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Mittwoch,!. März 1939
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Nr. 51 Drittes Blatt
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mit seiner Abreise.
Da Benedikt Schutzheiliger des 21. März ist,
i.alls in Süddeutschland —:
„Benedikt hat's Licht abzwickt;
aber Michele, der Herbstmann, zünd'ts wieder an."
In den Donaulanden beachtet man den 25. März »ls Tag „Mariae Verkündigung" — wie die meisten Marientage — sehr genau: „Zu Maria Ver- Imndigung — kemant d'Schwalm (Schwalben) wiederum." Und in Schwaben reimt man: „Vor Maria Verkündigung schadet Wasser der Saat nicht sehr, — am so mehr aber nachher!"
Und schließlich gilt auch vielerorts diese höchst ange- mehme Prophezeihung als wohlbewährt: „Ist es an Mariae Verkündigung vor Sonnenaufgang sternhell, b gibt es zu allen Feldarbeiten gutes Wetter."
Bauernorakel besagen:
„Nasser März ist wenig begehrt, Märzenstaub ist Goldes wert"
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„Glaube es mir: ein staubiger März bringt Roggen und Weizen allerwärts!"
Dem» Staub führt der März zumal dann, wenn es frostig und trocken ist. Und wiederum dazu passen «andere Aeußerungen der bäuerlichen Wetterprophetie: „Märzenregen hat selten Segen" und „Märzregen verkündet allerwegen — auch für den Juni Regen!"
Es entspricht dem ganzen Gedankengang, daß der dritte Jahresmonat noch einen winterlichen Charakter zu wahren habe, wenn man warnt:
„Säst du im März zu früh, ist es oft vergebene Müh'!"
Der 10. März trägt die Kalenderbezeichnung „Vierzig Märtyrer". Kommen sie kalt daher, so heißt es: „40 Märthrer — 40 Morgenfröste." Und am Lechrain, an der bayerisch-österreichischen Grenze, heißt es: „Wie die 40 Ritter eingehen, so halten sie's (mit dem Wetter) 40 Tage." Sind die 40 Heiligen aber mild, so gilt — ebenfalls am Lechrain — für den Gregorstag, den 12. März, der Anbruch der milden Zeit als gewiß; „Sankt Gregor steckt den Brand in den Boden", sagt man; und man meint damit, daß die Erde nun allmählich auftaue und sich srwärme. In milden Gegenden Schwabens sagt man sogar: „St. Gregor — läßt de Imme (Bienen) vors Tor." — Aber das ist doch wohl örtlich begrenzt. Hingegen Paßt es zu den bäuerlichen Gewohnheiten in lveiten Gegenden Deutschlands, wenn der bayerische Hauskalender verkündet: „Wenn Gregori fällt, heißt's: die Saat bestellt!"
Der 17. März ist St. Gertraudis geweiht, da iagt man: „Friert's an Gertrud, der Winter noch jo bald nicht ruht!" Anderseits ist es nichts Ungewöhnliches, wenn dieser Tag schon im Zeichen des Frühlings steht. Man reimt sogar:
„Gertrud bringt die Störche her, und Barthel (24. Aug.) macht ihre Nester leer" ober
„St. Gertraud heißt die Störch' Willkomm';
mit Jakob ziehen sie davon."
Da der Jakobslag aber auf den 25. Juli fällt, kann oiese Bauernregel nur in rauher Gegend entstanden le in; denn anderwärts hat Gevatter Adebar — „odebaro" heißt Glücksbringer — es nicht so eilig
Dornoiizen.
Tageskalender für Mittwoch.
„Tag der Luftwaffe" im Standort Gießen: 16 bis H Uhr Platzkonzert am Stadttheater; 20 Uhr: Ka- neradschaftsabende (siehe heutigen Bericht). — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Hollywood". — Bloria-Palast, Seltersweg: „Das unsterbliche Herz". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Dschungel- Prinzessin". — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis llhr Ausstellung im Turmhaus am Brand. — 16 Uhr mb 20 Uhr im Cafe Leib: Vortrag von FrcM Edina Oettinger-Vogel: „Das Reich der Frau".
WWeder der Deutschen Arbeitsfront herhören!
Am kommenden Samstag, 4.Wär;, und Sonntag, L März 1939, finden in allen Orten des Groß- Irreifes Welterau öffentliche Versammlungen der ISDAP. statt.
„Wir greifen an“
teifjt die Parole. Alle schaffenden Volksgenossen in 5 tadt und Land nehmen an ihrem Wohnort an den Versammlungen teil und stellen damit ihre Treue unserem Führer Adolf Hitler und zu Grohdeutsch- t:nb unter Beweis.
Die Deutsche Arbeitsfront, als die vom Führer oogeftellte Organisation aller schaffenden deutschen
Aus der Stadl Gießen.
Märzensonne — kurze Wonne.
In Oberösterreich gilt eine alte Bauernregel, die besagt: „Geht der März ein wie ein Stier, so geht er aus wie ein Lamp! (Lamm); geht er ein wie ein Lampl, so geht er aus wie ein Stier." Dieses Wit- terungsorake! verkündet nach alter, viel bestätigter Erfahrung, daß mildes Wetter zum Märzbeginn keinen Bestand zu haben Pflegt, sondern rauhen Wochen ums Monatende seicht, während winterlicher Märzanfang ein allmähliches Einsetzen ftüh- lingshafter Witterung beim Ablauf des Monates verheißt. Darum wünscht der Landmann in allen deutschen Gauen, daß diese Wochen um die Tag- und Nachtgleiche nur mit gemessener Stetigkeit allmählich sich mildern und die Sonne sich zwar sehen läßt — was ja zumal bei leichtem Frostwetter sehr angenehm ist —, aber doch noch nicht zuviel Wärme zur Erde sendet.
In der Gegend von Iserlohn sagt man: „Mürte- graün dat doch (taugt) nitt, wann et nitt verfrüset (erfriert), dann verdröget et." Das Jahr 1938 mit seinen warmen Märztagen kann als Zeugnis der Wahrheit solcher Bauernregel gelten, denn die späteren Fröste waren mancherorts katastrophal. In gleichem Sinn äußert sich auch ein anderer Vers aus dem Schatz unserer deutschen Volksweisheit:
„Sonniger Märzenschein läßt noch nichts gedeihn."
Ja, es soll ein Märzmonat, der allzu lenzlich einhergeht, sogar einen bösen Erntesommer verkünden:
„März mit Blüten gibt Sommer ohne Tau, trocknet die Felder, dörret die Au."
Es ist kein Widerspruch, wenn weitverbreitete
«uf den oft — auch 1939 wieder — der Frühlings- Beginn fällt, so wendet ihm natürlich der deutsche Qandmaun besondere Beachtung zu. In alemanni- ll|W, »chen Gegenden heißt es: „Benedikt stellt de Imme bä« nfs Britt", nämlich er ermuntert durch sein mildes Wesen, die Bienenstöcke ins Freie zu bringen. Und Na nun Tag- und Nachtgleiche ist, sagt man — eben-
„Tag der Lustwaffe" in Gießen.
Marsch der Flieger durch die Stadt. — Appell vor dem Geschwader-Kommodore.
Am heutigen 1. März 1939 begeht unsere Luftwaffe die 5. Wiederkehr des Tages, an dem sie auf Befehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, Adolf Hitler, als dritter Teil unserer Wehrmacht erstand. Damit hatte die deutsche Kriegsfliegerei, nach langen Jahren des deutschen Niedergangs, durch die Großtat des Führers ihre Wiederauferstehung erfahren.
Diesen 5. Gedenktag begeht heute die junge deutsche Luftwaffe in allen Standorten der Fliegertruppe mit Gedenkfeiern im Nahmen eines „Tages der Luftwaffe". Auch für den Fliegerhorst Gießen, dessen Angehörige bei ihrem Einzug in unsere Stadt als neue Garnison von allen Volksgenossen mit herzlicher Freude willkommen geheißen wurden, ist der heutige Tag ein festliches Ereignis, an dem die Gießener Bevölkerung in enger Verbundenheit mit ihren Fliegern starken Anteil nimmt.
Die Veranstaltungen des Fliegerhorstes Gießen fanden am heutigen Mittwochmorgen um 7.30 Uhr ihren Auftakt mit der feierlichen Flaggen- Parade. Anschließend traten sämtliche Einheiten des Fliegerhorstes zum
Morsch durch die Stadt
an, der Punkt 8 Uhr vorn Horst aus im Paradeanzug angetreten wurde. Das Mufikkorps des Fliegerhorsts trat dabei zum ersten Male in die Oeffentlichkeit. Hinter dem Musikkorps marschierte zunächst der Gruppenstab, dann folgten die oer-
ftatt. Dazu waren als Ehrengäste die Spitzen der Partei, der Wehrmacht, des Staates, der Stadt und zahlreicher weiterer Behörden erschienen. U. a. sah man Kreisleiter Backhaus, den Standort- ältesten Generalleutnant von Apell, Landrat Dr. Lotz und Professor Dr. Eger als Vertreter der Universität.
Nach der Meldung der Paradeaufstellung schritt der Geschwaderkommodore, Generalmajor Süß- mann, zunächst mit dem Stand ortältesten, Generalleutnant von Apell, und Kreislöfter Backhaus als Hoheitsträger der Partei die Front ab. Dann richtete er an seine Männer folgende Ansprache:
Soldaten,
Arbeiter des Fliegerhorstes Gießen!
Zum 5. Male feiern wir heute den Geburtstag der jungen deutschen Luftwaffe. Am 1. März 1935 wurde durch unseren Oberbefehlshaber, Generalfeldmarschall Göring, die deutsche Luftwaffe als dritter Wehrmachtteil proklamiert.
Aus kleinen Anfängen hat sich die Luftwaffe in dem kurzen Zeitraum von vier Jahren zu einem machtvollen Instrument entwickelt, überlegen der Luftwaffe jedes unserer Nachbarn, vorzüglich in feinem Material, hervorragend an Geist und Haltung seiner Offiziere und Mannschaften, fußend auf der Tradition unserer stolzen Fliegertruppe im Kriege.
Wir gedenken dabei in dieser Feierstunde unserer Vorbilder: der ruhmreichen Fliegerhelden, deren
schiedenen Einheiten des Fliegerhorsts. Der Marsch, unter dem Befehl von Major Behrendt, führte durch folgende Straßen: Kaiserallee, Lud- wigsplatz, Neuen Bäue, Schulstraße, Marktplatz, Seltersweg, Horst - Wessel - Wall, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Neuenweg, Gartenstraße, Kaiserallee zum Fliegerhorst zurück.
Auf diesem Marsche wurde der Truppe die Zuneigung unserer Bevölkerung vielfach bekundet. Die lange Marschkolonne wurde zu beiden Seiten der Straßen von zahlreichen Volksgenossen begleitet. Aus den Geschäften, Büros usw. traten die Männer und Frauen heraus auf die Straße ober an die Fenster der Häuser, um den vorbeimarschierenden Fliegern ihren Gruß zu entbieten. In Seltersweg wurden Blumen in die Reihen der Soldaten gereicht, die mit frohem Gesicht diesen Blumengruß entgegennahmen. Alt und jung, die letzteren weitaus in der Mehrzahl, zogen unermüdlich mit der Truppe durch die Marschstraßen dahin, wobei die schneidige Musik des Flieger-Musikkorps ein ausgezeichneter Schrittmacher war. Gegen 9.15 Uhr befand sich die Truppe bereits wieder in der Kaiserallee in Richtung zum Fliegerhorst. Der Marsch hatte überall, auch dank der sorgfältigen Tätigkeit der absperrenden Polizei, einen glatten Verlauf genommen.
Nach der Rückkehr der Truppe zum Horst fand dort eine Paradeaufstellung der Einheiten und der Zivilbelegschaft zum
Namen unsterblich geworden sind, eines Manfred von Richthofen, Jmmelmann und Boelcke, wir gedenken jedoch auch der Gefallenen der jungen deutschen Luftwaffe, in Sonderheit der im letzten Jahr Gefallenen aus den Reihen unseres eigenen Geschwaders.
Während die Truppe das Gewehr präsentierte und das Mufikkorps die Weife des Liedes vorn guten Kameraden spielte, wurde der gefallenen Kameraden gedacht. Dann sagte Generalmajor Süß - mann weiter:
Wir wollen aber nicht trauern heute, wir wollen stolz sein auf unsere Kameraden, denen wir in Pflichttreue nacheisern wollen, ein jeder an den Platz, auf den ihn seine Aufgabe gestellt hat.
Wir gedenken rückschauend auf das letzte Jahr der Heimkehr Oesterreichs ins Reich, der Befreiung unserer sudetendeutschen Brüder aus der tschechischen Willkürherrschaft. Daß beide Großtaten unseres geliebten Führers ohne Krieg und Blutvergießen gelangen, ist zum entscheidenden Teil dem Bestehen unserer starken Luftwaffe zu danken.
Wir geloben an dieser Stelle weiterhin in unwandelbarer Treue unserem Führer und Obersten Befehlshaber A d o l s H i t l e r und seinem gdteuen Paladin, unserem Oberbefehlshaber Generalfeldmarschall Göring, zu folgen und unsere Fahne, wenn es sein muß, auch mit dem Tode zu besiegeln.
Während die Truppe jetzt das Gewehr präsentierte, sagte der Geschwaderkommodore roeiter: Wir bekräftigen dies mit dem Ruf: Der Oberste Befehls-
Blick auf den Marsch durch die Stadt.
(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Haber der Wehrmacht, unser Führer Adolf Hitler, Sieg-Heil!
Brausend erklang das Sieg-Heil auf den Führer über den weiten Platz. Anschließend folgte der Vorbeimarsch der Truppe vor dem Geschwader-Kommodore.
Oer weitereVerlauf des heutigen Tages
Von 16 bis 17 Uhr veranstaltet das Mufikkorps des Fliegerhorstes unter Leitung von Musikmeister Pfarre auf dem Platze vor dem Stadttheater ein Platzkonzert, auf das unsere Volksgenossen noch einmal hingewiesen seien.
Von 20 Uhr ab finden Kameradschaftsabende mit Tanz der Einheiten des Fliegerhorstes statt. ’
Zu diesen kameradschaflsabenden haben alle Volksgenofsen Zutritt. Insbesondere hoffen unsere Flieger, daß sie bei dieser geselligen Feier mit Tanz auch viele Tänzerinnen als Festteilnehmer begrüßen können.
Die gestrige Mitteilung, daß wegen Raummangels die Einwohnerschaft zu dem Kameradschaftsabend nicht eingeladen werden könne, beruht leider auf einer mißverständlichen Information. Im Gegenteil wünschen unsere Flieger die ganze Bevölkerung bei dieser kameradschaftlichen Feier zu Gast zu haben, da sich die Truppe mit der Zivilbevölkerung eng verbunden weiß und diese Gelegenheit einiger festlich-froher Stunden benutzen möchte, um in gemeinsamer Feier mit der Bevölkerung die Bande der herzlichen Freundschaft noch enger gestalten zu können. Also: Besuchen wir alle, insbesondere natürlich die tanzfrohen jungen Mädchen, am heutigen Abend die Kameradschaftsabende unserer Flieger! Diese Veranstaltungen finden statt im Gesellschaftsverein (Klub), Studentenheim, ©aalb^u Liebigstraße, Schützenhaus, Turnhalle am Oswalds- garten und im „Kühlen Grund" in Wiefeck.
Appell vor dem Geschwader-Kommodore Generalmajor Süßmann
Menschen, erwartet restlose Teilnahme aller Mitglieder!
Ihr bekennt euch damit zur großen deutschen Volks- und Leistungsgemeinschaft !
heil Hitler! Die Deutsche Arbeitsfront, kreiswattung Wetterau:
kahenmeler. Kreisobmann.
Oie Plakette.
Das nebenstehende Bild stellt die Plakette dar, die von der Kreisleitung zum Frühjahrsfeldzug der NSDAP., Kreis Wetterau, herausgegeben wurde. Dieser Frühjahrsfeldzug erfolgt am kommenden Samstag und Sonntag mit einer großen Versammlungswelle in allen Orten des Kreises Wetterau.
Aufruf!
Amtsträger und Mitglieder des Reichsluftschutzbundes!
Am kommenden Samstag, 4. März, und Sonntag, 5. März, finden in allen Orten der NSDAP. Kreisleitung Wetterau öffentliche Versammlungen statt. Die Parole zu diesen Kundgebungen heißt:
„Wir greifen an!“
Die Orts-, Kreisgruppe erwartet von allen Amtsträgern und Mitgliedern des Reichslustschuhbundes, daß sie sich restlos an den Kundgebungen der Partei beteiligen. Sie beweisen damit erneut ihre enge Verbundenheit zu unserem Führer Adolf Hitler, Staat, Volk und Partei.
heil Hitler!
Reichsluftschuhbund. Orts-, Kreisgruppe Gießen.
Der Orts-, Kreisgruppenführer.
(5 loh, LS.-Oberführer.
Frauen der NS.-Zrauenschast und des Deutschen Frauenwerkes!
Alle deutschen Frauen reihen sich ein in den Frühjahrsfeldzug der NSDAP.: „wir greifen an!".
Am Samstag, 4.3., und am Sonntag, 5.3., finden überall Kundgebungen statt, die in den Zeitungen bekanntgegeben sind. Jede Frau wird es möglich machen, die Versammlung ihrer Ortsgruppe zu be-
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suchen und ihre Treue zum Führer und seinem großen Werk zu bekunden!
Sie sammeln für das MW.
Und alle Volksgenossen spenden!
Am nächsten Samstag und Sonntag stehen.überall im Reich die Beamten, einschl. der Rechtswahrer, die Handwerker und die Amtsträger des Reichsluftschutzbundes im ehrenvollen Dienste des Winterhilfs- wertes. Auf allen Straßen und Plätzen sammeln sie für dieses große Werk der Nächstenliebe. Rund 23 000 Abzeichen werden in Gießen zum Verkauf kommen. Im ganzen Kreis Wetterau werden außerdem noch viele Tausende von Abzeichen zum Kauf angebvten werden. Es sind wieder schöne Spendezeichen, die von den opferfreudigen Spendern bei dieser Sammlung erworben werden können. Wie immer, werden auch hier wieder die Beamten im Vordergrund des Einsatzes stehen, aber auch unsere Handwerksangehörigen werden es an Tatkraft bei der Sammlung nicht fehlen lassen. Die Behörden, wie Reichsbahn, Reichspost, Justiz, Forst und die Städtischen Behörden, werden sich an den beiden Sammeltagen mit besonderen Veranstaltungen innerhalb der Straßen der Stadt an der Sammlung beteiligen. Und daß die Spender, nämlich alle Volksgenossen, gerne wieder ihr Scherflein für das WHW. geben werden, ist als sicher anzusehen. So verspricht auch diese Straßensammlung wieder ein großer Erfolg zu werden.
WHW. Ortssührung Gießen-Aord.
Vetr.: Kohlenabrechnung.
Die Kohlenhändler werden aufgeforbert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheiye Serie E und S bis spätestens Montag, 6. März, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr berücksichtigt werden.
25 Zohre beim Gtadttheater Gießen.
Die Stadtverwaltung teilt mit: Heute kann der Bühnenbildner unseres Stadttheaters Herr Karl Löffler auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei dem Stadttheater Gießen zurückblicken. Der Arbeitsjubilar wurde in einer Feierstunde, an der sämtliche Gefolgschaftsmitglieber des Stadttheaters teilnahmen, geehrt. Das Orchester umrahmte mit Musikstücken die Ehrung.
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Der hochverdiente und überaus begabte Bühnenbildner des Gießener Stadttheaters, Karl Löffler, ist aus Wiesbaden gebürtig, sollte von Hause aus den Malerberuf ergreifen und begann seine Tätigkeit 1908 in München, wo er am Gärtnerplatz- Theater eine erste lohnende Aufgabe fand. Studienreisen führten den jungen Künstler nach Italien und
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11.30 bis 12 30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Somstagnach' mittag gejchlosftn.
in die Schweiz. In seiner Vaterstadt Wiesbaden war er am Residenztheater und später auch als freischaffender Künstler tätig; hier erfolgte auch Löfflers erste Begegnung mit dem fnäteren Gießener Intendanten Hofrat Hermann Steingoetter, der ihm Aufträge für das Theater in Bad Ems und in Bad-Nauheim erteilte. 1914 folgte Löffler dann (am 1. März) einem Rufe als Theatermaler und Bühnenbildner am Gießener Stadttheater, wo er überaus vielseitig und erfolgreich gewirkt hat. — Im Kriege wurde Löffler bei Verdun schwer verwundet.
85 Jahre alt.
Frau Katharine Arndt W w e., Kirchstraße 13, wird am morgigen 2. März 8 5 Jahre alt. Frau Arndt, die als Leichenfrau von 1890 bis zum 1. Oktober 1937 im Dienste der Stadt Gießen stand, hat
während dieser langen Zeit sich die Achtung ihrer Mitbürger errungen. Etwa 6000 Menschen hat sie in dieser langen Zeit zur letzten Ruhe geleitet. Die Jubilarin ist körperlich und geistig noch sehr rüstig, lieber 60 Jahre lieft sie ihr Heimatblatt, den Gießener Anzeiger.
Ebenfalls 85 Jahre alt wird am morgigen 2 März in aller Frische der Invalide August Velke, Harnrnstrahe 11 wohnhaft*
Das 80. Lebensjahr vollendet am morgigen 2. März Herr Wilhelm Karnbach, Kaplansgasse 29.
Der Jubilarin und den beiden Jubilaren bringen auch wir unsere herzlichen Glückwünsche dar.


