Ausgabe 
31.7.1941
 
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180 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Donnerstag, 31. Zull 1941

Papier sparen im Haushalt!

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I foniinenial -REIFEN

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rELASTOCORN

Runde gelhe Sorten

Lange gelbe Sorten

,075 RM.

065 RM.

a) b)

Sorten % kg

,07 RM.

,06 RM.

Hof:

Weiße, rote, blaue

Gäuglingsprüfung

Von Dr. I. Schwanke.

sollte man eigentlich so-lche JnteMgenzprüfungen in angemessener Form nicht auch bei größeren Säug­lingen anstellen? Um den Hals einer hübschen bunten Gummi-Ente wurde also eine Schnur ge­bunden. Dann zeigte die Schwester dem Kleinkind die Ente, um seine Aufmerksamkeit und seine Be­gehrlichkeit zu erwecken, und stellte das Spielzeug in das Bettchen hinein, aber auf der entgegenge- etzten Seite. Rur das Ende der Schnur wurde dem Kinde griffbereit in die Nähe gelegt. Was nun er­folgte, war ganz verschieden: das eine Kleinkind guckte erst ein Weilchen bald auf die Ente, bald auf die Schnur, bald zur Schwester. Es hatte den Zu­sammenhang anscheinend erfaßt. Denn es spielte erst etwas mit der Schnur, knüllte sie zusammen und zog so die Ente ein wenig auf sich zu. Das nächste Kindchen sah die Schnur überhaupt nicht, sondern nur das schöne Spielzeug, das es unbedingt und auf dem schnellsten Wege haben wollte. Da aber das Hinkriechen auf der weichen Matratze nicht so einfach ist, griff es nach dem Gitter des Bettchens und versuchte, sich rasch an den Stäben entlang zu der Ente hinzuhangeln ein richtiger kleiner, etwas unüberlegter Draufgänger! Das dritte Baby entdeckte die Schnur ebenfalls nicht als ein Mittel, die Ente heranzuholen. Es machte den Versuch, sich vornüber fallen zu lassen und so der Ente näher zu kommen. Aber selbst mit ausgestreckten Aerm- chen konnte es das Spielzeug nicht erreichen, wollte noch etwas weiter rutschen und schlief kurz vor dem Ziel ein. Das vierte Kind hingegen beachtete die Ente, die ihm die Schwester vorhielt, überhaupt nicht; als sie ihm aufgedrängt wurde, zeigte es ge­radezu Angst vor dem Spielzeug. Mit ihm war also gar nichts anzufangen.

Nach einem einzigen solchen Versuch darf man selbstverständlich niemals ein Kindchen beurteilen! Man muß auch darauf achten, zu welcher Tageszeit man diePrüfung" abhält. Kurz nach einer Mahl­zeit z. B. wird vielleicht auch das überlegt und zweckdienlich handelnde Kind Nr. 1 auf halbem Wege einschlafen. Außerdem zeigt der xrfte Versuch hauptsächlich, ob die Kinder gewisse einfachste Zu­sammenhänge erkennen und ausnutzen. Man

,08 RM.

,07 RM.

Verdunkelungszeit

31. Juli von 21.14 bis 5.37 Uhr.

man wendet sie, um sie erneut benutzen zu kön­nen. Mancher unserer Briefe bedeutet eine Pa- pieroerschwendung, denn er wurde nur auf zwei, höchstens drei Seiten beschrieben. Künftig halten wir aber daran fest, uns in solchen Fällen mit kleinen Briefbogen, Zetteln zu begnügen. Alle eingegangene Post wird genau auf leere Stellen hin untersucht, die man entfernt und zu einem Notizblock zusammenheftet. In der Küche allerdings hat der Notizblock überhaupt^ ausge­spielt. Hier ersetzen wir ihn durch eine Schiefer­tafel, um notwendige Einkäufe darauf anzumer­ken. Drucksachen, die ankamen, werden keiner Be­achtung gewürdigt und wandern meist in den Pa­pierkorb, ungeachtet des leeren Raumes, der auf dem Bogen ist oder des unbeschädigten Um­schlages, der so leicht zu wenden wäre. Bei Ge­legenheit aber stopft man den Ofen mit diesen Papieren voll. Und wie schädlich ist es doch, un­sere Wärmespender mit derartigen Dingen zu füt­tern, ganz abgesehen davon, daß altes Papier keinesfalls verbrannt werden darf, sondern in die Altpapiersammlung gehört, um neu aus­genutzt zu werden. Hitler-Jugend ist mit Eifer hinter den Altpapieren her und holt [ie ab, ohne daß wir irgendwelche Scherereien und Aufhaltun­gen dadurch hätten.

Auch sei nochmals dringend auf die Säckchen hingewiesen, die praktische und sparsame Haus­frauen schon lange in Gebrauch haben, um Mehl, Zucker und andere Nahrungsmittel einzukaufen. Auch hierbei sprechen zwei Vorteile mit: Papier­ersparnis und solche an Lebensrnitteln denn durch zerrissene Papiertüten ging im Laufe der Zeit schon manches Pfund kostbarer Nahrung ver- loren.

Der Gebrauch geräumiger Einkaufstaschen hilft ebenfalls Papier sparen, denn in ihnen kann man­ches unverpackt verstaut werden, was sonst eines ausgiebigen Packpapieroerbrauches bedarf. H. v. L.

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Derartige Versuche, die schon recht tiefe Ein- t'ife in die Anlagen des Säuglings 9e®a9^n' hri man aber auch systematisch ausgebaut. "-pstlchO' technische Prüfungen" nimmt man bekanntlich leit nie en Jahren z. B. in der Berufsberatung an den schulentlassenen vor, um an einer Reihe sorgsa - ig ausgewählter Aufgaben zu erproben ob der ^endliche ein gutes Gedächtnis für Zahlen Y t, schickt mit den Händen ist, sich scharf konzentrieren him, eine geringe Schrecksekunde hat usf^Warum,

tdiet, so bleibt das Wetter schön." Auch andere An­zechen für anhaltend schönes Wetter gibt es. So h^en wir:Fliegt der Kiebitz tief und die Schwalbe hlch, fo bleibt die trockne Witterung noch." Und Lil Sonnenwärme soll der August bringen, denn: Bas Juli und August am Wein nicht vermocht, dl; wird vom September nicht gargekocht."

Wie wichtig überhaupt der August für den Ernte­st, en ist, das geht hervor aus dem knappen Wort: lugust gibt den Gust!" (Geschmack.) Wir haben nrnommen, wie sehr sich der Landmann einen heißen August wünscht. Ganz ohne Regen soll er ober doch nicht sein, denn:Wenn's im August ohne Ngen abgeht, ein mager Pferd vor der Krippe fi .)t." Sehr wichtig für das Wetter der nachfolgen­der Zeit sind dem Bauern auch bestimmteLos- twe. Für den 4. August merke man:Je ärger der Mge Dominikus schürt, desto ärger man im Win­ter friert", oder:Hitze an Sankt Dominikus, ein horter Winter folgen muß!" Eine besondere Bedeu­tung wird dem Tag des heiligen Lorenz (10. August) UO dem des heiligen Bartholomäus (24. August) beigemessen. So zUm Beispiel:Laurentius heiter uiD gut, einen schönen Herbst verheißen tut." Oder: iie Lorenz und Sankt Barthel sind, so wird der Wirbst, sei's rauh, sei's lind." Von Mariä Himmel- foh-t, dem 15. August, heißt's:Gut Wetter an Mriä Himmelfahrt, das kündet Wein von bester Alt." Und:Mariä Himmelfahrt Sonnenschein, Mngt viel Obst und guten Wein." Vom 16. August i'ölrb gesagt:Bringt Rosamunde Sturmeswind, so ist Sybille uns gelind." Oder:Wie Bartholomäus firfi verhält, so ist der ganze Herbst bestellt", und: tzleiben die Störche nach Bartholomä, so gibt's tiren Winter, der tut nicht weh." Anderwärts Ußt's:Der Barthelmann hängt dem Hopfen die Mben an."Lorenz und Barthel Sonnenschein, bringt meistens viel und guten Wein", dasselbe stißt's vom Aegidiustag, und:Hat unsere Frau ! M Wetter, wenn sie zum Himmel fährt, gewiß sie ! Men Wein beschert." Aber:Regen an Bartholoma, iw den Trauben weh"; ein kleiner Trost ist bann: Iegnet's St. Bartholomä auf den Hut, wird der fjtrbft trocken, und die Kartoffeln geraten gut."

$ür den 23. August, den Baldrianstag, ist mir fene Wetterregel bekannt. Wohl aber knüpft sich

I ganzes System von Prüfmethoden aufgebaut, m examiniert damit heute Kinder aller Lebens- !t, und selbst der Säugling muß schon Auskunft 'über seine Anlagen und seinen Charakter erteilen. 65 ist erstaunlich, wie vielseitig seine unbewußten Irtroortrn auf die klug durchdachten Fragen des -liiderpsychologen fein können. Man gebe einmal Nschiedenen Kindern im Alter von 10 bis 12 Mo- ;naien die gleichen Puppen. Ein Kleines lächelt |o- ! fort die Puppe an und umarmt sie. Es hat Kon- w mit dem Spielzeug gefunden. Ein anderes Kind toi ft zwar auch gleich danach, betrachtet aber die tippe kritisch und verzieht das Gesichten; viel- ltid)t wirft es gar das Spielzeug weg. Wir wissen je nicht, was in diesen Kindern vor sich geht und : Mrum jenem Kind die Puppe .gefällt und diesem ir.qt. Zweifellos aber hat das erste Kind zunächst iis Schöne an dem Spielzeug gesehen, dem zwei- itn dagegen fielen sofort irgendwelche Eigenschaften |t, die ihm nicht behagten. Wächst hier vielleicht ein kleiner Meckerer heran, ein Mensch, der stets an feirer Umgebung zunächst das Ungünstige bemerkt. .. selbstverständlich darf man solche Vermutungen nie «th einem einzelnen Versuch hegen! Uber wenn 11: man bei einem Kleinkind öfters eme derartige jjaitung beobachtet, liegt die Befürchtung doch nahe.

An solchem zerleg- und zusammensetzbarem Spielzeug kann man also selbst bei einem Klein­kind schon so etwas wie einenkonstruktiven Geist" erkennen. Man freut sich, wenn in diesem Alter be­reits die Bewegungen nicht mehr ganz unbeholfen sind, sondern eine gut entwickelteMotorik" zeigen. Beachtet man außerdem die Gesichtszüge der Kin­der bei Experimenten, so wird man ziemlich viel über die geistig-seelischen Anlagen der Kleinen er­fahren. Voraussetzung ist freilich, daß man weiß, was man von den Säuglingen auf den rasch einan­der folgenden Entwicklungsstufen dieser ersten Le- benszett erwarten und in Versuchen verlangen

Hand aufs Herz liebe Hausfrau glaubst du nicht manchmal, deiner Sparpflicht zu genügen, wenn du die alten Zeitungen in der Zei­tungsmappe aufhebst, alte Tüten und Pack­papiere fein säuberlich zusammenlegst und sie zu weiterem Gebrauch in einem Kasten verstaust? Das ist aber gar nichts besonderes! Das tut jede sparsame und ordentliche Hausfrau bereits In Friedenszeiten.

Heute aber, wo wir stets eingedenk fein müssen, wieviel wertvoller Roh st off zur Papier­herstellung gebraucht wird, heißt es, viel energi­scher durchzugreifen. Nicht nur wir selbst, sondern auch unsere Kinder sündigen in dieser Beziehung, sofern sie nicht von uns dementsprechend ange­halten werden: Ein Tintenklecks im Schulheft ist peinlich, ein verschriebenes oder verschmiertes Wort ebenfalls. Leichtsinnig, wie die Jugend nun einmal ist, wird das Blatt herausgerisfen, wird die Seite überschlagen usw. Das darf nicht sein! Ebensowenig wie das Vernichten der alten Schul­hefte, die bei Schluß des Schuljahres ausgedient Haden. Aus ihnen muß jedes leere Blatt heraus­gerissen und verbraucht werden. Buchumschläge hat das kleine Volk mehr denn je zu schonen, und mit dem Butterbrotpapier soll es auch mehr sparen, vorausgesetzt, daß es überhaupt ein solches von der Mutter erhält. In Blech- oder Aluminiumbüchsen hält sich jedes Frühstück nicht nur länger frisch, sondern Papier wird gespart.

Die Obstzeit bringt es mit sich, daß öfters P a - piermund tücher benutzt werden müssen, da leidige Obstflecke nur schwer aus der Tischwäsche zu entfernen sind. Man teilt aber die Papier- mundtücher auf die Hälfte, denn so erfüllen sie den gleichen Zweck.

Nun alber zu uns Großen: Im privaten Leben ist es das Briefpapier, dessen Einsparung wir viel zu wenig Beachtung schenken. Stets soll­ten Briefumschläge vorsichtig geöffnet werden;

Oer Elch von Seeland.

Es ist schon einige Jahre her, daß eine jungS und sehr stattliche. Elchkuh ihrer schonen schwedischen Heimat überdrüssig geworden zu sein scheint und von Schonen über den Oere-Sund nach der dänischen Insel Seeland hinüberschwamm. In Dänemark gibt es seit der ältesten Zeit keine Elche mehr, und so wurde der prächttge Vierfüßler, dem man den NamenSaga" gab, als einziges Exemplar feiner Rasse im ganzen Lande freudig aufgenommen, er lebte frei und trollte durch die Wälder, nährte sich von Rinden und dem Blattwerk der Bäume auf der grünen Insel und entwickelte sich prächtig. War sein Leben zunächst normal verlaufen, so erhob sich nach einiger Zeit ein lebhafter Meinungsstreit zwischen den Forstbehörden, die darauf bestanden, Daß das Tier wegen der Schäden, die es im Wald- beftanbe von Seeland anrichtete, abgefchosfen werden müsse, und den Jägern und den verschiedenen Tier-- schutzgesellschasten, die im Gegenteil erklärten, daß Saga" nicht nur geschont werden müsse, sondern daß auch ein männlicher Gefährte für sie herbeige* schafft werden sollte, um in Dänemark eine rich­tige Zucht dieser selten gewordenen Tiere ins Leben zu rufen. Der Streit nahm immer schärfere Formen an und dauerte jahrelang. Eine kleine Minderheit schlug vor, den Elch in seine schwedische Heimat zurückzuschicken, aber eine Einigung war nicht zu erzielt, es wurde vielmehr eine Kardinalfrag^ daraus, mit der sich im vorigen Jahre sogar dec Ministerpräsident beschäftigte, der sich dahin ent­schied, daß das Tier wenigstens noch ein Jahr verschont bleiben sollte, und daß man dann ent* scheiden würde, was mit ihm geschehen sollte.

Nun wäre es so weit gewesen, aber jetzt ist durch das Dazwischentreten des Kronprinzen Friedrich eine Lösung, und zwar eine endgültige, gefunden.

Seine Gattin, die Prinzessin Ingrid, hat von ihrem Großvater König Gustav einen prachtvollen Elch bullen aus den königlichen Jagdaehegen in Schweden als Geschenk erhalten. Was konnte man mit ihm anders tun, als ihnSaga" beizugesellen? So hoffen die Tierfreunde nun, daß, wenn alles nach Wunsch geht, bald ein Geschlecht von Elchen auf Seeland heranwachsen wird. C. K.

!lus der Stadt Gießen.

Säuerliche Wetterregeln für den August

Keine Frage wird neben den Kriegsereignissen shl mehr erörtert, als die nach dem Wetter. Die mgmädsls, die auf Fahrt gehen wollen, die Haus- fpu, bei der große Wäsche in Aussicht steht, sie alle jrcgen ängstlich:Wie wird es morgen sein, gibts Mgen, gibts Sonnenschein?"

Der Bauer traut mehr den von den Vätern über» lonmenen, auf Erfahrung und Beobachtung ge- 0 indeten Wetterregeln; da heißt's beispielsweise: JBie im August das Wetter fällt, so ist's, das ganze Ahr bestellt". Oder:Wie der August Heuer war, wrd fein der nächste Februar", undAugust und $bruar gleichen sich wie Juni und Dezember".

Ebenfalls vom August wird gesagt:Ist's in den Men Wochen heiß, bleibt der Winter lange weiß". Her:Fängt der August mit Donnern an, ers bis 311m End nicht lassen kann", und:Wenn im August br Nordwind weht, das Wetter lange schon be= j[C)t", ober:Im August Wind aus Nord, jagt Urbeftänbigteit fort." Ferner heißt's:Maienstaub urb Augustkot machen uns ein teures Brot." Aber: ier Tau tut bem August so not, wie jebermann jein täglich Brot", benn: Wenn's im August stark

an biefen Tag manch anberer alter Volksglauben. So verlangt Urväterbrauch bes Volkes, baß am Balbrianstag die Wurzel bes Balbrians gegraben werbe, ber in manchen ©egenben auchHexenkraut" heißt, glaubte boch schon ber mittelalterliche Mensch, man könne sich mit ber Balbrianswurzel gegen alle angehexten" Krankheiten schützen. Auch sonst ist ber Baldrian zu gar mancherlei gut. So hält er, in den Bienenkorb gelegt, die Bienen im Stock fest und zieht andere heran. Die Wurzel,so man sie kauet, erreget gar grimmen Zorn".

Doch noch einmal kurz zurück zu den Wetter­regeln. Da wird vom 28. August gesagt:Um Augustin ziehn die Wetter hin." Und eine andere Bauernregel stellt fest:Wenn großblumig wir viele Disteln erblicken, will Gott gar guten Herbst uns schicken." L-B-

Dorrwtiren.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Ich kenn' Dich nicht und liebe Dich". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Roman eines Arztes".

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 31. Juli. Auf bem heutigen Wochen- tiartt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, bas Stück 8 bis 9, Kartoffeln, neue % kg 9, Wirsing 10 bis 15, Weißkraut 10 bis 15 gelbe Rüben, bas Bund 14 bis 20, rote Ruben, y2' kg 10, Römischkohl 9 bis 12, Bohnen, grün, 25 bis 40, Unterkohlrabi 8, Rhabarber 15. Blumen­kohl, das Stück 15 bis 50, Salatgurken, V2 kg 15, Einmachgurken 25, Rettich 10, Radieschen, das Bund 10 Rpf. ______________________________

zieht feindliche Flieger an und bient ihnen als Weg* weiser unb Ziel für Bombenabwürfe.

Verbraucherhöchstpreise für Speise« srühkartoffeln.

NSG. Der Reichsstatthalter in Hessen hat für dis Zeit vom 31. Juli bis 6. August 1941 folgende V e r« braucherhöch st preise für Speisefrüh­kartoffeln festgesetzt:

a) Kleinoerteilerpreise ab Laden und Marktver­kaufsstelle,

b) Abgabepreis des Erzeugers an Verbraucher ab

** Verteilung von Salzheringen. Das Ernährungsamt veröffentlicht im heutigen An­zeigenteil eine Bekanntmachung über die Verteilung von Salzheringen. Es werden je Kopf der Bevölke­rung ungefähr 150 bis 180 Gramm Heringe abge­geben. Einzelheiten sind der Bekanntmachung zu entnehmen.

Denkt daran!

NSG. Die letzten Luftangriffe auf unsere Heimat haben wieder einmal gezeigt, bah bie Feinbflieger ihre Spreng- unb Brandbomben mit Vorliebe auf Wohnviertel aibroerfen. Nur durch den selbstlosen unb tatkräftigen Einsatz vieler Volksgenossen konnte bas Vorhaben des Feindes große Brände zu ent­fachen verhindert werden.

Aber alle Mühe unb Aufopferung wäre umsonst gewesen, wenn in den gefährdeten Häusern nicht ausreichende Vorräte an Löschsand und mit Wasser gefüllte ^Gefäße zur Verfügung ge­standen hätten.

Für jeden Volksgenossen besteht die gleiche Ge­fahr und bie gleiche Verpflichtung, denn schon beim nächsten Angriff kann es fein Haus treffen. Denkt daran unb sorgt vor!

Alle verfügbaren Wasserbehälter müssen gefüllt sein! In jedem Raum muß Löschsand griffbereit sein! Sind bei einem Luftangriff Bomben gefallen, ober bricht während der Dauer des Fliegeralarms Feuer aus, bann nicht den Feuermelder betätigen ober die Feuerwehr anrufen, sondern immer, und zwar sofort bas nächste Polizeirevier verständi­gen. Denkt weiterhin an richtiges Verdunkeln! Selbst kleiner Lichtschein, ber nach außen bringt,

Schuh den Aedren!

Noch steht vielerorts bas (betreibe auf bem Halme; anberorts ist es bereits gemäht unb trock­net, in Stiegen gesetzt mancherorts sagt man auch in Manbeln, Diemen, Hocken auf bem Felbe. In unserem wirtschaftlich weise ausgenutzten Heimatlanbe zieht sich bas Ackerland fast überall bis an die Städte hin, und zumal die Randsied­lungen der Städte und ihre Bewohner dürften diese Lage in der Nachbarschaft von Feld und Wiese freudig begrüßen. Leider aber fehlt auch heute noch, nach hingebender volkswirtschaftlicher Aufklärung, manchen das Verständnis für die Bedeutung dec wallenden Felder und ber mit ben Kornpuppen besetzten Stoppeläcker. Ständig kann man es beob­achten, baß bie Kinber, ja selbst bie erwachsenen Menschenso beim Dorbeischlenbern" mit ber Hand über bie Aehren streifen und hier und dort einen Halm Übzupfen, daran riechen, ihn wieder hinwer­fen. Sagt man einmal etwas, so heißt es:Na, die zwei Aehren machen es auch nicht!" Aber wer zu­sammenzählen könnte, was in gleicher Stunde in ganz Deutschland an ein oder zwei Aehren dummer­weise abgerissen wird, könnte eine hübsche Anzahl Brote errechnen, bie damit dem Volks­haushalt entzogen werden.

Ein trauriges Kapitel schließt sich gleich daran an. Man kann des öfteren vorwiegend Kinder beob­achten, bie sich an bie reifen Aehren ober an bie Mieten heranmachen und Korbe ober Schachteln voll abgekniffenen .Aehren heimnehmen. Das ist D i e b st a h l, und auch die Eltern, die solches ge­stohlene Erntegut Heimbringen lassen, machen sich strafbar. Nicht allein moralisch verwerflich ist es, entwendete Körner etwa geröstet zum Malzkaffee oder auch nur als Hühnerfutter zu verwenden, sondern auch die Gesetze gehen gegen solches Ver­halten mit aller Strenge vor. Auch die lose zwischen den Mieten oder Hocken liegenden Aehren sind , kei­neswegs freies Sammelgut, sondern müssen ber gerade in Kriegszeit mit besonderer Sorgfalt durch­geführten Sammelarbeit des Landmannes selbst vorbehalten bleiben. Unb in Anbetracht der Tat­sache, daß ja alle wichtigen Lebensrnittel rationiert sind, wird es um so weniger entschuldbar sein, wenn unberechtigter Eigennutz sich an den Nahrungs­mitteln vergreift, die für die Verteilung an Volk und Heer beftimmtjinb.V. A.

Jetzt schlägts 13! ®

Warfen Sie rwc&f, bis so sanfter Druck" Sie crl Ihre Hühneraugen erinnert! Besorgen Sie sich liebet* gleich eine Schachtel Elasto- corn mit dem Filzring, dann sind Sie bald die Plage los.

' Nichts enthüllt die Zukunft bes kleinen Men­sch? n wohl deutlicher als bas Spiel, wenn man es Ti itig zu beobachten versteht. Das hat bie moberne I nberpsychologie klar erkannt und daraus

machte neben vielen anberen Versuchen auch folgen­den: Ein Kinderarzt gab ben Kleinen fein Hör­rohr. Aber er gab es ihnen nicht so zusammengesetzt, wie er es zum Abhorchen eines Patiente utzt, sondern in zwei Teilen: Stiel und Mus Dann zeigte er jedem Kind, wie man d die eine Oeffnung der Hörmuschel einst unb wartete ab, was sie nun «ohl mache Obgleich bem Jungen Nr. 1 Stiel und H . . verkehrt herum in die Händchen gedrückt worden waren er sie also erst umdrehen mußte, um sie überhaupt zusammenfügen zu- können, hatte er doch nach einigem ruhigem lleberlegen bas In­strument richtig zusammengebaut. Der kleine Drauf- gänger, Kind Nr. 2, bestätigte auch hier wieder sein Ungestüm: Ein paarmal zielte er mit dem Stiel im Uebereifer an bem Loch der Hörmuschel vorbei, unb dann fielen ihm beide 2$ile herunter. Das dritte Kind merkte offenbar gar nicht, daß^es hier etwas tun, etwas zusammensetzen sollte. Stillver­gnügt hielt es Stiel unb Muschel in ben Händchen, ließ den Stiel fallen und versuchte mit ben kleinen Fingern in die Löcher ber Hörmuschel neugierig hineinzubohren. Dann meinte es wohl, bie kuchen- förmige braune Hörmuschel sei etwas zum Essen, denn es steckte sie schließlich in ben Mund. Das Kind Nr. 4 war wiederum ziemlich ungnädig. Es hatte zwar vor ben beiden Stücken des Hörrohrs sichtlich keine Angst. Aber recht geheuer waren ihm Die beiden Dinger nicht, unb gar ben Stiel warf es energisch beiseite.