Aus Natur und Technik.
Gummi und Kautschuk.
Uralte Werkstoffe.
Im volkstümlichen Sprachgebrauch werden Gummi und Kautschuk ost willkürlich zusammengeworfen, obwohl beides festumgrenzte Begriffe sind. Jedoch sind diese Naturprodukte sich insofern ähnlich, als sie in allen ihren Abarten aus erstarrungsfähigen pflanzlichen Säften gewonnen werden, die man „Heilharze" nennen könnte, weil sie sich stets nur an Wundstellen bilden, um diese zu verschließen, vernarben und abheilen zu lassen. Da sie chemisch verschieden zusammengesetzt sind, haben sie auch unterschiedliche Verwendungsmöglichkeit in der menschlichen Wirtschaftstechnik.
Das Gummi hat seinen Namen vom altägyptischen „tarnt*, d. h. „Kleber". Somit erweist es sich als ein sehr alter Werkstoff. Das „Gummi arabicum" ist nämlich schon vor nachweislich 3700 Jahren im Nillande bei der Malerei benutzt worden; es wird von Mimosen, Akazien und Palmen gewonnen, kommt aus Afrika und Ostindien — nicht aus Arabien — sondern trägt seinen Namen nur deshalb, weil der arabische Handel es an die Mittelmeerküste brachte und in Europa einführte. Schon der altgriechische Arzt Hippokrates verwendet es in der Medizin als schleimlösend und hustenlindernd. Noch heute dient das Gummi nicht nur als Bindemittel bei Pillen und dergleichen Medikamenten; auch zum Festigen der Zündholzköpfe eignet es sich vortrefflich. Äm bekanntesten ist es als Klebemittel; aber auch zur Herstellung von Texttlienappretur und von Schreibtinte — es verhindert das Durchschlagen der Tinte durchs Papier — wird der exotische Werkstoff seit Jahrhunderten verwendet. Die neuzeitliche Chemie ersetzt den Pflanzenstvff durch verschiedene gleichwertige Kunststoffe.
Guttapercha weist sich schon durch seinen Namen als Gabe Süüostasiens aus. Das malaiische Wort „getha" heißt „Harz"; „percha" ist der Eigenname des erzeugenden Baumes. Der bei Rindenverletzung ausquellende Saft hat nach seiner Erstarrung Eigenschaften, die ihn in der Technik sehr begehrt machen. Guttapercha ist besonders widerstandsfähig gegen chemische Angriffe, hat zudem ein starkes Jsolationsvermögen und eignet sich deshalb besonders gut zur Abdichtung von Kobeln. Der Zahnarzt verwendet Guttapercha beispielsweise als Zahnkitt, und die chirurgische wie innere Medizin benutzen Guttaperchabandagen zu wasserdichten Verbänden.
Cahuchu ist der indianische Name für Kautschuk; er bedeutet „fließendes Holz" von „caa" = Holz, und „ochu" — tränen, tropfen, rinnen, und ist der Milchsaft vieler teils verwandter, teils einander ganz fernstehender Tropengewächse. Die älteste deutsche Bezeichnung für das verwertbare Erzeugnis dieser Vegetabilien, die meist Bäume oder Großsträucher sind, ist „Federharz". Noch in Adalbert Stifters Schriften werden Dinge aus Kautschuk so genannt. Es besteht gar kein Zweifel, daß der Kautschuk schon seit unzählbaren Jahrhunderten bei den Eingeborenen Amerikas gewonnen und verwertet wurde. Columbus sah bei seiner zweiten Amerikareise — 1492/93 — auf Haiti Eingeborene mit „Bällen aus elastischem Baumharz" spielen. Aehnliche Hinweise finden sich im Schrifttum des 16. Jahrhunderts bei Fernandez d'Oviedo y Valdez und bei Antonio Herrera y Tordesillas. Im besonderen erzählt um 1615 Juan de Torquemada, daß Indianer den Milchsaft gewisser Bäume gewannen und zur Herstellung wasserdichter Kleidung benutzten! Auch die spanischen Kolonialsoldaten bestrichen ihre Leinenmäntel mit solchem vegetabilen „Milchweiß", um einen Regenschutz bei den Wolkenbrüchen der Tropengegenden zu haben.
Der französische Gelehrte de la Condamine schickte 1735 die ersten Kautschukproben an die Pariser Akademie und berichtete über die Verwertungsmöglichkeit; der Werkstoff eigne sich dazu, Stoffe — ähnlich wie Wachstuch — zu schaffen, öie völlig wasserdicht seien. Ebenso habe er mitangesehen, wie die südamerikanischen Indios sich
Kleines Raubtier - aber nett!
Von Paul Eipper.
„2ch liebe Katzen", sagt der eine Tierfreund, — „unö mir sind sie gräßlich", entgegnet ein anderer, der nicht weniger von seiner „grundsätzlichen" Tier- liebe überzeugt ist, aber jedesmal von geradezu körperlichem Widerwillen erfüllt wird, wenn eine Katze lautlos an ihm vorbeihuscht. „Sie schleicht wie das personifizierte schlechte Gewissen, die mordlüsterne Bestie.
Woher kommt es nun, daß von allen Haustieren gerade die Katze am meisten schwankt in der Gunst des Menschen, obwohl ihr Nutzen und daher auch ihre Notwendigkeit ohne Zweifel sind für unsere Wirtschaft und für die Sicherheit unserer Ernährung? Genau wie die Aegypter vor vielen tausend Jahren schon für ihre Kornkammern die Falbkatze brauchten, den Urahn unserer Hauskatze, so haben auch wir nur e i n unfehlbares Mittel zur Be- kampsung von Ratten und Mäusen, nämlich eben die oielgehaßte, vielgeliebte Katze.
Sie gehört ganz gewiß zur Familie der Raub tiere; der Hund übrigens auch, denn seine Stammvater waren Wölfe und Schakale. Doch hierin — in berc.2Ir<!nl!irer Vorfahren — liegt auch schon der große Wesensunterschied von Katze und Hund: die wilden Ureltern des Hundes waren ebenso wie die Auerochsen, die Wildpferde, die Wildziegen und Wildschweine ausgesprochene Herdentiere, die in großen.Rudeln zusammenlebten, während die wilden Katzen Einzelgänger sind und nur zeitweise zu Paaren sich zusammenfinden.
Der Wildling eines Herdentieres mochte dem Men- schen die Zähmung und Domestizierung verhältnismäßig leicht; das Gemeinschaftsleben steckt ihm gewissermaßen im Blut und auch der Hang zur Anlehnung; die Katze ober, die wilde und die zahme hat an sich selbst genug und liebt mehr als alles andere diese ihre Selbständigkeit.
Ja, meine verehrten Tierfreunde, so leicht wie der Hund laßt sich die Katze und ihre Gunst nicht erobern; keineswegs fügt sie sich als Sklave unseren Launen. Wenn sie gegen ihren Willen verhätschelt und mit Zärtlichkeiten überschüttet wird, dann kratzt sie, beißt, um frei zu kommen aus unserer Um- armung, — das falsche Biest!
Wer aber den Grundcharokter der Katze achtet und ihre Persönlichkeit, wer zurückhaltend ist in den egoistischen Regungen seines Menschentums, der ent-
vollkommen wasserdichte Schuhe anfertigten, indem sie um ein Fußmodell aus harter Erde flüssiges Federharz gossen! Auf die gleiche Weise stellten sie „unzerbrechliche Flaschen" her, an denen sie Holzröhren befestigten, um daraus den Inhalt mittete Druck auf die Gummiwandung heroorzuspritzen. Diese Anregungen Condamines hatten — allmählich — die Folge, daß man auch m Europa Kautschuk einführte und verarbeitete. 1768 wurde die erste Gummiröhre angefertigt; sie diente chemischen Zwecken. Auch die Anfertigung von Schläuchen und Taucheranzügen aus Kautschuk empfahl bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts der Franzose Fresneau. 1772 entdeckte man die Fähigkeit des „Gummikautschuks", Bleistiftstriche fortzuwischen. 1801 ließ sich der Deutsche Ackermann in London das Verfahren der Herstellung regen- sicherer Kleidung patentieren; er nannte seine Erzeugnisse schon damals „Waterproofs". 1802 tränkte der englische Schuhmacher Ridley Stoffschuhe mit einer Kautschuklösung und machte sie durchaus wasserdicht. Don höchster Bedeutung wurde dann die Erfindung des Dulkanisierverfahrens durch Imprägnierung mit Schwefel und Erhitzung. Nun erst wurde die vielseitigste Erzeugung von Gebrauchsgegenständen aus Weich- und Hartgummi möglich. Der Amerikaner Goodyear —1839 —
deckt gerade am kleinen Raubtier Katze täglich neue Schönheiten, neue Freuden. Klug ist die Katze, sauber und treu! Jawohl, dieser Einzelgänger kann durchaus ein sehr anhängliches Familienmitglied werden, zärtlichkeitsbedürftig und mitteilsam. Ich weiß von Katzen, die ihren menschlichen Freund auf Schritt und Tritt begleiteten, auch über die Straße. Und ich möchte nie in meinem Leben die Beglückung entbehren, die mir das anmutige, kraftvoll geschmeidige Spiel der lieben jungen Kätzchen stets von neuem bereitet. — Viele Kotzen haben bis jetzt meine Häuslichkeit geteilt, der blaue Perserkater Jus- suf, das Mohrle und der Beppo, die wilde Tibetanerin, junge Siamesen, Hauskatzen und der „könig-- liche" Karthäuserkater Blauli. Wenn ich sie hier mit frohen Gedanken grüße, so bin ich dessen sicher, daß noch manche neuen Katzentiere hinzutreten werden. Ich bin Katzenfreund, mein Leben lang.
Technische Rundschau.
Von Joachim Hoefomer Neuartige G l a s k u n st.
Die Kunst der Glasbläser ist oft bewundert und selten nachgeahmt worden. Ihre Anwendung setzt nicht nur eine große Kenntnis aller Eigenschaften des Glases voraus, sondern verlangt auch ein hohes handwerkliches Können, das sich oft von Generation 3U Generation vererbt. Die eigentümlichen Glas- gebilöe der thüringischen Heimindustrie, die als Schmuckstücke oder Weihnachtsbaumbehang in aller Äclt bekannt sind, bilden ein Beispiel hierfür. Glas ist ober heute stärker als bisher für den Bau oller möglichen technischen Geräte herangezogen worden, noch bis vor kurzem Metalle verarbeitet wur- den. In besonders großem Umfange werden Glas- rohre hergestellt und für den Transport von Ge- nußmitteln wie Bier ober für chemische Betriebe verwendet. In manchen Betrieben sind heute Rohrleitungen aus Glos von mehr als 500 Meter Länge Mcn unter Drucken von mehreren Atmo pharen Besondere Fortschritte sind im Bau Don Verbindungsteilen zwischen einzelnen Rohr- ftucken erzielt worden. Wo man früher Gummi- Muffen verwendete, werden heute die Rohrenden kugelartig memandergeschliffen, so daß das durch die Rohrleitungen strömende Fördergut mit keinem Fremdstoff außer dem Glos in Berührung kommt. 2"s ein Meisterstück der deutschen Glastechnik kann
und der Engländer Hancock — 1843 — sind die Väter der Gummiindustrie als Großfabrikationsquelle. Hotte bald darauf — 1845 — der englische Fabrikant Thomson bereits luftgefüllte „Gummiringe" für Wagenräder angefertigt, so wählte Hancock 1856 Massivreifen aus Kautschuk zur Wagenbereifung. 1865 stattete erstmalig M. THeven o n in Lyon fein Fahrrad mit einem Vollgummireifen aus.
lieber die Bedeutung des Kautschuks in der neuzeitlichen Wirtschaft weiß jeder Bescheid; vom Operationshandschuh bis zum Kraftwagenschlauch gibt es unzählige Abstufungen des Gummwerbrauches. Deutschland geht heute in der Gummierzeugung neue Wege. Der deutsche Werkstoff Buna ist ein Erzeugnis, das den Naturkautschuk in vielen Eigenschaften übertrifft In diesem Jahre wird die deutsche Bunafabrikation in großem Umfange anlaufen. Damit wird Buna in fast allen Zweigen unserer Wirtschaft Verwendung finden, die umsomehr ein Material erhält, das allen Anforderungen an Widerstandskraft, Dauerhaftigkeit und Zerreißfestigkeit standhält. Sein besonderer Vorzug ist seine Widerstandskraft gegen zermürbende Oel- einflüsse, denen der natürliche Kautschuk nicht gewachsen war. Werner Lenz.
eine über 100 Meter lange Rohrschlange bezeichnet werden, die einen Windungsdurchmesser von einem Meter besitzt und eine lichte Weite von 50 Millimeter. Weitere Meisterstücke sind die großen bizarr geformten Glaskolben für Gleichrichter, die heute in großer Zahl in den Umspannwerken elektrischer Bahnen in Benutzung sind. Manche Hausfrau wird auch nicht wissen, daß der Jnnenbehälter ihres Heißwasserspeichers aus feuerfestem Glas besteht, ebenso wenig, daß für die Herstellung modischer Textilien mitunter Walzen aus Glas benutzt werden. Die Anwendung des Glases wird sich auch in Zukunft noch erheblich ausdehnen. Hierbei wird man zu berücksichtigen haben, daß die Eigenschaften von Gläsern durchaus verschieden gestaltet werden können. Werden doch beispielweise in einem der größten deutschen Glaswerke mehr als 200 Sondergläser angefertigt.
Wieviel Autos fahren über d i e Autobahn?
Im großdeutschen Raum sind zur Zeit 3000 Kilometer Reichsautobahn in Benutzung. Die längste geschlossene Strecke verläuft von Stettin über Berlin und München bis Salzburg. Ferner ist ein langes Stück von München über Stuttgart und Frankfurt bis beinahe Göttingen betriebsfertig. In der langen Verbindung Berlin—Hannover—Ruhrgebiet fehlt ebenfalls noch ein kurzes Stück zwischen Hannover und Bielefeld. Wenn in kurzer Zeit auch die Verbindung Köln—Frankfurt geschaffen sein wird, ist die Möglichkeit zu einer Dreiecksfahrt Berlin-Köln—München—Berlin gegeben. Mit der Fertigstellung der Autobahnen nimmt auch die Zahl der Kraftfqhrzeuge Deutschlands ständig zu. Unser Bestand an Kraftfahrzeugen hat sich in den letzten sechs Jahren mehr als verdoppelt und nähert sich heute der Viermillionengrenze. Für den wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Wert der Autobahnen sind die Verkehrsziffern der beste Beweis. Nach einer Zählung im letzten Herbst wurde der stärkste Lastkraftwagenverkehr auf der Autobahn Berlin- Hannover festgestellt. Der weitaus größte Personenverkehr wickelte sich jedoch auf der Bahn zwischen Essen und Köln ab. Schon um Pfingsten des vorigen Jahres wurden an einzelnen Stellen innerhalb von 24 Stunden 18 000 Kraftfahrzeuge gezählt. An einem Pfingstmontag durchfuhren die Autobahn Stuttgart—Ulm innerhalb einer Stunde über 2000 Fahrzeuge. Ebenfalls ist von Interesse, daß an einem Stichtag an 20 verschiedenen Autobahnstellen im Reich eine halbe Million Fahrzeuge über die Reichsautobahnen fuhren. Da andere Versuche er=
Ibcrung der Leutenot beigetragen, da die Fläche, dis heute Mann und Pferd im Kartoffelanbau mit dieser Maschine leisten können, weit größer ist als zu der Zeit, in der man sich mit rohen Bearbeitungsmethoden helfen mußte.
Der Landwirtschaft steht auch jetzt eine Maschinä zur Verfügung, die in einem Arbeitsgang mähen und dreschen kann: der Mäh-Dresch-Binder, ein vor allem leutesparender Erntehelfer für den intensiven Getreidebau, ist eine kombinierte Maschine, die bet zwei Mann Bedienung täglich im Durchschnitt 300 bis 350 Zentner Körner, sauber gedroschen, zweimal entbrannt und zweifach sortiert, in Säcke gefüllt, leistet. Auch eine Robot-Pflanzmaschine ist vorhanden, die je Stunde bis zu 12 000 Pflanzungen lefftet« Schnellere Kartoffel- und Rübenernte.
Die schnelle Bergung der Kartoffel- und Rüben» ernte — sie sind die wichtigste Grundlage für unsere Ernährung — ist von der Landmaschinentechnik auf verschiedene Weise ermöglicht worden. Man hat Maschinen mit einfacher Arbeitsweise, aber in solider Konstruktion geschaffen, deren Preis unter 200 Mark liegt. Einer dieser Kartoffelroder läßt sich in kürzester Zeit zu einer Rübenerntemaschine umbauen. Zwei neue für die Rübenernte entwickelte Maschinen erfordern gegenüber dem Handroden einen Arbeitsaufwand von nur 30 v. H.
Mit diesem Ueberblick haben wir vor allem die Entwicklungsrichtlinien aufgezeigt und in aller Kürz« die Geräte beschrieben, die zur Zeit für die Land» wirtschaft als die wichtigsten erscheinen. Daß daneben auch auf allen anderen Gebieten noch zahlreiche Neuheiten und Verbesserungen vorhanden sind, versteht sich am Rande. Sortier-, Verlese- und Verlademaschinen, Doppelmaisentkörner und Maisdrescher — sie erinnern daran, daß Deutschland binnen wenigen Jahren ein großes Maisland aewor- den ist —, Trocknungsmaschinen für die Massenher»
Uniformen in feinster Maß-Anfertigung für Heer\ Luftwaffe\ Marine, Förster, Arbeitsdienst.
Vollständige Offiziers-A usrüstungen
Krevert & Sohn
ftellung von eiweißhaltigem Dauersutter aus Grünpflanzen, Viehfutterdämpfer und Dampferzeuger, Aufbereitungsmaschinen, Düngerstreuer, Dreschmaschinen, Wagen und Fördermittel, Pumpen und Mo- tore — alles das war beispielsweise auf der letzten „Grünen Woche" zu sehen und zeigt, wie sehr heute die Landtechnik befleißigt ist, den fehlenden Menschen zu ersetzen und dem auf dem Lande arbeitenden Menschen das Leben angenehmer zu gestalten.
Gustav Landrat.
Ein 14jähriger Meteorologe.
Zum Mitglied der Englischen Meteorologischen Gesellschaft ist ein 14jähriger Knabe namens Roger Kade ernannt worden, der eine höhere Schule in Southsea besucht. Der ungewöhnliche Fall hat in der Oeffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregt. Schon vor einiger Zeit hat der junge Roger Beobachtungen über gewisse atmosphärische Erscheinungen gemacht und darüber der Gesellschaft berichtet, die seine Mitteilungen für so bemerkenswert hielt, daß sie ihn ermutigte, seine Untersuchungen fortzusetzen. Der Schüler schickte nunmehr einen zweiten Bericht, und da er durch die schmeichelhaften Kritiken der Gesellschaft kühn gemacht war, bat er um die Aufnahme ate Mitglied. Der Vorstand der Meteorologischen Gesellschaft stimmte, ohne nach dem Alter und den Lebensumständen des Jungen zu fragen, mit Mehrheit für die Aufnahme und lud das neue Mitglied ein, seinen Sitz in der Gesellschaft einzunehmen. Man kann sich die Ueberraschung der Professoren denken, als sie jetzt entdeckten, daß sie einen 14jäh- rigen Schüler in ihre Reihen ausgenommen hatten? Aber da es nun einmal geschehen war, blieb es bei der Entscheidung. Besonders belustigt aber ist man über die Geschichte, weil der Schüler Roger in seiner Klasse nach dem Urteil seiner Lehrer durchaus nicht als Leuchte gilt. B.
geben haben, daß die Benutzung der Reichsauto- bahnen nicht nur das Wagenmaterial schont, sondern auch erhebliche Einsparungen an Brennstoff mit sich bringt, kann niemand den verkehrswirt- schaftlichen Wert der Straßen des Führers in 216= rede stellen. Weitere Entlastungen wird der beutfd)e Kraftverkehr mit dem fortschreitenden Ausbau der Autobahnen erzielen, die sich in naher Zukunft auch durch die Ostmark und das Sudetenland ziehen werden.
Die Reichspost spart Bindfaden.
Im Streben, Roh-, und Werkstoffe einzusparen, steht die Reichspost mit ihren Riesenbetrieben in vorderster Linie. Nur wenigen wird bekannt sein, daß die Reichspost einer der größten Bindfadenverbraucher ist. Hierbei sind nicht die Bindfadenmengen, die die Pakete umschnüren, gemeint, sondern die Fäden, die zum Verschnüren Der Briefbeutel benötigt werden. Die Postsäcke, die nicht besonders plombiert werden müssen, haben neuartige Dauerverschlüsse bekommen, sogenannte Beutelschließen, die den Bindfaden überflüssig machen. Wo dennoch Bindfaden verwendet werden muß, spart man dadurch, daß die Schnüre mehrere hundert Male für das Zubinden von Postbeuteln benutzt werden. Auf diese Weise werden bei Der Reichspost jährlich bis 200 Tonnen Bindfaden eingespart. Früher belief sich der tägliche Bedarf an Bindfaden bei der Reichspost auf etwa 700 Kilogramm.
Auch auf anderen Gebieten ist die Sparsamkeit der Reichspost mustergültig. Wurden früher die Plomben für Briefbeutel aus Blei gefertigt, so findet heute das devisenfreie Aluminiumsiegel Verwendung. Ebenso benutzt die Reichspost beim Bau von Fernmeldekabeln in großem Umfange Aluminum. Durch Vereinfachung Der Fabrikation und eine ziel- bewußte Materialverwendung lassen sich auf diese Weise allein im Kabelbau bei der Reichspost jährlich 1800 Tonnen Kupfer einsparen. Wo sich sonst Metalle durch Preß-Stoffe austauschen lassen, wo an Stelle von Seide und Baumwolle für die Umspinnung von Drähten Zellwolle und synthetischer Gummi angewendet werden kann, macht Die Reichspost von diesen Einsparungsmöglichkeiten weitgehenden Gebrauch. Gleichzeitig erhöht sie durch Vervollkommnung ihrer technischen Anlagen die Leistungen der Briefbeförderung, der Fernsprechleitungen und d» weitgestreckten Kabel, die für die Uebertragung von Rundfunksendungen, für Das Fernsehen und für Das Fernschreiben benötigt werden.
Die Technik auf dem Lande.
Oer Bauernschlepper revolutioniert die Landtvirtschast. Das Vielfachgerät — Mechanisierung der Kartoffel- und Rübenernte.
Die Technik in Der Landwirtschaft hat schon immer hohe Aufgaben zu erfüllen gehabt; jetzt aber, wo es Darum geht, die landwirtschaftliche Erzeugung immer meiter zu steigern und zugleich auch wirtschaftlicher zu gestalten, hat sie ganz besondere Aufgaben zu bewältigen. Neben Der Ersetzung Der menschlichen Arbeitskraft durch tierische oder motorische Kraft fällt der Landtechnik heute auch Die wichtige Aufgabe zu, Durch angenehmere und schönere Gestaltung Des Lebens auf dem Lande die Landflucht mit all ihren schwierigen Folgen für Volk und Staat mit eindärn- men zu Helsen.
Intensivierung gleich Mehrarbeit.
Es ist heute eine anerkannte Erkenntnis, daß eine Intensivierung unserer Landwirtschaft nur Dann möglich sein wird, wenn die Fläche Des Hackfruchtbaues vergrößert und der Zwischenfruchtbau in möglichst allen Betrieben eingeführt wird. Intensivierung aber bedeutet in jedem Fall Mehrarbeit, für Die jedoch heute auf dem Lande menschliche Kräfte nur noch in sehr beschränkter Anzahl 0Tir Verfügung stehen. Diese Leutenot auf Dem Lande zu überwinden — das ist mit die hauptsächlichste Ausgabe, Die der Landmaschinenindustrie heute zufällt. Ueberall dort, wo die Maschine arbeiten kann, muß sie den Menschen ersetzen. Sie muß jede Arbeit übernehmen, die sie besser verrichten kann als der Mensch oder für die wir keine Menschen mehr zur Verfügung haben.
Natürlich spielt in Deutschland Die Mechanisierung der unzähligen kleinen und mittleren Betriebe eine ausschlaggebende Rolle, Denn für Den Erfolg in Der Ernährungsschlacht kommt es gerade auf Die gesteigerte Leistung von Hunderttausenden kleineren Betrieben an, die noch bis heute maschinenarm arbeiten. Die „bäuerliche Maschine" aber, die Maschine kleinerer Leistung also. Die auch im kleinen Betrieb wirtschaftlich eingesetzt werden kann, konnte aber erst geschaffen werden, als eine geeignete unabhängige Äntriebsmaschine vorhanden war, Die auch Der kleine Bauer auf dem Acker und auf Der Straße als Zugmaschine und auf Dem Bauernhof als Antrieb für die verschiedensten Geräte und Apparate benutzen kann. Diese Maschine, Die im Ausland als Ein- Mann-Traktor, bei uns als Klein- ober Bauernschlepper bezeichnet wird, ist jetzt vorhanden: ein kleiner Schlepper mit Dieselmotor von 10 bis 20 PS Leistung.
Bruch mit alten Methoden.
Dieser Bauernschlepper wird geradezu eine Revolutionierung für Die kleinere und muttere Landwirtschaft bedeuten. Deutschland wird in Den nächs.^.i Jahren rund 400 000 Bauernhöfe mit diesen Bauern- schleppern ausrüften; schon jetzt sind große Fabriken auf Die Erzeugung von Bauernschleppern eingestellt worden. Die in absehbarer Zeit im Großreihenbau täglich Hunderte von Bauernschleppern herstellen werden.
Der nächste Schritt war Dann Die Schaffung von Arbeitsmaschinen, Die im Anschluß an Den Bauern - schlepper arbeiten. Dabei muß man sich stets vor Augen halten, daß Die Einführung eines Bauern- schleppers auf dem Bauernhof weitgehend Den Bruch mit Arbeitsmethoden bedeutet, Die früher für Den tierischen Zug, also für Den Antrieb Der Arbeitsmaschinen durch Pferd ober Kuh, entwickelt worben sind und sich jahrhundertelang behaupten konnten.
Eine Der wichtigsten Neuerungen ist die Uebertragung Des in Den letzten zehn Jahren am Großschlepper entwickelten Zapfwellenantriebs auf Den Bauernschlepper. Die Vorteile des Zapfwellenantriebs sind u. a. gleichmäßiger Schnitt bei verschiedener Fahr ge schwindigkeit, was gesteigerte Qualität und größere Mengenleiftung bedeutet sowie geringerer Kraftbedarf.
Viele Arbeiten mit einem Gerät.
Der Kleinschlepperpflug, mit dem man ganz bestimmte Ziele (leichte Bedienbarkeit und Ausrüstung mit Zusatzteilen) erreichen wollte, ist eine Universalmaschine, Da man mit ihm eine ganze Reihe von Arbeiten verrichten kann. Er fällt damit schon in Die Kategorie Der Vielfachgeräte, Der Geräte also, die eine weitgehende Verwendungsmöglichkeit besitzen. So können mit einem als „Wiesel" bezeichneten Hack- und Pflegegerät alle Hack- und Pflegearbeiten für Die Kartoffel- und Rübenkultur ver- richtet werden: es ist gleichzeitig Rübenhackgerät, Pflanzlochgerät, Zudeckgerät, Hackgerät und Haufel- gerät. Es gibt Geräte, die sich auf dem Feld von März dis Juni ununterbochen benutzen lassen: zum Kartoffelpflanzlochen, zum flachen Zustreichen der Saatkartoffel, zum Hochhäufeln spitzer Kartoffeldämme, zum Behacken und Igeln der Kartoffelpflanzen und als Hackmaschine für Rüben, Mais, Raps und andere Hackfrüchte. Gerade Dieses Vielfachgerät im Kartoffelbau hat heute schon wesentlich zur Lin-


