Nr. 256 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Mittwoch,!. November IYZY
Aus -em Reiche der $rau
Soziale Frauenberufe
Helfen und Führen!
13nn Or. L. Henckel
Gießener Stavttheater.
Shakespeare: „Das Wintcrmärchcn".
Daß das Stadttheater die Reihe seiner „Klassiker"- Aufführungen, an deren Spitze Hebbels Eignes Dernauer" stand, nun mit Shekaspeares „Wmter- märchen" fortsetzt, hat sicher einen tieferen Grund als das Vorliegen einer neuen Ueberfetzung. Wenn die Geschichte von der schönen Augsburger Baderstochter und dem stolzen Bayernherzog wre eine germanische Heldensage klingt, so beschwort Shakespeare mit seinem Zauberstab die Welt des germanischen Märchens. - Dazu gehören auch die antikisierten Namen, die dem Geschmack der Zeit entsprechen und die phantastische Landschaft, über deren geographische Unmöglichkeit man sich übrigens nicht zu alterieren braucht, wie ältere Kritiker es taten, denn wirklich stieß Böhmen einmal unter dem Przemysliden Ottokar II. im 13. Jahrhundert durch den Besitz Istriens ans Meer, so daß die Szenenbezeichnung im 3. Aufzug „Böhmen, eine öde Gegend in der Nähe des Meeres" auch der historischen Prüfung standhält. Dies sei nur für die Gewissenhaften vermerkt, die dem Komödienschreiber und Märchenerzähler diese dichterische Freiheit nicht gestatten wollen. Und das Wintermärchen ist ein wirkliches und echtes Märchen.
„Es war einmal", so beginnt es und erzählt dann von dem König, den wie ein böses Fieber aus heiterem Himmel die Eifersucht überfiel, so daß er befahl, seinen königlichen Gastfreund zu toten und seine edle tugendreiche Gemahlin gefangenzusetzen. Frostig und düster, wie ein rechter Winterabend, setzt die Handlung ein, kaum darf man noch auf eine glückliche Wendung des Schicksals hoffen. Der königliche Gast aus Böhmen vermag zwar zu entfliehen, aber Hermione, die Königin, ist, so wird berichtet, nach der Geburt eines Mägdleins im Kerker gestorben, die Tochter, die der König nicht als die femige anerkennt, befiehlt er auszusetzen,' und als Strafe der Götter für die Mißachtung des apollinischen Orakels muß der König auch den Tod feines einzigen Erben hinnehmen. Er steht allein, mit sich und der Welt zerfallen, von nagender Eifersucht gepeinigt, aber fast mehr noch schwer von bohrenden Zweifeln gefoltert, ob sein Verdacht der Treulosigkeit seiner Frau wirklich begründet war.
So düster und hoffnungslos scheint eine Tragödie zu enden, wenn nicht ein Lichtstrahl bliebe. Das im Kerker geborene und zur Aussetzung verurteilte Töchterchen des sizilischen Königs wird in Böhmen, dem Lande des einst schwer beleidigten Gastfreun
Der Aufführung im Stadttheater war zum ersten Mal eine neue Ueberfetzung von Hedwig Schwarz zugrundegelegt worden. Der Versuch, die überlieferten Shakespeare-Uebersetzungen der Romantiker durch freiere Uebertragungen zu ersetzen, die dem modernen Stilgefühl und moderner Auffassung besser entgegenkommen mögen, hat vor einigen Jahren zu lebhaften Debatten geführt, ohne daß damals eine befriedigende Lösung des Problems gefunden wurde. Man wird zugeben müssen, daß die Shakespeare-Uebersetzungen der Romantiker recht ungleichmäßig find, selbst einzelne Partien in denselben Werken sind sehr unterschiedlich getroffen. Man hätte meinen sollen, daß eine
Bei der gestrigen Aufführung erwies sich di« neue Ueberfetzung in der Bearbeitung von Dr. Han- nes R a z u m als flüssige und dem Ohr leicht ein» gängliche Bühnensprache. Die Spielleitung Razums hatte die tragischen Akzente der ersten Aufzüge in harter Profilierung scharf herausgearbeitet, wie auch die heiter-grotesken Züge der Schäferszenen und die fast übersinnlich-märchenhafte Stimmung des großen Schlußauftritts sicher getroffen waren, unterstützt von den Bühnenbildern Karl Löfflers, dessen schlicht gegliederte, antik stilisierte Mauer für vielerlei Verwandlungen ein brauchbarer Hintergrund war.
Hilmar Manders war der Sizilierkönig, finster brütend über seinem Verdacht, unbeherrscht aufbrausend in seiner Eifersucht, ein rasendes
Noch prallt jedes Feindeswort ab. Aber wenn das Schwergewicht einer langen Dauer erst fühlbar wird, dann werden die Schwachen sichtbar werden. Das ist die Zeit des Einsatzes der Heimatfront gegen den allgegenwärtigen Feind der Lüge und Verführung. Dann heißt es die Zweifel vernichten, den Glauben stählen, den Willen steinhart machen. Dann heißt es den Wall der Verteidigung im Innern aufrichten gegen schädigende äußere Macht, und allen Willen und alle Kraft einlenken in jenen einzigen großen Strom, der mit dem Kampf der Männer einig geht, der unseres großen Volkes heiliges Recht erstreiken muß, unser Recht auf Gottes Erde. Auch für die Heimakfront ist es heute eine Ehrensache und Ehrenpflicht, ganz einzustehen, heute, da an dem ersten Platze im Kampfe der Führer steht, und da im Angesicht aller der deutsche Mann unvergleichlich tapfer sein Werk vollbringt. Wie sollten wir in der Heimat da klein sein?
des, in einer „öden Gegend am Meer" von Schäfern gefunden und gerettet. Und nun hebt das rechte Märchen an. Wie milde Frühlingssonne erstrahlt das Wunder des Märchens und laue Lüfte eines romantischen Schäferspiels verscheuchen den eisigen Hauch der Tragödie. Eine rechte Märchengestalt, die Zeit, „die Irrtum knüpft und löst im Lauf der Welt, die Gut und Böse wägt in Lust und Schrecken", hilft uns in kühnem Gedankenflug sechzehn Jahre zu überspringen, und gibt „ein neu' Gesicht der Szenerie", als schliefen wir inzwischen. Das sizilische Königstöchterlein ist als Perdita, die Verlorene, bei den böhmischen Schäfern als ihr Kind zur herrlichen Jungfrau erblüht und wird dort eines Tages von Florizel, dem Sohn des Böhmenkönigs, entdeckt. Ganz märchenhaft entfvinnt sich die Liebesgeschichte vom Prinzen und der Schäferstochter. Und nun entrollt der Dichter mit sichtlichem Behagen an ländlich-bäuerlicher Drolerie und närrischem Mummenschanz heitere Bilder vom Fest der Schafschur, das mit allen Requisiten der Komödie, täuschenden Verkleidungen und neckischen Spitzbubenstreichen zu einem wahren Irrgarten wird, der dem Böhmenkönig Gelegenheit gibt, den Liebespfaden seines Sohnes nachzuspüren. Schließlich entführt der Böhmenprinz seine schöne Perdita, die vermeintliche Schäferstochter, nach Sizilien, der königliche Vater eilt hinterdrein und so gibt es am Hof des gealterten, gänzlich zerknirschten und geläuterten Sizilierköniqs ein allgemeines Wiedersehen. Nun kommt alles ans Licht. Der gute Geist des Märchens nimmt Schleier auf Schleier fort von den Geheimnissen, die noch trennend zwischen den zueinanderstrebenden, aber sich noch nicht auskennenden Menschlein stehen. Perdita entpuppt sich als die Königstochter, der der Böhmenprinz nun mit dem Segen des Vaters die Hand reichen kann. Und um das Glück voll zu machen, tritt unter die wieder Vereinten nun auch die edle Königin Hermione, die einst im Kerker vermeintlich Gestorbene. Wie sie, um den Gatten nicht durch ihr plötzliches Erscheinen zu Tode zu erschüttern, als Marmorstatue ihm vorgeführt wird und langsam erst zu Blut und Leben zurückkehrt, das ist vom Dichter im spannenden Zwielicht von Wirklichkeit und Märchenwelt gehalten, auf daß das Wort wahr werde, mit dem er die Betrachter seines Wintermärchens aus dem Zauberreich der Phantasie in den nüchternen Alltag entläßt: „Das Leben scheint dem Märchen hier zu gleichen."
August Wilhelm von Schlegel, der den Deutschen erst die Welt des größten Dramatikers germanischen Geistes eröffnet hat, jagt in feinen Vor
Wenn heute unserer weiblichen Jugend ganz besonders nahegelegt wird, sich den sozialen Frauen-, berufen zuzuwenden, so geschieht das in mehrfacher Begründung. Ein Beruf wird uns stärker erfüllen, beglücken und Unsere Leistung steigern, je mehr er unseren Anlagen und Fähigkeiten entspricht, und gerade die Aufgaben in den weiblichen Sozialberufen sind in ihrer Vielseitigkeit abgestimmt auf die natürliche Berufung der Frau wie wohl in keinem anderen Beruf. Durch die erweiterten fürsorgerischen und gesundheitlichen Maßnahmen ist die soziale Hilfstatigkeit nach ganz neuen Gesichtspunkten einer bewußten Erb- und Rassenpslege ausgebaut worden, und der Einsatz der Frau im Pflege- und Fürsorgedienst beschränkt sich nicht mehr allein auf die Hilfeleistung an den kranken oder in soziale Not geratenen Menschen, nein, ihre Tätigkeit ist auch ausgerichtet auf die Erhaltung und Festigung des gefunden Lebens. Nicht nur zu helfen gilt es, sondern H e I f e n u n b Führen kennzeichnen jetzt den weitumfassenden Pslichtenkreis in den sozialen Frauenberufen. Dabei ist von ganz großer Bedeutung der geistig-seelische, von nationalfozialisüschem Denken bestimmte Einfluß der Frau.
Der Betreuung und Erziehung unserer Jugend widmet sich die Kindergärtnerin und Hortnerin. In den Kindergärten, die die Kleinen bis zum 6. Lebensjahr umfassen, in den Horten, die die schulpflichtigen Kinder bis zum 14. Lebensjahr auf nehm en, in den Erntekindergärten auf dem Lande und in Kindererholungsheimen bieten sich vielseitige Möglichkeiten zur Betätigung. Gerade durch den ständigen Ausbau der sozialpädagogifchen Erziehungsarbeit der NSV. ist der Bedarf an fachlich und ideell geschulten Kräften ständig gestiegen. Diese Arbeit an unserer Jugend ist eine Quelle der Freude für unsere deutschen Mädel, die vor der verantwortungsvollen Ausgabe stehen, die Heranwachsende Generation in einem entscheidenden Lebensabschnitt geistig und körperlich zu fördern. Hier kann unsere weibliche Jugend ihre mütterlichen Kräfte voll entfalten. Die Kindergärtnerin hat zudem eine nahe Verbindung zum Elternbaus. Durch die Mütterabende steht sie in ständigem Austausch mit den Frauen, gewinnt ihr Vertrauen, darf ihnen Beraterin und Helferin sein in gesundheitlichen und erzieherischen und auch hauswirtschaftlichen Fragen und schöpft aus dieser engen Verbindung mit den Müttern wiederum neue Anregung für die eigene Arbeit.
Die Ausbildung der Kindergärtnerin dauert zwei Jahre. Das junge Mädchen muß für die Aufnahme in die Ausbildungsseminare das 17. Lebens-
Wir in der Heimat!
Don Josefa Berens Totenohl.
Im Oktoberheft der Zeitschrift „Heimat und Reich" (F. Kamp-Verlag, Bochum) wendet sich die Dichterin Josefa Berens-Toten- ohl mit folgenden beherzigenswerten Worten an die Heimatfront, die in dieser großen schicksalhaften Zeit ebenso stark und unerschütterlich sein muß wie die Front unserer Soldaten.
Es ist Krieg. Unsere Männer, Väter und Söhne stehen im Felde. In Polen haben sie ein Werk getan, wie noch keines getan wurde in der Geschichte. Zu groß ist es und zu kühn, als daß wir von hier aus Worte dazu reden dürften. Das aber ist heute schon sichtbar: in den wenigen Wochen des Kampfes ist über unser Heer ein Ruhm aufgegangen, der fortbauern wird durch die Zeiten.
Besitz stirbt, Sippen sterben, du selbst stirbst wie sie. Eines weiß ich, das ewig lebt: der Toten Tatenruhm.
So sprachen unsere Vorfahren vom heldischen Mann. Heute ist es in unserem Volke nicht anders.
Und mir? Wir in der Heimat? Wir Frauen? Hat an diesem großen Kampfe, an diesem gewalti- gegen Geschehen, das die Neuordnung uer Gesetze der Völker einleitet, nur der Mann seinen 2InbX? Wird einzig an der Front draußen der Kampf geführt? Ist es uns versagt, auch unfern Teil zu leisten am großen Werk? Dann würde das Leben ein ungleich Ding fein, ein Ding ohne Mitte, ein Gesetz ohne Ganzheit, eine Waage mit nur einer Schale.
Auch wir haben unfern vollen Teil. Wir wollen ihn auch haben, unfern Teil am Opfer, an der Not und dem Leid, wie auch an dem Stolz und dem Glück des Sieges, anders müßte der deutsche Mann uns verachten.
Den ersten und größten Teil leisten die Frauen und Mütter, die ihre Männer und Söhne hergeben zum Kampf. Das ist schwer, denn mit dem Vater ihrer Kinder, mit dem Sohne, der von ihr geht, wandert die Liebe der Frau, der Mutter fort. Alle Wege geht sie mit ihm in dunkler, sorgenvoller Nacht, alle Gefahren durchleidet sie mit ihm und stirbt wohl hundertmal seinen eigenen Tod, wenn es das Schicksal so bestimmt. Wie die Alten unseres Volkes in früherer Zeit, so begreift auch die heutige Frau die Notwendigkeit dieses Kampfes und fügt sich ein, duldend-tapfer. <5o, tapfer wie die Männer sich stellen', so tapfer steht sie nun allein an dem Platze, der Wiederkehr harrend oder zum letzten Opfer sich bereitend.
Das ist das eine. Das andere aber ist ihr treues Dienen. Immer haben die germanischen Frauen dem kämpfenden Manne die Stätte seines Lebens erhalten und verwaltet, bis er heimkehrte. ' Im bäuerlichen Leben ist es heute nicht anders als je. Da wird es Kopf für Kopf und Hand für Hand geleistet. Im Leben der Städte, der zusammengeballten Arbeit, tritt eine Gemeinschaft an die Arbeitsplätze der Männer. Auch dort verrichtet die Frau, soweit ihre Kraft es nur vermag, die Arbeit, die notwendig ist, um das Leben des Volkes innen und den kämpfenden Mann draußen mit allem Notwendigen zu versorgen. Wie klein wird da auf einmal alles Persönliche, wo es ums Ganze geht? In diesem Kampfe steht auch unsere Jugend, sie steht in Stadt und besonders auf dem Lande eingereiht in die Front der Arbeit, in die andere Kampffront.
Wenn wir von der Front der Heimat sprechen, so setzt dieses Wort allerdings noch etwas anderes voraus als die Hingabe und das fülle Dulden der Frauen und Mütter, noch etwas anderes auch als
lesungen über dramatische Kunst und Literatur: „Das Wintermärchen ist eine von jenen Geschichten, die recht dazu gemacht scheinen, die traurige Muße langer Winterabende zu unterhalten; die schon für die Kindheit anziehend und begreiflich sind und die, durch innige Wahrheit in der Schilderung der Charaktere und Leidenschaften beseelt, mit dem Schmuck einer sich gleichsam zur Einfalt des Stoffes herablassenden Poesie ausgestattet, das erwachsene Alter in die goldene Zeit der „Einbildungskraft zurückversetzen." Wer sich diese Charakteristik zu eigen macht, wird im Wintermärchen schwerlich die scharfe psychologische Motivierung vermissen, mit der eins aus dem andern gefolgert wird. Das Wintermärchen erzählt, wie spannende, merkwürdige und rührende Geschichten erzählt werden, ohne die Frage nach Gründen und Ursprüngen aufzuwerfen. Selbst die Eifersucht des Sizilierkönigs, aus der alle Verwirrung entsteht, überkommt ihn wie ein Rausch, wie ein Fieberwahn über Nacht. Sie ist plötzlich da und wird zum Motiv der Handlung, während etwa bei Othello, dem Mohr von Venedig, die Eifersucht selbst, ihr Erwachen, ihr fürchterliches Wuchern, angetrieben von den Einflüsterungen Jagos, zum eigentlichen Gegenstand des Dramas wird.
Im Wintermärchen ist nichts derart Pfychologisie- rendes, das keinen Ausweg kennt und den Konflikt zur Katastrophe treibt. Im Bereich des Märchens haben wohl auch Leidenschaft und Schuld ihren Platz wie im Leben, aber die Phantasie weiß Aushilfen genug, um alles zu einem guten Ende zu bringen. So ist das Wintermärchen ein Beitrag für die ungeheure Weite der dramatischen Skala Shakespeares, seines Erfindungsreichtums und feiner Gestaltungskraft, die im Werk des Titanen neben den Hamlet und den Macbeth, neben Richard III. und König Lear, den Sommernachtstraum und das Wintermärchen stellten.
Komödie wie das Wintermärchen nach Art und Form in den Romantikern am ehesten ebenbürtige Ueberfetzer gefunden hätte. Doch die gebräuchliche Ueberfetzung von Ludwig und Dorothea T i e ck kann uns heute keineswegs in allem befriedigen. Hedwig Schwarz hält sich — soweit wir durch Stichproben feststellen konnten, ein abschließendes Urteil muß dem Philologen vorbehalten bleiben — im allgemeinen enger an den Wortlaut des englischen Textes. Ihr lag offenbar nicht daran, nun um jeden Preis anders oder gar modern zu sein, sondern Shakespeare für unser Ohr eingängiger zu machen. Daß ihr dies Vorhaben nicht immer gelungen ist, daß man hier und da die Tiecksche Uebersetzung nicht übertroffen finden wird, mag an der Schwierigkeit liegen, die dem Versuch entgegenstehen, dunkle Stellen des englischen Textes aufzuhellen, ohne vom Wortlaut wesentlich abzuweichen. Das ist bei den Versen schon wegen der des Reimes halber vielfach notwendigen Umstellungen am schwierigsten, während die Prosastellen der wortgetreuen Ueberfetzung leichter zugänglich sind. Immerhin sind Wendungen wie „doch betreffs der Außenseite Deiner Ärmseligkeit ..." (IV, 3) für empfindliche Ohren schwer erträglich. — „Shakespeares Schreibart", so sagte A. W. von Schle- g e l von ihr, „bleibt noch jetzt ein unübertroffenes Vorbild sowohl im Starken und Erhabenen, als im Gefälligen und Zarten. Er hat in seiner Sphäre alle Mittel der Sprache erschöpft. Allem ist das Gepräge seines mächügen Geistes aufgedrückt." An diesen Worten mag man die Schwere der Aufgabe ermessen, dem großen Shakespeare ein kongenialer Ueberfetzer zu fein. Diese Ausgabe ist noch nicht gelöst, so sehr alle Ansätze dazu, auch der von Hedwig Schwarz - unternommene Versuch, begrüßt werden müssen.
Schwestern und Pflegerinnen, der, ebenfalls in Verbindung mit der NS.-Schwesternschaft, das Ziel verfolgt, alle freien Pflegekräfte zu sammeln und für die Zwecke der Krankenpflege und des Gesundheitsdienstes bereitzustellen. 3. Die Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes mit der Hauptaufgabe der Unterstützung des Sanitätsdienstes der Wehrmacht, des zivilen behördlichen Luftschutzes, des amtlichen Sanitätsdienstes bei besonderen Notständen. Die eigentliche Lehrzeit in einer Krankenpflegeschule dauert IV»
die Pflichterfüllung an den Plätzen der Arbeit. Das Wort setzt noch den Kampf gegen einen Feind voraus, und dieser Feind ist in ständigem Angriff da. Wir kennen chn vom Weltkrieg her. Damals stand er tief in der Heimat. Solange hatte er damals seinen Samen ausgesät und sein Gift ausgestreut in die Herzen derer in der Heimat, daß er schließlich dem deutschen Manne an der Front das Schwert zerschlug und seinen Arm lähmte.
Dieser Feind muß von denen in der Heimat, bezwungen werden. Er ist unsichtbar, tückisch, geschmeidig und heuchlerisch. Er hat tausend Wege und Mittel zu seinem Ziele; den Glauben zu zerstören, die Treue zu brechen, die Zuversicht des Sieges und das unbedingte Vertrauen in unsere Führung zu unterhöhlen, das sind die Ziele.
Noch ist es leicht, beglückt und heißen Herzens die innere Front unangetastet zu halten, denn der Waffenglanz unseres Heeres hält uns zusammen.
Hat mein Kind das „Äormalgewicht"?
Das Glück der jungen Mutter, die innige Freud« über das kleine Lebewesen, das sie zur Welt brachte, wird häufig durch eine unbegründete Sorge überschattet, die Sorge um das Gewicht des Kindes! Dis Vorstellung ist nun einmal verbreitet, daß große, starke und schwere Kinder mit berechtigter Zukunftshoffnung als gesund und kräftig, leichte Säuglinge aber mit Angst betrachtet werden müssen. Und das Gewicht des Kindes liegt der jungen Mutter so sehr am Herzen, daß wie viele Aerzte bestätigen, meist die erste Frage nach der glücklich verlaufenen Geburt ist: Hat mein Kind auch das Normalgewicht?
Der Arzt sieht den Fall mit anderen Augen an und erklärt, daß sogenannte „Prachtkinder" von hohem Gewicht durchaus nicht die Gewähr für gesundes Gedeihen und fortdauernde, prächtige Entwicklung mit ins Leben bringen, und daß sie nicht selten von Säuglingen, die bei der Geburt 4 Pfund mögen, in überraschend kurzer Zeit überflügelt werden. Es gibt also fein sogenanntes „Normalgewicht", weder bei der Geburt noch nachher. Es kommt auf die gesamte körperliche Veranlagung des Kindes an, nicht auf das Gewicht allein. Genau, wie ein Erwachsener von 60 Kilo gesünder fein kann als ein anderer, der um die Hälfte schwerer ist, so können auch Säuglinge von verschiedenem Geburtsgewicht einander gesundheitlich gleichwertig fein oder einander gar, im Gegensatz zu den „Schwere- verhältnissen", an guter Veranlagung übertreffen.
Außerdem erleidet jedes Neugeborene zunächst einen Gewichtsverlust von etwa einem halben Pfund durch Abgabe von Flüssigkeit und Unreinlichkeit, sowie durch den Einsatz der Atmung. Auch stellt sich bei einem Fünftel aller Neugeborenen sofort eine leichte, harmlose Gelbsucht ein, so daß manche Mutter zunächst erschrocken vor einem Gewichtsstillstand oder gar Gewichtsverlust steht, der im Grunde nichts anderes bedeutet als den eigentlich kraftvollen Beginn des kleinen Lebens, der aber nicht als beängstigende Erscheinung gewertet werden darf.
Erst einige Tage nach der Geburt beginnt das Zunehmen. Wünschenswert ist als Durchschnitt etwa die folgende Gewichtszunahme: im ersten Vierteljahr wöchentlich 170 Gramm, bis zum dritten Vierteljahr wöchentlich 140 Gramm, im vierten Vierteljahr rund 100 Gramm die Woche. Wenn die neuzeitliche Medizin sich im allgemeinen mehr und mehr abgekehrt hat von der früher verbreiteten Ansicht, daß reine Fettablagen am Körper als Zeichen von Gesundheit und Widerstandskraft anzusehen seien, wenn sie heute vielmehr diese vermeintlichen „Kraftteseroen" als eine Belastung für einen kraftvoll arbeitenden Körperhaushalt ansieht, so trifft diese Anschauung auch für das Kleinkind zu. Der kugelrunde Säugling mit Fettröllchen an allen Gelenken muß durchaus nicht gesünder sein als andere Kinder! Es kommt, wenn man die Grundlage für eine widerstandsfähige Gesundheit des Heranwachsenden Menschen legen will, auf die zweckmäßige Ernährung und körperliche Durchbildung des ganzen kleinen Lebewesens, nicht auf die Ansammlung von Fettmassen an! B. L.
jahr vollendet haben, den Nachweis einer ab geschloffenen Lyzeal- oder neunklassigen Mittelschulbildung (bzw. Nachweis einer gleichwertigen Ausbildung) erbringen. Weiter ist Vorbedingung eine gefertigte Gesundheit und inniges Verwachsensein mit den Leitgedanken unseres völkischen Gemeinschaftslebens. Jede Kindergärtnerin hat die Möglichkeit, sich in ihrem Beruf weiter ausbilden zu lassen. Ngch dreijähriger praktischer. Arbeit als Kindergärtnerin kann sie nach weiter einjähriger Ausbildungszeit Jugend leiterin werden, die auf verantwortungsreichem Posten, z. B. als Leiterin von großen KindertagesstMen, Erholungsheimen, Jugend- und Mütterheimen, steht oder als Lehrkraft des Mütterdienstes und der fozialpädagogischen Seminare Verwendung finden kann.
Ganz neue und vielseitige Betätigungsmöglichkeiten bieten sich der Volkspflegerin. Für die Ausbildung als Volkspsiegerin muß das junge Mädel das 20. Lebensjahr vollendet haben und über gründliche pflegerische und hauswirtschaftliche Kenntnisse verfügen. (Da die Vorbildungsmöglichkeiten außerordentlich verschieden find, ist Einholung näherer Auskunft unbedingt erforderlich.) Die staatliche Anerkennung als Volkspflegerin wird den Schülerinnen nach zweijähriger Fachausbildung in den sozialen Frauenschulen für Volkspflege und nach Ableistung eines Probejahres, während dem jedoch schon Besoldung möglich ist, erteilt. Volks- pflegerin fein heißt durch umfassende Familienpflege in sozialer, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Hinsicht „Volkspflege" leisten. Für den praktischen Einsatz kommen in erster Linie die Dienststellen und Einrichtungen der NSV. und die der behördlichen Wohlfahrtspflege in Betracht. (Gesundheits-, Wohlfahrts- und Jugendämter.) Ferner wird im Mütter- dienst, in den Arbeitsämtern und in der Werk- pflege größerer Industriebetriebe der verantwortungsbewußte Einsatz und Einfluß der Volkspflegerin gefordert.
Die Werbung für den Schwestern beruf hat bereits erfreuliche Erfolge gezeigt, dennoch ist der Bedarf an jungen Kräften hier noch außerordentlich groß. Hauptaufgabe der Schwestern ist natürlich nach wie vor die Krankenpflege. Darüber hinaus erwachsen der deutschen Schwester im Dienst an der erb gesund en Familie große, lebensnahe Aufgaben; gerade sie ist nunmehr berufen, Helferin und tatkräftige Führerin zu sein. — Durch Umwandlung und Neugründung wurden drei große Schwestern- organrfationen geschaffen. 1. Die NS.-Schwe- st e r n s ch a f t mit dem Hauptziel, in der Gemeindepflege die Aufgaben der Gesundheitsführung zu erfüllen. 2. Der Reichsbund der Freien


