Das Geburtstagsgeschenk.
Von Bruno Wolfgang.
Der Vater hatte Geburtstag. Eva und Helene gratulierten mit vielen Küssen, brachten aber ganz gegen ihre Gewohnheit kein Geschenk. Aber aus dem Wege zur Schule flüsterten sie verdächtig. Vieleicht war die Sache doch noch nicht zu Ende.
Es war Samstag, und da tagte in der kleinen Stadt der Ferkelmarkt, zu dem schon in der Morgendämmerung viele Bauern herbeigezogen kamen. Viele hundert Ferkel kamen da zusammen, in Kisten und Kottern dicht an einander geschmiegt, die zierlichen Ringelschwänzchen nach oben haltend. Die ganze Landschaft stand im Zeichen eines leisen, gemütlichen Grunzens.
Schon gegen Schluß des Marktes nahten eilig Eva und Helene mit einem kleinen Schubkarren, auf dem eine Hutschachtel stand. Beim Stand des Herrn Moser aus Langenbiehl machten sie zögernd Halt.
„Sag's du!" murmelte Helene und puffte Eva vorwärts.
„Konnten wir ein kleines Schwein haben?" fragte Eva tapfer.
Herr Moser brummte: „Zwegn wos brauchts denn ös ..." Aber seine Frau stieß ihn heimlich in die Rippen und übernahm die Verhandlungen: „Eins hätten wir noch da, grad das Kleinste und schönste."
„Gott sei Dank!" riefen Eva und Helene erfreut.
Frau Moser hob aus einem Korbe ein winziges Ferkelchen heraus, vorsichtshalber nicht beim Schwänzchen, denn das wäre vielleicht abgerissen. So zart und gebrechlich war das kleine Wesen. Es war blaß und faltig und hatte einen vergrämten, greisenhaften Gesichtsausdruck. „Liab is, gelt?" fragte die gütige Frau. Die Kinder nickten gerührt.
„<Ja, aber bitte, was kostet es?" fragte Eva zaghaft.
„No, weil's das letzte ist, halt zwölf Schilling."
„Billig!" schrie Helene. Eva gab ihr einen Puff in.die Seite.
Sie hatten zusammen vierzehn Schilling, ihre ganzen Ersparnisse
„Gebt's mir halt die vierzehn her, dafür geb' ich euch das Stroh umsonst."
Ueberwältigt von so viel Herzensgüte nahmen die Kinder vorsichtig das Ferkel, setzten es in die Schachtel und bedankten sich bei der freundlichen Frau. Dann zogen sie ab.
Die Freude des Vaters war unbeschreiblich. Er lachte so laut, daß das Ferkel unter das Bett floh und beim Nachbarn die Hühner vor Schreck auf das Dach flatterten. „Ein Prachtstück hat man ihnen da angehängt. Es sieht aus wie ein Morphinist. Ein Wunder, daß es den Transport überstanden hat."
„Das ist alles recht schön. Aber wir können doch kein Schwein in der Wohnung behalten, noch dazu ein krankes", grollte die Mutter.
„Ich werde den Tierarzt holen. Vielleicht kann man es auf Kosten der Krankenkasse kurieren. Eine kleine Arsenkur oder salzfreie Kost, Vitamine ..."
„Du wirst doch nicht im Ernst daran denken. Wir haben weder einen Garten noch einen Hof."
„Gut. Wenn ich schon die Kraft aufbringe, mich von meinem Geburtstagsgeschenk zu trennen — wie willst du es aber den Kindern sagen?"
Das war die große Schwierigkeit. Im Kinderzimmer war die Puppenwiege bereits mit den besten und feinsten Polstern ausgestattet. Eva hielt das Ferkel behutsam und Helene bemühte sich, vorläufig noch ohne Erfolg, ihm Hosen anzuziehen. Sie wollten Rosalinde — so hatten sie es genannt — mütterlich pflegen und betreuen, mindestens bis zur Großjährigkeit. Auf die Ankündigung der Trennung erhoben beide ein fürchterliches Wehgeschrei. Schließlich wurde vereinbart, daß es wenigstens noch bis morgen bleiben dürfe. Dann sollte es einer verlässigen Pflegemutter in der Nähe übergeben werden.
Der Rest des Tages war hingebungsvoller Fürsorgetätigkeit gewidmet. Eva und Helene wiegten Rosalinde stundenlang und spielten krankes Kind. Eva war die Mutter, Helene gab den Doktor. Der Patient war nicht leicht zu behandeln. Er wollte die Zunge nicht zeigen, zerbrach das Fieberthermometer, und auch der Puls war nicht zu finden. Abends ftetttei sie eine Kerze auf und beschloßen abwechselnd zu wachen und Schlummerlieder zu singen.
Mit Mühe jagte sie die Mutter ins Bett. Das Loch, das die Kerze in den Teppich gebrannt hatte,
bemerkte sie glücklicherweise erst am nächsten Tage, weil die Kinder einen Tischfuß darauf gestellt hatten. Die Nacht verlief unruhig. Um fünf Uhr früh stürmten die Kinder mit fliegenden Nachthemden ins Vorzimmer. Einen Augenblick war es still. Dann brach plötzlich ein jämmerliches Geheul und Wehklagen aus. Rosalinde war tot. Steif, mit ausgestreckten Beinchen lag sie im Stroh und regte sich nicht mehr. Die Kinder waren nicht zu beruhigen, selbst der Mutter traten die Tränen in die Augen, und der Vater blickte ernst.
Nachmittags wuchs Rosalinde in der Au begraben. Das Grab wurde reich mit Blumen bestreut, eine Tafel trug die Aufschrift: „Hier ruht Nosalinde", ringsum lief ein kleines Gitter aus geflochtenen Weidenzweigen. Dann war alles vorüber. Daheim zeichneten Eva und Helene eifrig an einem Entwurf für ein Denkmal. Doch dazu kam es nicht mehr. Das Hochwasser überschwer. mte die Au, und als es wieder fort war, hatte es Bäume, Sträucher und auch das kleine Grab mitgenommen. Von Rosalinde war keine Spur mehr zu finden.
Fünfmal um die Erde ...
Der Briefträger von Graoodona, dem malerisch am Nordwestufer des Comer-Sees gelegenen Ortes, Giuseppe Corti, ist jetzt in den Ruhestand getreten, nachdem er im vorigen September seinen 81. Geburtstag gefeiert hatte und so als der älteste Briefträger im Lande galt. Corti erhielt im Jahre 1880 den Auftrag, jeden Tag die Post von Gravedona nach Consiglio-Rumo zu bringen, wobei er durchschnittlich 10 Kilometer am Tage zurückzulegen hatte. Diesen Dienst hat er ununterbrochen fortgesetzt, bis er jetzt pensioniert wurde. Man hat berechnet, daß der bescheidene Briefträger in den 60 Dienstjahren reichlich 220 000 Kilometer zurück- gelegt hat, so daß seine Strecke also gleich dem fünffachen Um'ang des Erdballs am Aequator ist. Corti hält sicher auch den Rekord der längsten Dienstdauer bei der italienischen Post. Er hing so sehr an seiner Arbeit, daß er W Dienst nicht auf. gegeben hätte, wenn man ihn nicht, um ihn zu schonen, pensioniert hätte. C. K.
nachgerechnet. Wir werden mit unseren Fehlern schon weiterkommen Wenn wir in diesem Jahre so Diel Fehler machen wie im vergangenen, werde ich am Ende dieses Jahres meinem Herrgott auf; den Knien danken. Und wenn unsere Gegner genau so viel Gescheites machen, wie in diesem vergangenen Jahre, dann kann ich auch zufrieden fein. (Erneute Heiterkeit.)
So gehen wir jetzt in das neue Jahr hinein mit einer gerüsteten Wehrmacht, wie noch nie in der deutschen Geschichte. (Stürmischer Beifall.) Zu Lande ist die Zahl der Divisionen gewaltig vermehrt worden. Ihr Gehalt wurde verbessert, die ungeheuere einmalige Kriegserfahrung bei Führer und Mann ausgewertet und verwertet. Es ist gearbeitet worden und wird unentwegt weiter gearbeitet
Die Ausrüstung ist verbessert, und unsere Gegner werden sehen, wie sie verbessert wurde. (Brausende Heiterkeit) Zur See wird in diesem Frühjahr der U-Bootkrieg beginnen, und sie werden dann auch dort bemerken, daß wir nicht geschlafen haben! (Neue Beifallsstürme.) Und die Luftwaffe wird sich ihnen des- gleichen vorstetlen? Unsere gesamte Wehrmacht wird die Entscheidung so oder so er- zwingen!
Unsere Produktion hat dazu auf allen Gebieten eine gewaltige Steigerung erfahren. Was andere planen, ist bei uns schon Wirklichkeit geworden. Das deutsche Volk aber steht gefaßt hinter seiner Führung, im Vertrauen zu seiner Wehrmacht und bereit, das zu ertragen, was das Schicksal nun einmal von ihm fordert.
1941 das Mr der großen Aenordnnng Europas
Das Jahr 1941 wird, dessen bin ich überzeugt, das geschichtliche Jahr einer großen Neuordnung Europas sein! Das Programm kann kein anderes sein, als Erschließung der Welt für alle, Brechung der Vorrechte einzelner, Brechung der Tyrannei gewisser Völker und ihrer finanziellen Machthaber. Und endlich wird dieses Jahr mithelfen, die Grundlagen für eine wirkliche Völkerverst ind> gung und damit eine Völkeraussühnung zu sichern! Und nicht vergessen möchte ich den Hinweis, den ich schon einmal, am 1. September 1939 im Deutschen Reichstag, gegeben habe, den Hinweis darauf nämlich, daß, wenn die andere Welt von dem Judentum in einen allgemeinen Krieg gestürzt würde — das gesamte Judentum feine Rolle in Europa ausgespielt haben wird! Sie mögen auch heute noch lachen darüber, genau so, wie sie früher über meine Prophezeiungen lachten. Die kommenden Monate und Jahre werden erweisen, daß ich auch hier richtig gesehen habe. Und schon jetzt ergreift unsere Rassenerkenntnis Volk um Volk und ich hoffe, daß auch diejenigen Völker, die heule noch in Feindschaft gegen uns stehen, eines Tages ihren größeren Feind erkennen werden, und daß sie dann doch noch in eine Front mit uns eintreten werden: Der Front gegen die internationale jüdische Ausbeutung und Völkerverderbung!
Dieses Jahr, das feit dem 30. Januar nun hinter uns liegt, war das Jahr größter Erfolge, allerdings auch großer Opfer. Wenn auch im Gesamten
die Zahl der Toten und Verletzten klein ist gegenüber allen früheren Kriegen, so ist doch für die einzelnen von ihnen, die dadurch betroffen wurden, das Opfer schwer. Unsere ganze Zuneigung, unsere | Liebe und Fürsorge gehört denen, die diese Opfer bringen mußten. Sie haben das erlitten, was Generationen vor uns an Opfern schon bringen muß- ten. Aber auch sonst brachte jeder einzelne Deutsche feine Opfer. Gearbeitet hat die Natton auf allen Gebieten, gearbeit hat im Ersatz des Mannes vor allem die deutsche Frau.
Es ist ein wunderbarer (Bemein- fchaftsgedanke, der unser Volk beherrscht. Daß dieser Gedanke in seiner ganzen Kraft uns im kommenden Jahr erhallen bleibe, das fei der Wunsch des heutigen Tages! Daß wir für diese Gemeinschaft arbeiten wollen, das fei unser Gelöbnis! Daß wir im Dienst dieser Gemeinschaft den Sieg erringen, ist unser Glaube und untere Zuversicht! Und daß der Herrgott in diesem Kampf des kommenden Jahres uns nicht verlassen möge, bas soll unser Gebet fein!
Deutschland Sieg heil!
Mit einem Begeisterungssturm ohnegleichen grü- ßen die Zehntausende den Führer. Jubelnde Heil-, rufe mischen sich mit tosendem Beifall. Die Schlußworte von Reichsminister Dr. Goebbels, ein Schwur bedingungsloser Gefolgschaftstreue, gehen unter in Heilrusen, Jubel- und Begeisterungsstürmen. Das Deutschland-Lied, das Horst-Wesiel-Lied und das „England"-Lied beschließen diese denkwür-! dige Kundgebung am 8. Jahrestage der deutschen Revolutton.
Das Echo der Führerrede.
667 Sender übernahmen die Führerrede.
Berlin, 30.Jan. (DNB.) Die Rede des Führers am 30. Januar wurde von 667 Sendern in folgenden Ländern übernommen: Deutschland, Italien, Holland, Belgien, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Finnland, Ungarn, Bulgarien, Jugoslawien, der Schweiz, Slowakei, Argentinien, Uruguay, den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Japan. Außerdem übertrug der Deutsche Rundfunk mit seinen Sendern und Richtstrahlern die Rede in 26 verschiedenen Sprachen, und zwar in Italienisch, Englisch, Französisch, Griechisch, Serbisch, Tschechisch, Slowakisch, Ungarisch, Rumänisch, Bulgarisch, Kroatisch, Slowenisch, Spanisch, Portugiesisch, Flämisch. Holländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Türkisch, Afrikaans, Arabisch, Maghrebinisch, Iranisch, Hindostanisch und Malaiisch.
Das Echo in Spanien.
Madrid, 30. Jan. (Europapreß.) Die Rede des Führers hat in Madrid große Beachtung hervor- gerufen. Vor allem unterstreicht man in politischen Kreisen der spanischen Hauptstadt die Tatsache, daß der Führer erneut einen Termin für feine Entscheidungsschlacht gegen England, nämlich das Jahr 1941, angegeben hat. Die sämtlichen Madrider Abendblätter veröffentlichen die Führerrede in großer Aufmachung. „Jnformaciones" bringt fie'unter
der Titelzeile „Der Führer spricht von dem Sieg 1941!"
Mit -em Kriegsverdiensikreuz I. Klaffe ausgezeichnet.
Berlin, 30. Jan. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat anläßlich des Jahrestages der Machtübernahme das Kriegsverdienst kreuz 1. Klaffe mit Schwertern verliehen an: General der Flakartillerie Rüdel, General der Flakartillerie von Schröder, General der Flieger von Witzendorf, Generalleutnant Geib, Generalleutnant Bo den schätz, Vizeadmiral Patzig, Generalleutnant Kastner-Kirdorf, Generalleutnant P o o s r a u , Vizeadmiral Fänger, Generalleutnant Dörstlin g, Generalmajor Frieß - ner, Ministerialdirektor beizm Oberkommando der Kriegsmarine Benda und Ministerialdirektor im Reichsministerium für Luftfahrt Fisch. Ferner hat der Führer dem Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl und dem Reichsstatthalter Gaule'er Arthur Greiser in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um die militärische Kriegführung das Kriegsverdienstkreuz I. Klasse mit Schwertern verliehen. Innerhalb der Wehrmacht haben weitere Verleihungen im Nimen des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht durch die Oberbe- I fehlshaber der Wehrmachtteile und den Chef des
England begann den Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung.
Ein mißglückter Reinigungsversuch der britischen Machthaber.
Berlin, 30. Jan. (DNB.) Don zuständiger Seite wird mitgeteilt: Der britische Unterftc^atsi'etre.är Balfour hat in der letzten Untechaussitzung auf Anfrage behauptet, daß die deutsche Luftwaffe als erste damit begonnen habe, in nächtlichen Angriffen Bomben auf Städte zu werfen. Diese Darstellung ist unwahr. Im Kampfe zwischen Großbritannien und Deutschland wurden die ersten Bomben auf ländliche Siedlungen' durch d i e britische Luftwaffe in der Nacht vom 11. zum 12. Januar 1940 auf die Stadt W e - fterlanö auf Sylt geworfen. Die erste d e u t - s ch e Bombe auf britisches Gebiet fiel am 16. März; 1940 bei einem Angriff auf britische Kriegsschiffe, die bei den Orkney-Inseln lagen, auf eine am Kampfe beteiligte Flakbatterie, die dadurch auch zum Schweigen gebracht wurde. Darauf er-, folgte in der Nacht vom 19. zum 20. März ein grö-, feerer britischer Angriff auf b i e Insel Sylt, der als Bergeltungsangriff für die deutschen An- griffe auf britische Stützpunkte auf den Orkneys be- zeichnet wurde. Schaden wurde jedoch nur an zivilen Objekten angerichtet.
Am 25. April 1940 erfolgten wiederum An- griffe auf offene deutsche Städte ohne jede militärische Bedeutung, und der Bericht des deutschen Oberkommandos der Wehrmacht stellte am 26. April mit allem Nachdruck fest: „Bei dem Einflug britischer Flugzeuge auf die Insel Sylt wurde der Badeort Wenningstedt mit Bomben belegt und mehrere Häuser beschädigt. Auch am Rande der kleinen Stadt Heide in Schleswig- Holstein warfen britische Flugzeuge in 'der Nacht
zum 24. April mehrere Bomben ab, obwohl sich weder in Heide noch in seiner weiteren Umgebung irgendwelche militärischen Ziele befinden. Der Feind hat damit den Luftkrieg gegen unverteidigte Orte ohne militärische Bedc-u ung er flnet"
Nach diesem Auftakt folgte im Sommer 1940 eine ganze Reihe englischer Bombenangriffe auf offene deutsche Städte und Siedlunaen. Britische Flugzeuge drangen in der darauffolgenden Zeit sogar an die Peripherie Berlins vor und bewarfen ein Villenviertel mit Bomben. In der Nacht zuni 1. August wurden in das Zentrum Hannovers, weit- ab von jeder milifärifdien Anlage, wahllos Bomben geworfen. In der Nacht zum 6. August wurden 345 Bomben allein auf das Stadtgebiet Hamburgs geworfen, und in der Nacht vom 11. zum 12. erfolgte dann der überaus heimtückische Angriis mit Phosphorbrandplättchen auf weite Gebiete Nordwestdeutschlands. der der Getreideernte, bäuerlichen Anwesen und Waldgebieten galt.
Diese Tatsachen sind unangreifbare Beweise dafür, daß der Führer sich erst nach zahllosen britischen Herausforderungen entschlossen hat, den Lustkri g mit aller Schärfe zu führen. Die Aufklärungen Balfours entspringen dem schlechten Gewissen der englischen Machthaber, die Schuld an dem von ihnen heraufbeschworenen Unglück Deutschland in die Schuhe zu schieben. Es wird ihnen aber nicht gelingen, sich von der furchtbaren Blutschuld reinzuwaschen, die sie mit dem gewissenlos begonnenen Luftkrieg gegen die Zivilbevölkerung auf sich geloben haben.
Oberkommandos der Wehrmacht stattgefunden.
Der Führer verlieh dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, den Staatssekretären Dr. Landfried, Dr. Stuckart und Neumann, ferner den Gauleitern Gröhe und Florian sowie den B e« triebsfübrern Dr. h. c. Friedrich Flick, Dr.« Jng. h. c. Albert Dögler, Professor Dr. Krauch, Koppenberg. Dr. Maybach, Professor Messerschmitt, Professor Heinkel, Dr. Dornier, Ernst Pönsgen, Dr. Paul Müller und Dr.-Jng. Erich Müller in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste bei der Durchführung von Kricc^ciufgaben das Kriegs« verdien st k reuz L Klasse. Ferner hat der Führer einer Anzahl verdienter Rüstunas arbeiten und anderen in der Kriegswirtschaft tätigen Männern sowie einer Reihe im wiedergewonnenen und besetzten Gebiet tätiger, besonders bewährter Beamten das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse verliehen.
Da« Eichenlaub zum Ritterkreuz für Overflleutnant Harlinghausen.
Berlin, 30. Januar. (DNB. Funkspruch.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hal dem Oberstleulnant im Generalstab der Luftwaffe Harlinghausen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes , verliehen und cn ihn folgendes Telegramm gerich- . t:f: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als achtem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler." Neuer Lustangriff auf London
Willkie im Luftschutzkeller.
Stockholm, 30. Jan. (Europapreß.) Ein vorn frühen Abend des Mittwochs bis Mitternacht andauernder Angriff von deutschen Kampfflugzeugen auf London veranlaßte den ehemaligen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Wendell Willkie zu einem, mehrstündigen Besuch in einem Londoner Luftschutzkeller. Dieser Angriff 1 war der erste Nachtangriff seit neun Tagen und soll nach den bereits jetzt vorliegenden englischen Meldungen ziemlich heftig gewesen sein. Der Rundfunk spricht von Brand- und Sprengbombenschauern, die auf die Hauptstadt niederprassel- ten, während ein amtliches englisches Kommunique
dis Vernichtung von Käufern und andern Anlagen" erwähnt. Neben London wurden, wie eingeräumt wird, noch andere Teile des Landes bombardiert, jedoch liegen ins einzelne gehende Mitteilungen hierüber noch nicht vor.
England liquidiert seine amerikanischen Werte. Stockholm, 30. Jan. (Europapreß.) Daß Großbritannien bereits den größten Teil seiner Bestände an Gold und des amerikanischen Wertpapierbesitzes feiner Staatsangehörigen veräußert hat, um dafür Kriegsmaterial zu kaufen, und nun an die Liquidierung der Beteiligungen englischer Firmen an OZ^.-Unternehmungen Herangehen will, wird in einer vom Londoner Schatzamt veröffentlichten Erklärung unumwunden zugegeben. Zur Regelung „dieser schwierigen Fragen", die sich aus der Liquidierung der englischen Beteiligungen an der USÄ.-Söirtfdjaft ergeben, kündigt das englische Schatzamt die Entsendung des englischen Finanzmannes Sir Edward Peacock nach den Vereinigten Staaten an, der dort an Ort und Stelle sich mit diesen Fragen befassen soll. Sir Edward wird bereits in allernächster Zeit in Nordamerika eintreffen.
Lustangriff auf Saloniki.
Rom, 30. Januqr. (Europapreß.) Die italienische Luftwaffe konnte, durch besonders gutes Wetter begünstigt, ihre Tätigkeit über Griechenland verstärken. Das Hauptziel der Angriffe war wieder Saloniki und Umgebung. Bombengeschwader, die von Jägern begleitet waren, belegten diesen wichtigsten griechischen Nachschubplatz mit Bomben. Der Angriff wurde mit einer bisher noch nicht erreichten Heftigkeit' durchgeführt. Magazine und Depots gingen in Flammen auf, Truppenlager wurden vernichtet und Artillerie- und Maschinengewehrfeuer zum Schweigen gebracht. Lastwagen, Troß, und Sammelplätze, Straßen mit Marschkolonnen, Befestigungsanlagen, Kasernen und Zelte wurden schwer beschädigt oder zerstört.
(Weitere politische Meldungen im zweiten Blatt.)
vaup.idjajuener: Dr *rtecnd) Wlidelm i'jnae Cieiivenreier cefc Vauptid)ri'hetien- Ernst ßlumfdjpin. 2<nan!tour,iich vr Poiii« uni 'Silber • Dr. Kt. W. L'ange für da- fteir leton: Dr. Hau- Ifirtiot; fit Stad' (Sieben, Provin-, u. Sport: tfat.i stf.uiiudjf i.
Druck uns Verlag Vrfflfl.che vnirer uai.ocuckere' »i. t'angr r G. BeraasleUer Dr.-Jng. SN» Hamann «nzeigcnie ler Hone 1 eck.
ür b*n 3nhoP herWn-e’wn' Thft’M'rffömm»- 9<* 6.
Was lieft d r deutsche Soldat?
Heber die sehr günstigen Erfahrungen in einer Frontbuchhandlung in einer großen Stadt Südwest' Frankreichs macht Walther Langenbucher im „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" be« merkenswerte Mitteilungen, die auf die Aussagen der sie leitenden Buchhändler im Soldatenrock zu- rückgehen. Das Wesentlichste ist die Tatsache, daß von den Kunden", das heißt Offizieren und Mannschaften, fast ganz ausschließlich das inhaltlich wert- volle und oft sogar „schwere" Buch, das dichterisch und künstlerisch hochstehende verlangt wird, während leichte und seichte Unterhaltung sehr niedrig im Kurs steht. Vierzehn Tage nach der Eröffnung war von Adolf Hitler „Mein Kampf" in der Feld- ausgabe auf Dünndruck nur noch ein Exemplar vorhanden. Sehr starke Nachfrage herrscht nach Rosenberg „Mythus" und der Lebensdarstellung Hermann Görings von Gritzbach. Nietzsches „Also sprach Zarathustra" war schnell ausverkauft, und dir Lebensdarstellung Diesels wurde viel verlangt.
Unter den Dichtwerken, für die großes Interesse ist, werden genannt: Hans Grimms „Volk ohne Raum" und seine afrikanischen Novellen, Kolben- heyers bekannte Romane, Bluncks Roman „Die große Fahrt", ferner Bücher von Emil Strauß Hermann Löns, Gorch Fock, Georg Grabenhorst, Marie Grengg, Gustav Frenssen („Jörn Uhl"), Theodor Fontane („Effi Briest , Irrungen und Wirrungen"), Wilhelm Hauff („Lichtenstein"), Knut Hamsun, August Hinrichs, Alfred Huggenberger. Auch Lyrik wird qekautt, so Gedichte von Josef Weinheber, Agnes Miegel, Blunck, Schumann.
Unter den Büchern vom Weltkrieg werden die „Kriegsbriefe gef-'üener Studenten" genannt, ferner Walter Flex, „Wanderer zwischen beiden Welten^ Bücher Ernst Jüngers („In Stahlgewittern", „Das Wäldchen 125") und auch Heinrich Eckmann, „Eira und der Gefangene".
Einen großen Raum nehmen auch die Bücher ein, deren Inhalt echten deutschen Humor atmet, so die Bücher von Konrad Beste, Karl Springen- schrnid, Peter Purzelbaum und Spoerl. Oft verlangt wird auch die Lebenedarstellung Robert Kochs von Hellmuth Unger, ein Zeichen bacür, wie stark der Film das Verlangen nach einem Buch beeinflußen kann. CK.


