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Er kann genau so gut vor vier oder fünf Tagen oder auch vor vierzehn gewildert, wie am Sonntag- morgen den Schuß auf Kählitz ab gefeuert haben."

..Tja. da haben Sie recht. Wir können beim besten Willen nicht mehr feststellen." Der Sachverständige erhob sich und verließ das Zimmer.

Wir kommen und kommen nicht richtig weiter, Wagner." Bruchhausen war verdrießlich.Was ha­ben wir für ein Beweismaterial? Die Waffe bei Korn kann zu dem Mord benutzt sein. Korn hat kein Alibi für die Zeit der Tat. Korn hat uns be­logen. als er von der letzten Benutzung der Waffe sprach. Es spricht eine Menge gegen den Mann, aber ich glaube, daß diese Indizien kaum zu einer Verurteilung ausreichen werden."

Dann müssen wir ihn verhören und verhören, bis er endlich gesteht."

Einen andern Weg sehe ich auch nicht." Bruch- Hausen blätterte in den Akten. Dann klingelte das Telephon. Er hob den Hörer ab.Ja hier ist Kri. minalrat Bruchhausen." Pause.Tatsächlich? Er­zählen Sie mir nur in groben Umrissen und kom- men Sie dann sofort mit den beiden Leuten hierher. Oder besser noch, ich fahre zu Ihnen hinaus. Halten Sie die Leute fest, bis ich dort bin." Dann lauschte er aufmerksam mehrere Minuten. Seine Miene wurde zuversichtlicher. ..Danke. Wir kommen um­gehend." Er hängte ab.

Wagner. Mensch, ich glaube, wir haben den Korn jetzt. Seine Frau hat ihr Herz einer Freundin ausgeschüttet. Deren Mann ist dazugekommen und bat sich beim Gendarmeriemeister gemeldet und Frau Korns Erzählung berichtet. Kommen Sie, wir fahren sofort hin." In hastender Eile packten sie die Akten zusammen, suchten ihre Hüte, nahmen eine Schreibmaschine und verließen das Büro, um Minu­ten später einen Kraftwagen zu besteigen, der so­fort das Präsidium verließ.

Eine gute Stunde später hielt das Auto vor dem Hause des Gendarmeriemeisters in dem Ort. auf desien Gebiet der Mord geschehen war. Sie betraten das Amtszimmer und fanden den Gendarm mit zwei älteren Leuten vor, die etwas verschüchtert den Berliner Besuch musterten.

Also, da sind wir. Was ist los?" Brüchhausen flederte vor Spannung.Lasten Sie mal ganz außer acht, was Sie mir am Telephon schon erzählt haben."

schaden ist unerheblich Das im gestrigen Dehr- machlberlchl als vermißt gemeldete deutsche Kampf­flugzeug ist inzwischen zurückgekehrt.

x Oer italienische Bericht.

Rom. 30.3atu (DNB.) Der italienische Wehr- machlbericht vom Donnerstag hat folgenden Wort­laut:

An der griechischen Front verhinderte das schlechte Wetter Kampfhandlungen. Bei großen Pa- trouillenunternehmen wurden Gefangene und Waf­fen eingebracht.

3n der Cyrenaika lebhafte Tätigkeit der Ar­tillerie sowie der Spähtrupps und kleinerer Schnei- lec Einheiten, die von unserer Luftwaffe aktiv unter­stützt wurden.

3n Ostafrika haben wir an der Rordfront australische Abteilungen zurückgeworfen und eine von ihnen erreichte Ortschaft wieder beseht. Es wur- den Gefangene und Beule gemacht. An der Süd- frout haben wir an drei verschiedenen Abschnitten feindliche Kolonnen angegriffen und in die Flucht gejagt. Verbände unserer Luftwaffe haben motori­sierte Verbände, Truppen und Stellungen bombar­diert. Die englische Luftwaffe hat Angriffe auf einige Flugstützpunkte unternommen, wobei leichterer Scha­den angerichtet wurde. Ein feindliches Jagdflugzeug

Kriegführung. Den Abend verbrachte Dr. Goebbels als Gast der Panzertruppe im Kreise der Offiziere.

Reichserziehungsminister Rust hat dem Dichter E m i l S t r a u ß , der am 31. Januar 75 Jahre alt wird als Ausdruck seiner besonderen persönlichen Wertschätzung ein herzlich gehaltenes Glückwunsch- schreiben übermittelt. *

Reichsleiter Alfred Rosenberg sprach dem Dichter und Parteigenossen Emil Strauß zum 75. Geburtstage seine herzlichen Glückwünsche aus und übersandte ihm mit den besten Wünschen für sein weiteres Schaffen die Geschenkausgabe des Mythos" mit handschristlicher Widmung.

Am Mittwoch besuchte Reichsführer ff Himm­ler das Ehrenmal derBlücher" im Oslo-Fjord und legte dort einen Kranz nieder. Sodann stattete er dem Ehrenfriedhof für die gefallenen deutschen Soldaten bei Oslo einen Besuch ab. Schließlich be­sichtigte der Reichsführer Standquartiere der ff und der deutschen Polizei.

Die SA. gedachte in einer Feierstunde des achten Jahrestages der Machtübernahme. Den Höhepunkt der Feier bildete ein Appell des Stabschefs an die SA.

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Das ReuyorkerMarine-Register" meldet, daß der britische FrachterS h e t a t i k a" (5458 BRT.)

in der Nähe der irischen Küste torpediert wurde und gesunken ist. Ferner erhielt das britische KühlschiffBeacon Gr-ange" (10119 BRT.), das eine Fleischladung an Bord hatte, zwei Tre.ser, die das Hinterschiff in Brand setzten. Die Mann­schaft mußte das Schiff an der englischen Küste auf Strand setzen. Das Feuer konnte erst nach 6 Tagen gelöscht werden.

Der U8^.-Plan, Südamerika in wirtschaftliche Abhängigkeit von Nordamerika zu bringen, nimmt immer konkretere Formen an. Für Anfang April ist eine Südamerikareise von rund 20 Präsidenten und Direktoren der bedeutendsten 08^.-Industrien, Firmen und Banken angesetzt, die eine Woche in Buenos Aires bleiben wollen.

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Auf Vorschlag des Duce ernannte der Kaiser und König den Senator General Alfredo D a l l O l i o zum Staatsminister. Dall Olio war im Weltkriege Unterstaatssekretär und später Minister im Waffen- und Munitionsministerium. Von 1935 bis 1939 be= kleidete er den Poften des Generalkommissars für die Kriegsindustrie.

In Erfolg des Generalmobilmachungsgesetzes hat die japanische Regierung Ergänzungsbestimmungen über die Sicherung der Landesverteidigung und Spionageabwehr ausgearbeitet, die zur Genehmi­gung des Reichstag unterbreitet werden.

wurde abgefchosten.

Die Xrauerfe er für Graf Lsaly.

Budapest, 30. Ian. (DNB.) Das Staatsbe­gräbnis für den verstorbenen Außenminister Graf Csaky begann mit der Einsegnung im Kuppelsaal des Parlaments. Dor dem Sarg liegen neben dem Kranz des Reichsverwesers der des Führers und des Duce sowie die Kränze der japanischen und der jugoslawischen Sonderabordnungen. Links vom Katafalk haben neben dem R e i ch s v e r w e s e r die Führer der Sonderdeleaationen Deutschlands, Italiens, Japans und Jugoslawiens Platz genom­men. Gegenüber dem Reich Verweser sitzt Feldmar­schall Erzherzog Josef mit der Generalität, den kirchlichen Würdenträgern und Vertretern des Ober­hauses. Unter den Klängen eines Chorals hält der Fürstprimas von Ungarn, Kardinal Seredy, mit großem kirchlichen Gefolge seinen Einzug.

Nach der Einsegnung des Sarges ergreift Mi­nisterpräsident T e l e k i das Wort zu seiner Trauer­rede. Dann werden die Kränze aus dem Kuppelsaal getragen. Ihnen folgt der Sarg, dem der Fürst­primas mit der Geistlichkeit ooranschreitet. Unter den weihevollen Klängen des Trauermarsches aus Ri­chard WagnersGötterdämmerung" formiert sich der Trauerzug. Hinter den Familienangchörigetz schreitet als erster der R e i,ch s v e r w e s e r, be­gleitet von den Erzherzogen, den Ministerpräsiden, ten, den Präsidenten beider Häuser des Reichstages und den Sonderabordnungen sowie dem diploma­tischen Korps. Es folgen die Kronhüter, die Präsi­denten der obersten Gerichtshöfe, die Armeekom­mandanten, die hohen Beamten sowie patriottsche Verbände. Der Trauerzua bewegt sich über den von berittenen Polizisten in Paradeuniform flankierten großen Vorplatz des Parlaments zur Kaiser-Wil- yelm-Straße, wo die Trauergäfte ihre Wagen be­steigen. Der Zug geht in langsamer Fahrt durch die Hauptstadt bis zum Zentralfriedhof, wo Gräf Stephan Csaky zu letzter Ruhe bestattet wird.

Oie Türkei entläßt drei Jahrgänge aus dem Heeresdienst.

Ankara, 30. Jan. (Europapreß.) Wie in un­terrichteten privaten Kreisen verlautet, hat die tür­kische Regierung die Entlassung dreier Jahrgänge aus dem Heeresdienst verfügt. Mit der Durchfüh­rung dieser Entlassungen ist unverzüglich begon­nen worden.

Kleine politische Ttochrichten.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehr­macht übermittelte dem Kommandeur des Infan­terie-RegimentsGroßdeutschland", Oberst von Stockhausen, aus Anlaß seines 50. Geburts­tages telegraphisch seine herzlichsten Glückwünsche.

Reichsminister Dr. G o e b b e l s sprach auf einem Truppenübungsplatz vor einem größeren Kreis von Kommandeuren und Kompaniechefs $er Panzer­truppen über die großen Aufgaben der politischen

Japans neuer Botschafter auf der Fahrt nach Berlin

Tokio, 31. Jan. (Europapreß.) Der neue ja­panische Botschafter für Deutschland, General Ho- roshi O s h i m a , verließ am Mittwoch Tokio, um sich über Sibirien nach Berlin zu beaeben. Oshima, der eine treibende Kraft bei den Besprechungen in Tokio war, die im letzten September zum Abschluß des Dreierpaktes in Berlin führten, hat ein außer­gewöhnlich herzliches Abschiedsgeleit erhalten, an dem sich alle Bevölkerungskreise Tokios beteiligten. Im Zusammenhang mit der Abreise Oshimas schreibt das einflußreiche BlattNW-Nishi", Außenmi­nister Matsuoka habe vor der Welt erklärt, Japan sei bis zum letzten Augenblick bereit, seine Bündnis­verpflichtungen zu erfüllen, indem es die gleiche Kameradschaft zeige, wie es sie seinerzeit in Erfüllung des japanisch-englischen Bündnisvertrages bewiesen habe. Botschafter Oshima gehe auf seinen neuen Posten, gestützt auf diesen nationalen Ent­schluß. Japan sei überzeugt, daß seine Tätigkeit in Deutschland für alle Teile erfolgreich sein werde.

Außenminister Matsuoka wurde im Reichstag ge­fragt, ob im Falle einer Bedrohung Japans durch englisch-amerikanischen Ausbau der Stützpunkte im Pazisik der Artikel 3 des Dreierpaktes Anwendung finde, (Artikel 3 sieht vor, daß Deutsch­land, Italien und Japan sich militärisch unter, stützen, falls eine der drei Mächte von einer gegen-

märtig nicht in den Fernost- und europäischen Kon- slikt verwickelten Macht angegriffen wird). Außen- Minister Matsuoka antwortete, er glaube nicht, daß der Artikel 3 auf eine derartige Entwicklung der Dinge im Pazisik, ungeachtet der Lage im Atlantik, Anwendung finden könne. Andererseits stellten die Aktionen Englands und der USA. in China und der Südsee einen wichtigen Vorgang für Japan dar, der dauernd aufmerksam beobachtet werde. Es könne sich hieraus eineernfte Ent­wicklung" ergeben.

Japan hoffe, daß alle Völker Ostastens die wah­ren Ziele Japans verstehen und an dieser Aufgabe Mitarbeiten werden. Japans Führung bei der Schaf- fung einer Sphäre allgemeinen Wohlstandes in Ost- afien bedeute nicht, daß Oftafien von Japan in der Rolle des Eroberers beherrscht würde ober daß Japan von einer Eroberungspolitik träume. Dieses große Ideal sollte in der ganzen Welt Beifall fin­den, vor allem in den Vereinigten Staa­ten, die, wenn sie sich zu diesem Ideal bekennen, zunächst in dem ihnen zu kommenden Raum sich dieser Aufgabe widmen sollten. Und eine ehrliche Mitarbeit der Mächte, so sagte Mat- suoka,die unsere Ideale tatsächlich verstehen, wird Japan nicht verschmähen".

Aus dem Reich.

Ausreichende foforienberforßung der Kinder.

Heber die Lebensmittelzuteilung an die Kinder äußert sich Professor Dr. Rott in der Schriften­reihe der Reichsarbeitsgemeinschaft für Volksernäh- rung Die Kinder von null bis drei Jahren erhalten aus rationierten Lebensrnitteln täglich etwa 1500 Kalorien. Der normale Kalorienbedarf beträgt dem- gegenüber im ersten Lebensjahr täglich 850 Kalorien, im zweiten Lebensjahr täglich 925 und im dritten Lebensjahr täglich 1050 Kalorien. Der normale Bedarf wird demnach durch die ratio­nierten Lebensrnittel mehr als reichlich ge­deckt. Dom dritten bis sechsten Lebensjahr erhalten die Kinder aus den rationierten Lebensrnit­teln täglich etwa 1450 Kalorien zugeteilt. Da der normale Kalorienbedarf 1300 Kalorien beträgt, wird auch der Kalorienbedarf dieses Altersabschnitts allein schon durch die rationierten Lebensrnittel voll­auf gedeckt. Natürlich gibt es im Kindesalter starke und schwache Esser. Der individuelle Mehrbedarf läßt sich aber ohne weiteres durch die kartenfreien Lebensrnittel decken. Der Kalorienbedarf des

Schulkindes beträgt normalerweise im sie- b e n t e n und achten Jahre täglich 1450, im neunten und zehnten Jahre täglich 1650 Kalorien. Nach dem Zuteilungsplan erhält diese Altersklasse täglich etwa 1600 Kalorien, so daß auch hier selbst bei den rationierten Lebensrnitteln von einem Ausfall nicht gesprochen werden kann.Der geringe Mehrbedarf bei den Neun- und Zehnjähri­gen kann ohne weiteres durch kartenfreie Nahrungs­mittel gedeckt werden. Das gleiche gilt für die 10- bis 14jährigen, deren Kalorienbedarf zwischen 1750 und 2000 liegt und die nach dem Zuteilungsplan allein durch die rationierten Lebensrnittel täglich rund 1850 Kalorien erhalten.' Zusammenfassend stellt die Untersuchung fest, daß hinsichtlich der quantitativen Lebensmi^elzuteilung, der Nah- rungsbedarf in jeder Klasse des Kindesalters als gedeckt anzusehen ist. Auf keinen Fall ist zu be- fürchten, daß, wie in und nach dem Weltkriege, Fälle von Unterernährung und damit von Wachs­tums- und Entwicklungsstörungen auftreten wer­den. Auch bei der qualitativen Seite kommt die Untersuchung zu dem Schluß, daß bei keinem der Nährstoffe ein Mangel von irgendwelcher Be­deutung besteht. Gesundheitsstörungen infolge unzu­

Umwege -es Herzens

Roman von H.G. Hansen

Copyright by Prometheus-Verlag Dr. Eichacker Grobented

13 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Richtig, wenn er zur Zeit des Mordes bei den Schlingen war. Das ist aber nicht bewiesen. Zu­nächst hat Ihre Kombination den Fehler, daß Sie falsch rechnen. Korn muß ja nicht zuerst die fünfunb- zwanzig Minuten Weg bis zum Ort des Schlingen- legens gegangen, bann fünfviertel Stunden von ba zum Morbplatz und wieber zurückgelaufen sein, um anschließend wieber vom Platz des Schlingenftellens in sein Haus zurückzukehren. Er kann genau so gut im Dreieck gegangen Jein, erst von feinem Haus zu der Mordstelle, macht fünfundzwanzig Mnuten, zu­sammen eine Stunde und fünfundzwanzig Minuten, also erheblich weniger, als bei Ihrer Rechnung herauskommt."

Außerdem braucht seine Angabe, er sei um fünf Uhr aufgestanden, nicht zu stimmen. Genau so gut kann er schon um vier Uhr von zu Hause wegge­gangen sein."

Richtig. Und wer beweist uns, daß er überhaupt bei den Schlingen war? Er kann bereits am Abend zuvor dort gewesen sein und gibt, wie Sie richttg bemerken, nur ein kleineres Vergehen am Mord­tage zu, um am größeren Verbrechen oorbeiizukom- men. paß er den Platz der Schlingen genau kennt, ist kein Beweis dafür, daß auch seine übrigen An­gaben stimmen. Alle Erklärungen Korns geben nicht den geringsten Anhaltspunkt, daß er nicht der Mör. der sein kann. Diel mchr irritiert mich, daß der Mann sich bet den ganzen Verhören bisher nicht eine Sekunde hat verwirren lassen. Er mag Ersah- rund in dieser Beziehung haben, zugegeben, aber er ist geistig nicht beweglich genug, um so vielen 6tun­ten intensiven Verhörs ohne weiteres zu wider­stehen. wenn er kein reines Gewissen hat."

Damit könnten Sie aber dem Herrn Staatsan­walt nicht kommen."

Natürlich nicht. Ich spreche auch nur gefühls­mäßig auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen tm Beruf. Unsere Beweisführung gegen Korn hat

irgendwo ein Loch." Bruchhausen sah unzufrieden aus.

In diesem Augenblick klopfte es, und ein Mann betrat das Zimmer. Der Kriminalrat sah ihm froh entgegen.Endlich, Herr Korste. Ihr habt mich dies­mal lange warten lassen. Kann ich jetzt das end­gültige Gutachten haben?"

Ja. Wir sind fertig." Der Waffensachverständige rieb sich die Hände.Meine Meinung hatte ich mir schnell gebildet. Ich mußte aber erst die chemische Untersuchung abwarten, bevor ich mich äußern konnte. Die Frage war etwas zu knifflich, als daß ich ohne die Chemiker hätte darauf eine endgültige Antwort geben können."

Dann schießen Sie los!"

Als erstes: die Kugel, mit der Kühlitz getötet wurde, kann aus dem Gewehr stammen, das man bei Korn gefunden hat. Sie paßt dazu. Ob sie daraus stammt, müssen Sie feststellen, Doktor. Es gibt eine Menge umgearbeiteter Karabiner. Zwei­tens: die Angabe Korns, er habe das Gewehr feit mindestens zwei Jahren nicht mehr in der Hand gehabt, stimmt nicht. Die ck)emische Untersuchung hat einwandfrei ergeben, daß das Gewehr vor kurzem gereinigt und gefettet worden ist. Wann das war, läßt sich nicht feststellen. Jedenfalls ist es nicht län­ger als einen Monat her, kann aber genau so gut vor einigen Tagen geschehen fein. Drittens: Pulver- schleim ist nicht festzustellen gewesen. Die Waffe war tadellos geputzt, auch bis in die feinsten Ritzen des Schlosses. Wann zuletzt ein Schuß abgegeben wurde, kann nicht gesagt werden. Viertens: aus un­teren Prüfungen ergibt sich, daß Korn den Schuß am Sonntagmorgen mit der Warfe abgegeben ha­ben kann, wenn er hinterher Zeit genug hatte, die Reinigung und Neueinfettung vorzunehmen. Da Sie den Mann erst abends verhaftet und die Waffe ge­sunden haben, hatte er den ganzen Tag Zeit dazu. Das wäre alles."

Druchhausen hatte zuerst gespannt zugehört und schon kühne Kombinationen geknüpft. Bei näherer Uebcrlegung war er aber enttäuscht. ,Helfen kann uns das nicht viel. Bewiesen wird nur, daß Korn gelogen hat, als er davon sprach, er hätte das Ge­wehr seit wenigstens zwei Jahren nicht mehr aus seinem Versteck geholt Aber damit ist kein Beweis dafür gegeben, daß er der Marder ist. Ein wichtiaes Indiz wird es in der Verhandlung fein, mehr nicht.

länglicher Lebensm!ttelzuteilung sind bisher nth aends aufgetreten und bei der gegenwärtigen ve» forgung auch nicht zu erwarten.

Zum Tode des Re chsjustizministers.

M-, -.-"MW ... HU

Der Reichsminister der Justiz, Dr. Gürtner, Ist in der Nacht zum 29. Januar, wie schon gemeldet, nach kurzer Krankheit infolge eines Herzschlages

verschieden. (Scherl-Archiv-M.)

Sicherung der Rechtseinheit.

ImDeutschen Recht" befaßt sich Landgerichts. Sräsident Dr. Brand (Oldenburg), Mitglied der lkademie für Deutsches Recht, mit der Tatsache, daß die Entscheidungen der Gerichte so vielfach von einander abweichen. Das Vertrauen zur Rechtspflege müsse darunter leiden. Die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung, die planmäßige Bereinigung rechtlicher ©traffragen sei eine Ausgabe von durchgreifender Bedeutung. Die Sicherung der Rechtseinheit sei bisher die vor- nehmste Aufgabe des Reichsgerichts. Das heutige Revisionsverfahren sei aber keine Ideal­lösung. Ganze Rechtsgebiete würden geradezu von der Rechtsprechung des Reichsgerichts ferngehalten, weil die Streitwertgrenze nie oder kaum erreicht werde. Es fehle an einem Verfahren, rechtliche Streitfragen planmäßig ihrer Entscheidung gegen« zuführen und sie wirklich verbindlich zu bereinigen. Der Vorschlag sieht vor, die Entscheidung recht- kicher Streitfragen einem verstärkten Senat des Reichsgerichts zu übertragen, der die Bezeichnung R e i ch s r e ch t s h o f" führt. Die Verbindlichkeits- erflärung soll dem Justizminister auf Vorschlag der Akademie für Deutsches Recht obliegen. Der für ver­bindlich erklärte Rechtsspruch entscheidet die Rechtsfrage mit bindender Wirkung für jedermann. Die Feststellung, daß eine die Entscheidung tragende Gesetzesauslegung einem später für verbindlich er. klärten Rechtsspruch widerspricht, soll in jedem Falle die Wiederaufnahme eines Verfahrens rechtfertigen.

Der Vater bestimmt den Voi namen des Kindes.

Arn 11. Juli 1940 wurde einem Kaufmann von seiner Ehefrau eine Tochter geboren. Der Vater war am Tage vor der Geburt v e r r e i st und kehrte erst am 14. Juli nach Hause zurück Am 13. Juli nahm die bei der Geburt zugegen gewesene Heb« amme auf Veranlassung einer Schwester der Mut- ter d i e Anmeldung der Geburt beim Standesamt vor und gab dabei als Vornamen des Kindes anweisungsgemäß die Namen Ruth Gertrud an. Dementsprechend wurden auch die Vornamen des Kindes in das Geburtenbuch ein­getragen. Der Antrag des Vaters des Kindes, die Geburtseintragung dahin zu berichtigen, daß die Vornamen Mechthild Gertrud lauten, hat das Amtsgericht mit der Begründung zurückaewie­sen, daß das Kind als Ruth Gertrud zum Gebur­tenbuch angemeldet und daher richtig eingetragen ei. Das Landgericht Münster in Westfalen hat, wie die Zeitschrift"Deutsches Recht" mitteilt, die De- chwerde des Vaters, als begründet erklärt. Das Recht, den Vornamen des Kindes zu bestimmen, sei ein Ausfluß des Personensorgerechts und stehe da­her nach § 1627 BGB. dem Vater zu. Der Mut­ter stehe das Recht bei vorübergehender Abwesen­heit des Vaters nicht zu.

Der Gendarm räusperte sich.Um zehn Uhr heute vormittag kam Herr Sommer", er deutete auf den Mann,zu mir und berichtete, daß Frau Korn am Morgen seine Frau ausgesucht und ihr alles mög­liche erzählt habe. Er sei erst später hinzugekommen und habe nur wenige Worte aufgeschnappt. Frau Korn sei gleich weggegangen und habe Herrn Som­mer gegenüber nichts äußern wollen. Deshalb habe er sich an feine Frau gehalten und keine Ruhe ge­geben, bis diese die Erzählung der Frau Korn wie­derholt habe. Dann erstattete er mir Bericht. Ich habe Frau Sommer sofort holen lasten und Sie dann angerufen."

Druchhausen wandte sich zu dem Ehepaar, wäh­rend Wagner seine Schreibmaschine aufstellte, um das Protokoll zu schreiben. Die Personalien er­gaben, daß es sich um den sechsundsechzigjährigen Invaliden Fritz Sommer und seine um drei Jahre jüngere Ehefrau Agathe handelte. Zuerst mußte Frau Sommer berichten.

Der Kriminalrat übernahm die Vernehmung. Sind Sie mit Frau Korn befreundet?

Sie ist eine entfernte Verwandte von mir, di« Tochter meiner Kusine."

Wann hat sie heute morgen den Besuch bei Ihnen gemacht?"

So kurz nach acht, als die Kinder in der Schule waren. Sie wollte mir mal ihr Herz ausschütten/

Und was hat sie Ihnen alles erzählt?"

Zuerst hat sie so im allgemeinen über ihren. Mann geklagt, der das Wildern nicht lasten könne. Und bann hat sie mir von ihrer Angst erzählt. Sie: meint, ihr Mann habe tatsächlich den Mord be­gangen und fürchtet jetzt, daß er geköpft wird."

Und warum meint sie, ihr Mann habe den Mord- begangen?"

Weil er doch die ganze Nacht nicht zu Hause ge­meßen ist!"

Aha." Alle Anwesenden sahen die Erzählende un» verwandt an.

Bruchhausen fuhr fort:Wann ist Korn denn voa zu Hause weggegangen?"

So um elf herum."

Und wann ist er wieder zurückgekommen?" Seine Frau lag noch im Bett, als sie kurz nach fünf hörte, daß er im Hof herumhantierte."

(Fortsetzung folgt.)