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fiel kurz darauf. Die wichtige zweigleisige Eisen­bahn Kiew Moskau war erreicht. Der ste­tige fortschreitende Angriff erreichte die gleiche Bahnlinie auch weiter ostwärts, südlich des Sejm iin Raume von Konotop und überschritt sie auch hier. Wenn auch die Witterungs- und Wege­verhältnisse denkbar ungünstig waren, so konnten sie die hier vorstoßende Angriffsgruppe, die die Ost- flanke der ganzen Angriffsbewegung bildete, nicht am scharfen Borgehen nach Süden hindern, R o m - rny und Loschwitza wurden erreicht. Dadurch war von Norden her die Möglichkeit geschaffen, den deutschen Angriffstruppen, die von Süden her kamen, die Hand zu reichen.

Diese hatten den breiten D n j e p r in breiter breiter Front beiderseits Krementschug an mehreren Stellen kämpfend überwunden, die entstandenen Brückenköpfe gegen den harten Widerstand der Truppen ständig erweitert und miteinander verbun­den. Krementschug war schon am 9.9. genommen

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worden. Schnelle Truppen stießen wenige Tage später aus dem Raum um und südostwärts Kremen­tschug nach Norden vor. Der anhaltende Regen und die beispiellos schlechten Wege konnten ihren raschen Vormarsch nicht aufhalten. Im Raum von L u b n y, 125 km nördlich Krementschug, fand die e r st e Vereinigung der deutschen Nord- und Süd­gruppe statt, die sich dann 25 km weiter nördlich bei S ch w i tz a zu einem festen eisernen Ring zu- fammenschloß, den die Sowjets nicht mehr nach Osten zu durchbrechen vermochten. Fünf bolsche­wistische Armeen waren jetzt Mitte September ein­geschlossen.

Sie wurden nunmehr auf immer engeren Raum zusammengedrängt, in dem die umschließenden Ar­meen ihren Angriff nach Süden bzw. Osten und Norden urtb nunmehr auch westwärts fortsetzten und nach Osten hin Abwehrkämpfe gegen die Ent­lastungsversuche der herangeführten bolschewistischen Verbände durchführten. Für die bolschewistischen Ar­meen verschärfte sich die Lage durch den Angriff der von Nordosten angettetenen Armee. Sie warf die Sowjets aufdenDnjeprzurück, erkämpfte sich 60 km Nördlich von Kiew den Uebergang über den Fluß und erreichte dadurch die Verbindung mit den Divisionen, die von Gomel her nach Süden vor­gingen.

Während die deutschen Truppen sich nun nach Süden und Südosten weiter vorkämpften, traten andere Kräfte zum Angriff auf die Befesti- gungsanlagen von Kiew am westlichen Dnjepr-Ufer an. Sie eroberten die zäh verteidig­ten, neuzeitlich ausgebauten Bunkerlinien im har­ten Kampf und hißten die Reichskriegsflagge auf der Zitadelle von Kiew am 19. 9. Die bolschewisti­sche Truppenführung der Stadt entzog sich der Ge­fangennahme durch die Flucht im Flugzeug. Die Sowjets hatten die Kiewer Stadtbrücken über den Dnjepr zerstört, konnten dadurch aber die deutschen Truppen nicht hindern, den fliehenden Bolschewiken rasch nachzustoßen und sie auf immer engerem Raum zusammenzudrängen. Die zusammengedräng­ten Massen der Bolschewisten, in die die deutschen Truppen immer neue Keile hineintrieben, spalteten sich rasch in verschiedene Teilkessel auf und zeigten bald Auflösungserscheinungen. Sie erlitten unge­heuere blutige Verluste, mußten 665 000 Gefangene und ein unübersehbares Kriegsmaterial hergeben.

Eine der größten Vernichtungsschlachten nicht nur dieses Krieges, sondern aller Zeiten fand damit während der abgelaufenen Woche ihren Abschluß. Fünf Sowjetarmeen sind vernichtet, der Oberbe­fehlshaber einer der fünf Sowjetarmeen wurde ge­fangen, der Oberbefehlshaber der bolschewistischen

Südwestfront, Generaloberst Kirpono, fiel. Die ab­schließenden Zahlen der Gefangenen und Beute, die die Sondermeldungen bekanntgaben, lassen ebenso sehr die Größe diesex riesigen Vernichtungs­und Umfassungsschlacht sichtbar werden, wie die Masse des 135 000 Quadratkilometer, also ein Vier­tel des Deutschen Reiches, bedeckenden Schlacht­feldes. Die Umfasiungs- und Vernichtungsschlacht

im Raume ostwärts von Kiew bedeutet ein Ruh­mesblatt für alle daran beteiligten Verbände, bei deren Kampfeinsatz die Truppen des Heeres, der Waffen-/- und der erfolgreichen Mitwirkung der Luftwaffe ihre ganzen Kräfte im Kampf und in der Ueberwindung großer Räume und Wegeschwierig- keiten hergaben. Sie ist ein zugleich weiterer großer Schritt auf dem Marsch zum Siege.

Zwei Todesurteile für Rundstinkverbrecher.

Berlin, 27.Sept. (DNB.) Noch immer lassen sich allen Warnungen zum Trotz einzelne Volks­genossen dazu verleiten, ausländische Falsch­meldungen abzuhören oder weiterzuoerbreiten. Sie lassen sich dadurch als billige Werkzeuge der feindlichen Agitation mißbrauchen, lähmen, ihre eigene Widerstandskraft und fallen durch ihre landesoerräterische Unterstützung des Feindes der im Entscheidungskampf um ihre Lebensrechte stehen­den Volksgemeinschaft in den Rücken. Diese Ver­räter und Saboteure an dem Schicksalskampf der deutschen Nation schließen sich durch ihr gemeines und hinterhältiaes Treiben von selbst aus der Volksgemeinschaft aus und werden von der ganzen Härte des Gesetzes getroffen. Zwei besonders krasse Fälle von Rundfunkverbrechen fanden in der letzten Zeit ihre Sühne durch Todesurteile, die der Schwere der Vergehen allein gerecht wurden.

Das Sondergericht Nürnberg-Fürth verhandelte gegen den 1892 in Nürnberg geborenen Johann Wild, der sich vor und nach dem Weltkrieg in marxistischen Organisationen betätigt und nach der Machtergreifung systematisch unter den Einfluß marxistischer Hetzpropaganda gestellt hatte, indem er die ausländischen, meist von jüdischen Emigran­ten inspirierten Rundfunksendungen ab­hörte. Als im September 1939 England und Frank­reich dem Deutschen Reich den Krieg erklärten, hoffte Wild auf den Sturz des ihm verhaßten neuen Deutschland. Er stellte sich daher gesinnungsmäßig auf die Seite der Feinde des deutschen Volkes und hörte regelmäßig ihre hetzerischen und verlogenen Rundfunksendungen ab. Unter Verwertung der ab­gehörten feindlichen Sendungen verfaßte er eine Hetzschrift, die Schmähungen aegen den Führer und andere führende Persönlichkeiten des Staates sowie gegen die Wehrmacht enthielt. Fer­ner veranlaßte er seine Frau, die Lügenmeldungen au verbreiten. Das Sondergericht stellte fest, daß der Angeklagte zweckgewollten Volksverrat getrie­ben hat. Es verurteilte ihn daher zum Tode.

In einem anderen Falle hatte das Sondergericht

in Graudenz gegen die Haushälterin Pelagia Ber- natowicz und mehrere Mitangeklagte, sämtlich Po­len, zu verhandeln. Die Bernatowicz war bei einem deutschen Arzt als Wirtschafterin tätig. Während der Abwesenheit des Arztes benutzte sie dessen Rund­funkgerät, um ausländische Send er abzu­hören und lud regelmäßig Samstags einen Kreis von polnischen Bekannten zu diesem verbrecherischen Treiben ein. Da ihr genau bekannt war, daß den Polen in den Ostgebieten der Besitz von Rundfunk­geräten untersagt ist und sie wußte, daß das Ab­hören ausländischer Sender unter Strafe gestellt ist, hat sie sich in schwerster Weise vergangen, um so mehr, als sie versucht hat, ihre polnischen Mitan­geklagten zum Widerstand gegen das Deutsche Reich aufzustacheln. Die Handlungsweise der Angeklagten geht weit über den Tatbestand des Rundfunkver­brechens hinaus. Daher war die Todesstrafe die er­forderliche Sühne.

Gerade in diesen Tagen sind die fortgesetzten feind­lichen Lügennachrichten durch die Bekanntgabe der geradezu phantastischen Siege unserer Truppen aufs eindrucksvollste widerlegt worden. Bestände in Deutschland kein Verbot des 2lbhörens ausländischer Sender, so hätten all die feindlichen Lügen vom angeblichen Stillstand der deutschen Operationen oder vom deutschen Rückzug und den siegreichen Of­fensiven der Sowjets dem deutschen Volk gegen­über dementiert werden müssen, um keine unnötige Beunruhigung aufkommen zu lassen. Solche Demen­tis hätten zwar dann in der Heimat Beruhigung geschaffen und manche allzu Ungeduldigen befrie­digt, unseren SoDaten aber wäre durch die vorzei­tige Enthüllung der deutschen Operationen ihre heb denhafte Arbeit doppelt schwer, wenn nicht gar un­möglich gemacht worden. Das ist der Grund, wes­halb das Abhören ausländischer Sender in Deutsch­land verboten ist. Wer sich gegen dieses Verbot vergeht, fällt also damit unseren Soldaten in den Rücken und ist nicht besser als jeder elende Landes­verräter.

Der Rhein-Mainische Giedlertag.

NSG. Wiesbaden, 28. Sept. Anläßlich des rhein-mainischen Siedlertages sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger in Wiesbaden zu den Siedlern aus dem Gau Hessen-Nassau. Der Gauleiter führte aus, daß gerade jetzt im Kriege die Siedlung und die Werte, die sie schafft, erst ihre wahre Bedeutung offenbart. Wenn auch der Sied­ler nicht die Allgemeinheit auf dem Wege über die Markthalle wie der Großbetrieb beliefern ckann, sv unterstützt er doch die Allgemeinheit dadurch, daß er seinen eigenen Bedarf auf vielen Gebieten selbst befriedigt und dadurch den Markt entlastet. Der Gauleiter erinnerte an drei Dinge, die in der Kriegszeit vorbildlich von den Siedlern gelöst wur­den: 1. durch die Seidenraupenzucht liefert der Siedler einen wertvollen Rohstoff an Stelle der fehlenden Rohseide: 2. durch die Angorazucht wird ein wesentlicher Beitrag für Bereitstellung eines wertvollen Wollproduktes geliefert und 3. spielt auch die Haltung von Schafen für unsere Textil­wirtschaft eine wesentliche Rolle.

Siedler kann nur der sein", so rief der Gauleiter aus,ber neben feiner beruflichen Arbeit sein Haus, seinen Garten und seine Kleintierzucht in Ordnung zu halten vermag. So ist also diese Zu­satzarbeit ein Ausfluß der Arbeitsfreude, und dar­aus erwächst auch jener Gemeinschaftsgeist, der den Nationalsozialismus ausmacht. Das alles zusam­mengenommen gibt kraftstrotzende, gesunde Men­schen, und die brauchen wir."

Die Kleinsiedlung wird einen Hauptpunkt unseres Wohnungsbauprogramms ausmachen. Im Laufe der Zeit sind die Möglichkeiten des Siedlungs­und Wohnungsbaues bedeutend verbessert worden. Seit 1938 hat eine starke staatliche Förderung ein­gesetzt, aber auch die Betriebe haben sich dem Sied­lungsgedanken erschlossen. Während in England und in der Sowjetunion heftige soziale Kämpfe ausgetragen werden und die Armen in Not und Elend verkommen, hat der Führer im vergangenen Jahre einen Erlaß herausgegeben, nach dem nach Kriegsende sofort begonnen werden kann, die Woh­

nungsfrage im Reich zu lösen.Als wir aus dem Weltkrieg zurückkamen", so sagte der Gauleiter, fanden wir ein Chaos vor. Heute schon ist die Organisation sichergestellt und das Wohnungsbau­programm bestimmt, um nach dem Kriege an Stelle der Rüstungsproduktion zu treten. In erster Linie werden Arbeitsgemeinschaften des Handwerks an den Bauten beteiligt fein, tüchtigen Architekten wird die Möglichkeit gegeben werden, sich zu be­tätigen. Bessere Wohnverhältnisse werden bessere Menschen erziehen. Das Kind gedeiht nur da, wo Licht, Luft und Sonne ist. Nach den Weisungen des Führers sind wir berufen, heute schon vorbe­reitend den Frieden zu gestalten, der würdig ist der Opfer und der Siege unserer Wehrmacht/

Dipl.-Landwirt Volling, der Leiter der Aus­stellungSiedlung schafft Werte", konnte die Lei­stungsfähigkeit unserer Siedler im Gau mit folgen­den Zahlen beweisen: Nach dem Stand der Zählung verfsigen die rhein-mainischen Siedler über 70 000 Hühner, die zwölf Millionen Eier, wertvolles Fleisch und Federn liefern, 60 000 Kaninchen, die zusätzlich 150 000 Kilogramm Fleisch liefern, 9000 Enten und 2000 Gänse, die 35 000 Kilogramm Fleisch zur Verfügung stellen, 4000 Ziegen und 200 Milchschafe, die neben ihren Fellen rund 2,5 Mil­lionen Liter Milch erbringen, 4500 Schweine, die rund 560 000 Kilogramm Fleisch liefern. Die Sied­ler im Gau bewirtschaften heute schon 3600 Morgen Land. Der gesamte Ertragswert kann auf etwa zehn Millionen Reichsmark beziffert werden.

Das Rhein-Mainische Landesorchester.

NSG. Aus Anlaß des Beginns des Winterpro­gramms des Rhein-Mainischen Landesorchesters unter Leitung des Leipziger Gewandhauskapell­meisters Prof. Hermann Abendroth gab Gau­leiter und Reichsstatthalter Sprenger einen Emp­fang, zu dem er die namhaften Förderer des Or-

//-Obergruppenführer Heydrich Vertreter des Reicheprotettors.

Berlin, 27. Sept. (DNB.) Der Reichs« Protektor in Böhmen und Mähren, Reichs- Minister Freiherr von Neurath, hat sich genötigt gesehen, beim Führer einen längeren Urlaub zur Wiederherstellung feiner angegriffe­nen Gesundheit zu beantragen. Mit Rücksicht dar­auf, daß die gegenwärtige Kriegszeit den vollen Einsatz des Reichsprotektors verlangt, hat Herr von Neurath den Führer gleichzeitg gebeten, ihn bis zur Wiederherstellung feiner Gesundheit von seinen Geschäften als Reichsprotektor vorübergehend zu entbind en und während dieser Zeit einen Vertreter für ihn zu bestellen. Der Führer hat unter diesen Umständen nicht umhin gekonnt, dem Ansuchen des Reichsprotektors zu entsprechen, und hat den //-Obergruppenführer Heydrich für die Dauer der Erkrankung des Reichsministers von Neurath mit der Führung der Geschäfte des Reichsprotektors in Böhmen und Mahren beauf­tragt.

Ministerpräsident Elias wegen Hoch- und Landesverrats verhaftet.

Prag, 28. Sept. (DNB. Funkfpruch.) Auf An­ordnung des stellvertretenden Reichsprotektors, //-Obergruppenführer Heydrich, wurde der Mi­nisterpräsident der autonomen Protektoratsregie­rung, Ingenieur Elias, wegen Hoch- und Landes­verrats verhaftet und dem Volksgerichtshof des Deutschen Reiches zur Aburteilung überwiesen. Gleichzeitig wurde der Verhaftete seines Amtes als Ministerpräsident der autonomen Protektorats­regierung vom stellvertretenden Reichsprotektor enthoben.

chesters aus Partei, Wehrmacht, dem staallichen, kulturellen, kommunalen und wirtschaftlichen Leben gebeten hatte. Der Gauleiter dankte für das starke Interesse, welches dem Aufbau des Orchesters ent- gegengebracht worden ist. Der Gedanke eines neu zu schaffenden Orchesters im Gau Hessen-Nassau so führte der Gauleiter aus ist in der Kamvf- ieit der Bewegung entstanden.. Die kulturellen Werte im deutschen Menschen mußten freigelegt und auf die Basis einer völkisch-rassisch gebundenen Kul­tur gestellt werden. Klar war uns allen, daß dieses Orchester niemals einem materiell sich selbst zu tragenden Unternehmen gleichen konnte. Der Gau­leiter dankte dem Gaumusikinspizienten Fritz Cu j 6, dem es innerhalb weniger Jahre gelungen ist, die Kräfte zu gewinnen und dankte vielen be­hördlichen Stellen und namenlosen Förderern für die finanzielle Hilfe. Drei Aufgaben stehen in der weiteren EntwiÄung: die Darbietung bester deut­scher Musik für unser Volk, die Neuaufführung deutscher Werke und die Unterstützung junger Künst­ler der instrumentalen und gesanglichen Musik.

Unter der Leitung von Professor Hermann Abendroth unh unter Mitwirkung von Profes­sor Wolfgang Schneiderhan gab dann das Orchester mit einer Besetzung von über 80 Mann einen Beweis dafür, daß es fein Können noch wesentlich verbessert hat. Das Konzert wurde mit RegersVaterländischer Ouvertüre" eröffnet. In Beethovens Violin-Konzert zeigte sich gleichermaßen Abendroths künstlerische Beherrschung des Or­chesters und Schneiderhans solistisches Können. Sturm des Beifalls erntete Dirigent und Orchester nach der 1. Sinfonie c-moll von Brahms. Der er­folgreiche Auftakt läßt mit Spannung der kommen­den Konzerte in der Gauhauptstadt und den ande­ren Städten unseres Gaues entgegenfehen. I

Srauerfeier für Gottfried Keder.

Im Krematorium des Münchner Ostfriedhofs fand die Trauerfeier für Gottfried Feder statt. Vor dem mit der Flagge des Reiches bedeckten Sarg hielten sechs Mann der Gaubereitschaft die Ehrenwache. Professor Karl Alexander von Müller entwarf ein Bild des Heimgegangenen, dessen Name für immer mit der Bewegung und mit dem Aufstieg des Reiches verbunden bleiben werde. Unter den Klän­gen des Liedes vom guten Kameraden legte (Bau­leiter Adolf Wagner dann den Kranz des Führers vor dem Sarge nieder.

Heichsschlußoppell des HüstuugS« einsatzes der Stubentenschast.

Der Rüstungseinsatz der Studentenschaft fand in der Werkhalle eines großen schwäbischen Muster­betriebes seinen Abschluß. (Bauleiter Murr dankte allen für ihren opferbereiten Einsatz im Kampf für die Sicherung unseres Volkes. Der bevollmächtigte Vertreter des Reichsstudentenführers Dr. (3 m e l i n betonte, daß die Studenten und Arbeiter ge*

Giitteben.

Von Augusta von Oertzen.

Die Freude an der Darstellung der unbelebten Natur hängt mit einer Lebensform zusammen, die in stillem Genießen die Schönheit des Lebens zu betrachten weiß. Es waren immer Zeiten der Windstille im Leben der Menschen, wenn ein be­häbiges, reiches Bürgertum in dem Glanze eines selbst erworbenen Reichtums sich sonnte. Das gilt in hohem Maße von den Niederlanden im 17., von Frankreich im 18. und 19., von Deutschland im 19. Jahrhundert. Die ersten Ansätze zur Stilleben­malerei reichen allerdings in das 16. Jahrhundert zurück. Schon vorher war es im Rahmen größerer Gemälde erschienen. Man mag sich der köstlichen Stoffmalerei eines Grünewald erinnern, die auf dem Jsenheimer Altar reizende Stilleben von Blumen und Geräten schuf, wie überhaupt in der Malerei der Gotik die Verkündigungsszene fast immer mit Vasen und Blumenkörben geschmückt wurde. Einen unbelebten Gegenstand um seiner selbst willen hat um 1500 ein Italiener gemalt, es war Iacopo da B a r b e r i, der als Jacob Walch in Nürnberg, Wittenberg, Frankfurt a. M. gewirkt hat. Das erste Stilleben überhaupt war fein Werk: ein 1504 gemaltes Bildchen, das heute in der Münchner Pinakothek hängt. Diese an einer Wand aufgehängten Rebhühnchen fanden in Künstlerkreisen so viel Bewunderung, daß sie viel­fach auf größeren Gemälden wiederholt wurden.

Die ersten größeren, rein malerisch gesehenen Stilleben" entstanden im beginnenden Barockstil. Ein gemeinsamer Name für diese Malerei wurde er ft im 18. Jahrhundert von Houbraken, dem Biographen der niederländischen Malerei, gefun­den. Zwei Jahrhunderte lang haben Flamen und Holländer die Führung in dieser Kunstgattung ge­habt. Die Freude an der künstlerischen Darstellung alles Stofflichen Hat ihren Grund in der im nieder­ländischen Volke wurzelnden Lust, alles im Bilde zu gestalten, was die Welt der Erscheinungen

bietet. Die holländische Gartenkunst und die Lieb­haberei für Blumen förderte das Interesse. Es gab Familien von Stillebenmalern in Holland, wie die de Heems, in denen sich die Begabung für diese Kunstgattung durch Generationen vererbte.

Psychologisch interessant ist es, die lokalen Strö­mungen zu verfolgen, die sich in der Wahl der Stoffe kundtun. So geben die Maler der reichen Patrizierstadt Hartem dem Beschauer Gelegen­heit, sich an den Freuden der Tafel zu ergötzen. Dem lukullischen Hartem tritt das nahe gelegene Leiden in seiner Würde als Universitätsstadt gegenüber: Stilleben von Büchern in malerischem Aufbau, Schreibutensilien, Musikinstrumente sind bevorzugt: Totenkopf, Stundenglas und Licht als Symbole der Vergänglichkeit fehlen nicht. Im Haag ist es der berühmte Fischmarkt in dem nahen Sche- oeningen, der die Motive bestimmt. In Uttecht wird das Blumenstitleben bevorzugt, es war die Heimat der de Heems, deren größter Sohn, Jan Davidz, mit erstaunlicher Naturnachahmung und prachtvoller Zusammenstellung auf goldigem Un­tergründe die schönsten Früchte und Blumen, um­schwirrt von allerlei kleinen Insekten, geschaffen bat In Amsterdam waren die beiden größten Ge- flügelmaler tätig: Melchior Hondecoeter und Jan W e e n i x.

Die nächste Entwicklungsstufe der Stilleben­malerei liegt im 18. Jahrhundert in Frankreich. Es gibt dort zwei Richtungen: den Begriff der Objets inanim^s illustriert die Malerei von Desportes und Oudry, der Porträtisten der königlichen Jagdhunde und Jagdgeräte. Eine an­dere Richtung, größerer Schöpferkraft, zeigt die Malerei von Chardin, der in feinen Stilleben, meist in Verbindung mit einer menschlichen Ge­stalt, eine Idee, einen Typus verkörpert. Eine neue Periode beginnt um die Wende des 19. Jahrhun­derts in Frankreich: um diese Zeit findet sich in den kritischen Bemerkungen desMercure de France" zum ersten Male der AusdruckNature morte". Was Manet und Monet, Renoir und van Gogh, um nur ein paar Namen zu

nennen, in der Interpretation des zartesten und vergänglichsten Gebildes der Natur, der Blüte ge­schaffen haben, kann als Vollendung bezeichnet werden. Die Beobachtung der Valeurs, das be­wegte Licht, das alle Gegenständlichkeit nur zu einer Folie machte, auf der sich der Kampf zwischen Licht und Luft abspielte, gao dieser Malerei die Möglichkeit, die Vergänglichkeit der Blume ins Transzendentale zu erheben.

In Deutschland erblühte die Stillebenmalerei in der Zeit des Biedermeier. In Wien schuf Wald- m ü 11 e r, in Berlin Franz Krüger köstliche Proben dieser Bildgattung. Die leicht hingeworfe­nen Skizzen Menzels wirken stillebenhaft in ihrer geistreichen Jnterpretatton des Stofflichen. Der größte Stillebenmaler aber war Carl Schuch, der schon der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angehört. Die Tonschönheit seiner Palette war die Frucht langjähriger Arbeit und seelischer Vertie­fung. Was dieser Künstler über seine Malerei selbst geschrieben hat, gehört zu dem besten, was gesagt werden kann.Meine früheren Stilleben sind mir alle zu aufdringlich an Realität, es fehlt Distanz, Luft, die Dämmerung des Raumes ... wollen die Leute bloß den plausiblen Schein der Natur malen, so sehe ich den Zweck ihres Malens nicht ein, ich begreife nicht, warum ich mir bann lieber die Natur selbst ansehe ... Nein, hier han­delt es sich um etwa anderes, um das Begreifen der Natur und das Wiedergeben ihrer geistigen Wahrheiten, und dasWarum" der Erscheinung, das Hervorheben ihrer Gesetzlichkeit dafür gibt es keine Maschine, das muß immer der Geist be­sorgen, und zwar der künstlerische Geist."

Die Anschauung von den Aufgaben des Malers der unbelebten Natur gegenüber gilt ebenso für Schuchs Zeitgenossen, für X r ü b n e r und Leibi ... sie alle haben mit der Tiefe deutschen Geistes nach diesem Ideal gestrebt. Ihre Darstellung der Nature morte" ist zu einer wahrhaft lebendigen Kunst geworden.

Das »Museum der Zerstreuten- in einer großen Stadt.

Die Statistiken einer großen Stadt enthalten im­mer manches allgemein Bemerkenswerte. So wird in der statistischen Ue der sicht über das städtische Le­ben von Stockholm während des Jahres 1940 be­richtet, daß in den Straßenbahnen und Autobussen 2000 Regenschirme, 2500 Paar Handschuhe, 900 Schlüsselbunde, 1800 Dokumentenmappen usw. ver­gessen worden sind, und was noch viel auffälliger ist, daß fast niemand erschienen ist, um sie abzu­holen. Die Polizei ist es müde geworden, alle diese Gegenstände in Verwahrung zu behalten, und sie geht mit dem Plan um, einMuseum der Zer­streuten" zu gründen, bas vielleicht eines Tages zu oen besonderen Sehenswürdigkeiten von Stockholm gehören wird.

Dos Anwachsen des städtischen Verkehrs zeigt die Tatsache, daß die Zahl der Kraftwagen stark zu­genommen hat: die Kraftwagensteuer hat 4 875 000 Kronen gegenüber 3 778 000 im Vorjahre erbracht. Die Kehrseite aber ist, daß 549 Kraftwagen gestoh­len wurden, die die Polizei indessen wieder zurück­bringen konnte. Schlimmer erging es den Radfah­rern: es wurden 2592 Räder, im Durchschnitt al|o acht am Tage, gestohlen, aber nur die Hälfte von diesen konnte den rechtmäßigen Besitzern zurückge­geben werden, von denen übrigens der größte Teil bei der Anzeige des Diebstahls sich der Nummer der eigenen Maschine nicht mehr erinnerte.

Die Schweden lieben es augenscheinlich, sich zu gerftreuen. Die Vergnügungssteuer, die für Bälle, Schauspiele usw. Entrichtet werden muß, hat einen Mehrertrag um 10 v. H. auf etwa 8 Millionen Kronen ergeben. Schweden ist auch bas Land, in dem es verhältnismäßig die größte Zahl von Kinos gibt, 103 allein in Stockholm, sodaß es nicht Wun­der nimmt, baß bie Kinosteuer 60 v. H. von den Gesamteinnahmen der Vergnügungssteuer einbringt