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nau und Aachen. Angefangen habe ich an den Ham­burger Kammerspielen. Nun freue ich mich auf meine Tätigkeit am Stadttheater in Gießen, zumal ich damit in die Gegend komme, wo ich geboren wurde, und zwar in Friedberg in Hessen. Meine Schulzeit verlebte ich in Düsseldorf, wo ich auch meine schauspielerische Ausbildung erhielt.

Lebensmittelkarten abgeben! «

Eigenartige Ueberschrift" wird manche Leserin auf den ersten Blick sagen. Aber hier gehts um ein Kapitel, das besonders die Hausfrau angeht und für das schon einmal ein kurzes Verweilen nötig ist. Daß wir beim Einkauf unsere Lebensmittel­karten abgeben, ist eindeutig klar, daß wir im Gast­hof bei der Bestellung kartenpflichtiger Speisen die Karten zücken, ist auch selbstverständlich, auch beim Verreisen sichern wir uns als wichtigste Vorberei­tung unsere Lebensmittel durch Mitnahme und Abgabe der Karten, gleichgültig, ob es sich um Kuraufenthalte in Hotels oder Pensionen handelt oder um einen Verwandtenbesuch. Denn das möchte ja niemand von uns tun, seinen lieben Verwandten Schwierigkeiten in der Lebensmittelbeschasfuna be­reiten, weil der Besuch seine Karten vergessen hätte.

Ganz eigenartig stehts aber zu einem großen Teil mit der Abgabe von Lebensmittelkarten durch Hilfskräfte, die für einen oder mehrere Tage in die Familien kommen. Es handelt sich hier in erster Linie um Schneiderinnen, Putzfrauen und Wasch­frauen. Sehr häufig muß die Hausfrau die Er­fahrung machen, daß die Lebensmittelkartenver­gessen" wurden oder es auch einfach als selbstver­ständlich angesehen wird, daß man keine abzu­geben braucht. Die Hausfrauen geraten dadurch in eine unangenehme Lage, die Lebensmittelkarten sind so eingeteilt, daß jede Person genug hat zum Leben, für andere davon aber noch abaeben das ist oft schwierig und bringt leicht Mißstimmung zwischen Hausfrau und Hilfskraft, denn diese hat ja auch ihre Karten, braucht an dem betreffenden Tage nichts davon und bedenkt gar nicht, daß sie mit ihrem Verhalten andere direkt schädigt. Das mögen so betont das Deutsche Frauenwerk alle be­denken und sich klar machen, daß es doch eine eigen­artige Ausnutzung ihres Berufes oder auch der starken Nachfrage nach ihrer Hilfe ist, die aus sol­chem Verhalten spricht.

Es muß allen Berufen, die hierfür in Frage kom­men, nicht nur selbstverständlich, sondern direkt Ehrensache fein, sich hier korrekt zu verhalten. Denn innerhalb unserer Volks- und Schicksalsaemeinschaft ist es für jeden deutschen Menschen ein Unding, sich auf Kosten anderer Volksgenossen irgendwelche Vor­teile zu verschaffen. Es darf natürlich auch nicht von den Hausfrauen der HinweisBei mir brauchen Sie keine Karten abzugeben" als Lockmittel ange­wandt werden, um eine Hilfskraft auf diesem Wege zu -/bestechen", zu ihr zu kommen und sie evtl, auch noch dadurch bevorzugt zu behandeln. Solche An­erbieten sollten nicht nur abgeschlagen werden, son­dern auch durch einBitte hinten anschließen" in der Reihe ihrer Kunden ihre Antwort erhalten. Eine richtige und einwandfreie Einstellung zur Volks­gemeinschaft zeigt jedem den rechten Weg, den wir alle, ohne nach rechts ober links zu schauen, klar gehen wollen.

Käse nicht im Tausch gegen Kondensmilch.

Im 28. Zuteilungsraum erhalten alle Verbrau­cher, wie bereits bekanntgegeben, an Stelle von 62,5 Gramm Käse eine Dose Kondensmilch zu 170 '©ramm. Es kann nicht, wie vielfach irrtümlich angenommen wird, Kondensmilch oder Käse be­zogen werden. Die Reichsfettkarte für die 28. Zu­teilungsperiode sieht vielmehr für alle Verbraucher an Stelle von bisher 187,5 Gramm nur 125 Gramm Käse vor, so daß auch diejenigen Verbraucher die verminderte Käseration erhalten, die auf Kondens­milch verzichten. Selbstversorger erhalten auf die blaue Nährmittelkarte keine Kondensmilch.

Zeder muß sich ausweisen können.

Bekanntlich haben sich nach einer Verordnung vom 10. September 1939 im Reichsgebiet auf amtliches Erfordern alle über 15 Jahre alten deutschen Staats­angehörigen jederzeit durch einen amtlichen Licht­bildausweis (Paß, Kennkarte) usw.) über ihre Per­son auszuweisen. Obwohl seit Einführung dieser Be­stimmung ungefähr zwei Jahre verflossen sind, muß immer wieder feftgestellt werden, daß ein großer Teil der Volksgenossen nicht im Besitz eines amt­lichen Lichtbildausweises ist. Dies trifft vor allem

Aus der engeren Heimat

V. Sommerkampsspiele der Hl

auf den weiblichen Teil der Bevölkerung zu. Es wird daher nochmals auf die bestehenden Bestim­mungen hingewiesen. Vor allem sind amtliche Licht­bildausweise bei Reisen mitzuführen. Wer noch nicht im Besitz eines derartigen Ausweises ist, muß diesen sofort bei der Polizei beantragen, wenn er sich nicht Unannehmlichkeiten ausfetzen will.

Auf dem Wege zu Höchstleistungen.

NSG. Seit Jahresbeginn führt die Deutsche Ar­beitsfront eine planmäßige Auslese durch, um be­gabten Jungen und Mädeln eine Förderung zuteil werden zu lassen. Hierbei konnten die Teilnehmer aus dem Rhein-Main-Gebiet schöne Erfolge ver­zeichnen. Bisher haben acht (217) und 42 (1129) Jungen an den Reichsausleselagern teilgenommen. (In Klammern vergleichsweise die Teilnehmerzahlen aus dem gesamten Reichsgebiet.) Von den acht Mä­deln, von denen vier an einem Lager für sozial- pflegerische und erzieherische Berufe, eins an einem

erdigungsinstituts Adolf Volk in Mainz, Stein« gaffe 5, in eine Ordnungsstrafe von 10 000 RK genommen.

Wegen fahrlässiger Verstöße gegen tue Preisstop« Verordnung wurde der Sandgrubenbesitzer Georg Ruhl IV. in Angersbach (Kreis Lauterbach) in eine Ordnungsstrafe von 4700 RM. genommen.

Wegen Zuwiderhandlung gegen die Weinpreis« Vorschriften (Anordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 2. Oktober 1939 betr. Weinpreise der Ernte 1939 in der Rheinprovinz) wurde gegen den Weingroßhändler und Kaufmann Wilhelm E h r i st in Mainz, Hafenstraße 23, auf eine /Ord­nungsstrafe von 2000 RM. erkannt.

Wegen Verfehlungen gegen die Anordnung über die Verdienstspannen im Handel mit Nutzpferden vom 5. März 1940 wurde gegen den Pferdehändler Karl Busch in Groß-Gerau, Schützenstraße 10, eine Ordnungsstrafe von 2000 RM. ausgesprochen.

Wegen grober Zuwiderhandlungen gegen die Weinpreisvorschriften und die Preisstopverordnung wurde der Weinhändler und Weinkommissionär Ewald Thum in Heidesheim a. Rh. in eine Orb. nungsstrafe von 3000 RM. genommen und ihm außerdem mit Wirkunavom 1. August 1941 ab jeg­liche Betätigung im Weinhandel und Weinkom­missionsgeschäft auf die Dauer untersagt.

Wegen fortgesetzter Ueberschreitung der Höchst, preise für Geflügel wurde dem Georg Mager und seiner Ehefrau Katharina Mager, beide in Groß-Zimmern, für die Zeit vom 1. Mai bis 1. August 1941 jegliche Betätigung im Geflügel­handel untersagt.

Wegen fortgesetzter Ueberschreitung der Höchst, preise für Speisekartoffeln wurde dem Ehr. Croß, mann in Pfungstadt für die Zeit vom 1. bis ein­schließlich 18. Mai 1941 jegliche Betätigung im Kar- toffelhandel untersagt.

Laubach

bekommt ein Lustschuhübungshaus.

Laubach, 28. Aug. Die Stadt Laubach be­absichtigt, in Zusammenarbeit mit dem Reichsluft­schutzbund ein Luftschutz Übung sh aus zur gründlichen Ausbildung der Selbstschutzkräfte zu er­stellen. Das Haus wird zwei Uedungsfäle enchalten, in denen praktisch die Brandbombenbekämpfung durchgeführt werden kann. Die Ausschreibungen für die baulichen Arbeiten sind bereits an die Laubacher Handwerker ergangen, da mit dem Bau des Uebungs- haufes, das nach dem Entwurf der Luftschutzorts­gruppe Gießen ausgeführt wird, so bald wie mög­lich begonnen werden soll.

Schloß Beilstein

solchen für Textil- und Bekleidungsberufe und eins an einem für den Gewerbelehrerinnenberuf teil« nahmen, wurden vier (105) der Besuch einer Fach­schule und einer (3) der Hochschulbesuch ermöglicht, zwei (37) können Volksschullehrerin werden und eine (36) erhielt Anregungen zur persönlichen Vor- und Fortbildung. Von den Jungen, von denen 24 aus Eisen- und Metallberufen, 10 aus dem Berg­bau, vier aus den Bauberufen und vier aus der Luftfahrt kommen, werden vier (83) zu Technikern, drei (87) zu Werk- und Lehrmeistern ober Polieren, einer (229) durch eine sonstige besondere Fachaus­bildung, sieben (95) zu Bergbaubeamten und 13 (222) zu Fachschulingenieuren gefördert. 10 (260) erhielten Anregungen zu persönlicher Vor- und Fortbildung. Bier (107) besuchen die Ingenieurschule für Luft­fahrttechnik. Es ist dies ein schöner Anfang, begab­ten Volksgenossen den Weg zu Höchstleistungen zu öffnen.

nung hierzu, sowie die Preiserrechnungsvorschriften PV III, 3 und die Anordnung des Reichskommissars für die Preisbildung vom 7. Mai 1940 betr. Handel mit Waren aus Austauschstoffen, wurde der Kauf­mann Wilhelm Appel in Offenbach, Ludwigftr. 24, in eine Ordnungsstrafe von 5000 RM. genommen.

Wegen grob fahrlässiger Verstöße gegen die Led er- preisverordnung und die 1. Ausführungsverordnung hierzu, sowie die Preisstopverordnung wurde gegen die Firma Simrock & E o. in Offenbach a. M. auf eine Ordnungsstrafe von 5000 RM. erkannt.

Wegen grobfahrlässiger Verfehlungen gegen die Preisstopverordnung wurde der Inhaber des Be-

an die Gemeinde verkauft.

Lpd. B e i l st e i n (Westerwald), 28. Aug. Das seit rund 120 Jahren in Privatbesitz befindliche Schloß Beilstein ist nebst den dazugehörigen Gärten und der Zehntscheune von der G e m e i n d e B e i l st e i n käuflich erworben worden. Das Schloß ist als Verbannungsort Anna von Sach­sens, der Gattin Wilhelm des Schweigers, die hier drei Jahre lebte, bekannt geworden.

Er gab sich als Polizeibeamter aus.

Lpd. Mainz, 28. Aug. Der 48jährige Wilhelm P o 11 h o f f aus Düsseldorf wurde von der Krimi­nalpolizei in Mainz fe ft genommen, weil er sich einer Fr'au gegenüber widerrechtlich als Be­amter der Geheimen Staatspolizei ausgegeben hatte. Selbst auf der Kriminalpolizei befaß Potthoff die Frechheit, sich noch immer als Stapo-Beamter auszugeben. 2)er falsche Polizeizeibeamte wurde sofort in Schutzhaft ge­nommen. Da das Verhalten des Täters einen die Autorität des Staates gefährdenden, verantwor­tungslosen Mißbrauch staatlichen Hoheitsrechtes darstellt, wird er, um die Gemeinschaft vor ihm zu schützen und weiteren Straftaten dieser Art vorzu­beugen, nach Verbüßung der gerichtlichen Strafe für längere Zeit in ein Konzentrationslager ein- geroiefen werden.

Preistreiber am Pranger.

NSG. Der Reicksstatthalter in Hessen Landes­regierung Stelle für die Preisbildung, hat fol­gende Strafen ausgesprochen:

Wegen Zuwiderhandlungen gegen die Lederpreis­oerordnung, die 3. Ausführungsverordnung hierzu, sowie die Preisoerrechnungsvorschriften PV III, 3 und die Preisstopverordnung wurde der Adolf Kopp in Hausen bei Offenbach am Main, Kaiser­stratze 51, in eine Ordnungsstrafe von 23 800 RM. genommen.

Wegen grob fahrlässiger Verfehlungen gegen die Lederpreisoerordnung und die Preisstopverordnung wurde gegen die Firma W. u. I. Klohoker in Obertshausen (Kreis Offenbach am Main), Hermann- Göring-Straße 3, eine Ordnungsstrafe von 19 000 RM. verhängt.

Wegen fahrlässiger Verstöße gegen die Lederpreis­verordnung wurde gegen den Peter H o r ch in Offen­bach a. M., Bieberer Straße 56, eine Ordnungsstrafe von 5000 RM. ausgesprochen.

Wegen fahrlässiger Zuwiderhandlungen gegen die Lederpreisverordnung, die 1. Ausführungsverord-

westdeulfche klasseuschwimmer.

Den Löwenanteil der Erfolge sicherten sich beim BDM. die westdeutschen Obergaue. Vera Schäfer- k o r d t holte sich ihre zweite Meisterschaft im 400-m- Kraulschwimmen, das die Düsseldorferin in 5:58,6 gewann. Höchst achtbar ist hier der dritte Platz der jungen Offenbacherin Angelika Rädche (Hess.-Nassau). Westfalen stellte, wie im Kunstspringen, auch die Siegerin im Turmspringen, das sich Ppula Tata- r e k nicht entgehen ließ. .Den Düsseldorferinnen Fröhlich, Kapell und K a r n a tz war die Lagenstaffel des BDM.-Werkes nicht zu nehmen. Bei der HI. verteidigte Ulli Schröder seine Mei­sterschaften im 200-m-Kraul- und 100-m-Rücken- schwimmen erfolgreich. Haase (Hamburg) ent­thronte im Kunstspringen den Niedersachsen Duevel, der nur Dritter wurde. Inge Schmidt (Hamburg) war im Endlauf der 200-m-Bruststrecke fast um jeine Sekunde schneller als am Vortage die Weltrekord­lerin Anni Kapell. Im 100-m-Rückenschwimmen be­legte der Frankfurter Karo ß in 1:15,7 den vierten Platz, im übrigen war für die süddeutschen Schwim­mer bei der starken Konkurrenz nichts zu gewinnen. Ergebnisse:

Helmuk Schlenker bester Schüße.

Ganz hervoragend waren die Ergebnisse der Jung- schützen bei ihrer Meisterschaft im Einzelkampf mit dem Kleinkalibergewehr. Helmuth Schlenker, schon der beste Schütze im Mannschaftskampf, siegte mit 660 Ringen. Der Karlsruher schoß liegend 231, kniend 220 und stehend 209 Ringe.

Das Hochfest der deutschen Jugend hat am Don­nerstag in Breslau seinen ersten Höhepunkt er­reicht. Es war der Tag her Entscheidungen in der Leichtathletik und im Schwimmen.

Die Reichssieger im Rollkunstläufen.

Sieger in den Reichswettkämpfen der Pimpfe und Jungmädel sind die Westfalen Krol und Gerda Fischer.

Schäfer (Kassel) lies 400-rNeker-Vestzeik.

Rassige Kämpfe gab es bei den Entscheidungen der Leichtathleten. Herausragend aus der Fülle der guten Ergebnisse ist die 400-Meter-Jugendbestzeit des Kasselers Schäfer (Kurhessen) mit 48,6 Se­kunden. Eine zweite Bestleistung erziette Sch eibe­ner (Berlin) im 110-Meter-Hürdenlauf mit 14,7 Sekunden. Schnellster 100-Meter-Läufer war der Wiener M l a d e k. Neber 800 Meter kamen vier Jungen unter zwei Minuten ein, während im Hoch­sprung eine Höhe von 1,80 Meter gleichfalls von vier Bewerbern bewältigt wurde, so daß hier die

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Rechenfolge durch die Anzahl der benötigten Ver­suche festgestellt werden mußte. Auch der Speer­wurf des Niedersachsen Schütze mit 53,44 Meter kann sich sehen lassen. Die Meisterschaft über 4X100 Meter fiel an Düsseldorf, dessen Läu­fer am besten wechselten und so in 43,8 die Hes­sen-Nassauer Jungen um Vio Sekunde auf den zweiten Platz verweisen konnten. Im Hoch- sprung und Weitsprung gab es durch Naumann (1,80 Meter) und Neue (6,70 Meter) Hessen- Nassauer Siege. Die Leistungen der Mädel sind zum Teil besser als die ihrer älteren Kamera­dinnen vom BDM.-Werk. Im Hochsprung siegte hier die Hochländerin Eckelt mit 1,53 knapp vor der Hessen-Nassauerin Schalle.

Pistolenkampf der Stäbe.

Im Pistolenkampf der Stäbe mit Fünfermann- schäften siegte die Reichsjugendführung mit 1402 Treffern vor dem Gebiet Niederschlesien mit 1279, Hochland und Berlin mit 1239 Treffern. Bester Einzelschütze war Bärenführer Löwer (RIF.) mit 296 Treffern vor Stammführer Grindler' (RIF.) nut 294 Treffern. Im Pistolenkampf mit: Dreiermannschaften holte sich das Gebiet Berlin den ersten Preis mit 1207 Treffern vor der RIF mit 1148 und Thüringen mit 1084. Oberkamerad- schaftsführer Häntzschel war mit 420 Treffern der Beste.

Uli Schröder dreimal Meister.

Mit den letzten Meisterschaften der Hitler-Jugend und des BDM. wurde am Donnerstag der Haupt-

teil der Schwimmwettkämpfe abgeschlossen. Der' Samstag und Sonntag bringt nun noch die ßän- derkämpse im Schwimmen. Am Donnerstag holte sich der Bonner Ulrich Schröder (Köln-Aachen) mit dem 100-Meter-Kraulschwimmen wie im Vor­jahre seine dritte Meisterschaft vor Albert Lindner' (Moselland) in 1:02,1 mit nur einer Zehntelsekunhe Vorsprung. Auch in den übrigen Wettbewerben verteidigten die Titelverteidiger ihre Meisterschaft: mit Erfolg. So Holle sich der Thüringer Heinz Gold die 200-Meter-Brust in 2:44,6 Min. ganz, überlegen und Günther D ü v e l (Niedersachsen) war nach seiner Niederlage im Kunstspringen mit: 76,89 Punkten am Turm wie im Vorjahre vor' Haase (Hamburg) erfolgreich, während in der' ' i'itet 4X100-Meter-Kraulstaffel die Badener Hitler- nter < jungen in 4:27,2 Min. siegreich blieben. Auch beim: i BDM. setzten sich mit Paula Tatarek (West­falen) im Kunstspringen, Inge Schmidt (Ham­burg) in 100-Meter-Brustschwimmen und Liesl Weber (Bayer. Ostmark) die alten Meister durch.

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Boman von 4jorfi Hiernach

4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

So, aber nun essen Sie auch, Herr Doktor!" befahl Kathi energisch. Sie sprach mit Hellwang nur Schriftdeutsch, was eine komische Verfärbung der Vokale und Diphthonge ergab. Es war für Hellwang, der feit feinem ersten Semester in München lebte und Bayern seine Wahlheimat nannte geradezu auf­reizend, so hartnäckig als Preuße behandelt zu wer­den. Mit den Kindern sprach Kathi unverfälscht und zumeist, was die Kraftausdrücke betraf, fast unver­fälscht bayerisch. Auch zu Luisa hatte sie seltsamer­weise in der Mundart gesprochen.

Kathi wollte mit dem Tablett wieder verschwinden, aber Hellwang hielt sie durch eine Kopfbewegung zurück.Ach, Kathi", murmelte er,da ist noch etwas, was üch gern mit Ihnen besprechen wollte ... Es handelt sich um eine Sache, die ich gerade mit meiner Mutter verabredet habe ..."

Kathi stemmte das Tablett in die Hüfte und blieb vor der Tür stehen, blaugewürfelt und gewaltig vor dem weißen Hintergrund und in den weißen Rah­men gespannt. Ihre fraulichen Rundungen gingen weit über Menschenmaß hinaus.

Bütte ...?" fragte sie mißtrauisch und mit einem Ausdruck, als hätte sie auf diesen Anfang schon seit einiger Zeit gewartet. Der König war tot, aha, nun stürzten also auch seine Minister ...

Nein Kathi", sagte Hellwang und schüttelte den Kopf, als hätte er ihre Gedanken gelesen,es ist wegen der Kinder, hm, ja ..."

Und was ist nachher mit den Kindern?" fragte Kathi kühl abwartend,laufen sie schlampig herum? Oder kriegen sie nicht genug zu essen, ha?"

Aber nein, Kathi, darum handelt es sich ja nicht! Es handelt sich um ihre Erziehung ..." (Um Gottes­willen, jetzt keine Silbe von der Hausdame!)Wissen Sie, Kathi, ich habe nämlich beschlossen, da wir ja jemand haben müssen, der die Kinder beaufsichtigt und ihre Schularbeiten überwacht Britta lernt ja schon Englisch, nicht wahr?, nun, da habe ich mich also dazu entschlossen, eine Dame ins Haus

zu nehmen, die die Erziehung der Kinder übernimmt und die nebenbei auch Sie, liebe Kathi, ein wenig entlastet ..."

Dieliebe Kathi" hätte er weglassen sollen; Kathis schon halb eingeschläfertes Mißtrauen flackerte wieder auf:Z'wegen meiner hätten Sie sich nicht bemühen brauchen", sagte sie abweisend,und mit einem verkniffenen Zug fragte sie:Seit wann sagt man auf ein Kinderfräulein Dame?"

Nun", antwortete Hellwang etwas gewunden und rutschte beunruhgt auf seinem Stuhl herum, ich dachte weniger an ein Kinderfräulein als viel­mehr an eine ältere, reife Person, sagen wir mal, an eine Erzieherin und im übrigen habe ich heute erst ein Inserat aufgegeben und will mich nur nach persönlicher Rücksprache endgültig entscheiden. Jedenfalls kommt für diesen Posten nur ein ver­trauenswürdiger Mensch in Frage, der mit Kindern gut umzugehen versteht ... wie gesagt, eine Dame mit Erfahrungen auf diesem Gebiet."

Kathi ließ das Tablett sinken.

Na, wir werden ja sehen!" sagte sie und sog Luft am linken oberen Eckzahn vorbei. Es war ein schauerliches Geräusch, es ging auf die Nerven wie Fingerknacken ober kreischende Schiefertafeln, und es klang unheilverkündend..

II. Fräulein Zögling.

Sie hieß Sieglinda Zögling und war vorher nur in erstklassigen Häusern gewesen; zuletzt drei Jahre lang alsErste Hausdame" bei dem verwiteten Grafen Jdell-Jdell. Konrad Hellwang war immer in Versuchung, nach derZweiten Hausdame" zu fragen, aber er unterließ es aus unerklärlichen Gründen, obwohl er im allgemeinen interessanten Problemen nie aus dem Wege ging. Aus Fräulein Zöglings Papieren war zu ersehen, daß sie das Licht der Welt vor dreißig Jahren zu Bremen erblickt hatte-, als Tochter des Eichamtsobersekretärs Jubi- latus Zögling und seiner Ehefrau Jakobine, ge­borene Kastenbein.

Es hatten sich auf das Inserat sechs Damen ge­meldet und in dem Hause in der Mozartstraße vor­gestellt. Zwei waren sofort ausgefallen, da ihre allzu kühne Garderobe und Haartracht, der allzu deutliche Auftrag von Puder und Lippenrot, und nicht zuletzt die flüchtigen Blicke, die sie an die Kinder verwandt, und die feurigen, die sie an den 'Herrn des Hauses verschwendet hatten^ sie für tzen

in Frage kommenden Posten ungeeignet hatten er­scheinen lassen. Zwei andere Bewerberinnen waren aoschlägig beschieden worden, weil sie vielleicht tüch­tige Kinderfrauen waren, nicht aber als Hausdamen fungieren konnten. Hellwang selber wäre mit einer von diesen beiden eigentlich ganz zufrieden gewesen. Sie sahen freundlich und gemütlich aus und ver­standen es gewiß, die Kinder in Ordnung zu halten und ihnen hübsche Geschichten zu erzählen; aber seine Mutter hing an derHausdame" fest. Wenn er sie danach fragte, was sie sich unter diesem pompösen Titel eigentlich vorstelle, so antwortete sie aus­weichend oder murmelte Fremdworte vor sich hin, etwaseriös" oderrepräsentativ" oder garspek- tierlich". Er wußte nicht, was er sich unter einer spektierlichen Person" vorstellen sollte; wahrschein­lich trug aber auch die alte Dame ein nur sehr un­deutliches und verschwommenes Wunschbild in sich herum.

Aber als dann Fräulein Sieglinda Zögling auf- tauchte, tauschte sie mit ihrem Sohn einen Blick, der etwa heißen sollte:So habe ich sie mir vorgestellt, die Hausdame genau so!"

Es war etwas Fräuleinhaftes, Strenges in Sieg­linda Zöglings Wefen, ein hochmütig abweisender Zug von vornehmer Weltverachtung und auch von jener Keuschheit, der man bei Stiftsdamen begegnet. Der alten Dame blickte sie voll ins Auge, aber wenn sie mit Hellwang sprach, irrte ihr Blick an seinem linken Ohr vorbei und heftete sich aufmerksam an einen unsichtbaren Punkt im leeren Raum. Hell­wang hatte das Gefühl, Fräulein Zögling nehme Anstoß an der Weltordnung, die die Menschheit und die Natur zweigeschlechtlich geschaffen hatte, anstatt die Lebewesen durch Parthenogenese entstehen zu lassen.

Wenn es nach Hellwangs Meinung und Wunsch gegangen märe, dann hätte er sich wohl für ein Fräulein Lohwasser entschieden, deren Offertbrief gleichzeitig mit dem Schreiben von Fräulein Zögling eingetroffen war, und deren Vorstellung am Vor­mittag erfolgte, während Sieglinda Zögling auf den Nachmittag bestellt worden war. Fräulein Lohwasser war die Tochter eines Münchner Kunstmalers. Sie hatte ein heiteres, offenes Gesicht und sah aus, als ob sie gut zu kochen verstände. Wie sie erzählte, hatte sie nach dem Tode ihrer Mutter die drei jüngeren Geschwister großgezogen und darüber ver­

säumt, einen Mann zu finden. Nun näherte sie sich den Vierzigern, die Geschwister waren längst er­wachsen und selbständig, und da war es jetzt ihrem: Vater, dem sie die letzten Jahre die Wirtschaft ge- führt hatte, eingefallen, noch einmal zu heiraten.. Ihre offenherzige Art gefiel Hellwang, und er war' der Meinung, daß sie auch den Kindern gefallen: würde. Aber die alte Dame war anderer Ansicht,, nachdem sie Fräulein Zögling kennengelernt hatte..

Es handelt sich nicht um das Gefallen oder Nichts gefallen, mein Junge, sondern um den Respekt!' Diesem Fräulein Loywasser würde Lydia nach drei: Tagen auf der Nase herumtanzen. Und dann, wer' ist sie eigentlich? Woher stammt sie? Ich habe dem Namen Lohwasser noch nie gehört ... Du viel­leicht?"

Er mußte bekennen, ebenfalls dem Namen diesen Meisters noch niemals begegnet zu fein, aber er­kannte es auch nicht unterlassen, seine Mutter mit: der Gegenfrage zu überrumpeln, ob ihr zum Beispiel, die Namen Mieris, Metsu und ein paar andere be­kannt wären, die in der Kunstgeschichte immerhin: mit langen Kapiteln bedacht würden. Aber solche! seinen Stöße drangen bei der alten Dame nicht: tief ein.

Die Tochter eines Malers ..nörgelte sie, als- wollte sie sagen: Was kann aus Schwabing schon Gutes kommen?

Vielleicht nicht ungeeignet für die Kinder eines Schriftstellers ...", murmelte er. Die alte Dame! wuchs ein wenig, ihre Stimme wurde scharf und be- stimmt.

Immerhin bist du Akademiker und ein Mann: von Bedeutung! Deinen Namen kennt man!"

Hellwang sagte kein Wort mehr. Seine gatt Mutter war für gewöhnlich eine vernünftige Frau,, aber sie hatte «ein paar Glaubenssätze, an denen nicht zu rütteln war. Der erste betraf die Bedeu­tung ihres Sohnes; das mindeste war, daß mit ihw eine neue Epoche der Literaturgeschichte begann: Von Hellwang bis---. Und der zweite war'

ihre feste Ueberzeugung, daß die Akademiker dereinst zu Gottes rechter Hand fitzen würden. Dagegen war nichts zu machen, und das war wohl auch nicht mehr zu ändern, denn es faß nun schon über sieWsi Jahre in dem weißübersponnenen kleinen Scha' del fest..

(Fortsetzung folgt.)

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