Er. 78 viettez Blaff
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
f./2. April 1959
„Stiefmütter" im Hühnerhof.
Ein Besuch in einer BermehrungSzucht des Reichsnährstandes.
3.
Ein Kücken, wenige Stunden alt, guckt keck in die Welt!
Seit, uralten Zeiten geht die Aufzucht im Hühnerhof so vor sich, daß man in den Frühjahrsmonaten wartet, bis eine H^nne „gluckt", also brütig wird. Man setzt das Tier dann in ein Nest mit 10 bis 14 Eiern, die man vorher für diesen Zweck gesammelt hat, und wartet ab, ob es auch wirklich mit dem Brüten beginnt. Das ist nicht immer der Fall, manche Hennen verlassen das Nest auch wieder, und die heutigen auf hohe Eierleistung gezüchteten Nassen sind nicht gerade sehr brutfreudig. Dann ist guter Rat teuer, eine Ersatzglucke ist nicht immer zur Hand, nicht selten gehen die schon angebrüteten Eier verloren. Diese „natürliche" Aufzucht macht auch viel Arbeit, die Kücken fallen zu sehr verschiedenen Zeiten und meist zu spät an, erst im Mai, Juni oder noch später; es gelingt dann nicht mehr, die Iunghennen vor Winter zum Legen zu bekom
men, womit aber die Wirtschaftlichkeit der ganzen Hühnerhaltung in Frage gestellt wird
Heute geht man deshalb mehr und mehr zu neuen Methoden über, es handelt sich um die „künstliche" Auszucht, die aber diesen Namen nicht so recht verdient, man hat das Verfahren sehr genau der großen Lehrmeisterin Natur abgelauscht Um uns näher darüber zu unterrichten, haben wir einmal einem Bauernhof mit einer Hühnerhaltung, die den heutigen neuzeitlichen Anforderungen entspricht, einen Besuch abgestattet Wir kommen gerade zur richtigen Zeit. Jetzt in den Frühjahrsmonaten ist Hochbetrieb im Hühnerhof Nicht nur die Bäuerin und eine Magd sind in voller Tätigkeit, wir finden dort auch eine geprüfte Geflügelzüchterin, ist doch der Betrieb als Hühnervermehrungszucht durch den Reichsnährstand anerkannt, da lohnt es schon, eine Spezialkraft zu halten
Wir werden in den Keller geführt, um zunächst die riesigen Brutschränke zu besichtigen 1000 bis 1500 Eier werden hier zur gleichen Zeit ausgebrütet, und zwar elektrisch. Mit komplizierten Meßeinrichtungen ist so ein Brutapparat versehen. Die richtige Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit ist abzulesen, die Eier können sogar automatisch gedrehk werden, was von Zeit zu Zeit nötig ist. Sogar eine Alarmanlage gibt es, die durch Mark und Bein dringt und automatisch in Tätigkeit tritt, wenn die Temperatur auch nur um ein Grad steigt oder fällt. 21 Tage dauert die Brut, dann schlüpfen die Kücken Vorher, am 7 Tage, werden die Eier einzeln kontrolliert, um festzustellen, ob sie überhaupt befruchtet sind; alles Ungeeignete wird bereits dann ausgeschieden.
Glück muß man haben, heute ist gerade Schlupf- tag!
Wir sehen zu, wie die jungen Kücken die Eischale aufpicken und sich bemühen, die Hülle abzu- streifen. Es dauert nicht lange! Zum Abtrocknen werden die Tierchen in einen Trockenschrank gesetzt und dann — doch nun müssen wir schon die Geflügelzuchtgehilfin erzählen lassen:
„Wir brauchen natürlich nur einen ganz kleinen Teil der erbrüteten Kücken in unserem eigenen Betrieb. Die übrigen werden jetzt gleich in Pappkästchen verpackt und als Eintagskücken verschickt. 48 Stunden können die kleinen Wesen ohne Futter aushalten, diese Zeit genügt, um sie an ihren Bestimmungsort zu bringen. Verluste kommen so gut 'rote gar nicht vor."
Wer sind nun die Käufer?
„Bauern und Landwirte, die sich die Vorteile der neuzeitlichen Aufzucht zu Nutze machen wollen, sie beziehen ihren ganzen Nachzuchtbedarf auf einmal unb sind auf diese Weise von den Glucken unabhängig. Der Staat gibt sogar einen Zuschuß für das Eintagskücken, wodurch noch ein gewisser Anreiz besteht. Die Nachfrage ist groß, die Vermehrungsbetrtebe sind immer für viele Bruten im voraus ausverkauft."
Inzwischen sind die Kücken verpackt worden, gleich geht es zur Post, die den weiteren Transport übernimmt. Wir wollen nun natürlich wissen, was die Empfänger mit den Tierchen an fangen und wie die weitere Aufzucht vor sich geht,
Ein großer Brutapparat, in dem Hunderte von Eiern ausgebrütet werden. (Aufnahmen j5j: Landwirtschaftlicher Bilderdienst.)
da die Tierchen doch keine Mutter haben. „Das kann ich Ihnen ganz genau bei uns zeigen", sagt die Geflügelzuchtgehilfin, „wir haben vor einigen Tagen einen Schlupf in unsere Aufzuchthäuser gebracht."
Dorthin begeben wir uns jetzt, vorher wollen wir aber noch einen Blick in die Stallungen tun, in denen sich die Legeherde, die die Bruteier liefert, befindet. Mehrere hundert prachtvolle weiße Tiere mit feuerroten Kämmen sehen wir hier, es find weiße Leghorn, eine Rasse, die aus Amerika zu uns gekommen ist und heute bei uns die größte Verbreitung gefunden hat Inmitten der Hennen sehen mir die Herren des Hühnerhofes, die Hähne, stolze Gestal-
Nach 21 Tagen schlüpfen die Kücken, picken ein Loch in die Schale und arbeiten sich heraus.
ten, denen man ihre Be
deutung von weitem ansieht. Es sind Herdbuchhähne, die über einen langen Stammbaum verfügen, deshalb sind sie auch nicht billig, 150 bis 300 Mark kostet so ein Tier. Nur von ganz erstklassigen Tieren dürfen Bruteier bzw Eintagskücken verkauft werden, es kommt ja nicht nur darauf an, überhaupt Nachzucht zu liefern, die Tier sollen später auch hohe Eierleistungen auf- weisen
Doch nun zu den Kücken! UeberaÜ im Auslauf verteilt sehen wir kleine Ställe, aus Holz oder Leichtbauplatten gebaut, vorn ein großes Fenster, daneben eine Tür. Innen sind die Ställe in zwei Teile zerteilt, in einen Warmraum mit der künst-
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Kückenhäuser mit großen Ausläufen.
lichen Glucke, der Stiefmutter, und in einen Kaltraum, in dem sich die Tiere tagsüber aufhalten, sofern sie nicht bei gutem Wetter sich im Freien befinden.
Die „Stiefmutter" interessiert uns natürlich am meisten. Dicht umlagert ist sie von den kleinen Kücken, die erst vor wenigen Tagen aus dem Brutschrank hierher gekommen sind. Sie kennen ihre Pflegerin schon, kommen zutraulich herbei, ein paar Hände voll Grützfutter in die Tröge — ausnahmsweise einmal außerhalb der normalen Futterzeit —, und schon Ijebt ein tüchtiges Schmausen an. Ab und zu werden einmal ein paar Schnäbel voll Magermilch genommen, die sich in einer Tränke befindet.
Inzwischen schauen wir uns die Glucke an, es handelt sich um eine sogenannte Grudeglucke, die mit Grudekoks geheizt wird. Dieses Brennmaterial ist nicht teuer, eine gleichmäßige Wärme ist so
gesichert. Mehrere hundert Kücken werden in diesen Häuschen großgezogen, völlig getrennt von den Alttieren, mit eigenen Ausläufen, um die Uebertragung von Krankheiten zu verhüten.
,^Jn ähnlicher Weife ziehen die Käufer unserer Eintagskücken ihre zukünftigen Hennen auf", erklärt unsere Geflügelzüchterin weiter, „es gibt größere und kleinere Aufzuchthäuser Für ganz kleine Betriebe haben sich die Kückenheime gut bewährt, die leicht transportabel sind und einfach in die Ausläufe, in den Garten o. dgl. gesetzt werden, sie sind leicht selbst herzustellen. Auch hier gibt es Zuschüsse für Stallbaufen."
90 Eier ist der Reichsdurchschnitt je Huhn und Jahr. Gut geleitete Betriebe können mit Leichtigkeit 120 bis 130 Eier erzielen. 150, 175, 200 Eier liefern die besten Hennen. Hier sind also noch gewaltige Möglichkeiten, die neuzeitliche künstliche Aufzucht trägt mit dazu bei, die deutsche Hühnerhaltung zu verbessern, damit wir in hoffentlich nicht allzu langer Zeit unseren Eierbedarf aus eigener Erzeugung decken können.
Diplomlandwirt Dr W Eng-elbarf.
Erst wenige Tage alt — und schon tummeln sie sich im Freien!
Jas Möchm MO.
lioman von Walther kloepffer.
Copyright by Carl Tluncker Verlag,BerlinWss
35 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Der? Der ist nun mal so. Meinen Sie, der bleibt im warmen Bett, wenn es sich um seine Fabrik handelt? Und Furcht kennt der nicht. Die Einbrecher sind so gegen zwei Uhr gekommen, und zwar durch ein Gangfenster. Scheibe eingedrückt, Strickleiter, Diebslaterne, Schlüsselbund, genau wie in einem Kriminalroman. Raffinierte Burschen! Die Drähte zum elektrischen Alarmapparat haben sie vorher durchschnitten. Dann haben sie sich über Hegemanns Geldschrank hergemacht, das gute Stück. Wie sie ihn mit dem Schweißapparat gerade ruinieren wollten, haben wir Ernst gemacht. Hände hoch! und so. Plötzlich saust ein Stemmeisen durch die Luft und Hegemann an den Kopf. Dann war ein großer Saustall. Schließlich sind die Kerle durch und die Polizei hinterher, während ich mich um den Chef gekümmert habe. Der eine von den Einbrechern hat ein paarmal geschossen und einen Polizisten in den Oberschenkel getroffen, worauf die anderen auch nicht gefackelt haben. Und nun — das habe ich noch gar nicht erzählt — liegt der eine Kerl drüben in Schuppen 4, maustot, und der andere ist entkommen. Sie müssen ihn ansehen, damit wir wissen, ob das nun der Gaidl ist oder der andere. Wir schwenken nun hier gleich ab, wenn es Ihnen recht ist."
Materialschuppen 4. Alte Kisten, leere Fässer, ein Stapel Holzwolle. Mehr war bei Giesekes trüb brennender Taschenlampe nicht zu erkennen. Als der Hausmeister endlich den Lichtschalter gefunden hatte, lag der nach vorn offene Raum plötzlich in gleißender Tageshelle da. Längs der einen Seitenwand hatte man die Leiche auf den Boden gebettet.
„Das ist der Gaidl, der Mann aus Seesham", sagte Holl rasch. Er bückte sich und öffnete die Kleidung des Toten. „Sehen Sie, da hat ihn die Kugel getroffen. Oberhalb des Herzens. Gerade in den Aortenbogen. Er hat sich nach innen verblutet. Was ist denn da?"
Holl zog ein in braunes Papier geschlagenes Päckchen aus der Rocktasche Gaidls und machte es neugierig auf. Eine kleine Flasche mit wasserhellem Inhalt und ein getrocknetes Tierfellchen kamen zum Vorschein. Holl zog den Kork aus dem Fläschchen und roch daran. Kenne ich nicht, dachte er; aber es hat dem Geruch nach Aehnlichkeit mit Wasserstoff
superoxyd. „Was hat denn das Zeug zu bedeuten? fragte er Giefeke.
,Seine Ahnung! Vielleicht gehört es zum Handwerk dieser Burschen. Ist auch egal. Stecken Sie es wieder zurück. Man soll nichts anrühren, solange die Kommission nicht da mar."
„Ich verbreche mir schon die ganze Zeit her den Kopf, was Herr von Tinser mit diesem Gesellen zu schaffen hat. Haben Sie Ihre Tochter inzwischen gefragt?"
„Ja, aber sie scheint auch nicht viel zu wissen. Sie sagte, Tinser habe ihr gelegentlich erzählt, er habe kürzlich einen früheren Bekannten getroffen, einen stellungslosen Wiener, auf den er aus irgendeinem Grunde nicht gut zu sprechen war. Sie glaubte, daß Tinser von dem nach einem vora^- gegangenen Streit niedergeschlagen worden sei. Ich wurde nicht recht klug aus ihren Reden. Das Mädel ist ja völlig durcheinander. Bei der Gelegenheit möchte ich erwähnen: der Herr von Tinser hat meiner Tochter einen Heiratsantrag gemacht, bevor die Geschichte passiert ist." Gieseke hielt diese Erklärung für sehr nötig. Die Leute sollen nur wissen, daß es sich bei seiner Paula und dem Baron um ein ehrbares Verhältnis handelte. „Bis man den Kranken selbst fragen kann, wird es ja noch gute Weile haben. So ein armer Mensch! Sie können sich nicht vorstellen, wie nett und zwanglos er zu uns war. Er und meine Paula dauern mich schrecklich. Wir sind rechte Unglückswürmer alle drei", jammerte der alte Mann.
Holl betrachtete sinnend den Toten.
Wenn Tinser Paula gegenüber ehrliche Absichten hatte, was immerhin ein wenig merkwürdig war, dann konnte sein Verhältnis zu Maxie Hegemann nicht sehr tiefgehend gewesen sein. Einerlei! Jener Abschiedsbrief Maxies wurde durch keine Erwägung aus der Welt geschafft. Wie sich das Mädel vorhin benommen hatte! Einfach zum Schießen. Die hatte allen Anlaß, so von oben herab zu tun. Holl gönnte ihr diese Blamage mit Tinser gründlich. Was den feinen Herrn aus Wien betraf, so würde man ja noch erfahren, welche Fäden zwischen ihm und dem Einbrecher Gaidl sich spannen.
„Kommen Sie, ich drehe das Licht ab. Wir wollen noch eine Handvoll Schlaf nehmen", drängte Gieseke. Sie verließen den Schuppen. Es war morgens vier Uhr.
Professor Brettschneider marschierte mit steifen Altmännerschritten den Korridor des Krankenhauses entlang zum Chefzimmer. Die runde Emailleuhr an der Wand hatte ihre Zeiger auf acht. Das Fräulein vom Aufnahmebüro, ein wenig zu blond und zu lebensfreudig für ein fo ernstes Haus, stellte ihn unterwegs mit munterer Reder
„Haben der Herr Professor schon von dem schrecklichen Vorfall gehört? Aber das ist ja ..."
„Gewiß, gewiß, Fräulein Müller! Sie haben recht, das geht ein bißchen über das Bohnenlied. Erst dieser Ueberfall, dann Einbruch und Totschlagsversuch. Mein armer Freund Hegemann! Zeiten sind das, Zeiten! Rufen Sie mir bitte Doktor Holl, Fräulein Müller", erwiderte der alte Herr und streichelte seinen Rübezahlbart, den er wie einen kostbaren Polarfuchspelz pflegte.
Fräulein Müller ging Dr. Holl suchen. Der arme Professor war von Samstag auf Sonntag bei einer Nichte in Traunstein gewesen, war früh drei Uhr von einer stotternden Schwester aus dem besten Schlaf geflingert worden, hatte reichlich verworrenes Zeug von Polizei, Einbruch und Mördern anhören müssen, hatte sich schlaftrunken zu alsbaldiger Abfahrt und Einpacken enffchlossen, um eine Stunde später ein neuerliches Telefonat, diesmal von Gieseke, entgegenzunehmen, in dem sein Kommen für unnötig erklärt wurde. Brettschneider war stundenlang in wilden Gewissenszweifeln. Schließlich siegte sein stark ausgeprägtes Pflichtgefühl, und er fuhr. Wenn das Werk in Gefahr war, hatte ein Mann wie er auf dem Posten zu sein und nicht Forellen zu angeln. Am Hauptbahnhof war er in eine Taxe geklettert, und nun war er da und wollte endlich aus berufenem Munde Einzelheiten vernehmen.
Fräulein Müller traf Holl auf seinem Zimmer, in dem krasse Unordnung herrschte. Anzüge lagen herum, Hosenspanner, Hemden, Bücher. Das ganze sah nach Budenzauber aus oder nach Flucht.
„Was machen Sie denn da?" fragte sie niegierig. „Ausmiften!" sagte er verlegen.
„Sie sollen zum Chef, Herr Doktor. Es handelt sich um die Sache von heute nacht."
„Ich komme. Es ist gut."
Dr. Holl verließ kurz nach Fräulein Müller das ungastliche Zimmer und versperrte die .Tür. Auf dem Gang traf er Kistenmacher, der aus dem Röntgenzimmer kam.
„Armer Kerl, haben sie dich heute morgen herausgeholt? Ich war' leider nicht zu erreichen. Du brauchst bloß einmal zum Tempel hinaus, und schon geht ein Gaudi los. Hast du dir das mit der Spritze jetzt aus dem Kopf geschlagen?"
„Jawohl, mein Freund! Ich habe sie nämlich bereits hinter mir. Selbst ist der Mann!"
„Du hast dir... ?"
„Ja, ich habe mir. Mein Verfahren funktioniert. Später mehr. Ich muß zum Professor. Entschuldige!" Holl ließ Dr. Kistenmacher stehen, der ihm mit nicht sehr geistreichem Gesicht nachstarrte.
Brettschneider empfing Holl mit einem Händedruck und erkundigte sich vor allem nach Hegemanns Befinden. Holl erwiderter
„Es geht ihm gut, soviel ich weiß. Ich selbst war seither noch nicht drüben. Die Schläfenader war durch. Großer Blutverlust, aber jetzt keine Gefahr mehr. Ich habe genäht und eine Mitra angelegt. Wenn die Geschichte nicht zu buttern anfängt, kann der Verband acht Tage liegenbleiben."
„Ich will nachher einen Anstandsbesuch in der Villa machen, Herr Kollege. Die Weiterbehandlung bleibt selbstverständlich in Ihren Händen."
Holl zupfte nervös an feinem Schlips herum und sagte zögernd:
„Herr Professor, können Sie mir eine Halbs Stunde für eine persönliche Angelegenheit opfern?"
„Bitte! Ich stehe zu Ihrer Verfügung." Er betrachtete feinen jüngsten Mitarbeiter mit Wohlwollen durch die altmodische Brille.
„Herr Professor, ich habe eine Methode ausge« arbeitet, mit der man Blut längere Zeit umxc* änbert konservieren kann", sagte Holl. Hochttabends Worte und Pathos' lagen ihm nicht.
„Was haben Sie?"
„Es ist mir gelungen, jenen Wirkstoff zu entdecken, der die Selbstzersetzung des Blutes verhindert. Ich habe ihn vorläufig Antikörper T getauft. Ich habe im Labor meine Aufzeichnungen und das Versuchsmaterial bereitgelegt, an Hand deren ich den ganzen Hergang am besten erläutern kann. Wollen Sie so freundlich sein?"
Brettschneider kniff die Lider halb zu und dachtü flüchtig: Treibt der Schindluder mit mir? Ich kenne ihn doch sonst als zuverlässig. Nein, der macht mir nicht den Eindruck, als ob er spaßt. „Schön, sehen wir uns das mal an!" stimmte er sachlich bei. Ein alter Laborhase, der sich mit „Entdeckungen" aus* kannte, geriet nicht so leicht aus dein Häuschen.
Die beiden schritten schweigsam durch die (Sänge, Ein alter, bewährter Arzt, dem die Wissenschaft manchen Lichtblitz verdankte, und ein junger, unbei währier, der eben erst startete. Durch die hohen Lo- borfenfter brachen Fluten von Helligkeit und nahmen den Dingen ihre Geheimnisse. Schwefel war Schwefel und Brom war Brom. Nichts von Alchimisten-- küche und wunderlicher Entrückung. Ein modernes Labour war eine grundreelle Sache. Brettschneider angelte mit dem linken Fuß einen Drehschemel heran und ließ sich steifbeinig nieder.
„So, nun chießen Sie los, Kollege!"
Holl empfand das Kommende als hohen Augenblick seines Lebens und wußte nicht gleich, wie an* fangen. Aber schließlich kam er doch in Schwung und fand die richtigen Worte der Einleitung. Er schilderte in groben Zügen die einzelnen Abschnitte seiner Ueberlegungen und Versuche und gelangte zum Schluß zu den geglückten Experimenten am Tier und an sich selbst mit den jeweiligen 8-Röhrchen.
t (Fortsetzung folgt)


