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zettelung ihrer Kräfte gezwungen, zu Tode ermattet, Japan wirtschaftlich stranguliert und durch den Chinakrieg erschöpft und schließlich auch der eigene Bundesgenosse, das britische Empire, durch den Krieg mitgenommen, die eigenen Rüstungen aber auf eine Höhe getrieben sein würden, die dann jeder nur irgendwie denkbaren Kombination über­legen wäre. Beide haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Am 22. Juni kommt der Führer dem bolschewistischen Anschlag auf Europa zuvor, und am 8. Dezember entschließt sich Japan, durch einen kühnen Vorstoß gegen Hawai und die Einleitung weitwirkender Operationen in der Südsee, Roose­velts Blockadeneß zu durchhauen. Die bolschewistische Offensivwaffe, Moskaus Stoßarmeen, zahlenmäßig und in ihrer materiellen Ausrüstuna mit modernen Kampfmaschinen der gigantischste Aufmarsch, den die Welt je erlebt hat, an den Erfahrungen der letzten Kriegsereignisse in Polen und im Westen für den Kampf in der modernen Umfassungsschlacht geschult, zerschellt an der Kraft des von überlegenem Feldherrntum geführten deutschen Schwertes. Und Roosevelts Traum, die Zwei-Ozean-Flotte, die im Atlantik wie im Pazifik jeder nur möglichen see­strategischen Kombination überlegen sein sollte, ist vorerst ausgeträumt. Die japanische Luftwaffe hat durch ihren schneidigen Angriff auf das Gros der pazifischen Flotte der Vereinigten Staaten in Pearl Harbour und auf Englands Ostafienflotte in den malaiischen Gewässern mit zwei wuchtigen Scklägen die angelsächsische Überlegenheit an Schlacytschif­fen beseitigt. Der Stille O^ecm und die Südsee haben aufgehört, ein angelsächsisches Kondominium zu fein.

Damit hat das Jahr 1941 einen sehr anderen Verlauf genommen, als man es sich in Moskau, Washington und London gedacht hatte. Wir können heute schon viele Fäden des Netzes erkennen, in dessen Maschen die Mächte des Dreierpaktes nach­einander ersticken sollten. Wie die Sowjets schon in den Vorjahren die deutsche Bindung im Westen zum Krieg gegen Finnland, zur Besetzung der bal­tischen Länder, zum Raub Bessarabiens ausgenutzt und durch chre drohende Haltung den Führer an einer radikalen Beendigung des Feldzuges gegen beide westlichen Demokratien gehindert hatten, so setztön sie trotz des Nichtangriffspaktes mit Deutschland ihre Erpresserpolitik mit ihrem Ver­langen nach Auslieferung Bulgariens und der Dar­danellen fort und arbeiteten, als sie mit dieser For­derung in Berlin auf kalte Schultern stießen, Hand in Hand mit England und den Vereinigten Staaten an der Mobilisierung des Balkans gegen Deutsch­land. Roosevelt übernimmt die diplomatische Füh­rung bei dieser Intervention. Einer seiner berüch­tigten Vertrauensleute, der Oberst Donovan, er­scheint am 23. Januar in Belgrad, denn hier im klassischen Lande der politischen Intrige, vom Nationalitätenkampf geschüttelt und wirtschaftlich auf schwachen Füßen scheint dem Präsidenten der rechte Boden zu sein, die Macht des Dollars zu er­proben. Mit ihm vereinen sich der britische Intel­ligence service und die Agenten der Komintern und finden in Belgrad jenes Häuflein ehrgeiziger Po­litiker und Offiziere, die als würdige^ Nachfahren der Verschwörer des Sommers 1914 verblendet ge­nug sind, die Zukunft Jugoslawiens, dessen schwa­ches Staatsgefüge keinerlei außenpolitische Be­lastung vertragen hätte, gegen leere Versprechungen aufs Spiel zu setzen. Während Englands Aegypten- Armee durch gewaltige Machtenfaltung die Italiener in Libyen bedrängt und zur Räumung der Cyre- naika zwingt, werden die ersten diplomatischen Minen auf dem Balkan gelegt, um hier das Auf­marschgelände frei zu machen für einen Flanken­stoß von Südosten her gegen die Achsenmächte, von denen Italien auch im griechisch-albanischen Grenz- aebiet in hartem Kampf steht. Die Gegenzüge der Achse lassen nicht auf sich warten. Die Freund­schaftserklärung zwischen Bulgarien und der Türkei vom 18. Februar bedeutet eine Absage beider Mächte, an Englands Einkreisungsfront teilzuneh­men. Bulgariens Beitritt zum Dreimächtepakt am 1. März ist ein weiterer Schlag für die angel- sächsisch-moskowitischen Drahtzieher auf dem Bal­kan. Deutsche Truppen sichern auch Bulgariens West- und Südgrenze. Am 25. März scheint es, als ob so­gar in Belgrad die Vernunft siegen soll. Die da­malige jugoslawische Regierung hat sich entschlos­sen, dem Dreimächtepakt beizutreten, aber wenige Stunden später wird sie gestürzt. Donovans Ge­schöpfe reißen die Macht an sich, Jugoslawiens Ver­hängnis nimmt seinen Lauf. In Athen ist die Ent­wicklung ähnlich. Am 6. April überschreiten deutsche Truppen die jugoslawische und griechische Grenze. Trotz unvorstellbar großer Geländeschwierigkeiten für eine moderne motorisierte Armee im zerklüfte­ten Gebirge, dessen Schluchten jetzt im Frühjahr von reißenden Wassern angefüllt sind, trotz der Tücken der Witterung wird die jugoslawische Wehrmacht in einem Feldzug von elf Tagen zerschlagen. Tap­fer wehren sich die Griechen nach dem Durchbruch durch die Metaxas-Linie auf den klassischen Schlacht­feldern Thessaliens und Attikas, aber vergebens, am 27. April wird Athen von deutschen Truppen besetzt, die Reste des britischen Expeditionskorps werden vom Peloponnes vertrieben, die Inseln der Aegäis besetzt, und vom 20. bis 31. Mai wird mit Kreta in einem beispiellos kühnen Unternehmen deutscher Fallschirm- und Luftlandetruppen zum erstenmal in der Kriegsgeschichte eine große Insel aus der Lust erobert. Damit ist ein starker Sperr­riegel quer durch das östliche Mittelmeer vor die Dardanellen gelegt. Den Engländern ist der See­weg zu ihren künftigen Verbündeten, den Sowjets, verlegt. Sie werden gezwungen, sich durch die Ver­gewaltigung erst des Irak, dann Irans eine Land­brücke zur Sowjetunion zu erschließen, die höchst mühsam und beschwerlich durch weite verkehrsarme Gebirge und Steppen schnelle und umfangreiche Materialtransporte kaum ermöglicht. Die Wegnahme Kretas und die in den beiden ersten Aprilwochen erfolgte Rückeroberung der Cyrenaika durch das deutsche Afrikakorps des Generals Rommel, das in den heißen Sandstürmen der Wüste an der Seite des italienischen Bundesgenossen seine ersten Lorbeeren pflückt, haben Englands strategische Stel­lung im Nahen Osten erheblich geschwächt. Es sucht einen weiteren Ausgleich im Raub Syriens, das nach Niederringunq der schwachen französischen Besatzung durch britische Empiretruppen besetzt wird, wie es überhaupt das Kennzeichen aller dieser Feldzüge ist, daß England sie in der Hauptsache mit Hilfskontingenten' seiner Dominions führt.

Die ungeheure Dramatik der hier eben nur skiz­zenhaft in das Gedächtnis zurückgerufenen Ereig­nisse erfüllte die kurze Zeitspanne weniger Früy- jahrsmonate. Rückschauend erkennen wir die Be- deutung des Balkanfeldzuges und der Rückeroberung Ostlibyens als Sicherung der Flanke des deutschen I

Gegenstoßes, der am 22. Juni zur Zerschlagung der Offensiokraft der in ungeheuren Massierungen zum Angriff bereitgestellten bolschewistischen Armeen über die deutsche Ostgrenze vorbrach. Die Folge der gewaltigen Durchbruchs-, Umfassungs- und Ein­kesselungsschlachten,. in der dies Ziel erreicht wurde dank einer zu kühnsten Entschlüssen befähigten Füh- ning und des Heldenmutes der Truppe aller Stämme und Waffen, die in unaufhaltsamem Vor- wärtsdrängen wie in zähem Kampf mit den Un­bilden der Witterung und den Schwierigkeiten eines vielfach versumpften, von Urwäldern bedeckten oder in sandiger Steppe sich in unendliche Weiten hin­ziehenden Geländes Unvergleichliches leistet und ewigen Lorbeer an die deutschen Fahnen heftet, diese Schlachtenfolge von Bialystock-Minsk, von Smolensk, von Uman, Kiew und Gomel, bis zu Wjasma-Briansk mit ihren ungeheuren Zahlen der Gefangenen, der erbeuteten Panzer und Geschütze ist noch in aller Erinnerung. Ihre strategische und kriegsgeschichtliche Bedeutung wurde gestern an die­ser Stelle von berufenerer Feder noch einmal zu­sammenfassend geschildert. Die politische Wirkung der Aufnahme des Kampfes gegen den Bolschewis­mus war die Erkenntnis, daß die Schicksalsstunde des europäifchen Kontinents heraufdämmerte, daß hier die Frage um Sein oder Nichtsein der abend­ländischen Kultur überhaupt gestellt war. Vor dieser Frage schieden sich die Geister. Wer unter den europäischen Völkern mit Deutschland in dem Bol­schewismus den furchtbarsten Feind der Menschheit sah, reihte sich in den deutschen Abwehrkampf ein. Das neue Europa ist bereits greifbare Wirklichkeit geworden.

Der Kampf gegen dies neue Europa machte den Bolschewismus nun auch zum offenen Freund und verhätschelten Bundesgenossen der beiden angel­sächsischen Plutokrotien. Er wurde Churchills letzter, freilich auch weitaus stärkster Festlandsdegen, mit dem dieser die deutsche Wehrmacht wemAtens so lange zu beschäftigen hoffte, bis die eigenen Pläne reifen würden, für die er immer längere Fristen braucht. Denn länast schon ist England auf fremdes Material angewiesen, um den Krieg weiterführen zu können, längst chon braucht es fremde Tonnage, um die weiten Umwege zu den entfernten Kriegs­schauplätzen zu bewältigen. Deutschlands U-Boote und Luftwaffe haben in die britische Versorgungs­schiffahrt empfindliche Lücken gerissen, die zu schlie­ßen die britische Werftindustrie aus eigenem nicht

mehr imstande ist. Hier hat sich Churchill mit Roo evelt gefunden. Die Englandhilfe wird für den Prä identen der Vereinigten Staaten geradezu das Leit eil, an dem er fein Land in den Krieg hinein- zerrt. Die Entsendung John Winants als Botschaf­ter und persönlichen Vertrauensmann Roosevelts nach London am 1. Februar, das Inkrafttreten des Leih- und Pachtgesetzes am 11. März, die Auf­hebung der Sperre des Roten Meeres für ameri­kanische Schiffe am 12. April, um der britischen Armee in Aegypten die so dringend notwendigen Zufuhren zukommen zu lassen, die Landung ame­rikanischer Truppen auf Grönland um die gleiche Zeit zur Sicherung der nördlichen Schiffsroute über den Atlantik, die Schließung der deutschen Konsu­late in den USA. unter den nichtigsten Vorwänden am 16. Juni, die Landung amerikanischer Marine­truppen auf Island am 8. Juli, womit Roosevelt seine Theorie von der Sicherung der westlichen Hemisphäre preisgibt, des Präsidenten Schießbefehl an die amerikanische Kriegsmarine am 14. Juli, die Erlaubnis der Beförderung von Kriegsmaterial auf amerikanischen Schiffen in bestimmte Teile des Empire am 15. August, die Ankündigung der Be­waffnung amerikanischer Handelsschiffe am 10. Ok­tober und ihre Entsendung auch in die Kriegszone am 18. November das sind nur einige der martern» testen Stationen auf dem Wege Roosevelts in den Krieg. Daß dieser dann über ihn kam wie ein Blitz und von einer Seite, der er un­gestraft^ die gleiche Kette der unerhörtesten Provo­kationen bieten zu können gemeint hatte, mag man als erstes Votum einer höheren Gerechtigkeit an­sehen. Japans Kriegserklärung am 8. Dezember wurde begleitet von einer Reihe harter Schläge auf die Machtpositionen der Vereinigten Staaten und Englands im Pazifik und in der Südsee. Heute, drei Wochen nach Beginn der japanischen Opera­tionen, ist bereits der Tag abzusehen, wo die Epoche der politischen und wirtschaftlichen Durchdringung Ostasiens, die die beiden angelsächsischen Mächte hinter der gefälligeren Kulisse einer Politik der offenen Tür fast ein Jahrhundert mit einem in Ziffern gar nicht abzuschätzenden Nutzen für die Taschen ihrer City» und Wallstreetleute betrieben haben, endgültig der Vergangenheit angehört. Der Fall Hongkongs am 27. Dezember ist ein Symbol für den Anbruch einer neuen Zeit, in der politischen Aspirationen raumfremder Mächte in Ostasien kein Erfolg mehr beschieden sein wird. Japan hat sich selbst den Weg zu den reichen Rohstoffgebieten vor seiner Haustür geöffnet, den man ihm hatte sper­ren wollen. Die Völker Ostasiens, die durch eine ebenso geschickte Politik wie Propaganda daran ge­wöhnt worden waren, ihre Auspowerung durch die angelsächsischen Plutokratien als etwas Gottgegebe- nes hinzunehmen, spüren den Atem einer neuen Epoche, in der sie selbst Nutznießer der ungeheuren nationalen Schätze ihres Bodens und der Erträg­nisse ihres Fleißes fein werden.

So sehen wir heute am Tage der Jahreswende in Europa wie in Ostasien bereits die Grundsteine einer Neuordnung, die die schweren Opfer recht­fertigen wird, die vor allem das deutsche Volk, aber auch seine Verbündeten auch in diesem Jahr bringen mußten. In den Tundren Kareliens, in den Wäl­

dern und Steppen der weiten Ebene des sow­jetischen Raumes zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, in der sonnendurchflimmerten Sand- und Steinwüste Nordafrikas stehen die schlichten Holz- kreuze, die deutsche Soldaten ihren gefallenen Kameraden gesetzt haben. Auf allen Weltmeeren baden Matrosen der Kriegsmarine in letztem Ein­satz für Volk und Reich ihr Leben gelassen. Tapfere deutsche Flieger haben an allen Fronten und allen Küsten freudig ihr Letztes hingegeben. Zu ihnen gehen heute am Silvesterabend die Gedanken der Mütter, die sie geboren und auserzvgen, der Frauen, die mit ihnen den Lebensgefährten und Vater ihrer Kinder verloren, sie brachten das schwerste Opfer um unser aller Zukunft willen, und deshalb steht heute ein ganzes Volk neben ihnen und neigt sich in Ehrfurcyt und Dankbarkeit vor ihrem Schmerz, geeint im Willen, der Toten würdig zu werden in gläubiger Zuversicht, in freudiger Hingabe, in phrasenloser Pflichttreue. Das gleiche Band opfer­bereiter Liebe zum Reich umschlingt Führer und Volk, Front und Heimat. Im tiefen Bewußtsein des Ernstes der Zeit, in die wir gestellt sind, der Größe der Aufgaben, die uns auferlegt sind, aber

ÜSA.-Festung an der Manilabucht bombardiert.

schanghat. 30. Dez. (DJIB.) Die Angriffe der japanischen Luftwaffe am TNontag galten vornehm­lich der USA.-Aestung Corregidor vor der Manila-Bucht, die zwei Stunden lang schwer bom­bardiert wurde. In der Provinz Bulacan wurden Volltreffer in Fabrikanlagen erzielt. Die Japaner nahmen eine neue Landung in der Provinz Batangas, unterhalb der Bucht von Manila, vor.

Zusammenbrechender Wider­stand auf den Philippinen.

Lausanne, 29. Dez. (Europapreß.) Der ameri­kanische Widerstand auf den Philippinen bricht zu­sehends zusammen. Nach Meldungen aus Washing­ton soll der Plan einer Evakuierung der philippi­nischen Regierung und der Regierungsarchioe aus Manila nach Niederländisch-Jndien schon wieder aufgegeben fein. Wie es in Washington heißt, be­absichtige man, die philippinische Regierung nach Washington zu evakuieren, da man in den amerikanischen Militärkreisen mit der Notwendig­keit rechne, die ganze Insel Luzon mit Manila aufgeben zu müssen. Die am Mon­tagvormittag über Exchange Telegraph und ameri­kanische Agenturen einlaufenden Meldungen be­sagen, daß ganze Stadtteile in Manila schon in glommen stehen. Die Bevölkerung, so­weit sie noch nicht evakuiert ist, verläßt Hals über Kopf die Stadt.

Der Rückzug der Amerikaner geht in verstärktem Tempo weiter, die Japaner erhalten neue Verstär­kungen, die in der Nähe von Lingayen gelandet wurden. Die bisher im Südosten operierenden amerikanischen Truppen haben sich an den Fluß Tiaong zurückgezogen, wo sie in aller Eile Be­festigungen auswerfen. Die amerikanische Agentur United Preß erklärt dazu, es sei nun den Ja­panern tatsächlich geglückt, von Antimonan aus, unterstützt von bei Mauban gelandeten Verstär­kungen, ins Innere der Insel vorzurücken. Die Amerikaner verließen schon Teile der nur 100 km

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(Karte: Scherl-Bilderdienst / Trester.)

von Manila entfernten Verteidigungslinie. Wie der Sonderkorrespondent von United Preß aus Manila berichtet, seien in einem Umkreis von 100 km um die Stadt die Dörfer von ihren Einwohnern ent« blößt.

Sobald die wichtigsten Flugplätze auf der Insel Luzon und der Hafen von Manila in japanische Hände fallen, rechnet man in Tokio damit, daß das Schicksal der Philippinen besiegelt fein dürfte. Ab« gesehen von den wirtschaftlichen Auswirkungen unb dem Prestigeverlust für die USA. würde damit die letzte Möglichkeit einer Ablenkung des japanischen Angriffs entfallen, der mit verstärkten Kräften auf Britisch-Borneo und Singapur fortgeführt wird. Da die britisch-indischen Kräfte im Gegensatz zu den Japanern ohne Aussicht auf Verstör« k u n g e n und mit Einsatz der letzten Reserven einem weit überlegenen Gegner gegenüberständen, so könne über den Ausgang der Schlacht im Süd­westpazifik kein Zweifel mehr bestehen.

Schnelle Fortschritte auf Malakka.

Schanghai, 30. Dez. (Europapreß.) Kuala L i p i s im Staate Kolantang, das durch eine Eisen­bahn mit dem Süden sowie durch befahrbare Chaus­seen mit dem Osten und Westen der Halbinsel ver­bunden ist, wurde von den Japanern eingenom­men. Es liegt 120 Meilen nördlich von Kuala Lumpur, der Hauptstadt der Malayenstaaten. Klang und Port Swettenham, beides wichtige Häfen für Kuala Lumpur und für die Verschiffung von Gummi und Zinn, wurden von den Japanern bombardiert. Die britischen Truppen befinden sich südlichvon Jpoh in voller Flucht und halten keinerlei Verteidigungslinie, obwohl von britischer Seite das Gegenteil behauptet wird. Die nach Sü­den vorstoßenden Japaner erreichten Batu Ga­ya h, das nächste Ziel wird der UÜbergang über den Bernam-Fluß sein. In Jpoh und Um­gebung fiel den Japanern eine große Menge Zinn unversehrt in die Hände. Singapur wurde in der Nacht zum Dienstag und am Dienstagmorgen dreimal von japanischen Bombern an­gegriffen, wodurch schwere Schäden an mili­tärischen Zielen entstanden. Während Flüchtlinge aus Nord-Malaya nach Singapur kamen, strömt jetzt die Bevölkerung von Singapur wieder aus der Stadt und flüchtet nach Jahore, um den schweren Luftangriffen zu entgehen.

*

In einem Artikel ihres Korrespondenten in Singapur gibt dieTime s" die taktische lieber- lcgenheit der Japaner bei ihren Kämpfen auf Ma­lakka zu. Die sich dort abspielenden Kampfhand­lungen seien völlig verschieden von denen,

die man in den letzten fünf Jahren in Europa, Asien oder in Afrika erlebt habe. Die Japaner wen« beten neue Methoden an, die aus ihren Kämp- * fen in China herrührten. Da der größte Teil Ma- lakkas Dfchungelg e b i e t fei, könnten die Ja­paner nur in kleinen Gruppen, manchmal sogar nur einzeln, vorgehen, sie verfügten hierbei über eine zwar leichte, aber trotzdem recht wirkungsvolle Be­waffnung. Sobald feindliche Truppen auftauchm, verschwänden die Japaner in dem den Weg säumen­den Dschungel und griffen den Gegner aus der Flanke an. Tanks und Flugzeuge spielten auf Malakka nur eine geringe Rolle. Auch die Artillerie könne sich nicht recht entwickeln, da - entscheidende Kampfhandlungen oft in kurzen Abständen durch­geführt würden. Auf all das seien die Engländer nicht eingestellt. Nach wie vor hielten die Japaner die Initiative in Händen. Dazu verfügten die Ja­vaner über eine gewaltige Luftüberlegen­heit. Allgemein, so stelltTimes" fest, fällt auf, mit welcher Genauigkeit die japanischen Flieger ihre Bomben abwürfen.

Neuer Luftangriff auf Sing" pur.

Tokio, 31. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Singapur wurde in der Nacht zum Mittwoch von großen Formationen japanischer Armeeflieger an­gegriffen. Trotz böigen Wetters überflogen ausge­suchte Einheiten der japanischen Luftwaffe den briti­schen Stützpunkt und warfen auf militärische Ein­richtungen im Gürtel der Stadt zahlreiche Bomben ab, die schwere Verwüstungen anrichteten.

auch der inneren Kraft, die uns zuströmt aus dem Wissen um den Sinn unseres Kampfes überschrei­ten wir die Schwelle des neuen Jahres, bereit, ein jeder das Seine zu tun, bis der Sieg unser, das Reich gesichert, der großen deutschen Zukunft die Bahn bereitet ift

Dr. Fr. W. Lange.

Wieder Friede in Hongkong.

Schanghai, 30. Dez. (Europapreß.) Laut Mel­dungen aus Hongkong kehren die Zeichen friedlichen Sehens in der bisherigen britischen Kronkolonie Hongkong allmählich wieder. Mehr und mehr zeigt sich die Bevölkerung auf den Straßen, und auch das GeschäftKleben kömmt langsam wieder in Gang. Die Folgen der Kriegshandlungen, wie herab- hängende Telephondrähte, abgestürztes Mauerwerk usw. sind größtenteils schon beseitigt. Auch die Toten, die beim Einzug der javanischen Truppen vielfach in den Straßen lagen, sind beigesetzt wor­den. In den Straßen, namentlich an den Straßen­kreuzungen, sieht man Polizisten, während die ja­panische Wehrmacht sich weniger im öffentlichen Leben geigt.

Generalleutnant Sakai, der Befehlshaber des japanischen Expeditionskorps auf Hongkong, er­klärte Pressevertretern, daß 'die britischen Truppen den japanischen Soldaten nicht gewachsen seien. Die Engländer hätten sich während -der Schlacht i n den rückwärtigen Stellungen aufgehalten und indische und kanadische Soldaten nach vorn ge­schickt. Wenn die Reihe an die Engländer selbst gekommen sei, hätten sie deN Kampf aufge­geben. Für das chinesische Volk sei die Zeit ge­kommen, zu erkennen, daß die Neuordnung in Ost­asien heranbricht.

Das Lleberraschungsmoment.

Schanghai, 31. Dez. (DNB. Funkspruch.) In einer Uebersicht über die Entwicklung des Pazifik­krieges führte Oberstleutnant A k i y a rn a aus, daß die japanische Pazifikoffensive von der Jnaktivität der englisch-amerikanischen Luftwaffe sowie der Passivität der englisch-amerikanischen Armee stark begünstigt wurde. Dadurch sollen sämtliche japani­schen Landungen ohne nennenswerte Verluste durch­geführt worden seien. Ihnen habe die deutsche Landung auf der Insel Oesel im Jahre 1917 zum Vorbild gedient. Zwei Tage vor Beginn der Kriegshandlungen wurde ein japanischer Ge­

leitzug von englischen Streitkräften Im Thailän­dischen Meerbusen gesichtet. Der tagsüber gesteuerte Nordkurs des Geleitzuges habe anscheinend die Engländer irregeführt, sie hätten ver­mutet, daß daß man eine Landung auf Thailand plane, während der nachts gesteuerte Westkurs in Richtung auf die Malaiische Halbinsel offenbar unbeobachtet blieb. Die Landung an der Oft- käste der Malaiischen Halbinsel wurde ohne Ver­luste durchgeführt. Erst dann hätten die Engländer zwei Transporter versenkt. Die Passivität der USA.- Luftwaffe sei der Beweis dafür, daß die Mehrzahl der USA.-Flugzeuge zerstört und Amerika außer« stände sei, Langstreckenbomber heranzubringen.

56 Flugzeuge und^6Ll-N»ote

Tokio, 30. Dez. (DNB.) Die japanische Marine« luftwaffe hat von 22. bis 28. Dezember insgesamt 56 feindliche Flugzeuge über Borneo, dem Chinesischen Meer, der Südsee, Sulu und Celebes zum Absturz gebracht und vernichtet. Außerdem hat die japanische Marine im wesUichen Pazifik 16 feindliche U-Boote versenkt und eine große Anzahl weiterer U-Boote beschädigt.

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Wir alle glaubten, daß die japanische Marin« für die Vereinigten Staaten kein allzu ernster Geg­ner ist", erklärte ein nordamerikanischer U-Boot-Offizier, dessen Boot am 20. 12. in malaiischen Gewässern versenkt wurde. Sein U-Boot habe vor Kriegsausbruch praktische Hebungen durchgeführt. Plötzlich fei am 7. Dezember der Befehl gekommen, sich sofort in die Gewässer der Malaien-Halbinsel zu begeben, um dort j a pani- s ch e Transporter anzu greifen. Erst auf dem Weg zum Operationsgebiet' hätten sie schließlich den Ausbruch des Krieges zwischen Japan und USA. erfahren. Bei der Ausschau nach feind­lichen Transportern feien sie von einer japanischen Aufklärungsmaschine entdeckt worden. und seien so­fort getaucht. Erft nachts erschienen sie wieder an der Oberfläche und fühlten sich, wie der USA.-Offi- zier fortfuhr, insofern ziemlich sicher, als tiefste Dunkelheit herrschte. Völlig überraschend seien sie jedoch von einem japanischen Kriegsschiff an ge­bt e n de t und sofort beschossen worden. Ihr Boot sei bereits nach wenigen Minuten ge­sunken und sie selber seien ins Wasser gesprungen. Er habe stundenlang schwimmen müssen, bis er am frühen Morgen von einem japanischen Kriegsschiff aufgefischt und schließlich in ein Internierungslager

Ein warmes Kleidungsstück zur Wollsammlung Dem Dank für unsere Soldaten.