Oste
(Nachdruck verboten.)
15. Fortsetzung.
chen zusammen.
Das Tor zur Krim ist aufgebrochen.
Alle Waffen der deutschen Wehrmacht haben aufs äußerste, mit dem höchsten Einsatz ihres Mutes und Könnens gekämpft. Der höchste Ruhm aber gebührt unserer heldenhaften Infanterie, die Angriff auf Angriff ihre Reihen zusammenschmelzen sah und sich doch nicht erschüttern ließ. Sie lag drei Nächte lang auf freiem Felde bei 1 Grad Kälte, sie hatte im Ohr das ständige Krachen der Granaten, das Stöhnen der Verwundeten. Sie trat an,- wenn der Befehl kam, und sie siegte.
Karin Grunelius
Roman von Guido k.vrand
Roosevelts Daumenschrauben.
„Oauerhaste Vergünstigungen" Großbritanniens an die USA.?
In diesem kühnen Aufschwung ihrer gespannten Erwartung ertrug sie seine Antwort schon leichter, in der viel Ironie lag: „Entschuldige... ich glaube, nicht recht verstanden zu haben. Ich hörte etwas von Berlin ... München ... Wieso? Wartet man dort auf dich? Eine Stellung? Als Kinderfräulein oder Hausdame? Ja, jetzt begreife ich, wie du dich in den letzten Tagen verändert hast, Karin. Und damit du mir keine Dummheiten machst, wünsche ich, daß du hierher ziehst und im Krankenhaus wohnst. Man wird schon ein Zimmer für dich finden, ohne daß du mit den Kranken in Berührung kommst! Ich werde mit Doktor Carli sprechen!"'
Karin ließ sich merkwürdig lange Zeit, obwohl sie ihre Antwort schon bereit hatte. Wie aber konnte er nur von Kinderfräulein sprechen! Wollte er sie absichtlich damit kränken oder hatte er überhaupt kein Verständnis dafür, daß ein Mensch wie sie nicht wochenlang Herumsitzen konnte, ohne etwas zu tun oder wenigstens sich Gedanken zu machen über die nächste Zeit!
Daß er sie in diesem Augenblick so einschätzte oder anderseits sie für zu gut hielt, zu- arbeiten, zeigte ihn ihr von einer Seite, die sie zwar an ihm kannte, gegen die sie sich aber mit aufflommender Kraft stemmte. Sie versuchte, ganz ruhig zu sein, denn irgendwie ging es um eine Entscheidung.
Diese Tage des Alleinseins, die ihr wie eine Leere vorkamen, hatten sie, nachdem die Grenze des Erträglichen überschritten war, hochgerissen. Hinter ihr lag Afrika, eine Zeit der tausend Wünsche und Hoffnungen auf einen Beruf, den man ihr verweigerte. Hinter ihr lag ein schicksalhafter Zufall, der sie stärker an Günther Merck band. Vor ihr lag das Tor zur Dreiheit, zur Erfüllung ihres Lebens, wie sie es sich ausgedacht und zurechtgelegt
WA.-Zelflörer „Kearney" war der Angreifer
Wieder ein Schwindel Roosevelts entlarvt.
den Tartarenwall.
Oer Durchbruch gelingt.
Noch einmal rast im Morgengrauen die gesammelte Kraft unserer Artillerie gegen den Feind. Die Hölle ist losgebrochen. Die Luft ist vom Heulen und Rauschen und Brausen erfüllt. Unter dem Aufschlag der schwersten Mörser und Haubitzen geht es wie ein Erdbeben über die Steppe, und als erst der Hagelschlag schwerster Granaten in dichtester Folge auf Perekop herniederprasselt, da ist es, als ob ein Vulkan geborsten wäre.
Der Bataillonskommandeur sieht auf die Uhr und hebt die Hand. Antreten! Die letzten 400 Meter bis zum Tartarengraben liegen frei vor unseren Infanteristen. Der letzte Angriff, dann ist das Tor zur Krim aufgebrochen. Von der Meeresflanke her feuern noch Bunker. Unter den geballten Ladungen der Pioniere geht ein Drahthindernis in die Luft.
Die Gaffe ist geschlagen, die Männer stürmen an den Wall.
Da liegt er riesenhaft — einer chinesischen Mauer gleich. 50 Meter breit, sieben Meter tief zieht sich der Graben kilometerweit hin. Der Wall ist durch* setzt von einem doppelten Unterstandssystem. Noch in die Böschung sind Hunderte von Fliegerdeckungslöchern gegraben. Sie sind verlassen. Stukabomben und Artillerieeinschläge haben riesige Krater gerissen, einer mitten hinein in einen vollbesetzten Unterstand. Das Bild der Vernichtung ist nicht zu beschreiben. Ietztt^sind mir auf der beherrschenden Höhe. Unsere Artilleriebeobachter setzen sich dort fest, wo noch am Vortag der Bolschewik sein Vernichtungsfeuer auf uns gelegt hatte. Auch jetzt meldet sich seine Artillerie wieder, und mancher Kamerad muß noch mit dem Leben den Durchbruch erkämpfen. Mit einem neuen Panzerangriff versuchen die Sowjets uns zurückzuwerfen. Aber zwei Stunden nach dem Durchbruch stehen schon 15-aw-Ge- schütze hinter dem Wall, unsere Artillerie ist wachsam und legt Sperrfeuer.
Das Dorf P., dessen weitläufige Gehöfte mit Stellungen untermauert und festungsartig ausge- baut sind,« ist genommen. Um 9 Uhr vormittags dringen die ersten Teile des Nachbarregiments in Perekop selbst ein. Haus um Haus muß gestürmt werden. Unsere Stukas sind wieder zur Stelle, um das Feuer der Sowjetbatterien auszuschalten. Die letzten Versuche des Feindes, uns auszuhalten, dre
hen dritten Festungsring der Landenge von Pere- kop. Dicht hinter den Pionieren haben schon um 7 Uhr morgens Sturmgeschütze und Flak eine breite Sperre durchbrochen, die gebildet wird durch ein langes Panzerhindernis aus mächtigen T-Eisentra- gern, ein tiefes Minenfeld, Drahtverhau mit dahinterliegenden Erdstellungen.
Die Sowjetartillerie versucht immer wieder Feuersperren zu legen, wird von unserer b-Abteilung aufgeklärt und sofort bekämpft. Nebelgranaten jagen zum Tartarengraben, auf dem die feindlichen Beteilen liegen. So gewinnt der Angriff langsam und zäh Boden bis zu einer günstigen Stellung vierhundert Meter vor dem Wall. Rechts von uns ist das Meer. Rötlich leuchtet die Steilküste. Das Sonnenlicht gleist über die Wasserfläche, aus deren Untiefen die Hörner schwerer Seeminen auftauchen. Aber nur ein kurzer Blick kann dem farbigen Naturschauspiel gelten. Alle Aufmerksamkeit ist gefesselt von dem Schauspiel des Kampfes. Stukaangriffe auf den Wall lösen sich mit furchtbarer Wucht aus. Kaum sind unsere Flieger verschwunden, greifen Martin-Bomber und Panzer an. Die Sowjetpanzer versuchen, zangenartig in beide Flanken zu stoßen — 25 auf einmal. Panzerjäger gehen in Stellung. Die Artillerie löst ihr zusammengefaßtes Feuer auf schon vorher bestimmte Räume aus. Eine wunderbare Organisation! Es genügt der Befehl: „Brigitte auslösen!" und in wenigen Sekunden rast das Feuer in den Geländestreifen, in dem die Panzer anfahren. Ein 15-Zentimeter-Dolltreffer, durch das beobachtete Feuer eines vorgeschobenen Artilleriebeobachters vernichtet einen Panzer vollständig. Sechs Abschüsse buchen die Panzerjäger für sich, vier die Sturmgeschütze. Den Abschluß des Tages bringt ein dreimal wiederholter Sturmangriff auf
hatte. Vor ihr lag Deutschland, das Land ihres Vaters, ihrer Mutter!
„Möchtest du mir einmal ganz ruhig zuhören, Günther!" fragte sie kühl und überlegen.
„Warum denn nicht? Wenn es etwas Gescheites ist!" gab er ironisch zurück. „Nur mit Phantastereien verschone mit!"
Sie tat, als hätte sie diese Worte gar nicht gehört. „Du weißt, wie sehr ich an meinem Studium hänge, wie ich nichts anderes kannte, als einmal Bakteriologin zu werden. Gut, ich hatte nach jenem Ereignis, bei dem du mir das Leben gerettet hast, damit abgeschlossen, hatte alle meine Pläne begraben. Ich wäre vielleicht auch nie mehr darauf zurückgekommen, wenn nicht dieser unfreiwillige Aufenthalt in Sampieri, diese durch reines Nichtstun ausgefüllte Zeit, mich irgendwie zum Nachdenken gebracht hätte. Ich mache dir einen Vorschlag. Um meine Kenntnisse und mein Wissen irgendwie zu bereichern, bleibe ich ein Jahr in Deutschland in einer chemischen Fabrik, lerne, arbeite, vertiefe mein Wissen, spezialisiere mich auf Tropenmedizin und kann dann später einmal das alles in Arusha, bei meinem Vater ober bei Doktor Reichert auf der Toteninsel verwerten. Ich fühle, daß ich etwas tun muß: ich kann einfach nicht mehr so untätig herumlungern, sinn- und witzlos Tage und Wochen verbringen ..."
„Also du siehst, wie recht ich habe! Du gehörst hierher! Und zu deinem Plan kann ich nur nein sagen! Die Gründe sind dir nicht unbekannt, nur hast du sie selbst nicht in Rechnung gestellt. Und das ist schade. Sonst hättest du solche Unvernunft erst gar nicht ausgehetft! Ich bin ja schließlich nicht mit dir nach Deutschland unterwegs, um dich für ein Jahr loszuwerden, sondern um dich, nach der Erledigung gewisser Aufträge zu heiraten. Das scheinst du vergessen zu haben! Wir sind verlobt, und daß ich noch ein Jahr — oder wenn es dir gefällt, sogar zwei, warte, das wirst du mir wohl nicht zumuten. Das wäre ja die schönste Blamaae, wenn ich ohne dich zurückkäme. Und als meine Frau brauchst du weder eine Stellung, noch irgendwie zu arbeiten! Das ist
Lausanne, 30. Okt. (Europapreß.) Britisch« Positionen in Australien, in Neuseelanfl, Iran und im Irak, ja in Nord ir land sollen, zur Zeit Gegenstand von englisch-nordamenkamschen! Verhandlungen sein. Besonders weit scheinen nach Berichten aus Ankara, die über Vichy laufen, die Berhandlunaen über Irak und Äran gediehen Ai ein. So gibt man in London zu, daß eine norfa| amerikanische Mission nach Iran und dem Ir unterwegs sei, um diese Angelegenheit zum Abschll zu bringen. In Washington spricht man heute schl von einer Eisenbahnverlängerung der geplant, Transatlantik-Asrika-Luftlinie d Panamerican Line. Nordamerikanische Jngemeui nordamerikanisches Geld und Material sollen Ir a n und im I r a k Eisenbahnlinien und Straß errichten, die den Persischen Golf mit den türkisch Bedeutung der englisch-nordamerikanischen Aktion bahn mit Stoßrichtung von Süden nach Norden u unter nordamerikanischem Einfluß und Sßerroalhr sei damit der Verwirklichung nähergerückt. Die grüß Bedeutung der englisch-nordamerikanischen Aktion ist die damit sich ergebende Ausgabe brit| scher Positionen im Mittleren Oste und ihre Ueberlassung an die Yankees.
Stockholm, 31. Oktober.. (Europapreß.) Mit einem großen Geheimnis sind die Nachrichten umgeben, daß die Vereinigten Staaten von England Stützpunkte und wirtschaftliche Zusagen für die Nachkriegszeit verlangt hätten. In London wird an den zuständigen Stellen erklärt, daß das englische Auswärtige Amt keine Kenntnis von Vorschlägen dieser Art habe. Damit wird das Dementi des nordamerika- nifchen Staatssekretärs Hüll wiederholt. Gleichzeitig wird die Möglichkeit offen gelassen, daß andere Stellen von solchen Plänen Kenntnis haben könnten.
Fast alle Washingtoner Korrespondenten der englischen Zeitungen sind sich darüber einig, daß die Vereinigten Staaten Forderungen dieser Art gestellt hätten. Ähr Hauptinhalt soll nach diesen Meldungen fein, daß den Vereinigten Staaten die Benutzung oder Mitbenutzung aller strategisch wichtigen britischen Stützpunkte gestattet wird und daß England auf gewisse Rohstoff- Monopole, an denen die Vereinigten Staaten bisher keinen Anteil haben, verzichtet. Es trifft sich, daß die an Rohstoffquellen reichen Vereinigten Staaten Mangel an den beiden Rohstoffen leiden, für die England ein Monopol besitzt, nämlich Gummi und Zinn. Die Vereinigten Staaten verlangen nach den Meldungen der Korrespondenten eine Kontrolle über die Rohstoffe, bei denen sie mit England auf gleichem Fuße zu stehen wünschen, lieber die geographische Seite der nordamerikanischen Forderungen ist bisher nichts bekannt geworden. Nach früheren Vorgängen ist anzunehmen, daß die Vereinigten Staaten außer bestimmten Teilen des Empire auch iberoamerika- nische Länder im Auge haben. Bereits vor diesem Kriege, Ende 1938 und Anfang 1939, wurde in London von Geheim Verhandlungen zwi-
Das Ritterkreuz.
Berlin, 30. Okt. (DND.) Der Führer 1U Oberste Befehlshaber her Wehrmacht verlieh ai Vorschlag des Oberbefehlshabers der ßuftroaffo Reichsmarschall Göring, bas Ritterkreuz ÖH Eisernen Kreuzes an Oberst Raithel, Kommodo« eines Kampfgeschwaders; Major von Loßderß, Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschwaders Hauptmann Pizala, Batteriechef in einem FlM regiment. Hauptmann Pizala ist inzwischen m Erfüllung seines soldatischen Lebens den HeldentW gestorben. 1
Der Führer verlieh ferner auf Vorschlag des Ob«, befehlshabers des Heeres, Generalfeldmarschall v om Brauchitsch, das Ritterkreuz des Eisernen Kre»> < zes an Generalmajor Eglseer, Kommandeur ein« Gebirgsdivision; Hauptmann Wack, Kommande« eines Infanterie-Bataillons; Leutnant Brücher. Zugführer in einem Infanterie-Regiment, LeutnE Fischer, Kompanieführer in einem Insanteri» "Regiment, und Unteroffizier Blumenrottz, Gruppenführer in einem Infanterie-Regiment.
Churchills Gchuldkouto.
Berlin, 30. Okt. (DNB.) Der englische Inn, Minister Morrison teilte im Unterhaus mit, d in der Zeit vom 1. April 1941 bis zum 30. S< tember 1941 bei Luftangriffen insgefa 13 381 Personen getötet und 13 182 schwer verl wurden, so daß sie die'Krankenhäuser bisher n nicht verlassen hätten. Auch diese Ziffern komr auf das gewaltige Schuldkonto Churchills, Schuldigen an diesem Kriege. Die Ziffern Morrisl sind gleichzeitig der Beweis dafür, daß die deutst Luftangriffe in den vergangenen sechs Mona die englischen Rüstungszentren schi getroffen haben, obwohl die stärksten Teile deutschen Luftwaffe zur gleichen Zeit im Os eingesetzt waren.
Im Vergleich zu den britischen Opfern waren deutscher Seite in demselben Zeitraum 2- Tote zu beklagen, 5311 Personen wurden.oerü In dieser Zahl sind aber auch die Leichtverletz enthalten, die teils sofort oder in kurzer Zeit wie an ihre Arbeitsstätte zurückkehren tonnten.
kanische Phantasie dazu, aus dieser berechtigten Abwehr eines von einem U S A.= 3 e r ft ö r er an - gegriffenen U - B oo tes einen unberechtigten und unbegründeten Angriff zu konstruieren.
„Um einen Zwischenfall herauszufordern."
Neuyork, 31. Oktober. (DNB. - Funkspruch.) „New York Sun" meldet aus Washington, daß man in Kongreßkreisen erstaunt sei über die Veröffentlichung des Berichtes über die Torpedierung des Zerstörers „Kearney". Der Zerstörer sei also einem angegriffenen Konvoi zu Hilfe gekommen und habe anberSSerteibigunggegen dieU-Bootemitgewirkt. „New York Sun stellt fest, daß ebenso wie im „Greer"°Fall der „Kearney" das deutsche U-Boot verfolgt habe. Der Vorfall sei also kein U e b e r- fall gewesen, bei hem ein harmloses KriegsschM von hem lauernden Feind überfallen wurde. Es fei vielmehr ein Gefecht gewesen, bei dem der Zerst ö r e r entsprechend seinen Befehlen losgedampst sei, um einen Zwischenfall herauszu- fordern. Kein guter Amerikaner werde den Kommandanten deswegen kritisieren. Es sei jedoch notwendig, daß man die Tatsachen ungefärbt und ohne Ausflüchte darstelle.
Zu den Schiffsversenkungen stellt „Chikago Tribüne" fest, daß fast sämtliche versenkten USA.« Schiffe fremde Flagge geführt und fremde Besatzung gehabt hätten. Die Schiffe wurden unter fremde Flagge gebracht, um die B e - ftimmungen des Neutralitätsgesetzes zu umgehen. Hätte Roosevelt Inhalt und Sinn des Gesetzes geachtet, wie fein Treueid dies erforderte, so wäre es niemals zu Zwischenfällen gekommen. Was den Z e r ft ö r e r „G r e e r" anlange, fo habe Roosevelt bewußt das USA.=23olf zu her Annahme verleitet, daß der Zerstörer ohne Warnung und grundlos angegriffen wurde Wochen später jedoch sei die Wahrheit enthüllt worden, daß derZerstörerzusammenmitbritischen Einheiten das deutsche U-Boot verfolgt habe. Die Tatsachen seien jedoch nicht durch Roosevelts Büro bekanntgegeben worden. Jetzt sage Roosevelt, die Freiheit der Meere" sei immer der Kardinalpunkt der USA.-Politik. Er sage das zu dem gleichen Zeitpunkt, da die b r i t i s ch e Flotte mit Zustimmung Roosevelts verbiete, daß USA.= Lebensmittel hungernde Kinder in den besetzten Gebieten Europas erreichten.
Berlin, 30. Ott. (DNB.) Roosevelt und die Clique um ihn haben die Torpedierung ihres Zerstörers „Kearney" zu einer maßlosen Hetze gegen die deutsche Seekriegführung benutzt. Die Hetzer haben immer wieder behauptet, der Zer- törer „Kearney" wäre von U-Booten ohne jede Veranlassung angegriffen worden. Die Schwindler hatten sogar die Kühnheit, deutsche U-Boote eines solchen unmotivierten Angriffs zu bezichtigen.
Jetzt stellt sich aber heraus, daß der ameri- kanische Zerstörer .Kearney" selbst der Angreifer gewesen ist. Der U8A.-Marine- minister Knox erklärte in einer Pressekonferenz, daß der Z e r ft ö r e r einem Frachter, der in einem Geleitzug fuhr, gegen einen U-Bootsangriff zu Hilfe eilte.
Als also ein U-Boot einen Frachter in einem Geleitzug angriff, was sein gutes Kriegsrecht ist, eilte der Zerstörer eines angeblichen neutralen Landes dem Frachter zu Hilfe und mische sich damit aktiv in eine Kriegs- Handlung ein. Daß es sich dabei um eine vollgültige Kriegshandlung handelte, gibt der USA.= Marineminister Knox selbst zu, wenn er weiter er- klärt, „Nationalität und Fahrtrichtung des Geleitzuges werden noch nicht bekanntgegeben." Wenn die Nationalität des Geleitzuges nicht britisch gewesen und seine Fahrtrichtung nicht nach England gewiesen hätte, bestünde für Knox kein Grund, über Nationalität ünd Fahrtrichtung nicht sprechen zu
Vor ein paar Tagen noch ein Herr der Lüfte, Faust am Steuer einer Maschine, die dem leise Druck gehorchte, und heute — halb gelähmt, unfä einen Schritt allein zu tun — ein Nichts. Es i ihm, als bröckle der Widerstand, der nur auf Eic sinn zu beruhen schien, langsam ab. Vielleicht du er Karin gar nicht daran hindern, sich jetzt sc nach München oder Berlin zu begeben? Ja — v leicht konnte sie ihm sogar einen Teil seiner Austr abnehmen, für ihn Vorarbeiten? Wenn sie sich der Kolonialschule in Witzenhausen umsehen mü wo er einmal nach geeigneten Kräften für Deu! Ost Ausschau halten sollte, wie?
Das wollte er ihr alles morgen sagen. H würde es ja wie eine große Schwäche ausfei nachdem er ihr eben erst ein hartes Nein geb' hatte. Es ärgerte ihn, daß er nicht vorhin auf di Gedanken gekommen war. Aber morgen würde c natürlicher aussehen, so, als hätte er es sich in Nacht überlegt.
Er streckte die freie, gesunde Hand aus, ihr gegen und bat fw zu sich her: „Also morgen J du mir Bescheid, ja, Karin? Ich warte solange!
Sie hätte an seiner vibrierenden Stimme nW müssen, daß eine Wandlung in ihm oorgegaj war. Aber sie war zu sehr mit sich selbst bescha um gegen einen Ansturm von seiner Seite gew net zu sein. Er hatte sie angeschrien, und das ihr Herz bereits ein wenig verhärtet. Wie soll! auch wissen können, daß man mit Gewalt, seelischem Druck nichts ausrichtete bei ihr, mit 1 und Einfühlung jedoch alles erreichte? Viel zu war die Zeit, viel zu gering die Gelegenheit, sich Günther zu offenbaren, ihr Innerstes vor auszubreiten. Worum hatte er sie nicht ein ein Mal bisher „Geliebte" genannt? Auf diese hatte sie gewartet, um sich ihm zu schenken, nur hieß es „Karin"! Manchmal nannte er sie in zärtlicher Anwandlung, ohne daß es zu paßte: „Aeffcken — Schäfchen —" am nt aber — wie fremb und falt das klang! — < Ung". Sie haßte dieses Wort. (Fortsetzung I
können. ,, ,
Die unberechtigte Einmischung her „Kearney in eine Kriegshandlung wird von dem USA.-Marine- minifter aber noch weiter bestätigt, wenn er angibt, daß die „Kearney" eine Meldung darüber erhielt, daß noch ein anderer Geleitzug von mehreren deutschen U-Booten angegriffen worden sei. Die „Kearney wußte also, daß sie sich mitten im Kriegsgebiet in eine Kriegshand1ung e in - mischte. Sie tat dies auch völlig akttv, denn s i e warf Wasserbomben. Ein Schiff, das Wasserbomben wirft, greift an, und Angriffe werden abgewehrt. Die Abwehr erfolgte wohlgemerkt nach öem Ab wurf der Wasserbomben durch drei Torpedos, deren je eines vor und hinter dem Zerstörer vorbeiging, während das dritte ihn mittschiffs traf, den Heizraum beschädigte, elf Mann tötete und zehn verwundete. .
Mit dieser Schilderung gibt her USA.-Manne- minifter selbst zu, daß d a s U - B o o t, das die drei Torpedos abgefeuert hat völlig im Recht gewesen sei. Es gehört schon eine wahrhaft amen-
ja nicht mehr so wie früher, als meine Mutter noch anfing mit Vater. Da hatten sie keine Maschinen da mußte überall von vorn angefangen werden, mußten die Eltern gemeinsam zupacken. Aber heute!"
Er machte eine etwas überhebliche Geste, die nur noch unterstrich, daß er Karin nicht verstand.
„Ich sehe ein, Günther, daß es keinen Zweck hat, länger darüber zu sprechen."
„Und was willst du tun?" Es lag doch plötzlich Diel Besorgnis in seiner Stimme. Aber Karin überhörte das.
„Ich weiß es noch nicht!" Sie zögerte einen Augenblick. Plötzlich hatte sie bas Gefühl, feige zu fein, war aber gleichzeitig von dem Gedanken wie besessen, daß sie nach Deutschland gehen werde. „Ich werde es dir morgen sagen, Günther. Ich sehe ein, daß es für dich eine große Ueberraschung gewesen fein muß. Du mußt dich vielleicht erst mit dem Gedanken, der an sich ja gar nichts Absurdes ist, vertraut machen!"
„Nein! und noch einmal nein!" klang es scharf vom Bett her.
Karin hob wie bedauernd die Schultern. Etwas Grundlegendes trennte sie rn dieser Sekunde von Günther. Blaß, den Arm noch immer geschient, zwar etwas beweglicher, aber noch nicht wieder völlig Herr über seine Kräfte, sah er zu ihr herüber. Diese Unbeholfenheit, diese erzwungene Tatenlosigkeit machte ihn nervös. Am liebsten hätte er aufspringen mögen und aus dem Krankenhaus flüchten. Die Gesichter der Aerzte, her Schwestern, mit denen er sich nicht verständigen konnte, waren ihm zuwider! Dieser süßliche Geruch von Medikamenten, der immer mit ihnen zugleich in das Zimmer herein- fam, regte ihn auf.
War dieser Sturz aus dem Himmel irgendwie eine Strafe oder ein Wink des Schicksals, bas ihn, den sonst so Verwohnten und Siegessicheren warnte? Hatte es ihn noch einmal vorbeigerissen am Tod?
Wie eine Sturmflut überkamen ihn diese Gedanken, als er Karin, wie mit einem seltsam fremden Sch'mmer umgeben, schon abgero^nbt von ihm, -wischen dem Fenster und seinem Bett stehen sah.
schen England und den Vereinigten Staaten gesprochen, in denen die Frage englischer Gegenleistungen für eine noro amerikanische Hilfe im Falle eines Krieges erörtert wurde. Die Regierung Chamberlain ist damals mit Roosevelt, soweit man erfahren konnte, zu keiner vertraglichen Einigung gelangt.
Zu oiefen Verhandlungen wird von nordamerikanischer Seite betont, daß man auf Bezahlung in bar verzichte, und daß man vor allem die Bildung großer Schuldkonten wie im vorige Kriege nicht zu wiederholen wünsche. Statt dessen verlangten die nordamerikanischen Unterhändler reale Sicherheiten. Sie dachten dabei an öffentliche Unternehmen, wie z.B. Kraftwerke in England, und an pr.ivate britische Unternehmungen, wie Bergwerke, Eisenbahnen und Plantagen im britischen Empire und in Iberoamerika.
Trotz des unbestimmten Ausgangs her Verhanb- lungen hat Präsident Rooseve11 sofort nach Kriegsausbruch mit dem Lend-Lease-Gesetz die damalige Linie konsequent fortgesetzt und jede Unterstützung auf Grund von Anleihen und Krediten ab- gelehnt. Im Lend-Lease-Gesetz wurde die Frage einer Bezahlung der nordamerikanischen Lieferungen durch England zunächst offengelassen. Das Anwachsen der Lieferungen, die finanzielle Beanspruchung des nordamerikanischen Bürgers und schließlich die Opposition, der Roosevelt mit seiner Politik begegnet, die USA. schrittweise auf Englands Seite in den Krieg zu führen, hüben jedoch zu einer Wiederaufnahme der vor 2>- Jahren gescheiterten Ueberlegungen Veranlassung gegeben. Von einem positiven Ergebnis erwartet man eine Stärkung der schwierigen Stellung Roosevelts. Es wird berichtet, daß der erste Versuch in dieser Richtung bei dem Atlantik-Treffen zwischen Roosevelt und
Churchill im August d. I. unternommen worben sei. Es ist möglich, daß sich die Erwägungen auch tm jetzigen Stadium noch auf einen Meinungsaustausch zwischen dem nordamerikanischen Präsidenten und dem englischen Ministerpräsidenten beschranken, und, daß es noch nicht zu offiziellen Regierungsoerhand, lungen gekommen ist.
Die Dementis des Staatssekretärs Hüll und de, englischen Fo re ign Office können deshalbi ror. mal richtig sein. Trotzdem erhalten sich die Gerüchte, daß die nordamerikanischen Fordernn» gen von England als Verha ndlungs« grundlage angenommen worden seien,
Australiens Vertreter im Kriegskabinett.
Stockholm, 31.'Oktober. (Europapreß.) Aus, Einladung des englischen Ministerpräsidenten bat Sir Earl Page, der Vertreter Australiens in London, am Donnerstag an einer Sitzung der Kriegskabinetts teilgenommen. Wie oertaiu tet, wird Page auch in Zukunft an diesen Sitzunge^ teilnehmen, wenn Fragen erörtert werben, bie fürJ Australien von Debeutung sind.
LlSA. in Iran und Irak.


