Ausgabe 
21.7.1937
 
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Siedlungsraum und Rohstoffquellen

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O zu verbringen. Mehrere Kabinettsmit­glieder, in? bereits eine Reise ins Ausland geplant

Unser Bild zeigt die Lage des gegenwärtigen Kampfgebietes. Rechts: Fengtai, links oben: Wangpinghfien. (Scherl-Bilderdienst-M.)

hätten, seien bereit, dem Wunsche des Ministerprä­sidenten nachzukommen. Außenminister Eden be­gebe sich nach Südengland, unv in Verbindung mit dem Außenamt bleiben zu können.

In Regierungskreisen sei man, wird allerdings betont, der Ansicht, daß sich die internationale Lage, mit Ausnahme der Situation im Fernen Offen, gebessert habe. Dennoch wünsche Chamber­lain, nötigenfalls innerhalb weniger Stunden das britische Kabinett berufen zu können.

Francos Truppen im Vormarsch

Salamanca, 21. Juli. (DRV.) Der natio­nale Heeresbericht vom Dienstag meldet von der Front von Aragon: Im Abschnitt von Albarracin haben unsere Truppen den Vor­marsch fortgesetzt und nach Ueberminbung des feindlichen Widerstandes neue Stellungen ein­genommen. Der Feind hatte große Verluste.

Front von Madrid: Der siegreiche Vor­marsch unserer Truppen bei Srunete wurde fortgesetzt. Mehrere sehr wichtige Stellungen und Schützengräben wurden besetzt. Das gesamte Gebiet des Guadarrama-Flusses bei Aulestia wurde vom Gegner gesäubert. Die bolschewistischen Trup­pen hatten große Verluste. Wir erbeuteten eine große Menge Kriegsmaterial, darunter mehrere Maschinengewehre und sieben sowjetrussische Tanks. In der letzten Nacht versuchte der Feind zwischen Bar Anita und El Plantio anzugreifen. Er wurde zurückgeschlagen.

Staatsches General Franco hat Juan 5) a g u e, Oberst der Fremdenlegion, der in den ersten Mona­ten der nationalen Erhebung mit seinen Truppen­abteilungen über Andalusien und Estremadura sieg­reich gegen Toledo und Madrid vorgestoßen war, zum Chef des 1. Armeekorps an der Front von Madrid ernannt.

Aach Nanking zurückgekehrt.

Nanking, 20. Juli. (Oftafienbienft des DNB.) Marschall Tschiangkaischek traf am Dienstag­mittag von seinem Sommeraufenthalt in Nan­king ein. Sofort nach seiner Ankunst empfing der Marschall ben Außenmini st er, ben Kriegs- m i n i ft e r , ben Verkehrsminister, ben Eisenbahn- minifter, ben Kultusminister sowie höhere Offiziere zum Vortrage über die Lage in Nordchina unb über bie letzten Entwicklungen im chinesisch-japanischen Konflikt. Tschiangkaischek ließ bie Oeffentlichkeit wissen, baß er angesichts ber politischen Spannung seine Anwesenheit in Nanking für notwendig halte.

Der japanische Geschäftsträger in Nanking Hibaca hatte am Dienstagvormittag eine weitere Unterredung mit dem chinesischen Außenminister Wangtschungshun, in ber er erneut bie japanischen Einwendungen gegen bie Entsendung chinesischer Regierungstruppen nach der Provinz Hopei und gegen das Mißtrauen ber Nankingregierung gegen bie örtlichen Abmachungen oorbrächte. Der chinesische Außenminister antwortete, daß die gegenwärtigen Zeitumstände es als z w e ck- l o s erkennen ließen, sich auf gegenseitige Anschuldigungen einzulassen. Viel besser sei es, sich über sofortige Maßnahmen zur Abwendung des drohenden bewaffneten Konfliktes zu einigen.

Eine auffällige Reise.

Nanking, 20. Juli. (Oftasiendienst des DNB.) Der Botschafter der Sowjetunion in China, Bogolomow, der seinen Amtssitz in der frühe­ren chinesischen Hauptstadt Peiping hat, Hai seinen bevorstehenden Besuch in Nanking angefün- bigt. Dieser Besuch bes Sowjetbotschasters im augenblicklichen Zeitpunkt finbet starte Beachtung.

berechtigt, wenn auch über bie Beenbigung ber Aktionen keinerlei Mitteilung gemacht werbe. Er habe seine Vermutung barüber ausgebrückt, ob man auf chinesischer Seite bie am 19. Juli in Tient- fing geschlossene Vereinbarung mit ber Norbchina- Garnison burchführe. Daher sei man in der letzten Kabinettsitzung zur Sanktionierung aller notmenbigen Schutzmaßnahmen für bie japanische Armee für ben Fall ber Nichtburchführung ber getroffenen Vereinbarungen geschritten. Die gestrige Unterrebung bes Botschafts­rates Hibaka mit Außenminister Wang- ff ch u n g h u i fei für Japan unbefriebigenb ausgefallen. Dieser Ausgang ber Unterrebung be- beute jeboch nicht ben Abbruch jeglicher Vereinba­rungen mit Nanking, eine Wieberaufnahme ber Besprechungen sei jeberzeit möglich.

Ausnahmezustand für Japaner in Schanghai.

Schanghai, 20.Juli. (DNB.) Die japanischen Konsularbehörben in Schanghai orbneten an, baß für japanische Staatsangehörige ber Ausnahmezustanb bestehe. Sämtliche Ja­paner haben ab 19 Uhr zu Hause zu bleiben. Die japanischen Kabaretts schlossen baher kurz nach Dunkelheit. Die Polizei ber internationalen Nieber- lassung würbe von ben Japanern aufgeforbert, bei ber Durchführung bes Ausnahmezustands unter- stützenb mitzuwirken.

Die japanischen Maßnahmen gehen auf bie ge­waltige Aufregung zurück, bie bie Nachricht vom Bombarbement Wanpinghsiens aus- gelöst hatte. Sonberausgaben ber Zeitungen wür­ben reißend verkauft. Ueberall bilbeten sich Grup­pen erregter Chinesen, bie an ben Anfang bes Krie­ges mit Japan glaubten. Von ben Zeitungen wirb einheitlich bie Verantwortung ben Japanern zuge­schoben.

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Japanische Artillerie der Armee kabawe eröff­nete am Dienstag um 15 Uhr Ortszeit die Be­schießung der Ortschaft Wanpingfhlen. Sie gab im Verlauf von anderthalb Stunden mehr als 100 Schuß ab.

Am Dienstagvormittag hatte der Chef der mili­tärischen Sondermission der japanischen ftroan- tung-Armee, Oberst Matsui, noch einen letzten Protest gegen die in den vergangenen Tagen immer wieder vorgekommenen Schießereien, für die von japanischer Seite die Soldaten der 37. chinesi- schen Division allein verantwortlich gemacht werden, eingelegt. Die Protestnote, die auf Dienstagmittag befristet war, wurde von chinesischer Seite unbe­antwortet gelassen.

Beginn größerer Unternehmungen.

Tokio, 20. Juli. (DNB.) Die Einleitung einer Strafexpedition gegen bie chinesischen Truppen im Abschnitt von Wanpingshien wirb, laut Domei, als ber Beginn größerer militärischer Un­ternehmungen angesehen, nachbem bie japa­nische Armee alle Hoffnung auf eine friedliche Bei­legung der Zwischenfälle aufgegeben hat. Trotzbem glauben bie militärischen Kreise immer noch, daß es möglich sein wirb, bie Feinbseligkeiten auf bas augenblickliche Kampfgebiet z u begren­zen. In politischen Kreisen sieht man allerbings in ber Haltung ber Nanking-Regierung eine Gefahr für eine Ausbehnung ber Auseinander­setzungen auf weitere Teile Nordchinas.

Das japanische Außenamt zu den Kämpfen.

Zu weiterenBerhandlungen mitChinabereit

Tokio, 21. Juli. (DNB. Funkspruch. Ostasien- bienft bes DNB.) Der Sprecher bes Auswär­tigen Amtes stellt bie gestrigen Kämpfe bei Wangping als lebiglich lokaler Natur hin, ver­anlaßt burch chinesische Feuerüberfälle auf japani­sche Stellungen unb bie Weigerung, entsprechenb ben Vereinbarungen, die chinesischen Stellungen bei Lukoutschiau aufzugeben. Er halte, so wirb weiter berichtet, bie Annahme, daß die Zusammen­stöße zu Beginn einer allgemeinen japa­nischen<51 r a f e j p e b i t i o n" seien, für u n-

Frankreichs Rüstnngskredite von 6 auf 11 Milliarden erhöht.

Wechsel in der Leitung der Bank von Frankreich. Dem Finanzminister wird das Sparen schwer gemacht.

T o k i o, 20. Juli. (Oslasiendiensl des D71B.) Aach einer offiziellen Mitteilung des Kriegsministeriums haben chinesische Truppen am Dienstag­morgen das Feuer auf japanische Trup­pen eröffnet und nachmittags die japanischen Stellungen bei Papaoshan und Lukoutschiau angegriffen. Die japanischen Truppen hät­ten, wie weiter berichtet wird, sofort den A b - wehrkampf ausgenommen.

Reue Kämpfe in Norbchina.

Japanische Artillerie beschießt chinesische Stadt. - Hoffnung auf Begrenzung der Kämpfe

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Gebiet nur im beschränkten Maße für die japa­nische Sieblungstätigfeit geeignet war. Zudem glaubt man in Tokio, daß bie endgültige Sicherung dieses neuen Besitzes, zu dem auch Jehol zu rechnen ist, bie Lostrennung ber fünf norbchinesischen Pro­vinzen von Zentralchina unbedingt erforderlich mache. Denn bekanntlich hat die Nankinger Regierung ihren Anspruch auf die alte Mandschurei offiziell niemals a u f ge­geben. Die jungen nationalen Kreise in China yaben als Fernziel die Wiedereroberung der japa- nifierten Gebiete stets vor Augen und fordern sie mit allem Nachbruck. Diese antijapanifche Bewegung, ihre Dulbung ober Unterbrückung durch die Nanking-Regierung, bildet wiederum eine hauptsächliche Entstehunasursache für den gegen­wärtigen Konflikt, und so nimmt hier alles einen verhängnisvollen Kreislauf.

Die nordchinesiscken Provinzen haben auf 700 000 Quadratkilometer (ein Zehntel des ganzen Reiches) eine Bevölkerung von 83 Millionen (ein Fünftel bes ganzen Reiches). Schon biefe Zahlen spiegeln bie Prosperität bes umstrittenen Lanbes wider. Neben Ackerbau, Viehzucht unb Fischfang gibt es hier eine starke inbustrielle Probuktion, bie sich auf bie Verarbeitung ber riesigen Baumwollfelder, ber Kohle- unb Eisenvorkommen stützt. Daneben gibt es Zünbholz-, Tabak- unb Zementfabriken sowie eine gutentwickelte Jnbustrie für chemische Salze. An Ge- treibearten werben vor allem Weizen, Hirse, Mais unb Gerste angebaut. Bei allen biefen agrarischen ober inbustriellen Probukten überschreitet ber Er­zeugungswert bei weitem bie entsprechenben Durch­schnittswerte für ganz China. Kein Wunber baher auch, baß bie Verkehrstechnik hier im Verhältnis zum übrigen China sehr weit fortgeschritten ist. Fast bie Hälfte sämtlicher chinesischer Eisenbahngleise ver­laufen in ben Norbprovinzen. Die Häfen bewältigen ein Fünftel bes gesamten chinesischen Ein- unb Aus­fuhrhandels. Die ©taatsfteuern unb Zölle kommen ebenfalls zu einem Fünftel aus Norbchina.

So ist Norbchina als Absatzmarkt, als Rohstoff­quelle unb als Wohngebiet gleich wichtig für Zen­tralchina wie für bas ausbehnungsbebürftige Japan.

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Der deutsch-spanische Handels­vertrag.

Die Pariser Presse interessiert sich.

Paris, 20. Juli. (DNB.) Ein Teil der Pariser Presse verzeichnet ben Abschluß bes j) anbei s« abkommens zwischen Deutschland unb ber national spanischen Regierung. Man erfahre aus sicherer Quelle, so heißt es z. B. in einer Hcwasmelbunq, baß in bem neuen Hanbels- oertrag auch eine Abmachung über bie Lieferung von Eisenerz aus Bilbao enthalten fei. Man könne annehmen, baß beutscherseits Forberungen für bie Lieferung von Waren beftänben, bie in bas natio­nale Spanien geliefert worben seien. Zugleich wirb die politische Bedeutung bes Abkommens zwischen Deutschlanb unb General Franco unterstrichen. Die Reichsregierung bestätigte, inbem sie mit General Franco einen Vertrag schließe, erneut, baß sie ihn als denInhaber ber legitimen Macht in Spanien anerkenne. Dieses öffentliche Ab­kommen sei bas erste greifbare Ergebnis ber Ein­richtung biplomatischer Beziehungen zwischen bem Reich unb bem nationalen Spanien.

Adolf-Hitler-Marsch" begonnen

Künftig Landsberg am Lech das Endziel.

Königsberg, 21. Juli. (DNB.) Am Diens- fagabenb würben als erste Marscheinheit bes Abolf - Hitler - Marsches 70 Jungen bes Gebietes © ftI an b 1 bei einer einbrucksvollen Kunbgebung auf bem Königsberger Schloßhof burch Stabsführer Hartmann Lauterbacher verab- fchiebet. Damit hat ber nun schon zur Tradition geworbene Sternmarsch ber Hitler - Iu - genb zum Reichsparteitag in Nürnberg begonnen.

Stabsführer Hartmann Lauterbacher betonte in einer Ansprache, ber Abolf-Hitler-Marsch bedeute nicht etwa eine ArtBeförderung von Hitler-Ju­gend-Fahnen" zum Reichsparteitag, fonbern sei ein begeistertes und begeisterndes Bekenntnis zum Na­tionalsozialismus und zu seinem Führer. Doch mit bem Marsch nach Nürnberg damit verkün­dete Stabsführer Lauterbacher eine Anordnung bes Reichsjugenbführers sei künftig ber Adolf-Hitler- Marsch ber beutschen Jugenb nicht beenbet. Die 400 Bannfahnen würben von jetzt ab im Anschluß an ben Reichsparteitag nach ßanbsberg am Lech ZU einem Hause getragen, in bem Adolf Hitler sein WerkMein Kampf" schrieb, in bem bas Gesetz bes deutschen Volkes für viele Jahrtausende niebergelegt würbe. Dort werbe bie Hitler-Jugend nach dem gro­ßen Erlebnis bes Reichsparteitages ihrem Führer den Dank für bas durch ihn geschaffene Deutschlanb oblegen.

Das Attentat gegen Koc.

Im Auftrag einer politischen Gruppe?

Warschau, 20. Juli. (DNB.) Heber bas Er­gebnis ber Untersuchungen über das Attentat gegen Oberst Koc liegen noch keine amtlichen Ver­lautbarungen vor. Don halbamtlicher Seite wird aber ein Bericht eines Warschauer Blattes nicht be­stritten, wonach es sich bei bem ums Leben ge­kommenen Attentäter um einen 2 9jährigen Mann hanbelt, ber nicht felbftänbig, sonbern ge­meinsam ober im Auftrage einer politi­schen Gruppe gehanbelt habe. Wie verlautet, soll sich bie Herausgabe ber amtlichen Verlaut­barung deswegen hinauszögern, weil bie Spuren des Verbrechens sich noch ftänbig erweitern.

Neuer Schlag gegen die Kommune.

Warschau, 20. Juli. (DNB.) Nach ihrem letz­ten großen Erfolg in Warschau gelang der politi­schen Polizei ein neuer Schlag gegen bie Kommu­nisten in Wilna. Plötzlich burchgeführte Haus­suchungen bei verdächtigen Personen führten zur Beschlagnahme verbotenen kommunistischen Schriftenmaterials und zur Verhaftung von mehr als zehn Personen, unter benen sich bezeichnenberweise roieber Juden befanben, so ber Bankier" Schloma Silberberg, ber Buchhal­ter Abraham Mußmann unb bie Stubentin Soya Goldfinger.

Oer Wawel-Konflikt.

Warschau, 20. Juli. (DNB.) Die außerordent­liche Tagung des Sejms, die zwecks Stellung­nahme zum Wawel-Konflikt einberufen wor­den war, fand Dienstag nachmittag in Anwesenheit Marschall Rydz-Smiglys und sämtlicher in Warschau anwesender Mitglieder der Regie­rung mit dem Ministerpräsidenten General Skladkowski unb Außenminister Beck vor überfüllten Tribünen statt.

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Paris, 20. Juli. (DNB.) Am Dienstag fand unter dem Vorsitz bes Präfibenten ber Republik, Lebrun, ein Ministerrat statt, auf bem zu­nächst Finanzminister Bonnet über bie F i - n a n z l a g e berichtete. Er ließ burch den Minister­rat eine Gesetzesverorbnung prüfen, bie mit Ein­schränkungen unb unter strenger Kontrolle b i e Schatzamtsausgaben für 1938 festsetzt. Außerdem genehmigte ber Ministerrat die vom Fi­nanzminister vorgeschlagenen Maßnahmen zur Stützung und Neuorbnung bes Ren­te n m a r E te s. Finanzminister Sonnet sprach bann über bie Maßnahmen, bie er ergriffen hat, um bie Finanzkontrolle ber außerordentlichen Haus­haltsausgaben sicherzustellen. Ferner unterbreitete der Finanzminister bem Ministerrat eine Umbe­setz u n g in ber Leitung ber Bank von Frankreich: ber bisherige Gouverneur ber Bank von Frankreich, Labeyrie, ist zum Gou­verneur ehrenhalber ernannt roorb-m, währenb ber bisherige Erste Untergouverneur ber Bank von Frankreich, Fournier, sein Nachfolger als Gou­verneur ber Bank von Frankreich würbe.

Außenminister Delbos erstattete im Minister- rat über bie außenpolitische Lage Bericht. Der Han- beisminister ließ eine Verordnung prüfen, die bas nad) Frankreich eingeführte Zeitungspapierkontin­gent erhöht.

Die für 1938 für die nationale Derlei- bigung bewilligten krebite in Höhe von sechs Milliarden Franken werben nunmehr trotz der Sparpolitik des Finanzministers Bonnet a u f elf Milliarden erhöht. Wie einige Blätter schon am Dienstag berichteten, hat es Kriegsminister Da lädier verstanden, den

Ministerrat von der Notwendigkeit einer Er­höhung der Ausgaben, insbesondere für die Modernisierung der techni­schen Mittel der Armee, zu überzeugen und sich gegenüber Bonnet durchzusehen, der ursprünglich seine Einsparungspolitik auch auf dieses Gebiet erstreckt wissen wollte.

Der Ministerrat hat ben Forberungen Dalabiers stattgegeben unb seine Vorschläge unterzeichnet.

Volksfrontregierung beschleunigt Lustrüstung.

Paris, 20. Juli. (DNB.) Bei ber Einweihung einer neuen Fabrik, bie eine verstaatlichte Flug- zeugbaugesellschaft in Bouguenais bei Nantes errichtet hat, ergriff Luftfahrtminister Pierre G o t bas Wort unb machte einige bemerkenswerte Mitteilungen über ben Stanb ber französischen Luftwaffe.

Innerhalb bes einen Jahres ber Verstaatli- chungs politik, so erklärte ber Luftfahrtminister, fei bie Zahl ber mobernen Flugzeuge, bie bei ber Luftwaffe in Dienst gestellt würben, um 80 o. H. gestiegen. Frankreichs Sombarbierungs» Möglichkeiten seien um 500 v. H. gesteigert worben. Das inbustrielle Erzeugungsoermögen fei innerhalb eines Jahres verdoppelt worben. In biefem Jabr werbe Frankreich 30 v. H. mehr Militärflugzeuge herstellen, als in ben an unb für sich schon probuf* tionsftarfen Jahr 1935/36. Im Jahre 1938 werbe ber Prozentsatz auf 60 steigen. Dann werbe Frank­reich ein Werkzeug in ber Hanb haben, das seinen Bedürfnissen entspreche.

Die Kampfhandlungen in Norbchina haben wie­der begonnen. Der Papierkrieg ultimativer Noten geht langsam in die bewaffnete Auseinandersetzung über. Es erhebt sich die Frage, was das Ziel der beiden asiatiscyen Mächte ist, was sie eigentlich verteidigen ober erobern wollen. Der Ernst, mit bem bie Kriegsvorbereitungen in Tokio und Nan­king getroffen worden sind, läßt erkennen, daß es nicht mehr um bloße Meinungsverschiedenheiten, um Stimmungen und Gefühle gehk^ fonbern daß wirklich lebenswichtige Interessen für beide Länder auf dem Spiele stehen.

Nordchina, um bas sich ber ganze Streit breht, ist sowohl militärisch als wirtschaftlich ber natürliche Angelpunkt der gesamten Fernost-Politik. Hier stoßen die Macht­bereiche bes alten japanischen Kaiserreiches und des jungen chinesischen Nationalstaates zusammen, hier treffen sich auch bie Interessensphären dritter Mächte. Sowjetrußland sieht in Norbchina sein Aufmarschgebiet für bie Gewinnung ber Pa- zific-Küste, England und anbere europäische Staaten oerteibigen hier wichtige Wirtschaftsposi­tionen. Norbchina, bas sich aus ben fünf Pro­vinzen Hopei, Schantung, Schansi, Tschachar und Suijian zusammensetzt, ist ein reiches, fruchtbares, bichtbevölkertes Land, das schon heute der wirt­schaftlich wichtigste Teil des Reiches der Mitte ist, aber in seiner Erde noch ungeheure Vorkommen an Eisen, Kohle und anderen Metallen birgt, die der Erschließung harren. Diese wirtschaftliche Zukunfts­möglichkeiten sind es auch vor allem, die Japan zu seinem energischen Vorgehen veranlaßt haben. Denn bas japanische Volk, das jährlich um eine Million Menschen wächst, müßte auf seinen felsigen Inseln verhungern, wenn es nicht seinen Bevölke- rungsüberschuß auswandern lassen kann. Das ja­panische Volk braucht Siedlungsraum und neue Rohstoffquellen, denn auch von dem Export seiner Jnbustrieerzeugnisse muß es seine Kinder ernähren.

Als die Söhne Nippons vor einigen Jahren das Kaiserreich Mandschukuo errichteten, glaubte man, daß damit Japan einen ausreichenden Nah­rungsraum gewonnen habe. Es stellte sich jedoch bald heraus, daß aus klimatischen Gründen dieses

Der Sejmmarschall verlas den eingegangenen Gesetzesvvrschlag, ber bie Regierung ermächtigt, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um ähn­liche Vorgänge wie bie eigenmächtige Ueberführung des Sarges Marschall Pilsudskis seitens des Krakauer Erzbischofs künftighin u n m ö g = li ch zu machen. Das Haus beschloß e i n ft i m m i g, ben Gesetzesvorschlag nicht, wie üblich, einem Aus­schuß zu überweifen, sondern sofort zu ihm Stellung zu nehmen.

Im Namen ber Antragsteller erklärte daraufhin Vizemarschall Minister a. D. Schätzel, er ziehe nach ber Erklärung der Regierung, daß der Wawel- Konilikt mit dem Entschuldigungsschreiben bes Krakauer Erzbischofs enbgültig erledigt sei, ben Ermächtigungsantrag zurück, obwohl durch dieses Schreiben zwar dem Staatspräsidenten, nicht aber ber Familie des Marschalls Pilsudski und den Ge­fühlen bes Volkes Genüge getan sei.

Nach dieser Erklärung schloß der Sejmmarschall die außerordentliche Sejmtagung, die nur eine halbe Stunde gedauert hatte.

Danziger Eisenbahner ohne deutschen Gruß.

Danzig, 20. Juli. Wie die Danziger Zeitungen aus Eisenbahnerkreisen erfahren, ist den deutsch- stämmigen Eisenbahnern in Danzig soeben eine Anordnung der polnischen Staats­bahndirektion bekanntgegeben worden, in der die Anwenduna bes beutschen Grußes grundsätzlich untersagt wirb. Es bleibt ha­bet gleich, ob sich ber Eisenbahnbebienstete innerhalb ober außerhalb des Dienstes, ob er sich in der Eisen­bahneruniform ober in Zivilkleibung befinbet.

Autounfall des Kronprinzen von Dänemark.

Kronprinz Frederik von Dänemark erlitt auf der Fahrt von Kopenhagen nach Helsingoer einen Auto Unfall, der glücklicherweise ohne ernste Folgen blieb. Während der Fahrt löste sich ein Hinterrad des Wagens, den der Kronprinz selbst steuerte. Es gelang ihm, den Wagen auf ben brei Räbem im Gleichgewicht zu halten unb nach hun­dert Metern zum Stehen zu bringen. In einem anderen Auto setzte ber Kronprinz dann seine Reise nach Helsingoer fort

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