Ausgabe 
31.7.1941
 
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Sie Schützen im Kamps um die Merkreis-Misterschast.

Oie weiteren Ergebnisse.

Schluß?)

Beliebiger Anschlag.

Mannschaften: B-Klasse. Beste Mann­schaft wurde Postsport Gießen mit 556 Ringen (Unterkreismeister), und zwar die Schützen Otto Scheller 142, Fritz Hill 131, Willi Flach 139, und Hermann Paul 144 Ringe. Diese Mannschaft er­hält die Bezeichnung Unterkreismeister- Mannschaft des Unterkreises Gießen für 1941 in beliebigem Anschlag.

Zweitbeste Mannschaft: Schützenverein Gießen mit 555 Ringen, und zwar die Schützen Heinrich Appel 148, Willi Kunert 139, Karl Mootz 127, Hans Wessels sen. 141 Ringe.

Nächstbeste Mannschaft wurde KKSV. Steinbach mit 552 Ringen, und zwar die Schützen Heinrich Klingelhöfer 137, Karl Nicolaus 128, Lud­wig Haas VL 146, Hch. Ludwig Haas 141 Ringe.

Näch ste Mannschaft: Reichsbahn Gießen mit 548 Ringen, und zwar die Schützen Konrad Rabenau 131, Wllhelm Schwarz 133, Karl Magel 139, Karl Kehler 145 Ringe.

Nächste Mannschaft: Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 544 Ringen, und zwar die Schützen Lud­wig Schneider 143, Karl Heitz 153, Willi Becker 133, Gustav Krüger 115 Ringe.

Einzelmeister wurde Karl Heitz von der Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 153 Ringen. Er erhält somit die Bezeichnung Einzelmeister des Unterkreises Gießen lür 1941 mit Kleinkaliber in beliebigem Anschlag.

Mannschaften der E-Klasse: Beste Mann­schaft: Schützenverein Gießen mit 512 Ringen, und

Ohne Opfer kein Sieg! Hilf auch Du mit und bringe Dein Opfer freudig und reichlich zum 2. Kriegshilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz am kommenden Sonntag.

zwar die Schützen Julius Funk "114, Hans Schmall 138, Eugen Daupel 132, Willi Horn 128 Ringe.

D ie nächstbeste Mannschaft: Schützen- gefellfdmft 1926 Gießen mit 503 Ringen, und zwar die Schützen Johann Frohn 122, Karl Neeb 135, Heinz Rau 130, Hermann Meckel 116 Ringe.

Nächste Mannschaft: Reichsbahn Gießen mit 499 Ringen, und zwar die Schützen Konrad Scheid 129, Heinrich Schäfer 124, Georg Kraft 127, Wilhelm Rodenhausen 119 Ringe.

Nächste Mannschaft: Poppe & Co., Gie­ßen, mit 466 Ringen, und zwar die Schützen Karl Hartmann 115, Walter König 131, Albert Müller 101, Karl Jacob 119 Ringe.

Einzelschütze der E-Klasse: Hermann Sauer, Schützenverein Gießen, 115 Ringe.

Mannschaft der v-Klasse: Beste Mann­schaft Reichsbahn Gießen mit 516 Ringen, und zwar die Schützen Otto Rohm 137, Konrad Hack AV, Fbchann Becker 137, Erwin Müller 125 Ringe.

Einzelschüßen der v-Klasse: Fritz Dewald, Gießen, 118; Martin Guth, Gießen, 115; Theodor Müller, Steinbach, 111; H. Herrmann, Gießen, 83 Rin'ze.

Altersklasse: Meistermannschaft: Schützen­verein Gießen mit 521 Ringen, und zwar die Schützen Konrad Dreyer 114, Willi Georg 149, Adolf Möhl 109, Georg Schilling 149 Ringe. Diese Mannschaft erhält die Bezeichnung: Meister­mannschaft der Altschützen des Unterkreises Gie­ßen für 1941 in beliebigem Anschlag.

Altersmeister in beliebigem Anschlag wurde Georg Schilling vom Schützenverein Gießen mit 149 Ringen. Er erhält somit die Bezeichnung: Alters­meister des Unterkreises Gießen für 1941 in be­liebigem Anschlag.

Wehrmanngewehr.

Mannschaften der E-Klasse. Sieger­mannschaft: Schützenverein Gießen mit 822 Ringen, und zwar die Schützen Heinrich Appel 239, Willi Kunert 213, Karl Mootz 185, Hans Wessels sen. 185

*) Vgl. den ersten Teil des Berichtes im Sport­teil vom gestrigen Mittwoch.

Ringe. Diese Mannschaft erhält die Bezeichnung: Unterkreismeister des Kreises Gießen für 1941 mit Wehrmanngewehr 175 m.

Einzelmeister wurde Heinrich Appel vom Schützenoerein Gießen mit 239 Ringen. Er erhält somit die Bezeichnung: Unterkreismeister des Unter­kreises Gießen für 1941 mit Wehrmanngewehr 175 m.

Mannschaften der v-Klasse: Beste Mannschaft Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 730 Ringen, und zwar die Schützen Ludwig Schnei­der 185, Walter König 153, Karl Heitz 198 und Willi Becker 194 Ringe.

D i e zweitbeste Mannschaft: Postfport Gießen mit 699 Ringen, und zwar die Schützen Otto Scheller 206, Willi Flach 145, Hermann Paul 172, Fritz Hill 176 Ringe.

Näch stbeste Mannschaft: Schützengesell­schaft 1926 Gießen mit 607 Ringen, und zwar die Schützen Konrad Becker 175, Fritz Dewald 123, Karl Neeb 163, Johann Frohn 146 Ringe.

Einzelschütze der v-Klasse: E. Vaupel, Schützenverein Gießen, 176 Ringe.

Mannschaft Altersklasse: Schützenver­ein Gießen mit 749 Ringen, und zwar die Schützen Konrad Dreyer 186, Willi Georg 213, Adolf Möhl 123, Georg Schilling 227 Ringe. Diese Mannnschaft erhält die Bezeichnung: Meistermannschaft der Altschützen des Unterkreises Gießen für 1941 mit Wehrmanngewehr 175 Meter.

Einzelmeister der Altschützen wurde Georg Schilling vom Schützenverein Gießen mit 227 Rin­gen. Er erhält somit die Bezeichnung: Alters - m eist er des Unterkreises Gießen für 1941 mit Wehrmanngewehr 175 Meter.

Weiterer Einzelschüße der Altschüßen- klasse Heinrich Kern, Postsport Gießen, mit 170 Ringen.

Die Bezirksführung 8 Gießen des NSRL. führt am 9. und 10. August d. I. in Gießen einen B e - zkrks- Turn- und Sporttag durch. Aus technischen Gründen finden die Wettbewerbe der Fachämter Rudern und Kanu bereits am kommen­den Sonntag, 3. August, auf der Gießener Regatta­strecke mit Ziel Unteres Bootshaus der Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 statt. In Verbindung mit den Wettbewerben der Fachämter Kanu und Rudern wird auch die HJ.-Bannmeisterschaft und der HJ.- Bannsieger ausgetragen.

In einer Besprechung auf dem Bootshaus des RuderklubsHassia" 1906 wurden von dem Be- zirksfachwart Rudern Willi Becker (Gießen) die eingegangenen Meldungen bekanntgegeben und die Veranstaltungsfolge festgesetzt. Von den ausgeschrie­benen Rennen des Fachamtes Rudern können neun Rennen stattfinden, während vier Rennen ausfallen müssen, da keine Partner gemeldet haben. Melüun- gen gaben ab: Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e.V., RuderklubHassia" 1906 Gießen und der Wetzlarer Ruderklub 1880. ZumJungmann-Einer",Senior- Einer" und zumDoppelzweier für Frauen" hatte nur die GRG. gemeldet; für denAltherren-Vierer" hatte der RuderklubHassia" als einziger ein Boot gemeldet, leider müssen diese Rennen ausfallen.

Das Fachamt Kanu hatte 16 Rennen ausge­schrieben, von denen nach den eingegangenen Mel­dungen nur vier Rennen zustande kommen. Auch diese vier Rennen werden die Entscheidung des HJ.- Bannmeisters und des HJ.-Bannsiegers bringen. Meldungen gaben ab: Paddlergilde Gießen, Gieße­ner Ruder-Gesellschaft, Universität Gießen und Reichsbahn-Turn- und Sportgemeinschaft Wetzlar. Wettfahrtleitung liegt in den Händen der beiden Bezirksfachwarte für Rudern und Kanu, W. Becker und R. H a e g e. Um 14.30 Uhr wird das erste Lernen gestartet werden. Nach zwei Rennen der wird jeweils ein Rennen der Kanuten

ausj^WW. Auf diese Art und Weise werden die AnMWMdes Wassersports ein abwechslungsreiches und Mmnendes Programm erleben können. Nach­stehend die Rennfolge und die Meldungen:

Rennen 1: HI., Anfänger-Vierer mit Steuermann, 800 m: 1. Lauf:Hassia" und GRG., 2. Lauf:

Dem Schießen um die Unterkreismeisterschaft war einDergleichsschießenderJungschützen angegliedert. Geschossen wurde auch hier mit Klein­kaliber milit. Anschlag auf 50 Meter 12kreisige Ringscheibe, und zwar je 5 Schuß liegend freihand, kniend freihand und stehend freihand in jeweils 5 Minuten. Die Mannschaften bestanden auch hier aus 4 Mann; es waren vertreten vom Postsport Gießen eine Mannschaft, die Schützengesellschaft 1926 Gießen mit zwei Mannschaften, Schützenverein Gießen mit einer Mannschaft, KKSV. Leihgestern mit einer Mannschaft und KKSV. Steinbach mit zwei Mannschaften.

Siegermannschaft wurde die Mannschaft der Schützengesellschaft Gießen mit 498 Ringen, und zwar die Jungschützen Fritz Helfenbein 141, Kurt Petri 107, Peter Dunkel 118, Erwin Rein- städller 132 Ringe.

Die zweitbeste Mannschaft stellte Post­sport Gießen mit 474 Ringen, und zwar die Jung­schützen Heinz Schäfer 125, Wolfgang Schäfer 127, Herbert Ihm 95, Walter Loth 127 Ringe.

Die näch st beste Mannschaft stellte der Schützenverein Gießen mit 461 Ringen, und zwar die Jungschützen Hans Wessels jun. 88, Joachim Hölzel 130, Heinrich Kraft 126, Eberhard Beigang 117 Ringe.

D i e nächstbeste Mannschaft stellte Leih­gestern mit 427 Ringen, und zwar die Jungschützen Richard Dern 119, Arthur Seipp 94, Richard Leun 104, Otto Brück 110 Ringe.

Nächstbeste Mannschaft stellte Schützen- sellschast 1926 Gießen mit 420 Ringen, und zwar die Schützen Hans Alfred Noll 105, Hans Stein­müller 114, Oskar Fischer 85 und Wilfried Kröck 116 Ringe.

D i e näch st e Mannschaft stellte Steinbach mit 402 Ringen, und zwar die Jungschützen Erwin Müller 62, Ernst Schneider 113, Ernst Schindler 105, Erich Haas 122 Ringe.

Die näch st e Mannschaft stellte ebenfalls Steinbach mit 328 Ringen, und zwar die Jung­schützen Tcheo Reuschling 103, Alfred Pitz 69, Karl Reuschling 84, Ludwig Rudnick 72 Ringe.

Bester Jungschütze des Unterkreises ist Fritz Hel­fenbein von der Schützengesellschaft 1926 Gießen mit 141 Ringen.

Hassia" und Wetzlarer Ruderklub. Rennen 3: Zweier-Faltboot, HI., Klasse B, 400 m: Paddler- gilde Gießen und Paddlergilde Gießen. Rennen 4: HI., Leichtgewichtsvierer mit Steuermann: 800 m: 1. Lauf: Wetzlarer Ruderklub undHassia"; 2. Lauf: GRG. undHassia". Rennen 6: Einer-Faltboot, HI., Klasse A, 600 m: Paddlergilde Gießen 3 Boote und GRG. Rennen 7: Kriegs-Achter, 1000 m: GRG. undHassia". Rennen 8: Riemen-Zweier mit Steuermann für Frauen, 800 m: GRG. und Hassia". Rennen 9: Einer-Faltboot, Anfänger, 1000 m: Paddlergilde und Universität. Rennen 10: HI., Jungmann-Vierer mit Steuermann, 1000 m: Hassia" und GRG. Rennen 11: Riemen-Zweier mit Steuermann für Männer, 800 m:Hassia" und Wetzlarer Ruderklub. Rennen 12: Zweier-Falt­boot, HI., Klasse A, 600 m: Paddlergilde 2 Boote und Reichsbahn-Turn- und Sportgemeinschaft Wetz­lar. Rennen 13: Riemen-Vierer mit Steuer­mann für Frauen, 800 m: GRG. und Wetzlarer Ruderklub. Rennen 14: Kriegs-Vierer mit Steuer­mann, 1000 m: Wetzlarer Ruderklub und GRG. Rennen 15: HI., Achter, 1000 m:Hassia" und GRG. Rennen 16: Einer-Faltboot, HI., Klasse 400 m: GRG. 2 Boote und Paddlergilde Gießen. Sch.

Vom Fußball.

eich 1. 3gd. Steinbach 1. 3gb. 4:2 (1:2).

Am vergangenen Sonntag war die 1. Jugend von Steinbach in Lich zu Gast. Die Gastgeber stellten eine starke Elf ins Feld. In der ersten Hälfte waren die Gäste zweimal erfolgreich, denen die Platzbesitzer nur ein Tor entgegehsetzten. Nach dem Wechsel versuchten beide Mannschaften, das Resultat zu verbessern. Die Gastgeber glichen aus und konn­ten dann sogar auf 4:2 erhöhen. Den Gästen gelang es nicht, obwohl sie immer wieder das gegnerische Tor bedrängten, den verdienten Ausgleich zu er­zielen.

Garbenleich 2. Jgd. Steinbach 2. 3gb. 4:0.

Die 2 .Jugend von Steinbach mußte in Garben­teich gegen die dortige 2. Jugend ebenfalls eine Niederlage hinnehmen. Die Gastgeber konnten in der ersten Hälfte zwei zählbare Erfolge erringen und

Ruder- und Kanu-Regatta in Gießen.

Die Dominiks.

Roman von Hellmuth M. Böttcher.

44. Fortsetzung. . (Nachdruck verboten.)

Also treffen wir uns nach alter Regel auf der Mitte, Herr Direktor", schlägt er vor.Fünfhundert­tausend das ist halb geschenkt!"

Dominik fühlt das Nachgeben, aber auch den Rechenfehler, den Frinzka absichtlich macht.

Die Mitte zwischen Gebot und Forderung wäre vierhundertfünfundsiebzig", stellt er fest.

Bedenken Sie, daß Sie die Majorität kriegen." 2tz,Also meinetwegen!"

Fünfhunderttausend? "

Fünfhunderttausend."

Einverstanden!" bekräftigt Frinzka. Er macht sein Kirchenratsgesicht.Da haben Sie ein gutes Geschäft gemacht. Gratuliere!"

Dominik schließt für ein paar Sekunden die Augen. So! Das ist also vorüber!

Nun braucht man bloß noch die Bank herumzu­kriegen.

Nissen, der Bengel, mit seinem leichtsinnigen Op­timismus, hat recht behalten. Jugend! Ein Alter kommt nicht mehr auf solche Wagnisse. Ohne Nissen wäre er nie auf den tollkühnen Gedanken gekom­men, Frinzka das Aktienpaket abzukaufen gegen eine halbe Million Schulden!

Morgen wird er seine Effekten verkaufen. Das gibt die Anzahlung. Hypothek auf die Villa: die zweite Rate. Dann wird inzwischen die Dividende für die Werft und seine Direktorentantieme fällig. Das reicht für die dritte Rate und schon teilweise für die vierte.

Sie fahren zu Speier. Der Vertrag bedarf nach dem Gesetz der notariellen Beurkundung.

Und als dann die beiden Namen der alten Gegner auf den Papieren stehen, reichen sich die zwei zum erstenmal seit langen Jahren die Hände.

Dominik will vergessen, was Frinzka ihm angetan hat. Die Zwietracht non fünfundzwanzig Jahren soll tot sein.

Die 4Zeneralversammluno ist am 28. August, nach­mittags 4 Uhr, im Gesellschaftshaus derKrone".

Etwa fünfzehn Herren haben sich schon eine Vier­telstunde vorher zusammengefunden.

Die Aktionäre stehen in kleineren Gruppen bei­einander und stecken die Köpfe sorgenvoll zusammen.

Was soll mit einemmal diese seltsame Sitzung, die doch wie ein Gericht aussieht? Natürlich ist aller­hand in den letzten Wochen auch zu ihnen durch­gesickert.

Gewiß, über den Kauf dieser alten Rumpelkiste von Birk & Co., deren Inhaber schon lange nicht leben und nicht sterben konnten, kann man verschie­dener Meinung sein. Aber schließlich muß doch Dominik auch wissen, was er will? Er hat's jahr­zehntelang bewiesen. Und man ist immer gut dabei gefahren. Es sind ein paar Herren dabei, die schon an der Gründungsversammlung der Werft teil­genommen haben und deren damals zögernd ge­machte Einlage sich inzwischen verdreifacht oder ver­vierfacht hat, wenn man die Zinsen zusammen­rechnet.

Allerdings es gibt auch andere Stimmen.

Da ist der Inhaber des Bankgeschäftes Schneider & Co. und der Direktor einer Großbank. Die beiden Herren stehen abseits am Fenster. Anscheinend sind sie noch nicht fertig mit ihrer Meinung. Einer Unterhaltung mit den anderen Anwesenden weichen sie aus.

Da sind vor allem ein paar Lieferanten der Norddeutschen Werft ein Holzhm-cdler zum Bei­spiel, mit dem sich Dominik mal verkracht hat, weil er ihm stockige Buchen geliefert hatte. Ein" Innen­architekt, der die Ausstattung der Lindschen Schiffe zeichnet. Rechtsanwalt Speier und noch so ein halbes Dutzend Leute, die in irgendwelcher Geschäftsver­bindung mit Lind stehen.

Die wollen es natürlich auf keinen Fall mit ihrem langjährigen Geschäftsfreunde verderben.

Mit dem Glockenschlag vier betreten Friedrich Dominik Nissen und Dr. Klarer den Sitzungs­raum. Klarer als Notar. Er sieht die Hinterlegungs­liste ein. Addiert die Beträge.

Inzwischen wechselt Dominik mit einzelnen der Anwesenden ein Kopfnicken der Begrüßung. Er sieht sehr blaß aus. Sehr ernst.

Der Aufsichtsrat fehlt noch, darunter auch Lind. Nur sein Sekretär ist da; er sitzt ganz unten am Ende des Tisches, dicht vor dem Eingang.

Aber Linds Name steht in der Liste der hinter­legten Aktien. Die Namen der anderen beiden Herren vom Aufsichtsrat nicht. Die scheinen vor­gezogen zu haben, bei dem zu erwartenden Krach nicht dabei zu sein.

- Soll man noch warten?

Dominik schüttelt den Kopf.

Herr Notar, wie spät ist Ihre Uhr?"

Sieben Minuten nach vier, Herr Direktor."

Danke."

Dominik erhebt sich.

Ich stelle fest, daß vier Uhr vorüber ist, und er­öffne hiermit die heutige außerordentliche General­versammlung der Dominik-Werft Aktiengesellschaft."

Dann noch ein paar Formalitäten.

Die Einladung wird vorgelesen. Das Datum genau festgestellt. Die Ordnungsmäßigkeit der Ein­berufung hervorgehoben.

Dr. Klarer macht seine Notizen für das notarielle Protokoll. Er ist der einzige, der, unabhängig vom Ausgang der Sitzung, verdient. Auf jeden Fall.

Lind fehlt noch immer.

Nun wird Dominik doch unsicher. Steckt dahinter eine neue Teufelei? Oder hat er's aufgegeben?

Dominiks Stimme klingt belegt.

Wir kommen zu Punkt a der Tagesordnung. Der Kauf der Firma Birk & Co. wird nicht ge­nehmigt wünscht jemand das Wort hierzu?"

Speier meldet sich.

Würden Sie uns erst mal erklären, um was es sich bei der ganzen Sache handelt? Die Generalver­sammlung ist bisher nur durch vage Gerüchte orien­tiert und kann sich also kein Urteil bilden."

Lind ist noch immer nicht da. Sein Sekretär macht sich Notizen.

Dominik berichtet von den Notwendigkeiten, die zu dem Kauf geführt haben und von den lebens­wichtigen Vorteilen, die er der Dominik-Werft brin­gen wird. Er spricht von seinen jahrzehntealten Be­mühungen um die Angliederuyg dieser Firma, von den Vorzügen des Birkstahls, von den Möglichkeiten, nicht nur den Motorbootbau fortzuführen, sondern

dann nach dem Wechsel den Sieg sicherstellen. Die Gäste versuchten zum Ehrentor einzuschießen, tonn­ten sich jedoch nicht durchsetzen.

Handball-Spiele um den Lahn-pokal.

In beiden Gruppen nahmen die Spiele den er. warteten Verlauf. Die Torunterschiede werden jedoch schon wesentlich geringer. Lang-Göns mußte sich in Heuchelheim sehr anstrengen. Das Gießener Lokal, treffen sah die Luftwaffe als Sieger. Im nächsten Treffen siegte Grüningen über Holzheim. Dornholz, hausen mußte auf eigenem Platz eine Niederlage von 10:15 (5:3) Toren gegen Niedergirmes hin- nehmen, obwohl sie in der ersten Hälfte führten. Katzenfurt konnte sich ebenfalls nur bis zur Halb­zeit behaupten, um dann Hochelheim mit 5:9 (4:3) Toren den Sieg zu überlassen.

Heuchelheim Lang-Göns 5:8 (2:3).

Zwei gleichwertige Gegner standen sich hier gegen, über. In der ersten Hälfte gelang es der Platz. Mannschaft das Spiel offen zu halten. Nach dem Wechsel konnte sie nicht mehr mithalten. Die Gäste kamen mehr auf und konnten einen knappen Sieg erringen.

Luftwaffe Gießen Männerlurnverein Gießen 12:8

Schon gleich nach Anstoß konnte die Luftwaffe das erste Tor erzielen. Einige Deckungsfehler der Platzmannschaft ausnutzend, gelang es dem Mto., viermal erfolgreich zu sein. Die Soldaten versuchten es darauf mit Einzelaktionen, die aber nichts ein. brachten. Bis zur Pause war jede Mannschaft noch zweimal erfolgreich. Nach Wiederbeginn fand sich die Luftwaffe besser zurecht. Der Mto. dagegen war ermüdet und brachte nur noch wenige gefahr. liche Angriffe vor. Bis Spielende gelangen der Luftwaffe noch neun Treffer, während die Turner noch zweimal erfolgreich waren.

Grüningen Holzheim 10:5 (3:2).

Das Halbzeitresultat zeigt schon, daß die Gäste großen Widerstand leisteten. Nach dem Wechsel hatte die Platzmannschaft mehr vom Spiel, wogegen Holzheim nachließ. Nach den gezeigten Leistungen ist das Resultat etwas zu hoch ausgefallen.

Wirtschaft.

* Daimler-Benz AG. Stuttgart. Die HV. genehmigte wieder VA v. H. Stamm- und 4 v. H. Vorzugsaktiendividende. Der Vorsitzer Staatsrat Dr. von Stauß begründete den Antrag auf Schaffung von bis zu nom. 25 Mill. RM. genehmigtes Kapital mit der besonders regen Tätig­keit und der Zielsetzung der Werke. Zu gegebener Zeit werde die Frage des Bezugsrechts geprüft in dem Sinne, die Aktien möglichst billig herauszu- geben. Ob im Zusammenhang hiermit eine Kapital- aufftotfung vorgenommen werden wird, sei noch ungewiß. Zunächst habe die Gesellschaft die Sonder- steuer durch Beibehaltung des Dividendensatzes von VA v. H. für die Stammaktien auf sich genommep. Zur Zeit ist das Unternehmen weiter vollbeschäftigt

*BayerischeMotorenwerke AG. Mün­chen. Aus einem nach 2,23 (1,41) Mill. RM. Ab­schreibungen verbleibenden Reingewinn von 1,873 (1,534) Mill. RM. werden wieder 8 v. H. Dividende auf diesmal 22,5 (15,0) Mill. RM. Kapital ausge­schüttet. Wenn durch den Krieg einzelne Fabrika- tionsgebiete eingeschränkt werden mußten, so konn­ten die freiwerdenden Arbeitskräfte und Fabrika- tionsstätten für die zur Zeit im Vordergrund stehen­den Aufgaben eingesetzt werden. Der Auslandsum­satz konnte nahezu auf Vorjahreshöhe gehalten wer­den, das finanzielle Ergebnis hat sich sogar ver­bessert. Wegen des wachsenden Finanzbedarfs der Tochtergesellschaften wird der HV. eine weitere Erhöhung des Kapitals um 27,5 auf 50 Mill. RM. vorgeschlagen. Zum 31. 12. 1941 ist ferner eine Ka- pitalberichtigung beabsichtigt, deren Ausmaß spä­terer Ueberlegung vorbehalten bleibe.

Folgenschwere Explosion eines Spirituskochers.

* All 6 ndorf (Lumda), 31. Juli. Hier ereignete sich dieser Tage ein Unfall, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Die Frau des Ar- beiters Otto Kämmer kochte Brei auf, einem Epi' rituskocher, während ihre Kinder um den Tisch saßen. Vermutlich durch eine zu große Spiritus­menge, die in den Apparat gelangte, ereignete sich eine heftige. Explosion. Der dreijährige Sohn erlitt dabei so schwere Brandwunden, daß er wenig später in der Chirurgischen Klinik in Gießen starb. Der 'sieben Jahre alte Sohn und die Mutter erlitten ebenfalls erhebliche, aber zum Glück nicht lebens­gefährliche Brandwunden an Gesicht und Händen.

auch die Helgen von Birk & Co. für die Ausführung der^Wolgadampferbauten auszunutzen.

Den Namen Lind erwähnt er mit keinem Wort.

Die Gesichter der Anwesenden klären sich nach und nach auf.

Also braucht man sich wohl noch keine Sorgen um seine Aktien zu machen? Gott sei Dank!

Lind scheint nicht kommen zu wollen.

Wird noch eine Aufklärung gewünscht?" fragt Dominik.

Seine Brust wird langsam freier.

Nur ein paar Frager melden sich mit nebensäch­lichen Dingen.

Der Sekretär von Lind geht leise hinaus.

Sollte es wirklich ohne Streit abgehen? Wird er, ohne das Machtmittel der Majorität gebrauchen zu müssen, obsiegen? Es sieht fast so aus. Die meisten Gesichter sehen voll Vertrauen zu ihm hinüber.

Wenn keine weiteren Fragen vorliegen, f° schließe ich die Diskussion und bitte Anträge zu stellen."

Er wartet eine, zwei, drei, vier Sekunden.

Keine Hand regt sich.

Dominik atmet auf.

Ich stelle fest, daß zu Punkt a der Tagesordnung Anträge nicht"

Da fliegt die Tür auf.

Lind!

Dicht hinter ihm sein Sekretär.

Er setzt sich breit an die untere Schmalseite des Tisches, dem Vorstandsplatz gegenüber, doch von ihm durch die ganze Länge des Tisches getrennt

Gleichzeitig hebt er die Hand.

Alle Köpfe fahren herum.

Die lleberrafcbung scheint glänzend gelungen.

Im Augenblick spannen sich alle Gesichter.

Was kommt nun?

Die beiden Bankdirektoren, die sich bisher ganz still verhalten haben, tuscheln ein paar Worte.

Dominik steht noch immer aufrecht an seinem Tischende. . .

Seine Hand geht fahrig hin und her. Nissen schiem ihm ein Glas Wasser hin. Dominik trinkt hast'9 einen Schluck und wirft das Glas beim Hinstellen um. Das Wasser läuft über die Tischdecke.

(Fortsetzung folgt)