Ausgabe 
2.3.1939
 
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1489D

Gießen, den 1. März 1939,

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F.21

14850

Klein-Linden, den 1. März 1939.

01019

Sabinen cinci KM ! KN WW W> W» öl QHi

Die Beerdigung findet Freitag, den 3. März, nachmittags 4 Uhr. vom Trauerbaus Brauhausstraße 12 aus statt

S)auptfd)rmieiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil. Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 39: 10 896. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R Lange, K.-G.. sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937 gültig.

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Nähe Universität wird gesucht.

Schriftl. Angeb. mit Preisangabe unter 01028 an den Gieß. Anz.

In tiefer Trauer:

Margrit Cordier, geb. Mühlhäufier und Kinder

Heinrich Cordier in Landau

Elisabeth Mühlhäußer-Weydmann.

Ebem. jüngerer Polizeibeamter sucht

Vertrauensposten Schriftliche An­gebote u. 01035 an den Gießener Anzeiger erbet.

Die Beerdigung findet am Samstag, dem 4. März, 11V* Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt

Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen.

In stiller Trauert Marie Fink, geb. Hofmann Familie Otto Keil II. Familie Otto Fink Emma Fink Otto Neidei.

Heuchelheim, den 28. Februar 1939.

Statt Karten!

Heute morgen 8 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treuer Vater, Sohn und Schwiegersohn

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Anfertigung in eigen. Werkstätte Kurt Kling, vormals Heger Nachf. Bandagistenmeister, Marktstr. 16 Lieferant der Krankenkassen. Dam.-Bedien.

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Hausangestellte zum 15. März o. 1. Avril gesucht. BöüetelBenöe Crednerstratze 34

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem frühen Hinscheiden meines teuren, unvergeßlichen Gatten und unseres lieben Vaters, für die Kranzspenden und vielen Beileidsbezeugungen in Worten und Taten sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank aus.

Frau Tilly Gümbel und Kinder,

Baue gut.... mit Abermann

Myelin sucht Beschäfti­gung für Monat

März,auch stundenweise. Sckr. Ang. unt. 01026 a.d.G.A.

D. Dr. Leopold Cordier

Universitätsprofessor

Fünf blonde Schwestern - weltberühmt

Glück und Ende derBarrison Sisters.

Interpress Copyright=Seud)t von Isabel.

Nundsunkprogramm

Freitag, 3. INärz.

5 45 Uhr: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Aus der Rollschuhbahn. 10: Schulfunk: Aus dem Tagebuch der Schwester Gertrud. 10.30: Kampfsport in der Hitler-Jugend. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.15: Erna Sack Karl Schmitt-Walter und das kleine Orchester des Reichs­senders Frankfurt. 16: FideleSaitensprünge". Das kleine Orchester in froher Laune. Einlage 17 bis 17.10: Bilderbuch der Woche. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Im Erbbiologischen In­stitut Gießen. 18.30: Allerlei Volksmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Musikalischer Wunsch­zettel zugunsten des WHW. 20.45: Kammermusik von Ludwig van Beethoven. 22: Nachrichten.

Samstag, 4. INärz.

5.45 Uhr: Ruf ins Land. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland Kinderland: Aber ich kann die Kinder doch nicht allein lassen". 10: Schulfunk: Spione! Verräter! Saboteure! Eine Hörfolge. 12: Aus Neuwied Platzkonzert. 13: Nach­richten' 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Startbereit! Die neuesten Schallplatten stellen sich vor! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Am Rande des alltäglichen Geschehens. 15.30: So lösen wir das Pfand. Unsere Jungmädel bei fröhlichem Spiel. 16: Wunschkonzert. Gibt's Schöneres im Leben als andern Freude geben? Sie spenden wir senden fürs WHW. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.30: Blasmusik. 19.15: Tagesspiegel. 19 30- Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten, Grenzecho. 20.15: Wunschkonzert. 22; Nachrichten. 22.30 bis 24: Wunschkonzert. .

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Nach kurzer, schwerer Krankheit entschlief heute nachmittag mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Ludwig Adam Fink

ReichsbahmBediensteter

im Alter von 58 Jahren.

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Heute 20 Uhr

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Solisten: Tilla Briem, Berlin, Lore Fischer, Willy Lorscheider, Gustav Bley, Leitung: Stefan Temesväry

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nicht immer ganz einfach, fünf völlig gleiche weiße ^chen aufzutreiben, aber die Nummer hatte einen Bombenerfolg. Sie zog Jahre lang, bis bei einem Theaterbrand in Brüssel die fünf Kätzchen um- kamen und von diesem Tage an sind die Var- risons nie wieder in der Kätzchen-Nummer aufge­treten, aus Aberglauben! ,

Dae Barrisons beherrschten die Varietes der alten und neuen Welt. Sie machten selbst einer D ter o den Rang streitig. Die Heiratsanträge ström­ten in die Garderobe der fünf blonden Madels. Of­fiziere wollten auf ihre Karriere verzichten, Fami­lienväter schrieben die glühendsten Liebesbriefe, die jungen Männer um 1910 trugen in der Brieftasche das Bild der Schwestern und den Text vonLinger- Longer-Lou". Vergeblich appellierten Tausende von Ehefrauen an den häuslichen Frieden: dieFünf Barrisons" stellten die Männerwelt auf den Kopf. Instinktiv wehrten sie sich gegen alle Heiratsanträge, vielleicht fühlten die Schwestern voraus, daß die Karriere zu Ende war, wenn sie sich trennten. Aber kurz vor dem Kriege wurde Lona, die tänzerische Leiterin der Truppe, die schönste und begabteste der fünf Schwestern, als erste diesem Prinzip untreu: sie heiratete den dänischen Redakteur Feron. Aber sie blieb ihrem Beruf treu, sie blieb die Leiterin, auch als Frau Feron. Aber sie hatte Schule gemacht: Inger folgte als Zweite dem Ruf ihres Herzens: ein steinreicher englischer Großgrundbesitzer heiratete diese Barrison-Sister vom Fleck weg aber er stellte die Bedingung, daß Inger nicht mehr auf­trat. Drei Jahre später ereilte Inger ein trauriges Schicksal: 1915, bei einem Zeppelin-Bombardement auf London kam die Zweitjüngste der Barrison- Sisters um!

Die zurückgebliebenen Schwestern versuchten noch eine Zeitlang weiter aufzutreten aber man wollte nicht zwei, drei oder auch vier Sisters sehen man wollte alle fünf oder keine! Zwei Schwe­stern heirateten nach Amerika, die jüngste, Ger­trude, versuchte als Solo-Tänzerin zunächst in Wien ihr Glück. Aber der Erfolg blieb aus. Dann wandte sie sich der Astrologie zu, zuerst in Berlin und seit den letzten Jahren in der alten Heimat Kopenhagen. Auch Lona kehrte nach Kopenhagen zurück. Das riesige Vermögen der Barrissons zerflatterte in alle Winde...

Nun starb L o n a, die schönste und begabtere, die Leiterin derFünf Barrisons". Noch einmal taucht die Erinnerung auf an diese fünf blonden Mädels, die ältere Generation hat noch einmal geschmunzelt und leise gesummt:Linger-Longer-Lou". Man hat sie in der ganzen Variete-Welt gekannt: süß waren sie, blond waren sie und ein ganz klein bißchen gewagt, aber eine ganze Generation hat sie oer göttert ...________________'

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Gertrude hatten sich schon in einer Reihe aufgestellt und singen an, ein englisches Kinderlied zu singen, etwas plärrend, etwas parodierend, dazu klappten sie in die Hände. Der Manager stutzte; das war ein­mal etwas anderes, man konnte vielleicht diese fünf blonden Mädelchen in einem Zwischenakt der gro­ßen Revue auftreten lassen als Scherz, als eine kleine aparte Abwechslung.

Schon am nächsten Abend traten die fünf Mädels auf. Aber dieses Auftreten schien mit einer Kata­strophe zu enden. Die fünf vergaßen völlig, was sie sollten: sie purzelten auf der Bühne herum, sie hopsten und sprangen, sie brachten sämtliche Schau­spieler durcheinander. Der Manager fiel hinter den Kulissen in Ohnmacht, Vater Bareisen raufte sich die Haare, aber das Publikum schrie vor Begeisterung: Barrisons Barrisons Barrisons!" Neuyork hatte seine Variete-Sensation, dieFünf Sisters Bar­risons" waren geboren. Und dann begann der mär­chenhafte Aufstieg dieser erstenSisters-Truppe".

Die fünf Barrison - Mädels den Namen Bareisen ließ man in der Versenkung verschwinden waren nun jahrelang die ungekrönten Königinnen der amerikanischen Varietes. Die Revuedichter rissen sich darum, ihnen die Schlager zu schreiben, ihre Kostüme wurden weltberühmt. Sie traten auf in der gewagtesten Aufmachung, die der Männerwelt den Kopf verdrehte. Hochhackige schwarze Lackschuhe, Seidenstrümpfe mit pompösen Strumpfbändern, dann ein eng geschnürtes schwarzweiß-gestreiftes Seidenkorselet und als Glanzpunkt des Raffinements ein Strohhut in der typischen Kiepenform derHeils- Armee"! Dazu sangen sie den SchlagerLinger- Longer-Lou", der der erste wirklicheWelt"-Schla- ger geworden ist.

Berlin war die erste europäische Station der Bar- rison-Sisters. Sie sprangen vom Broadway gleich auf die Bühne des Berliner Wintergartens. Uno der blaue Sternenhimmel dieses Varietes hat seine vor­kriegszeitliche Glanzzeit und feinen europäischen Ruf mit denBarrisons" zu verdanken. Noch heute hängt an derEhrenwand" des Wintergartens das Bild der fünf blonden Schwestern. Sie waren die erste und vielleicht einzige Truppe, denen der Winter­garten einen vielmonatigen Kontrakt anbot. Die Schwestern kreierten hier einen neuen Schlager: sie traten auf, als Babys verkleidet, jede mit einem lebenden weißen Kätzchen auf dem Arm. Es war

Kopenhagen, im Februar.

Im St. Josephs Hospital in Kopenhagen starb in diesen Tagen Lona, die schönste und begabteste der weltberühmtenF ü n f S i st e r s B a r r 1 s 0 n , die Führerin dieser Tanzgruppe, die um die Jahr­hundertwende eine Weltsensation war.

Die Barrisons, ach ja, die Barrisons! Lang, lang ist's her ..." Ein Schmunzeln geht über das Gesicht her älteren Herren, unsere Mütter kräuseln ironisch die Lippen. Ja, die Barrisons das waren dunkle Punkte" in ihrem Eheleben aus die war man einmal als ganz junge Frau sehr eifersüchtig gewesen! Diese fünf blonden Schwestern hatten die ganze Männerwelt verhext, sie waren über sämtliche Variete-Bühnen der alten und der neuen Welt ge­wirbelt, sie waren dietänzerischen Mutter" sämt­licher Sisters- und Girls-Truppen der Nachkriegs­zeit DieDolly-Sisters, dieTiller-Girls und wie sie alle heißen mögen: ihr Vorbild waren die fünf Schwestern Barrison!

Mein einziges Kapital: meine fünf Mädels!''

Die fünf Schwestern Barrison waren wirkliche Schwestern! Und das haben sie voraus vor fast sämtlichenSisters-Trupps". Ende des vorigen Jahrhunderts faßte der dänische Kaufmann Bar- eisen, dessen Vorfahren Deutsche waren, den schweren Entschluß, von Kopenhagen aus nach Ame­rika auszuwandern. Geld hatte er nicht, aber da­für fünf süße blonde Mädels, die älteste 19 und hie jüngste 9 Jahre alt. Die fünf Bareisen-Mädels, alle bildhübsch, alle gut gewachsen und mit einem unbändigen Temperament gesegnet, hatten schon in Kopenhagen Aufsehen erregt: bei einem Wohltätig­keitsfest waren sie zusammen aufgetreten und hatten Kinderlieder gesungen. Der donnernde Applaus gab Bareisen die Idee, mit seinen Kindern nach Ame­rika zu gehen, im Lande der unbegrenzten Möglich­keiten konnte man vielleicht mit dem Talent der fünf Mädels etwas anfangen.

Geld habe ich nicht, mein einziges Kapital sind die fünf Mädels." Mit diesen Worten präsentierte Vater Bareisen seine Kinder in Neuyork dem Mana- qer eines großen Broadway-Varietes.Wir haben hier keinen Kindergarten!" lehnte der Manager ent­rüstet ab. Aber Marie, Lona, Gerda, Inger und

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