Ausgabe 
2.2.1939
 
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AlleRuhestandsbeamten sind aufgerufen!

e es ihnen nicht vergessen und

Sondergericht in Gießen

Her-

Aus der engeren Heimat

Kl

** Der Sieben

Gegen spröde Gant

die die

Allabendlich mit Nivea-Creme die Haut geschmeidig machen» Dann trotzt sie Wind und Wet»

Vaterlandsliebe ihre Pflicht erfüllten und später da­für Dom System abgebaut worden waren. Der Na­tionalsozialismus hab, ", "/ ''

es ihnen belohnt durch die Angliederung "ihrer Ge­meinschaft an den Reichsbund deutscher Beamten.

Wl

Der Kreisabschnitt Gießen der Gemeinschaft der Ruhestandsbeamten und Beamtenhinterbliebenen trat am gestrigen Mittwochnachmittag mit einem Bortrage an die Öffentlichkeit, der imAquarium" stattfand. Der Kreisvorsitzende, Oberamtsrichter a. D. Th. Iost (Gießen), erläuterte eingangs die Zu­ständigkeit der Gemeinschaft für Ruhestandsbeamte aller Kategorien, des Staats, der Stadt, der Post, Reichsbahn, Polizei, Lehrer usw. und vor allem für die Beamtenhinterbliebenen.

Der Hauptstellenleiter des Amtes der Beamte und Vertreter des Reichsbundes deutscher Beamten, Pg. Lorenz Eifert, begrüßte die Ruhestands­beamten als die Schrittmacher für das Beamtentum des Dritten Reiches, die in schwieriger Zeit aus

500 Mark Belohnung für die Ergreifung des Mörders Dörr.

LPD. Frankfurt ä. M., 1. Febr. Zu dem Verbrechen an der Witwe Minna Kirchner in Eschborn wird weiter mitgeteilt, daß der Mörder Dörr von einem zuverlässigen Zeugen am 31.Ja­nuar gegen 9 Uhr auf dem Waldweg, der von Schwanheim nach Kelsterbach führt, gesehen worden ist. Dörr fuhr auf einem alten Damen-Fahrrad in schnellem Tempo in Richtung Kelsterbach, ist dann in Richtung Fahrstraße FrankfurtSchwanheim Kelsterbach abgebogen und fuhr, nachdem er die Straße überquert hatte, auf dem Pfad, der zur Höchster Mainfähre führt, weiter. Dorr war verstört, sehr aufgeregt, und die Haare hingen ihm wild ins Gesicht. Er trug einen halblangen Winterrock, der ihm nach Angaben des Zeugen zu groß war. Weiter trug er einen grauen Schal, also nicht mehr den blauen mit roten Streifen wie bisher. An alle Eigentümer von alleinstehenden Schuppen und Ge­bäuden ergeht die dringende Bitte, in denselben nach Dörr zu fahnden, da mit hoher Wahrscheinlich- feit anzunehmen ist, daß er in derartigen Gebäuden nächtigt bzw. sich auch am Tage aufhält. Die Krimi- nalpolizei-Leitstelle Frankfurt a. M. hat im Einver­ständnis mit der Staatsanwaltschaft für die Ergrei­fung des Täters oder für Angaben und Hinweise, die zur Ergreifung des Mörders führen, eine Belohnung von 500 Mark ausgefetzt. Die Belohnung ist aus­schließlich für Personen aus der Bevölkerung be­stimmt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt jede Poli­zeidienststelle und die Mordkommission im Polizei- Präsidium Frankfurt a. M., Zimmer 401, entgegen.

Lokale Geflügelausstellung in Klein-Linden.

Es liege nun an jedem Ruhestandsbeamten und den Beamtenhinterbliebenen, sich in die große Front ein­zureihen und mitzumarschieren für ein großes, star­kes und glückliches Deutschland.

pg. Gläßner, Frankfurt a. M.

als Gauvorsitzender, sprach dann über Zweck und Ziel der Gemeinschaft, die auf eine Anregung des Führers durch den Reichsbeamtenführer Neef ge­schaffen wurde. Durch die Gemeinschaft soll das große Ziel der einheitlichen Zusammenfassung der Ruhestandsbeamten und Beamtenhinterbliebenen Großdeutschlands unter der Schirmherrschaft des Reichsbeamtensührers gefördert werden. Besonders ür die Beamtenhinterbliebenen bedeutet die Gemein- chaft die einzige Stelle, die ihre Belange vertreten kann. Die Ruhestandsbeamten müßten dem Führer ihre Dankbarkeit dafür, daß er die rechtlichen An­sprüche auf ein Ruhegehalt festgelegt hat, nachdem

mungen erwartet. In Zweifelsfällen erhalten Handwerker kostenlos nähere Auskunft durch Deutsche Arbeitsfront.

Son seinen Kameraden

zur letzten Ruhe geleitet.

kann.

** Verkehrssünder. Die Polizei schritt in der Zeit vom 20. bis 26. Januar ein: gegen Kraft- fahrzeugsuhrer mit 8 Anzeigen und 5 gebühren­pflichtigen Verwarnungen; gegen Fußgänger mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung.

Gedentt der hungernden Vögel.

Am Dienstag wurde auf dem Friedhof zu born der unter tragischen Umständen verstorbene Hellmuth Opitz, Student der Gießener Uni­versität, beigesetzt. Eine Kameradschaft des NSD.- Studentenbundes und die Ortsgruppe des Reichs-

NS.-Gemeinschast Kraft durch Freude"

ein-Linden, 30. Jan. Nachdem einige Mitglieder desGeflügelzüchtervereins Klein-Linden 1931" in den verflossenen

kriegerbundes, zusammen mit einer großen Trauer­gemeinde, gaben dem Toten das letzte Geleit. Nach den Worten des Geistlichen am Grabe widmete Studentenschaftsführer Frank im Namen der Gießener Studentenschaft dem toten Kameraden einen letzten Gruß. Im Auftrage des Rektors der Universität Gießen und als Dekan der medizinischen Fakultät sprach Professor Elze und schilderte den Entschlafenen als pflichttreuen und befähigten Stu­denten, dessen Verlust die Professoren- und Studen­tenschaft aufs tiefste bewegt. Kameradschaftsführer H u n s i ck e r hob hervor, daß der 'Tote als Vorbild treuer Bereitschaft und echten Gemeinschaftsgeistes bei seinen Kameraden unvergessen bleiben werde. Für die medizinische Fachschaft legte Fachschaftsleiter Stumpf- einen Kranz nieder, Dr. König tat dies im Namen des Hochfchulinstituts für Leibes­übungen. Als letzter gedachte der Vertreter des Reichskriegerbundes des jung Verschiedenen.

Gießener wochenmarttpreise.

* Gießen, 2. Febr. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, XA kg 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 4 bis 9, Wirsing, % kg 12 bis 16, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 7 bis-8, Grünkohl 18 bis 20, Rosenkohl 40, Feld­salat, 1/io 12 bis 15, Tomaten, % kg 45 bis 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 35 bis 60, Schwarz­wurzeln 25 bis 40, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 43 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,65 Mark, Aepfel, kg 35, Nüffe 45 bis 50, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich 5 bis 15 Pf.

** Ehrung in der gewerblichen Be­rufsschule. Den Berufsschullehrern Heinrich G ö r z und Friedrich O st wurde heute das vom Führer verliehene goldene Treudienstehrenzeichen für 40jährige treue Dienstzeit an der Volks- und Berufsschule durch Schulrat N e b e l i n g im Bei­sein sämtlicher Lehrkräfte feierlich überreicht.

** Eine Zweiundachtzigjährige. Am heutigen Donnerstag, 2. Februar, kann Frau Klara Glas, Mühlstraße 5, in geistiger und körperlicher Frische ihren 82. Geburtstag feiern. Die hochbetagte Frau, aus der Pfalz gebürtig, hat sich Mundart und Humor unverfälscht erhalten. Sie gehört feit vielen

sie vom System beseitigt worden waren, dadurch zum Ausdruck bringen, daß sie nun, seinem Wunsche entsprechend, dem Ruf der Sammlung und des Zu­sammenschlusses folgen. Die Gemeinschaft ist dem Hauptamt für Beamte der Reichsleitung der NSDAP, unterstellt und arbeitet mit den Dienststel­len des RDB. zusammen. Ihr wichtigstes Ziel ist die Durchdringung der Mitglieder mit nationalsoziali­stischem Gedankengut, sie verfolgt aber auch den Zweck der Pflege der Kameradschaft, der Beratung und der sozialen Betreuung der Mitglieder.

Der Vortragende unterstrich auch die Bedeutung der Mitarbeit der Hinterbliebenenfrauen und gab dann einen Ueberblick über den Aufbau der Gemein­schaft und die sozialen Einrichtungen und Vergün­stigungen, die den Mitgliedern zur Verfügung stehen. Als ein Verdienst der Gemeinschaft bezeichnete er die Zurückerstattung der Beträge aus der sog. Zwangssparkasse" des Systems an die Ruhestands­beamten und nannte einige der Erfolge, die durch die Vermittlung der Gemeinschaft bei den Behörden und durch Zusammenarbeit mit dem RDB. erreicht werden konnten.

Pg. L. Eifert unterstrich die Bedeutung der Teilnahme der Mitglieder an den Einrichtungen und Vorträgen der NSG.Kraft durch Freude", die in Gießen sehr vielseitig und gerade dem Ruhestands­beamten willkommen sind.

Gauvorsitzender Gläßner ergänzte diesen Hin­weis durch die Bekanntgabe, daß z. B. Gießener Ruhestandsbeamten auch die Vorzüge in anderen Städten in Anspruch nehmen können.

Kreisvorsitzender Jost betonte, wie manchem Be­amten die Kameradschaft mit einem Berufskamera- den erwünscht sei, die er hier finde, und wie viele, die nicht als Eigenbrödler angesehen sein möchten, hier Gelegenheit fänden, in der Volksgemeinschaft aufzugehen.

hetzende und verleumderische Aeuherungen gegen das Reich und seine führenden Persönlichkeiten ge­tan zu haben. (Vergehen gegen § 2 Abs. 1 und 2 des Heimtückengesetzes vom 20.12. 34.)

Der Angeklagte war früher Vorsitzender der SPD. in Schotten und Mitglied des Reichsban­ners. Nach feinen Angaben ist er 1932 aus beiden Organisationen ausgetreten. Die ihm zur Last ge­legten Aeßerungen, die er nicht bestreitet, will er nicht in böser Absicht getan haben.

Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rück­sicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Ange­klagten eine Gefängnisstrafe von drei Monaten.

Der Verteidiger beantragte mit Rücksicht auf das einwandfreie Verhalten des Angeklagten feit 1933 auf eine wesentlich geringere Strafe zu er­kennen.

Der Angeklagte wird zu einer Gefängnis­strafe von 2 Monaten verurteilt.

Monaten auf einer Anzahl führender Ausstellungen mit ihren Tieren sehr gute Ergebnisse erzielen konnten, wurde am Samstag und am Sonntag un­serer Einwohnerschaft die Gelegenheit geboten, sich selbst von der Arbeit der hiesigen Geflügelzüchter zu überzeugen.

In dem Saale der WirtschaftZllr Burg" hatten die Mitglieder des Vereins eine örtliche Geflügel­schau veranstaltet, um auch den andern Volksgenos­sen einen Einblick in die Wirtschaftlichkeit einer hoch­stehenden Rasse-Geflügelzucht zu geben und sie dazu anzuregen, wenn nicht gerade Züchter, so doch wenigstens Geflügelhalter zu werden.

Die Beschickung der Ausstellung mit 72 Nummern, bei kaum mehr als 20 Mitgliedern, bewies, mit welchem Eifer sich die Klein-Lindener Geflügel­züchter befleißigten, am Gelingen des zweiten Vier- jahresplanes mitzuarbeiten. Auch die Gemeindever­waltung hatte ihr Interesse an der wichtigen Sache bekundet und dem Verein einen Geldbetrag für Auszeichnung der Tiere überwiesen Als Richter nahm Heinrich Jäger II. (Ober-Hörgern), em er­fahrener Fachmann, die Bewertung der Tiere vor. Nach feiner Ansicht war das ausgestellte Material von guter Qualität.

Die höchste Auszeichnung errang die Rasse Weiße Leghorn des Mitgliedes H. Rau, nämlich den Reichsfachgruppen-Ehrenpreis. Die beste Gesamt­leistung zeigte der Dereinsführer August Lenz, der mit zehn ausgestellten Tieren 51 Punkte er­zielte und dem somit der Leistungspreis des Vereins gebührt.

Nachstehend ist das weitere Ergebnis der Bewer­tung aufgeführt: (Es bedeuten sgZ = sehr gut, Zu- satzpreis; sgl --- sehr gut 1. Preis; fg2 = febr gut, 2. Preis; fg3 = sehr gut, 3. Preis; g = gut; RFE Reichsfachgruppenehrenpreis.)

Abteilung Hühner.

Italiener, silberfarbig: Wilhelm Schlosser, auf einen Stamm sgl, Z, auf Einzeltiere sgl, Z, zwei­mal fgl, fg2, dreimal g. Lachshühner, lachsfarbig: Joseph Grosser, sgl, Z, sgl, sg2 dreimal g. Rhodelimder: August Lenz, fgl, Rheinländer:

des Vereins. Der bisherige Vereinsführer Wilhelm Will wurde einstimmig wiedergewählt. Auch feinee Mitarbeiter bleiben weiterhin im Amt. Mit einem Liede wurde der Abend beschlossen.

) ( Ruppertsburg, 30. Jan. Zu einer schö« nen Feierstunde gestaltete sich die Einweihung des neuen Gerätehauses der hiesigen Freiwilligen Feuer­wehr. Die Wehr war vollzählig angetreten und hörte zunächst die Ansprache des Reichsführers ff Himmler zumTag der deutschen Polizei". Dann folgte die Flaggenparade. Bürgermeister und Orts­gruppenleiter W. Lind hielt anschließend die An­sprache zur Uebergabe des Gerätehauses. Er wies darauf hin, wie notwendig schon lange der nun voll­endete Neubau war und dankte allen, die mithalfen, dieses schöne, prakttsch und neuzeitlich eingerichtete Gerätehaus zu erbauen. Er wandte sich mit Worten herzlichen Dankes an die Wehr, die wiederholt ihre Schlagkraft und ihren Opfermut im Dienste der Ge­meinde gezeigt habe. Er gab der Hoffnung Aus­druck, daß der Geist der Disziplin und Kamerad­schaft in der Wehr stets erhalten bleiben möge, Nachdem er den Führer als leuchtendes Beispiel vor Augen gestellt hatte, übergab er das Haus der Wehr, deren Führer, Oberbrandmeister Aug. Stein, es mit dankenden Worten übernahm. Mit einem Sieg-Heil!" auf den Führer war die Feier am Gerätehaus beendet. Ein Kameradschaftsabend in der Gastwirtschaft Wagner schloß sich an.

Der Karl Haas aus Lollar wurde beschuldigt, am 15. September 1938 in Alsfeld verhetzende und verleumderische Aeußerungen gegen Führer und po­litische Einrichtungen des Reicks getan zu haben. (Vergehen gegen § 2 Abs. 1 und 2 des Heimtücken­gesetzes vom 20.12.34). Der Angeklagte ist be­reits wegen Vergehen gegen das Heimtückengesetz mit 3 Monaten Gefängnis vorbestraft und wegen polittscher Aeßerungen durch die Staatspolizei ver­warnt. In 1933 war er auch einige Zeit im Kon­zentrationslager. In der Hauptverhandlung sagten sämtliche Zeugen belastend aus.

Der Vertreter der Anklage beantragte mit Rück- sich auf das seitherige Verhalten des Angeklagten eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten.

Der Verteidiger beantragte für den Fall, daß der Angeklagte für schuldig befunden würde, auf eine wesentlich geringere Strafe zu erkennen.

Der Angeklagte wurde mangels ausreichenden Beweises freigesprochen unter Belastung der Reichskasse mit den Kosten.

Schifahrer! Achtung!

Sonntag, den 5. Februar, fährt die NS.-Gemein- schaftKraft durch Freude" mit Omnibussen nach dem hoherodskopf. Fahrpreis bis zum Klubhaus 3, RM. Anmeldungen müssen umgehend auf der Geschäftsstelle, Seltersweg 60, erfolgen. 753D

Oie Beitragshöhe in der Altersversorgung der Handwerker. NSG. Durch das Gesetz vom 31. Dezember 1938 über die Altersversorgung für das deutsche Hand­werk sind die selbständigen Handwerker der An­gestelltenversicherung angeschlossen worden. Dabei sind die Bestimmungen liber die Beitragshöhe für die Handwerkerversicherung von entscheidender Be­deutung. Während sonst nur das Einkommen aus der versicherungspflichtigen Tätigkeit der Sozial­versicherung unterliegt, bestimmt das Gesetz für die Versicherungspflicht der selbständigen Handwer­ker, daß das Jahreseinkommen erfaßt werden soll. Es ist somit für die selbständigen Handwerker auch das Einkommen aus Handel, landwirtschaftlicher Betätigung, Kapitalbesitz usw. versicherungspflich- tig. Wie das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront mitteilt, soll mit diesen Bestimmungen erreicht wer­den, daß die Renten, die sich nach den eingezahl­ten Beiträgen richten, der Lebenshaltung des Ver­sicherten entsprechen sollen. Da das Einkommen der Handwerker teilweise erheblichen Schwankun­gen unterliegt, taucht die Frage auf, welche Mar­ken monatlich geklebt werden müssen. Hierüber werden demnächst besondere Durchführungsbestim-

Gestern standen vor dem Sondergericht drei Fälle zur Aburteilung.

Der Wilhelm Ortmüller aus Gießen, seit 3. Dezember 1938 in Untersuchungshaft, ist beschul­digt, am 20. November 1938 in Gießen gehässige, hetzerische, von niedriger Gesinnung zeugende Aeuße­rungen gegen das Reich und seine führenden Per­sönlichkeiten getan zu haben. (Vergehen gegen § 2, Absatz 1 des Heimtückengesetzes vom 20.12.34.) Der Angeklagte bestritt jegliche Schuld. Die Beweis­aufnahme ergab einwandfrei, daß der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Aeußerungen getan und stets in der unflätigsten Weife gegen die national­sozialistische Regierung, ihre Einrichtungen (SA. usw.) und die Beamten geschimpft hat. Der Ange­klagte ist mehrmals wegen Vergehens gegen das Heimtückengefetz (zuletzt mit neun Monaten Gefäng­nis), außerdem wegen anderer politischer und son­stiger Vergehen vorbestraft und war auch einen Monat im Konzentrationslager. Die Familienver- hältniffe des Angeklagten waren die denkbar schlech­testen, weshalb auch die Kinder in Fürsorgeerzie­hung tarnen.

Der Anklagevertreter führte aus, daß es sich hier um einen asozialen, arbeitsscheuen Menschen handle, auf den auch die zuletzt verbüßte neunmonatige Gefängnisstrafe wegen des gleichen Vergehens nicht im geringsten gewirkt habe, und beantragte, um dem ÄngeklaAen noch einmal Gelegenheit zu geben, auf eine andere Bahn zu kommen, eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren, die Untersuchungshaft aber wegen bes lügnerischen und heuchlerischen Verhaltens des Angeklagten nicht anzurechnen.

Der Verteidiger beantragte, auf eim wesentlich geringere Strafe zu erkennen, dem Angeklagten auch die Untersuchungshaft anzurechnen.

Das Gericht erkannte auf eine Gefängnis­strafe von zwei Jahren unter Belastung des Angeklagten mit den Kosten.

*

Der Heinrich Kniese aus Schotten wird be­schuldigt, am 9. November 1938 in Ober-Gleen ver-

Iahren zum treuen Leserkreis des Gießener Anzei­gers. (Unseren Glückwunsch zum Geburtstag!)

** Zugestellte Steuerbescheide Der Oberbürgermeister gibt bekannt, daß als Termin für die Zustellung aller Steuerbescheide der 1. Februar 1939 festgesetzt ist.

** Spielplanänderung im Stadt­theater. Aus technischen Gründen kann die für Freitag, 10. Februar, angefetzte Erstaufführung der OperDer Rosenkavalier" an diesem Tage nicht stattfinden. Es gelangt dafürBerenize", Tragödie von Jean Racine, zur Aufführung. Die Erstauf­führung der großen OperDer Rosenkavalier" fin­det nunmehr am Dienstag, 14. Februar, statt.

2 -. 2'---..fchläfer gehört zu den geschützten Tieren! Zu der Auskunft über den Siebenschläfer (in unserem Briefkasten vom vorigen Samstag) wird uns von dem Kreisbeauf­tragten für Naturschutz mitgeteilt, daß der Sieben­schläfer zu den in ganz Deutschland geschützten Tieren gehört, deren Fang mit Strafe bedroht ist. Es kann dem Fragesteller vom Samstag nur dringend ge­raten werden, das Tier sobald als möglich dort in Freiheit zu setzen, wo er es fand. Er setzt sich der Bestrafung aus, wenn er das Tier zurückhält. Da im Hangelstein auch Siebenschläfer vorkommen, ist der Kreisbeauftragte für Naturschutz, Studienrat Hölzel in Gießen, Hitlerwall 29, Fernsprecher 4336, bereit, das Aussetzen jenes Siebenschläfers zu übernehmen, damit das Tier so untergebracht wird daß es seinen unterbrochenen Winterschlaf fortfetzen

aus der Inventur der nunmehr am 1. Januar 1940 obzugebenden Vermögenssteuererklärung zugrunde gelegt werden, so daß eine nochmalige Inventar­aufnahme Ende dieses Jahres nicht erforderlich fein wird.

gis. Großen-Bufeck, 31.Ian. Hier sprach vor den Mitgliedern der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau Wrede (Gießen). Der Abend wurde mit einer kleinen Feierstunde er­öffnet. Frau Wrede gab einen Ueberblick über dis großen Taten des Führers im vorigen Jahre. Sie sprach vom rechten Nationalsozialismus der Frau und rief alle Frauen, auch die oes Deutschen Roten Kreuzes, zur Mitarbeit auf. Sie bat die Frauen, recht eifrig zu fein in der Werbung neuer Mitglie­der für das Deutsche Frauenwerk.

= Leihgestern, 30.Jan. Der Turnver- einFrischauf" Leihgestern hielt im Der« einslokalZum Löwen" feine Generalversammlung ab. Vereinsführer Will gab einen Ueberblick über die Ereignisse des Jahres 1938 und betonte, daß die dem Verein gestellten Aufgaben zur Zufriedenheit erfüllt wurden. In weiteren Darlegungen sprach er über den Zweck und die Ziele des Nationalsozialisti­schen Reichsbundes für Leibesübungen. Er erinnerte ferner an die Beteilung an den großen Turnver- anftaüungen innerhalb unserer Heimat, bei denen mancher schöne Sieg errungen werden konnte. Der Kassenbericht, durch Kassenwart Jung gegeben, zeigte einen günstigen Stand der Geldverhältnisse

schwarz: Friedrich Allendörfer, sgl, Z, sgl, sg2, g. Italiener, rebhuhnfarbig: Fritz Weller, g. Italiener, schwarzscheckig: Ernst Jünger, g. Italiener, schwarz: Otto Lippert, sgl, fg2, g. Italiener, braun: Friedrich Klingelhöfer, fgl, Z, sg2, sg, g Leghorn, weiß: Hermann Rau, fgl, RFE, fgl, fg. Altstelerer, braun: fgl, Z, fg3, zweimal g; August Lenz, fg2, g; Georg Lutz, g.

Abteilung Tauben.

Hessische Kröpfer, schwarz: August Lenz, sgl, Z, fg2; Karl Hinterlang, sg3; Wilhelm Schlosser, zwei­mal g. Hessische Kröpfer, riefelköpfig: August Lenz, sgl. Hessische Kröpfer, getigert: Karl Hinterlang, fgl, Z, dreimal g. Englische Zwergkröpfer, fchwarz gehämmert: Otto Lippert, fgl, Z, viermal g. Straf­fer, blau: August Bierau, fgl, Z, g. Schautauben, hell mit roten Schwingen: Georg Lutz, fgl, fg2, fg3, viermal g. Schautauben, gelb mit hellen Schwingen: August Lenz, fgl, Z, sgl, sg2, g. Thürin­ger Flügeltauben, blau: Reinhold Weigel, sgl, sg2, zweimal g. Thüringer Schwalben, fchwarz: Rein­hold Weigel, sgl, Z, g.

Tödlicher Sturz vom Fahrrad.

* Launsbach, 2. Febr. Heute morgen gegen 7 Uhr ereignete sich an einer abschüssigen Stell- auf der Straße zwischen unserem Orte und der Krof- dorfer Straße ein schwerer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der hiesige, etwa 60 Jahre alte, verheiratete Lagerist Wilhelm P f a f f, der in einem Gießener Geschäftshaus tätig war, kam, als er sich mit feinem Fahrrad unter­wegs zu feiner Arbeitsstätte befand, aus irgend­einem, bisher noch nicht festgestellten Grund zu Fall und stürzte so schwer, daß er auf der Stelle tot liegen blieb. Arbeitskameraden, die ihm folgten, fanden den bedauernswerten Mann bereits entseelt vor.

Landkreis Gießen.

wg. Großen-Buf eck, 1. Febr. Am heutigen Mittwoch kann der Landwirt Christoph Kimmel, der zweitälteste Einwohner unserer Gemeinde, seinen 91. Geburtstag begehen. Der Hochbe­tagte, der zuletzt Wilhelmstraße 4 wohnte, ist gegen­wärtig in der Landespflegeanstalt zu Gießen unter­gebracht. Leider ist sein Gesundheitszustand nicht mehr der beste. (Herzlichen Glückwunsch zum Ge­burtstag!)

2RunÖfunfprogromm

Frellag. 3. Februar.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach­richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Steckenpferd und Reiters­mann. 10: Schulfunk. Wir rufen zum Reichsberufs­wettkampf 1939. 10.30: Sport in den Adolf-Hitler- Schulen. Ein Ryndfunkbericht von der Ordensburg Sonthofen. 11.30: Ruf ins Land. 12: Mittagskon­zert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Die große Over. Szenen aus Aida", von Giuseppe Verdi. 15: Kleines Konzert. 15.30: Männer machen uns das Leben leicht. Eine Plauderei von Einrisse Kahlenberg. 16: Nachmit­tagskonzert. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.15: Bücher, von denen man spricht. 18.30: Volksmusik. Dazwischen plaudert Erwin Bolt. 19.15:27 Millionen WHW.-Abzeichen aus Jdar- Dberftein". Bericht aus der Jdar-Obersteiner Edel-- steinfchleifindustrie. 19.25: Tagesspiegel. 19.30: Der sröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbe­wegung Adolf Hitlers. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Unterhaltungsmusik. 20.45: Aus der Cafa d'Italia: Kammermusik von Robert Schumann. 22: Nachrichten. 22.20: Deutsche und Wehrmacht-Schi­meisterschaften. 18-Kilometer-Langlauf. 22.40: Un­terhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

6. TB., Lollar. Ihre Beanstandung besteht zu Recht. In dem ArtikelLaßt die Anwartschaft nicht verfallen!" muß es richtig heißen:Die fteiwilligö Höherversicherung ist zulässig."

Sprechstunden der Deduktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach« mittag geschlossen.