Ausgabe 
2.3.1939
 
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lief), die Einheit zu erhalten, die stets und über­all erforderlich ist, um Freiheit und Unab­hängigkeit des Volkes allezeit zu bewahren. Glauben Sir mir, die Einigkeit ist das Fundament der Nation.

Neue große Aufgaben liegen vor uns. Auf keinem Gebiet, weder bei den Fliegern, noch bei der Flak oder bei der Nachrichtentruppe, auch nicht im zivi­len Luftschutz darf gerastet werden. Dies erfordert gebieterisch die gesamt weltpolitische Lage. Ein Blick über die Grenzen hinaus zeigt, daß große Staaten, die sich in nicht mehr zu überbietender Anmaßung als Hüter der Kultur betrachten, von einem Rüstungsfieber ohnegleichen erfaßt worden find. Während die Reden mancher ihrer Po­litiker von Friedensphrasen triefen und mit dem Del christlicher Nächstenliebe und demokratischer Unfehl­barkeit gesalbt sind, stellen sie alle verfügbaren Kräfte in den Dienst ihrer großen Aufrüstung. Und wenn sich dann im eigenen Lande Stimmen gegen diese übersteigerte Aufrüstung melden, dann ist es immer Deutschland, das hier als Sün­de nbock herhalten muß. Man vergißt, daß der Führer immer wieder Vorschläge gemacht hat, die allein eine vernünftige Rüstungsbeschränkung hätten herbeiführen können.

An uns ist es, den 7) orf prung in der Luftwaffe, den wir unweigerlich haben, der uns sogar vom Ausland zugegegeben wird, nicht nur zu halten, sondern weiterauszu- bauen. Die verantwortlichen für die Pro- duktionswerksiätten haben alles daranzufehen, die Leistung aufs äußerste zu stei­gern. wir müssen Flugzeuge in Zahl und Tiefe herausbringen, wie es unvorstellbar scheint, wie es aber im Reiche Adolf Hitlers, im Reiche der Autoritä durchaus möglich ist, wenn die Zusammenarbeit aller Stellen rei­bungslos und zielbewußt erfolgt, wie müssen weiter dafür sorgen, daß wir uns von Roh­stoffen, die uns das Ausland unter keinen Umständen in ausreichender Wenge liefert, un­abhängig machen. Ferner müssen wir dafür sorgen, daß wir immer wieder d i e n e u z e i t - lich sten und besten Konstruktionen bereitstellen. Die Flieger müssen unablässig üben im Zusammenhalt, im Zusammenflug, im Zu­sammenarbeiten mit Flak und Rachrichtentruppe.

Aber ich kann noch so viel Flugzeuge Herstellen, ich kann die Produktion aufs Aeußerste steigern, es ist doch immer wieder der M e n s ch, der den Ausschlag gibt mit seinen Fähigkeiten und seinem Charakter allein. Darum habe ich mich heute Morgen an die deutsche Jugend gewandt und wende mich jetzt an die ganze deutsche Nation: Die Besten unseres Volkes ge­hören in meine Luftwaffe! hier müssen die kühnsten Menschen eingesetzt werden. Vom Flieger wird ein Höchstmaß an innerer Haltung ge­fordert. So lange es deutsche Jungen gibt, haben sie immer kühne Ideale. Und wo ist ein kühneres Ideal als i» der Luftwaffe, bei der Fliegerei? Ich bin überzeugt und weiß es: Die deutsche Jugend wird nach wie vor in Massen zu uns strömen, so daß wir die Möglichkeit haben, die Menschen zu stellen, die wir für unsere gewaltige Luftwaffe ge­brauchen.

Der Ausbau der deutschen Luftwaffe den die Weltlage gebieterisch von uns fordert, darf sich nicht allein auf die Zusammenballung von Material, auf die Ausweitung der Produktionsstätten und aus die Ausbildung der Menschen erstrecken, es müssen gleichzeitig überlegene Führung und straffste Organisation dazukommen. Ich verlange, daß an dieser Organisation auch im kom­menden Jahr weiter gefeilt und gefeilt wird. Die einfachste Organisation wird auch hier die beste sein.

So gebe Id) denn für 1939 die Parole: Die Luftwaffe erfordert in diesem Jahr noch eine gigantische und gewaltige Anstrengung. Ich ver­lange daher von jedem die letzte Hin­gabe an die Arbeit und an das Ziel. In diesem Jahre sollen wie nur daran denken, endgültig und für alle Zeiten der deut- schen Luftwaffe den Vorsprung zu sichern, der nie wieder eingeholt werden kann, mag kom­men, was kommen will. Und darum schließe ich mit den Dorten, die ich heute Morgen der deut­schen Jugend sagte: Ich. glaube an die sieghafte Äraft der deutschen Jugend und an die Unüberwind­barkeit unserer herrlichen Waffe, wir gedenken des Führers: Der Führer, unser Oberster Befehlshaber, dem in dieser Stunde der einzige Gedanke der Luftfahrt gehört:

Sieg-Heil, Sieg-Heil, Sieg-heil!

Mit den Liedern der Nation klang die eindrucks­volle Stunde der Erinnerung an die Erringung der Freiheit unserer Luftwaffe aus. Kurz nach 13 Uhr erschien der Generalfeldmarschall im Ehrenhof des Ministeriums an der Wilhelmstraße, von Tausen­den, die Kopf an Kopf die gegenüberliegende Stra­ßenseite, alle Balkons und Fenster besetzt hielten, mit tosenden Heilrufen empfangen. Als erste mar­schierte dann die Fahnenabordnung der Ehrenforma­tionen vorüber, gefolgt von zwei Kompanien des Regiments Hermann Göring, unter dem alten MarschliedDer Jäger aus Kurpfalz". Es folgte eine Kompanie der Luftkriegsschule Gatow, eine Kompanie Flieger, die Mannschaften zweier Flak­batterien und zwei Nachrichtenkompanien. Den Be­schluß machten zwei Kompanien des Wachbatail­lons der Luftwaffe.

Oer 9 November staatlicher Feiertag.

Ein Erlah des Führers.

Berlin. 1. März. (DRV.) Der Führer hat in einem im Reichsgefehbtatt veröffentlichten Erlaß den 9.Rovember, den Gedenktag für die Ge­fallenen der Bewegung, zum staat­lichen Feiertag erklärt. Gleichzeitig hat der Führer verfügt, daß der Heldengedenktag als Tag der Wehrfreiheit künftig am IS. März, und wenn dieser Tag ein Wochentag ist, am vorhergehenden Sonntag, in diesem Jahr also am 12. März, begangen wer­den soll. Line Verordnung über den Schuh des hel- dengedenklages wird ebenso wie über den Schuh des 9. Rovember demnächst ergehen.

Ich glaube an die sieghafte Kraft unserer Jugend."

Görings Rundfunkansprache am Tage der Luftwaffe.

In seiner Rundfunkansprache am Tage der Luft­waffe, die wir zum größten Teil bereits gestern veröffentlichten, führte Generalfeldmarschall G ö - ring zum Schluß aus:

Die Elite o e r N a t i o n soll in unseren Reihen tehen, nur die Starken im Charakter, mr die, die sich höchsten Ruhm erwerben, denn höch- ter Ruhm winkt Ihnen. Denkt an die Namen eines llichthofen, eines Boelcke und wie sie heißen, all die ugendlichen Helden, einst und heute der Stolz der Nation. Wie jung waren sie mit ihren 17, 18, 20 Jahren, und doch, was galten sie schon ihrem Volke. Was für kühne Taten vollbrachten sie schon damals. Und das, meine Jungens, könnt i h r genau so, wenn das Vaterland euch rufen wird. Es ist noch ein ritterlicherKampf dort oben in den Wolken, an der Sonne. Man muß aber d i e Kühnheit im Herzen tragen. Wenn man diese Kühnheit irn Herzen trägt und verbindet mit Kön­nen und in einem unermüdlichen Eifer fleißig lernt und wieder lernt, jeden einzelnen Hebel am Flug­zeug zu bedienen und das nötige Verständnis für las Fliegen aufbringt, dann weiß ich nicht, was es Schöneres geben kann als fliegen. Es ist ein königliches Gefühl, wenn ihr durch die Lüfte dahinbrauft und wißt: Unter euch liegt Deutschland, das ihr schützt. Und auf euren Schutz, auf eure tarfe Seele kommt es an, daß diesem Deutschland las kostbarste Gut bewahrt bleibt: der Friede.

Und darum wende ich mich heute auch an die

Eltern. Seid nicht zaghaft! So viele Volks­genossen haben ihre Söhne dieser Waffe geaeben, und wenn auch dieser und jener geblieben Ist, so wußten die Eltern: Es hat sein müssen! Sie gaben ihr Bestes dem Daterlande. Und so ist es zu allen Zeiten gewesen. Und wenn Deutschland aus dieser tiefen Nacht von Not und Elend, Schmach und Schande wieder emporgestiegen ist zur Höhe, dann darum, weil wir jetzt endlich wieder Deutsche ge­worden sind und jene Tugenden wieder als die höchsten achten, die uns zu allen Zeiten so stark gemacht haben. Hemmt nicht eure Kinder und eure Jungens, sondern glaubt daran, daß es für sie und für euch das Schönste ist, diese tausendjährige Sehn­sucht der Menschen, fliegen zu können, wahrmachen zu dürfen

Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß ich mich auch in Zukunft bei dem weiteren Aufbau und Ausbau der Luftwaffe auf die volle Begeisterungs­fähigkeit unserer Jugend verlassen kann, wie ebenso auf das Verständnis der Eltern. Junge deutsche Mannschaft hat einst in schwerster Zeit aus eigenem Antrieb für des Vaterlandes Größe gekämpft und keine Opfer gescheut. Diese heroische Tradition lebt in dem nationalsozialistisch erzogenen deutschen Nachwuchs stärker und bewußter denn je zuvor. In ihren Adern fließt das gleiche Blut, in ihren Herzen wohnt der gleiche Geist. Ich glaube an die sieghafte Kraft unserer Jugend. Ich glaube o" die Unüber- windlichkeit der deutschen Luftwaffe.

Aulofallensteller und Wegelagerer haben den Kopf verwirkt.

Oie Straßen des Führers kein Tummelplatz für Banditen. Noch niemand blieb unentdeckt.

Autofallenrauber Gose hingerichlel.

Berlin, 2. März. (DRV. Funkspruch.) Die Justizpresfestelle Berlin teilt mit: Heule ist der am 13. Februar 1920 geborene Arthur Gose hingerichlel worden, der am 27. Februar 1939 vom Sondergericht in Berlin wegen Stellens von Autofallen zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden ist. Gose hatte am Abend des 23. Februar 1939 auf der Landstraße Marzahn Hönow bei Berlin vier Autofallen g e st e l l t, den In- fassen eines Wagens auch beraubt. Durch die wenige Tage nach Begehung des Verbrechens er­folgte Vollstreckung des Todesurteils haben feine Untaten, die in der Oeffentlichkeit großes Auf­sehen und berechtigte Empörung hervorgerufen haben, ihre schnelle und gerechte Sühne gefunden.

Das Stellen von Autofallen wird immer mit dem Tode beftraft. Es kostet den Kopf. Der nationalsozialistische Staat, der allen Schäd­lingen am Volkskörper den Kampf anfagte, hat ins­besondere mit der gnadenlosen Ausrottung der Autofallen st eller, der Straßen­räuber und der Wegelagerer begonnen. Unter dem Landfrieden, den der Führer in Groß­deutschland stiftete, ist kein Platz mehr sÜr den gewissenlosen Verbrecher, der um der persönlichen Bereicherung willen das Leben eines andern vernichtet ober auch nur gefährdet. Auf den Straßen des Führers soll und muß jeder auch in der Einsamkeit bei Taa und Nacht so sicher sein wie zu Hause. Wer als Autofallensteller ober als Straßenräuber den deutschen Verkehr behindert, begeht eine Tat vtm solcher Gemeinheit, daß er den Kops verwirkt hat. Deshalb wurde am 22.Juli 1938 Das Gesetz gegen Straßenraub mittels Auto­fallen (RGB. 651) erlassen. Es sieht die Todes- ft r a f e vor. Das Gesey sand bisher in fol­genden Fällen Anwendung:

1. Heinrich Ianys , Hamburg, stellte am 9. und 16. September 1938 zwei Autofallen. Am 19. Sep­tember wurde er wegen Einbruches feftgenommen. Am 21. September wurde er als Täter der Auto­fallen erkannt. Am 17. Dezember wurde die Anklage erhoben. Am 20. Dezember sprach das Sondergericht in Hamburg das Todesurteil aus. Am 22. Dezem­ber erfolgte die Hinrichtung. Janys hatte sich in zwei Fällen in der Dunkelheit durch Miet-Kraftwagen in einsame Straßen fahren lassen, um die Kraftwagen- sÜhrer zu berauben. Am Ziel überfiel er die Fahrer, wobei er den einen niederschoß und schwer verletzte, dem anderen Pfeffer in die Augen streute. Er glaubte nicht, daß man ihn entdeckte. 98 Tage nach der Tat waltete der Scharfrichter seines Amtes.

2. Hans Hahn, Erfurt, erschoß am 12. Oktober 1938 den Kraftdroschkensahrer Taubel in der Nähe des Wannsees bei Berlin in heimtückischer und brutaler Weise, um ihn zu be­rauben. Am 16. November wurde er von der Polizei festgenommen. Am 21. November wurde die Anklage erhoben. Am 23. November sprach das Sondergericht Berlin das Todesurteil. Am 24.November, allo bereits am nächsten Tage, wurde Hans Hahn hingerichtet. 42 Tage nach seiner gemeinen Tat fiel fein Kopf.

3. Herbert Reif und Hans Horn, beide aus Eisenach, hielten am 13.November 1938 auf der Neichsautobahn bei Heidelberg den Bäckermeister Müller mit feinem Wagen durch Winke an und baten ihn um Mitnahme, wie sie es schon an den Vortagen in vier Fällen mit anderen Kraftwagenfahrern getan hatten. Während der Fahrt schlug Reif verabre­dungsgemäß von dem hinteren Sitz aus mit einem versteckt gehaltenen schweren Eisenhammer dem Kraftwagenfahrer mehrmals auf den Kopf und ver­letzte ihn schwer. Bereits am 15. November wurde Anklage erhoben. Am 29. November sprach das Sondergericht Mannheim das Todesurteil. Am 1. Dezember wurden Herbert Reif und Hans Horn hingerichtet. Bereits nach 17 Tagen wurde die Tat gesühnt.

4. Wolfgang Htoklossa, Hamburg, mietete sich in der Nacht vom 28. zum 29. November 1938 eine Autodroschke, ließ sich In eine einsame Gegend fahren, zwang dort den Fahrer mittels vorgehalte­

ner Pistole zum Aussteigen und zur Herausgabe fei­nes Geldes und floh dann mit dem Kraftwagen. Am 4. Dezember erfolgte die Festnahme. Am 19. De­zember wurde die Anklage erhoben. Am 21. Dezem­ber sprach das Sonderaericht Hamburg das To­desurteil. Am 23. Dezember wurde das Urteil vollstreckt. 24 Tage nach der Tat!

5. Willi Heller, Schwarzenbach (Saale) brachte am 13. Dezember 1938 auf der Fahrt von Nürnberg nach Fischbach dem Fahrer des von ihm gemieteten Kraftwagens, Josef Weidner, hinterrücks einen Schuß unterhalb der rechten Schläfe bei, In der Absicht, ihn zu töten und zu be­rauben. Als er später auf der Flucht von Polizei­beamten gestellt wurde, gab er mehrere Schüsse ab und verletzte zwei Beamte. Am 14. Dezember wurde die Anklage erhoben. Am 16. Dezember sprach das Sondergericht Nürnberg das Todesurteil. Am gleichen Tage noch erfolgte die Hinrichtung! Drei Tage nach der Tat!

Diese Fälle beweisen, daß keiner sich einbilden darf, es werde gerade ihm gelingen, unentdeckt zu bleiben. Die deutsche Polizei, die sich auf die Mit­arbeit der Oeffentlichkeit verlassen kann, erwischt jeden! Keiner der Banditen hätte seine Tat be­gangen, wenn er nicht geglaubt hatte, er werde ent­wischen können. Es ist keiner von ihnen entwischt! Irgendeine, vielleicht noch so kleine Spur führte zur Entdeckung. Ist eine solche Tat begangen, dann folgt ihr, früher oder später meist aber früh!, hie Todesstrafe. Es gibt keine Gnade für Autofallenräuber. Ob jung oder alt, ob reich, ob arm, Kopf ab. Pardon wird nicht gegeben. Die Straßen des Führers dienen dem schaffenden Volk, sie sind kein Tummelplatz für Ban­diten.

Neuer Letter des Gauamtes für Kommunalpolitik.

NSG. Arn Mittwochabend führte Gauleiter Sprenger den Wiesbadener Oberbürgermeister Dr. Mix als Leiter des (3 a u a m i e s für Kommunalpolitik ein, das bisher der Stell­vertretende (Bauleiter Linder geleitet hatte, der dieses Amt infolge feiner Berufung zum Stellver- tretenden Gauleiter nach einer Verfügung des Stell­vertreters des Führers abgeben muß. Der Stellver­tretende Gauleiter ab einen Rückblick auf die Ent­wicklung des Kommunalpolitischen Amtes. Das Amt hat die Verantwortung für eine nationalsozialistische Gemeindepolitik zu tragen, wobei es sich in erster Linie an die Menschen wendet. Diese Arbeit wird wesentlich durch die kommunalpolitische Schule unterstützt, die seit 1934 in 86 Lehrgängen 3400 Bürgermeister, Beigeordnete usw. geschult hat.

Der neue Gauamtsleiter Dr. Mix, Der im 40. Lebensjahr steht, ist im ehemaligen Westpreußen geboren. Nach Ablegung des Kriegsabiturs tarn er zur Infanterie, später ging er zur Luftwaffe über, bei der er mehrere Luftsiege zu verzeichnen hatte. Nach dem juristischen Studium legte er 1921 die Referendarprüsung und das Doktorexamen ab, 1924 roure er Regierungsassessor. Von 1927 bis 1931 war er besoldeter Stadtrat in Mühlhausen in Thü­ringen, 1931 bis 1933 zweiter Bürgermeister in Stolp, 1933 bis 1934 zweiter Bürgermeister in Stet­tin und 1934 bis 1937 Oberbürgermeister in Tilsit. Am 1. April 1937 wurde er als Oberbürgermeister nach Wiesbaden berufen. In die NSDAP., in der er Kreis- und Gaurichter, zuletzt Kreisamtsleiter war, ist er Im Frühjahr 1932 eingetreten.

Kleine politische Nachrichten.

Beim Führer fand zu Ehren des Diplo­matischen Korps eine Abendtafel statt, an der sämtliche in Berlin beglaubigten Botschafter, Ge­sandten und Geschäftsträger sowie die Reichsmini- fter, mehrere Reichsleiter und leitende Beamte des auswärtigen Dienstes des Reiches mit ihren Damen teilnahmen.

Der Führer empfing in der Neuen Reichskanz­lei in Gegenwart des Reichsminifters des Auswär­tigen zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungs­schreiben den litauischen, den bolivianischen und den siamesischen Gesandten, die kürzlich als Vertreter ihrer Länder in Berlin ernannt worden sind.

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Mit dem 28. Februar 1939 scheidet aus dem akti­ven Wehrdienst unter Verleihung des Rechtes zum Tragen der bisherigen Uniform aus der General

der Flieger Zander, Kommandierender (Benerat der Luftwaffe See. Mit Wirkung vom 1. März 1030 wird ernannt der Generalmajor Schubert zum Inspekteur der Wehrwirtschaftsinspektion.

Die Reichsfrauenführerin Frau S ch o l tz - K1 i n k ist von der italienischen Kronprinzessin empfangen worden, die sich über die Aufgaben der Reichsfrauenführung und deren Organisation be­richten ließ. Die Neichsfrauensührerin hat die Frauenakademie für Leibesübungen in Orvieto besichtigt, ferner zwei Frauenschulen der Faschistischen Partei und die Autarkie-Ausstellung.

In Stuttgart fand dieser Tage eine Arbeits­tagung der Reichs st udentenführu na und aller Gaustudentenführer unter Leitung des Reichs- ftudentenführers Dr. Scheel statt. Die Tagung be­faßte sich mit allen Fragen, die zur Zeit Im Brenn­punkt des studentischen Lebens stehen.

In Frankfurt a. M. trat Oberlandesgerichts- präfibent Otto Stadelmann nach Erreichung her Altersgrenze in ben Ruhestand. Er wurde 1901 Ge°

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richtsaffeffor, war bann Landrichter in Saarbrücken, Landsgerichtsdirektor in Potsdam, feit 1925 Senats* Präsident am Oberlandesgericht Frankfurt a. M. und am 1. Juni 1933 zum Oberlandesgerichtspräsibenten berufen.

Der chinesische Botschafter in London erklärte, gegenwärtig würden in China über 2,4 Mil­lionen Mann ausgebildet, von denen je ein Drittel in den vonJapan besetzten Ge­bieten zur regulären Kriegführung und zum Guerillakrieg verwendet werden sollten. Insbeson­dere dieser solle erheblich verstärkt werben.

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König Boris von Bulgarien ift. auf der Rück­reise von Italien in Belgrad eingetroffen. Er hatte eine Unterredung mit Prinzregent Paul von Jugoslawien.

Erhöhung der Preisaufschläge für Weizen in Kraft gesetzt.

Die vor einigen Tagen angefünbigte Erhöhung der Preisaufschläge für Weizen ist nunmehr durch Verordnung des Reichskommissars für die Preis­bildung und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft mit Wirkung vom 1. März 19 39 in Kraft gesetzt worden. Wie früher dar­gelegt worden ist, soll diese Maßnahme dazu dienen, denjenigen Erzeugern und Verteilern, deren Ge­treide aus technischen Gründen in den nächsten Wochen noch nicht abgenommen werden kann, die Möglichkeit späterer Ablieferung oder Einlagerung zu geben, ohne daß sie dabei Verluste erleiden.

Das Konklave zusammengetreten.

R o m, 1. März. (Europapreß.) Nachdem alle Kar- dinäle in Rom eingetroffen sind, ist das Konklave am Mittwochnachmittag, genau 18 Tage nach dem Tode Pius' XL, zufammengetreten. Die Kardinäle leisteten in der Sixtinischen Kapelle den Eid, die Bestimmungen der apostolischen Verfassung über die Papstwahl zu achten und über alle Vorgänge im Konklave Schweigen zu bewahren. Darauf folgte die Vereidigung der Marschalls und des Gouver­neurs des Konklave. Die erste Abstimmung wird amDonnerstagmorgen nach her Messe erfolgen.

Aus aller Welt.

RSKOV.-Heim zur Behandlung encephalitis- kranker Frontsoldaten in Kassel.

Die großen Erfolge, die die K o n i g i n - Elena- Klinik in Kafsel-Herlishausen bisher mit der Be­handlung der Encephalitis (Gehirnentzün­dung) aufzuweisen hat, haben den Reichskriegs- opferführer Oberlindober veranlaßt, über die be­hördliche Heilfürsorge hinaus die Mittel der Natio­nalsozialistischen Kriegsopferoersorgung auch dafür einzusetzen, encephalitiskranken Frontsoldaten aus dem ganzen Reich Heilung ober Besserung ihres Leidens zu verschaffen. Die Reichsdienststelle her NSKOD. wird daher ein Heim der NSKOD. errich­ten, das pachtweise der Konigin-Elena-Klinik über­lassen werden soll. Dieses Heim wird 35 Kranken­betten Platz bieten, so baß nach Fertigstellung rund 140 Patienten in her Klinik und bem Heim her NSKOV. Aufnahme finden werden. Das Heim, mit dessen Bau am 1. April begonnen werden (oll, wird noch in diesem Jahre seiner Bestimmung übergeben werden.

Ein Massenmörder in Lyon verhaftet.

Die Polizei in Lyon verhaftete nach einem hef­tigen Feuergefecht, in dessen Verlauf mehrere Beamte verletzt wurden, zwei Schwerverbrecher, von denen der eine, Charles Philip, nach eigenem Geständnis nicht wenige als zehn Morde auf bem Gewissen hat. Die polizeiliche Vernehmung dieses Massenmörders ist noch nicht beendet, doch scheint es, daß seine Aussagen den Tatsachen ent­sprechen.

Die ,/Bremen in der Magellan Strahe.

Der OzeandampferBreme n" traf am Diens­tag in Punta Arenas, der südlichsten Stadt des Erd­balls, ein, nachdem er dem Hafen Puerto Montt einen kurzen Besuch abgeplattet hatte. In Puerto Montt besuchten 1000 Personen aus allen Teilen Südchiles dieBremen", darunter viele deutsche Siedler. In Punta Arenas veranstaltete die deutsche Kolonie einen Kameradschaftsabend zusammen mit der Besatzung herBremen".

Wetterbericht

Der Hochdruckeinfluß über dem Festlande hat sich wesentlich verstärkt, so daß die atlantische Störungs­tätigkeit wieder zurückgedrängt worden ist. Bei nur schwacher ßuftberoeaung herrscht teilweise auf ge­heitertes und niederschlagsfreies Wetter mit leichten Frosten.

Vorhersage für Freitag: Heiter bis wolkig, trocken, nachts leichte Fröste. Tagestempe­raturen etwas ansteigend, schwache Winde.

Lufttemperaturen am 1. März: mittags 6 Grad Celsius, abends 2,7 Grad; am 2. März: morgens 1,1 Grad. Maximum 6,1 Grad, Minimum heute nacht 1,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. März: abends 4,1 Grad: am 2. März: morgens 2,9 Grad. Sonnenscheinhauer 1,5 Stunden.