Ausgabe 
1.2.1937
 
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Nr. 26 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Montag, I.Sebrnar 1937

Eichener Anzeiger

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Zwiespältiges Echo in Paris

Aegierungskreise und presse zur Zührerrede.

werde an der Lösung der den europäischen Völkern gemeinsamen Probleme. Auf die Frage des briti­schen Außenministers Eden, ob Deutschland sich isolieren wolle, unterstrich der Führer die aus­gezeichneten Beziehungen, die Deutschland zu einer Reihe europäischer und überseeischer Staaten unter­halte, der beste Beweis dafür, daß Deutschland sich gar nicht isoliert fühlt. Es wünscht aber aufrichtig auch die gleichen Beziehungen zu allen seinen Nach­barn herzustellen. Es hat immer wieder versichert, daß es zwischen ihm und Frankreich keinerlei wie auch immer gearteten Streitpunkte gebe und daß es jederzeit bereit sei, Belgiens und Hol­lands Neutralität zu garantieren. Nicht minder ernsthaft hat Deutschland versucht, mit dem Bri­tischen Reich zu einer aufrichtigen und herz­lichen Zusammenarbeit zu kommen. Eins ist aller­dings dem deutschen Volke unmöglich, jemals dem Bolschewismus die Hand zu reichen, der nach dem Versailler Diktat Europa zum zweiten­mal in zwei Hälften auseinandergerissen hat und den Deutschland als eine Weltgefahr erkannt hat, mit der es kein Paktieren geben kann.

Der Führer streift dann die Abrüstungs­frage, die nach -der Ablehnung aller früheren deutschen Angebote jedes Volk nur nach eigenem Ermessen beantworten muß. Deutschlands

lich aufgegeben wird und wenn im Rahmen des wiederhergestellten Warenaustausches neue Absatzmöglichkeiten sich der neuen Erzeu­gung öffnen.

Zu dieser großen Aufgabe rufen wir Deutsch­land wie alle anderen Länder auf. Um sie zu einem guten Ende zu führen, wollen wir auf dieser und auf jener Seite die Empfindlich­keiten und das Mißtrauen unterlassen und die Welt von dem Alpdruck des Krieges befreien, indem wir uns selbst davon befreien. An dieser Entspannung werden wir Mitarbeiten mit allen unseren Kräften. Wir sind überzeugt, daß der Krieg nicht zwangsläufig kommen muß und daß dieses Verbrechen für immer geächtet werden muh, weil es für immer die Zivilisa­tion vernichten würde. Wir werden, um den Krieg zu vermeiden, alle Wittel versöhn­lichen Vorgehens erschöpfen. Die ein­zige Grenze unseres Friedenswillens ist unsere unbeugsame Entschlossenheit, uns zu verteidi- gen, wenn wir angegriffen werden sollten, und den Verpflichtungen, die wir eingegangen sind, treu zu bleiben. Wir bieten somit das Beispiel eines freien und starken Volkes, das seiner selbst und seiner Freundschaften sicher ohne Angst allen ehrlich die Hand hinstrecken kann.

Aussicht auf baldige Gesundung bietet. Das deutsche Volk kann daher auf die Durchführung des Vier- jahresplans nicht verzichten, denn Arbeit und Brot für ein Volk von mehr als sechzig Millionen läßt sich für die Dauer nur beschaffen durch den Auf­bau eines soliden Produktionsprozesses, der die Güter schafft für den Kreislauf der eigenen Wirt­schaft oder für den Austausch mit Gütern der übrigen Welt.

Wir haben hier schon vorgegriffen auf die Aus­führungen des Führers über die Stellung Deutschlands in der Weltpolitik. Mit größter Aufmerksamkeit und freudiger Anteilnahme vernahm der Reichstag und mit ihm das ganze deutsche Volk den Entschluß des Führers, Reichs­bahn und Reichsbank von ihren internatio­nalen Fesseln zu befreien und sie wieder restlos unter die Hoheit des Reiches zu stellen. Die feier­liche Zurückziehung der deutschen Unterschrift unter die einst im Versailler Diktat einer schwachen Re­gierung abgepreßte Lüge von Deutschlands Schuld am Weltkriege schließt das vielleicht denkwürdigste Kapitel deutschen Befreiungskampfes unter der Führung Adolf Hitlers. Zur Beruhigung des Auslandes stellte der Führer fest, daß die Zeit derUeberraschungen" vorbei sei und Deutschland nun als gleichberechtigte Macht loyal Mitarbeiten

Paris, 31. Jan. (DNB.) Die Rede des Führers ist in zuständigen französischen Kreisen mit Zurück­haltung ausgenommen worden. Man wolle, so wird betont, erst den vollständigen Wortlaut kennenler­nen. Die Erklärungen des Führers enthielten nichts in positivem oder negativem Sinne, was man nach den Reden Edens und Blums erwartet habe. Der Führer habe versichert, daß es menschlichem Ermes­sen nach keine Streitpunkte mehr zwischen Deutsch­land und Frankreich gebe und habe bezüglich der Marokkozwischenfälle es für nötig erachtet, die Loyalität des französischen Botschafters in Berlin, Franxois-Poncet, und die der Pariser Regierung heroorzuheben. Die Tragweite der Entschlüsse über die Reichsbahn und die Reichsbank sei noch nicht zu übersehen: aber man stelle fest, daß die deutsche Regierung wieder einmal zu einer neuen einseiti­gen Kündigung internationaler Vereinbarungen ge­schritten sei. Der Vorschlag, an Belgien und Hol­land ihr Neutralitätsstatut von vor dem Kriege wiederherzustellen, finde besonderes Interesse, sei es auch nur im Hinblick auf die Rückwirkungen auf den Plan des Rheinpaktes, der dazu bestimmt ge­wesen sei, den Locarno-Pakt zu ersetzen. Das Gleiche gelte für die Erklärung, daß jede neue Ver­bindung mit dem bolschewistischen Ruß­land für Deutschland wertlos sei. Man schließe daraus, daß die deutsche Regierung darauf bestehe, Sowjetrußland von einer allgemeinen europäischen Regelung fernzuhalten.

gen sei die Erklärung, daß Deutschland als gleich­berechtigter Staat loyal an der Lösung der Deutsch­land und andere Nationen berührenden Probleme Mitarbeiten wolle, ein förmliches Ver­sprechen zur Mitarbeit auf dem europäischen Plan, und man bezweifle nicht, daß der Führer in diesem Punkt aufrichtig sei. Zusammengefaßt gebe es in der Rede Dinge, die ein gewisses Ver­trauen in die unmittelbare Entwicklung der inter­nationalen Lage rechtfertigten, und solche Dinge, die sehr verwirrend blieben. Man müsse jedoch die feierlich gegebene Zusicherung festhalten, daß d i e 3 e über Ueberraschungen nun vorbei sei. Vieles bleibe im Dunkeln. Aber es ergebe sich aus der Rede ein ziemlich neuer Geist, der einer aktivenZusammenarbeit günftig sei.

Sntranfigeant" nennt in süß-saurem Ton die Redefast versöhnlich". Sie sei mehr, als man erwartet habe. Aber das Blatt bemüht sich krampfhaft, ihre Bedeutung zu ironisieren.

DerPetit P a r i f i e n" behauptet, daß Hit­ler sich Zurückhaltung auferlegt habe, um zu war­ten, was die anderen ihm Vorschlägen würden. Im­merhin ließe die Rede des Führers inmitten der dunklen Wolken, die seit Monaten auf Europa la­steten, gewisse Lichtblicke erscheinen, doch werde man zweifelsohne noch mehrere Monate war­ten müssen, um zu wissen, ob das Reich wirklich entschlossen sei, einen neuen Weg zu beschreiten und mit den Volkern zusammenzuarbeiten, die auf­richtig und ausschließlich für den Frieden wirkten. DerExcelsior" meint, die Rede sei in französi­schen Regierungskreisen mit Ratlosigkeit aufgenommen worden. Der einzig tröstliche Teil der Rede sei der Absatz über den spanischen Konflikt. DasPetit Journal" ist der Ansicht, daß die hauptsächlichsten Streitfragen wei­ter b e st ü n de n, auch wenn man sich zu dem aufrichtigen Wunsche Hitlers zur europäischen Zu- sammenarbeit sowie zur versöhnlicheren Haltung, die er Frankreich gegenüber eingenommen habe, beglückwünschen müsse. DieRepublique" stellt mit Genugtuung fest, daß der Führer zwischen Frank-

Die Pariser Presse kann nicht umhin, die ver­söhnliche Sprache des Führers anzuerkennen, be­müht sich aber, so zu tun, als ob der Inhalt nicht genug Greifbares geboten fyabe.Temps" erklärt, der außenpolitische Teil der Rede enthalte Anzeichen dafür, welche Haltung die Berliner Re­gierung unter verschiedenen Umständen einzuneh­men beabsichtige. Zu den Erklärungen über die Reichsbank, die Reichsbahn und die Kriegsschuld­lüge bemerkt das Blatt, daß ihnen nur noch theoretische Bedeutung zukomme. Hinge-

Frankreichs Außenminister zur Führerrede.

Das Ziel ist das gleiche, die Methoden müssen einander genähert werden.Zn der Stellung zum Bolschewismus scheiden sich die Geister.

Forderung nach Kolonien wurde erneut erhoben und die fadenscheinigen Begründungen, unter denen man einst in Versailles Deutschland seiner Kolonien beraubt und sich heute gegen ihre Rückgabe sträubt, mit feiner Ironie zerpflückt. Aber Deutschland hat an Länder, die ihm keine Kolonien genommen haben, auch keine kolonialen Ansprüche, damit werden ein für allemal die Gerüchte wider­legt, die auch in den letzten Tagen wieder von einer sensationslüsternen und an Verdächtigungen Deutschlands interessierten Presse in die Welt gesetzt worden waren. Der Führer schließt seinen außen- politischen Rundblick mit einem in acht prägnant formulierten Punkten niedergelegten Programm für eine wirkliche Befriedung der Welt, die undenkbar ist ohne die gegenseitige Achtung des Lebensrechts und Lebenswillens der Nationen. Er­neut bietet der Führer in feiner Rede den andern Völkern die Hand zur Ausräumung vorhandener Mißverständnisse und zu aufrichtiger Zusammen­arbeit im Sinne einer europäischen Solidarität, die am besten den Frieden zu wahren vermag. Frank- reichs und Englands Antworten werden zeigen müssen, ob man den Führer verstanden hat und ob die Zeit reif ist für die Inangriffnahme eines wahren Friedensplans. F. W. L.

Paris, 31. 3an. (DNB.) Außenminister Del - b o s nahm am Sonntagnachmittag in Chateauroux an der Einweihung des Gefallenen-Denkmals der Stadt teil, nachdem er sich vor dem Ehrenmal der französischen, verbündeten und deutschen Gefallenen verneigt und Blumen niedergelegt hatte. Delbvs er­klärte, eine allgemeine Entspannung mache sich geltend. Alle Volker Europas scheinen jetzt ihre Pflicht zu verstehen, das Ende des Krieges in Spanien zu beschleunigen. Eine große Gefahr wäre es aber, wenn man durch eine offensichtliche Verlet­zung der Grundsätze der Nichteinmischung Spanien dieses oder jenes Regime auferlegen oder verbieten wollte. Spanien allein komme es zu, darüber zu bestimmen.

Delbos betonte Frankreichs enge Freundschaft zu England, die Festigkeit- der französischen Verträge mit der Kleinen Entente, mit Polen und der Sow­jetunion. Dazu komme die moralische Solidarität so vieler anderer Volker, in erster Linie die der großen amerikanischen Demokratie.

Ich bezweifle nicht, fuhr Delbos bann fort, die Aufrichtigkeit der feierlichen Erklärungen, die wir sowohl von jenseits der Alpen her wie von der anderen Seite des Rheins her gehört haben. Gestern noch hat Herr Reichskanzler Hilter seinen Friedens­willen bekräftigt. Die Weinungsverfchiedenheiten erstrecken sich nicht aufdas Ziel,sondern auf die Wethoden. Die Methoden müßte man also einander nähern, so verschie­den oder sogar gegensätzlich sie manchmal scheinen.

Ich behaupte nicht, eine Antwort auf die Rede von gestern zu bringen. Ich fjabe noch nicht Muße ge­habt, ihr die ernste Prüfung und die Uebedegung zu widmen, die sie verdient, denn in der Außen­politik muß man sich vor Improvisationen hüten. Ich werde nur einige Eindrücke formulieren.

Zunächst verzeichne ich gerne, daß die Rede Hitlers keinerlei Angriffe gegen Frank­reich enthält und daß er erklärt hat, daß zwischen den Deutschen und unses kein menschlich mögliches Streitobjekt geben fan n". Das ist auch unsere Auffassung und unser Wunsch, aber wir sind nicht, er und wir, allein in der Welt und die Aufrechterhaltung des Friedens ist bedingt durch allgemeine Regeln, die über uns beide hinausreichen. Zu der Zahl dieser Regeln zählen wir die Achtung der Verträge. Zweifelsohne beginnt er ein neues Blatt, indem er sich zu einer loyalen Zusammenarbeit in Zukunft bereiterklärt. Aber eine internationale Zu­sammenarbeit setzt Verträge und Verhandlungen voraus, die sehr schwer zu sein drohen, wenn ein jeder allein Richter darüber ist, was er tun soll, wie er es für Deutschland auf dem Gebiet der Rüstungen die in der Tat defensiv sind erklärt. Aber ich erkenne gerne an, daß diese Rede im übrigen positivere Teile selbst über diese Frage der Abrüstung enthält, von der er mit Recht er­klärt, daß sie als Ganzes geprüft werden muß. Das glauben auch wir, indem wir die Ein­berufung einer allgemeinen Konfe­renz fordern.

Vor allem hebe ich folgende Erklärung des Kanzlers heraus:Der Friede ist unser höchstes Gut. Deutschland wird alles tun, was es kann, um im einzelnen zu diesem Derk bei- zutragen." Was uns anbetrifft, fo wissen wir, daß es nicht notwendig ist, von Anfang an gleicher Ansicht zu fein, um schließlich zu einer Einigung zu gelangen. Wir bleiben bereit zu jeder Anstrengung der Entspannung und der Annäherung unter der alleinigen Bedingung, daß sie gegen niemand gerichtet fei. Wenn ich dies sage, denke ich an die S o ro-

mortete der Führer zu Beginn seiner Rede die Frage nach der Notwendigkeit der natio­nalsozialistischen Revolution. Nicht ein bloßer Regierungswechsel, sondern nur eine radikale Beseitigung der Ursachen deutscher Not durch eine revolutionäre Um- und Neugestaltung, durch eine Reformation des politischen, kulturellen und wirt­schaftlichen Lebens bis in die tiefsten Wurzeln hin­ein vermochte eine Wende deutschen Schicksals her­aufzuführen. Daß die nationalsozialistische Revolu­tion so unblutig verlief, wie keine ihrer weltge­schichtlichen Vorläufer, ist kein Beweis dafür, daß sie nicht eine echte Revolution war, daß sie nicht eine totale Umwälzung auf allen Gebieten deut­schen Lebens war, wie sie so durchgreifend in der deutschen Geschichte ohne Beispiel ist. Aber da die Nationalsozialistische Partei schon während ihres mehr als ein Jahrzehnt hindurch dauernden Kamp­fes die weltanschaulichen Grundlagen und staats­politischen Grundsätze des neuen Reiches bereits ausgebildet hatte, war die Revolution mit dem Augenblick der Machtergreifung auch schon abge­schlossen und konnte in die Evolution, den Aufbau des neuen nationalsozialistischen Reiches übergeführt werden.

Das nationalsozialistische Staatsgrundgesetz hat zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit nie Erhaltung der von Gott gegebenen blutgebundenen A r t in den Mittelpunkt ge­rückt und damit, wie es der Führer prophetisch aussprach, das Tor geöffnet für eine umwälzende Neugestaltung des allgemeinen Weltbildes. Die Er­kenntnis der Bedeutung einer Reinerhaltung der Rasse wird nach unserer Auffassung nicht zu einer Entfremdung der Völker führen, sondern vielmehr ein gegenseitiges Verstehen erleichtern. Aus dieser Erkenntnis folgt, daß das Volk Anfang und Ende nationalsozialistischen Denkens sein muß. Alle politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Funktio­nen sind nur Mittel zum Zweck der Erhaltung des Volkes. Das deutsche Volk ist in der nationalsozia­listischen Staatsorganisation selber und allein Träger der Souveränität. In ihm gibt es nur einen einzigen politischen Willensträger: die Partei, und nur eine Quelle der Gesetzgebung und der ausübenden Gewalt: die Führung. Daß dieses Staatsgrundgesetz des neuen Reiches, dessen Fest­igung in einer Verfassung der Führer an­kündigte, im wahrsten und höchsten Sinne des Wortes demokratisch ist, erläuterte der Füh­rer seinen ausländischen Kritikern an dem natür­lichen und vernunftgemäßen Ausleseprozeß, der es im nativnalsozial ist i sche n Staat jedem deut­schen Jungen erlauben werde, ohne Rücksicht auf Herkunft, Stand oder Vermögen in der politischen Führung den Weg bis an die Spitze des Reiches Zu finden.

Des näheren erläuterte dann der Führer das Verhältnis von Staat und Wirtschaft, dessen Gestaltung ja für die kommenden Aufgaben des neuen Vierjahresplcms von grundsätzlicher Be­deutung sein muß. Eine freie, sich selbst überlassene Wirtschaft kann es nicht mehr geben, weil sie bei öer durch die moderne Wirtschaftsentwicklung her- vorgerufenen Konzentration ungeheurer Arbeiter- ch^isen auf einzelne Erwerbszweige nicht mehr imstande ist, die Folgen wirtschaftlicher Fehlschläge Zu tragen. Diese muß ihr die Volksgemeinschaft obnehmen und daher a^ch sich Einfluß auf den Ein- jJS der vorhandenen Arbeitskräfte und auf die ^nfung der Produktion verschaffen. Aber der Staat will nicht selbst Unternehmer sein, er lehnt jebe Bürokratisierung des Wirtschaftslebens ab, ober er lenkt d i e Produktion, wie es das Eesamtinteresse des Volkes erfordert. Die reale Produktion ist die Deckung unserer Währung, denn iuit ihrer Steigerung erhöht sich das Volksein­kommen. Der gewaltigste Ausdruck dieser plan= Aößigen Lenkung der Produktion ist der neue Pierjahresplan, der für die in der Rüstungs­industrie langsam freiwerdenden Arbeitermassen eine oeue und dauernde Beschäftigung im inneren Kreis­lauf unserer Wirtschaft sicherstellen wird. Seinen ausländischen Kritikern, die in diesem Plan den versuch einer Isolierung Deutschlands und einer Absage an den Appell zu wirtschaftlicher Zusam­menarbeit der Volker erblicken mochten, erwiderte ber Führer, daß es eine solche Zusammenarbeit nur ouf der Ebene eines gegenseitigen Waren- und Güteraustausches gebe. Deutschland arbeitet unent­wegt an der Steigerung und dem Ausbau seines Außenhandels. Wenn hier nach wie vor starke Hemmungen sich geltend machen, so ist nicht Deutsch­land schuld daran, daß die Organisation der Welt­wirtschaft in Unordnung geraten ist und angesichts > der zunehmenden bolschewistischen Infektion keine

j e ( u n i o n, denke ich daran, wie willkürlich und gefährlich es ist, von der internationalen Gemeinschaft ein Volk von fast 200 Millionen Einwohnern ausschließen zu wollen, das, wie

alle, den Frieden benötigt und wünscht (!).

Wenn wir sagen, daß der wirtschaftliche Wiederaufbau Europas bedingt ist durch eine Friedensatmosphäre, durch die Veröffentlichung und die Kontrolle des Rüstungsstandes, durch die Einstellung der Rüstungen und durch die allmähliche Beschränkungen der Rüstungen, so ist man in Deutschland geneigt, in unseren Worten beleidigende Andeutungen zu sehen. Und doch haben wir stets betont, daß diese Feststellungen für alle Län­der einschließlich unseres Landes gül­tig seien. Wir verlangen von Deutschland nicht, was wir nicht von allen verlangen und nicht von uns selbst verlangen. Und wenn wir, indem wir uns bereit erklären, an einer gerechteren Verteilung der Rohstoffe mitzuarbeiten, uns von der Sorge leiten lassen, den Krieg nicht zu fordern, wer hätte da das Recht, sich durch solche berechtigten und allge­meinen Sorgen beleidigt zu fühlen? Um den Frie­den durchzusetzen, muß man d i e Kriegsin­dustrien in Friedensindustrien um­wandeln: und diese Angleichung, ohne die man zu gefährlichen Krisen käme, ist um so schwieriger, als die Rüstungen zum Nachteil der übrigen Er­zeugung aktiver betrieben worden sind. Diese Schwierigkeit konnte nur dann beseitigt werden, wenn der Rüstungswille klar und deut-

Siiich Freiheit zum Frieden.

Mit dem Deutschen Reichstag und mit dem Hanzen deutschen Volke lauschten auch weite Teile Les Auslandes in den Mittagsstunden des Sams- rtag der großen Rede des Führers am vierten Jahrestage der nationalsozialistischen Machtergrei­fung. Man wußte, der Führer werde Deutschlands Stellung zur weltpolitischen Lage darlegen als Ant­wort auf die Ausführungen des britischen Außen- Ministers. Aber es war auch zu erwarten, daß der Führer diesen Gedenktag zum Anlaß nehmen werde, Ibie beispiellos großartige innere Entwicklung Deutsch­lands seit jener Wende deutschen Schicksals aulzu- zeigen und die Ausgaben für die nächsten vier Jahre programmatisch zu umreißen, für die der Reichstag in der gleichen Sitzung am Samstag das Ermächti­gungsgesetz verlängert hatte. Eine Rede des Füh­rers bedarf keiner Auslegung oder Erläuterung. Sie ist so klar und verständlich im Aufbau sowohl wie in ihren einzelnen Formulierungen, daß es sich hier nur darum handeln kann, noch einmal die Kernpunkte herauszuschälen und zusammenzufassen.

Von hoher staatsphilosophischer Warte beant-

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