Nr. 125 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gberheffen)
Donnerstag, l.Zuni 1939
Ausbildungsappelle in allen Kreisen des Gaues Hessen-Nassau
NSG. Im Gau Hessen-Nassau finden zur Zeit die Kreisausbildungsappelle, die einen Ueberblick über den Ausbildungsstand und die Uniformierung der Politischen Leiter geben sollen, statt. Verbunden damit wird das Pistolenschießen um den Gauwanderpreis durchgeführt.
Von April bis -August finden im gesamten Gau Hessen-Nassau Kressausbildungsappelle statt, an denen rund 30 000 Politische Leiter teilnehmen. Der Sinn der Appelle, die vom Rcichsorgani- sationsleiter angeordnet sind, ist, den Staüd der Ausbildung und Uniformierung in den einzelnen Kreisen und Gauen festzustellen. Der Politische Leiter ist als politischer Soldat des Führers, wie Dr. Ley bei der Besichtigung im März dieses Jahres in Frankfurt a. M. ausführte, zu einer vorbildlichen, disziplinierten Haltung verpflichtet. Seine Ausbildung, die in ihrem letzten Zweck der körperlichen Ertüchtigung dient, erhält er in dem monatlichen Dienst in den Bereitschaften und Marschblocks. Wie weit die Ausbildung vorgeschritten ist, sollen nach dieser gründlichen Ausbildung die Kreisaus
bildungsappelle, an denen jeweils sämtliche Politische Leiter eines Kreises teilnehmen, zeigen. Neben der Ausbildung wird die Uniformierung, bei der auf vorschriftsmäßige Anfertigung und Einheitlichkeit gesehen wird, eingehend überprüft. Die Kreisausbildungsappelle stellen die erste Vorbereitung für den Reichsparteitag dar, da sie auch dazu dienen, das Bild der Politischen Leiter »in Nürnberg immer mehr zu vereinheitlichen.
Mit den Kreisausbildungsappellen ist auch das Pistolenschießen um den Gauwander- preis, das als Mannschaftskampf der zehn besten Schützen ausgetragen wird, verbunden. Aus den hier ermittelten besten Pistolenschützen des Gaues wird die G a u m a n n s ch a f t für die NS.-Kampfspiele in Nürnberg bestimmt. In diesem Jahr ist auch das Kleinkaliberschießen neu ausgenommen worden.
Die bisher durchgeführten sechs Kreisausbildungsappelle haben bereits gezeigt, daß sich die Uniformierung und die Ausbildung gegenüber dem vergangenen Jahr bedeutend gebessert haben.
Reichhaltiges KdF.-Luni-programm.
Zahlreiche Betriebsfahrten und Kameradschastsausflüge.
Im Juni tritt die Vortragstätigkeit hinter dem Wandern und den Ausflügen etwas zurück. Vielen Betriebsangehörigen wird die Möglichkeit geboten, mit Hilfe von KdF. die nähere und weitere Heimat kennen zu lernen. Bisher haben etwa 50 Betriebe derartige Betriebsfahrten organisiert, die im Juni zur Ausführung gelangen. Auf diese Weise wird es gelingen, etwa 2000 Gefolgschaftsmitglieder und deren Angehörige in die verschiedenen Landschaften zu führen und ihnen Abwechslung und Entspannung zu bereiten. Die Betriebsfahrten haben sich in erster Linie den Rhein und eine Dampferfahrt als Ziel gesetzt, es werden aber auch der Odenwald, das Hessische Hinterland mit Biedenkopf und Winterberg, Kassel-Wilhelmshöhe, Strandbad Hillersbach, Büdingen, sogar Schwetzingen und das Nahetal aufgesucht. Eine Sonderfahrt führt in die Erbhöfedörfer Riederode und Almenrode; die Gießener Feuerlöschpolizei fährt am 18. Juni nach Neu-Isenburg zum Landesfeuerwehrtag.
Die NSG „KdF." hat sich auch dafür eingesetzt, daß Oberhessen, vor allem der Vogelsberg und in unserem Kreis besonders die Lau- bacher Ecke, von KdF.-Urlaubern aufgesucht wird. Vor allem ist in Baden und im Ruhrgebiet für Oberhessen geworben worden. In diesem Monat werden von den KdF.-Urlauberzügen aus diesen Gauen je 200 Teilnehmer nach Laubach kommen.
Weiterhin fällt der Kreiswaltung von KdF. die Aufgabe zu, für die Zwischenverpflegung einer Reihe von KdF.-Urlauberzügen zu sorgen, die aus den Gauen Thüringen und Westfalen-Süd Gießen berühren. Schließlich werden einige Sonderzüge durchgeführt. Es handelt sich dabei um größere Werke, wie die Butzbacher Werke, die mit 2000 Gefolgschaftsmitgliedern und Angehörigen eine Fahrt in zwei Sonderzügen nach Heidelberg planen, und die Didier-Werke, die mit 1000 Betriebsangehörigen und deren Familien in einem Sonderzug nach Wiesbaden fahren.
Die Gießener Kameradschaft der NS.-Kriegsopfer- verforgung ‘ unternimmt innerhalb dieser KdF.- Fahrten am 11. Juni einen Ausflug nach Eisenach und der Wartburg, an der sich rund 2000 Kriegsopfer und Hinterbliebene, die in zwei Sonderzügen fahren, beteiligen werden
Für Mitte Juni ist ein Gastspiel einer Reitertruppe, der „Djiguiten Don-Kosaken" unter Atamann Nicolaus Dalaeff, vorgesehen. Die Truppe, die sich „die beste Reitertruppe der Welt" nennt, befindet sich zum ersten Male in Deutschland und wird auf Oswaldsgarten oder auf dem Trieb ihre Zelte auf- fchlagen. Sie bringt in 21 verschiedenen Vorführungen die waghalsigsten Reiter-Kunststücke, die von den Kosaken bekannt sind.
Kriegsopfer fahren zur Wartburg und in den Schwarzwald.
Die NS.-Kriegsopferversorgung hat es sich bisher stets angelegen fein lassen, ihren Mitgliedern nicht nur helfend zur Seite zu stehen, sondern sich auch darum bemüht, zur Unterhaltung, Erholung und Freizeitgestaltung beizutragen. Manche Theateraufführung, zu kleinem Eintrittspreis ermöglicht, vereinigte die Kriegsopfer und ihre Angehörigen im Gießener Stadttheater, manch schöne Fahrt wurde in der gemeinsamen Organisation von NSKOV., KdF. und DDAC. unternommen. Diese Arbeit wird nun fortgesetzt, und zwar sind — wie es der Jahreszeit der Ausflüge und der Urlaubsreife entspricht
— einige größere Fahrten vorgesehen, bei denen die Kriegsopfer wieder einmal ein Stück deutsches Vaterland kennenlernen sollen.
So ist ein großer Sommerausflug geplant, der schon am Sonntag, 11. Juni, stattfinden wird. Der Ausflug führt nach Eisenach — und damit auch zur Wartburg — in das herrliche waldreiche Thüringer Land. Aus dem Landkreis Gießen beteiligen sich sehr viele Kameraden und deren Angehörige. Man rechnet mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 2000 Personen, so daß zwei Sonderzüge notwendig werden. Die Durchführung der
Aus der Stadt Gießen.
„Der Juli nimmts oder bringts!"
„Auf den Juni kommt es an, ob die Ernte soll bestahn!" So lautet ein berechtigter und allgemein verständlicher Bauernreim, der für unseren kurzen deutschen Sommer wohl überall Geltung hat. Denn der Juni liegt am Ende des Frühlings und am Beginn des Sommers. Und da er auch in klimatisch kritischer Zeit liegt, oft heiß, manchmal feucht, meist aber gewitterreich ist, so hat der Bauer allen Grund, auf alte Wetterbeobachtungen zu schauen und nach ihnen seine Maßnahmen zu treffen. Zwar treffen die schlichten, sachlich-knappen Bauernorakel nicht immer ein, ober das ist ja bei der Buntheit des irdischen Geschehens selbstverständlich; und es müssen sich naturgemäß auch die Bauernweisheiten manchmal widersprechen, da an der Waterkant und im Alpenland andere Winde pfeifen und Frühzeiten gegen Spätreifen stehen! Aber im großen und ganzen stst der Juni in unserem Daterlande derjenige Monat, der, zwischen Blüte und Frucht stehend, in Nord, Süd, Ost und West gleich schicksalhaft vom Landmann empfunden wird: „Der Juni nimmt's oder bringt's!"
Gewiß ist folgende Bauernregel, die auch nicht einzelne Gegenden gebunden ist, zutreffend:
. „Juni feucht und warm macht den Bauern nicht arm?"
Der Winzer hat ebenfalls recht, wenn er im Hinblick auf feine Reben, ihren Ertrag und ihre Güte sagt:
„Bringt der Juni trockne Glut, dann gerät der Wein uns gut!"
Keineswegs widerspricht dieser Erfahrung die Meinung des Viehbauern und Aelplers, der an Wiese und Alm denkt: „Juni naß — viel Bodengras!" Und in Schwaben sagt man — mit Rücksicht auf die geographische Lage dieses Binnenlandes im Alpenvorraürne — seit alters: „Nordwind im Juni weht Korn ins Land!" Aber man fügt hinzu: „Geht er zu lang, weht er's Korn wieder naus!"
Im Jahre 1939 fällt Trinitatis oder Dreifaltigkeitstag auf den 4. Juni. Da spielt die Zahl „Drei" eine abergläubige Rolle: „Regnet's an Trinitatis, so regnet's drei Sonntage Hinterweg." Oder man jagt: „Regnet's am Dreifaltigkeitstage, fo verdirbt ein Drittel der Frucht!" Auch heißt es: „Wenn's Trinitatis regnet, so nimmt das Unkraut überhand", man meint, „es verdreifache sich".
Ungern hat der Winzer am Medardustage, 8.Juni, Naßwetter, weil er nun Sonne braucht, in rheinischen Gauen „reimt" man:
„Wann et op Medardus rän’t (regnet), jik de W'mgboer (Weinbauer) befän’t (bekreuzt und segnet)?"
Das tut er, weil es dann schlimm um den Heurigen steht?
In diesem Jahre fällt auch der Fronleichnam auf den 8. Juni; da heißt es nicht eben trostreich: „Wenn es Fronleichnam regnet, so dauert's vier Wochen lang!"
Und bann fomrfit schon bald der Johannistag, der 24. Juni. Da sagt der Bauernspruch:
„Am St. Johannismorgen, da steht der Hafer noch in Sorgen!"
Das bedeutet: noch ist Krisenzeit! Und das empfindet man allerorts, fo zum Beispiel, wenn man in Mitteldeutschland reimt: „Vor Johannistag — man Gerste und Hafer nicht loden mag!"
Und dann kommt der ominöse Siebenschläfertag, der 27. Juni. In Niedersachsen heißt es — und überall in deutschen Landen heißt es ähnlich: „Wenn et up Sebensläper rägent, denn rägent et feben Weken (Wochen), unn wenn ok man alle Dag en paar (paar) Droppen fallet."
Und schließlich wollen wir noch des 29. Juni gedenken; der ist Peter und Paul geweiht! Weil alte und junge Leute mit Recht sich auf die 'reifen Kirschen freuen, so sagt man in alemannischen Gegenden fröhlich und poetisch: „An Peter und Paul geheient (gehören) d'Kirschle ins Maul!"
Gruß und Kuß.
Von Werner Lenz.
Der Gruß ist ursprünglich ein Zeichen gewesen, mit dem sich Menschen einander als gutgesinnt zu erkennen gaben. Darum drücken auch die Grußgesten häufig freiwillige Wehrlosigkeit aus. Viele Naturvölker schicken ihre Abgesandten ohne Waffen zum Besuch anderer Stämme aus, bei anderen nähert sich der fremde Ankömmling auf eine gemessene Entfernung und legt dann feine Waffen nieder, um jeine friedliche Gesinnung darzutun. Dem entspricht eine Art von „Selbstfesselung", die sich symbolisch äußert, indem man die beiden Hände fest ineinander legt, sie also damit „außer Gebrauch setzt"; häufig ist bei exotischen Stämmen eine Grußzere- monie, die freiwillige Wehrlosigkeit symbolisiert: das Einhaken der Mittelfinger ineinander. Alle diese Friedensgrüße sind zumal in den heißen Ländern der Erde üblich. Mehr zum Abendlande hin findet man die Grußgeste des ausgestreckten Armes mit erhobener Hand; da deren Innenfläche dem Gegner zugekehrt ist, fo kann dieser die Waffenlosigkeit schon von weitem erkennen. Der altgermanische Gruß scheint in dem grüßenden Erheben der Handwaffe — verbunden mit dem Zuruf „Heilo" — bestanden zu haben. Das militärische Salutieren durch Anlegen der gestreckten Hand an die Kopfbedeckung ist zweifellos auf diese Urgrußformen zurückzuführen.
Charakteristisch für b<fs Morgenland sind andere Sinnbilder friedlicher Gesinnung und Selbstentwaffnung. Da kreuzt der Muslim — der sonst ängstlich alle Andeutungen der Kreuzform vermeidet — seine Arme; er verschränkt sie vor der Brust und verneigt sich dabei. Der Jranier faltet seine Hände und verbeugt sich dabei. Das Verneigen ist schon ein Uebergang zu einem „untertänigen Gruß". Ein solcher würde von Besiegten dem Sieger, von Landeskindern dem Landesherren im Morgenlande — und zwar von Vorderasien bis China — in der Weise dargebracht, daß der Grüßende sich der Länge nach hinwarf. Das wurde zeitweise m einen Kniefall, Kniebeuge, Rumpfbeuge abgeschwacht. Nach den Kreuzzügen wandten zumal die heimgekehrten Ritter solche Zeremonien auch in der Heimat gegenüber Fürsten und Damen an. Bis heute hat sich diese Art von Verehrungsgruß gehalten, während die Sitte des Hutabnehmens, die ebenfalls nur vor Hochgestellten und Gleichgestellten geübt wurde, erst aus dem 15. Jahrhundert stammt. Das „Händereichen", „Händeschütteln" dürfte sich aus dem germanischen Brauche des „Handschlages" beim Ver
tragsabschluß entwickelt haben; es besagt ja auch: Wir sind einig, gleichgesinnt und gut Freund!
Die Aegypter legten als Zeichen grüßender Verehrung und Selbsterniedrigung Staub auf Stirn und Brust. Der Araber schwächte diese Grußzeremonie ab, neigt aber heute noch wenigstens die Hände gegen den Erdboden und legt sie dann auf Stirn und Wangen. Die mittelasiatischen Sorten geben sich die reihten Hände zum Gruß und streichen sich mit der Linken gegenseitig den Bart. Die Begrüßungen afrikanischer Stämme dauern oft stundenlang. Darüber brauchen wir aber nicht zu lachen, denn auch die „Einsprechformeln" bei manchen deutschen Handwerkerzünften zogen sich noch in der Neuzeit mit einem umständlichen Hin und Her von Redensarten halbstündig hin.
„Warum küssen sich die Menschen? S' ist nicht Haß, sie beißen sich nicht, Hunger nicht, sie fressen sich nicht! -Warum küssen sich die Mepschen?
. Warum meistens nur die jüngern? Warum diese meist im Frühling?
Auf diese Frage des Katers Hiddigeigei in Scheffels „Trompeter" ist manche Antwort gegeben worden. Befriedigt haben die wenigsten. Gewiß wird auch die Weisheit des gelehrten, aber anscheinend sehr weltfremden Magister Carl Günther Ludovisi — um 1720 — Heiterkeit erregen, obwohl er sie mit diesen schönen Sätzen kolportiert: „Es durften die Weiber in den ersten Zeiten Roms nicht Wein trinken, damit sie nicht in der Trunkenheit ein großes Laster begehen möchten. Sie hatten auch den Schlüssel zu dem Weinkeller nicht. Einige stehen nun in dem Gedanken, es sei daher gekommen, daß man die Weiber küsse, weil man nämlich riechen wolle, ob sie Wein getrunken oder nicht?"
Allerdings hängt der Kuß irgendwie mit Duft und Witterung zusammen? Das zeigt uns der schon im altarischen Indien gebräuchliche „Riechkuß". Dort nahm der Vater sein neugeborenes Kind auf den Arm, küßte es und erkannte so den verwandten Duft. Die urgermanische Sitte, ein Kind zum Zeichen der Anerkennung der Vaterschaft vorn Erdboden auf die Arme zu nehmen, geht zweifellos auf diese indogermanische Ahnensitte zurück; und man sag! ja auch heute noch, daß jemand ein Kind „aufnehme", wenn er es in den Familienverband eintreten läßt. Ganz gewiß aber liegt dem alten Menschenbrauch, die Lippen eines anderen Menschen zu küssen, die Urauffassung zugrunde, daß^mit dem Hauch und Duft des anderen ein Stücf oeele auf- gefangen werde. Deutlich wird dies besonders bei dem 'lehr alten Verlobungskuß, der einen aus
gesprochen rechtlichen, nicht nur zärtlichen Charakter hat. Auch der früher — erinnert sei an die deutsche Kaisergeschichte — nicht selten bezeugte Versöhnungskuß und der politische Friedenskuß sind deutliche Vertragssymbole, Symbole der erneuten Verträglichkeit.
Somit erweist es sich, daß Gruß und Kuß sehr verwandte Bräuche der Menschheit sind. Sie finden in dem Nasengruß — oen man ebenso gut als „Nassn- kuß" bezeichnen darf — ihr Zwischenglied. Nicht alle Völker kennen den Handgruß, nicht alle den Lippenkuß. Die Grönländer und andere Arktisbewohner, auch die Lappen, grüßen sich mit der witterungnehmenden Nase. Die Lappen drücken Wange an Wange, Nasenspitze an Nasenspitze; dabei sagen sie: „Därvan!", d. h. ;,Wohl ergehe es dir!" Aber auch die Malaien und Neuseeländer kennen nur dieses Grußzeremoniell; Darwin erzählt, daß sich ehedem die zu begrüßenden Frauen niederhockten und den Nasendruck des heimkehrenden Verwandten mit fröhlichem Grunzen annahmen. Die Ainos auf Sachalin legen sich gegenseitig den Kopf auf die Schulter beim Wiedersehen. Bei den Hinterindiern bedeutet „küssen" soviel wie „riechen"; und der malaiische Ausdruck für „Gruß" ist auch nur mit „beriechen" zu erklären. Dazu paßt es, wenn man heutzutage noch sagt: „Den Kerl kann ich nicht riechen!"
Löwenplage in Südafrika.
Die Südafrikanische Union ist heute ein kultiviertes Land, das denen, die afrikanische Abenteuer suchen, kaum noch etwas zu bieten hat. Löwen gab es bis vor kurzem nur noch im Krüger-Park, dem großen Tierschutzgebiet. Hier haben sie sich jedoch in letzter Zeit so schnell vermehrt, daß sie eine Gefahr nicht nur für den übrigen Tierbestand des Parkes, sondern auch für die umliegenden Gebiete bilden. Jagdscheine, die neuerdings für Löwen gegeben wurden, haben noch nicht viel geholfen, das zeigen zwei Vorkommnisse aus den letzten Wochen. Zwei junge Männer hatten eine Nacht unter dem strahlenden Sternenhimmel der südlichen Halbkugel in der Steppe zubringen wollen. Als sie sich zur Ruhe gelegt hatten, wurde der eine plötzlich durch das Brüllen eines Löwen geweckt, und er sah zu seinem Entsetzen, wie das Tier seinen Gefährten fortschleppte. Da er nur eine kleinkalibrige Pistole bei sich hatte, konnte er keine Hilfe bringen, sondern versteckte sich in einer Erdhöhle. Er blieb auch verschont, aber von seinem Gefährten fand man am nächsten Morgen nur noch den zerrissenen Leichnam.
Fahrt geschieht durch die Kreiswaltung Gießen dey NSG. „Kraft durch Freude".
Eine Urlauberfahrt führt in der Zeit vomi 13. bis 24. Juni in den Schwarzwald, in das Bühlertal. Diese Urlauberfahrt beginnt — ebenfalls! veranlaßt durch die NSG. „Kraft durch Freude" —1 in Frankfurt a. M. und wird die teilnehmenden! Kameraden für 11 Tage in schönste deutsche Landschaft bringen. Aus der Gießener Kameradschaft der! NSKOV. nehmen 45 Kameraden teil.
Die Kameradschaft Gießen der NSKOV. ist auch beim Reichskriegertag in Staffel vertreten. Eine Ehrenabordnung wird von Kamerad Friedrich Otto geführt. Die Abordnung benutzt den Sonderzug des Gaues Hessen-Nassau der NSKOV. Dis!
2. Vom ersten log on lange in der Sonne bleiben und - sdtnell braun werden! Dann braucht man NIVEA-ULTRA-OL mit dem verstärkten Lichtschutz.
Man kann auf 2 Arten braun werdens’
1 Allmählich on die Sonne gewöhnen, was dos vernünftigste ist. Dann nimmt man die bewährte NIVEA-CREME!
Fahrt nach Kassel beginnt am Sonntag sehr früh« Am späten Abend werden die Kameraden wieder zurück sein.
An der Reichsarbeitstagung der NSKOV., die in der Zeit vom 16. bis 18.Juni in Northeim stattfindet, nimmt für die Kameradschaft Gießen der Kameradschaftsführer B o n h a r d teil.
Dornotizen.
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Drei Frauen unt Verdi". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Vierte kommt nicht". — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 20.15 Uhr im Botanischen Institut, Vortrag Professor Küster „lieber Plasma, Pfropfungen".
BOM-Untergau 116 Gießen.
Mädelgruppe 1/116.
Der Dienst beginnt wieder am Donnerstag, 1. Juni. Zu den Reichsjugendwettkämpfen treten! alle Mädel am 4. Juni um 7.15 Uhr am „Hessischen Hof" an. Vorschriftsmäßiges Turnzeug ist mitzu^ bringen.
Wechsel im Kommando des Lustgaues XII.
Mit dem heutigen Tage ist Generalmajor Hei« lingbrunner nach Nürnberg versetzt worden, um dort das Kommando über den Luftgau XIII zu übernehmen.
General Hei lingbrunner hatte am 1. JunL 1938 in Gießen den Luftgau XII übernommen, dessen Stab Ende Juli 1938 nach Wiesbaden verlegt wurde. General Heilingbrunner, geb. 5.10.1891 zu Bamberg, war im Kriege Batterieführer eineti schweren Batterie an der Westfront, wie in der Türkei. Nach dem Kriege war er bis 1927 Chef einer Kraftwagenbatterie in Nürnberg-Fürth, bann! bis 1932 Lehrer an der Artillerie-Schieß-Schule iih Jüterbog, seit 1933 Abteilungskommandeur berv Flakart.-Abteilung in Nürnberg-Fürth, 1935 Höhe-H rer Kommanbeur ber Flakartillerie in München.
Zu seinem Nachfolger als Kommandeur im Luft» gau XII wurde Generalmajor Dr. Weißman ernannt, bisher Höherer Kommandeur der Festungs- Flakartillerie in Wiesbaden.
General Dr. Weißmann, geb. am 19.11.1892 in Germersheim, ist im Weltkriege in verschiedenen Stellungen tätig gewesen, als Adjutant, Batterie-, sichrer und Artillerie-Abteilungsführer. Nach dem Kriege wurde er verwendet als Adjutant, Batteriechef und Abteilungskommandeur bei ber Flgkartil« lerie, ferner als Gruppenleiter und als Generals stabsoffizier sowie als Chef des Stabes bei ber In« fpeftion ber Flakartillerie und des Luftschutzes int
In einem anderen Fall wurde ein junger Auto», fahrer, der sich auf einer Straße etwa 50 Kilometer von Bulawayo in Süd-Rhodesia befand, von einer! ganzen Schar von Löwen aufgehalten. Er hatte eint gutes Gewehr bei sich, das er abschoß, um die Tieres zu verscheuchen. Als diese jedoch einen von ihnen niedergestreckt sahen, rückten sie zum Angriff nur« Der Autofahrer hatte seine Patronen verschossen, und ber weitere Vorrat lag in bem geschlossenes Koffer, so daß er nicht wieder neu laden konnte« Wenden konnte er den Wagen auch nicht, und sai entschloß er sich, mit voller Geschwindigkeit auf diej Löwen loszufahren. Es gelang ihm auch, durch biej die Straße sperrenden Löwen hindurchzukommen, aber als sich diese von ihrem ersten Schrecken erhollj hatten, begannen sie ihn zu verfolgen. Es war ein offener Wagen, der auf der sehr schlechten Straße! keine größere Schnelligkeit entfalten konnte als biet' Löwen, unb so setzte sich bie wilde Jagd die ganzen! 50 Kilometer bis Bulawayo fort, während bett Fahrer ständig in höchster Angst schwebte, daß eint Maschinenschaden seine Fahrt hemmen und ihn damit den wütenden Löwen, die der Hunger ftf weit aus dem Busch herausgetrieben hatte, aus*, liefern könnte.
Zeitschristen.
— „Der Bergsteiger", die Zeitschrift beg Deutschen Alpenvereins (Alpenoerlag, F. Brucks mann & Holzhausen GmbH. München) bringt einen; Beitrag „Die Dreitaufenber im reichsbeutschen Alpen-, raum", ber neben einer Aufstellung über die Grenz«) gipfel in einer Höhenrangliste die Namen aller Ost«' alpenberge von mehr als 3000 Meter Höhe enthält, Der bekannte Felsgeher Ferdinand Peringer schil« bert in Wort unb Bild seine Eindrücke über eind Begehung des Hochtor-Oedsteingebietes, Hans Hinter« meier erzählt von der Mönchwestwand anhand schö* ner Lichtbilder.
— Jede Frau verwendet besondere Sorgfalt auk die Sommer-Garderobe, auf das, was sie auf Reil fen, Ausflügen und Spaziergängen, an der See, int Bad, im Garten oder sonstwo tragen will. Für all diese Gelegenheiten zeigt das Sommermoden-Heft! der „Mod en weit" (Deutscher Verlag, Berlin) rund hundert neueste Modelle. Viele davon sind mehrfarbig gedruckt, und manches Vorteilhafte füU Vollschlanke ist auch darunter. Außerdem bringt das Heft modische Beratung, Handarbeiten und Kinder« klcidung und für diejenigen, die sich ihre Garderobe selber schneidern wollen, schneidertechnische lipj. und Schnitte-Bogey.


