Ausgabe 
1.10.1939
 
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ZO.September/».Oktober »959

HL 229 Srfte5 ölan

»89. Jahrgang

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Starker Eindruck im Ausland

zum

(Der Reichsautzenminister erwähnte dann noch die l'ofougige Wirtschaftsplanung, die zwi- öen der deutschen und der sowjetrussischen Regie- nng vereinbart wurde und die sich zum Vorteil

ten die Westmächte, als sie den Kriegszustand er­klärten, sich die Möglichkeit einer solchen Entwick­lung gedacht, wie sie heute eingetreten ist? Hätten sie es nicht, dann sei ihre Lage heute wirklich nicht angenehm.

Das Organ der sozialdemokratischen Regierungs­parteiArbeiderbladet" schreibt, das Abkommen von Moskau bedeutet die aktive Zusammenar­beit zwischen Deutschland und Rußland. Es sei ausdrücklich als Friedensabkommen bezeich­net worden. Dadurch komme Rußland in di­rekten Gegensatz zu den West mach ten. Und man erkenne, daß Rußlands Aktion nicht, wie vielfach vermutet wurde, gegen Deutschland gerichtet ist. Rußland stütze die deutsche Politik voll und ganz und somit auch die Friedensforderungen. Die Formulierung, daß im Fall der Ablehnung dieses Friedensangebots beide Mächte untereinander über passende Maßnahmen beraten werden, sei in der Form sehr zurückhaltend, werde aber an dem Tage, wo es sich als notwendig erweisen würde, ihre ganze Bedeutung offenbaren. Rußland sei jetzt so eng mit der deutschen Politik verbunden, daß es ganz natürlich sei, wenn es Deutschland all die wirtschaftliche Unterstützung gewährt, die es über­haupt leisten kann. Viele Umstände deuten ferner darauf hin, daß Italien dem Friedensangebot seine Unter st ützung gewähren werde.

jfyjJ petlin, 29. SepL (DNB.) Der Reichsminister ai bs Auswärtigen v. Ribbentrop traf am Jrdtag-

U ^hmiltag gegen 18 Uhr aus Moskau kommend in |tm Londor-FtugzeugGrenzmark" mit den Herren ledsq, jener Begleitung auf dem Flughafen Tern- q135'?1 ßelhof ein, wo sich zur Begrüßung des Reichs- ieG' Lßenministers der Staatssekretär v. Weiszacker

scheu Zerstörern und Torpedobooten auf Bannware untersucht und ein Teil von ihnen aufgebracht.

Zwei Schwärme von zusammen zwölf britischen Flugzeugen versuchten in das deutsche Hoheitsgebiet an der Rordseekiiste einzufliegen. Ein Schwarm griff in der Deutschen Bucht Zerstörer ohne jeden Erfolg an. Die britischen Flugzeuge wurden durch Flakfeuer vertrieben. Bomben­treffer wurden nicht erzielt. Den anderen Schwarm stellten deutsche Jagdflieger in der Nähe der ostfriesischen Inseln Wangeroog und Langeoog.

3m Luftkamps wurden von sechs britischen Ftug-

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Ribbentrop berichtet dem Führer.

Oer Reichsaußenminister sagt: Bier punkte in Moskau geklärt.

Erfolgreicher Handelskrieg unserer Zerstörer und Torpedoboote. Fünf englische Flugzeuge im Lustkampf bei den ostfriesischen Inseln obgeschoffen. - Llebergabe der Besatzung des Brückenkopfes von Modlin.

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zeugen fünf abgeschosjen. Die Besatzungen zweier deutscher Jagdflugzeuge, die auf See not­land en muhten, wurden unverletzt durch deutsche Kriegsschiffe gerettet.

Festung Modlin bedingungslos kapituliert.

Der Freitag-Bericht

des Oberkommandos der Wehrmacht.

Berlin, 29. Sept. (DNB.-Funkspruch.) Das

Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Verlauf der planmäßigen Bewegungen über die Demarkationslinie wurde am 28. September Przernysl-Süd durch den deutschen Komman­danten in feierlicher Form an die russischen Truppen übergeben. t

Der Ausmarsch der entwaffneten Besatzung von Warschau beginnt heute abend und wird sich auf zwei bis drei Tage erstrecken.

Der Einmarsch der deutschen Truppen ist daher für den 2. Oktober vorgesehen. Hilfsmaßnahmen für die Verpflegung und sanitäre Versorgung der Zivil­bevölkerung sind eingeleitet.

Die Festung Bl o d l i n hat unter dem Eindruck der deutschen Angriffe sowie als Folge der Zer­mürbung durch Artilleriefeuer und Bombenab­würfe bedingungslos kapituliert. Die Einzelheiten der Hebergabe werden nach Weisung der Heeresgruppe Rord durch das vor Modlin ein­gesetzte Korps-Kommando festgelegt. In der Festung befinden sich etwa 1200 Offiziere, 30 000 Wann, 4000 Verwundete.

3m Westen Lrdkarnpftätigkeit wie bisher.

3m Luftkampf wi^rde bei Weißenburg ein fran­zösisches, bei Osnabrück ein britisches Flugzeug abgeschossen.

Holland stellt erneut britischen Neutralitätsbruch fest.

Amsterdam, 29. Sept. (DNB. Funkspruch.) Bon amtlicher niederländischer Seite wird mitge­teilt, daß in der Nacht zum Donnerstag die hol» ländische Neutralität durch britische Flugzeuge verletzt worden sei. Wie eine amtliche Untersuchung ergeben habe, seien in dieser Nacht fremde Flugzeuge, die in sehr großer Höhe flogen, in ostwestlicher Richtung über Holland geflogen. Da in verschiedenen Orten des Landes Flugblätter britischen Ursprun­ges gefunden worden seien, könne angenommen werden, daß es sich um zurückkehrende britische Flugzeuge gehandelt habe. In dem Bericht heißt es weiter, die britischen Flugzeuae seien an verschiedenen Stellen Hol­lands durch Flak beschossen worden.

Eine völlig neue Situation

Das Echo in Holland.

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Für eine neue Ordnung.

Der Feldzug der 18 Tage in Polen ist zu Ende. Auch die letzten Widerstandslinien, die polnische Hauptstadt Warschau und die starke Narew- Festung Modlin, unter ihrem russischen Namen Nowo-Georgiewsk aus dem Weltkriege her bekannt, haben sich den deutschen Truppen bedingungslos ergeben. Nach ihrer Kapitulation sind alle Vorbe­reitungen getroffen worden, die hier eingeschlossenen Truppenmassen, rund 120 000 Mann m Warschau und 30 000 in Modlin, in die Kriegsgefangenschaft abzutransportieren. Es bleibt jetzt nur noch zu tun übrig, das stäche Land von versprengten polnischen Truppenteilen zu säubern und jenen Zustand un­bedingter Sicherheit zu erreichen, der in allen Teilen des besetzten Gebietes die Wiederaufnahme von In­dustrie und Landwirtschaft, die Wiederingangsetzung von Handel und Wandel erlaubt. Das wird umso geringere Schwierigkeiten machen, als bei der außer­ordentlichen Schnelligkeit, mit der dank der über­legenen deutschen Führung und dem stürmischen Vorwärtsdrängen der deutschen Truppen aller Waf­fen die militärischen Operationen in Polen vertäu­en sind, es nur an wenigen Stellen zu sich länger hinziehenden, mit größeren Zerstörungen verbun­denen Kampfhandlungen gekommen ist. So lasen wir aus Berichten von Mitkämpfern, daß oft schon wenige Kilometer hinter den von den deutschen Truppen erreichten Linien der polnische Bauer wieder seiner Feldarbett nachging.

Sowohl das nun wieder zu einer politischen und wirtschaftlichen Einheit vereinigte oberschlesische In­dustriegebiet wie die meisten bedeutenden pol- nischen Industriestädte wie Lodz, Krakau und Lublin sind von den Kämpfen kaum berührt worden, so daß man annehmen darf, daß auch hier ebenso wie in der polnischen Landwirtschaft bald alle Hände wieder am Werke sein werden. Diese Episode der Befrie­dung und des Wiederaufbaues findet ihre äußere Ge­statt in der Ernennung des Oberbefehlshabers der Heeresgruppe Nord, Generaloberst von Rund­ste d t zum Oberbefehlshaber Oft und des Reichs­ministers Dr. Frank zum Chef der Zivilverwal- tung in den von deutschen Truppen besetzten pol­nischen Gebieten. Der Vorgang erinnert an die Einrichtung ähnlicher Verwaltungsstellen während des Weltkrieges. Damals unterstand dem Ober­befehlshaber Ost im wesentlichen die Verwaltung Kurlands und Litauens, während das Generalgouver- nement Warschau den nördlichen Teil des ehemaligen Kongreßpolens umfaßte und in Lublin von Oester­reich eine Militärverwaltung für den südlichen Teil

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den leitenden Beamten des Auswärtigen Amtes Sj1 rrd den Mitgliedern des persönlichen Stabes ein- nden hatte. Reichsauhenminister v. Ribbentrop

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D: leg ab sich vom Flughafen Tempelhof aus zum C ührer zur Berichterstattung.

Berlin, 30. September. (DRV.-Funkspruch.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: , . _ ., ,

3m Osten haben sich nach der kapetula- tion von Modlin auch die im Brückenkopf von Modlin südlich der Weichsel befindlichen 269 Offhiere und eliva 5000 Mann ergeben. 5S Ge- schiihe 183 Maschinengewehre und zahlreiches an- dercs Kriegsgeräl wurden erbeutet.

im Westen an verschiedenen Stellen etwas lebhastere A r I i ll c r i c t ° I ig k e, t.

3m Skagerrak und Satlegat wurden an den beiden letzten Tagen 45 Dampfet tron deut-

fern ro(i'y

Amsterdam, 29. Sept. (DNB.) Die hol­ländischen Blätter stehen völlig im Zeichen der Rutsch-russischen Abmachungen. Besonders wird ;bitont, daß es sich hier um eine Friedens- 1*" t i o n handele. So sagt derTelegraaf":Die !sstiedensoffensive hat begonnen". ImHandsls- Mab" wird besonders hervorgehoben, daß bei der ^FZctsetzung des Krieges in Westeuropa Deutschland urb Rußland beratschlagen würden, welche Mittel IMeinsam anzuwenden seien. Auch die wirtschaft- llihe Seite dieses Abkommens findet besonders starke Pachtung. Es sei höchst bemerkenswert, daß Berlin prt) Moskau in ihren Friedensbesttebungen zusarw litsngingen. Sie gäben England und Frankreich | bimtlicf) zu fühlen, daß die mitteleuropäische Frage toft sei. Die politisch-wirtschaftliche Bindung zwl- i |6en Deutschland und der Sowjetunion bedeutet für V* Westmächte einen schweren Schlag und stelle sie r völlig neue Situationen. x Die Be­sitzungen der Westmächte um eine Einkreisungs- | front hätten zu einer Reihe diplomatischer Nieder-- i legen geführt, deren Ausmaß nicht zu unterschätzen Ifr- Es müsse gefragt werden, ob England noch in 'btr Lage sei, i m Schwarzen Meer anzu- hreifen. Es sei ungewiß, welchesKriegs- 3 el England und Frankreich aufstellen wollen, ' ®!*nn sie diesen Krieg fortsetzen. Ebenso fraglich fet ob sie dieses Ziel verwirklichen könnten.

; Die Blätter äußern Zweifel daran, ob die West- k>rnchte auf die Friedensbemühungen so eingehen plirben, daß sie von Erfolg begleitet sein könnten. |h wirtschaftliche Uebereinfunft zwischen Deutsch- lltnb und Rußland gäbe Deutschlands wirtschaftlicher k Widerstandskraft eine unbeschränkte Dauer und : ®3d)e die britischen Blockademaßnahmen

T®ßen Teil wertlos.

Dor seinem Abflug aus Moskau hatte der Reichs- ^^.»nisker des Auswärtigen v. Ribbentrop der presie , 90j Pgende Erklärung gegeben:

ch A. Mein Aufenthalt in Moskau war wiederum kurz, Jj1 Hder zu kurz. Das nächste Mat hoffe ich, langer 2 vyMr zu bleiben. Trotzdem haben wir die zwei Tage *1:'ausgenuht. Folgende Punkte wurden bis)'. S^klart:

PNA'I 1. Die deutsch-sowjetische Freund- fhaft ist nunmehr endgültig etabliert:

2. In die o st europäischen Fragen werden 99:1Mk) die beiden Rationen niemals mehr her- 8ti nreden lassen:

ul utlil 3, beide Staaten wünschen, daß der Friede ^rlttied erher g e st ellt wird und daß England 2,5), dij unb Frankreich den völlig sinnlosen und aussichts-

12,5 friji] le en Kampf gegen Deutschland einff eU en:

45) Hip sollten die Kriegshetzer in diesen Ländern aber (31 M bi? Oberhand behalten, so werden Deutschland

; ünb Sowjetrußland dem z u begegnen Oto MH en.

Unmittelbar nach feiner Rückkehr aus Moskau begab sich Reichsaußen- Minister von Ribbentrop zum Führer, um ihm über feine Verhand­lungen Bericht zu erstatten. (Preffe-Jlluftration-Hoffmann-M.)

beider großen Mächte auswirken wird. Zum Schluß statt. Vor allem aber möchte ich des überaus Herz­sagte Herr v. Ribbentrop:Die Verhandlungen lichen Empfanges gedenken, der mir von der fanden ineinerbefondersfreundschaft- Sowjetregierung und besonders durch die Herren lichen und großzügigen Atmosphäre Stalin und Molotow zuteil wurde."

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M' ise P

Rußland

an Deutschlands Sette."

Starker Eindruck in Norwegen.

Oslo, 29. Sept (DNB.) Die Nachricht von dem Tröstauer Uebereinfommen hat einen tiefen Em- ittuck auf die norwegische Oeffenttichkeit gem^acht. So hmßt es in dem liberalenDagbladet", das deursch- i'.'fsische Abkommen enthalte einen Fri e d e n s - Erschlag. Auf der Grundlage der jede Em- »'.schung einer dritten Macht ablehnenden und als »Eendete Tatsache anzusehenden Neuordnungen tifeuropas werde den Westmächten der Friede an-»

geboten. Im Falle der Nichtannahme walllen die deutsche und die russische Regierung, indem sie die Westmächte für die Fortsetzung des Krieges verant­wortlich machen, über passende Gegenmaßnahmen beraten. Dies bedeute, daß Rußland sich an Deutschlands Seite stellt. Gleichzeitig werde der Handelsverkehr zwischen Rußland und Deutschland in weitestem Maße ausgebaut. Das bedeute wiederum, daß die Blockade Eng­lands Deutschland gegenüber in sehr wesent­lichen Teilen geschwächt wird. Die Blockade ei Englands schärfste Waffe, und die Sieges­aussichten für die Westmächte seien folglich sehr verringert worden. Diese jüngsten Ereignisse seien ein harter Schlag für die Westmächte. Werde )er ^rieg jetzt weitergeführt, so müsse man a u f die gefährlichsten Kombinationen ge­faßt sein. Das englische Weltteich werde in einen verwundbarsten Punkten b e - ; r o h t werden. r,

Aftenposten" schreibt, das Abkommen schaffe einen deutsch-russischen politischen und wirt­schaftlichen Block in Osteuropa, dem dort keine andere Macht den Rang streitig machen könne. In dem Augenblick, wo diese vereinten Machte stch mit einem Friedensvorschlag an den Westen wenden, müsse dieser mit einer solchenSchwere wirken, daß sicherlich sehr, sehr starke Kräfte not­wendig seien, um ihm widerstehen zu können. Hat-

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