Bestandene Heiterscheinprüfung.
1426A
linge meldet.
Aus den Gießener Gerichtssälen
hängte eine Sonne am Himmel auf, die darum so
dir zu schaffen. Geht es bin gar nicht mehr ich mögliche tun - für dich, mich totschlagen lassen.
Bernard & Sohn
GIESSEN, Plockstraße 14-16.
Immer daran denken:
Oberhessens größtes Stoff- Spezialhaus heißt
Am vergangenen Sonntagvormittag fand im Uni- oersitäts-Reitinftitut am Lrandpl'atz eine große Prüfung für die Ablegung des Reiterfchemes statt. Die Prüfung wurde durch den Gruppenreiterführer Wehner abgenommen. Der Prüfung wohnten auch SA.-Obersturmbannführer Müncker, der Führer der Reiterstandarte 147, ferner Pferde-Vormuste- rungsoffizier Major Roeder von Diersburg und Oberstleutnant Herchenröder bei. Die nachstehenden Prüflinge konnten die Prüfung mit Erfolg ablegen und den Reiterschein 1939 erwerben.
Herrn. Stark (RSRK.), Otto Bausch (HI.), Rich. Vogel (HI.), Hans Fay (HI.), Andreas Holl (M), Friedr. Kissel (RSRK.),' Fak. Hofmann (HI.), Hch. Görlach (SA.), Jürgen Krüger (HI.), Kurt Bleyer (HI.), Gerd Lehmann (HI.), Karl Schäfer (HI.), Ulrich Harrassowitz (HI.), Gustav Weisensee (HI.), Karl (Buntrum (RSRK.), Paul Rohweder (HI.). Horst Kröck (HI.), Otto Brüggemann (HI.), Helmuth Reinwein (HI.), Gerd Lotz (HI.), Hans Joachim Habenicht (HI.), Wolfgang Pape (HI.), Dankwart Reinwein (HI.), Ludwig Schneider (SA.), Alfred Luh (HI.), Adam Euler, (Scharführer), Karl Marsteller (Sturmmann), Erwin Leidich (SA.-Mann),
Wilhelm Petry (SA.-Mann), Helmut Schäfer (vA.- Mann), Albert Jäger (Sturmmann), Heinrich Rub- samen (Sturmmann), Willi Löber (Rottenführer), Adolf Schäfer (Rottenführer), Karl Sell (Sturmmann), Ludwig Lutz (Sturmmann), Fritz Roth (Rottenführer), Richard Bunse (SA.-Mann), Erich Huhn (Scharführer), Theodor Murmann (Sturmmann), Albert Faber (Scharführer), Peter Kraut- wiq (SA.-Mann), Fritz Lynker (Rottenführer), Richard Görtel (Sturmmann), Albrecht Knodt (Sturmmann), Emil Berkhoff (SA.-Mann), Karl Haug (Oberscharführer), Hans Betz (Sturmmann), Karl Heinz Hinrichs (Sturmmann), Paul Otten (SA.- Mann), Wilfried Meiners (Sturmmann), Hans
Maxie kratzte an dem hellen Fleck zwischen ihren Schulterblättern herum, jenem Stückchen Syiut, das aus irgendwelchem Grund« nicht ganz so braun geworden war wie der übrige Körper und kam wieder auf die Denedigreise zu sprechen.
(Fortsetzung folgt!)
K. H. in Wisseck und L. B. in Rödgen standen vor Gericht. H. fuhr am 29. November 1938 morgens gegen 6.30 Uhr mit seinem Lastkraftwagen von Wieseck nach Beuern. Nachdem er das Dorf Trohe durchfahren hatte, mußte er eine Linkskurve nehmen. Hierbei kam ihm der Mitangeklagte B. auf einem unbeleuchteten Fahrrad entgegen. H. wurde der Dorwurf gemacht, daß er die Kurve geschnitten und so den Mitangeklagten B. zu Fall gebracht habe. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß dem Wagenführer keine Schuld zuzumessen war. Dagegen hat der Angeklagte B. sich gegen die Reichsstraßenverkehrsordnung vergangen. H. wurde f r e i gesprochen, während B. wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung eine G e l d st r a f e o o n 1 0,— R M. erhielt.
wieder im Kastaniengarten und der Bademeister Weinzierl malte genußvoll eine große 20 auf das riesige Brett in der Badeanstalt.
Holl streunte in seinem verwaschenen Bademantel durch den Gemüsegarten hinter Paula Giesekes Häuschen. Er kaute noch an einer der beiden Semmeln, die zum Frühstück gehörten, das er bei der Segellehrerin einnahm. Eine großartige Sonne knallte ihm tausend seine Nadelspitzen in den wärme- hungrigen Körper, der gar nicht genug bekommen konnte. Es roch zart nach Lauch, nach Bohnenkraut und verdampfendem Wasser. Der Mannderl bohrte in einem Komposthaufen und hatte eine alte Sardinenbüchse neben sich. Sein weißblonder Schopf mar verschwitzt vor Anstrengung. Hin und wieder klatschte er eine Schnake zu Brei, die sich auf seinen braunen dünnen Beinen niedergelassen hatte.
„Was tust du denn da, Bursch?"
„Würmer such' ich. Für den Hegemann. Das zahlt sich schon aus, weißt. Für das Stück gibt er mir einen Pfennig", erklärte das Mannderl.
„Wieviel Geld hast du nachher schon beisammen?" „Fünfundachtzig Pfennig. Ja mei, das geht langsam. Die ganz dicken und die ganz dünnen gelten nicht. Wenn ich fünf Mark beieinander hab, kauf ich mir ein Radlrutsch, wie der Weinzierl Toni eines hat."
„Da geh her! Hast ein Zehner!, damit das Radlrutsch eher voll wird."
„Vergelts Gott", sagte der Reimar-Dieter, der trotz seiner Herkunft- aus dem hohen Norden das Oberbayrische meisterhaft beherrschte.
Holl bummelte weiter. Drüben zwischen den Bohnenstecken hing ein bißchen Wäsche, die noch tropfte. Ein lila Schlüpfer, weiße Socken, ein Bubenhemd. Paula Gieseke in ihrer etwas zu engen Segelhose beugte sich über einen Korb aus Weidengeflecht.
„Immer fleißig, Fräulein Paula?"
„Man muß wohl", erwiderte sie und strich sich eine helle Strähne aus der Stirn.
Die hat's auch nicht leicht, dachte Holl mitleidig. Er ging zum Badesteg, der gleich neben dem Hotelgarten ins Wasser führte. Es war früh am Vormittag und die meisten Gäste schliefen noch, weil gestern Sommerfrischlerball gewesen war.
Holl warf den Bademantel ab und hielt die Zehen prüfend ins Wasser. Ui jegerl, war das noch kalt! Er stieg das Treppchen hinunter, kühlte sich ab und schwamm. Kraulen, Untertauchen. Pusten, genau zweihundert Meter hin und zurück, wie er es sich vorgenommen hatte. Als er seinen braunen kräftigen Körper mit dem Handtuch abrieb, erschien Maxie.
Spanien" und einen Familienausflug mit zwei großen Autobussen an den Rhein.Schießwart Kreutzer berichtete über das Schießwesen und forderte zu regerer ^Beteiligung auf. Nach der Fertigstellung des neuen Schießstandes am Waldeingang der Weickarts- Hainer Straße wird jetzt regelmäßig dort geschossen. Beste Schützen im vergangenen Jahre waren die Kameraden Feist und Schütz, die zur Auszeichnung mit der silbernen Nadel eingereicht wurden. Kamerad M a g e I erstattete den Kassenbericht, der eine Einnahme von 1183,18 Mark und eine Ausgabe von 1178,97 Mark auftoies. Kamerad Roth berichtete über die Tagungen des Kreisverbandes in Gießen und Lich. Die Feier des Heldengedenktages am 12. März wurde noch besprochen. Nach dem Schluß der offiziellen Versammlung durch den Vereinsführer blieb man noch einige Zeit kameradschaftlich beieinander.
Landkreis Gießen.
# Staufenberg, 28. Febr. Im festtich geschmückten Saale der Wirtschaft Zecher traten die Männer des Sturms 5/116 zu einem Sturmappell an, zu dem die Kameraden aus 14 Ortschaften erschienen waren. Sturmführer Bott sprach zu seinen Männern und gab sodann die zum 30. Januar ausgesprochenen Beförderungen bekannt. An 35 SA.» Sportabzeichenträger wurden die Urkunden verteilt. Sturmführer Bott sprach sodann nach kurz über die Erhaltung der Leistungsfähigkeit und die Einsatzbereitschaft der SA. Nach dem Sturmappell fand ein Kameradschaftsabend statt.
§ Beuern, 27. Febr. Im Saal von Dietrich fand die Abschlußprüfung für die Laienhelferi n n e n im Luftschutz unter Aufsicht von Dr. Mittermeier statt. Dr. Augst (Allendors an der Lumda) hatte die Laienhelferinnen im Verlaufe mehrerer Ausbildungsabende mit allen erforderlichen Hilfeleistungen vertraut gemacht, und die Helferinnen zeigten nun, daß diese Arbeit nicht vergeblich war. Die Prüfung hatte ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis. Dr. Mitte rmeier sprach zum Schluß den Helferinnen, wie auch dem Ausbilder herzlichen Dank für alle aufgewandte Mühe aus. — In unserem Orte fand eine Bauernoersammlung bet Gastwirt Ranft statt. Ortsbauernsührer Hermann sprach zunächst den Landwirten, die für die Unwettergeschädigten der Gemeinde Frucht abgeliefert hatten, den Dank der Kreisbauernschaft aus. Dank sagte er auch allen Mitarbeitern. Anschließend referierte er über den Flachsanbau und gab Kenntnis davon, daß die Anbaufläche erhöht werden soll. Nach einer regen Aussprache, in der noch auf manche Frage Antwort gegeben wurde, gab er noch Richtlinien über den Erwerb von bisher in jüdischen Händen befindlichen Grundstücken bekannt.
A 2111 e n b o r f a. b. ß b a., 27. Febr. Der M ä n- nergesangverein hatte seine Mitglieber zur Jahreshauptversammlung in bie Wirtschaft Horn ein- gelaben. Dereinsführer Heinrich Döll erstattete ben Jahresbericht, aus bem zu ersehen, baß ber Verein im Berichtsjahr an bem Wertungssingen in Norbeck und einem Sängerfest in Daubringen teilgenommen
Amtsgericht Gießen.
H. B. in Nieber-Bessingen erhielt einen Feldstrafbefehl über 30,— RM. und 30,— RM. Schadensersatz wegen der Beschuldigung, daß sein Sohn am 10. November 1938 eine Schafherde von 120 Stück auf Ackerwiesen der Gemeinde Lich unbefugt habe weiden lassen. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde er überführt, und da Tatsachen bekannt wurden, die dem Gericht vor der Hauptverhandlung nicht bekannt waren, wurde die Strafe auf 4 0,— R M. erhöht, auch wurde der Beschuldigte zum Ersatz des Schadens in Höhe von 30,— RM. verurteilt.
Löckchen gedrehten, messinggelb flammenden Haar und ihrem unbewußt stolzen Gang vermittelte den Eindruck einer schreitenden Göttin. So konnte Artemis einhergeschritten sein, als sie im Hain von Zy- thera Eber jagte. Nur der Speer fehlte und die Meute.
„Guten Morgen, Lieber. Na, du hast es ja glücklich hinter dir, sehe ich. Ist es sehr kalt?"
„Es geht."
Maxie ließ den Mantel fallen, schickte genau so wie Holl ein paar Zehen auf Kundschaft und schauerte kläglich. Mit ihren wohlgeformten hohen Beinen war sie ein Frauenwesen, das dem lieben Gott ausnehmend gut gelungen war.
„Wie hast du in deinem kurzen Bett geschlafen?" erkundigte sie sich.
„Weißt du, ich helfe mir jetzt, indem ich mich schräg lege und einen Stuhl zu Hilfe nehme", lachte Holl.' „Hervorragender Tag! Tut gut, nicht? Hoffentlich verschläft bas ganze Hotel. Allein finde ich es am schönsten. Gehst du ins Wasser?"
„Später." Sie breitete ihren Mantel auf die grauen Bretter.
„Du bist faul", tadelte er.
„Faulheit ist rounberbar. Da lege bich neben mich. So allein mit bir ist herrlich. Später werben wir das immer haben. Du, ich denke oft baran. Wirst du auch immer gut zu mir sein?"
„Immer."
„Keine andere anschauen?"
„Keine."
Sie lagen bäuchlings da, hielten sich bei bet Hanb und schauten über ben See. Der See war heute bester Laune, glitzerte und schickte kleine geruhsame Wellen aus. Man sah überbeutüd) die Wälder am gegenseitigen Ufer und die hellen Häuserhaufen dazwischen. Hasenwies, Axelried, Sankt Quirin hießen die Orte. In der Ferne stieß ein winziger Dampfer bedrohliche Rauchwolken aus. Auch die Berge waren da, wie es sich gehörte. Der Herzogstand, der Heimgarten, der Karwendel. Zwei Fischer tarnen vom Netzeeinholen heim. Es buftete stark nach heißem Holz, nach Tang unb Maries blonbem Haar. Manchmal sprang ein silberner Fisch aus ber Flut, auf der Flucht vor einem Verfolger ober aus Gier nach einem Insekt.
„Du, das gefällt mir mindestens genau so gut wie der Lido", gab Holl unvermittelt von sich. „Der Lido ist Markenartikel und da muh man den Namen bezahlen."
„Ach, Italien war schon schön; sag nichts wider ben Libo. Denkst bu noch manchmal an unsere Reise?"
„Oft!"
JtunÖfunfprogramm
Donnerstag, 2. Marz.
5.45 Uhr: Ruf ins Laub. 6: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ohne Sorgen jeher Morgen. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche unb Haus. 10: Schulfunk: Volksliebersingen, Lieberblatt 24. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Bunte Mischung. 14.45: Für unsere Kinder: Vom Mondmann und den lieben Sternlein. 16: Nachmittagskonzert. 18: Aus Arbeit und Beruf. 18.30: „Kämpfer für die Wissenschaft": Wilhelm Conrad Röntgen. Hörfolge. 19: Kleine Unterhaltung. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19.45: Aus der Jugendbewegung Adolf Hitlers: Unser Dienst — unsre Freude. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Volkstümliches Konzert der Städtischen Bühnen Freiburg für das WHW. In Zusammenarbeit mit ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube". 22: Nachrichten._____________
„Spaßig ist bas mit ber Liebe. Auf einmal hat es bich, unb eine roilbfrembe Person geht in dir um, stellt Ansprüche unb macht bir auch so?"
„Ja, genau so. Ach, ich selber. Ich könnte alles
Schorschi; Pferde stehlen, .
Und eifersüchtig bin ich auch, hörst du?"
„An ben Abend in Riva? An die Espressos auf der Piazza, an den Palazzo Dendramin?"
„Natürlich."
„Und an Signor Dossi, der uns mit der Korallen- kctte beschummelte? An die Gondelfahrt auf der nächtlichen Lagune? Tags daraus wäre ich fast er« trunken", meinte sie träumerisch.
„Viel hat nicht gefehlt. Ein wenig blau warst bu bereits."
„Mein letzter Gebanke waren — nicht Paps ober Adele, o nein — fonbem bie Tintenfische. Ob es da unten wohl Tintenfische gibt. Komisch, nicht? Seit ich auf bem Fifchmarkt mit bir war, hatte ich im* I merzu Angst vor biesen Ungeheuern. Aber mein Schorschi war wie ber Blitz ba und hat mich nicht untersinken lassen." Sie sprach ben Kosenamen Schorschi voller Zärtlichkeit aus, weich und mit gemilderten Konsonanten. Dazu streichelte sie seinen Arm. Mochte zusehen, wer wollte. „Wie stark bu - bist! Bei bir habe ich immer das Gefühl, baß bu wie ein Turm ober wie eine Mauer alles Ungemach von mir abhältst. Ich bin beine schutzbedürftige, kleine Maxie, so klein, ganz klein, und du bist der Riese Antäus, der mich bewacht."
„Gar so klein bist du gerade nicht", brummte Holl und setzte hinzu: „Heut spinnt die Maxie wieher richtig. Es wirb schon nicht so arg sein mit dem Ungemach."
Sie lachten alle beibe. Und freuten sich, eins über das andere, roril sie so jung waren und so unver« braucht und so angefüllt mit brennender Zärtlichkeit. Herrgott, solche Tage sollte es mehr geben! Holl rückte ganz dicht an sein Mädchen heran und versuchte es zu küssen.
„Vernünftig fein, Schorschi, später", wehrte sie ab.
Er blies ben vollen Atem von sich und seufzte. Der See gluckste an die grauen Pfähle unter ihnen. Holl betrachtete Maxies durchscheinenbes Ohrläppchen und murmelte:
Aus der engeren Heimat.
Knegerappell in Grünberg.
+ (Brünberg, 27. Febr. Am Samstagabend hielt die hiesige Kriegerkamerabschaft un „Hessischen Hch" ihre Hauptversammlung ab. Nach Eröffnung ber Versammlung durch Kameradschaftsführer Albr. Großhaus wurde zunächst der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden Ernst Sehrt unb Karl Zöckler in ehrenber Weise gebacht. Der Jahresbericht konnte aus verschiedene größere Veranstaltungen Hinweisen: einen Abenb des Unterkreis- verbandes in der Turnhalle mit einem Vortrag von Major a. D. Rietzsch, einen Familienabend im „Rappen" mit einem Vortrag über „Erlebnisse in
Sezirtsschöffengericht Gießen.
Der R. Sch. in Frankfurt a. M. war des Betrugs unb ber Urkunbenfälschung (Vergehen gegen §§ 263, 267, 268 StGB.) beschuldigt. Zum Hauptverhanb- lungstermin war er nicht erschienen. Aus Antrag ber Staatsanwaltschaft erging Beschluß: Der Angeklagte ist in Untersuchungshaft zu bringen, weil er trotz ordnungsmäßiger Ladung zum Termin nicht erschienen ist.
Der H. P. in Rieder-Mörlen war der Unzucht (Vergehen gegen § 175 StGB.) beschuldigt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß ber Öffentlichkeit statt. Nach Wieberherstellung ber Öffentlichkeit erging Urteil: Der Angeklagte ist schuldig unb wirb zu einer Gefängnis st rafe von brei Monaten verurteilt.
Philipp R e e b in Robheim v. b Höhe wurde beschulbigt, im September 1938 durch mehrere selbständige Handlungen sich ber Beleibigung schulbig gemacht zu haben, inhem er irr bezug auf zwei in der nationalsozialistischen Bewegung tätige Personen beleibigenbe Aeußerungen tat. Vergehen gegen tz 185 StGB.). Der Angeklagte war geslanbig. Die beleibigenben Aeußerungen will er aus Verärgerung barüber getan haben, baß bie beiben Personen bie Schulb an seiner Entlassung als Untererheber von Robheim hätten. Der Vertreter ber Anklage beantragte, auf eine Geldstrafe von 80 Mark, hilfsweise 20 Tage Gefängnis, zu erkennen. Der Verteidiger führte aus, daß die Tat mit einer geringen (Belbftrafe gesühnt sei. Der Angeklagte wurde zu einer Geld st rafe von 12 0 M ar k, hilfsweise 30 Tage Gefängnis, verurteilt.
Joachim Fechter (HI ), Lutz Heinrichshofen ^HJ.), Klaus Rupprecht Löhlein (HI.), Herbert Steyer (HI.), Hansi Heuschäfer (HI.), Hans Ludwig Volkers (HI.), Otto Spruck (Scharführer), Anton Ko- walzik (Sturmmann).
Ende April 1939 findet eine weitere Nachprüfung unter gleichen Bedingungen statt. Es ist zu erwarten, daß sich dazu wieder eine große Anzahl Prüf-
„Kunterbunt.^
Vortragsabend Ernst kreuzträger.
Die Mitglieber unb Freunbe bes Goethebunbes unb bes Kaufmännischen Vereins, bie sich gestern , abenb in ber Neuen Aula ber Universität emfanben, ' erlebten — zwischen Ernst unb Heiterkeit — Zwei ; unterhaltsame Stunben. Ernst Kreuzträger vermit- s teile in geschickter Auswahl eine Blütenlese beulschen < dichterischen Schaffens. Er ließ einige her Besten ; unseres deutschen Schrifttums aus Vergangenheit unb Gegenwart, aus Norb unb Süb unseres Vater- ; lanbes zu Worte kommen unb vermittelte ihre Werke ■ in jebem Worte unb in jebem Satze so, baß all bas an Werten unb Stimmungsgehalten, an Humor unb Heiterkeit zum Ausbruck kam, was je ein Dichter in sie hineingelegt hatte.
Mit Walter von ber Vogelweibe begann es, bef- < Jen wunbervolle Abgeklärtheit bes Alters in bem « Gebicht ,Lch han mein Lehn" wohl von jeher« mann zutiefst verstauben würbe. Von Hans Sachs hörte man aus ben „Abenteuern unb Schwänken" bie spitze Geschichte vom „Schneekinb" unb bie Sache mit bem Hufeisen, nach bem sich Petrus nicht bücken wollte, um es dann auf bfondre Weise doch recht oft zu tun. Aus dem „Schatzkästlein" von Johann Peter Hebel wurde man mit einer wahrhaft winzigen Episode aus der Seeschlacht von Trafalgar bekannt. Diel Freude löste dann die aus der Feder von Fritz Reuter stammende Ansprache des Pfarrers aus, bie er einem jungen Schmiebegfel- len seines Dorfes auf bie Wanberschaft mitgab. In der Reihe ber Dichter burfte auch ber Name Wilhelm Busch nicht fehlen, von bem ber Vortragenbe einige Schnurren zum Besten gab unb bamit allen seinen Zuhörern manches innige unb nachhaltige Schmunzeln entlockte.
Die weiteren Vorlesungen waren bann einer ernsten Besinnlichkeit geroibmet. So hörte man zunächst aus Peter Roseggers „Sonberlinge her Alpen" bie feine Geschichte von bem blinben Kinbe, bas Orgelspielen lernt unb babei glücklich wirb, unb vernahm bann ben Brief eines Auslanbsbeutschen an ben Lehrer seines Heimatborses, geschrieben von bem norbbeutschen Dichter Johannes Gillhoff. Von Borries von Münchhausen folgte bie Ballabe von ben traurigen Lanbsknechten im Himmel.
Den Abschluß b«s Abenbs sollte aber bann hoch wieher ber Humor bilben, unb so brachte Ernst Kreuzträger noch eine Probe von Lubwig Thoma aus besten Roman „Anhreas Vöst", unb zwar hie hochbramalifchen Erinnerungen an bie Tanzstunbe. Mit einer tollen Hochzeitsgeschichte von Lubwig Ganghofer tlang bie Vortragsfolge aus. Herzlicher Beifall bankte bem Rebner für feine ausgezeichneten Rezitationen. Als Zugabe hörte man noch einen schönen Feuerspruch bes steiermärkischen Dichters Ottokar Kern.
Kameradschaft ehem. Leibdragoner 24.
Arn Sonntag hielt bie Karnerabschaft ehern. Hess. Leib-Dragoner 24 im Karnerabschaftsheirn „Frankfurter Hof" ihren biesjährigen Hauptappell ab.
Kamerabschaftsführer Cloos entbot ben zahlreich erschienenen Karneraben ben Willkornmens- gruß unb gebuchte bann ber Toten ber Bewegung, des Weltkrieges unb ber verstorbenen Karneraben. Hierauf würben bie Satzungen bes Reichskrieger- bunbes verlesen unb als Kamerabschaftssatzung angenommen.
Sobann verlas Schriftwart (Brau den Geschäftsbericht unb bie Begebenheiten im verflossenen Jahr. Im Mittelpunkt des Berichts stand bas Treffen mit ben Trabitionsschwabronen 4, 5 unb 8 bes Kavallerie-Regiments 6 in Sarmftabt.
Den Kassenbericht erläuterte Kam. Wagenbach. Beiben Kameraden dankte ber Kameradschaftsführer für ihre mustergültige Arbeit innerhalb ber Kame- rkbschast.
Stellv. Kamerabschaftsführer Schömbs hielt bann einen längeren Vortrag über bie Ausbildung ber jungen Volksgenossen im NS.-Reiterkorps unb ihre Dorbilbung für bie berittenen Truppen.
Der gesamte Beirat verblieb in seitheriger Besetzung. Kamerabschaftsführer C l o o s ehrte ver- schiebene karneraben mit bem Kamerabschaftsdiplom unb wies auf bie großen Ereignisse im verflossenen Jahre hin. Er schloß ben Appell mit bem Treugruß an ben Führer.
Beim Austausch alter Erinnerungen unb bem Gesang froher Solbatenlieber blieben bie Karneraben noch lange beisammen. Die aufmärtsftrebenbe Entwicklung zeigt sich auch bei ben alten „Schneeschippern". *
** erkehrssünder. Die Polizei schritt in ber Zeit vom 17. bis 23. Februar ein gegen Kraftfahrzeugführer mit 12 Anzeigen, gegen Rabfahrer mit 11 Anzeigen und einer gebührenpflichtigen Verwarnung.
** Schweinezählung am 3. März. Der Oberbürgermeister gibt heute bekannt, baß am 3. März wieher Sine Schweinezählung, oerbunben mit ber Ermittlung ber Kälbergeburten unb ber Hausschlachtungen, ftattfinhet. Die Zählung bient nur statistischen Zwecken, ihr Ergebnis barf in keiner anberen Weise, insbesondere auch nicht zu steuerlichen Zwecken, verwendet werden.
Aas Möchm WaM.
Vornan von Walther Kloepffer.
Copyright by Carl Ouncker Verlag,VerlinV^35
8 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Anders Holl unb sein Mäbchen. Bei Regen gedeiht nicht einmal die Liebe so recht. Man läuft mit nassen Füßen im Freien herum, macht sich Mut: es wird schon besser und gibt sich zuweilen hinter einer tropfenden Staude einen Kuß. Aber es ist nicht her richtige Mut und nicht das richtige Küssen. Schließlich flüchtet man zu den anbern in bie Wirtsräume, dreht ein bißchen am Radio herum, spielt Schwarzer Peter und Mühle, stößt sich manchmal unterin Tisch an — und ist aenau so wie in München, wo auch immer fremde Leute um einen herum waren. Maxie hatte Holl mit Tinser und ihrem Vater be- tannt gemacht. Hegemann entsann sich dunkel, daß ihm ein junger Mann namens Holl bei irgendwelcher Gelegenheit mal unter die Augen gekommen war — lieber Gott, das Werk war groß und wer konnte all die Gesichter behalten! Hegemann gab auch vor, sich zu freuen, mar freundlich und schien Holl ein ganz umgänglicher Mensch zu sein — aber diese Begegnung führte zu weiter nichts. Tinser benahm sich ebenfalls nett, sah bestrickend aus und machte Maxie zu Holls Leidwesen ziemlich unverblümt den Hof. Der arme Doktor stand etwas steif und linkisch dabei, angelte vergeblich nach munteren Worten unb bestaunte Maxie, bie zungenfertig von Zufall unb Ueberraschung rebele unb ihr ganzes Theater wie am Schnürchen herunlerspielle. Noch immer ahnte niemand, daß sie ein Pärchen waren, dem nichts als der elterliche Segen fehlte.
Die läge darauf traf man sich zu dritt oder zu viert häufig im Hotel, schimpfte gemeinsam über das Wetter und Holl hatte zuweilen nicht übel Lust, ben forsch ins Zeug gehenben jungen Mann aus Wien nieberzuboxen, weil er Maxie mit allzu beul- lichen Blicken bombaibierte. Manchmal vergrößerte auch bas altjüngferliche Fräulein Koswalski diese Tischrunbe, schleuberle mißbilligenbe Augen in den Saal unb stickte Blumen auf eine Leinwand.
Und dann kam plötzlich der Umschlag. Petrus ging in sich. Er schämte sich augenscheinlich, blies ben Nebel vom See und den Dunst von ben Bergen unb
wunderbar deuchte, weil keiner auf sie gerechnet
hatte. Die Damen holten ihre leichtsinnigsten Kleib- Sie trug ihren gestreiften Babemantel wie einen chen aus ben Schränken, die Kellnerinnen servierten I antiken Uebermurf. Dies zusammen mit ihrem zu


