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(Nachdruck verboten.)

[»Fortsetzung.

Gegen- an die- H.

Verdunkelungszell

29. September von 19.04 bis 7.16 Uhr.

schwer! und hoffnungsreich genießen sie die wart. Wollen wir es ihnen nicht gleichtun [en schönen herbstlichen Tagen?

Vornoti,en.

Tageskalender für Montag.

Dleöre! Hellwang Möer

Roman von ^orlt Alematft

Oie Straße gehörte dem deutschen Sport

Vorbildlicher Einsatz für da« KriegS-WHW.

gebens. .

Lorbeer für fremde Fahnen, wurde em Er­folg. Dollerthun behielt recht. Das Buch schlug ein. Auch drüben. Aber seine Briefe schlossen stets mit immer dringlicher werdenden Fragen: Woran ar­beiten Sie jetzt? Weshalb melden Sie sich nicht? Wo bleibt der neue Hellwang. Sagten Sie mir nicht, die Figur Emin Paschas interessiere Sie? Oder die venezolanische Kolonie der Welser? Seine Briefe bekamen immer dickere Fragezeichen.

Hellwang wand sich in Ausflüchten. Je wort- reicher seine Briefe waren, um so weniger enthiel­ten sie. Er schrieb Sätze, die wie mit dem Schrau­benzieher hingedreht waren. Manchmal überfiel ihn eine panische Angst vor der Zukunft. Er glaubte ausgeschrieben zu sein, ausgeblutet und ausäehöhlt. Emin Pascha, die Welser, es waren leere Namen. Er hörte die Trommeln des Mahdiuufftandes nicht mehr dröhnen. Und er sah nicht mehr vom Schanz- deck der tanzenden Karavelle über die flimmernde See und über der kochenden Brandung den Küsten­streifen des geheimnisvollen Kontinents. Die Tage vergingen, ohne daß er sich an seine Versprechungen erinnerte, mit den Kindern wegzufahren, Kmos zu besuchen, zu baden, Schwammerl zu suchen oder zu wandern. Seine Angelruten in den moosgrünen Futteralen standen unangetastet zwischen Schrank und Wand. Kathi holte sie beim Staubwischen vor und ließ sie scheinbar aus Unachtsamkeit neben seinem Schreibtisch stehen. Am nächsten Morgen sand sie sie wieder an ihrem alten Platz.

Sie wurde deutlicher:Vergangenes Jahr um diese Zeit haben Sie so schöne Hechten heimgebracht, Herr Doktor..." ",

Hellwang winkte unwirsch ab. Er verbrachte die Tage in seinem Zimmer, als sei der Funken, auf den er wartete und der das Feuer entzünden sollte, ein Gast, dessen Erscheinen er versäumen könnte, wenn er sich fern vom Hause aufhielt.

Die Mädel gingen wieder zur Schule. Sie atme­ten auf, als sie ihre Schulranzen zum ersten Male wieder packen durften. Das Leben daheim war un­erträglich geworden, es ging dort wie in einem Krankenhause zu. An den schulfreien Nachmittagen schlichen sie fort, in die Nachbargärten zu ihren Spielgefährten, die Väter mit vernünftigeren Be-

Aus der Stadl Gießen.

Sonnige Herbsttage.

Wie aern lassen wir uns von der Sonne tau­chen! Und doch hängen an der Hecke schon die weißen Marienfäden, die Abschiedszeichen des Iah- res. Wehmütige Stimmung legt sich leise auf unser Gemüt.

Dankbar genießen wir die besonnten Herbsttage. Wir lassen die Schönheit der Natur noch einmal stark und frisch auf uns wirken. Wohl liegt uns noch der Klang der Sicheln und Sensen im Ohr, wohl sehen mir im Geiste, wie die reife Frucht unter der Hand der Schnitter dahinsank und nur noch kahle Stoppeln von der Schönheit des Feldes erzählen. Aber schon hat der Herbst auch hier seine weichen Farben aufgetragen. Ueberall sproßt neues Grün, wo nicht der Lanpmann die Ende umgepflügt hat. Die Natur tat ein großes Wert, still und er­geben. Nun, nachdem der Segen geborgen, geht sie langsam zur Ruhe. Feierliche Stille zieht üver das Land.

Am Feldweg aber, am Ackerrain, blühen noch Wegwarte, Rainfarn und Schafgarbe. Die letzten Blüten sammeln wie ein Hohlspiegel die herbstlichen Sonnenstrahlen und geben sie verstärkt zurück. Aber

rufen besaßen. Söhnchen hing den ganzen Dag an Kathis Schürze.

Oiroei is er jetz grantig, der Konm , wisperte er; er hatte sich einen bösen Flüsterton an gewöhnt und ging seinem Vater möglichst aus dem Wege.

Es ist em Kreuz mit euch Mannsbildern!" seufzte Kathi auf. Ihr tapferes Herz war randvoll mit Sorgen beladen. Wenn es nur Hellwangs Launen gewesen wären! Sie hatte breite Schultern und, wenn es darauf ankarn, eine unempfindliche dicke Haut. Es hatte auch früher schon, zu Luisas Zeiten, bei Hellwang Perioden der Erschöpfung und der ungeduldigen Vorbereitung für eine neue Arbeit ge­geben. Zustände, wo er abgeschlossen und ungenieß­bar gewesen war. Aber dieses Mal saß die Ge­schichte tiefer. Es sah aus, als sei ihm alles gleich­gültig geworden, als verbinde ihn mit dem Leben nur noch ein haardünner Faden. Es gab Tage, an denen er vom Morgen bis zum Abend in dem alten, grauen Morgenrock herumlief, ohne Kragen, ver­nachlässigt und mit dunklen Stoppeln auf Kinn und Wangen, daß man sich schämen mußte, wenn der Blockwart kam oder der Zählerkontrolleur oder der Herr Inspektor von der Ortskrankenkasse. Und vielleicht bas Allerschlimmste, was Kathi den heiße­sten Kummer bereitete, war, daß er den geistigen Rausch, bas Fieber des erhöhten Lebens, das von ihm gewichen war, künstlich herbeizuführen ver­suchte. Denn im Büfett, in dem früher die Kognak- flasche alt geworden war, wuchsen in kurzer Zeit ansehnliche Batterien leerer Flaschen an, und Kathi bemerkte, daß Hellwang zuweilen schon an den Schrank heranging, bevor er noch gefrühstückt halte. Sie versuchte es mit törichten, kleinen Kniffen, sie verwahrte die Flaschen oder taufte die hochprozen­tigen Spirituosen mit Wasser. Es war ja zwecklos.

In den ersten Oktobertagen hatte Britta Geburts­tag. Ihr sehnlichster Wunsch war ein Fahrrad. Zwei Tage vor dem großen Ereignis ftiea Kathi zu Hellwang hinauf. Er sah am Schreibtisch. Ein Konzeptbogen lag vor ihm, auf dem ein paar Zei­len mit dicken, wütenden Strichen zum Teufel ge­jagt waren. Das Zimmer stand voller Rauch. Im Aschenbecher häufte sich ein überquellenber Hügel von Zigarettenresten. Er warf den Kopf herum und starrte Kathi feindlich an.Was wollen Sie schon wieder?!" Es hörte sich an, als würde er vom frühen Morgen bis zum späten Abend belästigt.

mb ohne Verantwortung Panamas. Kein Gesetz (anamas verbiete die Bewaffnung.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eröffnete in tr Reichsschulungsburg Lobeda den ersten Lehr- ing für Werkscharführer der NS.-Muster- ?triebe. Damit verbunden ist eine Arbeitstagung fr Gauwerkscharbeauftragten, die den Auftakt hil­ft zu einer verstärkten Mitarbeit der Werkscharen i Leistungskampf der deutschen Betriebe.

die schönsten Blumen deuten das Ende an. 3m Garten haben wir die letzten Rosen geholt, noch ind es Knospen, aber im warmen Zimmer öffnen sie sich bald.

Am meisten Freude haben unsere Kinder an die­sen letzten Sonnentagen. Am Waldrand locken die Brombeeren, die reifen Haselnüsse wollen gepflückt sein. Und bann die Hagebutten! Das gibt köstliche Marmelade, aber auch klingenden Lohn; denn im Schulzimmer steht ein großer Kasten, der bald ge­füllt sein wird. Jeden Tag bringen die Kinder ganze Mappen und Tüten voll mit. Im Winter aber er­halten sie ein paar gute Bücher dafür.

Auch die Obstbäume haben hier und da noch eine vergessene Frucht. Wie gut schmecken die gestoppel­ten Aepfel! Singend ziehen die Buben aus dem Dorf hinaus ins Feld. Nun dürfen sie über alle Aecker laufen, fein Feldschütz hat etwas einzmven- den. Dann ruhen sie am Waldrand und schauen hinauf nach dem blauen Himmel. Sie hören bas Summen eines Motors. Fachmännisch stellen sie fest, welchem Typ bas Flugzeug angehört. 3n die­sen Dingen wissen heute alle Buben, auch die klein­sten, genau Bescheid.

Am frühen Abend kommen die Kinder, mtt den letzten Blumen in den Händen, nach Hause. Unbe-

Zwei Tage lang stand unsere Stadt im Zeichen der ersten Reichsstrahensammlung für das vom Führer kürzlich eröffnete 9. Kriegs-Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Es waren Diesmal alle äuße­ren Vorbedingungen eines guten Gelingens gegeben, und unsere Turner und Sportler nützten diese Ge­legenheit bis zum letzten aus. Alles war aufgeboten, was irgendwie mit der deutschenLeibesübung zu tun hat. Und diese Jungens und Mädels, aber auch dieAlten" verstanden es, eine Sarnmelhochftim- mung zu erzeugen, wie sie wohl noch selten erlebt wurde. Unaufhörlich klapperten die Büchsen, unauf­hörlich rollten die Veranstaltungen. Dort wanderte der schnelle Ball, kämpften heiß die Mannschaften um die entscheidenden Tore und vergaßen zwischen- durchnicht zu klappern". Hier knallten die Büchsen der Schützen, und die Büchsen des WHW. füllten sich am laufenden Bande, daneben rollten die Kugeln der Kegler und brachten immer wieder noch einen Groschen fürEine in die Vollen".

Daß sich die Bezirksführung Gießen viel vorge­nommen hatte, wußten wir vorher, daß es aber ein solcher Erfolg werden würde, konnte man nicht ahnen. Wie glänzten aber auch die Augen der frischen Jungens und Mädels, wie freuten sie sich, well sie die Büchsen schwingen durften.

Es ist leider unmöglich, alles zu schildern, was uns die Gießener Gemeinschaften des NSRL. am Samstag und gestrigen Sonntag boten. Man kann ihnen dafür nur herzlich danken und hier nur das Wichtigste festhalten.

Blitzschnell zischte der kleine Ball der Tischtennis­spieler, die sich vor dem Stadttheater aufgebaut hatten und dort heiß kämpften. Man sah, hier waren Könner am Werk, die beweisen wollten, daß dieses schöne Gesellschaftsspiel ernster Sport ist, wenn er so gekonnt wird wie hier.

Für manche mag es eine besonders schöne Heber- raschung gewesen sein, als in die laufende Vorstellung des Gloria-Palastes eine Bühnenschau, gestaltet von Turnern und Turnerinnen, eingebaut wurde. Für die Sammlung war es eine bombensichere Ein­nahme, die Turner bankten dafür mit prachtvollem Können am hohen Reck. Die anschließenden Boden­übungen zeigten die wundervolle Beherrschung gut trainierter und geschmeidiger Körper. Es waren Hebungen, wie sie der neuen Auffassung vom deut­schen Turnen entsprachen. Sie hatten Tempo und Zündung. Heberschläge, Saltos, Kipven, federnd und radfchlagend schnellten und wirbelten die Turner über die Bühne, eine prachtvolle Werbung für deut­sches Turnen.

Ein Filmabend im GasthausHindenburg brachte die Vorführung eines Werbefilms vom deut­schen Sport im Kriege, wobei die verschiedensten Sportarten zur Geltung kamen und u. a. auch der Turnländerkampf Deutschland Finnland 1941 gezeigt wurde. 3mBurghof" brachte der Skiklub im Rahmen eines Kameradschaftsabends zugunsten des WHW. einen Film aus der' Wunderwelt der Dolomiten zur Vorführung, der für die Besucher zu einem schönen Erleben des winterlichen Sports in den Alpen wurde.

Die Kleinen, Kinderaruppen, beherrschten am Sonntagvormittag den Platz vor dem Stadttheater, der in seiner neuen Gestaltung den geeigneten Rahmen gab. Daß man nicht früh genug anfangen kann, Leibesübungen zu treiben, wurde hier ge­zeigt. Frische und vor allem von Herzen fröhliche Kinder, das ist das Ziel der Arbeit, Die die NSRL.- Gemeinschaften hier leisteten. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 stellte sich bereitwillig in den Dienst der guten Sache und gab mit flotten Weisen einen schönen Abschluß dieser Morgenveranstaltung.

Den Verantwortlichen und Teilnehmern mag in diesen Tagen die Zeit recht knapp geworden sein. Schon um 14 Hhr standen sie wieder am Oswalds- garten, um mit einem Werbemarsch die Hauptver- anftaltung am Schwanenteich einzuleiten. Es war ein Festzug, ganz improvisiert, und vielleicht gerade deshalb so gut gelungen. Fanfarenbläser des 3ung- volks eröffneten den Zug. Unter Führung des Sportkreissührers Stein und seiner Fachwarte Reuter und Becker zogen die einzelnen Grup- pen mit ihren Geräten, auf Rollschuhen, mit Renn­booten der Ruderer und Kanuten, vorüber.

Am Schipanenteich entfaltete sich bann vor Tau­senden von Zuschauern ein Dreistunden-Prvgramm, wie es in dieser Vielfalt in Gießen noch nie gezeigt

neinfam die Errungenschaften der nativnalsozialisti- jhen Revolution erhalten und Schulter an Schulter teweifen wollten, daß die Volksgemeinschaft und der putsche Sozialismus das Bindeglied und das Hoch- zel feien, für das sie angetreten sind.

Das Ritterkreuz.

Berlin, 27. Sept. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf larschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das xitterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Hauptmann fing, Bataillonskommandeur in einem 3nfan- irieregiment, Hauptmann Hupfer, Kompa- r echef in einem 3nfanterieregiment, Leutnant iindenmann, Bataillonsadjutant in einem Infanterieregiment und Oberleutnant Hopf, Kom­paniechef in einem 3nfanterieregiment; ferner auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe an fauptmann Linke, Gruppenkommandeur in inem Kampfgeschwader, Hauptmann Freiherr ion Beust, Gruppenkommandeur in einem Kampfgeschwader und Hauptmann Guenzel, hruppenkommandeur in einem Kampfgeschwader.

Oie Bewaffnung der Handelsschiffe Panamas.

Neuyork, 27. Sept. (Europapreß.) Panama it die unter eigener Flagge fahrenden Schiffe icht zur Bewaffnung ermächtigt, wie ?r Außenminister dem Neuyorker Generalkonsul itteilte, nachdem die Reeder von Panamaschiffen esen befragt halten. 3eber Reeder, der seine chiffe bewaffne, tue dies auf eigene Gefahr

So fuhren sie heiler und vergnügt in die Stadt uib stopften sich in der Schüsselpassage mit Schoko- toe, Kirschkuchen und Eistorte so voll, daß die kllnerin Hellwang bei Lydias fünfter Bestellung ernsthaft auf die möglichen Folgen dieses Exzesses aufmerksam machte. Später gingen sie noch ms D-arionettentheater. Es wurdeKalis Storch ge­best. Während des letzten Bildes schlief Söhnchen en. Er schlug die Augen erst auf, als Kathi ihm die -chuhe auszog und ihn ins Bett legte, da lächelte ei satt und selig, kuschelte sich in die Kissen und 1^ lief sofort weiter.

Oben im Arbeitszimmer wanderte Hellwang rast- hs zwischen den Bücherborden hin und her Durch dir offenen Fenster strömte die Nachtlust mild biein. Der Mond glitt über den sommerlichen mmel und streute fein silbernes Licht über den Achen. Hellwang löschte die Lampe. Die Glut seiner 3 garte schrieb rote Kurven in die Luft. Auf dem Schreibtisch lag Vollerthuns Brief. Erfolg ... Er­lüg ... Gewiß, es war erfreulich, daß ihn für einige C-it keine Sorgen brennen würden, daß das Leben 'nieder einmal gesichert war, daß er Atem schöpfen hnnte, Atem für ein neues Werk. Für ein neues ert? Eine unbekannte Furcht schlich in fern Herz.

Lar Dollerthums Begeisterung für das soeben vou- bete Buch echt? Spürte er nicht die

h dem Werk? Spürte er nicht, daß das Buch m Ijoei Teile zerfiel, von denen nur der erste warm uib lebendig war? Die Bruchlinie hatte em Datum. Luisas Todestag. Was danach entstanden war, Stoied sich nach Hellwangs Meinung so deutlich von H hm ersten Kapiteln, als wären diese als ymrer- Wlc|senes Fragment von der schwächeren Feder eines Fremden ergänzt und vervollständigt worden.

I Ein neues Werk?---,

Er wartete. Er wartete und hoffte, eines Mor Mms zu erwachen und wieder jenem quälenden, Herr- 'j hfjen Zustande zu verfallen, der ihn früher an den Schreibtisch gedrängt und dort fiebernd festgehal batte, bis in den Gestalten, die er formte, der

NSG.Kraft durch Freude": im Gloria-Palast, 19.30 Hhr,Triumph der Heiterkeit". Gloria- Palast, Seltersweg:Annelie". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Krach im Vorderhaus".

Für unsere Verwundeten.

Dieser Tage lief in einem hiesigen Lazarett der KdF.-Film:Der Mustergatte". Die luftige Unter- Haltung war den Verwundeten eine angenehme Er. holung. Am Freitag und» Samstag zeigte KdF. ein schönes Programm:Die lustige Stunde" mit ausgesuchten Darbietungen von Polbi Dolly in verschiedenen Tänzen, Anneliese Bizar 0 w als 3ongleuse auf rollender Kugel, Fiffy Klein auf verschiedenen Musikinstrumenten. Wilhelmine Hop- per sang Lieder und Tonfilmmelodien mit viel Charme. Kapellryeister Barth zeigte sich als ge­schickter Begleiter. Als Vortragsmeister erfreute die Verwundeten August Schnitzler, der auch die Ansage und die Leitung der Veranstaltung hatte. Seine eigenen zusammengestellten (Soldatenlieder- folgern ernteten besonders reichen Beifall. Die Ver­anstaltung erfreute die Verwundeten sehr. Am Samstag brachten Frauen der Ortsfrauenschaften Storndorf und Vadenrod im Kreise Alsfeld-Lauter- bad) auf Veranlassung der Kreisfrauenschaftsleiterin Pgn. Meirich eine reichliche Kuchenspende aus den beiden Orten. Außerdem hatten sie noch eine große Anzahl Blumen mtt, für die ihnen die Derwun- beten Dank sagten.

lebende Puls einer frommen Schöpfung schlug. Aber er wartete auf die göttliche Eingebung oer-

wurde. Hundert fünfzig Nachrichtenhelferinnen boten mit ihrer Gymnastik und einem Tanz wohlgelungene Ausschnitte aus dem täglichen sportlichen Betrieb, den sie als Ausgleich in ihrem Dienst nicht missen mögen. Die Kreisriege der Turner zeigte, daß sie auch den Barren in voller Meisterschaft beherrschte. Die Hebungen über das Sprungpferd mit Feder­brett zeugten von viel Mut und Können. Graziös und anmutig waren die Sing, und Tanzspiele der Gießener Turnerinnen; sie holten sich viel Beifall. Frisch und fröhlich wieder das Turnen der Kinder und <5portbienftgruppen. Dazwischen zeigten die Rollschuhläufer und Säuferinnen in immer neuen Variationen die Kunst dieses schonen Sports. Be­sonders bemerkenswert war die Kür eines Gast­paares aus Hanau, deren Können wir f. Zt. bei der Bereichsmeisterschaft im Sommer schon bewundern konnten. Auf dem Teich waren die Kanuten und Ruderer bei der Arbeit, die in scharfem Rennen ihre Vereinsmeister ermittelten. DasKinderichiff", der große Kanadier, gab Gelegenheit zu den belieb­ten Rundfahrten. Er war immer bis zum höchst­zulässigen Maße besetzt. Einlagen und Heber« raschungen von .Ftollschuhanfängern" gaben dem Programm eine launige Würze. Der Ansager Dr. P s es f e r fand immer den richtigen Kontakt zu Teilnehmern und Zuschauern.

Die zweite Bühnenschau, diesmal von Turnerin­nen gestaltet, gab am Abend im Gloriapalast noch einmal in gedrängter Fülle die Schönheit der Lei­besübung unserer Frauen wieder. Sie war ein würdiger Aus klang dieser hochgestimmten Tage.

Daß neben dem Sportprogramm der Einsatz der Sammler bewundernswert war, haben wir schon erwähnt. Ein heißer Wettstreit war zwischen den einzelnen Gemeinschaften entbrannt um denMei­ster" in diesem Sammelwettbewerb. Die Gruppe der Aktiven und Amtsträaer des NSRL. mit dem Bezirksführer an der Spitze scheint besonders er­folgreich gewesen zu sein. Wir sahen jedenfalls Büchsen, die randvoll waren und deren Gewicht dem SammlerStummer* bereitete. Wir hoffen, daß der Kampfruf, den der Ansager des Lautsprecherwagens in dankenswerter Weise von der Polizei zur Verfügung gestellt sich erfüllt hat:Das höchste Ziel im Deutschen Sport, fürs WHW. den Welt­rekord."

Luftwaffe -

Stadt Gießen/Klein-Liuden komb. 10:1 (4:1).

Durch die verschiedenen Ortsveranstaltungen für das Kriegs-WHW. mußte das vorgesehene Spiel Stadtmannschaft Gießen Gießen-Land ausfallen. Man war froh, daß noch in letzter Minute dieses Spiel zum Austrag kam. Da auch die Spieler von Watzenborn-Steinberg nicht zur Verfügung stan­den, mußte man auf Spieler von Klein-Linoen zu­rückgreifen. Mit dieser Verlegenheits-Elf war es von vornherein klar, daß die Mannschaft gegen die starke Lustwaffen-Elf keine Gewinnchance hatte. Wenn auch die einwandfreie bessere Elf gewonnen hat, so ist dennoch die Niederlage dem Spielver­lauf entsprechend zu hoch ausgefallen. Bei ent­schlossenerem Eingreifen des Tormannes hätten einige Tore vermieden werden können. Die Luft­waffe hatte die bessere Stürmerreihe, und dann war die Elf in der zweiten Halbzeit jederzeit ihrem Gegner klar überlegen.

Das Spiel begann für die kombinierte Mannschaft vielversprechend. Kaum waren zehn Minuten ge­spielt, so hieß es durch Ehmann 1:0. Dir Freude dauerte aber nicht lange. 3m Gegenzug konnte Meermann durch Alleingang an dem verdutzt stehen- gebliebenen Tormann ausgleichen. Bis jetzt hatte die kombinierte Mannschaft etwas mehr vom Spiel. Einest Eckball von rechts, schön hereingegeben, schoß Ebert scharf an die Latte. Doch nach zwanzig Mi­nuten Feldüberlegenheit wardas Pulver ver­schossen". Die Luftwaffe kam mächtig auf, ihre An- griffe wurden immer gefährlicher, und hier war es efonders der 3nnenfturm mit Meermann und Bruhn, welcher der Hintermannschaft schwer zu schaffen machte. Durch Tore von Meermann (Elf­meter) und Bruhn wurde der Halbzeitstand von 4:1 hergestellt.

Nach dem Wechsel sah man schon bald, daß die Luftwaffe das Spiel jetzt sicher in der Hand hielt. Die kombinierte Mannschaft konnte das Tempo der ersten Hälfte nicht mehr mithalten. 3nnerhalb von

Britta hat übermorgen Geburtstag, Herr Dok­tor", sagte Kathi mit unerschütterlicher Ruhe.

Und und und?" fragte er, und es klang, als würde er im nächsten Augenblick in Tränen und Wut ausbrechen, daß man ihm keine Ruhe ließ.

Sie wünscht sich gar so sehr ein Fahrrad!

Er riß die Schublade seines Schreibtisches auf und warf zwei Fünfzigmarkscheine hin:Da! Neh­men Sie! Kaufen Sie es ihr! Aber lassen Sie mich zufrieden!" Er schlug mit den Knöcheln wütend auf das Papier:Sie sehen doch, daß ichiMbeite!"

Als Britta am Qkburtstagsmoraen Unter einem Vorwand vor die Haustür geschickt wurde, lehnte an der Wand ein funkelnagelneues Damenfahrrad mit verchromten Felgen, mit Pedalrückstrahlern und Ballonreifen, ein Traum von einem Fahrrad. Die Morgensonne blitzte in den Nickelteilen, daß man vor lauter Glanz die Augen schließen muhte. Britta ahnte nichts bis Kathi, die hinter ihr dreinge- schlichen war und zur Haustür hinausspitzte, mit ihrem verdächtigen Unschuldsgeficht fragte, wie ihr denndie Karre" gefiele.

Meins ..stammelte Britta atemlos.

Und Kathi nickte strahlend:Kannst dich bei deim Pappa bedanken! Da hat er was Nobliches ausgespuckt, hat?"

Der Konni", fragte Britta, als könne sie's nicht glauben, daß er an sie gedacht hatte.

3a, meinst, daß ich's dir von meinen Erspar­nissen hingestellt hab'? Mittags wirst dich bei ihm bedanken, hast g'hört? Denk' fei dran!"

Freilich!" Britta schwang sich selig aufs Rad und zog eine Ehrenrunde über den Rasen.A rassige Maschin'! Und laffa tuats, grad pfundi! Du Kathi, heut derf i damit in die Schul' fahren, gell?"

Aber nur heut, weil's ein besonderer Tag is!" Britta kam nicht dazu, sich bei ihrem Vater zu bebauten. Er verließ bas Haus kurz nach dem Essen und fuhr mit der Bahn in die Stadt. Er kam weder zum Kaffee noch zum Abendbrot zurück. Die Ge­burtstagsfeier fand ohne ihn statt. 3n später Nacht rollte eine Taxe vor. Der Chauffeur führte Hell- mang ins Haus. Oben beugte sich Kathi über das Treppengeländer. Die straff geflochtenen Zopfe fielen steif über ihre Schultern. Und dann schlich sie in ihr Zimmer zurück und setzte sich aufs Bett und heulte. (Fortsetzung folgt)

Mit einem Festakt im Gewand hause wurde das Musische Gymnasium in Leipzig, das zweite seiner trt in Deutschland, eröffnet. Reichsminister Rust itö der italienische Minister für nationale Erzie- Lng, Bottai, woynten der Feierstunde bei.

*

3n Zürich wurde eine vom Werberat der deut- ben Wirtschaft veranstaltete Ausstellung neuer k utscher Werkstoffe eröffnet. Die Schau soll der bweizerischen Bevölkerung beweisen, daß die neuen putschen Werkstoffe jeder Kritik standhalten. Es terden bie einzelnen Werkstoffe unb ihre Entstehung tirgestellt, ferner wirb an vielen Beispielen bie faktische Anwenbung ber* neuen Werkstoffe gezeigt.

Der Vertreter des britischen Kriegskabinetts im Mittleren Osten, Oliver Littleton, ist in Lon- j)h eingetroffen.

General Wavell befindet sich auf dem Wege rach Teheran, der Hauptstadt 3rans.

In Singapur ist das größte Schiff der Welt, der 6>000 BRT. große britische Cunard-Dampfer ,2 u e e n Elizabeth" eingelaufen. Das Schiff Bfrb dort repariert.

*

Wegen gewisser Schwierigkeiten, bie japanischen kchiffen durch die britischen Militärbehörden im ^fen von Basra gemacht wurden, hat bie ja­panische Regierung beschlossen, den Schiffsverkehr lud) Basra einzustellen.

Ein General be Gaulles, Le Gentilhomme, früher bertommanbierenber in Französisch-Somali, würbe r;m französischen Kriegsgericht in Gannat wegen hnbesoerrat unb Fahnenflucht in Abwesenheit zum lobe verurteilt. Das Gericht verfügte außerdem bie Anziehung feines gesamten, Vermögens. Weiter narbe bie Todesstrafe gegen die französischen Haupt- ! Icate Appert und des Essart verhängt. Beide tzchorten zum Stabe Le Gentilhommes.

ßaubticfirfftleitet: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei ki$Wftleiter8: Ernst Blumschein. Verantwortlich Ar PolM und »der: Dr. Fr. W. Lange,' für da« Feuilleton ^Dr. Tbqrtot, fir Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft u.SLort: Ernst ®Iuon!,*%

Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckere R. Lange «. G. k-'.i°g-leiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Han» Beck, kerantworiltch für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.6.