bei der van der sowjetrussischen Regierung befürworteten Formel des indirekten Angriffs. M o l o - t o w habe erklärt, daß, wenn die militärischen Besprechungen, denen er Bedeutung beimesse, eröffnet seien, die politischen Schwierigkeiten nicht unüberwindlich sein dürften. Zu der Frage eines vorläufigen Abkommens zu einem baldigen Zeitpunkt sagte Chamberlain, die Sowjetregierung sei anderer Meinung gewesen und habe es vorgezogen, nicht zu unterzeichnen oder zu paraphieren, so lange man nicht zu einer völligen Uebereinstimmung gelangt sei. Infolgedessen sei die britische Regierung nicht in der Lage gewesen, der Welt, wie er es sehr gerne getan hätte, zu einem früheren Zeitpunkt ein vorläufiges Abkommen zu präsentieren. Zu der von ihm bekanntgegebenen Entsendung einer britischen M i l i t ä r m i s s i o n nach Sowie truß land saate Chamberlain, es sei fast beispiellos in der Geschichte, daß Großbritannien und Frankreich sich damit einverstanden erklärten, vor dem Abschluß eines politischen Abkommens Militärmissionen zu entsenden. Großbritannien beweise sicherlich größtes Vertrauen zu den Sowjets. Die Ansicht Molotows, daß nach der Eröffnung militärischer Besprechungen sich politische Schwierigkeiten nicht als unüberwindlich erweisen
würden, habe die britische Regierung stark dazu bestimmt, diesen wirklich ungewöhnlichen Beschluß zu fassen. e .
Bezüglich Danzigs sehe die Regierung keinen Grund zu übermäßiger Besorg nie. Polen wurde gelobt als klug und staatsmännisch.
Schließlich wandte sich Chamberlain der Lage im Fernen Osten zu und erklärte, die britische Regierung werde ihre Politik nicht auf die Forderung irgendeiner Macht hin ändern, und sie sei von der japanischen Regierung auch nicht darum ersucht worden. Wenn die a n t i b r i t i s ch e Agitation in Rordchina weiter anhalte und die Angriffe aus britische Interessen und Rechte in Nordchina ungehindert weitergingen, würde die britische Regierung gezwungen sein, die Lage als sehr ernst anzusehen. Hinsichtlich der Kündigung des amerikanisch-japanischen Handelsvertrages wies Chamberlain auf die Gemeinsamkeit „der allgemeinen Ziele und Absichten der Vereinigten Staaten und Großbritanniens" hin. (!) Es sei aber nicht nötig, daß jeder von ihnen notwendigerweise genau dasselbe tun müsse, wie der andere. Vielleicht seien verschiedene Methoden in verschiedenen Fällen ungebracht. Das Haus könne aber versichert sein, daß die britische Regierung größten Wert auf Zu
sammenarbeit mit den Vereinigten Staaten lege. Die britische Regierung habe keinerlei britische Interessen in China betrogen und verfolge nt tf) t die Aufgabe von Rechten Dritter. Wenn Sinclair meine, ob die Formel bedeute, daß Großbritannien Japan helfen wolle, das zu behalten, was es habe, und es nicht daran zu hindern, mehr zu erobern, so sei das eine falsche Erklärung. (!) Fragen bezüglich der Uebergabe von Silberbeständen und der Unterstützung der chinesischen Währung gingen nicht nur England an und könnten daher ohne vollste Verständigung mit anderen Ländern, deren Interessen ebenso berührt seien, nicht erörtert werden.
Dann befaßte sich Chamberlain noch kurz mit den englisch-polnischen Verhandlungen. Die Schwierigkeiten, so erklärte er, hätten sich nicht im Zusammenhang mit der Frage des Waffenkaufes in anderen Ländern ergeben, vielmehr dadurch, daß die polnische Regierung eine Anleihe in Gold gefordert habe.
Abschließend erklärte Chamberlain sein Bedauern über die „Giftpropaganda in der Presse und andere Mittel". Der Ministerpräsident ließ hierbei nicht klar erkennen, ob er die beispiellos leichtfertige englische Presse und Mr. King-Hall meinte.
Wirtschaftskrieg polens gegen Danzig.
Warschau bricht die Wirtschastsgemeinschast.
Danzig, 31. Juli. (DNB.) Die polnische Reme- rung hat Maßnahmen gegen die Einfuhr gewisser Erzeugnisse in Danzig ansässiger Firmen angekündigt, die einen klaren Bruch der Danzigpolnischen Wirtschaftsgemeinschaft darstellen. Man hat polnischerseits versucht, diese rein wirtschaftliche Angelegenheit mit der Frage der polnischen Zollinspektoren in Zusammenhang zu bringen, die angeblich in ihrer Tätigkeit „behindert seien", und hat damit rein wirtschaftliche Fragen mit rein politischen verquickt.
Don Danziger Seite wird darauf hingewiesen, daß diese Methode für die Art der Behandlung, die Polen seit dem Bestehender Freien Stadt Danzig den Danziger Wirtschaftsinteressen angedeihen läßt, gerade charakteristisch sei. Man hat polnischerseits die Behauptung aufgestellt, daß die vertraglichen Rechte der polnischen Zollinspektoren durch Beschränkungen geschmälert würden, die im Widerspruch zu den vertraglichen Bestimmungen stünden. Ferner hat die polnische Regierung es für nötig gehalten, die Vorwürfe, die danzigerseits über das dienstliche und außerdienstliche Verhalten der polnischen Zollinspektoren erhoben worden sind, als leere Worte zu bezeichnen. Amtliche Danziger Stellen sind in der Lage, demgegenüber Einzelfälle anzuführen, die geradezu klassische Beispiele für das Verhalten und den wahren Charakter der polnischen Zollinspektoren darstelten. Sie seien hier in knapper Gegenüberstellung wiedergegeben:
D e i m e r t militärische Spionage, C z o s k a militärische Spionage, illegale Arbeit in der polnischen Minderheit, Krulikowski-Muszkiet, ehemaliger polnischer oberster Zollinspektor, wirtschaftliche Spionage, Terror und Erpressung, R o u p e r t Wirtschaftsspionage, Mazura, Fadis, Rule w s k i militärische Spionage, Mißbrauch deutscher Mädchen für diesen Zweck, R a d e ck i militärische Spionage, Slawoszewski liederlicher Lebenswandel, Widerstand gegen die Staatsgewalt, P e s z o w s k i dito, Braun unhöfliches Verhalten gegenüber dem Reichsminister Rudolf Heß,, und aus der letzten Zeit: Swida Beteiligung an der Mordtat in Kalthof, Kalinowski und K u r n i k militärische Spionage, Lipinski Spionage, versuchter Menschenraub.
Die Namen dieser polnischen Zollinspektoren haben ihren „besonderen Klang". Sie werden nicht so leicht vergessen werden. Die Geduld, die die Bevölkerung der Freien Stadt Danzig jahrlang diesem Treiben der polnischen Zollinspektoren gegenüber bewiesen hat — das ist auch von der Danziger Regierung unmißverständlich zum Ausdruck gebracht worden — ist nun zu Ende: Selbstverständlich sind die polnischen Zollinspektoren in ihrem Dienst, soweit sie sich dabei im Rahmen der vertraglichen Vorschriften halten, unbehindert und völlig gesichert. Daß diese Sicherung aber nicht als ein Freibrief für Uebergriffe und Verfehlungen innerhalb oder außerhalb des Dienstes betrachtet werden könne, bedarf offenbar eines ausdrücklichen Hinweises.
Ein besonderes Kapitel ist die unverhältnismäßig große Zahhder polnischen Zoll- i n s p e k t o r e n. Die polnische Regierung hat gegenüber entsprechenden Vorstellungen der Danziger Regierung die Behauptung aufgestellt, daß diese Zahl „noch unzureichend sei", und dafür Gründe angeführt, die Danzig in der Auffassung bestärken, daß die polnischen Zollinspektoren am allerwenigsten für Zoll zwecke eingesetzt werden, weil diese Gründe nicht eine Vergrößerung, sondern vielmehr eine Verminderung der Zahl der polnischen Zollinspektoren rechtfertigen würden. Diese von polnischer Seite angeführten Gründe sind: 1. Der Umfang des Warenverkehrs über den Danziger Hafeii, 2. der Umfang des Personenverkehrs über die ostpreäßifche Grenze, 3. die Gliederung der Danziger Zollverwaltung und die Zahl der Danziger Zollbeamten.
Dazu wird in Danzig festgestellt: 1. Im Jahre 1929 unterhielt Polen 27 Zollinspektoren gegenüber etwa 100 im Jahre 1938. Der Warenumschlag im Danziger Hafen betrug 1929 8,5 Millionen Tonnen, 1938 jedoch nur 1,1 Millionen Tonnen. Der Wert des Hafenumschlages in Danzig sank jedoch von etwa 1,5 Milliarden Zloty im Jahre 1929 auf ungefähr 0,5 Milliarden Zloty im Jahre 1938. Die Entwicklung des Warenverkehrs müßte demnach einen Rückgang der Zolltätigkeit und eine entsprechende Verminderung der Zahl der polnischen Zollinspektoren bedingen. 2. Der Personenverkehr über die ostpreußische Grenze ist infolge der völkisch Verbundenheit Danzigs mit dem Reich auch früher nicht geringer gewesen als jetzt. Die Schmuggelgefahr ist jedoch des hohen Standes der Reichsmark gegenüber dem Danziger Gulden eine viel geringere als früher. 3. Die Organisation des Danziger Zolldienstes ist früher die gleiche gewesen wie heute und besteht aus dem Landeszollamt mit etwa 200 Zoll- ämtern. Auch auf diesem Gebiet sind keinerlei Beweisgründe für die Notwendigkeit der Vermehrung der polnischen Zollinspektoren zu erbringen. Di? Zahl der Beamten des Danziger Zolldienstes hat sich entsprechend dem allgemeinen Rückgang des Verkehrs gegenüber dem Jahre 1929 von 1282 auf 1035 Beamte verringert.
Der Zustand, den die polnische Regierenn durch die Vergrößerung der Zahl der polnischen Zollinspektoren herbeigeführt hat, steht in krassem Wider
spruch zu dem Wortlaut und dem Sinn der Verträge. Nach Artikel 14 des Pariser Vertrages vom 9.11.1920 soll die Danziger Zollverwaltung ausschließlich in den Händen der Danziger Beamten bleiben. Der Zentralzoll- Verwaltung ist nur das Recht einer generellen Kontrolle der Danziger Zollverwaltung eingeräumt worden. Aus dieser generellen Kontrolle hat Polen allmählich widerrechtlich eine spezielle Kontrolle sämtlicher einzelner Abfertigungshandlungen gemacht. Dies zeigt sich deutlich bei einem Vergleich der Danziger Ober«
Kattowitz, 31.Juli. (DNB.) Das Deutsch- turn muß ausgerottet werden. Das ist das Ziel, das sich die Polen gesteckt haben. Vor einiger Zeit war der Volksdeutsche Bruno Burtzik aus Antonienhütte, der dort im Deutschtum eine führende Rolle spielte, von einem polnischen Gericht ohne Beweise au acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Verurteilung erfolgte lediglich auf die Angabe eines übelbeleumdeten polnischen Burschen hin, Burtzik hätte bei einer der bekannten Störaktionen, die polnische Radaubrüder während eines deutschen Gottesdienstes in Antonienhütte veranstalteten, die polnische Horde „provoziert". Nachdem nun der Sohn unschädlich gemacht worden war, richtete fich die Rachsucht der Polen gegen den Vater des unschuldig Verurteilten, den Bäckermeister Anton Burtzik in Antonienhütte. In seinem Betrieb erschien eine der bekannten „Gesundheitskommissio- nen" der Polizei, die die Bäckerei, die weithin als ein vorbildlich eingerichtetes Unternehmen bekannt ist, schloß und versiegelte den Betrieb unter dem Vorwand, „der Betrieb entspreche nicht den sanitären Vorschriften". Durch diese polnische Willkürmaßnahme ist die Familie Burtzik um ihre Existenzgrundlage gebracht und wirtschaftlich vollständig ruiniert worden.
In Antonienhütte hoben sich in den letzten Tagen wieder schwere Ausschreitungen polnischer Horden gegenüber wehrlosen Deutschen zu getragen. Der volksdeutsche Ludwig Siewitza wurde kurze Zeit, nachdem er sich von mehreren Kameraden in deutscher Sprache verabschiedet hatte, von einer Horde polnischer Burschen überfallen und mit Knüppeln zusammengeschlagen. Siewitza hat schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen, sowie eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. Er wurde bewußtlos ins Krankenhaus gebracht. Aus dem gleichen Grunde überfielen polnische Horden
Die Funkausftelluna bringt es dem Besucher zum Bewußtsein, daß zum Rundfunkempfänger hochwertige Zubehörteil« gehören und daß auch für den Bastler qualifizierte Hilfsmittel erforderlich sind. Auch ein Hochleistungsempfänger kann nicht seine volle Güte entfalten, wenn er nicht an’ eine ordnungsmäßige Antenne angeschlossen ist. Vergleicht man die Leistung eines Empfängers an einer über den Korridor gespannten Drahtschleife mit der Leistung, die eine über das Dach geführte Rohrantenne hervorbringt, so überzeugt der Unterschied von der Bedeutung der neuzeitlichen Anten- n«n. Da es möglich ist, an eine Rohrantenne 40 bis 50 Teilnehmer anzuschließen, ohne daß einer in der Wahl der Sender beeinträchtigt würde, entsprechen solche Anlagen insofern auch städtebaulichen Gesichtspunkten, als sie das über die Dächer gespannte Gewirr der Antennendrähte verschwinden lassen. Ein« Rohrantenne hat eine Höhe von etwa 7 Meter und steht senkrecht auf dem Dach. Sie besteht aus der Antennenrute und einem Standrohr, öie voneinander durch keramische Massen isoliert sind. Eine Gefährdung der (Empfangsanlagen oder öes Gebäudes durch Blitzschlag ist dadurch vermieden, daß schon in den Isolator ein Blitzschutz eingebaut ist, unabhängig von anderen Sicherungen zwischen Antenne und Empfängern. Unmittelbar hinter der Antenne wird, möglichst auf dem Dachboden, ein Verstärker angebracht, wenn eine grö- here Anzahl von Empfängern angeschlossen werden sollen. Don ihm aus führen abgeschirmte Leitungen zu den Steckdosen in den Stockwerken.
Ein Ergänzungsgerät zum Empfänger ist der Plattenspieler. Die modernen Ausführungen besitzen hochwertige Stahlnadeltonabnehmer oder auch Saphir-Tonabnehmer, bei denen sich ein Nadelwechsel erübrigt und der die Platten schont. Fer- ner sind die Plattenspieler mit automatischer Plat- tentellerbeleuchtung ausgerüstet. Während die trag- baren Plattenspieler mit Federantrieb ausgerüstet i'™' ..N"den wir bei den Rundfunkplattenspielern elektrische Laufwerke mit selbsttätigem Ein- und Ausschalter, mit automatischem Nodelgeber und be- leuchteten Plattenschränken für 50 bis 100 Platten
Sielen bereitet die Selbstaufnahme von Platten Freude Um sie besprechen zu können,
beamten und der polnifchen Zollinspektoren. Den etwa 40 Danziger Oberbeamten stehen jetzt 100 polnische Zollinspektoren gleichen Ranges gegenüber. Das ist eine Verfälschung des vertraglichen Zustandes, die von Danzig nicht widerspruchslos hingenommen werden kann. Die Danziger Regierung hat sich daher entschlossen, zur Wiederherstellung des vertragsmäßigen Zustandes die Danziger Zollverwaltung anzuwelsen, die polnischen sogenannten Grenzer, di« überhaupt keine zolltechnische Ausbildung besitzen, nicht mehr als polnische Zollinspektoren zu behandeln.
die Volksdeutschen Miosga, Vater und Sohn, und Hager in Antonienhütte. Offenbar handelt es sich um di« gleiche polnische Horde, die kurze Zeit zuvor den Volksdeutschen Siewitza schwer verletzte. Die drei Ueberfallenen mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Wie aus dem Kreis Könitz gemeldet wird, ist der deutsche Landwirt Paul S ch u l z aus der Grenzzone aus gewiesen worden. Hierzu wird von polnischer Seite erklärt, „daß Paul Schulz, bekannt durch seine nationalsozialistische Ueberzeugung, der Führer der dortigen Deutschen und einer der tätigsten deutschen Funktionäre in Pommerellen sei . Schulz habe die Grenz,zone innerhalb einer Stunde verlassen müssen. Die Ausweisung sei auf Grund der Vorschriften über die ^öffentliche Ruhe und Sicherheit" in der Grenzzone erfolgt
Die in der Lodzer Industrie als Fachleute beschäftigten Deutschen sollen scheinbar restlos auf die Straße gesetzt werden. Nachdem bereits in anderen Unternehmungen zahlreiche Entlassungen von Deutschen erfolgt sind, hat jetzt die Leitung der größten Lodzer Zwirnfabrik, die sich im englischen Besitz befindet und auch Betrieb« in Warschau hat, zehn Deutschen, di« als Meister, Obermeister und Abteilungsleiter beschäftigt waren, f r i st l o s gekündigt. Di« Fabrikleitung hat dabei zu verstehen gegeben, daß sie zu dieser Maßnahme auf Druck polnischer behördlicher Stellen genötigt sei. Wie verlautet, sollen bis zum 15. August die letzten Deutschen auch aus den privaten Lodzer Unternehmungen verschwinden.
In Baluty bei Lodz wurde ein weiterer Gesangverein von den Behörden geschlossen und das Grundstück, das sich in seinem Besitz befindet, versiegelt.
braucht man ein gutes Mikrophon. Neuartig ist ein Kondensator-Mikrophon von hoher Empfindlichkeit in Tischausführung. Eine Neuerung stellt auch ein Sprechtrichter dar, der ein Mikrophon und einen Lautsprecher enthält. Dieses elektrische Megaphon nennt sich Portaphon und stellt eine neuartige Verbindung eines tragbaren Batterieverstärkers mit dem in einem Cellontrichter eingebauten Lautsprechersystem dar. Am Handgriff des Sprechtrichters befindet sich ein Druckschalter, mit dem der Verstärker ein- und ausgeschaltet, wird. Mit diesem Gerät läßt sich mühelos eine Sprechweite von 100 Metern erreichen.
Für die Verwendung im Runöfunk ist auch das als Diktiermaschine bereits bekannte Magneto- Phon als Koffermodell entwickelt worden. Hierbei wird die Sprache auf einem mit feinstem Eisenpulver belegten Filmband festgehalten und wieder zu Gehör gebracht.
Zahlreich sind di« Geräte, die der Rundfunk- ent ft örung dienen. Zu ihnen gehören Kondensatoren, Drosselspulen und Dorsatzgeräte. Für Kurzwellen und Ultrakurzwellen sind neue Kondensatoren entwickelt worden, die einen störungsfreien Empfang mit empfindlichsten Geräten ermöglichen. Her- vorzuheben sind ferner die Dorsatzgerate, die zur Entstörung kleiner Haushaltsgerät« wie Staubsaugermotoren, Kaffeemühlen und dergleichen bestimmt sind.
Großes Interesse wenden die Besucher den Auto- Empfängern zu. Der Aufbau der Apparate ist gedrungener als bisher, für das Gehäuse wird ausschließlich Metall verwendet. Ihre Leistungsfähigkeit läßt sich mit der Groß-Superklasse vergleichen, wenn di« Zubehörteile (Antenne und Entstörungs-Kondensatoren) sachgemäß eingebaut sind.
Die Beschaffung eines hock)wertigen Empfängers wird mitunter dadurch in Frage gestellt, daß der Teilnehmer mit einer Umstellung seines Lichtnetzes von Gleichstrom auf Wechselstrom rechnen muß. Für derartige Fälle sind Wechselrichter entwickelt worden, die den Betrieb eines Wechselstromempfängers am Gleichstromnetz ermöglichen, gie werden zwischen Lichtnetz und Empfänger ge» chaltet ^und brauchen beim Uebergang der offen!« lidjen Stromversorgung vom Gleichstrom aus den
polens Vernichtungskrieg gegen das Deutschtum.
Immer neue Haßausbrüche.
Allerlei Zubehör auf der Funkausstellung
Antennen. - Plattenspieler. — Auto-Empfänger.
Oie Deutschen gewannen Sen Krieg.
-bon Franz «Schouwecker.
Als wir aus dem Großen Kriege zurückkamen, waren zwei Millionen Tote hinter uns und neben uns, die furchtbarsten Schlachten der Ost- und Westfront, des Balkans, fast aller Meere der Erde in unseren Seelen, war für viele vielleicht nicht nur der Krieg verloren, sondern auch Deutschland. Ich weiß heute nicht mehr, wo es war, aber auf irgendeiner Chaussee des Rückmarsches, in einem Quartier hörte ich jemand sagen: „Finis Germaniae, das Ende Deutschlands". Es lag eine Hoffnung darin, baß diese verzichtenden und trostlosen Worte nicht nur traurig, sondern zugleich erbittert gesprochen wurden. Der Mann, der das sagte, ein Jüngling, der wie ein Mann aussah, war so zornig, so aus- rührerisch, daß er diese Wort« selbst nicht glaubte, sondern sie wie ein Stachel in seine Seele trieb. Er warf die Flinte nicht ins Korn, obwohl es so scheinen mochte, sondern er packte sie um so fester, um sie im geeigneten Augenblick um so nachdrücklicher zu gebrauchen.
Allerdings: der Krieg war verloren. Aber das, was uns, die wir aus diesem verlorenen Krieg in di« Heimat zurückmarschierten, eine gewisse düstere Zuversicht gab, war die klare Erkenntnis des Tatbestandes, daß wir an der Front den Krieg nicht verloren hatten, sondern daß die Heimat aufge- qeben hatte. Die Front war nicht schuldig. Und die Fron! das hieß: der entscheidend« Teil des Volkes. Der $trieg war verloren, aber die Front war unbesiegt. Wenn die Franzosen und Engländer und alle übrigen Mächte der Welt sich in der unverschämtesten Form als Sieger aufspielten, so konnten wir ihnen auf dem Rückmarsch gewissermaßen ohne Verachtung den Rücken zukehren und wußten: Untere Siege haben anders ausgesehen. Der Sieg des Siebenjährigen Krieges hatte ein anderes Gesicht und der von 1871 auch.
In der Tat zog die siegreiche Entente hinter dem Rücken der deutschen Front einher, als wenn sie ins Schlepptau genommen wären. Sie besetzte deutsche Gebiete, die wir ihr — und das wird heute sehr deutlich — zwar zähneknirschend, aber großmütig überließen. Der Rückzug geschah in einer derartigen Ordnung und Ruhe, daß er den Gegner, der ihn auf unseren Fersen gewahr wurde, erschreckte. Nirgendwo war von einer Flucht die Rede. Ueberall vollzog sich sachlich ein Plan. In der Heimat erst begann die Auflösung, aber was damals in der Heimat war, war das Chaos, mit dem die Front niemals das Geringste zu tun hatte. Die Armee löste sich auf, ging ins Privatleben und verschwand scheinbar. Im Grunde genommen war die Arme heimlich immer da. Der soldatische deutsche Mensch ist nicht auszurotten.
Was an der Front geschehen war, war dies: es war das große Beispiel für alle Nachkommenden gegeben. Darauf kommt es selbst in einem verlorenen Krieg an, daß die Menschen, die an der entscheidenden Stelle stehen, das große Beispiel weitergeben, mag der Krieg verloren gehen oder nicht. Aber die Tradition bleibt erhalten. Die Entscheidung wird weitergereicht. Nicht in der Heimat lag die Entscheidung: sie lag in den knochenharten Händen um die Gewehrkolben, sie lag in den ausdruckslosen Augen unterm Helmrand, sie lag in den Zügen um Mund und Kinn, und sie verbarg sich unverlierbar in der Brust des Einzelnen. Auch das Chaos der Heimat rührte daran nicht. Es prallte ab von den großen Schlachten um Verdun und Arras und Baranowitschi und die Somme, um Skagerak und um das nördliche Meer. Das Metall dieser Entscheidung war unangreifbar für jede Zersetzung.
Ich entsinne mich einer jener ganz wenigen Szenen, die uns Marschierende bis in das Innerste ergriff: als wir in die westdeutsch« Stadt Hagen marschierten, hörten wir in den ersten Straßen der Stadt ein Geschrei, halb vom Winde verweht, vor uns. Wir näherten uns diesem Geschrei, das uns sonderbar berührte, wir kamen ihm immer näher, und dann bot sich uns plötzlich ein unver- geßliches Bild: vor uns war die ganze Straße schwarz von Menschen. Sie schrien laut, sie drängten sich um uns, sie griffen nach uns, und plötzlich tauchte vor uns ein« alte Frau auf. Mitten im Straßenschmutz si«l sie auf die Knie, erhob die Hände und schrie: „Da seid ihr! Da seid ihr!" Ich glaube, keiner von uns hat diese Frau vergessen.
Dann kam der Friede von Versailles und dis ganze Grundsuppe der Gemeinheit von Wortbruch und Niedertracht, die wir auch nicht vergessen haben. Es ist der Druck, der die^ Welle hebt. Man kann sie mit Ocl beruhigen, und die nachfolgende deutsche Demokratie hat das reichlich und bewußt zu tun versucht. Sie hat den Druck zu unterdrücken und die Welle zu glätten sich über ein Jahrzehnt bemüht. Es ist ihr nicht gelungen. Es konnte ihr nicht gelingen. Wäre es ihr gelungen, dann wäre es das Ende Deutschlands gewesen.
Ich habe einmal das Wort geschrieben: „Wir mußten den Krieg verlieren, um hie Nation z u gewinnen". Das Wort ist richtig. Als ich es schrieb, sprach eigentlich alles dagegen: der Glaube an eine Sache wird durch den Widerspruch nur verstärkt, und es gilt für den Glauben das Wort: „Der Glaube schafft die Welt." Es scheint mir heute so zu sein, daß es sich immer mehr herausstellt-, nach einer Zeit, in welcher es weder Sieger noch Besiegte gegeben hat, werden hie Deutschen d i e wahren Sieger des Großen Krieges.
Wechselstrom nur entfernt zu werden. Außer diesen Zubehörteilen sind auf der Funkausstellung auch neuartige kleine Meßinstrumente für uer» schiedene Meßbereiche, Sondermerkzeuge f ü r Radiobastler, raumsparende Batterien fiK Kofferempfänger, hochwertige Einbaulautsprecher und zahllose Bauteile für die Selbstherstellung kleiner Sender, von Tonaufnahmegeräten und für den Bau von Fernseh-Empfängern zu finden. Aber nicht nur der technisch interessierte Besucher wird hieraus Anregungen schöpfen, auch der Rundfunkteilnehmer, der nur auf eine Erhöhung der Bequemlichkeit des Rundfunkempfangs, auf eine Verbesserung der Ton» Wiedergabe oder auf eine Verschönerung der Cmp' fangs-Apparatur bedacht ist, kommt bei einem Rundgang auf seine Kosten. Joachim Boehmer.
Bolle Anerkennung des Feldmarschalls
Berlin, 31. Juli. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, hat den Junkers» Flugzeug- und Motorenwerken in Dessau anläßlich der drei neuen Rekorde in folgendem Telegramm seine Anerkennung ausgesprochen: „Die Ausstellung


