ADOX Fotofilm
Fortgesetzter Ausbau im Landkreis Gießen
Gießener Vortrogs-Ringes
So erlebten mir auch im Kriegsjahr 1941 das kulturelle Schaffen in unserer Stadt in vielfältiger Weise, allen Schwierigkeiten und Hemmungen der Kriegszeit zum Trotz, als wertvolle Arbeit der Heimat. Auf diesen Dienst für die deutsche Kultur kann unsere Bevölkerung in Gemeinschaft mit der Stadtverwaltung voll Befriedigung zurückblicken.
schaftlicher Hinsicht wird der Ausbau der fyohoer- arbeitung durch Schaffung geeigneter Betriebe eine besondere Rolle spielen.
So können wir an der Jahreswende 19^1/42, trotz aller Lasten des Krieges, überall in Stadt und Land unserer engeren Heimat grobe Schafs^n«lrei'de im festen Vertrauen auf unsere nationalsozialistische Staatsfübrung und auf die unbesieabare Kraft unserer Wehrmacht feststellen. Im vollen Bewußtsein unserer Verantwortung gegenüber dem Führer, d-r Front und der Volksgemeinschaft wird unsere M- mat weiterhin alle Kräfte anspannen, um au* im Jahre 1942 alle die Aufgaben erfolareich ju lösen, die ihr in ihrem Bereich in d"m Kamnfe für Groß, deutschlands Recht und Fr"iheit gestellt werden. Damit wird sie erneut ihren Beitrag leisten für den vollen deutschen Sieg und zuaieich einen Teil ihrer großen Dankesschuld an den Führer und an untere Brüder an der Front abstatten.
mit der Erde und den anderen Planeten. „Milch« straßensystem" nennen wir diese Insel. Um den Kern dieser Insel aber, der durch mächtige Wolken von Sonnen gekennzeichnet ist, wandert nun alles, auch die Sonne, und nach neueren Messungen scheint es, als ob sie zu einem Umlauf um dieses Zentrum gegen 220 Millionen Jahre braucht, denn sie steht diesem Zentrum sehr fern. — So gibt es also ein viel, viel größeres „Jahr", an dem auch der kleine Stern Erde teilhat, und wir können nicht wissen, ob nicht auch in ihm so etwas wie Jahreszeiten wechselnder Art vorkommen, die alles auf Erden umgestalten. ,,Die Welt ist tief, und tiefer, als der Tag gedacht!"
fügung.
Mit dem teilweisen Uebergang von der Straßenbahn zum Obus ist ein neues Kapitel des Gießener Verkehrswesens eingeleitet worden. Schon in wenigen Wochen dürfte die technische Anlage des Obus- Betriebs nach Klein-Linden soweit fertiggestellt sein, daß dieser Vorort cm den Betrieb angeschlossen werden kann. Vielleicht wird auch die Zeit nicht mehr fern sein, da unser Nachbarort Heuchelheim den Obus haben wird. Zwar hat der Betrieb gegenwärtig noch mit einigen Hemmungen zu kämpfen, es handelt sich dabei aber nur um zeitbedingte Schwierigkeiten, die sich unter den wirtschaftlichen Kriegsverhältnissen nicht ganz vermeiden lassen. Damit wollen wir uns gerne abfinden in dem Bewußtsein, daß wir unter normalen Arbeitsbedingungen in dem Obus-Betrieb ein Verkehrsmittel haben werden, das den Anforderungen des modernen Verkehrs gerecht werden wird.
Die jetzt auf eine Strecke beschränkte Straßenbahn hat für ihren Dienst zwischen Gießen und Wieseck nach wie vor eine bedeutsame Aufgabe zu erfüllen. Ihre Benutzung war auch in diesem Jahre außerordentlich stark. Was einst bei ihrer Errichtung vorausgesagt wurde — auch von uns in diesen Spalten — erwies sich namentlich in diesen Kriegs- jähren und besonders wieder im abgelaufenen Jahre als zutreffend: daß nämlich diese Straßenbahnlinie die beste Frequenz des ganzen bisherigen Straßenbahnbetriebs aufzuweisen hat. Ob später der Obus- Betrieb mich auf Wieseck ausgedehnt werden bzw. wann dies der Fall sein wird, kann setzt noch nicht beurteilt werden. Dis dahin aber stehen für den Verkehr mit unserem Vorort Wieseck der Straßenbahn Wagen zur Verfügung, die den Erfordernissen gerecht werden. *
In fruchtbarer Weise hat sich die Aufbauarbeit unserer Stadtverwaltung rm Verlaufe des Jahres 1941 auch auf kulturellem Gebiet entwickelt. Hier ist vor allem an die Uebemahme der bis zum
gebracht. An die Stelle des über dreißig Jahre alten ersten Teils der Gießener Straßenbahn trat am 18. Juni 1941 der Obus-Betrieb, der an diesem Tage mit zwei Linien eröffnet wurde und neue Stadtgebiete an das Verkehrsnetz anschloß. Vor wenigen Wochen, am 8. November 1941, wurde eine weitere Linie des Obus-Betriebes in Dienst gestellt, die dem jahrelangen Wunsche des Südviertels, insbesondere der Klinik-Gegend, nach Anschluß an das Verkehrsnetz gerecht wird. Für den Obus-Betrieb stehen jetzt alle zwölf bestellten Wagen zur Der-
sogar gefunden zu haben! Sie kennen alle die reizende kleine Sterngruppe, die wir das „Siebengestirn" nennen. Zur Zeit können wir sie des Abends hoch am Himmel leuchten sehen. Der hellste Stern dieser Gruppe, die Astronomen nennen ihn Alkpone, sollte die Zentralsonne sein.
Nun, diese Annahme, die vor hundert Jahren viel besprochen wurde, erwies sich als unhaltbar, die Fortschritte der Wissenschaft von den Sternen ließen erkennen, daß die Dinge anders liegen. Sicher aber ist, daß auch unsere Sonne nicht still steht; wir wissen heute- mit völliger Sicherheit, daß sie mit einer Geschwindigkeit von 19 bis 20 Kilometer in der Sekunde durch das Weltall braust, und zwar nach einem Punkt hin, der im Sternbild des Herkules liegt, nicht weit ab von dem prächtig funkelnden Fixstern Wega, der jetzt abends unten im Nordwesten sichtbar ist. Natürlich muß unsere Erde, der winzige Begleitst"rn der Sonne, diele Reise mitmachen; in der Zeit, die Sie gebraucht haben, um meinen Ausführungen zu folgen, sind wir so alle um ungefähr 6000 Kilometer hlnweggerissen wor-
Giabi und Kreis Gießen im Jahre 4941
Rückblick und Ausblick an der dritten Kriegsjahreswende.
der, die jener bewohnt und beherrscht.
Die Lange unseres Jahres beziehen wir auf die einmalige Umkreisung der Sonne, der gewaltigen Herrscherin. Wie aber steht es mit ihr? Bleibt sie unbeweglich an ihrem Ort im Sternenraum oder wandert auch sie, wie die Erde und die anderen Planeten, weiter? Ueber diese Frage haben schon die Astronomen vergangener Jahrhunderte nachgedacht, und es hat eine Zeit gegeben, da glaubte man, alle Sonnen, auch unsere eigene Sonne, wanderten ebenfalls in einer ungeheuer langen „Jahresbahn" um eine noch viel mächtigere Sonne, um die sogenannte „Zentralsonne". Man hatte bemerkt, daß die Fixsterne, die ja nichts weiter sind als sehr ferne Sonnen, nicht unbeweglich an ihrem Platze bleiben, daß sie ganz, ganz langsam weiter- ziehen im Universum, und so war der Gedanke, daß sie alle, unsere eigene Sonne miteingeschlossen, um einen die Welt beherrschenden „Sonnenkönig" kreisen könnten, nicht ganz von der Hand zu weisen. Freilich, sie mußten Jahrhunderttausende, vielleicht Jahrmillionen brauchen, um die ungeheure Bahn zu durchmessen; das „Jahr" unserer Sonne mußte nach menschlichen Begriffen eine halbe Ewigkeit dauern. Ja, man glaubte diese „Zentralsonne"
Die Derwaltungsarbeit in allen Aem- tern der Stadt erfuhr auch in diesem Jahre eine erhebliche Steigerung für alle Mitarbeiter. Wenn zur Zeit auch keine großen Projekte verwirklicht werden können, so hat der Arbeitsumfang doch keine Minderung erfahren, denn durch den Krieg sind der Stadtverwaltung ebenso wie der Privatwirtschaft zahlreiche neue Aufgaben und Verpflichtungen erwachsen, die den vollen Einsatz aller in der Heimat verbliebenen Arbeitskräfte erforderlich machen. Mit besonderer Anerkennung sei hier vermerkt, daß in den städtischen Büros und Betrieben, wie auch in der privaten Wirtschaft viele Frauen und Mädchen an Stelle der zur Wehrmacht eingerückten Männer wertvollen Kriegsdienst leisten und sich dadurch um unsere Volksgemeinschaft sehr verdient machen. Mit ihrer Arbeit im abgelaufenen Jahre haben auch sie beigetragen zu dem Ergebnis, daß wir in Gießen mit Befriedigung auf das Schaffen unserer Volksgemeinschaft im Jahre 1941 zurückblicken können.
Das neue Inselfchiff
— Zu Weihnachten ist das neueste Hest vom „I n s e l s ch rf f" (3, XXII) erschienen. Darin findet sich unter dem faustischen Motto „Wachset immer unvermerkt!" ein Rechenschaftsbericht „Aus der Werk« statt des Jnfel-Derlags", der nicht nur dessen Freunden willkommen sein wird, sondern auch den Bücherfreunden schlechthin manche Fragen beantwortet und manche heute beherzigenswerte Einsichten vermittelt; schön und vielfältig wie die Derlagsarbeit, von der hier gesprochen wird, ist der gesamte Inhalt des großen und friedensmäßig sorgfältig ausgestatteten Heftes. Wir nennen daraus das einleitende italienische Reisebild „Einsamkeit in Verona" (Oktober 1925) von Carossa, Briefe von Luther und Schiller, Edwin Fischers ehrfürchtig dem Genius Mozarts huldigende Worte zum 150. Todestage, Proben aus kommenden Gedichtbänden von Friedrich Georg Jünger und Carl Theil; viele werden gern wieder einmal E. T. A. Hoffmanns berühmtes Abenteuer in der Silvesternacht lesen, das jetzt auch mit Bildern in der Insel-Bücherei erscheint, au« Friedrich Schnacks neu gestaltetem „Leben der Schmetterlinge" bringt das Heft die Zueignung und den „Zug der Forscher". Dem Geleitwort zu einer kommenden Ausgabe von Werken und Briefen des Novalis ist Rudolf Bachs Betrachtung „Der magische Dichter entnommen. Als B'ldbeig"ben — aus künftigen Jnfel-Bück-ern —: eine farbige Tafel aus dem zweiten Minnesinger-Bande und ein Tempelbild au»
, Paestum.
der Gemeinschaft guten Dienst leisten werden. Mi dieser aufbauenden Arbeit bekundet die Heimat oer kämpfenden Front, daß sie daheim alle Kräfte einsetzt, um durch ihre Arbeit der großen Opfer und Leistungen unserer Soldaten würdig zu sein.
tatfrohen Helfer ihren Feuerwehrdienst in vorbildlicher Einsatzbereitschaft. Die Holzversorgung der Bevölkerung und gewerblichen Betriebe ist, wie in den Vorjahren, Gegenstand der besonderen Fürsorge des Landrats gewesen. Bei der Abfuhr -der Holzmengen aus den Waldungen des Kreisgebietes haben sich neben den Dorfbürgermeistern, -die viel Organisattonsarbeit leisteten, besonders unsere Bauern und Landwirte mit ihren Gespannen in anerkennenswerter Weise für die Fuhrleistungen zur Verfügung gestellt. Dadurch ist es möglich gewesen, große Telle des Holztransports ohne Inanspruchnahme von Motorfahrzeugen, d. h. unter Ersvarms von Treibstoffen und ohne Belastung für die Reichsbahn ,durchzu führen. Mit dieser Hilfeleistung bei der Holzabfuhr haben unsere Bauern und Landwirte einen weiteren wichttgen Beitrag im Kriegshilfsdienst geleistet
Am 1. November 1941 waren drei Jahre seit der Angliederung der sog. Laubacher Ecke an den Landkreis Gießen verflossen. In diesen drei Jahren hat sich der Laubacher Bezirk in guter und allseits befriedigender Weife in den Verband des Landkreises Gießen eingeordnet. Der Landrat hat sich die Förderung dieses Teils des Kreises Gießen besonders angelegen sein lassen, und er hat für die Zukunft mancherlei Pläne für die weitere Aufwärtsentwick- hing der Laubacher Gegend ins Auge gefaßt. Dabei wird nach dem Kriege besonders die Förderung des Fremdenverkehrs im Vordergründe stehen und in Verbindung damit der Stadt- und Dorfverschönerung, z. B. durch Wiederherstellen schöner Fachwerk- bauten und guter Platz- und Straßengestaltung, erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. In wirt
Das große Jahr.
Von Bruno H. Bürgel.
In einem mächtigen Reisewagen fahren wir in einem großen Kreis um einen riesigen, flammenden Stern herum, um unsere Sonne, und wenn wir an den Ausgangsort zurückgekehrt sind, sagen wir: „Das Jahr ist um, ein neues beginnt!" 365 Tage, 5 Stunden und 48% Minuten dauert diese unsere Jahresreise um den Feuerball, aber die Erde hat Geschwister, die (da sie der Sonne näher sind oder ihr ferner stehen) eine viel kürzere ober auch eine viel längere „Jahresdauer" haben. Lebten wir beispielsweise auf dem der Sonne sehr nahe stehenden Planeten Merkur, wo eine infernalische Glut herrschen muß, die uns bald ins Jenseits befördern würde, so währte unsere Jahresreise nur 88 Tage, und wenn wir auf dem Jupiter hausten, den wir jetzt abends als hellen Stern hoch oben flimmern sehen, wenn wir nach Süden schauen, bann wäre unser Jahr beinahe zwölfmal so lang wie ein Erdenjahr. Hätten wir gar das Unglück, auf dem allerfernsten Planeten der Sonne zu wohnen, dem Pluto, dann währte die Jahresreise um die Sonne 249mal so lange als ein Erdenjahr; selbst die Leute, die es auf ein hohes Alter bringen, erlebten da nür höchstens ein Jahresdrittel. Stellen Sie sich vor, die Erde brauchte 249' Jahre, um die Sonne zu umkreisen; selbst der Achtzigjährige hätte dann nur (je nachdem, ob er Glück hat ober ein Pechvogel ist) einen halben Sommer ober einen halben Winter gesehen, wenn er Abschied nimmt von den Freuden und Leiden der Welt.
Einen Schritt hinaus in das Weltall — und die phantastischsten Abenteuer beginnen! Auch die kühnste Phantasie vermag nicht auszudenken, wie völlig verschieden für Geschöpfe auf anderen Sternen die Lebensbedinqungen sein müssen, wie gänzlich anders sich für sie die Welt darstellt.
Aber wir wollen uns nicht in solche Gedankengänge verlieren, denn die Wissenschaft weiß nichts von den Bewohnern anderer Gestirne, und zudem werden sie wenn sie existieren, eben von der Natur so organisiert sein, daß sie sich in ihrer W-lt so wohl befinden wie wir in der unseren. Der Tief- seekrebs kann sich nicht mit dem Adler darüber
Die Arbeit des Landratsamtes Gießen hat im verflossenen Jahre ebenfalls eine weitere Steigerung gegenüber dem Vorjahr erfahren. Das Schwergewicht der Tätigkeit der Landratsverwaltung lag auf dem Gebiete der Kriegswirtschafts au f gaben, insbesondere der Versorgung der Bevölkerung mit allen Notwendigkeiten des Lebensbedarfs, aber auch in der Bereitstellung wichtiger Rohstoffe, z. B. Holz für gewerbliche und kriegswirtschaftliche Zwecke. Bei den vielfältigen Aufgaben dieser Arbeit standen die Bürgermeister der kleinen Städte und der Landorte dem Landratsamt in vorbildlicher und allezeit tatkräftiger Weise zur Seite. Die große Bedeutung dieser unermüdlichen Mitarbeit wird besonders erkennbar, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die meisten Bürgermeister ihre Amtspflichten ehrenamtlich erfüll len und als Hauptberuf ihrer gerade in dieser Zeit besonders wichttgen Arbeit als Bauern und, Land- I wirte nachaehen müßen In den Büros des Land- I ratsamtes haben die Aufgaben der Kriegswirtschaft ! und die laufende Verwaltungsarbeit die Anfpan- * nung aller Kräfte erforderlich gemacht, wobei auch । hier, wie an zahlreichen anderen Stellen, Frauen i und Mädchen wertvolle Mitarbeit als Helferin im Kriege geleistet haben
Zum verstärkten Schutz gegen alle Gefahrenmöglichkeiten ist im Laufe des verflossenen Jahres das Feuerlöschwesen im Landkreis Gießen weiter ausgebaut und in feiner Schlagkraft gesteigert wor- Iden. Hierbei hat sich auch nie Hitlerjugend durch | Bereitstellung Zahlreicher Kräfte aus älteren Jahrgängen dem Dienst für die Volksgemeinschaft in । anerkennenswerter Weise zur Verfügung gestellt, i Als junge Mnnschaft der Feuerwehren leisten diese
Zum dritten Male begehen wir eine Jahreswende 11. April 1941 von der Industrie- und Handelskam- im Kriege. Mit dem ganzen deutschen Volke ist unsere' mer betreuten Oeffentlichen Handelslehranstalt durch engere Heimat in dieser Stunde erfüllt von tiefstem die Stadt zu erinnern, die seit jenem Tage als Dank für unseren Führer und unsere Soldaten, denen Städtische HandelslehranstaltGießen es zuzuschreiben ist, daß wir auch das scheidende roirft. Mit diesem Uebergang war der Ausbau der Kriegsjahr in Ruhe und Ordnung zu kraftvoller Anstalt zur Wirtschaftsoberschule verdun- Arbeit nutzen konnten. Mancher wertvolle Beitrag . den. Die Aufstockung der Wirtschaftsoberschule wurde wurde wieder zum Aufbau und Ausbau unseres | einer dringenden Notwendigkeit zur Ausbildung der Gießener Gemeinwesens in wirtschaftlicher Hinsicht! Jugend gerecht. Die große Bedeutung der Stadtigeleistet und darüber hinaus kulturelle Verpslich- schen Handelslehranstalt Gießen tritt besonders mich tunqen erfüllt, die weit über die Gegenwart hinaus ! darin zutage, daß sie in dem Urmreije zwischen der Gemeinschaft guten Dienst leisten werden. Mit Kassel, Fulda, Frankfurt am Main und Koblenz die
Aus der Stadi Gießen.
Gevurtstagsspiel zu Silvester.
Eine nette, kleine Begrüßungsrede zum ersten Glas ist Goldes wert.
Aber Gold ist rar.
Deshalb begnügen sich viele Gastgeber mit folgender Ansprache:
„Na Prost!" , , r m
Und das ist immer noch die beste Redensart, wenn einem nichts einfällt.
Wenn wir uns aber schon liebevoll und gründlich mit der Herstellung eines unschuldigen, aber befeuernden Getränkes abgegeben haben, dann müssen wir auch dafür sorgen, daß ihm wirklich zuge- sprachen wird.
Mit diesem „Na Prost" ist das nicht zu erreichen.
Ein bloßes Nötigen und Zureden wirkt unangenehm. , , .
Versuchen Sie es daher mit dem Geburtstagsspiel.
Sagen Sie lieber Matrosenspiel, das klingt ro- mantischer. Es ist wirklich unter Seeleuten im Schwange und stammt noch aus der Zeit der Segelschiffe. Es ist ein primitives, herzhaftes Spiel, geeignet über Flauten hinwegzuhelfen, zu Wasser und zu Lande.
Sie sprechen: r.
„Alle nicht im Januar Geborenen mögen sich erheben " Dies geschieht. „Wir trinken auf das Wohl der im Januar Geborenen." Dies geschieht; man setzt sich. Ist niemand zugegen, der im Januar Geburtstag hat, so geht das Spiel weiter.
„Alle nicht im Februar Geborenen mögen sich erheben." Dies geschieht. „Wir trinken auf das Wohl der im Februar Geborenen." Dies geschieht; man setzt sich wiederum. .
Diesmal ist ein Gast sitzengeblieben: ein Februar- Geburtstagkind. Sie sprechen nun:
„Alle, die im Februar geboren sind, mögen sich erheben." Der Februarius tut es. „Wir danken herzlich für die zahlreichen Glückwünsche." So sprechen Sie für ihn, trinken mit ihm, setzen sich mit ihm.
Die Formeln sollen nicht nur von ihm, sondern im Chor bzw. von den betreffenden Geburtstags- kindern selbst gesprochen werden. Aber das ergibt sich längstens bis Mai ganz von selbst. Und vor langen vorherigen Erklärungen muß man sich hüten wie ein Zauberkünstler. Erinnern Sie sich nur, wie es uns schon als Kind ernüchterte, wenn man im Kastendeckel des neuen Gesellschaftsspiels erst lang- roieria Svielregeln studieren mußte. Und Erwach- , jene sind darin noch viel ungeduldiger.
Das Spiel soll im Takt gehen. Denken Sie an die Stelle in Costers „Ulenspiegel": „Es ist Zeit mit dem Klinker zu klirren." Es soll sich steigern von Monat zu Monat und mit ernsten, unbewegten Mienen durch das Jahr geführt werden.
Aber da wird man ja betrunken!
Zugegeben, daß Probe auf Trinkfeftigkeit der ursprüngliche Sinn dieses Matrosenspiels gewesen ist. Es war sogar Bedingung, jedes mal ein ganzes Glas auszutrinken, wo wir nur einen Schluck nehmen.
Dennoch ist es von einem bloßen Saufkomment weit entfernt. Es enthält nämlich die sinnige Spielregel, daß jeder Teilnehmer, der nicht me^r auf.
Vor allem ist auch bei dieser Jahresrückschau die erfreuliche Tatsache zu verzeichnen, daß die F i n an - zen der Stadt Gießen trotz der vielfältigen Aufgaben im Kriege gesund und in Ordnung sind. Damit ist ein starkes Fundament geschaffen für die Zeit des Uebergangs vom Kriege in die Friedenswirtschaft, die eine Fülle neuer Aufgaben stellen wird. Daß die Finanzkraft unseres Gemeinwesens auch nach zweieinhalb Jahren Kriegszeit durchaus leistungsfähig dasteht, findet feine Begründung in der starken Wirtschaftskraft unseres Volkes schlechthin und in der pfleglichen Behandlung unserer Finanzen durch die Stadtverwaltung im besonderen. Damit wird unserer Gemeinschaft oer beste Dienst geleistet, Senn nur auf der Grundlage gesunder Finanzen kann sich das Gemeinwesen entwickeln und auch dem einzelnen zum Vorteil gereichen.
wenden.
Nicht nur dreht sich die Erde um ihre Achse, nicht nur wandert sie in der Jahresbahn um die Sonne, nein, sie fliegt auch mit der Sonne durch das All; innerhalb eines einzigen Jahres legen wir fo eine Strecke von rund 615 Millionen Kilometer zurück. Wir sagten vorhin, daß der Helle Fixstern Wega ungefähr in der Richtung liegt, nach der hin wir fliegen. Dieser Stern gehört noch zu den Nachbarn unserer Sonne, wenngleich für .den Nichtastronomen der Begriff „Nachbarschaft" recht weit hergeholt erscheint kurz, Wega ist ungefähr 26 Lichtjahre von uns entfernt. Stände der Stern still, so hätten wir diese ferne Sonne bereits nach genau 400 000 Jahren erreicht, und da der Mensch seit mindestens einer Million Jahren auf dieser ihn geduldig ertragenden Erde sein Unwesen treibt, hätten unsere Ur-Urohnen schon mehrfach Gelegenheit gehabt, ferne Fixsterne nahe zu sehen, als Sonnen neben der Sonne. Indessen, so liegen die Dinge eben nicht! Auch die anderen Sonnen eilen hierhin und dorthin durch die Unendlichkeit, nahe kommen sie sich nie, und geschähe es einmal, so gäbe das den schönsten Weltuntercsang, den man sich ausdenken kann.
Aber nun erhebt sich eine ganz andere, für die Sternenforschung infereffante Frage! Fliegt die Sonne mit all ihren Planeten im Universum schnurstracks geradeaus oder kreist auch sie um irgendein Zentrum, rote die Erde diese Sonne selbst umfreift? Wirklich scheint es so zu sein' Auch die Sonne hat ein „Jahr", auch sie wandert in einem unvorstellbar riesigen Kreislauf, aber dieses Jahr ist viele Millionen unserer Jahre lang. Um das richtig zu verstehen, müßen wir folgendes überdenken: Wir mitten längst, daß all die Firsterne unseres nächt- l'chen Himmels und all die Millionen und Milliarden, die erst der Astronom in seinen großen Teleskopen sieht ober mit Hilfe der Himmelsphotographie in den Tiefen des Raumes sichtbar macht, Mitglieder eines mächtigen Staates sind. Wie die rund achtzig Millionen Menschen unserer Zunge hns Deutsche Reich bilden, so bilden die Milliarden Fixsterne auch ein abgeschlossenes Reich, eine ungeheure Insel von Sonnen, die im All schwebt, und in dieser Insel befindet sich auch unsere Sonne
unterhalten, ob es in seiner Umwelt besser sei als in den von dem Ort, den wir mit der Erde innehatten, der, die jener bewohnt und beherrscht. als Sie begannen, diesen Betrachtungen sich zuzu-
I auch in der schweren Kriegszeit anzusehen.
Das Theater der Universitätsstadt» G i e ß e n hat auch in diesem Jahre wieder besondere Forderung durch die Stadtverwaltung erfahren. Durch die Einführung der ganzjährigen Spielzeit auch für Oper und Operette hat das Theater eine große Erweiterung seiner Aufgaben übernommen, deren Erfüllung ihm durch das reich besetzte städtische Orchester, dessen Wirken jetzt nicht mehr mit BatMauheim geteilt werden muß, erleichtert wird. Die Forderung dieser Kulturarbeit erforderte natürlich wieder finanzielle Opfer der Stadt, um auch auf diesem Gebiete einer starken kulturellen Verpflichtung genügen zu können. Dem gleichen schaffensfrohen Kulturwillen dienten die vielfältigen Veranstaltungen des Gießener Konzert- Ringes zur Vertiefung des musikalischen Lebens in unserer Stadt, ferner die zahlreichen Vortragsveranstaltun- gen der Universität, des Volksbildungswerkes in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" und des
einzige derartige Schule und Sammelstelle für eine gehobene Sonderausbildung des Nachwuchses an Bürokräften der privaten und der öffentlichen Wirtschaft ist. In der Berufsfachschule der Handelslehranstalt wird den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit einer gründlichen fachlichen Schulung für Die Berufe in Wirtschaft und Verwaltung, ferner zur Vertiefung und Erweiterung der Allgemeinbildung und der nationalpolitischen Erziehung geboten, die Mädchen haben außerdem Gelegenheit, sich durch zusätzlichen Unterricht auf ihren späteren Beruf als Frau und Mutter vorzubereiten; die Wirtschaftsoberschule bietet den jungen Menschen neben der gründlichen gehobenen Berufsausbildung auch die Möglichkeit, sich das Zeugnis der Reife zu er- werben und sich damit den Zugang zur Hochschule zu erschließen. Die bisherige Entwicklung der Städtischen Handelslehranstalt hat gezeigt, daß die Stadtverwaltung hier einer guten Einrichtung ihre kraftvolle Unterstützung hat zuteil werden laßen.
Ebenso erfreulich ist die von der Stadt Gießen vorgenommene Gründung der Städtischen Musik- und Orchesterschule, die musikbe- Das abgelaufene Jahr hat der Stadt Gießen eine gabten jungen Menschen die Möglichkeit bietet sich umfangreiche Modernisierung ihrer Verkehrsmittel! auf den au5^^^^tsrei^^en Beruf des Dr^^eftermuJlrer5 ' - - - <" v-- .-.i«, ! vorzubereiten. Bisher mußten die Schuler für diesen I
Beruf entweder nach Frankfurt oder nach Kassel fahren, um sich dort in einem Or ehester-Jnstrument ausbilden zu lassen. Jetzt wird den jungen Interessenten in unserer Stadt unter wesentlich günstigeren und billigeren Umständen diese gute Musikausbil- düng geboten. Der gleichen Forderung junger musikalischer Talente dient die von der NS.-Gemein- schäft „Kraft durch Freude" in Verbindung mit der Hitler-Jugend gegründete Musikschule für die Jugend. Beide' Einrichtungen zum Besten unserer Volksgemeinschaft sind zu begrüßen und als Marksteine des aufbaufrohen deutschen Kulturwillens1


