Eine schöne Archiv-
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(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger)
'+! Grünberg, 31. Ian. Unser Archiv enthält seit dem vorigen Jahre die hier abgebildete Truhe. Entwurf und Ausführung stammt von dem hiesigen Malermeister Johannes Bocher.
Für die im vorigen Frühjahr in der Turnhalle veralistottete Werbeausstellung der Grünberger
Truhe in Grünberg
Werbegemeinschaft lGWG.) der hiesigen Kaufleute und Handwerker ließ es sich von Schreinermeister Fritz Gehringer die Truhe aus Tannenholz in der Größe 120 ; 0,60 : 0.69 m anfertigen, um an ihr seine handwerkliche Kunst der Malerei zu zeigen Die fertiggestellte Truhe fand bei jener Veranstaltung in der Turnhalle allgemeine Beachtung, und die Stadt erwarb sie für das Archiv
Das Sockelstück ist in dunkel-olivem Tone gehalten, die Rahmenhölzer sind vergoldet und mit Lasur behandelt. Der Grund der Füllungen ist oliv, diese sind aus Spachtelkitt plastisch aufgetragen und vergoldet. Ihre seine Ausführung stellt der Kunst des Herstellers ein ehrendes Zeugnis aus
Als Hauptfigur erscheint in der Mitte der Vorderseite das Grünberger Stadtwappen (Wappenreiter). während zu beiden Seiten stilisierte Lotosblumen angebracht sind Die Rückseite enthält nochmals die gleichen Figuren Auch die Figuren des Deckels sind plastisch aufgearbeitet Sie stellen dar: mitten das Firmenschild des Herstellers, links das Zeichen der Grünberger-Wexbe-Gemeinschaft lGWG. mit Silhouette des Diebsturmes), rechts den Reichsadler im Wappenschild mit eingeschlossenem Malerwappen Die Inschrift des Deckels auf vergoldetem Grund und in dunkelbrauner Lackfarbe aufgemalt lautet:
„Geschickte Hand — In Stadt und Land — Begehrt — Bekannt."
Im Mittelstück des Deckels befindet sich, ebenfalls in plastischer Form, die Jahreszahl 1938.
Kreis-Gchiwettkämpfe auf dem Hoherodskopf.
Am kommenden Sonntag werden auf dem Hohe- rohskopf die von allen zünftigen Schiläufern lang erwarteten Kreis-Schiwettkämpfe durcbgeführt. Das Programm bringt einen 16-Kilometer-Lan tz- lau f und einen Abfahrtslauf. Der 16-Kilo- meter-Lauf führt vom Klubhaus hinunter zu den Forellen- und Eisteichen, hinauf zum Taufstein, die lange Schneise hinab zur Lauterbacher Hütte und dann unterhalb der Rennwiese entlang zum Mangoldhaus. Das Ziel liegt diesmal am Mangoldhaus des Schiklubs Gießen. Der Langlauf wird vom Kreis 11 organisatorisch vorbereitet.
Im Anschluß an den Langlauf folgt dann der Abfahrtslauf über eine Länge von zwei Kilometer, mit etwa 120 Meter Höhenunterschied. Die Strecke wird am Hana nach Breungeshain abgesteckt. Um eine nordische Kombination werten zu können, wird auf der kleinen Sprungschanze auch gesprungen werden: allerdings wird dieser Sprunglauf selbst nicht als Meisterschaft betrachtet.
Für die Wettkämpfe werden außer dem stattlichen Aufgebot der Gießener Schiläufer auch Wettkämpfer aus Wetzlar, Friedberg und Bad- Nauheim erwartet. Man erhofft eine stattliche Beteiligung. Die Schneeverhältnisse sind gegenwärlig im hohen Vogelsberg sehr günstig. Es liegt 20 Zentimeter guter führiger Pulverschnee, ohne jegliche Verhanchung oder Verwehung. Wenn unsere heimischen Schiläufer Glück haben, dann hält das Wetter bis zum Sonntag an.
Bngadestob 141
gegen Gtandartenstab 14:2.
Der gestrige Mittwochnachmittag brachte in Nidda ein interessantes Handballspiel zwischen den Mannschaften des SA.-Brigadestabes 147 und des Standartenstabes 145 (Büdingen). Das Spiels endete mit 14:2 Toren zugunsten der Gießener Mannschaft.
Die Standarte 145 hatte diesmal eine Mannschaft ins Feld gestellt, die die Hoffnung trug, ein günstigeres Ergebnis zu erzielen, als es im Vorspiel der Fall war. Sie wollte die Scharte des Vorspieles auswetzen. Die Mannen um den Brigadeführer Schwarz machten aber diese Hoffnung zunichte. Der Gegner wurde wieder mit hohem Ergebnis überfahren!
Das Spiel trug dabei werbenden Charakter, da sich sämtliche 22 Spieler eines überaus fairen Svieles befleißigten Schiedsrichter war Sturmführer Vetter, der Sportreferent der Standarte 145.
Das Spiel verlief sehr abwechslungsreich und brachte viele schöne Kampfszenen. Der Sturm der Gießener Elf war gleich im Bilde, wurde sehr angriffslustig, und schon nach wenigen Minuten lautete das Ergebnis 3:0. So sehr sich der Gegner auch bemühte, den Vorsprung auszugleichen, es gelang ihm nicht, denn die Verteidigung der Brigade stand eisern und was die Verteidigung nicht abhalten konnte, hielt der Tormann Deuker. Nachdem der Mittelstürmer Blankenburg noch ein Tor erzielt hatte, war Halbzeit.
Nach der Pause gelang es der Standartenelf — lebhaft angefeuert durch ihre zahlreichen Anhänger — auf 4:1 zu verkürzen. Dann aber zog die Brigadeelf wieder los und ging in kurzen Abständen mit viel Elan immer wieder vor das gegnerische Tor. Das Schlußergebnis lautete dann 14:2 Tore.
Großer Erfolg der NSKK. — Motorstandarte 147 bei der Nachtsuchfahrt.
Die Motorstandarte 147 kontne bei der am 28. und 29. Januar durchgeführten Nachtsuchfahrt einen überragenden Erfolg verzeichnen. Von 43 gestarteten Fahrern (4 Mannschaften und 31 Einzelfahrern) waren trotz der Schwierigkeiten, die sich auf der Strecke boten, 39 Fahrer (4 Mannschaften, 27 Einzelfahrer) am Ziel. Diese 39 Fahrer errangen insgesamt 21 Goldmedaillen und 18 Silbermedaillen. Dabei konnte die Motorstandarte 147 in 5 Wertungsgruppen absolut die b e st e Mannschaft bzw. den b e st e n E i n z e l f a h r e r stellen. Insgesamt war die Motorstandarte 147 die erfolgreichste Einheit der gesamten Veranstaltung. Erfreulich ist, daß auch die von der NSKK - Standarte betreute Motor - HI. eine Gold, und zwei Silbermedaillen erringen konnten.
Die Zahl der Medaillen verteilte sich auf die einzelnen Stürme wie folgt (g = goldene, s = silberne): Sturm 1/M 147 5 g; 2/M 147 4 f; 3/M 147 2 q, 2 f; 5/M147 1 s; 12/M147 6 g, 4 s: 13/M 147 2 f; 21 M 147 1 g; 22/M 147 4 g, 2 s; 23/M 147 1 g, 1 f; 24/M147 2 j und 25/M147 2 g.
Kleinkaliber-Wettkämpfe 1939 im NG.-Reichsknegerbund.
Der NS.-Reichskriegerbund gibt die Ausschreibung zu den Kleinkaliber-Wettkämpfen 1939 bekannt, die sich in Mannschaftswettkämpfe und in die Wertung der Einzelleistungen der Schützen gliedern.
Die Kleinkallber-Wettkämpfe 1939, die um die Reinhard-Ehrenpreise des Reichskriegerführers ausgefochten werden, sind für alle Kriegskameradschaften des Bundes offen. Die aus den Entscheidungskämpfen der Kriegerkameradschaften, Kreiskriegeroerbände und Landeskriegerverbände als Meistermannschaften und Meisterschützen hervorgehenden Kameraden werden Oktoher 1939 zum Entscheidungskampf um die Reinhard-Ehrenpreise und um die Wanderehrenpreise des NS.-Reichskriegerbundes zusammengezogen.
Der Schießdienst ist von jeher eine der wichtigsten Aufgaben des NS.-Reichskriegerbundes gerne« fen. lieber 500 000 Kameraden des Bundes nehmen auf eigenen Schießständen an den Wettkämpfen teil.
Das Internationale Berliner Reitturnier.
hoher Leistungsstand der deutschen Pferdezucht.
Das Internationale Reit- und Fahrturnier, das anläßlich der „Grünen Woche" in Berlin veranstaltet wird, geht in feiner Bedeutung weit über den Rahmen einer nur sportlichen Veranstaltung hinaus. Bei der großen Bedeutung der Pferdezucht für die Landwirtschaft und die Wehrmacht zur Erfüllung ihrer Aufgaben gilt es, die Leistungen des deutschen Reiters und Pferdes an den Spitzenleistungen des Auslandes zu messen und durch gesunden Wettstreit innerhalb der deutschen Pferdezucht zu steigern. Aus diesem Grunde sind die Züchter-Wettbewerbe des Internationalen Reit- und Fahrturniers in Berlin im'Mannfchafts- fpringen der Zuchtbetriebe (Preis des Reichsbauernführers) vermehrt, Zahl und Höhe der Züchter- preife für Eignungs- und Materialprüfungen, für Reitpferde und Gsfpanne vör allem von Seiten des Reichsernährungsministers verstärkt worden Darüber hinaus sind fast alle Dressur- und Springprüfungen mit Züchterpreisen bedacht worden.
Ausländer unter sich ...
Um den Preis des Reichsministers des Auswärtigen kämpften am Dienstagabend beim Internationalen Berliner Reitturnier in der Deutschlandhalle die ausländischen Teilnehmer. Zu einem Sa-Jagdspringen wurden 66 Pferde gesattelt. Unter den fehlerfreien Startern fiel die Entscheidung nicht, wie am Nachmittag beim Jagdspringen für Inländer, durch die beste Zeit, sondern in einem Stechen wurden die schnellsten Pferde ermittelt. In die Entscheidung hatten Italien und Polen je vier Pferde gebracht, Frankreich war noch dreimal vertreten, Schweden, Belgien und Dänemark je einmal. Beim Stechen tarnen nur noch drei Teilnehmer über die sechs erhöhten Hindernisse. Zunächst erreichte „Skatt- man" unter dem schwedischen Oblt. Graf S. Bielke 19,2 Sekunden. Aber auch der Italiener „Torno" unter Kapt. Gutierrez legte den Kurs in der gleichen Zeit zurück, so daß der erste Platz an Schweden und Italien gemeinsam fiel. Auf den dritten Rang kam „Clair de Lune" (Lt. Broussaud, Frankreich) mit 20,6 Sekunden.
Zwei-Pferde-Zpingen in der Deutschlandhalle.
Mit zu den interessantesten Wettbewerben eines Reitturniers gehört jeweils das Zwei-Pferde-Sprin- gen, das am Mittwochnachmittag vor zahlreichen Zuschauern in der Berliner Deutschlandhalle mit der 1 Abteilung begonnen wurde. Jeder Reiter steuerte zwei verschiedene Pferde unmittelbar hintereinander über den wieder ideenreich aufgebauten und dabei keineswegs leichten Kurs. 21 Reiter traten an, von denen der französische Leutnant Broussaud seine beiden Tiere „Houlette" und „Pyrenees" ohne Fehler über den Kurs brachte. Er hatte aber dabei das Tempo zu sehr vernachlässigt, und so reichte LS nur für den fünften Platz. Am besten schnitten „Artur" und „Aeolus" unter Oblt. Huck ab. Dann gab es noch eine mittlere Dressur um den Gustav-Stens- beck-Preis. Zwei Materialsprüfungen, in denen nur fünfjährige herauskamen, sowie das Schaubild „Das Pferd im Dienste der Infanterie" beschlossen den Nachmittag.
Fußball Der Kreisklaffen.
Heuchelheim I — Steinbach I 3:1 (2:0).
Nach einer Spielpause von 7 Wochen hatten sich die Heuchelheimer die Mannschaft von Steinbach zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Die Gäste begannen das Spiel mit forschen Vorstößen, denen jedoch die Sicherheit fehlte. Die Einheimischen machten sich langsam frei, und schon in der 7. Minute verwandelte der blaue Mittelstürmer eine vom Linksaußen gut in die Mitte gegebene Flanke. Wenige Minuten später kamen die Heuchelheimer durch einen feinen Kombinationszug zum zweiten Tor. Der Halblinke erhielt den Ball auf dem Elfmeterpunkt
und jagte ihn entschlossen unter dem sich werfenden Torhüter ins Netz. Die Blauen, die bis dahin ganz gut ins Spiel gekommen waren, wurden jetzt von dem hohen planlosen Spiel der Gäste angesteckt Es wurde meist im Mittelfelde herumgekickt, ohne daß beide Tore dabei ernstlich in Gefahr kamen. Erst gegen Schluß des Spieles zeigten die Emhermifchen noch etwas mehr Kampf und Einsatz, nachdem kurz vorher die Steinbacher bei einem Durchbruch den Heuchelheimer Torhüter schlagen konnten Der blaue Jnnensturm belagerte das Heiligtum der Gäste, bis ihnen dann endlich auch der dritte Treffer gelang Das Spiel wurde sehr kameradschaftlich ausgetragen
Kurze Sportnotizen.
Zum Davispokal-Wettbewerb 19 3 9 habn 27 Länder gemeldet, dazu kommen noch die Vereinigten Staaten als Pokalverteidiger. In der Europazone werden 20 und in der Amerikazone sieben Länder spielen.
Dem Maserati-Renn st all gehören in diesem Jahre die vier italienischen Fahrer Graf Trosfi, Villoresi, Cortese und Rocco an. Sie werden auf dem Formelwagen und dem 1500-ccm-Rennwagen eingesetzt. Der Deutsche Pietsch befindet sich nicht mehr in der Mannschaft.
Schach-Ecke.
Gearbeitet von K. Hel > ing.
Bestrafter Figurenraub.
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In einer kürzlich zwischen zwei Berliner Schachfreunden gespielten Partie kam es zur abgebildeten Stellung. Schwarz hatte zuletzt mit Df7Xb3 einen weißen Turm genommen. Wie spielt Weiß jetzt am stärksten?
Zu oft mit den Bauern gezogen.
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abcdefgh
abcdefgh iim*i
In einer Partie zwischen Schmitt (Weiß) und Grüner (Schwarz) aus einem Breslauer Turnier kam es nach den Zügen 1. d4, Sf6. 2. Sf3, e6. 3. Sbd2, d5. 4. e.3, c5. 5. c3, Sbd7. 6. Ld3, Le7. 7. Se5, Se5: 8. de5: Sd7. 9. f4, 0—0. 10. Dc2, f5. 11.. b3, g5. 12. Lb2, a6. 13. 0—0—0, b5. 14. c4, bc4: 15. Sc4:I dc4: 16. Lc4: Db6 zur abgebildeten Stellung. Da Schwarz den Königsflügel durch feine Bauernzüge sehr gelockert hat, kann Weiß durch eine hübsche Wendung seine starke Läuferstellung zur Geltung bringen. Auf welche Weise?
Lösung
der Schachaufgabe „Zusammenwirken aller Figuren".
Weiß: Kgl, De2, Tel, Tfl, Ld3, Sa5, Bb2, b3, e4, f2, g2, H2 (12). Schwarz: Ke8, Df4, Td8, Tg8, Lc5, Lb7, Ba6, e6, f6, f7, H7 (11). Schwarz gewinnt— 1. .... Td8Xd3! (Das Qualitätsopfer beseitigt den Schutz des Bauern e4.) 2. TclXc5. (Auf 2. Sa5Xb7 gewinnt 2. ..., Td3—H3! 3. g2—g3, Ig8Xg3+. — Nach 2. De2Xd3 ist sowohl 2. ..., Lb7Xe4 als auch
2. ..., Ig8Xg2+ nebst 3.....ßb7X^4+ möglich.)
2 Td3—d2. 3. De2—H5. (Auf 3. De2—c4 folgt 3. ..., Ig8Xg2+. 4. KglXg2, 2)f4—g4+. 5. KH1 —hl. 5. ßb7Xe4+.) 3. Df4Xe4, und Schwarz bringt auf g2 ein.
Lösung
der Schachaufgabe „Angriff und Gegenangriff".
Weiß: Kgl, Ddl, Tal, Tfl, Lb3, Lb2, Sc3, Sf3, Ba2, e4, f2, g2 (12). Schwarz: Ke8, Dd8, Ta8, TH8, Lf8, Sd4, Sg8, Ba7, b7, d6, e5, f7, g7, g4 (14). Weiß gewinnt. — 12. Dd1Xd4! (Dieses Überraschende Damenopfer beseitigt den Schutz gegen das Läuferschach von a4 aus.) 12. ..., e5Xd4. (Nach 12. ..., g4Xf3. 12. 2)b4—a4+ behält Weiß entscheibenbes Uebergewicht.) 13. Lb3—a4+, Ke8—e7. (Danach wirb ber schwarze König über bas ganze Brett geholt unb im feinblichen Lager mattgesetzt. Mit 13.
Db8—b7 könnte Weiß länger Wiberstanb leisten.) 14. (5c3—b5+, Ke7—e6. 15. <5f3Xb4+, Ke6—e5. 16 (5b4—f5 + , Ke5Xe4. (Aus 5. ..., Ke5— e6 folgt 6. Sb5—f4 matt.) 17. Sb5—e3! (Die weißen Figuren schneiben bem König jebe Rückzugsmöglichteit ab. Es broht La4—c2 matt.) 17. ..., Ta8—c8. 18. f2 —f3 + , g4Xf3. 19. g2Xf3+, Ke4—b3. 20. Tal—bl4-, Kb3—e2. 21. Tfl—f2 matt. — Eine luftige Treibjagd!
Die Narrenkappe.
Unter Brüdern.
Lehrer: „Du spielst mit deinen Brüdern aut Schwanenteich. Da kommt ein Fremder und fragt euch nach dem Wege zum Schützenhaus. Ihr zeigt ihm den Weg. Der Fremde gibt euch zehn Pfennige Was werdet ihr da sagest?"
Schüler: „Haben sie nicht zwei Fünfer? Sonst wird Keilerei!"
Das Löwenabenteuer.
Der Afrikaforscher Carl Peters konnte es nicht leiden, wenn man seine Bemühungen um den dunklen Erdteil allzu abenteuerlich auffaßte, und ganz zuwider war es ihm, wenn man ihn nach Jagdgeschichten und Löwenerlebnissen fragte. Gern erzählte er bann folgende Geschichte:
„Ich habe selten Löwen in Afrika gesehen, lleberhaupt bin ich nur ausnahmsweise diesen Raubtieren dicht unter die Augen gekommen. Einmal gab es allerdings eine Begegnung, wo wir uns ungefähr nur einen Meter entfernt gegenüber» standen. Ich war ganz ahnungslos ohne eine Waffe durchs Gebüsch geschleudert, dachte an nichts Böses, b-obacht-ste dabei ein Känauruh, das in langen Sätzen hin und her flitzte, da höre ich ein heiseres Knurren, unb als ich mich umsehe, bemerke ich, baß ich dicht vor einem Löwen stehe, ber gerabe ein Stück Fleisch zerriß, sich aber, gereizt durch meine Annäherung aufrichtete, zum Sprunge duckte unb auf mich losflog —"
Regelmäßig schrie nun ein Teil ber Zuhörer gespannt: „Weiter! Was würbe weiter?" Der anbere Teil bes Publikums bagegen geriet in Zwiespalt unb fragte erstaunt: „Ein Känguruh in afrikanischer Wilbnis ...?" Worauf ber Forscher lächelnb entgegnete:
^,Jn afrikanischer Wilbnis? Bewahre! Im Zoologischen Garten!" E. S.
Wirtschaft.
Bhein-Mainische Börse.
IHitfagebörfe uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 1. tfebr. Die Börse war auch heute ohne Anregung, insbesonbere hielt sich bie Kundschaft weiterhin stark zurück. Geschäftserschwerend kam hinzu, daß zum Monatsbeginn die Limite vielfach noch nicht erneuert worden sind. Die Grundtendenz blieb jedoch nicht unfreundlich.
Am Aktienmarkt war die Zahl der Erstnotierungen sehr klein. Sie erwiesen sich dabei als uneinheitlich bei im ganzen kleinen Veränderungen.» Etwas fester setzten Daimler mit 138 (137,75), Junghans mit 97,75 (97), Berger Tiefbau mit 145,50 (144,50), Conti Gummi mit 218 (217), Westdeutsche Kaufhof mit 106,13 (105,75) und Metallgesellschaft mit 121 (120,75) ein. Montanwerte waren fast ohne Geschäft, Hoesch 0,65 v. H. niedriger mit 109,40, Mannesmann gehalten mit 112, Vereinigte Stahl vorläufig ohne Notiz. IG. Farben blieben bei kleinsten Umsätzen mit 150 (150,25) behauptet, ebenso Reichsbank mit 182. Am Elektromarkt erfuhren Schuckert, die mit 177 (177,50) einsetzten, kleine Anregung durch die Dwidendenerhöhung, auch die übrigen Elektropapiere schwächten sich etwas ab, Gesfürel 137,75 (138,25), Mainkraft 89,50 (90).
Der Renten markt lag wieder sehr ruhig und ziemlich unverändert. Neichsaltbesitz 128,60 (128,65), Reichsbahn-Vorzugsaktien 123 (123), ebenso im Freiverkehr Kommunal - Umschuldung unverändert mit 93,20. Goldpfandbriefe und Kommunal-Odliga- tionen weiterhin unverändert, von Liquidationswerten Rheinische. 101,25 (101,10), Frankfurter Pfand- briefbant 101,20 )101,13). Von Stadtanleihen lagen die beiden Darmstädter bis 0,25 v. H. höher. Jn- dustris-Obligationen schwankten bis 0,25 v. H. Im übrigen lagen Rentenwerte still. Kommunal-Um- schuldung auf 93,15 nach 93,20 nachgedend.
Der Freiverkehr war gefr ,.slos, Dingler knapp behauptet mit 103,50 bis 105,50. Tagesgeld nach dem Ultimo wieder leichter mit 2,50 (2,75) o. H.
Abendbörse ruhig, uneinheitlich.
Auch an der Abendbörse fanden infolge der geringen Kundschaftsbeteiligung nur kleine Umsätze statt. Die Kursentwicklung für Aktien blieb dabei unregelmäßig. Die Veränderungen hielten sich meist unter 1 v. H. Gesfürel allerdings gingen unter den Berliner Schluß von 136,75 auf 136 (137,75) zurück, von anderen Elektrowerten Lahmeyer dagegen 0,75 v. H. höher mit 116,50. Montanpapiere zogen leicht an, Vereinigte Stahl 109,75 (109,65), Buderus 107,50 (107), Ilse Genuß 133 (132,50), Hoesch 109,50 (109,40), Mannesmann unverändert 112, aber Rheinstahl 138,50 (138,25). Für Autowerte
blieb das Interesse im Nachgang zum Mittagsschluß- verkehr etwas reger, BMW. 151 (150), Adlerwerks unverändert 107,50, hingegen Daimler 137,75 (138). IG. Farben weiterhin gut behauptet mit 150, ferner Metallgefellfchaft mit |21, Bemberg mit 138,25, Demag 149,25, Holzmann 149, Moenus mit 125. AG. für Verkehr blieben höher beachtet mit 122,50 (122), andererseits bröckelten Reichsbank auf 181,75 (182), Deutsche Linoleum auf 158 (159), Rheinmetall auf 134,25 (134,50), Conti Gummi auf 217,50 usw. ab. Am R e n t e n in a r f t notierten Mainzer Aktien-Bier nach Pause mit 91,50 (91). Renten waren still, 6 v. H. IG. Farben 119,25, Reichsbahn- Dorzugsaktien 123, im Freiverkehr Kommunal-Um- fchuldung ebenfalls unverändert mit 93,15.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 1. Febr. Es notierten je Tonne in RM.: Weizen W 9 208 (gegen 206 am 30. Jan.), W 11 210 (208), W 12 211 '(209), W 13 212 (210), W16 215 (213), W 18 217 (215), W 19
219 (217), W 20 221 (219). Rogqen RH 194 (191),
R 12 195 (192), R 14 197 (194), R 15 198 (195),
R 16 200 (197), R 17 201 (198), R18 202 (199),
R 19 204 (201) Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste —, Futter- Hafer —. Die Preise für Weizen- unb Roggenmehl sowie für sämtliche Futtermittel einschl. Rauhfutter blieben unverändert. Tendenz: ruhig.
Frankfurter Pferdemarkt.
Frankfurt a. M., 1. Febr. Der Pferdemarkt war reichlich befahren, es standen etwa 100 Pferde mehr als beim letzten Markt zum Verkauf. Ebenso war auch der Besuch diesmal zahlreicher. Es kosteten: norddeutsche Rassepferde 900 bis 1000 RM.; volljährige mittelschwere Arbeitspferde 1100 bis 1200 RM.: Zuchtstuten, tragend 1300 bis 1400 RM; schwerste Belgier Stuten und Wallache 1500 dis 1700 RM.; Schlachttiere I. Qualität 27 bis 28 RM., II Qualität 21 bis 22 RM. je 50 kg Schlachtgewicht. Der Markt wurde bis auf einige Tiere geräumt.
Frankfurter Schtachtviebmarkt.
Frankfurt a. M., 2. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgnde Marktlage: Dorauftrieb 1144 Rinder (342 Ochsen, 139 Bullen, 469 Kühe, 194 Färsen), 398 Kälber, 48 Hämmel, 39 Schafe und 224 Schweine. Es kosteten: Ochsen 35 bis 46,50 Mark, Bullen 39,50 bis 44,50, Kühe 18 bis 44,50, Färsen 35 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hämmel 38 bis 50, Schafe 20 bis 42, Schweine 49,50 bis 58,50 Mark. —- Marktverlauf: Kälber, Rinder und Schweine zu4 geteilt, Hammel unb Schafe mittelmäßig.


