Ausgabe 
1.8.1939
 
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ber drek neuen internationalen Geschwindigkeitsbest­leistungen durch Ihren serienmäßig hergestellten Bomber ist wieder ein glänzender Be­weis des hohen Standes des deutschen Flugzeug -undMotorenbaues. Ich spreche der Besatzung, der Betriebsführung und der gesam­ten Gefolgschaft zu der außerordentlichen Leistung meine volle Anerkennung verbunden mit den herz­lichsten Glückwünschen aus."

Eine tschechische Reqierungsiruppe.

Prag, 31. Juli. (DNB.) Anläßlich der Errich- tung des Protektorats Böhmen und Mähren hat der Führer die Aufstellung einer tschechischen Regierungstruppe für die Zwecke der Auf­rechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicher­heit im Protektorat genehmigt.

Einzelheiten über die Aufstellung und Gliederung dieser Regierungstruppe wird durch eine Verord­nung der Protektoratsregierung bekanntgegeben werden, wenn die Vorarbeiten hierfür beendet sein werden. Oberbefehlshaber der tschechischen Regie­rungstruppe wird der Präsident. Die Verwaltungs­angelegenheiten dieser Truppe gehören in den Wir­kungskreis des Ministerpräsidenten. Kommandant der Regierungstruppe wird der Generalinspekteur mit dem Sitz in Prag, dem die Inspektorate Prag, Brünn und Königgrätz unterstehen. Den Inspekto­ren werden gemischte Bataillone in verschiedenen Garnisonen im Gebiet des Protektorats unterstellt. Die Angehörigen der Regierungstruppe, die aus­schließlich tschechischer Nationalität sein müssen, sind aus den Reihen der tschechischen Armee auszuwäh- len. Ihre Ergänzung wird durch freiwilligen Ein­tritt tauglicher Personen aus ollen Volksschichten mit der Verpflichtung zu 25jähriger Dienstzeit er- j folgen. Die Gesamtstärke der Regierungstruppe wird 7000 Mann und 280 Offiziere betragen.

Studentischer Ausgleichsdienst im Lustschutz.

Berlin, 31.Juli. (DNB.) Der Präsident des Reichslustschutzbundes, General der Flakartillerie non S r ö d e r, hat mit dem Reichsstudentenführer Dr. Scheel eine Vereinbarung über den Aus- gleichsdienst der Studenten getroffen. Es sind zwischen dem Präsidenten des Reichsluft- i chutzbundes und dem Reichsstudentenführer Ver- äindungsführer eingesetzt worden, die folgende Auf­gaben haben:

Vorbereitung und Durchführung des studentischen Ausgleichsdienstes, Auswahl und Anmeldung der Studenten, weltanschauliche Schulung, disziplinierte und gesundheitliche Betreuung, Bewertung der Lei­tungen für das Studium, Ueberwachung des mei­eren Einsatzes beim Reichsluftschutzbund während ner Dauer des Studiums und der Feriendienst- »eistung. Außerdem sollen diese Verbindungssührer "ie Luftschutzausübung des Studenten an den Uni- t «ersitäten, Hoch- und Fachschulen und den Luftschutz- Gedanken beim NS.-Altherrenbund fördern.

Zu dieser Vereinbarung bemerkt der Präsident k '>es ^Reichsluftschutzbundes in einem Aufruf folgen- ' es: Nur ein kleiner Kreis von Studenten konnte isher aus gesundheitlichen Gründen keinen Ehren- ienst an Volk und Vaterland leisten. Es mußte -ber auch für diese eine Möglichkeit geschaffen wer- en, damit ihre wertvolle Einsatzfähigkeit nicht ver- Dren geht. Durch die Einführüng einer besonderen Dienstpflicht, den studentischen Ausgleichs- ! i e n st, ist es gelungen/auch diese Studenten allen anderen gleichzustellen. Auch sie leisten Ehrendienst <m deutschen Volke, wie ihre Kameraden im Ar- teits- und Wehrdienst.

Der Reichsstudentenführer Hauptamtsleiter Dr. v ch e e l bemerkt zu der Vereinbarung u. a.: Diese Krlbst übernommene Leistungspflicht aller arbeits- iaenft- und wehruntauglichen Kameraden ist kein udentifches Vorrecht. Sie ist, wie einst im Arbeits- liienst, davon bin ich fest überzeugt, Vorbild und Lionierarbeit für eine arteigene, allgemeine und lleiche Dienstpflicht aller jungen Deutschen.

Raub an deutschemKolom'alland.

Kapstadt, 1. August (Europapreß). Der so- senannte Caprivi-Zipfel, ein 450 Kilometer onger Landstreifen der deutschen Kolonie Deutsch- Südwestafrika, der dieses Gebiet mit dem Sambesi verbindet, wurde mit Wirkung vom

August ohne Rücksicht darauf, daß er Man­datsgebiet ist, widerrechtlich von der . 'üü d afrikanischen Regierung übernom­men und untersteht von diesem Zeitpunkt an der Bundesverwaltung. Als Grund für die Ueberleitung is die Südafrikanische Union wird seine geo- l^ophische Lage und Öre Gewährleistung der Inter­nen der eingeborenen Bevölkerung vorgeschützt.

Der Caprivi-Zipfel wurde im Jahre 1890, als s-iraf Caprivi deutscher Reichskanzler war, von Eng- 1: an das Reich abgetreten, womit die deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika Zugang zum Sam- ' tefi erhielt.

Der Bombenkrieg der Ira.

Weiter Ausweisungen. Außer­gewöhnlicher Schutz der Königsfamilie.

London, 1. August. (DNB. Funkspruch.) In k o o t l e, unweit von Liverpool, explodierten in der lischt zum Dienstag zwei Bomben in der c:t r a ß e n k a n a l i s a t i on. Die Anschläge werden alfdieIra zurückgeführt. Der Schaden soll erheblich ' sein. Menschenleben wurden nicht gefährdet. In der Nöhe der Londoner Brücke über die Themse wurde orn Montagabend eine Bombe in einer Tele- p»onzelle gefunden, die jedoch noch rechtzeitig urschädlich gemacht werden konnte.

Die Morgenblätter berichten nähere Einzelheiten üter die Ausweisung von weiteren zehn irr s ch e n N a t i o n a l i st e n. Unter den neu Fest- Wiommenen befinden sich auch zahlreiche Frauen Ad sogar Irinnen unter 20 Jahren. In London mässige Mitglieder der Ira sollen geheime Anwei- lirngen erhalten haben, ihren Wohnsitz in die Provinz zu verlegen, um die Ausweisung zu verhüten. Dem Lews Chronicle" zufolge soll sich der Führer der Sn, Sean Russell, in der Nähe von Cork ' I land) aufhalten.

Auf dem Euston-Bahnhof in London, von dem oii5 bie königliche Familie London verließ, W sich nach Schloß Balmoral zu begeben, waren 8lrsichtsmaßregeln getroffen worden, wie sie in iit'em Umfange bisher noch nicht vorgenommen drrden waren. Sämtliche Zugänge zu dem Bahn- jeD, auf dem der Zug des Königs abfuhr, wurden 6: esperrt, und die Polizei hielt bis zur Abfahrt des $tges Wache.

Rur 75 von 500 Millionen.

Neue Niederlage Roosevelts.

Washington, 1. Aug. (DNB.) Der Bun­de s s e n a t bereitete Roosevelt am Montag eine neue Niederlage bei seinem Versuch, die ame­rikanische Wirtschaft vor den nächstjährigen Wah­len mit neuen Dollarmillionen künstlich anzukur­beln. Nach einer heftigen Aussprache bewilligte der Senat mit 44 gegen 33 Stimmen 7 5 Millionen Dollar von insgesamt 500 Millionen, die Roosevelt innerhalb seines noch schwebenden Darlehnsprogramms als Kredit für ausländische Käufer amerikanischer Waren angefordert hatte. Die bewilligten 75 Millionen Dollar sollen den aus­ländischen Interessenten durch die Ausfuhrbank zu­gänglich gemacht werden. Die Opposition beanstan­dete die Kreditgewährung insbesondere daher weil erfahrungsgemäß die Rückzahlung Schwierigkeiten bereite. Die Präsidentschaftsanwärter Taft und V a n d e n b e r g .hatten ursprünglich sogar eine Be­schränkung auf 25 Millionen Dollar verlangt.

Das Musterland der Demokratie.

Stratzenschlacht.Meinungsfreiheit."

Cleve land (O h i o), 31. Juli. (DNB.) Vor der Fisher Chassis-Fabrik der General Mo- t o r s - W e r k e kam es zwischen 3000 bewaffneten Streikposten und der Polizei zu einer blutigen Straßenschlacht, wobei eine Person getötet

und 35 Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Wenige Stunden später hatten kommunistische Ge- werkschaftsbonzen die Streikenden aufgehetzt und die Parole ausgegeben, auf die Fisher-Fabrik zu mar­schieren, weil es in den letzten Tagen Arbeitswilli­gen mit Hilfe der Polizei gelungen war, den Ve­rrieb wieder teilweise zu eröffnen. Als sich am Mon­tagmorgen mehrere Lastkraftwagen mit Arbeits­willigen und Angestellten den Fabriktoren näherten, versuchten die Streikenden die Kraftwagen in Brand zu stecken und die Tore zu stürmen. Die Werkpolizei erwiderte den Hagel von Steinen und eisernen Wurfgeschossen mit Gasbomben und Wasserstrahlen aus Feuerwehrschläuchen und schließlich mit Ge­wehrfeuer. Von der Werkbelegschaft streiken 7'0 0 0 Man n bereits seit mehreren Wochen. Die Streikposten sind von der Gewerkschaft auf die wichtigsten Teile der Betriebe verteilt, um den ge­samten Herstellungsgang der 1940er Wagenmodelle zu unterbrechen und so die General Motors-Werke möglichst empfindlich zu schädigen.

Der durch seinen mannhaften Kampf gegen das Judentum und dessen zerstörende Kräfte bekannte Radiopriester Coughlin deutete in seiner letzten Rundfunkrede an, daß sein Leben bedroht sei, falls er seinen Kampf nicht aufgebe. Coughlin erklärte, daß chm schon seit 13 Jahren Todes­drohungen zugingen. Kürzlich habe er jedoch drei Drohbriefe erhalten, in denen der 4. September als seinTodestag" bezeichnet worden sei.(!) Wie man wieder einmal sieht, ist es eine lebensgefähr­liche Angelegenheit im Musterlande der Demokratie undfreien Meinungsäußerung" irgendetwas zu tun, was der herrschenden jüdischen Clique mißfällt.

Kunst und Wissenschaft.

»Siegfried^ in Anwesenheit des Führers in Bayreuth.

Bayreuth, 31. Juli. (DNB.) Der zweite Tag des BühnenfestspielesDer Ring des Nibe- l u n g e n", dieS i e g f r i e d " - Aufführung, gestal­tete sich am Montag in Anwesenheit des Führers zu einem von echten Bayreuther Leistungen getrage­nen Erlebnis. Wieder erfüllte Heinz Tietjens seelische und musikalische Leitung das Werk mit einer heldisch-heiteren gemütvollen Märchenstimmung, die auch von den von Emil Preetorius geschaffenen Bühnenbildern ausging. In der bewährten Besetzung mit Max Lorenz als Siegfried, Erich Zimmer­mann als Mime, Martha Fuchs als Brünhilde und Rudolf Bockelmann als Wanderer nahm das vollbesetzte Haus die Aufführung mit innerer Anteilnahme dankbar auf.

60 000 sahen die AusstellungEntartete Kunst".

NSG. Die AusstellungEntartete Kunst und Musik" in Frankfurt hatte einen großartigen Besuch zu verzeichnen. Nachdem der letzte Sonntag nochmals eine Rekordzahl brachte, haben über 6 0 0 0 0 Volksgenossen die Ausstellung be­ucht.

Carossa erhält den italienischen Schrifttumspreis.

Der italienische Preis von San Remo für Lite­ratur und Kunst, der alle zwei Jahre einem aus­ländischen Schriftsteller zugeteilt und der besten Veröffentlichung zugesprochen wird, in der die Pro­bleme des Krieges und der Revolution in positivem Sinne behandelt werden, fiel an den deutschen Autor Hans Carossa. Der Jury gehörten u.a. an Minister B o t t a i, Professor Farinelli und andere Mitglieder der italienischen Akademie. Der

Preis gilt nicht einem einzelnen Buch Carossas, sondern seinem dichterischen Gesamtwert. In dem Schiedsspruch heißt es, daß jedes seiner Bücher eine Quintessenz des Lebens" enthalte. Diese Zu­erkennung des Preises an Carossa ist um so be­merkenswerter, als zur Prüfung 125 Arbeiten aus 25 Staaten vorlagen, wobei Deutschland, das mit 26 Arbeiten vertreten war, lediglich von Japan mit 29 Einsendungen übertroffen wurde. Der Reichs­minister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat dem Dichter ein herzlich gehal­tenes Glückwunschtelegramm übersandt.

Professor Dr.-Jng. L'Orange f.

Der Erfinder des kompressorlosen Dieselmotors, Prof. Dr.-Jng. Prosper L'Orange, Ehrendoktor der Universität Karlsruhe, st arb nach kurzer Krank­heit in Stuttgart. L'Orange wurde 1876 in Beirut (Syrien) als Sproß einer alten Hugenottenfamilie geboren, die sich 1890 in Ostpreußen ansiedelte. Nach dem Studium an der Technischen Hochschule in Char- lottenburg, wo er bereits mehrere Erfindungen machte, trat L'Orange in die Dienste der Gasmöto- ren-Fabrik Deutz und kam später in die Firma Benz & Co., Mannheim, wo er zum Direktor auf­rückte. Später war er Generaldirektor der Motoren­werke Mannheim AG. Seit dem Jahre 1906 be­faßte sich der Verstorbene mit dem Problem des kompressorlose »Dieselmotors, das er in hervorragender Weise löste. Seine Erfindungen wurden bald weltbeherrschend. Sie traten ihren Siegeszug von jener Werkstätte aus an, aus der einst auch der Motorwagen von Benz hervorgegan­gen war. Seit 1926, nach dem Ausscheiden aus der Motorenwerke AG., widmete sich Prof. L'Orange privaten Forschunaen. Mit ihm hat die Technik einen ihrer besten Könner verloren.

Aus aller Wett.

748 Prämien der Arbeits­beschaffungslotterie gezogen.

München, 31. Juli, (D3l$.) Am Montag sand unter dem Vorsitz des Notars Dr. Reis im Mün­chener Kunstgewerbehaus die Ziehung der Prämien in de r R e i ch s l o t t e ri e für n a - tionale Arbeit statt. Dabei wurde eine Haupt­prämie zu 10000 RM. in Reihe IV auf die Nummer 1 646 120, eine Sonderprämie von 5 0 0 0 R M. in Reihe I auf die Nummer 1 092 792 sowie acht Sonderprämien zu je 1000 R M. gezogen. Diese fielen auf die Losnummern: Reihe I Num­mer 530117, Reihe II Nr. 142 982, Reihe IV Nr. 1 754 957, Reihe IV Nr. 327 486, Reihe VI Nr. 1 948 353, Reihe X Nr. 1 162 559, Reihe XIII Nr. 388 409, Reihe XVII Nr. 1019 614. Außerdem wur­den 18 Serien weitere Prämien ausgelost. In jeder Serie gewann ein Gewinn zu 500, 20 Gewinne ZU 100 und ebenfalls 20 Gewinne zu 50 RM. Ins­gesamt wurden 748 Prämien im Gesamtwert von 86 0 0 0 RM. gezogen.

Hingerichtet.

Frankfurt a. M., 1. August. (DNB.) Die Iu- tizpressestelle teilt mit: Am heutigen Dienstag, 1. August, ist der am 24. Mai 1919 geborene Kurt Franke aus Fulda, der durch Urteil des Sonder­gerichts Kassel vorn 12. Juli 1939 wegen Verbrechens gegen das Autofallengesetz in Tateinheit mit M o r d und schwerem Raub zum Tode und zum dau­ernden Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte ver­urteilt ist, h i n g e r i ch t e t worben. Franke, ein mehrfach vorbestrafter asozialer Mensch, hat in ber Nacht zum 13. Juni auf ber Straße Frankfurt- Dietzenbach ben Reiseoertreter Karl Engelhardt, den er dorthin gelockt hatte, im Auto ermordet und beraubt.

Ml der Seilschwebebahn über den Rhein.

Die Internationale Derkehrsaus- stellung Köln 1940 wird eine Seit« chwebebahn erhalten, die die Stadt mit dem Ausstellungsgelände verbinden wird. Sie wirb am Deutschen Ring hinter ber Bastei ihren Einsteia- bähnhof erhalten, von hier aus, langsam ansteigend, den Rhein überqueren, und auf der anderen Seite ihren höchsten Punkt in einem 60 bis 70 Meter hohen Turm finden, dessen Terrasse den Benutzern der Bahn Gelegenheit geben wird, den schon wäh­rend der Schwebefahrt gewonnenen schönen Aus­blick auf Stadt, Strom und IVA-Anlage aus der Vogelschau in Ruhe zu genießen. Vom Turm der Schwebebahn geht die Führung dann über das Ausstellungsfreigelände hinweg, parallel der Pracht- traße bis zum Haupteingang der IVA, wo mit dem Bahnhof der Liliputbahn auch die zweite Sta-1 tion der Schwebebahn angelegt werden wird.

Zwei schwere Verkehrsunfälle.

Zwischen Erlenbrunn und Kettrichhof (Pfalz) rannte ein Lieferkraftwagen, ber verbotswidrig 15 Arbeiter von einer Baustelle mitgenommen hatte, die keine Sitzgelegenheit hatten, in hoher Fahrt auf der

völlig übersichtlichen Straße in den Straßengraben, kam wieder auf die Fahrbahn, stieß gegen einen Straßenbaum, den er wie drei weitere starke Bäume glatt umlegte, um dann über die Böschung hinabzustürzen. Er blieb völlig zertrümmert liegen. Ein Arbeiter blieb tot am Platze, ein zweiter fi a r b auf dem Transport ins Pirmasenser Kran­kenhaus, sechs Schwerverletzte mußten glslch- falls eingeliefert werden, während alle übrigen leichter verletzt worden sind. Die näheren Umstände sind noch nicht geklärt, doch farm nach der Lage der Dinge angenommen werden, daß der Wagen­lenker, der selbst schwer verletzt wurde, unter Alkohol-Einfluß stand.

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Beim Kieler Berg in Bad Bramstedt fuhr ein von Neumünster kommender Lastkraftwagen mit 28 Insassen gegen einen Kantstein. Der Wagen stürzte um und begrub die Insassen unter sich. Zwei Personen wurden getötet, 17 weitere mußten mit mehr oder weniger schweren Verletzungen ins Krankenhaus Neumünster gebracht werden.

keine Spur von WatteausL'JndMrent".

Das aus dem Pariser Louvre-Museum gestohlene GemäldeDer Indifferente", ein Meisterwerk Watteaus, hat der französischen Polizei ein Rätsel aufgegeben, das sie bis heute noch nicht zu lösen vermochte. Abgesehen von dem allgemeinen Polizei­einsatz wurden noch drei Spezialinspektoren der fran­zösischen Polizei mit der Jagd nach dem entwende­ten Kunstwerk beauftragt. Diese drei Beamten haben ihren ersten Bericht erstattet. Sie haben allen Poli- jeien der ganzen Welt einenSteckbrief" des Ge­mäldes übermittelt, haben sich durch Riesen-Berge von Briesen und Informationen hindurchgewühlt, viele Hunderte Telephongespräche geführt, aber trotz allen eifrigen Bemühungen bisher noch keine wirkliche Spur von dem gestohlenen Gut oder dem Dieb entdecken können. Es ist von Interesse, aus dem Bericht der drei Kriminalisten zu entneh­men, wie stark auch die Teilnahme des französischen Publikums an der Sache sich bemerkbar macht. So meldete eine Frau ber Polizei, daß sie im Traum denIndifferenten" in den Vereinigten Staaten ge­sehen hat, und daß ihre Träume sich bisher noch immer als wahr erwiesen hätten. Ein anonymer Bries beschuldigte einen wegen seines wehenden Haarschopfes und langen Bartes bekannten Maler desQuartier Latin", den Watteau gestohlen zu haben. Als die Beamten bei diesem Mann erschie­nen, wies er mit hoheitsooller Gebärde auf die unverkauften Werke aus feiner Hand, die an den Wänden prangten, und erklärte, daß er keinerlei Verdienst in denSchmierereien eines Watteau" sehe. Die Polizei ist im übrigen der Auffassung, daß noch kein Versuch unternommen wurde, das ge­stohlene Gemälde zu verkaufen. Dazu ist das Werk bei den in Betracht kommenden Kreisen auch viel zu bekannt. Wahrscheinlich wird es vorläufig noch ver­borgen gehalten, und wenn die Polizei es nicht fin­den sollte, kommt es möglicherweise erst nach Jahren wieder irgendwo aus dem Kunstmarkt zum Vorschein.

Riesenstatue König Alberts enthüllt.

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Am Eingang des Albert-Kanals in Belgien, dessen Inbetriebnahme durch einen Dammbruch um Jah­resfrist verschoben werden mußte, wurde jetzt dieses Überlebensgroße Standbild König Alberts, des Vaters des jetzigen Königs der Belgier, feierlich ent­hüllt. Unser Bild zeigt das Denkmal am Kanal­eingang kurz nach der Weihefeier. (Scherl-M.)

Verheerende Unwetter in Holland und Belgien.

In der Nacht zum Montag ist die holländische Provinz Nord-Brabant durch ein furchtbares U n - wetter heimgesucht worden. In den Städten Hertogssnbusch und Eindhoven wurden ganze Reihen von Häusern durch einen Wirbel st urm ihrer Dächer beraubt. Große Bäume wurden entwurzelt und zahlreiche Wege unpassierbar gemacht. Nach Mitteilungen des niederländischen meteorologischen Instituts handelt es sich um eine Anzahl von Wind­hosen, die durch das Land gezogen sind. Diese Wind­hosen traten mit einer solchen Heftigkeit auf, wie man es sonst nur in tropischen Gegenden beobachten kann.

In Oostvleteren mußte die Feuerwehr eingreifen. Ihr Kommandant wurde durch einen herabgerisse- nen Hochspannungsdraht von einem elektrischen

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Schlag getroffen, der seinen Tod herbeiführte. In Brüssel wurden viele Schornsteine geknickt und Tele­phondrähte zerrissen. Eine ganze Anzahl von Per- onen, die während des Orkans nicht rechtzeitig Schutz suchen konnten, wurden verletzt.

Zwölf Tote durch Blitzschlag in Lettland.

Die baltischen Staaten insbesondere Lettland wurden in diesem Jahr von schweren Gewittern, die Menschenovfer forderten, heimgesucht. Dieser Tage sind in der Nähe Rigas wieder zwei Land­bewohner durch Blitzschlag getötet worden. Die Zahl der Blitzopfer in Lettland beträgt dieses Jahr bereits 12.

Wetterbericht

Mitteleuropa liegt im Bereiche einer lebhaften Weftftrömung, die frische, vom Meer stammende Luftmassen hereinführt. Die Folge ist schnell wech- elndes Wetter mit Aufheiterung aber auch kürzeren leichteren Schauern. Eine Aenderung dieses Witte­rungscharakters ist zunächst nicht zu erwarten.

Vorhersage süv Mittwoch: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterungen, jedoch auch noch örtlich auftretende kurze Schauer, Temperaturen wenig ge­ändert. Westliche Winde.

Vorhersage für Donnerstag: Im ganzen freundlich, vielfach aufsseheitert, aber nicht beständig,

Hauptschriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- chein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: )r. Fr. W. Lange (beurlaubt), i. V.: Ernst Blum- chein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für Stadt Ziehen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; ür Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A VI. 1939: über 9000. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuas- preis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illu- trierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.