Ausgabe 
1.2.1939
 
Einzelbild herunterladen

Me ausländischen ReiteroWere beim Mrer.

}

x, /j v

. -Ui

'/

Mx *

.4

MMU

s - ' ; .

% -H '

? -

- J

Berlin, 31.Jan. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing in der großen Galerie der neuen Reichskanzlei Die am Internationalen Reit- und Fahrtur- n i s-r teilnehmenden ausländischen Reiterabordnun­gen von Belgien, Dänemark, Frankreich, Ungarn, Italien, Polen, Schweden und der Tschecho-Slowakei im Beisein der Militärattaches dieser Länder zur Meldung. Der Führer ließ sich die einzelnen Offiziere vorstellen und begrüßte jeden der fremden Turnier­teilnehmer. Unter ihnen befanden sich der italienische Divisionsgeneral Graf Murari, der französische

General B r i d o u x, Direktor der Reitschule von Saumur, und Seine Königliche Hoheit Prinz Gustaf Adolf von Schweden, der bereits an den Reiterwettkämpfen der Berliner Olympiade teilgenommen hat. Bei der An- und Abfahrt der fremden Offiziere durch den Ehrenhof erwies ihnen eine Ehrenwache des Heeres in Zugstärke unter Führung eines Offiziers Ehrenbezeigungen. Unser Bild zeigt den Führer, wie er den Erbprinzen von Schweden begrüßt, dahinter die polnischen Offiziere. (Presse-Jllustration-Hoffmann-M.)

Varcelona, eine Schilksalsstadt für Spaniens Geschichte. Äon Dr. Gustav Wolost, em. Professor der Geschichte an der Universität Gießen.

Kein europäischer Großstaat ist so von inneren Bewegungen erschüttert worden wie Spanien. Es verdankt seine Entstehung der Befreiung der pyre- näischen Halbinsel von der sarazenischen Herrschaft; in beständigen Kämpfen mit den Muhamedanern und untereinander bildeten sich mehrere christliche Reiche, von denen die größten, Kastilien und Ara­gon, die kleineren aufsaugten und sich schließlich durch die Ehe zwischen Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien im Jahre 1479 mit einander ver­einigten. Aber das neue Reich bildete keinen Ein­heitsstaat; die einzelnen Landschaften behielten ihre ulten Verfassungen und wachten eifrig Darüber. Was sie zusammenhielt, war die Dynastie und Die ge­meinsame katholische Anschauung: für Die Erhal­tung Der Einheit Der Kirche Opfer zu bringen, fühl­ten sich alle Spanier berufen, die Politik Karls V. und Philipps II., Die Durch Dieses Ziel vornehmlich bestimmt rourDe, fanD daher überall Zustimmung. Aber dieser Gedankengang trat im 17. Jahrhundert zurück. Einerseits ließ sich die kirchliche Einheit nicht aufrechterhalten, man mußte sich mit Dem Da­sein Des Protestantismus abfin'Den, und anDerseits war Der katholische Glaube in seiner Existenz nicht mehr bedroht, selbst in einem großen Teile Deutsch­lands hatte er sich behauptet. Es erschien nicht mehr notwendig, das eigne Bekenntnis zu schützen, und damit entfiel Die positive Aufgabe, die alle Reichs­teile anerkannt hatten. Seitdem traten Die inneren Gegensätze mehr und mehr in Den VordergrunD.

Am stärksten waren Die Zwistigkeiten zwischen Katalonien unD Der MadriDer Regierung. Die Provinz hatte ihre eignen Cortes mit Steuerbewil­ligungsrecht, ihre eigne Justiz und Wehrmacht. Zu den Reichsausgaben trug sie nur in verschwindendem Maße bei, die Hauptlast hatte Kastilien zu tragen. Dafür war Katalonien trotz feiner lebendigen ma­ritimen Tradition das internationale Seerecht des Mittelalters ist von Barcelona ausgegangen von den Beziehungen zu Amerika, die Kastilien Vor­behalten blieben, ausgeschlossen. Es leuchtet ein, daß diese Dinge hüben wie drüben Unzufriedenheit er­regten, daß insbesondere die Regierung die land­schaftlichen Sonderrechte zu brechen strebte; das Reich könne eine ganz andere Kraft in Angriff und Verteidigung entwickeln, wenn alle Teile nach glei­chem Recht "regiert würden, sagte Der Graf Oli­va r e z, Der ehrgeizige und tatkräftige Minister Philipps IV. (um 1640). Jetzt aber betrachte bei­nahe jeDe Provinz Die andere als ihren Feind. Aufs heftigste sträubte sich aber Katalonien gegen jedes Zugeständnis an die Zentralregierung, die es, da sie wesentlich von Kastiliern geführt wurde, als eine Art Fremdherrschaft betrachtete.

Zu offenem Konflikt kam es während eines Krie­ges mit Frankreich (1641). Die Regierung stellte stär­kere finanzielle Ansprüche und ließ zum Schutz gegen französische Angriffe kastilische Truppen einrücken; die Katalanen setzten sich dagegen zur Wehr und riefen Den Schutz Frankreichs an: sie erinnerten Daran, Daß Katalonien unter den Karolingern ein Teil Des fränkischen Reiches gewesen war und kul­turell vieles mit Südfrankreich gemeinsam habe. Zwei politische Anschauungen stritten miteinander. Die römische Regierung glaubte sich, zum Schutze des Gesamtreichs verpflichtet, über die katalanischen Privilegien hinweqzugehen, die Katalanen verwar­fen eine solche gesamtstaatliche Gesinnung und be­haupteten, bei Verletzung ihrer Rechte, derFueros", sich einen anderen Herren suchen zu können. In Der Tat unterstützte Frankreich die Aufständischen mit Nachdruck und wies den Gedanken einer Annexion Barcelonas keineswegs zurück, aber Unruhen im eigenen Lande hemmten feine Kriegführung, so daß im Frieden (1659) Katalonien, allerdings unter Wahrung feiner Fueros, bei Spanien blieb. Aber der lange Bürgerkrieg hatte Spanien schwere Opfer auferlegt und wesentlich zu Der Niederlage, Die Spanien damals gegen Frankreich erlitt, beigetra­gen: es fei das Gift, das die Eingeweide des Reiches verzehre, sagte man in Kastilien.

Das Verhältnis zwischen Den beiden Reichsteilen

blieb die verwundbarste Stelle am spanischen Staatskörper. In einem neuen französisch-spanischen Kriege verhinderte Der SelbständigkeitsDrang Der Katalanen abermals Die volle Ausnutzung Der Wehrkraft, und Diesmal gelang Den Franzosen Die Eroberung Barcelonas, obgleich es von kastilischen und deutschen Truppen unter Ge ckr g von Hessen tapfer verteidigt wurde. (1697). Der Fall Der katalanischen Hauptstadt brach Die spa­nische Widerstandskraft, sofort mußte Spanien einen verlustreichen Frieden schließen, und nur feinen eng­lischen und holländischen Bundesgenossen verdankte es, daß ihm Barcelona zurückgegeben wurde.

Unheilvoll vor allem wirkte der innere Gegensatz in Dem großen Kriege, Der sich an Das Aussterben Der Habsburger Dynastie in Spanien (1700) an­schloß. Der neue König Philips) V., ein französischer Prinz, Den der letzte Habsburger testamentarisch zum Erben eingesetzt hatte, lehnte bei feiner Thron­besteigung Die Anerkennung Der Fueros ab, ja er ließ einen katalanischen Deputierten, Der ihre Be­stätigung begehrte, als Hochverräter einkerkern. Die Folge war, daß Katalonien sich Dem österreichischen Gegner Philipps anschloß, und ein Jahrzehnt lang ein neuer Bürgerkrieg die Kraft Spaniens lähmte, wähxend es draußen im Bunde mit Frankreich gegen Oesterreich, Holland und Preußen zu kämpfen hatte. Die allgemeinen Weltverhältnisfe ließen auch dies­mal eine Trennung Kataloniens von Spanien nicht zustande kommen, und die neue bourbonifche Re­gierung hat sogar Die Absicht ihrer habsburgischen Vorgängerin, Die ^Beseitigung Der katalanischen Son­derrechte, zum großen Teil Durchgeführt, ohne frei­lich damit die Gesinnung der Katalanen ändern zu können. Da aber in dieser Zeit Frankreich und Spanien verbündet waren, Katalonien also aus­wärtige Hilfe nicht zu erwarten hatte, so blieb Die Provinz ruhig. Das Werk zu vollenden und eine große aktive und auswärtige Politik auf diese Ver­änderung zu gründen, war allerdings Der ge­schwächte Staat nicht mehr imstande.

Neue Momente brachten Die Stürme Der fran­zösischen Revolution und Der Napoleonischen Zeit, Die ja auch Spanien in ihren StruDel hin­einrissen, in Die spanische Geschichte. Die Entthronung Der Bourbonen durch Napoleon (1808), Der sich Daran anschließende Volkskrieg gegen den Impera­tor, die lange Anwesenheit französischer und eng­lischer Truppen auf spanischem Boden (1808 bis 1814), Der Abfall Der amerikanischen Kolonien ließen neue Gedanken, Befürchtungen, Ansprüche und neue Gegensätze entstehen, Die auch nach Wiederherstel- lung Der nationalen Unabhängigkeit nach Napo­leons Sturz weiterlebten. Reichlich zwei Menschen­alter lang ist Spanien infolgedessen durch innere Wirren, die sich zweimal bis zu langwierigen ver­wüstenden Bürgerkriegen steigerten (18331840, 18711876), heimgesucht worden. Bald waren Zer­würfnisse in Der Dynastie Die Ansprüche Des Prinzen Don Carlos gegen Die Königinnen Christine unD Jsabölla balD Verfassungsfragen Der erste Anlaß; republikanische unD monarchistische Staats­formen wechselten miteinanDer ab, unD auch die Thronbesteigung des Königs Alfons XII. (1876) brachte keine volle Beruhigung; Die Regierung ruhte auch feitDem mehr auf Der Gewalt als auf nationaler llebereinftimmung.

An allen Diesen inneren Wirren hat Katalonien unD speziell Barcelona erheblichen Anteil, aber es war nicht mehr Die populäre Abneigung gegen Den kastilischen Nachbar allein, Die Die Gemüter be­stimmte. Neben ihr machten sich Die allgemeinen sozialen und wirtschaftlichen Mächte des 19. Jahrhunderts geltend. Katalonien gehörte zu den industriell und kommerziell fortgeschrittensten Landschaften Spaniens, und wie im übrigen Europa wurde diese Entwicklung begleitet durch die Ent­stehung radikaler sozialer und politischer Strömun­gen, bald kommunistischen, bald anarchistischen Cha­rakters. Im Carlistenaufstande von 1871 z. B. spielten diese Momente in Barcelona und an­deren Hafenstädten eine besondere Nolle. Obgleich

sie innerlich völlig verschieden von Dem auf mittel­alterliche Ueberlieferungen zurückgehenden land- fchaftlichen Sondergeist waren, fanden sich beide Tendenzen doch in Der Abneigung gegen Die Re­gierung in MaDriD zusammen. So ist es natürlich. Daß in unseren Tagen Der Kampf um die Grund­lagen eines neuen öffentlichen Lebens in Barce­lona entschieden wird: jene alte und Diese neue GeDankenreihe haben hier ihre stärkste Vertretung gefunden. .

Fast ein halbes Jahrtausend besteht das spamsche Reich; keiner seiner Regierungen ist es gelungen, eine wirkliche Staatseinheit zu bearunben. Die alle nationalen Kräfte konsequent zusammen­zufassen ermöglicht hätte; keine hat Die vielen zen­trifugalen Strömungen unbedingt besiegen können. Am nächsten sind Dem Ziele, eine gesamtstaatliche

Anschauung zu schaffen, noch Kgrl V. und Phi­lipp II. gekommen, well sie trotz aller konstitutionel­len Verschiedenheiten eine allen Reichsteilen will- kommen- große Aufgabe aufsteUen konnten Die Vergangenheit Spaniens läßt ahnen, welche Fülle von Problemen in Zukunft zu losen sind, und man Darf sie vielleicht in zwei Fragen, Die alles enthal­ten, zusammenfassen: wie wird Franco nach seinem Siege mit Den Waffen Den Kampf gegen Den in Der Tiefe noch lebenben lanD sch östlichen toonDergeift führen, und welches große auswärtige Ziel wird er feiner Nation zeigen, um ihr Den gebührenden Rang in Der Welt zu sichern, und um durch Die gemein­same Hingabe an eine solche Aufgabe den Patriotis­mus zu beleben unD das Gefühl Der Zusammen­gehörigkeit Der Glieder, Die einander so oft bekämpft haben, zu stärken?

Die Stimme aus der Unterwelt.

Schlagermusik und

Als wir die Seitentür zum KonzertpoDiurn des großen Saals Der SingakaDernie Stätte klassi­scher Berliner Konzertveranstaltungen in grauer Morgenfrühe öffnen, überfällt uns ein Schwall schmissiger Tanzmusik. Wir zwingen uns zur Sach­lichkeit und stellen fest: was Da unten mit aller Hingabe konzertiert, flötet, trommelt, geigt, bläst und hingegeben mitwippt, wiegt unD hin- unD hertritt, tut Dies' nicht für ein sichtbares, mitgeriffe-- nes, gegenwärtiges Publikum, vielmehr wird hier sozusagen auf lange Sicht, auf Vorrat Musik gemacht.

Es ist gar nicht so erstaunlich, wie es klingt. Vor­erst sieht und hört sich alles ganz normal an. Da sitzen und stehen eine Anzahl ausgezeichneter Musi­kanten eng um ein Mikrophon geschart, das auf langem Stengel zwischen ihnen steht, ein zwei­tes steht unweit davon im Hintergrund, ein Drittes hängt freischwebend über allem im Raum. Lampen sind zu sehen, grün, rot, mit Schrift und ohne, ein Aufnahmeleiter verbreitet die unvermeidliche Atmo­sphäre von Gewichtigkeit, er bedient ein geheimnis­volles Telephon, rückt an den Mikrophonen, winkt dem Dirigenten, rennt zweimal hin und her. Plötz­lich hört die Musik mit einem Schlage auf. Schluß.

Die Musiker legen ihre Instrumente beiseite und scharen sich seitlich im Orchesterraum zusammen. Was haben sie vor? Der Aufnahmeleiter telepho­niert wieder, unerwartet bricht plötzlich seitlich aus der Kulisse Musik hervor ... genau die gleiche Mu­sik, die hier eben von lebendigen Menschen fr' körperlich exerziert wurde. Sie klingt alles in allem ein wenig hohler, ein wenig nach einer Stimme aus Der Unterwelt.

Wir sind doch wieder einmal verblüfft über diese gespenstische Art, uns unser Zeitalter zum Bewußt­sein zu bringen. Hier haben wir es in Reinkultur. Keine halbe Minute nachdem hier oben der letzte Geigenstrich verklang, gibt ein merkwürdig präzises Echo aus einem entfernt liegenden Kellerraum haar­scharf das ganze eben gespielte Musikstück wieder. Für Techniker ein bis zur Langweiligkeit selbstver­ständlicher Vorgang. Für uns Laien Grund genug, dieser Stimme in Die Unterwelt nachzusteigen.

Nicht ohne Absicht hat sich diese Stimme mit allem, was Drum unD dran ist, in Den massiven alten Kellergewölben Der SingakaDernie eingenistet. Durch Diese Dicken Mauern Dringt kein Ton Des lär­menden Großstadtverkehrs, sie werden durch nichts erschüttert, hier herrscht nahezu vollkommene Ruhe. Zur Zeit allerdings schmettert ein Lautsprecher den eben gehörten Schlager, der uns auf einem eigen­tümlichen Umweg nachgeschlichen kommt. Hier unten läuft die Wachsscheibe, auf Die ein mit Den Mikrophonen im Orchesterraum verbundener Griffel die ursprüngliche, echte Wiedergabe durch das Or­chester selbst einritzte. Ein zweiter Griffel, verbun­den mit Dem Lautsprecher oben, nimmt umgehend Das Eingeritzte zur Wiedergabe für Musiker und Aufnahmeleitung ab. Aber oben lauschen ja nicht nur Menschen, sondern auch Mikrophone, Die glei­chen, Die Den Schall Des Orchesters aufgenommen haben. Sie leiten nun Den Klang vom Lautsprecher

ihr seltsames Eck».

roieDer zurück in Den Keller unD durch diesen necki­schen Kreislauf heftet sich Der Schlager unerbittlich an unsere Fersen.

Wir kommen bei Den Schlußtakten Der Musik unten an. Werden wieder Zeugen eines kurzen Ferngespräches. Darauf Stille und:Aufnahme wird wiederholt", erklärt lakonisch der Tech­niker an der Wachsplatte. Schon leuchtet Die Birne: Achtung! Ausnahme! UnD Dann schmettert der Laut­sprecher nebenan im Verstärkerraum Des Tonsteuer­meisters Die Originalmusik von oben. Wir stehen hinter Dem seltsamsten Steuermeister, Den mir ken­nen, er sitzt an einem Schaltbrett, Das ebenso gut im Steuerhaus eines Ozeanriesen, eines Bomben­flugzeugs oder eines Riesenkranes eingebaut fein könnte. Aber er steuert keine Mafchinenkräfte, son­dern Töne. Oder besser: Tonstärken. Kommt oben ein Ton dem Mikrophon zu nahe, überschreitet ein Fortissimo Die gesellschaftsfähigen Grenzen (Das find hier Die Grenzen Der Gehörfähigkeit), Dann Dreht er seelenruhig an seinem Steuerungshebel unD gehor- jam ritzt Der Griffel nebenan Den Ton um einige Lautstärken schwächer in Die Wachsplatte, unD um­gekehrt.

Staunend stehen wir vor einem Gewirr von Ka­beln unD Spulen, vor Birnen unD Kapseln, vor die­sem ganzen Zauberwerk Der Technik, das hier fast schon ohne Zutun von Menschenhand ab­läuft. Dabei spielt sich hier nur erst die Hälfte aller technischen Vorgänge ab, die bis zur fertigen Schallplatte führen. Ist Die Aufnahme gelun­gen, Die Wachsplatte also fertig, so wartet ihrer bereits ein VersanDkarton, in dem sie bruchsicher zur Prägung in Die Galvanoplastik wanDert. Hier ent­steht zuerst Das galvanische Negativ, genannt Der Vater". Das Positiv hiervon ist DieMutter", von diesem werden dieSöhne", die sogenannten Ma­trizen, genommen. Ein komplizierter Vorgang, Den jede Schallplattenfabrik auf ihre technisch besondere Weise verwirklicht. Unendliche Mühe, unendliche Sorgfalt haben gewaltet, bis endlich die glänzende runde Scheibe Daliegt und auf Abnehmer wartet.

Hat nun jeDe Schallplatte Den Erfolg, D. h. Den Absatz, Der Diese Mühe rechtfertigt? Schließlich schlägt ja auch nicht jeDer sogenannte Schlager ein unD was geschieht, wenn eine Platte nicht gefällt? Vorweg gesagt: Das Darf normalerweise gar nicht vorkommen. Ein guter Schallplattenoerleger hat sein Ohr im Volk. Er weiß, was etwa beim Schlager gewünscht wirb, er hat Fühlung zu Den Kapellmeistern, zu Den besten Tanzkapellen, seine Leute sitzen in Oper unD Operette unD belauschen das Publikum. Seine Begeisterung, sein Beifall sind das Barometer, an Dem Der Erfolg einer Schall­platte schon vor ihrem Entstehen gemessen wird. UnD Da muß es mit Der Herstellung einer Platte oft schnell gehen, Denn ebenso rasch wie es begeistert ist, hat Das Publikum einen Schlager oft zu Den Akten gelegt. Die Verkaufsstatistik Der Schlager- platten. graphisch Dargestellt, gleicht Deshalb auch einer Fieberkurve. So rasch oben, so rasch auch unten, wilDe Zickzackstriche tünbenvon Der Par­teien Haß unD Gunst". Dr. Buresch.

Vom Berliner preffeball

Im Zoo zu Berlin stieg Die größte Sensation Des Berliner Ballwinters, Der Presseball. Rechts: Reichsminister Dr. Goebbels unD Frau. Links: Staatssekretär Hanke unD Der Leiter Des ReichsverbanDes Der Deutschen Presse Hauptmann a. D. Wilhelm Weiß. (Scherl-BilDerDienst, Berlin.)

Neue Städte.

Es wurde kürzlich gemeldet, daß Die Stadt des Kd F.° Volkswagens in Der Nähe von Fallers­leben ein völlig felbstänDiges Gemeinwesen bilben wirD, dessen Einwohnerzahl bis auf 100 000 steigen dürfte. Schon jetzt sind die Anfänge einer eigenen Verwaltung vorhanden. Südlich von Braunschweig, auf dem Gebiete der Hermann-Göring- Werke bei Salzgitter, soll eine weitere Großstadt entstehen. Ihre Lage im Hügelland wird so gewählt, daß sie von den Rauchfahnen der Werke nicht be­helligt wirb. Diese Stabt ist auf 15 bis118 Quadrat­kilometer berechnet und wirb bann größer fein, als das benachbarte Braunschweig. Der General­inspektor für die Reichshauptstadt, Professor Speer, hat kürzlich ausgeführt, daß zu dem Programm der Neugestaltung Berlins auch der Woh­nungsbau im großen Umfange gehören wird.

Jetzt sind dazu Einzelheiten mitgeteilt worden, aus denen hervorgeht, daß in Charlotte nburg- Nord eine ideale Wohnstadt entstehen soll, die für 50 000 Berliner ein mustergültiges Wohngebiet bar­stellen wirb. Aus einer Fläche von 190 Hektar ent­stehen in großen Wohnblöcken 12 000 Wohnungen. Jeber Wohnblock ist mit einer Grünfläche umgeüen. Die Wohnbichte wird 200 Personen je Hektar be­tragen, während sonst, beispielsweise in Schöneberg und Friedenau, 300 bis 500 Einwohner auf den Hektar kommen. In den nördlichen und östlichen Stadtteilen ist dieser Anteil noch erheblich größer. Um dem steigenden Bedarf an Büroräumen zu genügen, soll im nächsten Sommer in der Nähe des Innsbrucker Platzes ein Hochhaus gebaut werben, das 700 Räume für Bürozwecke zur Ver­fügung hat. Bei allen diesen Plänen ist selbstver­ständlich darauf Bedacht genommen, daß Unterkünfte für Autos und günstige Verkehrsanschlüsse vorhanden sind.