Ausgabe 
1.8.1939
 
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HUH Erstes Matt

189. Jahrgang

Dienstag,!. August 1939

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war.

Einfuhr aus:

Ausfuhr nach:

1937:

1938:

Fernost-

288,56 49,70 16,04 20,27

1938: Millionen 239,58

34,77

17,00

21,29

126,82

47,16

1,63

3,37

1937: Dollar 204,20 103,62

3,71 9,21

Neue Erklärungen Chamberlains.

Zusammenspiel mit Amerika. - OerKuhhandel^ mit Moskau.

Japan China Kwantung Hongkong

Oie Ooppelgleisigkeit der englischen Politik

Deutsche Anmerkungen zu Chamberlains neuen Ltnterhaus-Crklärungen.

Herr Chamberlain Hai es deutlich ausge­sprochen: die britische Regierung ist ängstlich darauf bedacht, nicht den Anschein zu erwecken, als ob sie die Unabhängigkeit anderer Staaten zu beschneiden wünsche. Wir können getrost die Antwort den bündnissreien Staaten überlassen, die schließlich nicht eines billigen Scherzes wegen sich mehrfach protestierend an London gegen den Versuch des Foreign Office wandten, die Randstaaten zum Handelsobjekt nackter Interessen der britischen Strategie zu machen.

Mit dem Familienkrach, dem die leitenden Aus­führungen des Premierministers gewidmet waren, wird sich das Empire selbst beschäftigen müssen.

Wir erlauben uns nur zu bemerken, daß es für uns den Anschein hat, als fehle es manchmal an der Einheitlichkeit der Auffassungen über die Zweck­mäßigkeiten der britischen Außenpolitik zwischen Re­gierung und Volk. Was nicht besonders verwunder­lich wäre, wenn sich der Steuerzahler in England überlegt, daß das Foreign Office gegenwärtig auf dem besten Wege ist, sein Geld in eine Stei­gerung polnischen Größen w a hnsinns umzusetzen."

schossen, die Engländer Kagoschima zerstört, weil ein gewisser Richardson ermordet worden

tagung des Parlaments sei. Auch Dalton hielt eine unmittelbare Aussprache zwischen Lord Hali­fax und Molotow für notwendig.

Chamberlain wandte sich dann gegen den Vorwurf der Opposition, daß die britische Regierung an der Verzögerung eines Abkommens mit Sow - jetrußland schuld sei. Es sei kein Geheimnis, daß die Sowjets und die französische und britische Regierung bisher nicht in der Lage gewesen seien, sich auf eine für alle Parteien zufriedenstellende Definition desindirekten Angriffs" zu einigen. Ferner fei die britische Regierung darauf bedacht, nicht den Anschein zu erwecken, als ob sie die Un= abhängigkeit anderer Staaten zu beschneiden wünsche. Um dieses Problem handele es sich gerade

bereits regelrechte Konsultationen zwischen London, Paris und Washington über Fernostfragen im Gange seien.

Indische Truppen für die maiaischen Besitzungen Englands.

London, 1. Aug. (DRV. Funkspruch.) Zu dem gestern amtlich bekanntgegebenen Beschluß, die britischen Truppen in den Malaien- Staaten durch indische Kontingente zu verstärken, meldet dieTimes" aus Singapur, daß die Verstärkungen wahrschein- lich sehr beträchtlich sein werden. Die ersten Einheiten es dürfte sich um indische, modern aus­gerüstete mobile Truppen handeln würden etwa in einer Woche eintreffen. Es sei anzunehmen, daß sie für die Dauer der internationalen Spannung dort bleiben, und daß sogar weitere Verstärkung aus Indien hinzugezogen würde. Die gegen­wärtige Garnison in den Malaienstaaten setze sich aus drei Jnfanteriebataillonen in Singapur und einem malaischen, sowie einem indischen Bataillon zusammen. Außerdem liege in Singapur ein be­trächtliches indisches Artilleriekontingent.

im besetzten China, mit Einschluß Hongkongs

in Japan

Die Verschlechterung des amerikanischen V Handels hat also Japan kaum betroffen. Japan steht in viel intensiveren Beziehungen zu den USA. als Cfjma, es kaufte der USA.-Wirtschaft beträchtliche Mengen Rohstoffe und Halbfabrikate ab, die es cuf) anderswo beziehen kann, denn mit der Be­sitzung Nord- und Mittelchinas hat es z. B. Banrn- LLÜanbaugebiete usw. unter seine Herrschaft ge-

USA -Wirlschastskrieg gegen Japan

3m Dienste des hilfsbedürftigen England.

Don unserem E. S.-Äerichierstatier.

Englands falsches Spiel gegen Japan

Keineswegs eine Aenderung der britischen Politik in China/'

90,59 Mill. Dollar

46,69

69,76

3,29

23,74

ten ein und zogen bald, da sie in sich geschlossen blieben, wohlfeile Arbeiter waren und von den Weißen überhaupt nicht verstanden werden konn­ten, den bittersten amerikanischen Haß auf sich. Landerwerb wurde ihnen verboten, die Einwande­rung untersagt, und nicht nur Kalifornien, sondern auch zwölf andere amerikanische Bundesstaaten ver­boten jede Rassenmischung und untersagten Ehen mit Mongolen, worunter natürlich in erster Linie Japaner und Chinesen zu verstehen sind, wie denn überhaupt in den USA. auf möglichste Trennung der Rassen auch räumlich gesorgt wird, nicht nur bei den Negern. Die Angst der Westamerikaner vor japanischer Spionage" ist geradezu grotesk, aber sie läßt die letzte Maßnahme des Handelskrieges erklärlich werden, die Amerika selbst am härtesten trifft.

Keinerlei Vereinbarungen."

Washington, 1. August. (Europapreß. Funk­spruch.) Staatssekretär Hüll hatte am Montag eine fast einstündige Unterredung mit dem japanischen Botschafter Horinouchi. Gegenstand der Be­sprechungen war die durch die Aufkündigung des japanischen Handelsvertrages entstandene Lage. Der Botschafter bestätigte dies beim Verlassen des Staats­departements, machte aber keine näheren Mittei­lungen. Die gleiche Zurückhaltung übte Hüll. Er be­tonte lediglich, daß keinerlei Vereinbarun­gen über neue Vertragsverhandlun­gen getroffen worden feien.

Berlin 31. IM (DNB.) In beißender Weife behandelt der Deutsche D i e n ft die ' heutigen außenpolitischen Betrachtungen im Unterhaus zu London. Wir geben die dem deutschen Volke aus der Seele gesprochenen Ausführungen des Deutschen Dienstes nachfolgend ungekürzt wieder:

Mit einem immerhin beachtlichen Aufwand an Reklame hatte die Londoner Presse vergeblich ver­sucht, Deutschland angesichts der bevorstehenden grundsätzlichen Ausführungen des englischen Pre­mierministers zur außenpolitischen Lage in Span­nung zu versetzen. Herr Chamberlain hat die Lon­doner Presse Lügen gestraft, aber unsere Erwartun­gen nicht enttäuscht.

Bei der Lektüre dieses umfangreichen Resümees gibt es nur wenig lichtvolle Darleaun - gen, die einer Antwort bedürften. Wertvoll ist vor allem für uns die Feststellung des Leiters der britischen Außenpolitik zur Lage im Fernen Osten über die Aehnlichkeit der Ziele und Absichten der Vereinigten Staa­ten und Großbritanniens gegenüber Japan und der gleichzeitige Hinweis daraus, daß in verschiedenen Fällen verschiedene Methoden an­gebracht seien.

wir dürfen dies als eine Beffäfigung unserer Auffassung buchen, daß England und die USA. in ihrer Haltung gegenüber Tokio sich die Bälle zuwerfen und mit verteilten Rollen spielen.

Es gibt zahlreiche Beispiele in der Geschichte, vor allem der letzten Jahrzehnte für die für den Frieden der Welt gefährlichen Konseguenzen, zu denen die Doppelgleisigkeit der Diplo­matie des Foreign Office fuhrt. Und es ist für uns nicht ohne Interesse, daß gerade am heutigen Tage dieJswestija" von der Zweideutig­keit der britischen Außenpolitik sprach, die man im Verkehr mit Großbritannien in Rechnung stellen müsse.

Don weit geringerem Interesse sind dagegen die Worte, die Herr Chamberlain über das Schicksal von 400 000 Deutschen inDanzigzu sagen wußte, von denen er weder gefragt, geschweige denn darum gebeten wurde. Der englische Premierminister hat

London, 31. Juli. (DNB.) Die für heute an- gesetzte außenpolitische Unterhaus- Aus spräche wurde von dem Anführer der Oppositionsliberalen, Sir Archibald Sinclair, eröffnet, der erklärte, das Haus müsse unbedingt Versicherungen über die Verhandlungen mit Sowjetrußland haben und dürfe sich nicht eher vertagen. Sinclair fragte den Premierminister, ob England gegen einen deutschen Angriff in Dan- z i g Widerstand leisten werde und zu welchem Zeit­punkt. Was Japan angehe, so sei eine neu­trale Haltung im chinesisch-japanischen Krieg für England gesetzlich und moralisch unmöglich. Für die Labour Party erklärte der Abg. Dalton, daß diese ganz entschieden gegen eine lange Ver­

den vorwiegend deutschen Charakter Danzigs nie bestritten. Wir wollen ihm zusätzlich versichern, daß

das deutsche Danzig ungeachtet außenpolitischer

Debatten im Unterhaus mit regievollen An­fragen zum Reich zurückkehren wird.

In Warschau allerdings wird man mit heiterer Ueberraschung Herrn Chamberlain von der bewun­dernswerten Ruhe sprechen hören, welche die pol­nische Regierung an den Tag gelegt habe.

Diese bewundernswerte Ruhe dürfte den britischen Söldnertruppen polnischer Staatsangehörigkeit ver­gehen, sollte Großbritannien sich bereitfinden, für die täglichen kühnen Gedankenflüge der polni­schen Chauvinisten nach Berlin bis auf den letzten polnischen Soldaten zu kämpfen. Es übersteigt aber immerhin das Maß des Erträglichen, wenn Herr Chamberlain angesichts ununterbrochener Vergehen gegen Leben und Eigentum deutscher Volksgenossen in Polen, die dem Premierminister selbstredend ebenso bekannt sein müssen, wie den Warschauer Korrespondenten der Londoner Blätter, für ein friedensgefährdendes Verhalten der Polen anerken­nende Worte findet.

bracht, die amerikanische Baumwolle zum Teil ersetzen könnten, ebenso die Bezüge aus Brasilien. Wenn der amerikanische Staatssekre­tär Hüll die Kündigung des Handelsvertrages als eineWarnung" an Japan bezeichnet und der Presse am Freitag erzählte, ein neuer Handels­vertrag könne nicht abgeschlossen werden, ehe die politischen Differenzen nicht bereinigt seien, dann hängt er dem amerikanischen Kater die englisch-liberalistische Schelle um und vergißt völlig, daß der japanische Nationalstolz ganz anders reagie­ren wird, als es die Judenschaft um Roosevelt über­haupt ahnt.

Bereits am 6. Oktober 1938 hatte Washingtons Botschafter in Tokio, Josef C. G r e w, eine Note übergeben, in der sein Land lebhaft Klage darüber führte, daß ihm dieoffene Tür" in Mandschukuo verschlossen worden sei wobei Mandschukuo be­zeichnenderweise selbst nicht genannt wurde, und darüber, daß die Wirtschaftsbeziehungen durch ja­panische Uebergriffe gestört würden. Japan habe u. a. zwei große Gesellschaften für China ins Leben gerufen, durch die die wirtschaftliche Tätigkeit in weiten Gebieten Nordchinas finanziert und geregelt werden sollte. Diese und ähnliche Erscheinungen, so hieß es in diesem geschichtlichen Dokument,erläu­tern die offenbare Tendenz der japanischen Behör­den, in den Gebieten, die unter militärischer Be­setzung stehen, eine bevorzugte Stellung für japa­nische Interessen einzuführen", durch japanische Mo­nopole den Einfluß der USA. zu brechen usw. Die Roosevelt-Regierung berief sich auf das Prinzip desfreien Handel s", das 1911 vielleicht noch bestand, seitdem aber so durchlöchert worden ist, daß nichts mehr davon übrigblieb und das die Roosevelt-Regierung gegenüber den autoritären Staaten in Europa selbst verneint. Darauf erklärte Japans Außenminister trocken, das Prinzip der offenen Tür, also der Neunmächtepakt, sei im Wirtschaftsblock Japan- China-Mandschukuo überhaupt nicht mehr anwend­bar. Uebrigens hatte Senator Äandenberg die Kündigung des Handelsvertrages mit Japan befür­wortet. Dandenberg ist einer der erbittertsten Geg­ner Roosevelts in der Neutralitätsfrage, er verlangte ein direktes Verbot der Waffenausfuhr nach Japan, und nunmehr hat Roosevelt mit Vandenbergs Wind in seinen Segeln den Kurs gegen Japan genom­men, der aber auf ganz anderen Wellen als Van- benberg es will, verläuft, nämlich im Sinne des demokratischen England!

Abgesehen von dem inneramerikanischen Streit zwischen Isolationisten und der jüdischen Roosevelt- Clique ist die Kündigung des Handelsvertrages mit Japan sehr wesentlich einer Rasseabnei­gung zuzuschreiben. Als 1846 die USA. durch ein

Geschwader von Kriegsschiffen und durch einen Auf­stand Kalifornien von Mexiko getrennt und sich ein­verleibt hatten, richtete der USA.-Händlerimperialis­mus seine Blicke nach dem eben erschlossenen China, und Japan lag auf dem Wege dorthin. Als 1853 der Kommodore der USA. Percy mit einer Flotte vor Jedo erschien und einen Brief des Präsidenten überbrachte, der die Aufnahme von Handelsbeziehun­gen forderte, fühlte sich der Shogun, der Hausmeier nicht stark genug, den modernen Mächten zu wider­stehen. Als Percy im nächsten Jahre wiederkam, wurde Japan dem imperialistischen Handel geöffnet. Im Streit der Anhänger der Abgeschlossenheit und der Deffnung Japans wurde das Shpgunat ver­nichtet, der Tenno aus seiner Verborgenheit hervor- gezogen und zum alleinigen Herrn Japans gemacht, seit dem 9. November 1867. Vorher, 1863, hatte eine amerikanisch - holländisch - französische Flotte wegen fremdenfeindlicher Ausschreitungen Schimonoseki be-

London, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Time s" berichtet, daß die britische Regierung der Tschungking-Regierung eine Erklä­rung über die britische Chinapolitik habe zugehen lassen. Sie besage, daß der britische Ver­such, in Nordchina mit Japan eine neue Regelung zu erzielen, keineswegs eine Aenderung ö-er britischen Politik in China bedeute ober offen gesagt, daß man China nicht im Stich lassen werde. In Lonbon sei man sich klar, baß die Verhandlungen in Tokio ein entschei­dendes Stadium erreicht hätten. Die japanische For­derung der chinesischen Silberwährung könne von Großbritannien nicht angenommen werden. Andere Mächte, genannt wird Frankreich, würben in gleicher Weise berührt und über alles, was bei den Verhandlungen vor sich gehe, unter­richtet. Welche Maßnahmen Amerika treffe, gehe Amerika allein an. Die britischen und die ameri­kanischen Probleme verliefen aber im großen und ganzen parallel.

Daily Telegraph" meint, Großbritannien könne nicht ohne Zustimmung anderer Mächte, u. a. Frankreich und USA., mit Japan zu einer Losung kommen.D aily Heral d" erklärt, daß

Der Handel mit den Vereinigten Staaten ent­wickelte sich in den nächsten Jahrzehnten gut, wenn auch die Briten den Löwenanteil davontrugen, wäh­rend deutsche Gelehrte mehr Wert auf die Heran­bildung des modernen Japaners legten. Neben der aus Ueberbeoölferung erzwungenen japanischen Auswanderung, die mit dem Krieg gegen Rußland zur damaligen Freude Englands, das als erste Macht ein Bündnis mit Japan schloß, verbunden war, drangen die Chinesen, vor allem aber die Ja­paner, in Kalifornien und den benachbarten Staa-

ea der USA. ---- sehr wohl mit jener Ruhe entgegenzusehen, die der Sprecher der japanischen Regierung betonte, während die Fran­ken und Engländer über die Freude, in Roose- Dilt einen Genossen gefunden zu haben, die närrisch- stin Skalpiergesänge gegen Japan anstimmten.

Japan ist sehr wohl in der Lage, als Repressalie di n Handel der USA. mit China und mit feinem eigenen Lande glatt z u unterbinden und dadurch Roosevelts einsturz- leifem Wirtschaftsgebäude den letzten Stoß zu 662en. Nach der amerikanischen Statisttk betrug in Millionen Dollar die

Die Kündigung des Handelsvertrages zwischen Japan und den Vereinigten Staaten von Nord­amerika aus dem Jahre 1911 ist am 26. Juli zum 26. Januar 1940 erfolgt, und zwar ohne Zu­stimmung der amerikanischen Parla­mente durch den Präsidenten Roosevelt. In der dritten Juli-Woche ließ das Staatsdepartement als Roosevelts Auffassung bekanntgeben, es könne keine Aktion billigen, die auf Kündigung dieses Handelsvertrages hinausliefe. Dann kam die Kon­ferenz zwischen dem britischen Botschafter C r a i g i e und dem japanischen Außenminister Arita in Tokio, worüber am 23. Juli jenes Memorandum veröffentlicht wurde, bas geradezu Sensation er­regte und England eigenttich aus China ausschaltete. Der amerikanische Staatssekretär Hüll hat darauf erklärt, er fei über die Verhandlungen nicht unter- nchtet worden, und damit fei der Brüsseler Konse- enz von 1937, auf der die Vereinigten Staaten den Versuch machten, eine Front der Mächte des Neunerabkommens über China zustandezubringen, ndgültig das Todeslied gesungen. Gewiß hielt man trie Parallelität mit den europäischenDemokratien" aufrecht. Immer wieder überreichte man in Tokio getrennte, aber doch gleichlautende Noten über an­gebliche japanische Uebergriffe. Aber daß das Me­morandum von Tokio ohne amerikanisches Zutun zustandekam, wird wohl in Washington als nbgültiger Bruch der sagenhaftenEinheitsfront" )urch Englanb aufgefaßt.

So operiert Roosevelt auf eigene Faust nnb dennoch zuGunstenEnglands. Roose­velt will Japan endgültig ab würgen, --achdem er bislang eine zweifelhafte Asienpolittk : etrieben hatte. England mußte in Tokio der un­mißverständlichen Drohung japanischer Militärs reichen, die Vereinigten Staaten aber übernehmen iie Rolle, die eigentlich England zukäme, und ent- ! ecken plötzlich ihreRechte" in Ostasien, die sie Klange zu Gunsten der glänzenden Geschäfte ihrer Waffenhändler vergaßen, die mit ihren Lieferungen i ad) Japan Riesenprofite machten. Je mehr dieser ülttestamentarische Erzvater der Demokratien, Roosevelt, nach Europa schaute, um sopatrio- ischer" wurde die Haltung gegenüber Japan. Neue Verträge auf Waffenlieferungen an Japan sind iit einigen Monaten nicht mehr abgeschlossen wor- !en, und nur die früheren Verträge werden noch cusgeführt. In der Hauptsache waren die Waren- I: errungen der Vereinigten Staaten an Japan Rohstoffe und Halbfabrikate, u. a. Baumwolle. Die □SA. lieferten im Vorjahre nach Ostasien insgesamt für 481 Millionen Dollar, davon für rund 250 Mil­li onen Dollar nach Japan, während Japan für rund 27 Millionen Dollar lieferte. Der Handel der USA. ach Japan schloß also mit einem Saldo von rund '-13 Mllionen Dollar zugunsten von Washington ab.

Bei aller Japanfeindlichkeit der Baurnwoll-, Oel- 2nd Kupferproduzenten ist es doch sehr fraglich, ob >e diese plötzliche und rigorose Politik Roosevetts inlligen, da sie z. B. heute schon in unabsetzbarer Baumwolle einfach ersticken. Aber auch die Japa­ner haben ihre wirtschaftlichen Waffen einzusetzen, läe Roosevelt wohl vergaß. Die direkten Kapital- imlagen der USA. sind schon in Japan verhältnis­mäßig beträchtlich, darüber hinaus ist aber arne - I i; i kanif ch e s Kapital gerade in den ch i - lesifchenProvinzen investiert, die sich unter japanischer Herrschaft befinden. Nach den Schätzungen des amerikanischen Departement of Commerce sind direkt an amerikanischem Kapital mgetegt:

in Niederländisch-Jndien in Fr.-Jndochina und Siam in Britisch-Malay a in den Philippinen 92,15 " fin^u kommen die amerikanischen Anlagen in sern- öGlichen Obligationen, von denen Japan den Lo- nsnanteil, insgesamt 123 Millionen Dollar, ausge- himmen hat. Man sieht, daß Japan im besetzten | 3gina und im eigenen Lande Mittel und Wege ge- mg hat, um einem Handelskrie 1 "" '

aus politischen Gründen s