Ausgabe 
21.7.1937
 
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Zuchthaus unter Ehrenrechte auf drei

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whl er im großen und ganzen geständig ist. (Er ift 1933 geboren. 1924 fand er den Weg nach Wald- stntbach zum Mutterhaus der Franziskanerbrüder, hi^r fitl er zunächst dem Bruder Rufinus in die j ssnger, der heute nicht mehr aufzufinden ist.

fyruber Emmeran, der bereits verurteilt ist, war °er nächste Versucher. Der nun verdorbene Bruder

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Llexianerbrüder zu einem Jahr neun Monaten Zuchthaus verurteilt. Opitz war von Hause aus wangelisch, fühlte sich jedoch, wie er sagte, zum katholischen Klosterleben berufen. Mit 28 Jahren kam er nach Unterrichtung in der katholischen Lehre ins Kloster Waldbreitbach. Er war dann in der Niederlassung Waldniel tätig, wo er sich an ihm cnvertrauten minderjährigen Zöglingen vergriff. Degen zwei dieser Fälle, nachgewiesen und einge- ftanden, stand er vor Gericht. Das ungeheuerliche tnheil und das Herzeleid, daß diese Klosterbrüder i mrichteten, kam mit furchtbarer Deutlichkeit bei der Vernehmung des Zeugen Kr. aus Aachen zum Bor- Ihein. Unter Tränen spricht die mit dem hilflosen s jungen ^erschienene Mutter von dem grenzenlosen M Tertrauen, das sie als katholische Frau in die ! Klöster, in die Brüder hatte, und wie schmählich sie !' betrogen wurde. Opitz wurde, als sich seine Schänd­eten nicht mehr verheimlichen ließen, nach einem |f halben Jahr aus dem Kloster weggeschickt, doch fand ; e- kurz danach Aufnahme in der Genossenschaft der , Uexianer (I). Mit Recht bemerkte das Gericht, daß ' ier Angeklagte die meisten Verbrechen im Alexianer- liöfter gar nicht habe begehen können, wenn der Torsteher des Waldbreitbacher Klosters sich zu wirk- Irmeren Maßnahmen hätte durchringen können, las Urteil lautete aufzweiJahreZuchthaus inb Ausschluß aus der deutschen Volksgemeinschaft auf drei Jahre.

Der zweite Angeklagte Theodor S t o l l w e r k, früherer Franziskanerbruder Silvanus, geboren 1)02, entpuppte sich als ein gerissener Lügner. Nachdem er vier Jahre lang in Waldbreitbach, Lugano (Schweiz) und Darmstadt als angestellter Krankenpfleger in den dortigen Klöstern tätig ge= liefen war, trat er als Mönch in Waldbreitbach ein. Dlnd) Ablegung der zeitlichen Gelübde kam er nach Lng. Die dort verübten Schandtaten des Bruders Baren im Orden bekannt, denn er wurde zu den eaigen Gelübden nicht zugelassen. Daraufhin trat ei aus dem Orden aus und wurde später verhaftet.

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Wieder drei aus Waldbreitbach.

Der Bischof von Mainz hatte Kenntnis, schritt aber nicht ein.

Koblenz, 20. Juli. (DRB.) Bei den am Diens­tag vor der Dritten Großen Strafkammer durch- ßefübrten Verhandlung ergab sich klar die ungeheure Unterlassung der kirchlichen Behörden wegen der c usschweifenden Klosterangehörigen, die an weiteren Zerbrechen nicht gehindert wurden, obwohl bei dem Oberen, ja. sogar beim Bischof, Anzeige erstattet oorben war.

Vor der Strafkammer standen drei Sittlichkeits- Verbrecher aus dem Kloster Waldbreitbach. 2>er Angeklagte Mnx Alwin Opitz, geboren 1904, wurde bereits in Bonn in dem Prozeß gegen die

Als die Volksfront, so erklärte C ö t ferner, die Regierung übernahm, sollte die Luftwaffe einen Plan für Indienststellung von 1023 Maschinen ver­wirklichen. Die noch nicht verstaatlichte Industrie habe damals in zwei Jahren mit großer Mühe 60 o. H. dieses Planes erfüllt. Die Volksfront habe dann an die Stelle dieses Planes der 1023 Flug­zeuge den Plan von 1500 gesetzt, der die Stärke des französischen Luftheeres also verdoppeln würde. Mit Hilfe der Verstaatlichung der Industrie werde Frankreich diesen Plan in drei Jahren durchfüh­ren, und es werde bereits im Frühjahr 1939 über alles hierfür erforderliche Material verfügen.

Frankreich habe die Industrie, die es brauche und -je in den Rahmen seiner Möglichkeiten passe, in der Hand. Noch mehr unternehmen hieße, für die Zukunft Arbeitslosigkeit und Verschwendung herauf- ^ubeschwören. Pierre C ö t wandte sich hier gegen !ie Gegner der Verstaatlichung der Flugzeugindu- strie und vertrat die Ansicht, daß ein Vergleich zwi­schen den verstaatlichten und den noch nicht ver­staatlichten Werken eindeutig zugunsten der ersteren ousfalle.

Das Volksfront-,,paradies" Vlums.

Erhebliche Steigerung der Lebensmittel­preise.

Paris, 19. Juli. (DNB.) Nach einer Zusam­menstellung, dem Amtlichen Statistischen Mittellungs- blatte Frankreichs entnommen, ergeben sich eindeu­tig die zum Teil sehr erheblichen Preis st ei­gerungen im letzten Jahr. Nach dieser Statistik stiegen von August 1936 bis Juli 1937 in Franken gerechnet das Kilogramm Butter von 16,15 Fran­ken auf 20,40 Franken, also um 26,3 v. H.; das Kilogramm Zucker von 3,50 auf 4,45 Franken, also um 50 v. H.; das Kilogramm Kaffee von 18.60 auf 20,65 Franken, also um 11 v. H.; 1. gern. Rotwein ' von 2,05 auf 2,78 Franken, also um 35,6 v. H.; das , Dutzend Eier von 7,95 auf 8,55 Franken, also um 7,5 v. H.; das Kilogramm Seife von 3,45 auf 5,32 Franken, also um 54,2 v. H.; das Kilogramm Schweinefleisch von 15,20 auf 17,45 Franken, also um 14,8 v. H.; das Kilogramm Rindfleisch von 23,75 auf 31,10 Franken, also um 31 v. H.; das Kilo- gramm Kalbfleisch von 22 auf 28,55 Franken, also um 29 v. H.; das Kilogramm Hammelfleisch von 21,90 auf 25,10 Franken, also um 14,6 v. H.; 50 Kilogramm Kohlen von 20,30 auf 23,35 Franken, also um 15 v. H.; das Kilogramm Brot von 1,80 Iauf 2,35 Franken, also um 30,5 v. H.

Das ist das Ergebnis der Regierung Blum, die ihren Anhängern das Paradies auf Erden versprach. Das französische Volk kann nun die paradiesischen Früchte in Gestalt stark er» ; öhter Lebenshaltungskost en ernten.

Lährend der Angeklagte in den ersten Vernehmun- 8m schwere sittliche Ausschweifungen mit vier Zög­lingen zugegeben hat, leugnet er jetzt die schweren Alle. Er wird aber widerlegt durch die in der Ver- *) nbhmg vernommenen glaubwürdigen Zeugen. Ins Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Erbrechens gegen § 174 Absatz 1 und 3 in Tat- Aheit mit Vergehen gegen § 175 StGB, in zwei Allen zu zwei Jahren ? ---*-*« Anerkennung der bürgerlichen Lv ,

hre. In der Begründung wurde bemerkt, daß die 2-Taftammer nur die vollerwiesenen Fälle verur- leite. So habe sie auch diesmal zwei Fälle aus- 'detben müssen, in benen ber Angeklagte zwar stßerorbentlich stark belastet ist, ber volle Beweis Nvch nicht zu erbringen war.

Auch ber dritte Angeklagte, der frühere Franzis- taierbruber Rupertus (Karl Lipp), versucht seine Lhandtaten zu beschönigen und aozufchwächen, ob-

Flandern Sommer 1917.

Die große Matenalschlacht im dritten Kriegsjahre. Don Hans Möller.

II.

Der deutsche Adwehrsieg von Ypern.

Von Julirnitte ab steigert sich die feindliche Tätig­keit im künftigen Ängriffsraurn. Jrn letzten Juli- drittel wächst dasnormale" Artilleriefeuer zu plan- mäßigem Zerstörungsfeuer an. Schon jetzt sind die Verluste der deutschen Seite bedeutend. Die Stel­lungen find zertrümmert, die Unterstände verschüt­tet, die Schützen kauern in den Trichtern, in denen das Grundwasser steht: feindliche Patrouillentätia- keit beschäftigt ununterbrochen die Verteidiger; die Gasschwaden der Granaten und Minen kriechen weit ins Land hinein, verzehren die Gefechtskraft gung und Munition.

General Sixt von Arnim hat in Stellung acht, in Bereitschaft sieben Divisionen, General H a i g elf Divisionen in erster und neun in zweiter Linie. Die 1. französische Armee und belgische Trup­penteile sollen an seiner Nordflanke den Angriff stützen. England setzt hier seine artilleristische Kraft ein, wie nie zuvor. 2 5 0 0 Geschütze werfen in zehn Tagen 65 000 Tonnen Muni­tion auf die deutsche Verteidigung, aber auch diese geht mit einer Bereitschaft in die Abwehrschlacht, für die es bis dahin fein Beispiel gibt. An jedem Tag verfeuert der 25 Kilometer breite deutsche Frontabschnitt mehr Geschosse, als im ganzen 70er Krieg verbraucht worden sind. Kampfflugzeuge er­füllen, in Luftschlachten von nahezu 100 Maschinen, den Luftraum. Dazu stehen in Englands Front Hunderte von Kampfwagen, die neue Waffe, die Deutschland noch nicht besitzt, und die es auch bis Kriegsende kaum haben wird. Ein Jahr später werden Englands und Frankreichs Tankgeschwader die Sommerschlachten von 1918 entscheiden.

Die deutsche Oberste Heeresleitung weiß, daß hier in Flandern die Entscheidungsschlacht des Kriegs­jahres 1917 geschlagen werden wird. Der 31. Juli bringt die Bestätigung. Um 6 30 Uhr bricht über die deutsche Front ein Feuerorkan her­ein, wie ihn noch nie ein Erdenmensch erlebt hat. Um 6.30 steigt Der Feind aus den Gräben, die Engländer beiderseits Ppern, zwischen Wytschaete und Boesinghe, die Franzosen im Norden in Rich­tung auf Bixschoote. Das sind keine Orte mehr, son­dern nur Trümmer, kaum erkennbar im Trichter­feld. Die Stellen, wo einmal Langemarck und Bix­schoote standen, gehen dem Verteidiger verloren, am Abend werden sie zurückerobert, Bixschoote geht nochmals und endgültig verloren. An vielen Stellen ist der Feind in die deutsche Stellungszone

eingebrochen, ein breiter Streifen von 1 bis 3 Kilometer liefe ift in seinen Händen. Aber die eingreifenden Deutschen Reserven haben ihm Halt geboten, die Wucht des Ansturms ist gebrochen, die Schlacht des 31. Juli endet mit einemAdwehr- siea" der deutschen Verteidigung.

Die nächsten Tage ändern die Lage nicht. Dann setzt Regenwetter ein und verwandelt den Boden in eine Flut von Schlamm und Brei. Die Artillerieschlacht wird durch das Wetter nicht be­hindert. Nächster Großkampftag ist der 16. An die­sem Tage geht Langemarck verloren, wird wiederbesetzt und nochmals verloren. So geht die Schlacht Tag um Tag. Ihr erster Abschnitt endet am 25. August. Die Schilderung dieser Kämpfe in ihrer ganzen Größe und Furchtbarkeit füllt ganze Bände der Kriegsgeschichte. Die Flandernschlacht ist das ergreifend st e Heldenlied des deutschen Frontsoldaten.

Der 20. und der 26 September sind weitere Großkampftage, ebenso der 4., der 9., der 12., 22., 26. und 30. Oktober. Im letzten Oktoberdrittel über­steigert sich die Materialjchlacht zur letzten Höhe. Der Schrecken des Trichterfeldes vor Verdun wurde noch übertroffen.Das war kein Leben mehr, das war ein unsägliches Leiden", schreibt General Lu­de n d o r f f in feinem Kriegsbuch. So geht es in den November hinein. Am 12. fällt der Raum von Passchendaele an den Angreifer. Dann läuft die Schlacht der vier Monate sich tot. Sie hat keines ihrer Ziele erreicht. Ihr ganzer Gewinn ist ein Geländestreifen von acht Kilometer Tiefe in 20 Kilometer Breite, ein Trichterfeld, in dem Millionen Tonnen Stahl und 200 000 Menschenleben st ecken.

Das strategische Ergebnis ist für den Angreifer gleich Null, auf dem Verlustkonto seiner Rechnung steht mehr als eine halbe Million Menschen aus seinem Kraftreservoir. Die gleiche Zahl an Verlusten an Menschen bucht der Verteidiger. Wenn es einen Sieger gibt, dann ist es nicht der englische Oberfeld­herr, der die Stirn hat, das Ergebnis dieses vier- monatigen Abquälens um einen schmalen Ge­ländestreifen als den größten Sieg der Entente seit den Marnetagen von 1914 xu plakatieren. Die dritte Oberste Heeresleitung Hindenburg-Ludendorff ihrerseits erkannte mit immer größerer Deutlichkeit, wie der deutsche Bestand an Kampfkraft zerschmolz, und während der Gegner für das nächste Jahr auf die Waffenhilfe rechnen konnte, die Wilson senden würde, ging Deutschland in das neue Jahr hinein ohne Aussicht auf neue Bundesgenossen, während die wenigen Verbündeten, die es besaß, schon jetzt den kommenden Zustand der Schwäche erkennen ließen .... (Schluß folgt.)

Rupertus verging sich in der Niederlassung Darm­stadt mit SniDer Dagobert und später mit Bruder Matthias. In einem letzten klaren Augenblick schrieb er an das Mutterhaus, man möge ihn von Darm­stadt wegnehmen, weilihm dort Gefahr drohe". Die Ordensleitung hielt es jedoch nicht für nötig, auch einmal eine Untersuchung vorzunehmen. Eine besondere Rolle spielten hier die klösterlichen Ex­erzitien. Bruder Rupertus nahm daran im Kloster Ebe mach an der Mosel teil. Durch Schnaps und Wein aufgestachelt, gab sich der Angeklagte mit Bruder Ladislaus den widerlichsten Schweinereien hin. Als Krankenbruder, der seine durch gute Be­ziehungen zur Ordensleitung gefestigte Stellung ausnutzte, hat Bruder Rupertus in Darmstadt und Bingen zwei vom Orden angestellten Kranken­wärtern nachgestellt und sie zu den gemeinsten Un­zuchtshandlungen genötigt. Wie die beiden Zeugen B. und Schr. aussagen, befürchteten sie, entlassen zu werden, wenn sie sich den Wünschen des Ordens­bruders nicht fügten.

Daß diese Menschen hilflos waren, geht auch aus den sehr bemerkenswerten Aussagen des Paters Kolumban hervor, der bereits einmal in diesem Saale als aufrechter Mann von den skandalösen Zuständen in der Franziskaner-Genossenschaft Waldbreitbach Mitteilung gemacht hat. Oester war dieser Pater, dem die Zustände bekanntgeworden waren, beim Generaloberen Plazidus sowie bei der bischöflichen Behörde und beim Bischof von Mainz persönlich und hat genauestens An­zeige über die bei den gesamten Brüdern herrschende sittliche Verwilderung erstattet. Geschehen ist von diesen höchsten Stellen jedoch nichts, um das liebel abzustellen. Statt den Schweinestall auszu­misten, hat man sich gegen den Kapuziner- pater Columban gewandt! Tatsache ist das ergibt sich in dem hier vorliegenden Fall, daß Bruder Rupertus sich an die beiden Angestellten gar nicht mehr hätte heranmachen können, wenn man den Mitteilungen des Paters Columban Ge­hör geschenkt hätte!

Das Urteil erging hier wegen Vergehens gegen § 175 StGB, in fünf Fällen auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis bei Anrechnung von einem Jahr sechs Monaten der Untersuchung. Das Gericht betonte in der Begründung, daß es die Vergehen mit den Brüdern milder beurteilt hätte, weil sie ein Ausfluß der Klosteratmosphare waren. Schwerer dagegen wurden die Vergehen mit den Krankenwärtern bewertet, die als vom Orden Abhängige dem Angeklagten mehr oder minier ausgeliefert waren.

Kunst und Wissenschaft.

Die deutsche Lutturwoche in Paris.

Auf Einladung des Organisationsausschusses der deutschen Kulturwoche in Paris, die vom 3. bis 12. September durchgeführt wird, fand bei der Pariser Vertretung der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr ein Empfang statt, um die französische und die ausländische Presse mit dem Programm dieser Kulturwoche bekannt zu machen. Der Pariser Vertreter des Organisations­ausschusses und Leiter der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr ©treibet teilte mit, daß die deutsche Kulturwoche unter der Führung von Staatssekretär Funk stehe. Die Organisation sei Dberegierungsrat Dr. Mahlo, Oberregie­rungsrat Faber, dem Ortsgruppenleiter Paris der NSDAP, von Kir schien und ihm selbst übertragen. Oberregierungsrat Faber kennzeich­nete den Sinn der Kulturwoche: Die französische Oefsentlichkeit über den Stand der freien deutschen Künste zu unterrichten. Zehn Galaabende seien vorgesehen. Damit diese Kundgebung erfolgreich der französischen Kritik standhalte, habe der Führer die Durchführung den besten deutschen Künstlern übertragen.

Aus aller Welt.

46. Deutscher Wandertag.

In diesem Jahre trafen sich die Wanderer aller deutschen Gaue in der Eifelstadt Mayen zum 4 6. Deutschen Wandertag. Mit Fachsitzun­gen der dem Reichsverband der deutschen Gebirgs- und Wandervereine angeschlossenen Verbände be­gann die Tagung. In der Sitzung der Wegemeister erstattete Oberwegemeister Emmerich Bericht über den ihm im vorigen Jahre übergebenen Auf­trag zur Schaffung des Deutschen Wander­weges von West nach Ost. Dieses Werk, das jetzt vollendet ist, stellt eine bedeutsame Leistung nicht nur in der Geschichte des deutschen Wanderns, sondern auch in der Heimat- und Volkstumsge- schichte dar. Im äußersten Westen, in Saarbrücken, nimmt derDeutsche Wanderweg SaarSchlesien" seinen Anfang, strebt über den Rhein mitten durch Deutschlands Gaue bis zum Osten nach dem Anna- berg in Oberschlesien. Er ist 1200 Kilometer lang und durch ein blaues liegendes Kreuz in weißem Feld gekennzeichnet. An diesem Weg sollen nun Anschlüsse nach Norden und Süden gelegt werden.

Auf Schloß Buerresheim bei Mayen trat der Führerrat des Reichsverdandes zusammen. Es wurden interne Angelegenheiten erledigt, unter an­derem auch die Verleihung von 300 Ehrenbriefen an Wanderer, die feit 50 Jahren einem Verband angehören, beschlossen, sowie die Ehrung von 12 verdienten Wanderkameraden durch Verleihung der Silbernen Ehrennadel des Reichsverdandes vorge- nommen. Anschließend traten die Vertreter von über 40 Verbänden zu einer Sitzung zusammen, in der der Führer der deutschen Wanderer, Minister­präsident a. D. Dr. Werner, Bericht über die Tätigkeit der Gebirgs- und Wandervereine er­stattete. Ein Begrüßungs- und Heimatabend gab den Abschluß.

Generalsuperintendeni D. Zoellner

Im Alter von 77 Jahren ist in Düsseldorf Gene- ralfuperintenbent a. D. D. 30 elIn er nach schwe­ren Leiden g e st 0 r b e n. Der Verstorbene war ge­bürtiger Westfale aus dem Ravensberger Lande. Er wurde zuerst Pfarrer in Wuppertal und kam dann als Vorsteher des Diakonisfen-Mutterhaufes nach Kaiserswerth. 1905 wurde er zum General­superintendenten von Westfalen berufen, ein Amt, das er zwei Jahrzehnte bekleidete. Stark beschäftigte sich D. Zoellner mit der kirchlichen Auslandsarbeit, besonders mit der Evangelischen Frauenhilfe im Aus­land und dem Evangelischen Kirchentum in Brasi­lien. Auch in der ökumenischen Bewegung wirkte er aktiv mit. Im Oktober 1935 übernahm er den Vorsitz des Reichskirchenausschusses, einen Posten, dem er bis zu dessen Rücktritt inne hatte.

Feiern und Kundgebungen im Reichsehrenmal Tannenberg.

Der Reichs- und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat die für die Adhaltuna von Feiern und Kundgebungen auf dem Gelände Des Reichs­ehrenmals Tannenberg erlassenen Vor­schriften zum Teil geändert. Im Ehrenhof dürfen fortan nur Feiern von überörtlicher Bedeutung mit einem größeren Teilnehmerkreis und alle militä­rischen Feiern stattfinden, die der Ehrung der To­ten des Weltkrieges und des verewigten Reichs­präsidenten und Generalfeldmarschalls von Hin­denburg gelten. Für kleinere Feiern dieser Art darf mit Genehmigung der örtlichen Denkmalsver­waltung der Fahnenturm auf die Dauer von höch­stens einer Stunde in Anspruch genommen werden. Das Photographieren ist in Zukunft nicht nur in­nerhalb der Grufträume, sondern auch im Ehrenhof verboten. Von den Wehrgängen aus Dürfen un­auffällige Aufnahmen mit Ausnahme von Grup­penaufnahmen gemacht werden. Die für das Photo­

graphieren durch Berufsphotographen geltenden be­sonderen Bestimmungen bleiben unverändert.

Internationales Schachturnier in Bad-Rauheim.

In Bad-Nauheim begann ein Internationa» les Schachturnier, das durch seine hervor­ragende Besetzung die Aufmerksamkeit der Schach- weit auf sich lenkt. Es handelt sich um einen Vierkampf, an dem Weltmeister Prof. Euwe, Ex- weltmeister Aljechin, sowie die beiden Großmeister Bogoljubow und S ä m i s ch teilnehmen. Den Auftakt bildeten acht Blindpartien, gespielt von misch. Er gewann 7 und schlichtete eine Partie. In einer Simultanvorstellung trat Aljechin gegen 26 Gegner an; er gewann 25 Partien und verlor eine gegen den erst 17jährigen Schifferdecker- Mainz. Die ersten zwei Runden des Viererkampfes AljechinEuweBogoljubowSämifch wurden

durch Erledigung von vier Hängepartien zu Ende S. Die Partie Sämifch Euwe gewann elfter Euwe in feinem Stil im 47. Zuge. Bog 0 ljub 0 w kam zu einem halben Punkte ge­gen Euwe. Die Partie Aljechin Sämifch entschied Aljechin im 43. Zuge zu seinen Gunsten. Die Hängepartie Aljechin Bogoljubow endete ebenfalls mit einem Siege Aljechins. Nach je zwei Partien ist der Stand folgender: Aljechin 2 Punkte, Dr. Euwe IV» Punkte. Bogoljubow V2 P., Sämifch 0 Punkte. Die dritte Runde beginnt in Stuttgart.

Um die deutsche Schachmeisterschaft.

Der Kampf um die Schachmeisterschaft von Deutschland hat in Bad Oeyn­hausen begonnen. In der ersten Runde verlor Engels-Düsseldorf gegen den Hamburger No- d a tz. Michel- Nürnberg und E r n st - Gelsenkir­chen einigten sich nach dreistündigem Kampf auf unentschieden. Kieninger - Köln gewann gegen Heinri ch-Ludwigshafen, und K r a n k i - Hamburg gegen Reinhardt- Hamburg. Richter- Ber­lin, der Verteidiger des Titels, spielte gegen Zo l - lener- München unentschieden. Kohler- Mün­chen und R e l l st a b - Berlin machten unentschieden. Schließlich gewann noch Schmitt- Breslau gegen Dr. Lacymann - Stettin. Am zweiten Tage führt Schmitt (Breslau) mit 2 Punkten vor Kieni n- ger, Michel, Reinhardt und Zöllner mit je IV2 Punkten.

Hein Dittniar aewann den preis des ^üßrers.

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1. - M. I

Mit einem herrlichen Tag hat der Erste Internatio­nale Segelflugwettbewerb auf der Wasserkuppe in der Rhön, der vom Deutschen Aeroclub veranstaltet wurde, sein Ende gefunden. Den ersten Preis in der Gesamtwertung und damit den Preis des Führers hat Hein Dittmar gewonnen, der gleich vom ersten Tage an einen bedeutenden Punktevorspruna vor feinen Konkurrenten erzielte. (Schirner-M.)

Dänische Tabakfabrik durch Grohfeuer zerstört.

Die in ganz Dänemark bekannte Tabakwaren­fabrik von Peterson & Söhne in Hersens (Jütland) wurde durch ein Großfeuer zerstört. Das Feuer fand an vier Millionen Zigaretten und Zi­garren und großen Beständen von Rohtabaken, die sämtlich in den Flammen aufgingen, reichliche Nah­rung. Der Gesamtschaden wird auf fast fünf Mil­lionen Kronen (etwa 3 Mill. RM.) geschätzt, da auch neue Maschinenanlagen zum Tabakschneiden und Zigarettenpapier im Werte von 200 000 Kro­nen zerstört wurden. Die Belegschaft von 450 Ar­beitern, die am letzten Freitag in die Sommer­ferien gegangen war, wird voraussichtlich für län­gere Zeit zum Feiern gezwungen fein. Die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt.

Grohfchieber Bosel zu 18 THonaten Kerker verurteilt.

Im Prozeß gegen den jüdischen Finanzschieber Bosel wurde in Wien das Urteil verkündet. Bosel wurde aller Verbrechen, deretwegen Anklage erhoben worden war, für schuldig erkannt und zu 18 Mo­naten schweren Kerkers verurteilt. Der mit­angeklagte Rechtsanwalt David erhielt ein Jahr, der Buchhalter der Bösel-Unternehmungen Rosen­berg 10 Monate schweren Kerkers.

Probeflug mit neuartigem Stratosphärenballon gescheitert.

Der Schweizer Gelehrte Dr. Jean Piccard, der in Rochester (Minnesota) mit seinem neuartigen Stratosphärenballon zu einem Probe­flug aufgestiegen war, mußte nach sechs Stunden wegen Feuerausbruches in der Gondel wie­der landen, lieber die Ursache des Brandes, der in der Luft entstand und dem der Gelehrte unver­sehrt entkam, gab Dr. Piccard keine Erklärung ab. Während die Gondel schwer beschädigt wurde, sind sämtliche Meßinstrumente vernichtet worden.

Amelia Earhart für tot erklärt.

Die seit 18 Tagen verschollene Weltfliegerin Miß Earhart und ihr Begleiter wurden von den ame­rikanischen Marinebehörden für tot erklärt. Die Suche nach ihnen wurde von amtlicher Seite eingestellt und der FlugzeugträgerLexington" so­wie die drei Zerstörer, die zur Hilfeleistung mit her­angezogen waren, nach ihrem Standort zurück- beordert.

Lynchjustiz in Amerika.

In Tallahassee (Florida) wurden zwei Neger nachts aus dem Gefängnis von Unbekannten ent­führt und e r m 0 r d et. Sie waren beschuldigt, einem Polizisten Stichverletzungen beigebracht zu haben und befanden sich dieserhalb in Unter­suchungshaft.