be Gaulle.
E. 8.
Heue iramscheRegierung stellt den Widerstand ein
Das Attentat auf Laval
er von der Polizei vernom- Vernehmung gab er an, sich Legion verpflichtet zu haben, zu finden, auf Laval und
der Luft ihren schon heute an der sowjetischen
sieghaften Fortgang nehmen, der dem endgültigen Zusammenbruch Wehrmacht keinen Zweifel mehr
men wird. Bei seiner zu dem Zweck für die um eine Gelegenheit D6at zu schießen.
läßt Luftwaffe und Heer werden an diesem neuen großen Vernichtungssiege in gleicher Weise beteiligt sein.
Nach den letzten Informationen ist der Z u - stand Lavals ziemlich besorgniserregend. Er soll einen Schuß in die Leber davongetragen haben. Nach anderen Informationen heißt es, daß sich auch die Verletzung D 6 a t s als schwerer herausgestellt hat als man ursprünglich angenommen hatte. Oberst Durvy, der die erste Abteilung der französischen Freiwilligen zum Kampf gegen den Bolschewismus führen sollte, ist nur leicht verletzt worden.
Ueber den Hergang des Attentats gibt Botschafter de Brinon als Augenzeuge folgende Schilderung: ,Hch ging ziemlich an der Spitze der Ehrengäste, als ich fünf Revolverfchüfse hörte. Ich gab darauf nicht weiter acht, weil ich glaubte, daß es ein Legionärsscherz sei, wie sie öfters vorkommen. Als ich mich jedoch umdrehte, sah ich den Ministerpräsidenten Laval, den man auf beiden Seiten stützte und der mit schwacher Stimme sagte: ,J ch bin getroffen!' Ich habe ihn unverzüglich in meinen Wagen bringen lassen und man hat ihn in das Krankenhaus von Versailles gebracht, wo man feststellte, daß er von zwei Kugeln getroffen war, von denen eine den rechten Arm durchschlagen hatte und die andere in die rechte Körperhälfte eingedrungen ist. Man findet sich einem umfangreichen Komplott gegenüber und man kann nur mit Gewalt darauf antworten!"
Pierre Laval hat.sich aus dem Krankenhaus in Versailles mit seiner Gattin, die sich auf der Laval- schen Besitzung von Chateldon bei Vichy aufhielt, telephonisch in Verbindung gesetzt. Frau Laval ist nach Paris abgereist, um sich an das Krankenbett
Paris, 28. August. (Europapreß.) Zu dem Anschlag auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Laval und den ehemaligen Luftfahrtminister und Chefredakteur des Oeuvre Marcel D 6 a t erfahren wir noch folgende Einzelheiten:
Der Attentäter ist ein gewisser (Toilette, er
Istanbul, 28. Aug. (DNB.) Wie der Rundfunksender Teheran meldet, wurde Mittwoch abend eine neue iranische Regierung gebildet: Ministerpräsident wurde Mohammed Emir Fernst, während das Außenministerium von Aghai Saruri übernommen worden ist. In der neuen Regierung werden die Ministerien für Krieg, Finanzen, Erziehung, Handel und Landwirtschaft von den gleichen Ministern wie im Kabinett Ali Mansour geleitet. Neuernannt wurde Ameriy als Innenminister. Ministerpräsident Ali Furughi war schon in den Jahren 1932 bis 1935 iranischer Ministerpräsident.
Nachdem die schwachen Streitkräfte der jungen iranischen Wehrmacht in den Kämpfen gegen die modern ausgerüsteten englisch-sowjetischen Truppen, die sich in einer erdrückenden Uebermacht befanden, schwere Verluste erlitten hatten, verkündete in einer Sondersitzung des iranischen Parlaments der neue Ministerpräsident, daß die Regierung, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, den Truppen den Befehl zur Einstellung des Widerstan- d e s gegeben habe.
Nie „gemeinsame Grenze".
Genf, 29. Aug. (DNB. Funkspruch.) Das Haupt- thema der Londoner Presse ist der englisch-sowjetische Einmarsch in Iran. Sämtliche Blätter bemühen sich, unter Anführung der bekannten verlogenen Argumente, diese Aktion zu rechtfertigen. Es gelingt ihnen dabei aber nicht, d i e wahren Gründe zu verschleiern. So heben alle Kommentare — wenn auch nur in ganz kurzen Aus- sührungen — hervor, daß endlich England und die Sowjetunion ihre „gemeinsame Grenze" gefunden hätten und man die Bolschewisten von dieser Seite her unterstützen könne. So schreibt der militärische Korrespondent der „Times", zum ersten Male kämen nun die englischen mit den
waffe „als der ausschlaggebende Faktor für das' Gelingen der Operation erwiesen". Und zwar nicht nur hinsichtlich ihres hier nicht zur Erörterung stehenden Einsatzes gegen die feindlichen Seestreitkräfte, sondern auch für dar schnelle Fortschreiten der Landoperationen zwischen Oslo und Dront- heim, wo die Bewegungen der Erdtrupppen an enge Täler ohne Umgehungsmöglichkeiten gebunden und daher auf die Hilfe der Kampfflieger mit ihren wuchtigen Angriffen auf die Gebirgsstellungen des Feindes dringend angewiesen waren. Dor allem aber ist der endgültige Sieg der Gruppe Narwik zum erheblichen Teil dem Einsatz der Luftwaffe zum Kampf gegen den weit überlegenen Feind und zur Versorgung der abgeschnittenen, schwer kämpfenden Erdtruppen mit dem nötigen Nachschub zu verdanken.
Im Westfeldzuge ermöglichte die Luftwaffe durch die erfolgreiche Landung von Fallschirmjägern und Luftlandetruppen im Innern der „Festung Holland" das Offenhalten der mächtigen Brücken bei Moerdijk bis zum Eingreifen von Panzer- und motorisierten Verbänden und hatte damit ein Hauptverdienst an dem raschen Fall Rotterdams und der Kapitulation der holländischen Armee. Auch bei der unerhört schnellen Ueberwin- dung der Maas zwischen Dinant und Sedan, bei den mehrfachen Durchbrüchen durch die Maginot- linie an der Saar- und Rheinfront wurden die Angriffe der Erdtruppen, vor allem das stürmische Vorbrechen der Panzertruppen, durch die ununterbrochenen Bombenangriffe aus der Luft auf die Befestigungen, die Artillerie und die Reserven des Feindes unterstützt und vielfach überhaupt erst ermöglicht. Ganz besonders hat die Luftwaffe auch die großen Umfassungsoperationen unseres -Heeres in Flandern und später in Elsaß-Lothringen dadurch aufs wirksamste unterstützt, daß sie die feindlichen Durchbbuchsversuche durch den eisernen deutschen Umklammerungsring rechtzeitig erkannte und durch ihre Bombenangriffe auf die bereitgestellten feindlichen Angriffstruppen manchen geplanten Angriff schon vor seinem Beginn unmöglich machte. Schließlich hatte die Luftwaffe durch ihre vernichtenden Angriffe auf die Flugplätze und die Luftrüstungsindustrien um Paris sowie durch die Zerschlagung zum Gegenstoß bereitstehender feindlicher Verbände einen sehr wesentlichen Anteil an denz Gelingen des schnellen Durchbruchs von der Weygandlinie bis zur Seine.
sowjetischen Truppen in Berührung, und Material könne auf dem Wege durch Iran nach der Sowjetunion geschickt werden. „Daily Expreß" stellt als weitere Motive der Engländer heraus, die Straße nach Indien zu schließen und die 10 Millionen Tonnen Rohöl, die Iran jährlich gewinne, vor einem deutschen Zugriff zu sichern". Durch den Hafen von Basra — so schreibt das Blatt — könnten Menschen, Material und Maschinen, wenn die bolschewistische Armee zu einem großen Rückzug gezwungen werde, in den Kaukasus oder nach Turkestan geschafft werden. Im Leitartikel bemerkt „Daily Expreß" u. a.: Man habe in der Jran-Aktion die erste Auswirkung der Churchill- Roo sevelt-Erklä- rung zu erblicken.
Quinan Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Iran.
Stockholm, 28. Aug. (Europapreß.) Wie am Donnerstag in London bekanntgegeben wurde, ist der Befehlshaber der britischen und indischen Streitkräfte in Iran der Generalleutnant Edward Pellew Quinan. Quinan war zuletzt Befehlshaber der britischen und indischen Streitkräfte im Waziristan-Distrikt, der durch die Eingeborenenkämpfe bekannten Nordwestgrenze Indiens.
Roosevelt unterstützt den tleberfall auf Iran.
N e u y o r k, 29. Aug. (DNB. Funkspruch.) United Preß meldet aus Ankara, der l_I8^.-Botschafter Macmurray habe den türkischen Außenminister Sa- racoglu davon unterrichtet, daß Washington das britische Vorgehen in Iran unter st Ütze.
Vichy, 28. Aug. (DRV.) Der Rundfunk in Dschibuti gibt die Sterblichkeit in der französischen Kolonie für die erste hälfte des Monats August mit 15 gegen 13,9 v. H. im Monat Juli an. Die Zahlen bewiesen die Grausamkeit der britischen Blockade. Der Skorbut habe sich weiter ausgebreitet, vier britische Patrouillenboote und mehrere kleine bewaffnete Boote überwachten ständig die Küste und verhinderten jede Lebensmltlelzu- fuhr.
Nach dem Zusammenbruch Frankreichs hat die britische Regierung im Gegensatz zu ihren feierlich gegebenen Worten nichts unversucht gelassen, um Marschall Petain Daumschrauben auszusetzen. Der Uebersall auf die französische Flotte mitten im Frieden bei Oran läßt sich nur mit der Infamie der Briten, die vor hundert Jahren Kopenhagen ruchlos bombardierten, vergleichen. Dann kam der allerdings abgeschlagene Landungsversuch bei Dakar, wobei sich die Engländer blutige Köpfe holten, und schließlich erfolgte unter der gleichen Beschuldigung, wie sie jetzt gegen Iran angewendet wird, der Uebersall auf Syrien. Auch .hort sollten, wie in Iran Deutsche die französischen Behörden angeblich zwingen, eine englandfeindliche Politik einzuschlagen. Die Mischung von Lüge, Sentimentalität, harter Selbstsucht und Gangstertum, die die Briten wie üblich bei solchen Gelegenheiten entwickeln, aber hat den Franzosen die Augen geöffnet, und sogar in der seit altersher deutschfresserischen „Action Fran- vaife" wird jetzt an Hand von Dokumenten nachgewiesen, daß die Briten sich gegenüber Soldaten der Dichy-Regierung in Syrien benommen haben wie die Gangster Roosevelts untereinander. Sie haben französische Gefangene abgeschlachtet, sie beraubt, und alles das im Namen der englischen Humanität.
Ein Schulbeispiel für die englische Verlogenheit, die mit frommeif Redensarten gespickt ist, bietet das Schicksal der französischen Kolonie Somali- l a n d. Diese kleine Kolonie ist deshalb besonders wichtig, weil von ihrem Hafen Dschibuti aus eine Bahn direkt nach Addis Abeba, der Hauptstadt
ist 21 Jahre alt und in Caen wohnhaft. Er ist sofort nach dem Attentat verhaftet und nach Paris verbracht worden, wo
Abessiniens, führt. Da die Kolonie sich selbstver» stündlich der Bichy-Regierung zur Verfügung stellte, blockierten die Briten die Zufuhr nach Fran. zösisch-Somaliland. Die dortige französische Be. völkerung ist sehr klein. Neben 1600 französischen Soldaten besteht sie aus rund 400 Frauen und Kindern der wenigen französischen Beamten und Militärs, die diesen Posten halten. Da die Kolonie nicht genügend Lebensmittel hat, mußte alles, sogar die Milch für die Kinder, eingeführt werden. England hoffte nun, aus dieser Lage Vortelle zu ziehen und seine schmutzigen Geschäfte machen zu können. Als General W a v e l l noch Oberkommandierender der britischen Streitkräfte im Nahen Osten war und noch nicht zum Piratenzug auf Iran angesetzt hatte, schrieb er, wie am Dienstag der französische Sender Dschibuti enthüllte, in einem Brief an den französischen Gouverneur in Dschibuti, Nouailhetes, er wisse, daß die Regierung von Vichy Syrien der deutschen Durchdringung preisgegeben hätte, und Französisch-Somaliland auch. Da er aber wisse, daß die überwiegende Bevölkerung von Französisch-Somaliland gegen die Regierung sei, fordere er den französchen Gouverneur auf, sich zu ergeben, das heißt Frankreich zu verraten. Der französische Gouverneur hat darauf im Juni erwidert, die Behauptung General Waoells von einer deutschen Durchdringung sei unwahr. Er könne nicht glauben, daß eine Regierung, die sich als Vorkämpferin der Freiheit ausgebe, Methoden anwende, die beispiellos in der Geschichte der modernen Zeit daständen. Nun ist es bekannt, daß die britischen Soldaten sehr erstaunt waren, in Syrien nur Franzosen und keine Deutschen als Gegner vorzufinden. Das gleiche wäre ihnen auch wohl in Französisch-Somaliland geschehen, wenn General Wavell den Versuch gemacht hätte, aktiv gegen den tapferen Gouverneur und seine Soldaten vorzugehen. Das hat er nicht riskiert. England hungert vielmehr die tapferen Verteidiger dieser winzigen französischen Kolonie aus und hat die Stirn, durch Lügenreuter erzählen zu lassen, wie glänzend und wie christlich England handele. Es liege nur an dem bösen Willen des Gouverneurs, wenn er die englische Wohlfahrt nicht in Anspruch nähme und sein Vaterland verriete wie
treten sei, um für die Sache der Kultur zu kämpfen, haben London und Moskau den Arm eines Mörders bewaffnet, um dies zu verhindern. Frankreich müsse dieses Attentat damit beantworten, daß es sich noch enger um den Marschall schare, und um alle diejenigen, die den Mut hätten, das Land von der widerlichen Tyrannei zu vefreien, die London und Moskau ihm auf erlegen möchten. Das „Oeuvre" erklärt, daß Botschafter de Brinon bereits die Worte gesprochen habe, die unter diesen Umständen nötig seien. Ganz Frankreich sei mit ihm einig, daß auf schnellstem Wege alles geschehen müsse, um das Land von diesen Terroristen und Mördern zu befreien.
„Paris-Midi" schreibt: „England hat also ein neues Verbrechen begangen. Die Geschichte ist da, um uns daran zu erinnern, daß es sich hierbei für England nicht um den ersten Fall handelt. Mord und Erpressung sind die Waffen der Schwachen; und diese beiden Waffen sind es, die bei dem Attentat auf Laval gehandhabt wurden."
Auch im Balkanfeldzug sind die siegreichen Operationen des Heeres aufs Stärkste durch den Einsatz der beiden Luftgruppen Löhr und Richt- Hofen unterstützt worden, die laut der Führerrede nach dem Feldzugsabschluß ihre Aufgabe, die feindliche Luftwaffe zu zerschlagen, die Verschwörer- zentrale Belgrad durch ihre Angriffe von Anfang an auszuschalten, und der kämpfenden deutschen Truppe überall zu helfen, den Widerstand des Gegners zu zerbrechen und durch den Einsatz von Luftlande- und Fallschirmtruppen dem Heere eine weitere wichtige Hilfe zu geben, glänzend erfüllt hat. Der todesmutige Einsatz dieser letzteren a u ft Kreta hat dann die Landung von Heerestruppen daselbst und die überraschend schnelle Eroberung dieses überragend wichtigen britischen Stützpunktes überhaupt erst möglich gemacht und der Welt erstmalig die entscheidende Bedeutung der Luftwaffe beim Kampf um eine stark befestigte Insel gezeigt.
Wie bei dem Kampf in Nordafrika die Kampfflieger die treuesten, unentbehrlichsten Kameraden der Erdtruppen sind, wie sie immer wieder die feindlichen Panzerangriffe zunichte gemacht und die eigenen Angriffe durch Zerschlagung vieler Hunderter von feindlichen Kampfwagen ermöglicht haben, wie sie bei den Kämpfen um Tobruk und im Raume von Sollum den Fortgang der Operationen unterstützt und dem feindlichen Nachschub durch ihre Bombenangriffe auf die britischen Häfen, vor allem Alexandria, schwersten Abbruch getan haben und noch tun, das kann jeder Deutsche aus den täglichen Wehrmachtberichten entnehmen.
Daß auch jetzt bei den Kämpfen in der Sowjetunion die Luftwaffe wiederum eine entscheidende Rolle spielt, das zeigt allein schon ihre Vernichtung sowohl durch Jagd- wie auch durch Kampfflugzeuge von vielen Tausend feindlichen Flugzeugen, die zum Angriff auf das deutsche Heer und vor allem auch auf die Reichshauptstadt bestimmt waren. Binnen wenigen Wochen war die sowjetische Luftwaffe in ihrer Kampfkraft zum größten Teil ausgeschaltet, und damit konnten die Operationen des Heeres, ähnlich wie 1939 im Feldzuge in Polen, ohne allzu große Störungen aus
Maffenheere.
Von Massenheeren spricht man in der modernen Kriegsgeschichte erst seit Napoleon. Das Wort wird auch heute gebraucht. Aber die Größenverhältnisse zwischen den Massenheeren der napoleonischen Kriege, des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, auch des Weltkriegs und des jetzigen Krieges, insbesondere des Ostfeldzuges, haben ebenso einen völligen Begriffswandel von „Massenheeren" herbeigeführt wie die Fortschritte der Technik.
Eine kleine Aufstellung mag die Intensität dieses Begriffswandels, der unter dem Einfluß ganz verschiedener Größenverh ältnisse eingetreten ist, einigermaßen illustrieren:
Feindliche Verluste
Oie britische Blockade Dschibutis
Bon unserer Berliner Schriftleitung.
Auch die Presse der unbesetzten französischen Zone verurteilt einstimmig das Attentat von Versailles und verlangt, daß alle notwendigen Maßnahmen getroffen werden, um ähnliche Dinge zu verhüten oder ihnen vorzubeugen. Der „Nouvelliste de Lyon" schreibt: „Dieses Attentat schließt sich in der Reihe denen an, die kürzlich von Innenminister Pucheux und Botschafter de Brinon erwähnt wurden. Es ist eine Bestätigung dafür, daß die Regierung des Marschalls Petain die ihr notwendig erscheinenden Maßnahmen zur Unterdrückung der kommunistischen Tätigkeit ergriffen hat." Der „Petit Dauphinois" schreibt: „Dieses Attentat beweist, daß die von der Regierung gegen den Kommunismus ergriffenen Maßnahmen unerläßlich waren." Der „Progres de Lyon" erklärt: „Wenn sich diese Akte von Terrorismus vermehren, setzen sie das Land einer schweren Gefahr aus. Die durch die Regierung zur Schau getragene Sorge, den Wiederaufbau des nationalen Lebens mit allen nur möglichen Ordnungs- und Sicherheitsgarantien zu umgeben, wird dadurch gerechtfertigt."
Die in Clermont-Ferrand erscheinende Zeitung „Le Moniteur" sagt, das feige und schändliche Attentat beweise auf die eklatanteste Weise, wie sehr die von der Regierung zur Unterdrückung der kommunistischen Machenschaften ergriffenen Maßnahmen begründet und notwendig seien. Es bestehe tatsächlich keinerlei Zweifel über den Ursv rung dieses verbrecherischen Anschlages. Das Attentat beweise, daß alle französischen Persönlichkeiten, die bestrebt sind, Frankreich in dem Rahmen eines neuen Europas wieder aufzubauen, in ihrem Leben durch Agenten des Auslandes bedroht seien. Einzig und allein die unerbittliche Unterdrückung dieser ausländischen Umtriebe werde den Terror und die Versucke, Unordnung nach Frankreich zu tragen, zurückweichen lassen. Auch das gleichfalls in Clermont-Ferrand erscheinende Blatt „Petit Journal" bezeichnet die Untat als einen Terrorakt, der die Notwendigkeit, außerordentlich harte Maßnahmen gegen den Kommunismus zu treffen, nur noch zwingender erscheinen lasse.
Todesurteile des französischen Sondergerichtshofes gegen Kommunisten.
Paris, 28. Aug. (DRV.) 3m Zuge der Maßnahmen der französischen Regierung gegen die kommunistischen Sabotageakte in der letzten Zeit, die ihren besonderen Ausdruck in dem RI o r d a n - schlag auf einen Angehörigen der deutschen Wehrmacht fanden, wurden fran- zösischerselts energische Maßnahmen gegen die Verantwortlichen ergriffen. Die Sondergerichte, die auf Grund eines Gesetzes vom 22. August eingesetzt wurden, haben am Mittwoch die ersten Entscheidungen getroffen. Drei Personen, darunter ein Russe, sind zum Tode verurteilt worden. Die Todesurteile wurden am Donnerslagmorgen vollstreckt. Sechs weitere Personen erhielten schwere Zuchthausstrafen. Zwei Personen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt.
Dieser Wandel der Größenverhältnisse vollzog sich in kaum 130 Jahren. Bis Tannenberg ftofjen* Heere auseinander, deren Gesamtstärke (auf beiden Seiten) ungefähr um eine halbe Million schwankt. Mit den Gryßenverhältnissen hängt auch die DauerderSchlachten zusammen. Die Schlacht von Leipzig erfüllte drei Tage (16. bis 19. Oktober 1813), die Schlacht von Tannenberg, deren Erinnerung sich gerade in diesen Tagen ebenso wie die von Sedan jährt, vom 23. bis 31. August 1914, nimmt also bereits neun Tage in Anspruch. Die Schlacht von Sedan fällt wegen ihrer operativen Eigenart — Umzingelung und Schlacht erfolgten sozusagen in einem Zug — etwas aus dem Schema. Sie wurde am 1. September 1870 geschlagen, und am 2. September erfolgte die Kapitulation. In diesem Sinn ist die Schlacht von Sedan nicht typisch. Die allgemeine Entwicklungstendenz geht auf eine Vergrößerung der Massenheere und auf eine Verlängerung der Schlachtdauer.
Der Sprung von den Größenverhältnissen der Schlacht von Tannenberg bis zu den Größenver« hältnissen der Vernichtungsschlacht von Bialystok— Minsk ist riesengroß. Heute stehen sich an der Ostfront — mindestens! — neun Millionen Kämpfer gegenüber! 1914 betrugen die Gesamtstreitkräfte des Zaren in Ostpreußen 800 000 Mann. Die Schlacht von Tannenberg kann als solche auch nicht isoliert betrachtet werden. Sie muß immer in enger Verbindung mit der daran anschließenden Schlacht an den masurischen Seen vom 5. bis 15. September verstanden und gewertet werden. Im Grunde gehört zu ihr auch noch die Winterschlacht in Masuren, die vom 4. bis zum 22. Februar 1915 bei Lyck aus der Linie Johannisburg—Lötzen—Gumbinnen heraus geschlagen wurde.
Aehnlich wie das Größenverhältnis hat auch d i e Ausrüstung der heutigen Massenheere und das Bild der Schlacht und die Bewältigung großer Räume gänzlich verändert. In der Schmcht von Bialystok—Minsk wurden allein 3332 Panzerkampf- wagen vernichtet. Bis zum 11. Juli wurden insgesamt folgende phantastische Vernichtungszahlen erreicht: 7615 Panzerkampfwagen, 4423 Geschütze und 6233 Flugzeuge. Flugzeuge sind bei Tannenberg praktisch ebensowenig in Erscheinung getreten wie Panzerkampfwagen. Die Geschützzahl war sehr viel geringer. Vergleichen wir gar die Zahl der bei Leipzig und Sedan erbeuteten Geschütze mit den heutigen Beutezahlen, so kommen wir auf den fundamentalen Tatbestand, daß die Größenverhältnisse im Ostfeldzug von 1941 ungefähr zehnmal so groß sind wie die Größenverhältnisse des 19. Jahrhunderts. Man ist versucht, Tannenberg nach den Größenoerhältnissen noch zum 19. Jahrhundert zu rechnen und erst von der durch die Schlacht bei Gorlice 1. bis 5. Mai 1915) eingeleiteten großen operativen Bewegung des Weltkrieges den Begriff der modernen Massenheere und der entsprechenden Vernichtungs- und Materialschlachten zu datieren!
Diese allgemeine Feststellung von der Vernehm fachung der Größenverhältnisse wird bestätigt durch einen Vergleich des Moskau-Zuges der „Großen Armee" unter Napoleon mit den heutigen Verhältnissen. Zuerst war Napoleon zahlenmäßig' überlegen, dann die Zarenheere. Beide zusammen haben
ihres Gatten zu begeben. Die Aerzte hoffen, daß, wenn keine Komplikationen eintreten, die gesunde Natur Lavals den Sieg davontragen wird. Der Zustand Marcel Deals hat sich dagegen verschlimmert.
Aus Polizeikreisen wird bekannt, daß hinsichtlich des Attentats und feiner britischen wie sowjetischen Hintermänner noch Unklarheiten bestehen. Sehr beachtlich findet man es, daß der englische Rundfunk bereits um 19.30 Uhr das Attentat melden konnte. Man sieht darin einen Beweis dafür, daß das Verbrechen von Versailles das Ergebnis einer Bewegung ist, die auf französischem Boden für britische und sowjetische Rechnung arbeitet. (Toilette hat zugegeben, daß er den Gedanken, eine Persönlichkeit, die sich für die deutsch-französische Zusammenarbeit einsetzt, zu ermorden, nach Abhören der Hetzmeldungen des Londoner Rundfunks gefaßt hat. Der Londoner Rundfunk hat in den letzten Wachen und Monaten unaufhörlich zu Mord und Totschlag aufgefordert, um die deutsch-französische Zusammenarbeit zu stören. Die Tatsache, daß der Attentäter, der zugibt, Gaullist zu sein, aus Caen nach Versailles gekommen ist, hat den zuständigen Stellen insofern zu denken gegeben, als vor einiger Zeit dort ein gaullistisches Propaganda- und Spionagenest aufgedeckt worden ist. Damals wurde der Chef der Polizei von Caen und kurz darauf sein Stellvertreter von einem britischen Agenten niedergeschossen, als sie zu dessen Verhaftung schreiten wollten. Der Täter wurde als ein übel beleumundetes Subjekt entlarvt und dingfest gemacht.
Nas Echo in Pans und Vichy.
London und Moskau bewaffneten den Arm des Mörders.
Paris, 28. Aug. (DNB.) „La France au Tra- oail" geißelt das „feige und dumme Attentat, das sich all den vielen anfügt, die bereits im Solde Moskaus ober Londons verübt worben sind". Der „(Tri du peuple" erklärt, dieses Verbrechen habe eine symbolische Bedeutung. In dem Augenblick, da Frankreich in die europäische Gemeinschaft wieder mit militärischen Ehren einge-
Streit-
(Tote u. Ge-
Ge-
Leipzig
• fräfte
Verwund.) fangene schütze
190 000
37 500 20 000
325
Sedan
135 000
17 000 109 000
419
Tannenberg
ca. 310 000
150 000 93 000
300
Bialystok
ca.
ca.
Minsk
1 250 000
600 000 324 000
1809


