Moroenfeier.

zu der sich Kreisleiter Backhaus, Landrat Dr. Lotz, Vertreter der Wehrmacht und andere Gäste eingefunben hatten. Musik und Gesang aller Teil­nehmer der Arbeitstagung leiteten die Feierstunde ein. Schon aus Musik und Liedern war zu erkennen, mit welchem Ernst die Arbeit um die Erneuerung und Belebung des deutschen Volkstums aufgesaßt wird.

Sodann hielt der Reichsreferent für Dorfkultur in der NSG.KdF.", Hirschfeld, eine 2111=

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In den Vormittagsstunden sammelten sich dann ; Überall auf den Straßen und auf den Plätzen die gaffenden Menschen unserer Stadt, scharten sich um die Fahne ihres Betriebes oder um Schilder, |ie die Aufschrift des Betriebes trugen. Gegen 10 i hr wurde in langen Kolonnen zum Trieb mar­schiert. Dabei wurde manches Lied gesungen. Man- ö.en größeren Kolonnen zogen Musikzüge voraus. Marschkolonne um Marschkolonne bewegte sich nach jem Trieb. Die Formationen der Bewegung be- 1 bien durch ihre Uniform das Straßenbild. Auf illen Gesichtern war die Freude über den Feiertag p lesen.

Als der Aufmarsch beendet war, bot sich auf dem trieb und vor der Volkshalle ein eindrucksvolles ß.ild. Der mit rotem Fahnentuch verkleidete Portal- t aft der Volkshalle, der mit den Zeichen der Ar- i Htsfront geschmückt war, bot sich schön und repra- ntabel dar. Die mit frischem Grün verkleideten Obrigen Flächen der Volkshalle nahmen sich eben- iills gut Su5 und boten einen glücklichen Hmter- crund für die aufmarschierten Formationen. Alle Formationen der Partei waren vertreten. Die Wehr­nacht hatte starke Ehrenabordnungen gestellt, das lstfizierskorps unseres Standortes nahm zahlreich til.

Kreisleiter Backhaus wurde die Meldung der fiormationen der Partei erstattet. Generalmajor E ü ß m a n n nahm die Meldung der Ehrenabord- rmngen der Wehrmacht entgegen.

Der Kreismusikzug der NSDAP. leitete die Feier cm. Die Werkscharmänner, die das Rednerpult um- nben, sangen ein Lied, und einer ihrer Kameraden rach in einem dichterisch beschwingten Vorspruch ton dem Ethos der Arbeit, wie es unsere Gegen- t.art geschaffen hat. Im Mittelpunkt der festlichen Litunde, die der Uebertragung der Feier aus dem berliner Lustgarten vorausging, stand eine An- s'rsche von

Kreisleiter Backhaus.

Er sprach einleitend von der Freude dieser gemein- cmen Feier unter dem schönen Maibaum, die niederum die Schaffenden der Stirn und der Faust » reinige. Er führte dann die Gedanken zurück in eine Zeit, in der die Schaffenden, insbesondere die rachaftenden der Hand, mit Mißtrauen den 1 Mai begingen, und stellte dem die Tatsache gegenüber, diiß dieses Mißtrauen geschwunden sei. Zwar, so »flhr der Redner fort, sei noch nicht alles erreicht, roas erstrebt werde, aber fest stehe doch, daß man auf dem besten Wege zur wahrhaften Betriebs- g meinschaft sei. Niemand werde bestreiten können, büß der unbändige Wille vorhanden fei, alles das ir die Tat umzufetzen, was der Nationalsozialismus as deutschen Sozialismus herausgestellt habe. Das t$fte solle in den Betrieben für unser deutsches Volk gKeiftet werden. In den meisten Betrieben fei fest- ;/stellen, daß man sich bemühe, die sozialen Ein- rchtungen auszubauen. Ein Leistungswettkamp iDischen den einzelnen Betrieben habe eingesetzt. Hber Betrieb sei bemüht, die besten Einrichtungen y schaffen. Ihre Anerkennung finde diese Schaf- Msfreudigkeit in Urkunden, die besonders solchen laetrieben verliehen werden, die sich in außerordent­licher Weise um das Wohl ihrer Gefolgschaften be= muhen. Während heute überall im Ausland die Lrbeiterfdjaft aufmarfchiere, um sich dort in klassen- k-mipferischen Demonstrationen für das internatio­nale Judentum zu zerfleischen, sei in Deutschland b'E breite Front aller Schaffenden in einer ge­flossenen Einheit unter dem Hakenkreuzbanner »meint in dem Willen, zu zeigen, daß wir alle Inreit seien, in der Werkstatt, im Büro und wo mir trimer stehen mögen, das Höchste für die Volks- p «neinschaft herzug-ben! Jrn Bewußtsein der Lei- jijng für die Volksgemeinschaft könne auch ein

Dornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

Stadttheater: 20 bis 22.30 UhrMeine Schwester und ich". Gloria-Palast (Seltersweg):Ein hoff­nungsloser Fall". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Seekadetten".

Stadttheater Gießen.

Heute abend findet eine Wiederholung des Lust­spielsMeine Schwester und ich" von R. Benatzky statt. Spielleitung Gert Buchheim, am Flügel Joachim Popelka. Die Vorstellung findet gleichzeitig als 30. Vorstellung der Dienstag-Miete statt. Ende 22.30 Uhr.

Einmaliges Gastspiel Carola höhn, Charlolt Dauderk im Stadttheater.

Das Stadttheater Gießen hat zu einem ein­maligen Gastspiel am Donnerstag, 4. Mai, die Berliner Film- und Bühnenschauspielerinnen Carola Hohn und Charlott Daudert verpflichtet. Zur Auf­führung gelangt das LustspielIntimitäten" von Noel Coward. Ferner wirken mit: Kurt Daebn, Hans Helfer und Erik Ode. Dieses Gastspiel findet außer Miete statt. Beginn 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr.

Heute Beginn des Maienblasens.

Am heutigen Dienstag, 2. 5., von 19 bis 20 Uhr, beginnt das bekannte Maienfpielen vom Turm der Johanneskirche. Vortragsfolge:Lobet den Herrn", Schäfers Sonntagslied",Der Mai ist gekommen".

spräche, in der er einen Weg wies, der entsprechend unserer deutschen und völkischen Eigenart zu einem Gottbewußtsein verhelfen kann. Der Redner stützte sich dabei auf Worte Karl Böhmes (um 1500) und des Meisters Ekkehart (um 1200), die ihr Gott- bewußtsein in klaren Sätzen niedergelegt hatten, die auch für unsere deutsche Gegenwart wegweisend fein können. Musik und feierlicher Gesang beschlossen die Feierstunde.

Volkstumsnachmitiag.

Arn Sonntaanachmittag fand dann vor zahlreichen Gästen eine Vorführung statt, in der nach kurzen Einleitungsworten gezeigt wurde, wie in Zukunft Gemeinschaftsoeranstaltungen aller Art durchgeführt werden können. In bewußter Abkehr von bisheri­gen Gepflogenheiten nach der Abwicklung des sogenannten offiziellen Teiles, beispielsweise eines Kameradschaftsabends, zu den Klängen einer Jazz­kapelle zu tanzen, oder einem von auswärts bestell­ten Künstler zuzuhören, wobei der einzelne mehr oder weniger unbeteiligt bleiben kann wurden hier die Besucher zu praktischer, Anteilnahme an Gesang und Tanz von Volksliedern und Volkstänzen gebracht.

Nach gesanglichen und musikalischen Darbietüngen der an der Arbeitstagung Beteiligten tanzte die Hüt- jfnberger Volkstumsgruppe unter Leitung von Georg. Heß einen ihrer kraftvollen und markigen Bauern­tänze in Hüttenberger Tracht, und unmittelbar dar­auf führten die Kursteilnehmer einen neuen Volks­tanz mit Gesang vor, der von allen Besuchern so­gleich mitgetanzt und mitgesungen wurde, zur sicht- iichen Freude aller Beteiligten.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags wechselten Musik, Gesang und Tanz in bunter Folge. Neben alten und neuen Volksliedern und Tänzen wurden insbesondere Volkstänze unserer deutschen Grenz­gaue im Osten getanzt, aus dem Sudetenland und von der deutsch-polnischen Grenze, und damit gezeigt, wel­chen Umfang und welche kulturpolitische Bedeutung die Arbeit des ReichsamtesFeierabend" hat in ihrem Bestreben, altes deutsches Volkstum und Brauchtum zu erhalten und zu pflegen, neue For­men volkstümlicher Geselligkeit zu entwickeln und mit deutscher Art und deutschem Sinn zu erfüllen.

Unsere Bilder zeigen: Oben: Kreisleiter Back- Balkon der J . -

haus während seiner Ansprache. Unten: Ein Neuner, Gießener Anzeiger.) Blick über die Kundgebung auf dem Trieb, vom -------